Au» Statt unb Land.
Gießen, 25. Mär 51919.
vom 1. April ab
kann das AmtSverkündiqungSblatk für die Provinzialdirektion Oberhessen und für das Kreisamt Gießen
nur durch die poft
bezogen werden. Ter Bezugspreis beträgt ■2.50 Mk. vierteljährlich ohne Bestellgeld. Es empfiehlt sich, die sofortige Bestellung beim zuständigen Postamt oder beim Briefträger.
G illtge Lebensmittelmarken
für die 13. Woche vom 24 bis 30. März 1919.
Brot: 2250 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl; Brot, filq. 45 Pf.; Weizenbrotmehl. tilg. 56 Pf ; Weißbrot für sträub'-, tilg. 80 Pf.; Weifzbrotbäcker: Flechenstein. Walltorftr., Krämer. streuzplatz, Weimar. Frankfurter Straße.
Butter: Marke Nr. 13. 40 Gr. Butter zu 48 Pf.
Fleisch: Wochenabschnitt 13. Metzger für Fremde und Urlauber: Kunz. Landgraf-Phlllpp-Plah 9.
Kartoffeln: Anteil 5 Psund zum Preise von 43 Pf.
Nährmittel: Marke 3 Märi 1919 Anfdiegelben «arten (A) 250 Gr. Suppcnfabrikate; auf die roten «orten (H) 500 Gr. Grieß, 250 Gr. Haferflocken; auf die blauen «arten (C) 250 Gr. Graupen. 125 Gr. Suppen- sabrikate 250 Gr.Tcigwaren. 125 <Br. Haferflocken. Zu- gezogene:' Schade 3- Füllgrabe. Ludwigstr.. Urlauber: Emil Dörr. Gr. Stt'mreq 14.
Mucker: Marke 3 Mär, 1919. Zucker für März iN noch nicht eingetroffcn Zugezogene und «ranke: Balke, Stephansir. 42, Urlauber: Rudersdorf, Sts-
Warft« für März 1919. Anteil 125 Gramm «A.Seifenpulver zu 15 Pf.. 50 Gramm KL-Seife zu 20 Pf
Gemüse: Städt. Obst- und Gemüseverftaufrstelle. Turmhaus am Brand. Getrocknete Gelberüben.Weiß. kraut. W'rsina. Kartoffeln. Zwiebeln zu 50 Pf. per Pfund, gelbe Grdftohlraben zu 12 Pf. per Pfund.
S amenverkauf: Drotkartenbezirft2.Turmhau« am Brand. Bor- und Nachmittag«. Buschbohnen und Erbsen verschiedener Sorten.
** Städtischer Eierverkauf. Am Freitag, dem 28. und Samstai. tom 29. d Mts. erhalten die ScvirTc 6, 9. 11 und 12 gegen Abgabe fcrr Eierkarfe Nr. 1 für jede Person 1 Ei und itnar: Bezirk ß und 9 in der Molkerei Gebr Grieb. Bezirk 11 und 12 in der Eierhandlung Steinreich.
Crf’uf'toerf für Landwirtschaft.
Tie Reicks stelle fft’- Schubbersv"w>ng lat nach einem tarn to'' Landes'e^Ärden M'tge'tel'ten Ber- te'fu"oSvlan für die Frilli'<chrs-F^ld'e' ellnrg rund 225 009 Taar neue« imb 350 000 Poo> instand- gesetz'eS Lederschuftweri den Kvmrwmaltori'änton
Versorgunader Landwirtschaft zu- grteill. Neues Schulgverk Tarnt erst wieder im Derbst Mtr Berieilmg ^langen.
Tagegen verfügt die ReichSsfelle noch über Bestände an instandgesetztem £cbcr- schußioerk. Kommunalverbänto, dererr Bedarf an Schuhwerk durch die bisherigen Zutellungen noch nicht gedeckt ist, können Anteäss- auf Zuteilung von inslandgescktem Le>c scknftwerk un- nnttelba- an die Reick» stelle für Sckatffrersorgunr, Beriin W. 8, Kronenstr. 50/52 stellen. Soweit die Lieferung noch für die Frühj abrS-Feldbestellung ^wünscht wird, empfiehlt sich btc schleunige Echr^ichung. solcher Anträge. Anträge auf Zuteilu-g von neuem Lederschachwerk können nicht berücksichtigt werden. ,
Ta die Versorgimg der in der Landwrrtsckmft rmter^nbringenton NotsiandSarbeiter mit Sck'uto •mrrf durch die Konnnnnalverdönde de? Beschöf- trgungtzor'es -u erfolgen bat, iit bei den Anmel- dw'gcn ri-cht nur der Bedarf der misös'igen land- wirtschgftl'chen Bevölkerung, sondern auch der neu- rinznfeilenden Notstandsarbeiter zu berücksichtigen.
eilte Betrügerin al» Kletterliinstlerin.
Vom Pvlrviamt nrirb unS mi geteilt:
Am Sonntag den 23. b-3. M'S.. vormittags gegen 11 Uhr erschien in entern! lnrfigen Geschäft eine Frauensperson und verlangte für einen hie- sigen belaunten Arzt eine Aiiswahlfendimg Zdv- ftihnv'. Ta dem Kaufmann die Sache nicht rein schien, fragte er telephonisch bei bent Arzt an, worauf sich der Betrug berauSstellle. Ter Gr- fcbSftehnaim schloß mm die Person, nm sie der Po'i»ei übergeben zu können, in ein Zimmer des weil en SlockcS ein. Kurz danach verlangte sie, auszutreten, was ihr gestattet wurde. AIS sie «u lange blieb und auf Rufen keine Antwort gab, faß man nach und sand den Raum leer. Zuerst nabm man an, daß sie fick an8 dem Fenster yestürzt tobe, sand aber, daß sie an dem Blitzableiter beruntergeklettert war und« das Weite gesucht batte. Tie Vermutung der Polizei, ton man es hier mit der gerichtsbekannten Elisabetbe Kelter aus 0s r ü n b e r g zu tun tobe, fand sich bestätigt, da sie bei ihrer am gleichen Lage durch zwei Kriminalbeamte in der Frankfurter Slraste erfolgten Festnahme, die Tat zugab. Es wurde ihr noch zur Last gelegt, toi einem anderen Kaufmann 10 Flaschen Rum au die gleiche Weife erschivindelt zu haben, diese Tat gab sie auch »u. Ferner wird sie sreckbrieslich wrsotgt, weil sie ihrer in Grüutorg w-.'bnentoll Stuttcr tos Sparkassenbuch entwendet und ihr erspartes ©uitoben in lödto von 500 Mk. ab gehoben und durcizgebracht tot.
In der Nacl t um 23. ds Mis rourto in einer außerhalb der Stad', izelegenei, Wirtsctmft ein E i n bruckSdiebstahl mistt.südrt, wobei dem lieb Zigarren, Zigaretten, Eier, Dcridrictone Flaschen Wein und Rum, Pfefferminz. Wackvlber, Kirsch tvaficr und Pnnsclieisent in hte Lände siel Als Täter kommt ein Auswärtiger iu Frage, tor den Fehler beging, seine Adresse zurückzulassen. Sein Portemonnaie mit 11 Mk und einer Reise-Tring- (wbfeüöbcidx inignna von Marburg nach Offenbach kiest er auf dem Büfett liegen, so daß man hofsent lich seiner bald babtoft werden wird.
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•• Seinen 80. Geburtstag begeht morgen Herr Musiklehrer Ehr. Kruse, nachdem es ihm vergönnt war, im Jahre 1913 sein diamantenes Musiker-Jubiläum zu feiern. Schon von frühester Jugend an wurde Kruse von seinem Bater im Vivlinspiel unterrichtet; er trat kaum Ujalirifl bei dem Mili- tärmusivririgenten Rostbach in Arolsen in die Lehre und wurde als 17jahriger Ptusiker 1858 beim Fürstlich Waldechchen Bataillon (zu- letzt Sclrützen-Bataillon deS 88. Ins -Regt-.) angenommen. In dieser Stellung blieb Kruse bi- nach dem Kriege von 1866; er -og bann
nach Kassel imb bildete dort als Musikdirektor eine eigene Kapelle für das Thalia-Tbeater Im Jahre 1877 wurde Kruse an das Frank urter Palmenhaus-Orchester berufen. Du gmilie Kruse siedelte 1888 nach Bad-Nau
m über, wo Kruse mit seinen 3 Söhnen fnahme bei der Kurkapelle fand. Seit 1892 wohnt die Familie Stufe in Gießen
* Tödlich verunglückt ist am Sonnta vormittag der Bauingenieur Weimer aus ®ie jen. Er fuhr in Gesellschaft seines BrutorS um noch eines .Herrn im Automobil nach Wißmar zu Es scheint, daß die scharfe Kurve vor dec Wist maret Brücke nicht genommen werden konnte, dem. das Auto utorjdMuß sich und stürzt die Bösckmtft Ijinab hierbei erlitt Weimer eine fdxvere tzals Verletzung, die feinen Tod herbeiführte. Tie beiden anderen Insassen blieben unverletzt.
** Befitzwechsel. Ter Uftrmattormeiftet Emil Otto kaufte für 62OJ0 Mark das Anwe en )es Prof. Tr. Roack, Gartenstraße 19 und einen daneben liegenden Bauplatz von ca. 500 Quadratmeter. — Der Rentier Paul E i m verkaufte ba-: Daus Wetzlarer Weg 15 für 58 500 Mark an den Bahnlw'S-Büsettier Gandenberg.
** Bauplatzverkäufe. Bauunternehmer §>. W. Rinn lauste Dom Stabtverordre'cn Winn dessen Bauplatz (Hrntergelände des TelttrswcgS au der Süd Anlage für 40000 Mk (ton Cuabiat’ meter für etwa 22 Mk.). — Ter Fabrillant Ehr. I n d e r t h a l erwarb von tor Stadt Gießen den rüber Lwliferanl Fr. Schreiner'scheu Gailen an der Süd A läge (immitteltor hinter der Jvlamies- firdx yxL-am) iur 21000 Mk. (etwa 1000 Quadratmeter groß).
*♦ Oberhessischer K unstverein. Den Wünschen einiger Kunstfreiinto nackyukonrmen, ist die Ausstellung morgen Mitt roch truücr von 11 bis 1 Uhr auch noch <*nr Ruchinil aq von 3 u 5 5 Uhr geöffnet, am F uitag nur von 11 bis 1 Uhr.
** Pferdeuiur lt. Es nrirb besonders darauf aufmerksam gemacht, daß Pferde, die an Räude oder anderen ansteckenden Krankheiten lei den, vom Austrieb auf den Pferdemarkt am 2. April 1919 ausgeschlossen sind.
* Fernsprechdien st. Während des Kriege» ist hier ununterbrochener Fernsprcchdienst abgehaltrn worden. Nachdem die Gründe dafür weggefallen sind, wird vom 1. April ab der Fernsprechdienst wieder auf die Zeit 7/8 vorm. bis 12 nachm. beschränkt werden.
** LauShaltungSvortrag. Dir machen unsere Leser aufmerksam auf ton im Inseratenteil vorliegender Nummer angekünditten Bor- trag der Frau tzaushaltungslehrerin Kiel aus Frankfurt a. M., die am 2i>. März, nachm. 5 Uhr, im Saale des Hotels „Prinz Carl" über das zeitgemäße Thema „Die Bekämpfung der Kolilennot mittels der Kohlen Spar-Platte" sprechen wird.
"Der Männer-Turn verein nimmt heute (Dienstag) seinen regelmäßigen Turnbetrieb in der Turnhalle der Ober-Realschule wieder auf. (S.3nf.)
" Dortrag Hellmuth von Mücke. Der Dor- trag des Kapitänleutnants von Mücke wird am Mittwoch pünktlich um 7 Uhr beginnen. Der (Eintritt zum Saal hat von der Wehsteingaffe zu erfolgen. Bemerkt wird noch, daß die auf den (Eintrittsharten befindlichen Nummern nicht die betreffenden Stuhl- nummern bedeuten. Ts bleibt mit Rücksicht auf den einheitlich festgesetzten Eintrittspreis die Wahl der Sitzgelegenheiten im Saal freiqestellt.
Dessen Nassau.
< Marburg, 24. März. Ein fremdes angebliches Ehepaar, das vergangene Woche in einem hiesigen Gasthof Wohnung nahm, ist seit gestern früh verschwunden und mit ihm für einige tausend Maik Bett- und Tischwäsche, die jedenfalls zu nächtlicher Stunde ein Mitbeteiligter durch das Fenster in Empfang genommen hat.
vermischtes.
Unffliick bei einer Äiudcrnorstellnnq.
* Gleiwitz, 24. März. (WTB.) Die „Ober» schlesische Dolksstimme" meldet: Die hiesige katholische Mission für Mäüchenschutz veranstaltete deute nachmittag im Stadtgarten eine starktoi uchte Kindervorstellung Aus unau geklärter Ur'ache entstand beim ersten Akt auf der Bühne Feuer. Ter Feuerruf löste eine unbesch.eiblich" Panik aus. Alle stürzten den Ausgängen zu. Dadurch flaute sich die Mintormenge imb unter dem Druck stürzte die Treppe ein. Eine grobe Zahl der Kinder — man spricht von 60 bis 70 — wurde zerguetscht oder zerdrückt. Die Feuerwehr, die isanitütsmannschaften, Aerzte und Priester waren zur Stelle und bemühten sich nm b'tc Verunglückten. Augenblicklich läßt sich die Größe des Unglücks noch nicht festftellen.
Ein Bankranb.
* Berlin, 24. März. (Privattel.) Abendblätter melden: Fünf Personen raubten in tor Reichtbanknebanstelle Euskirchen nach Knebelung Angesle l.er annähernd eine in- halb Millionen Mark. Die Täter trugen englische Uniformen und benutzten auf der Flucht in tor Richtung nach Bonn—KÄln ein englisches Ambulanzaulo.
Aus dem HmtsverfünöigungsMatt.
• • Das Amtsverftündigungsblatt Nr. 2 vom 24. März enthält: Abänderung der Verordnung über ausländische Wertpapiere vom 22. März 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 260). - Verbot des Agiohandels mit deutschen Banknoten und Darlehnskaffenscheinen. Vom 1. März 1919. - Bekanntmachung Nr. |F. R. 600 2. 19. K. R 2l. - der Üriegs-Rohstoff-Abteilung. Maßnahmen gegen die Wohnungsnot. - Ausgabe von Schuldverschreibungen durch die Hessisch« Landes- Hypothekenbank. - Entwäfferung des neuen Fried- Hofs zu Heuchelheim. - Pferdebrustfeuche. - Jurück- fvhrung von Heeresaerät. — Zuckeroerbrauchsrege- lung. - Dienstnachrichten des flreisamts. - Bekannt- gäbe in Gießen vom 1.-15. März gefundener und verlorener Gegenstände.
Maßnahmen gegen die Wohnungsnot
Es ist bemerkenswert, daß cme Verordnung, die da» stellv. Generaltommembo des 18. A.'K in roirtt»olulw’.ärer Zeit, am 9. Juli 1918, erließ, und die sich mit einer fo brntnrtb oenwrtouen Zrog? wie tor Wohnungsnot befaßt, tontt noch Gültigkeit bat. TaS .ersehen wir nufl Nr. 2 des Amtsverlündigungsbla trs, wo die Eirhmg tor to- mal» erlassenen Maßnahmen, die bereit» für Großen'Linden, Grün berg, twirbeftoim. Hunoen, stlein'Linton, Lich, Lollar und Vieleck h Kraft gesetzt roarui nunmebr für sümtlick» Lantoemein- ton tos Krrise» für anwendbar erklärt toird
Um unseren Lesern die Verordnung in Er- irmenmo zu bringen, fassen wir da» Wesentliche ihre» Inhaltes zummmen.
1 ’ bi» 5- Zimmer Wohnlmyen dürfen vom $enn ic:er nur nm Einvcrständ'
ni» de» Mieter» gekündigt werden. Läuft ein Mietsveriraa ab, so darf der Vermiete: >te Wohrmng nur dann an einen neuen Mieter a'.'geben oder selbst in Gebrmub neljmen, menn ihm dies ausdrücklich genehmig: wird. Ohme be- o.ttore 0kmel>mi;iung dürfen Raume, die d» Woh- img H.dient haben, zu [einem anderen Zw-.'cki ?ennie:e: werden. Zu änb g für diese Entschn >ungtn sind der Krelstorekwr. der Cberbüryr1 mvii.c. ober ci.te von Uy.ien be;tirmnte Tttnnüellr jöer .iommi f o.i. Fpnkn müllen auch alle imbe1 utz^n Wohnungen von 1—5 Zimmern, sowie Raumlichk i.en, die als Do'mung benutzt werden .önnen, ;u angrinc'lenem Preise zur Verfügung gestellt werden. Ueoer die dlngemcsfendeit tos P eifes entscheiden dte genamtten Stellen. Sir oerfügen über Die Räume auf eigene Recktung im .Im'ange der Befugnisse, die dem Permteter zu» stehen.
Al» unbenutzt gelten Wohnungen und Räume, die teer stehen oder zur Aufbewahrung von G.-gens'.Lnton benutzt werden, die in Vager* äumen untcrflcbradxt werden toimen. Räume, die mit Möbeln cmgcrichtet sind, gehen nicht als un* toiniftt.
Alle Bestimmungen gelten auch dort, wo es sich um Unterve^mtclung haiibdt, nicht aber für möblierte Zimmer. Zuwiderto 'chluny-rn werden mit (to'üi'gn.s bis au einem Fabre, toi mildernden Umständen mit £>art oder mit Geldstrafe bis 1500 Mark be,traft.
e
Die Verordnung über ausländische Wertpapiere hat mit Wirkung vorn 1. März eine Abänderung erfahren. 3m § 1 werden die Worte Jo- fern sie nid)i bis zu einem in der Abordnung zu bestimmenden Termin an eine im Ausland ansässige Person oder Firma veräußert sind' gestrichen. 3m § 2 wird hinter Abs. 3 ols neuer Absatz folgende Vorschrift eingesügt: „Der Reichsminister der Jinan- jen ist ermächtigt, zu verbieten, daß Wertpapiere der m § 1 bezeichneten Art nach dem Ausla d ausge- ührt oder an eine im Ausland ansässige Person Der- iußert ober verpfändet werden."
Verbot des Agiohandels. Deutsche Dar- lehnskassenscheine über 20 Mark oder deutsche Bank- noten dürfen zu einem Preise, der ihren Nennwert übersteigt, weder erworben noch veräußert werden. Die Aufforderung und Anbietung solcher Geschäfte ist ebenso strafbar wie ihre Vermittlung Banknoten und Darlehnskasienscheine, mit den n Agiohandel ver- sucht wurde, können für dem Reich verfallen erklärt werden. Sind sie nicht mehr einziehbar, so kann auf Ersah ihres Wertes anerkannt werden. Das Gesetz ist am 1. März In Kraft getreten.
Eine große Anzahl von Beschlagnahmeverordnungen, die sich größtenteils auf die Textilindustrie erstreckten, sind durch eine Bekanntmachung der Kriegsrohstoffadteilung vom 24. Februar 1919 wieder aufgehoben worden. Die Interessenten werden durch ihre Fachblätter bereits davon benachrichtigt sein.
Ausgabe von Schuldverschreibungen. Die Hessische Landes-Hypothekenbank gibt mit Genehmigung des Finanzministeriums auf den Inhaber lautende und zu 4 vom Hundert verzinsliche Nom- munalschuldoerschreibungen im Gesamtbeträge von 10000000 Mark (Reihen XX und XXI) nebst zuge- hö igen Zinsscheinen aus. Die Rückzahlung ist bis zum 2. Januar 1923 ausgeschloffen.
Iuckerverbrauchsregelung in den Land- gemeinden. Die für den Monat März zustehende Zuckermcnge in Höhe von 750 Gramm auf den tropf der Bevölkerung gelangt zur Ausgabe. Es können auf die Zuckermarken 100, 101 und 102 je 250 Gramm — 750 Gramm Zucker für den Monat März bezogen werden. Mit Ablauf des 15. April d. I. verlieren die Marken 100, 101 und 102 ihre Gültigkeit.
Die Pferdebrustfeuche ist in Ruppertsburg, Kreis Schotten, ausgebrochen.
Dienstnachrichten des fireisamtes. Ludwig Heinrich Eisser aus Hungen wurde als Erheber zur Neuaufnahme der Viehbestände in den Gemeinden Hungen und Dillingen eidlich verpflichtet.
Preußisch- Süddeutsche Klasfenlotterie. Der Vertrieb der Lose 1. Klaffe der 14. Preußisch- Süddeutschen (240. Preußischen) Klaffenlotterie beginnt am 3. Juni 1919. Die Ziehung der 1. Klaffe dieser Lotterie wird am 15. und 16. Juli 1919 statt- finden.
Gefunden und Verloren. Dom 1. März bis 15 März 1919 wurden in Gießen gefunden: ein Schließkorb, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 2 Trauringe, 1 Tischläufer; verloren: 2 Fünfmarkscheine, 1 Nickelbrille, 1 Kaschmirschal, 1 schwarzer Astrachan- Pelzkragen, 1 goldener Trauring, gez W. Sch. 5.11. 70, 1 silberne Damenuhr mit Goldrand und 1 silberne Herren-Nemontoiruhr mit Goldrand und Nickelkette. Die gefundenen Gegenstände können an jedem Wochen- ntag von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 5 Uhr nachmittags beim Polizeiamt. Zimmer Nr. 1 abgeholt werden.
Letzte Nachrichten.
Snnbncbimncu an ton Rriffisprästtonten.
Berlin, 24. MLn. (WTB.s TaS Bureau to» Reichspräsidenten gibt bekannt: Dem Reich »> oräfibenten grljcn täglid) au3 der Ostmark und au» dem Westen tos Reick>c» eine sedr große Zahl von Kundgebungen -ffiml- licker Berfa mm! ungern zu, in beitet gegen die Abtretung deutscher Landesteile an Polen und to» SaargebietS an Frankre ich Protet erhoben und tor feite Entscktlutz bekundet wirb, mit allen Kräften diese Gebiete dem Dcutsckren Reiche zu erhallen. Bei der gnoßen Men-? dieser Telegramme und Schreiben ist es dem Reichs- vräsidemen tmmöglich, alle Kuttd«bunnen einzeln zu beantworten; sie werden al» Material für du. Friedensverl»andlungen verwertet. Die Bevölkr- rung dieser Lande-teile firmt aber übcneitgt fein, das; der Reichspräsident jexn mit ton für uns nnc unsere Feinde verbrndlickten Dunklen Wi sons im- verci baren Versuch, bculfdx Gebiete ab-utrennen, entschieden betthnpren trtb jeder Vergewaltigung deutscher Vvlksieile energischen Wideriland leisten wird.
Tie Laqe in Budapest.
Berlin, L5 Mär» Ter „Berl. Lok-Anz." mcTtot auS B udapest: Tic Funkiprüchc tor un- xrriidien Sowjetremcrung üfr?r die Vorgänge in Budapest sind größtenteil» falsch In Budapest herrscht Panik. Tie Nacheichen von einer ireiwilli-cn Uebergabe tor Waffen durch die angeblich bolick-ewistikch initiierten 'ranrösi/chen Soldaten sind unrichi-. lieber das Schicksal der Ententekommissivn in Budapest ist zur Zeit nichts befannt Es verlautet, dtß sie in Budapest ^iirückgehalten nxrb I« Vautoftabt wird von tor Regierung gegen da» Ausland hermerisch ib- gcictormcn Der Bericht to» russischen Balks- tomnnssar» to» Arußern Tschitscherin über die militärrsche Lage bed.-uet für bte ungarische Re- aierung eine arae Enttckuschung. I« Gerückte über den Anmdrsch von Sawketlruppen unter tor Führung Görgcyc» sind unrichtig.
Die Umwandlung in die kommunistische Sero* schäft spielte sich in Bctdapcst nicht so ruhig ab, wie es zuerst dargestellt wurde. Von Freirag auf Sonnabend wurde, wie das „Berl. T.'.zeblatf' mtltot, geschossen, wobei e» viele Tote und Verwundete gab. Tie Bahnhöfe wurden to- etzt, Maschin--ngeioehrc und .'laitoncu ausgestellt. Ten Ositzieren riß man ihre Au»zcickptungen ab. E» kam auch ;u großen Plünderungen, nwtoi toe Menge die Lebensmittel und Fuweltergri'chLfta heuniuchte.
Tic Blockade ge^n Lesterreitb Uaqaru.
London, 24 Märtz. (WTB. Reuter. Für die ans dem 2tu-5la:e< kommende Rachr.cht, daß die Westmächte beichlosjen hätten, die Blockade gegen Oesterreich-Ungarn au u e. en, ist in London noch lernt amtlich- Be:äk gang etn* getreten. Tatsache lit, bau von dem obersten Öirt» idtahärat in Paris vor einigen Tagen derartige Vorsckfföge gemacht inrrton. ES ist briA*oifcri worden, har, die Mockrenlng to» yrn;en trüIrren österreichisch m-garislrn Stoates an.'ge v en nrr- ben fett, ia!l» der Oberste »driegsruc nid) t dagegen tot. Tie Blockade der TschechoS'^>alel ist lchon vor eftriger Zeit auiyehoben worden Dies hat fernen Em stutz auf toc Frage der Lebensmittel, Für die die Blockade bereit» zu be beton aufgehört tat und braucht auch nicht rwtrocnbig zu bedeuten, daß Rohswste geschickt werden.
Wilsoa auf dem frühere« Kriegsschauplatz in Nord-Frankreich.
Pari», 24. März. (WTB? L»ava». Wilson, der von feiner Gemahlin, Admiral Ofeaysson» und Mist Bennham begleitet war, besucht - am Sonntag Goinon», den Ebemin tos Dümrs. Eoucy le-Eha- tcau, Ehaunt), 9bnon und Montdidier Er zeigte großes Interesse für die Leistungen, die die Der» büntotnt Armeen mit ihrem siegreichen Bormarsch vollbracto haben. Dir gewaltigen Berbeerun-^ gen machten auf den Prä ixnten tiefen Eindruck, ton Wilson in folgenden Worten zu ammensastte: „Der Sonntag war für mich eine Lehre. Mein Schmerz beim Anblick all dieser trostlv en B.lder war nnbeschrciblich. Mehr al» je habe ich mich von dem Elend und beispiellosen Leid übereugen rönnen, die das sranzö ch'che Volk in btt er grausamen Fcttertause hat aussfeton müssen" Zn St Maxence, wo da» Auto de» Präsidenten einige Augenblicke anhalten mußte, sammelten sich klein« Gruppen, die dem Präsidenten Blumen darbrachten, welche die Linder in aller (Sie in ton Feldern und Gärten zuiammensucksten Fn Sotf- fo n s nahm tor Präsident in einer notdürftig eingerichteten Herberge ein Frühstück ein. Die Sabbaten brachten vor dem Pause tom Pra itontrn eine Ovation bac. Mn kurzer Aujenttolt rvurbn ferner gemacht am Stanbort be» F-rngeschüpes, das tunt genau vor einem Jahr auf Paris zu feuern begonnen hatte
Französische Menschlichkeit.
Berlin, 24. März. (WTB.1 Ihrem unerhörten Borgeben in Elsast-Lothringew fetzen die Frairzofen nunmehr bie Krone aut durch eine Verfügung, nach tor au3geroiei'ate ober slüch-. tento erwachsene Deutsche für sich selbst nur 20001 Mark und für jedes Kmd 500 Mari in bar oder in Wertpapieren mstnehmen dürfen Ihrem ''anattscheir Deutschenhaß genügt es nicht, daß dtese ihrer Eristenz beraubten Menschen bereits durch Zurücklassung ihrer gesamten vato ins Unglück gestürzt wurden. Sie stört nicht der Anblick tor Vertriebenen, die nur mit dem Notdürftigsten txt’Vbrrt £>aiiv und Pof verlassen müifca Tie deutschen Proteste bleibe nmcherücksichstgl oder werden aus- weichrnd beantwortet. Da : trait;ösische Vul( bat r4, wie der französische Bvrsitzento in 3Da inläst- lich einer toutnton Beschwerde äutoct*. nicht nörig. von den Deutschen Lehren über bie Ideen der Menschlichkeit -ntgegenzunehmen Franlleich fei stolz, sie zu besitzen. Den gegen die obenerwähnte neue französisch? Maßnahme etngelegten deutschen Protest beantwortete die französische Regierung mit der Erklärung, das Vermögen tor Elsaß-Lothringen verlassenden Deutsch n irw die i'men abgenommenen Barwerie sollten als Pfänder für tiroaige Ansprüch- von Elsaß n gegen*
deutsche Staatsangehörige dienen Die (ytn.udjwtg solcher Schulden sei so gedacht, daß ein ff o m - pensationSamt geschaffen nrrben solle, ba» über die Guthaben und die schulden Deutschland» verfügt. Daher könne tom deutschen Einspruch nicht Folge aegeton werden — Es muß sehe Eitelhast erscheinen, ob die ellast lothringischen Gläubiger mit diesem unmenschlichen Vorgehen der Franzosen einverstanden sind, durch daS vollkommen Unschuldige in bie verzwri'eltste Lage versetzt werden Aber ba» wird der wa re Nrrmd auch gar nicht sein. Der heißt: foaft und Rache nicht nur gegen das ganze Volk, fontorn «uh gegen ton einzelnen.
Die Lieferung der Lebensmittel.
De rl i>r,Sl Tlän. (WTB Der Borsitzent« tor britischen Komnus ion in Sva Iriltc in einer, Note vom 23 März mit, daß ni Au» H Tung de» Brüsseler Abkommen» ’üt ru.td 35 lionen Dollar Nahm gSmittel rm8 am ri änifdjm Qndbn und für rund 20 Millione' Dollar au» britischen Oucl rn m sofortiger 8 i c f e r u n ar bereit seien. Tie toutstto $cgi-Tuna werde nm IVi:terlung gckoeten. wann die im B.Ü felcr «b- sommen al» BeMbtung hierfür vorg i ebenen 11 Millionen Mund Sterling in Gold in Brüssel, einttrsfen; ba bie Uetoriülmii'g b v Gvktoo nichl Brüssel, wie tor Enwnte bereit» mv<r feilt wurde, am 26. Mürz erfolgen uürd, dürfte mit tont Beginn der Lieferung der obenerwähnten Leben»- mittel in kurzer Zeit zu rechnen sein.
Vnf'bofibictifi.
Berlin, 24 März. iVTB.i Der bisher «uf ton Strecken Berlin—Leiptig—Weimar imb Berlin—Hamburg von tor Deutschen ßuftreeberri betriebene regelmäßige Lustp oj^b ienst soll, rote wir hören, noch im Laufe tos Monats April nach .Hannover — Rtoinland -Destsa'en, Frankfurt a M , Breslau und Warnemünde ausgedehnt» werden Eine schnelle Berbindunq mit Darne- münto wird nameMlich für ton Personen, und Postverkehr nach den skandinavtschen Ländern von großer Bedeutung fein. Wa-nemünto soll Mich ton ’Äu4oanq^miTTft für ton Set- und Luflverkche mit Wafserstugzeugen bilton
Schade für die schöne Bluse, bah fle unter ton Vermein Io verichwiyt und nickt mehr au gebrauchen ift <*ätie Ich rech'Aeitta .Manarof, das neue HüIhpc Schwelftmitiel. an- acinanbi. dann hätte ick beute noch Freude an vieler Blute, die mir fe schön gelt an ton 6nt l'f'anarol kommt mir nie mehr von meinem Waschtisch Beriiichen 2te es ebcnlnQ». denn durch Schaden wird man kln» — Brris Mk. 4.50, <u inben tot « WotL Drogerie »um «retts. Wtencn.
iUnn.Aabr4anuWeMa$el.t6<rt, Frankfurt


