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(früher Nationalliberale Partei) Zur hessischen Volkskammcrwahl am 26. Januar 1919.
LZtffische Wähler!
Det hessischen Heimat gilt Eure Stimme beim nächsten Wahlgang. Denkt daran, daß alle? auf dem Spiele steht. Einen Damm gilt cs aufzurichten gegen die rote Flut des Sozialismus.
Wohin führt Sozialismus?
NevoluLion?
Das heutige Deutschland ist das Beispiel dafür, wie es aussieht, wo die Sozialdemokratie an der Macht ist; das einst so mächtige, fruchtbare, reiche Rußland daS Beispiel, rott es ist, wo Sozialismus an der Macht bleibt, und seine wirtschaftlichen Lehren in die Tat umsetzt.
Bürgerkrieg, Not, Tod, Elend folgt seinen Spuren. Ist es besser geworden in Deutschland seit der sozialistischen
Nein, tausendmal schlimmer!
Wie eine Räuber- und Morderbande behandelt uns der Feind! Nicht wie anständige Gegner, die daS ungleiche Spiel verloren haben. Seit wir Revolution gemacht haden^ wagte er es, unsere 800000
Kriegsgefangenen, eure Väter, Söhne, Brüder
in der Sklaverei behalten zu wollen und zum Wiederaufbau der beschädigten Gebiete zu verwenden.
60 000 landwirtschaftliche Maschinen und Geräte
will er unS abnehmen. Das bedeutet die Einleitung zum sicheren Hungertod.
Was soll noch weiter kommen? Was wird cr in vier Wochen verlangen?
So sicht's nach außen aus. Wie steht's im Innern?
Der Sozialismus ist der Todfeind des Handwerkers, des Kaufmanns.
Jetzt im Wahlkampf freilich nennt er es Verleumdung, wenn man ihm ins Gesicht sagt, daß er den Mittelstand ruinieren wolle.
Und doch erklärt seine Hauptzeitung, der „Vorwärts", noch vor wenigen Tagen, es müssen die handwerklichen Betriebe zu staatlichen und kommunale« Groh» betrieben zusammengelegt werden. Die vielen Bäckereien seien überflüssig. An die Stelle des Kleinhandels soll der Konsumverein treten und die Lebensmittelversorgung durch die Gemeinde.
Bauern! Habt ihr nicht einen Vorgeschmack vom Sozialismus in der Kriegszeit bekommen?
Mehr als im Kriege müßt ihr im sozialistische« Zuknnftsstaat abliefern. Denn über alles, was ihr erzeugt, gewinnt, herstellt, verfügt der Staat, dem nach, dem sozialistischen Programm alle Produktionsmittel gehören.
Kaum sind es ein paar Wochen, daß euch der Sozialismus des schlimmsten Wuchers bezichtigt hat — heute umschmeichelt er euch!
Handwerker, Kaufleute, Bauern!
Ihr grabt euer eigenes Grab, wenn ihr sozialistisch wählt!
Fürchtet euch nicht vor den sozialistischen Drohungen! — Traut nicht sozialistischen Versprechungen!
Verlaßt euch aber auch nicht auf die Demokratie!
Die Demokratie tara und will die Sozialdemokratie nicht bekämpfen, weil sie
mit ihr zusammen regieren will!
Die Demokratie glaubt den Sozialismus beeinfhtffen zu können. Sie glaubt zu schieben, aber sie wird geschoben. Welche Rolle sollte die Demokratie neben bet viel stärkeren Sozialdemokratie spielen können?
Hessische Wähler! Hessische Wählerinnen!
Nicht um Erfolge einzelner Parteien oder gar einzelner Personen bandelt es sich jetzt. Nein, jetzt geht's ums Ganze! Um euch selber handelt eS sich bei dieser Wahl, um eurer Kinder Wohl und Wehe! Deshalb wählt furchtlos die Frauen und Männer der
Dcutschen Volkspartci.
Seht euch die Frauen und Männer an, deren Händen ihr euer Schicksal, eurer Kinder Zukunft, euer Alles anvertraut.
Die Behauptung der Sozialdemokratie, wenn die bürgerlichen Kandidaten gewählt würden, bestünde die Gefahr, daß bte sämtlichen Fürstenhäuser wieder eingesetzt würben, das Frauenstimmrecht und Verhältnis-Wahlrecht wieder aufgehoben, die Kriegsgewinne unangetastet bleiben, und daß sie allein in der Lage wäre, uns vor künftigen Kriege« zu bewahren, ist unwahr.
Die Deutsche Volkspartei hat zur hessischen Volkskammer vorgeschlagen
1. Würzer, Rudolf, Oberstaatsanwalt, Darmstadt.
2. Hahn, Moritz, Bürgermeister und Landwirt, Hehloch (Rheinh.).
3. Klingspor, Adolf, Fabrikant, Giehen.
4. Dlngcldey, Eduard, Rechtsanwalt, Regierungsaffeffor a. D^ Darmstadt.
5. Dr. Osann, Arthur, Rechtsanwalt, Darmstadt.
6. Plcrau, Else, Ober-Steuerkontrolleurswitwe, Darmstadt.
7. Köhler. Heinrich, Oberbürgermeister, Worms.
8. Windecker, Adolf, Rechtsanwalt, Geh. Iustizrat, Friedberg.
9. Bickel, Georg, Landwirt und Gemeinderechner, Affolterbach.
10. Läufer, Karl, Evang. Arbeitersekrelär, Darmstadt.
11. Dr. Becker, Johann, Finanzminister, Darmstadt.
12. Dr. Schian, Marlin, Univ.-Professor, Liehen.
13. Schott, Friedr., Jak., Landwirt und Bürgermeister, Uffhofen.
14. Schill, Karl, Fabrikant und Landwirt, Osthofen.
15. Wolf, Philipp, Landwirt, Albig.
IG. MergeU, Friedrich, Postsekret r, Reichelsheim.
17. Hanry, Konrad, Iimmermeister, Darmstadt.
18. SchmuNermaler, Emma, Amtsrichters-Gattin, Offenbach.
19. Krapp, Heinrich, Lehrer, Darmstadt.
20. Döllrer, Ludwig, Ingenieur, Dieburg.
21. verck, Ludwig, Pfarrer, Mainz-Mombach.
22. Lang, Otto, Tierarzt, Rieder-Moos.
23. Müller, Otto, Pfarrer, Kirch-Brombach.
Da Stimmzettel der Partei lautet; •)
24. Krug, Heinrich, Ministerialrevisor, Darmstadt.
25. Lang, Fritz, Rentner, Michelstadt.
26. Dr. Vogt, (Emil, Medizinalrat, Butzbach.
27. Launspach, Heinrich, Malermeister, Giehen.
28. D (her, Bürgermeister, Sprendlingen (Rheinhessen).
29. Güldner, Georg, Kaufmann, Heppenheim.
30. Becker, August, Kaufmann, Worms.
31. Kalbf -h, Wilhelm, Kaufmann, Darmstadt.
32. Weder VIII., Georg, Landwirt, Groh-Umstadt.
33. Dinqeldein, Mathilde, Lehrerin, Giehen.
34. Keipp I., Johann, Landwirt, Wallenrod.
35 Storch, August, Hauptlehrer, Butzbach.
36. Riemann, Ernst, Gastwirt, Darmstadt.
37. Krauh, Oskar, Apotheker, Babenhausen.
38 Schwinn, Foh, Landwirt und Bürgermeister, Schöllenbach.
39. Huss, Georg, Güteroerwalter, Mainz.
40. Kirchner, Heinrich, Genoffenschaftssekretär, Giehen.
41. Ftscher, Karl August, Kdmmerzienrat, Bingen.
42. Hcl'n II., Wilhelm, Bürgermeister und Landwirt, Gammelsbach.
43. Spich, Karl, Landwirtschaftslehrer, Friedberg.
44. Homderger, Hugo, Kaufmann, Darmstadt
45. Schmidt, Hermann, Bürgermeister und Landwirt, Oppenheim.
46. Eberhardt, Jakob, Fabrikant, Lampertheim.
47. Weyrich II., Adam, Landwirt, Ober-Kinzig.
Deutsche Volkspartei
(früher Rationalliberale Partei) beginnend mit dem «amen: Wünzer, Rudolf, Oberstaatsanwalt, Darmstadt.
48. Schenk, Amelie, Medizinalratsehefrau, Lauterbach
49. Best, Martin, Lehrer, Guntersblum.
50. Block, (Earl, Kaufmann, Büdingen.
51. Schäfer, August, Hauptlehrer, König.
52. Donat, Walter, Apotheker, Goddelau.
53. Pilger, Friedrich, Geh. Baurat und Profeffor, DemHabi
54. Thomas, Gustav, Schreiner, Mainz.
55. Richter, Max, Hofrat, Erbach.
56. Weigold, Ehrstian Jak., Bür ermeister a.D.u. Gastwirt, Lnerbach.
57. Gelbe! III., Jakob, Bürgermeister und Gastwirt, Hahn bei Pfungstadt.
58. Reichert III., Georg, Holzhändler, Rierstein.
59. Auler, Louis, Fabrikan!, Bensheim.
60. Dr. Dolp, Eduard, Oberlehrer, Friedberg.
61. Rltzert, Karl, Ingenieur, Groh-Umstadt.
62. Fey XVI. Esorg. Fabrikant, Pfungstadt.
63. Dr Aoenarius-Herborn, Fabrikant, Gau-Algeahet»
64. Scriba, Julius, Apotheker, Reinheim.
65. Dr Keller, Otto, Realschuldirektor, Michelstadt.
66. Falter, Heinrich, Kaufmann, Lindenfels.
67, Weber, Friedrich, Postsekretär, Ober-Ramstadt.
68. Schllch, Richard, Forstmeister. Höchst.
69. Schmidt, Wilhelm, Finanzamtm^nn, Friedberg.
70. Bruchhäuser, Heinrich, Rechnungsrat, Darmstadt.
Stimmzettel müssen bei jeder Bürgermeisterei und bei den Vertrauensleuten der Partei vorrätig fein. Wer keinen Zettel bekommen kann, braucht nur auf Werkes den obigen Stimmzettel') abzuschreiben. Das Papier soll eine Größe von 9 zu 12 cm haben. Tchrewp-Pter
Wo Stimmzettel fehlen, erbitten wir telephonische Meldung an unsere LandcsgeschSftsstelle io Darmstadt, Wilhelmstraße 5, Fernsprecher 1304 109ün
Deutsche volkrpartei in Hessen
uicht verwechseln mit der „Hessischen Volkspartei".


