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Der Doppelgänger.

Roman von CarlSchüler.

Fortsetzung Nr. 12.

Sa und übcrTxrutt! Der Ritlmrister von Ambach war tu letzter Zett sehr vom Dienst in Anspruch geiwmwen. Weim's wahr war Viel­leicht schützt ct tat Dienst nur vor, imr nhh: ntU Am zum Kvnsul Rosenberg geben zu müssen. Igc fWten Wjtdj ein Zusammentreffen zwischen Km und der schonen Ruth hintertreiben zu wollen Zu dumm Kvnrue man ihm aber nicht übel- nehmen! Zu dumm--

Bitte, wenn Herr Konsul vielleicht hier Platz nehmen wolffm! Ich frole sür das gnädige Fräu- lem noch einen Sessel l>erbei!"

Der Oberkellner sprach diese Worte in un- rmttelbaver Nähe Dorivals.

Ter blickte auf. Er sah sich einem älteren Herrn gegenüber, der unschlüssig nach einem Platz sür |td) und seine Begleiterin suchte.

Diese Begkirerin war Ru.h Rosenberg.

Der famose Oberkellner nötigte Vater und Tochter freund ich, an dem Tisch Platz zu nehmen an dem Torioal saß.

..Deut Mann gebe ich nachher einen Hunbcrt- merrndKtn/' gelobte sich im stillen der entzückte Dorival.

Schon wollte der Konsul dem Kellner seine Zusttinnrung ausdrücken, da zupfte Ruth den Vater am Aermcl.

Ich möchte näher an der Musik sitzen" sagte ne.

Tvrival ärgerte sich

Ter >donsul, seine Tochter und der Ober-

kEner zwangen sich bis zur Musil vor, kamen.

. lwrt, vie Tisch bcsetzl -varcn, wieder zurück und nahmen sch.icßlich doch in dec Nähe Tori Vals an einem Tisch Platz, an dem bereits zwei Damen fasten.

Torival jubelte. Rillh kam aus einen Stuhl Au litten, der so stand, das; sie ihm das Gesicht huwanble. L^napp drei Me.er trennten ihn von chr. Er war begeistert. Die Gelegenheit nut fei? aucgenutzt werden. Er mußte sich dein Konsul cotjtelkn, sich aus Umbach beziehen, und ilyn in aller Bescheidenheit um die Angtbe einer S.unde bitten, in oec er sich eine Auskunft über das Wolsramvvrkommen in der Republik Costalinda holen konnte.

Nur jetzt nicht blöde fein!

(in: wollte warten, bis bis Musikstück zu Ende gespielt war. Himmel, wall e denn das Geigen­gespiele da oben gar nicht aushören? Dorival wurde ungeduldig. Er sah, wie der ObertclbicT bem Konsul und seiner Tochter Tee und Kuchen brachte. Der Konsul nipp e an s.iucc Tasse, blickte nervös auf seine Tasch nuhr, sprach einige hastige Worte zu Ruth und ging dann eilig die Treppe hinauf, die in die oberen Stockiverle des Hotels führte. Ein Diener trug ihm Pelzmantel und Liidenhut nach.

Fatal! Ter ist cn'wisckft," dachte Dorival.

Aber sie war ja noch da! Er fühlte, daß er rot wer dm würde, wie ei > schüchlerner Tr hi ran er, wenn sie zu ihm herüberblicken mürb?. Aber sie blickte nicht zu ihm1 herüber Sie schien sieh vor- ger.omnicn zu lyabm, ihm k.inerlei Beachtung zu schenken. Merkwürdig. D-abei war er sich voll­kommen klar darüber, daß sie ihn erkannt hatte. Er hatte das an einem leichten Aufb.itzen in den

dunkeln Augen bemerkt, als sich ihre Micke be­gegnet waren. Sie hacke bann schnell zu ihrem Vater gesagt:Ich nrochte näher an der Musik fitzen." Zum erstenmal hatte er bei dieser Ge- leg.nheit ihre Stimme gehört. Es war eine belle, klang chöne Stimme. Betrossen hatte ihn der be­fehlend.' Ton. Lec Kvnsul hatte sich ohne Wider­spruch der Anregung seiner Tochter gefügt. Nun hatte ein glück, iclyer Zufall cs doch geirwtlt, daß sic ganz in seiner Nähe Platz nehmen mußte. Sie b;idtc mit gelangmtiltem Ausdruck über die Menschen ihrer Umgebung hin, nur mach ihm hinüber blickte sie nicht!

Ter Oberkellner stellte sich in der Nähe seines Tisches auf. Dorival winkte ihn heran.

War der Herr, der eben die Treppe hinaus ging, nicht der Konsul Rosenberg?" frag e er leise.

Jawohl, mein Herr," antwortete der Kellner. Kommt er wieder zurück?"

Er hat oben eine Konferenz. Vielleicht holt er nachher seine Tochter ab. Er macht das öfters so." Ter Kellner wurde abgerufen.

Es war ein neuer Gast erschienen, ein Mann in Schlapvliut und nassem Nadn:<r.t el, eine sonder - bnre üridycinung in dieser Umgebung, die der Oberkellner mit Miß rauen mufterte. Torival er­kannte sofort d.m Geheimpolizisten, dem es drau­ßen jedenfalls zu ungemütlich geworden war. Tas ivar unangenehm.

Ter Mann im Ri dmantel äug e nach rechts und link?, dann über i?ß er einem g fälligen Kell­ner Hut und Nlan cl und setzte sich an ein Tisd''>en, das b.sch i'<n yinter einer Säule stand und bisher von jedermann verschmäht worden war Dorival drehte ihm den Rücken zu, aber

er fühlte, wie die Blicke des Mannes befNbtbfo auf ihn gerichtet waren.

Torival zog seine Brieftasche bertvr, um seine Legitimalionskorte in Bereitschaft zu legen.

Zum Tonnenvetter. wo tnar tarn die Karte?

Er glaubte sie doch bestimmt eingesteckt zu haben. Er beginn, nach ihr zu suck>en. Er kramde in allen Winkeln der Brieftasche herum. Ver­gebens.

Ta siel ihm ein, daß er sie gestern abend iit seinen Frack gesteckt halte, als er, in der Hoffuuna, Ruth Rosenberg wied.'rzujehcn, in die Königliche Oper gegangen war! Hm scheußliche Vage! Wenn der Beamte ihn jetzt verh-istete, im An­gesicht dieser vielen Leute, dicht vor den Augeir der schönen Ruth, so war er machtlos!

Er versuchte sich zur Ruhe zu zwingen.

Mcchanisck) rührte er in seiner Tasse freruirt und horchte dabei nach dem, Kriminalbeamten, der hinter feinem Rücken saß. Jeden Augenblick konnte sich der Mann erheben, ihm die Hand auf die Schulter legen und sagen:

Schnepfe. Sic sind verhaftet."

In ihm flieg die Eriimerung auf an btc greu­liche Arrestzelle in dem großen roten Haus am Aleranderplatz. .

Was er zuerst als ein Riesenglück angesehen hatte, als eine günstige Fügung des Schicksals, jetzt war cs ihm im höchsten Grade peinlich, daß Ruth Rosenberg in seiner nächsten Näl>c saß. Sie mußte Zeugin der Katastrophe tverben, die in aller Kürze über ihn herembrcchen würde. Und barat?

(Fortsetzung folgt)

Behördliche Anzeigen

höhere Bürgerschule zu Nidda

(mit Vorschulklasse).

Die Aufnahme neu cintrctcndcr Schiller nudet Mouiag den 2s. April 191», von 912 Kbv, nuf dem Aintszi-npier des t unterzeichneten statt. Vorzulegen sind dabei: Geburtsschein, Impfschein und letztes Sdnihengnid.

In die Vorschulklasse «Sevtimal werden Knaben und Mädchen nach Ljabrigem, in die Serin nadt Siäbrigcm. in die Quinta nach 4jnhvlgem Bei ch einer Volksschule ausgenommen. Wir emvfehleu aber den Eltern dringend, die Kinder im Interesse ihres Fortkommens in den bölleren Klassen möglichst frühzeitig unserer Anstalt zuzutühren. Die höhere 23ürnerfd>nle befolgt den amtlichen Lehrplan sür die sttealichnlcn.

Der Unterricht beginnt erst um 9 Uhr «Schluß 1 Uhr», um auch den auswärtigen Schülern den 'Besuch der Anstalt zu ermöglichen.

Anmeldungen werden bis zum 30. März an dad Rektorat erbeten.

W'iie.e Auskunft wird gern erteilt.

Nidda, den 10. März 1919.

Rektorat der -vöberen Bürgerschule:

I. E-:

8104T) Dr. B etter.

Marken-Ansgabe.

Am Samstag den 26. d. Mts. gelangen in den Bezirken Brot- und Kerzenmat ken zur Ausgabe. Für die Buchstaben A-K vorm. 812 Uhr, LZ «achm von 26 Nhr. (5136B

Gießen, den 24. April 1919.

Ter Oberbürgermeister iLebensmittelamt).

Holzversteitterung.

ffreitao bett 2. Mai l. 71 vorm. » /, Ubr Hegtuaend, werden bei Wirt Hörle in Merlan auS ben .Torsionen Ketlskovf, Eichheege. Eselskovr, Gänsheege, Burgwald und Bennewald der Forst- toariei Merlan, sotvie aus den Forstorten Kammer- waid. Alter Heegwald, Lehnbeimer LinneS, LinneS und Kratzbert der Forstivartei Veb beim versteigert:

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Die Nummern des zum Verkauf kommenden Nutz- und Breunbolzes sind in sämtlichen Forstorten blau unterstrichen.

Wiederverkäuier stnd vom Mitbieten auf das Buchen und Hainbuchenscheit- und -Knüppelholz ausgeschlossen.

Nähere Auskunft erteilen Förster Müller, Mücke, und Forstwart Edelmann, Merlau iPost Mucket.

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