Montag, 24. November 1919
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Ur. 275
Zweites Blatt
Vekämpfung des Wohnungsmangels in der Praxis!
Vom städt. Wohnungsamt wird uns geschrieben:
1V, Uhr,
•3168?
Uhr statt
aber haben garnichts geleistet!
Amtliche'Räume beschlagnahmt und dem Woh- zu mrngsb^dürsnis dienstbar gemacht werden können. I M Itw Drohung des Wohnungsamts, die Räumung lie
an
\X*
lick stand Magn is allein, wie einen Schatten durch
Schuld erfuhr.
Im nächsten Er sah Modestas
•nn dem Zwangswege durchgusühren, erachtet dte ^ovinzialdrrcktton für ungesetzlich und droht dann, die Stadt (Retzen schadenersatzpflichtig zu machen. Auch für Nachteile, die Dritten daraus entsteh:»
'"wachs
'• OBwald inng
Recht geringes Verständnis roirb der Woh- ! wngsnot in Gießen auch besonders von jenen HKtclIen entgegen gebracht, di: in erster Linie zur I Beteiligung der Notlage mit beitragen müßt:n. j Eine ganze Reihe von Wohnungen dienen
die Dämmerung weiterglerten — B.uhrgg zu. (Fortsetzung folgt.)
Urvater,
Stadt und Land.
Gießen, den 24. Nov. 1919.
mia ljecaus. „noch Buchegg — zu Ihrem Geliebten n.1 llen Sie!!! Ter tränenreiche Abschied von heute nachmittag reut Sie wohl? Sie wollen ihn wieder zu Gnaden aufnehmen! Ader ich w.'rde nicht dulden, das Sie sich so -tief entwürdig:«, obwohl Sie uns ja alle getäuscht haben mit Jhr:r scheinheiligen Miene! O, Modesta, was sind Sie für ein Geschöpf! Warum konnten Sie mir denn inch-t gleich lagen, daß Ihre Liebe dies'm Gottorb gebürt? Sie hätten mir und entern andern viel Icinnrer erstarrt . . .! Ein Mädchen, das sich heimlich Stelldicheins gibt und seinem Geli'bten sogar um diese späte Stunde bis in fein Daus na ck la ulen will, das verachtet oder — bemitleid tt man höchstens!"
Er hätte noch viel mehr gesagt, denn ter Sck-merz in seiner Brust erstickte ihn fast. Aber Modestas Sclstveigen 'wirkte so sonderbar.
Sie stand do Nie erstarrt. Aber nicht in d:r geknickten Haltung enter Schuldigen, sondern stolz und hochaufgerichtet, wie Magnus sie nie zuvor gesehen. Es war schon zu dunkel, um ihr: Gesichtszüge deutlich set^n zu können, nur daß sie ihn flammenden Blickes anstarrte wi: ehtm Wahnsinnigen, sah er.
Er ergriff ihren Arm und schüttelte ihn ungeduldig.
,,Nnn — warum schweigen Sie jetzt, Modests ? Was haben Sie dirouf zu erwidern?"
„Nichts!" antwortete sie, aus ihrer Erstarrung emackeito. ,
„Sie geben also zu, daß Sie nrch Duch:gg wollen?"
, Ja!"
Er starrte sie fassungslos an. Bis jetzt hatte er heimlich immer noch auf ein Wunder gewartet,
lann ein iutigtl **• Mädchen da» g!i dermachea ober zcugnäbco erlernen?
Schrillt Anaeb. uain 022613 an tat (M ta
Er iah sie ein Stück von sich, entfernt vorüber- cilen und folgte ihr instinktiv.. Es war ihm an* MiraS völlig unklar, wohin sie wollte. Als sie aber an der Rettenegger Greyz.: gegen Berdstetten zu abbog, glaubte er alles zu verstehen.
Tiefer Weg führte ja auch an Buchegg vor-
Unter den Bäumen war es schon fast dunkel. Aber Modesta kannte den Weg und an Furcht dachte sie gar nicht. Nur ter Atem ging ihr aus und sie mußte den Schritt allmählich mäßigen.
Ta hörte sie plötzlich dicht hinter sich Schritt», und im nächsten Augenblick sagte Magnus' Stimm.' neben ihr heiser vor Erregung: „Was tun Sie, Modest»? Wohin wollen Sie gehen?"
Sie stand wie vom Blitz getvosf-en still, un- fältg, zu antworten. Ihn hier zu treffen, hotte sie'am wenigsten erwartet. • _
„Nun — warum schweigen Sie? Schämen -sie sich, vielleicht doch, emzugeftehen — wohin Ihr Herz (Eie jetzt treibt?"
Modesta zuckte zusammen. Dann stammelt.' fte hilst.os: „Sie haben kein Recht, mich zu beler- bigen J<b . . ich kann doch gehen, wohin ich will!"
Er lachte höhnisch auf.
„Wissen Sie dies so genau?
„Ja. Lassen Sie mich weitergeten, Magnus. Ich. muß?!" .
Tas letztere klang verzweifelt rot: ein Schrei.
Aber ter Wahnwitz, ter ihm schon vorhin aus seinem Zimmer herabgetrtebm hatte, machte sein Ohr taub und sein Herz hart.
„Ich weiß, wohin Sie wollen," stieß er grün-
Schwarzer! Ajnderkra^ii
^uch hier eine Niederlage.
In der Licher Straße, im Verwaltnngsgebäuve tes Siechen Hauses, ließen sich cchne große Schwic- itdMten zwei Wohnungen schaffen. Eigentümer tiefes Gebäudes ist die Provinz Oberhesien. Auch die Provinzialdirektion verweigert die Vergabe les er Räume zu Wohnzwecken. Sie schreibt, „tee '.Raffung des Wolmungsamts sei etmetttg und wsllittlich: auch erschien es ihr zweifelhaft, ob
Ein Vorschlag, das Wachgebäude ter alten Zeugte uskaferne für Wohnzwecke freizugeben, erfuhr durch das Garnisontommando ebenfalls eine Ab- lchnnng. Sogar städtisches Eigentum, die neue So lerne an ter Grünber ger Straße, wird vom Militärfiskus noch zum Kauf angefvrdert. Bc- kanntlicy soll dieses Gebäude bis zum 1. April 1920 geräumt sein und dann für 20 Wohnungen her- gerichtet werten.
Tie Landsturmbaracken ter Kaserne gegen- üler stehen vollständig leer. Tas Wohnungsamt örterte diese Räume zum Kauf. Dafür will ter Militärsisttis „nur" 118 000 Mk. haben. Rechnet man dazu noch ca. 120000 9Jtt. für die Einrichtung zu Wohnzwecken und beten ft man, daß, es doch nur Notwohnungen sind, die in einigen Jahren vollständig wertuos würden, dann wird man verstehen, weshalb dort nickst etwas geschehen ist, um eine Linderung dec Wohnungsnot herbeizn- ühren.
„Wenn das am grünen Holz geschieht, was soll am dürren wetten?" Wenn jene Stellen, die
'-UM
str Behörden noch zu Bureauztveckeu. U. a. haben I bt*’ Gcometer-Bureaus in Gießen bm größere, vollständig fertige Wohnungen, sowie eine groß:
! Anzahl einzelner Räume aus beroohnten Wohnnn- Sfür sich belegt. In einer Eingabe an d:n ^..dlereinigungskommifsär in Friedberg schlug das Wohnungsamt vor, die in Privat-Wohnräumen i Mtcrgebrachten Bureaus in ein größeres, leer* sehendes Pianolager zusammenzulegen. Tas Woh- ' mmg&iml würde die Kosten ter Herrichtung dieses Pianolagers übernommen haben. Tiefer Vorschlag dcs Wohnungsamts, durch den ca. 26 Zimmer und 3 $fßd)en für Wohnzwecke freigeworden loären, wurde abgelehnt.
Schon seit langem ist in der Oeffentlichkeit tri- titert worden, daß die Universität im Zeichen
Wohnungsnot mehr und mehr Wohnräume für ihre Zwecke beansprucht. In ter Ludioig- und ?l-marckstraße wurden in Häusern, die für Schul- Mcke vom Staat an getauft sind, versucht, di: Nvter zu kündigen. Tagegen erhob das Miet- ^mgungsamt Widerspruch. Ter hessische Staat, Lantesamt für das Bildungswesen, erhob hier- «gen Einspruch und stützte'sich hierbei u. a. am cm Gutachten des staatlichen Hockchauamts in Güßen Tiefes gab ein Gutachten ab, wonach ,4 tm dringenden Interesse ter Universität unb . der Studierenden liege, baldigst auch die noch von temilnm bewohnten Räume für Seminarzweck: hcrzurichten". Tas Landes-Arbeits- und Wirt- ftestsamt mußte auf Grund dieser Gutachten zu der Auffassung gelangen, daß hier vom Woh- mwgsamt der Stadt Gießen ein ungerechtfertigtes Polinnen gestellt war.
hessische Staat ist Eigentümer etn:r Reche gBfaer Dienstwolmungen. Auch hier wurde vom olTmmgSamt versucht, diese Räume dem Wohn- ledvrfnis vieler Familien dienstbar zu machen, i 3n ter Ost-Anlage hat ein Herr eine übergroße Ma. die ter Staat erst vor nicht allzulanger tat erworben hat, für sich und seine roemg um- ^nnrmche Familie inne. Auch hier gab das staatlich Hochbauamt ein Gutachten ab, nach tem „es ^geschlossen erscheint, in diesem üitergroßen Gebärde e.nc Wirtscha tlich felbitändige Tei.wohnung ohne erhebliche Kosten und Umänderungen herzu- riäten. Tozu kämen weiter die zur Zeit gleichfalls nod) nicht abzuschätzenden Ausgaben für die als L eimung in Aussicht genommenen Räume selbst, üitr deren teilweise Geeignetheit zu Wvhnzweckm man durchaus verschiedener Ansicht sein könne".
iottten".
Tavaus ergibt sich, wenn schon von ter nach Ansicht das Herrn Minifterialvat Dr. Schwarz vor- hantenen Möglichkeit ter Zwangsräumung auf tem ^rrwaltungswege Gebrauch gemacht wird, drß bmm die Kreis- und Provinzüll-Jnstanzen dis IlÄstischk Wohnungsamt sicher nicht unterstützen.
Keineck Zweifel miterliegt.4, bafe, wir in bk* leit Kreisen nickst auf das geringste Berstäncmts ter Notlage gegenüber rechn:n können.
Gmigcn ausschlaggebenden Herren wurden selbst Wohnräume beschlagnahmt und setzen dies: sich energisch zur Wehr. Man kann also nicht dt- nrii rechnen, daß ter Zwangsverwaltungsweg über Kreis-, Provinzial- und Landesregierung geeig^t erscheint, ter Wohnungsnot zu steuern. Auf ter enteren Seite ist es Tatsache, daß vom Jusnz- ministerium energisch die Räumung des vom Le- lenemittelaml benutzten neuen Amtsgerichtsgebäu- be5 au's schärfste gefordert imb Zwangsräumung in Aussicht gestellt wurde.
Weiter kämen bann zur Behebung ter drrn- catbfien Wohnungsnot die bislang Militärzwccten dienenden Gebäude in Frage. Auch dort roirb bT größtmöglichste Widerstand entgegengesetzt. Es fei nur an ten Kampf um die alte Klmik ermnert.
steigernde Wohnungsnot und mangelnde Abhilfe. Tas sind die Dinge, die einer Linderung des Elendes entgegenroirten. Schlimm für jede Fa- ntihc, die Kinder besitzt, und dabet sollen Ämter das wertvollste Gut eines jeten Volkes jein, ganz besonders auch für Teutfchland nach tem furchtbaren Aderlaß des verlorenen Krieges.
Gültige Lebensmittelmarken
für die Zeit vorn 24. bis 30. November 1919.
Brot: 2300Gramm Brot ober 1680Gramm Mehl. Brot 1 Kilogramm 83 Pf.: Weizmbrot- mehl das Kilogramm 1 9M. Weißbrot wird bis auf weiteres nicht gebacken.
Butter: Marke 48. 125" Gramm Kunstspeisefett zu 1,65 Mk.
Fletsch: Wochenabschnitt 48. Metzger Tür Fremde: Hch. Decker, Crednersttaße 34.
Zucker: Marke 11, November 1919. ,50 Gramm Zucker. _
Nährmittel für November : Aus Marke B 500 Gramm Haferslocken, 250 Gramm Kartoffelstärke mehl, 250 Gramm Reis. Marke C 250 Gramm Hülsenfruchtmehl, 125 Gramm Teigwaren.
Nährmittel und Zucker für Zu- gezogenes. Krug, Wetzlarer Weg 68; K. Borger, Wetzsteingasse 15, K. Jeckel, Marburgerstraße Nr. 25; Hch. Driesch, Seltersweg 70; Joh. Bohl,
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zur Lösung ter Wohnungsnot bei;utragen verpflichtet wären, derartigen Wt erstand leisten, ist cs da ein Wunder, wenn Private kein größeres Entgegenkommen zeigen? 'Gelingt es schon einmal ernt Wohnung zu beschaffen, oder Räume zu einer Wohnung terzurichtcn, bann kommt überall die Forderung, „aber ja eine Familie ohne Kinder". Wassollmitdenkinderretchen Fa milicn geschehen? Man kann diesen dock nicht zumuten, die Kinder davonzujagen!! Aus' all diesem Elend gibt es nur einen Weg: Oben angeführte Stellen müssen ten (Steift ter Zeit begreifen lernen, müssen mitbelfen und nicht noch les andere Schwierig Veiten machen, und müßten durch Errichten neuer Wohnungen helfend ein» greifen. Was ist aber aus letzterem Gebiete gc- fck.ehen, ivas hat Kreis unb Provinz bisher zur Lmderung ter Wohnungsnot getan? In ter ©täte Gießen ist nicht viel geschehen, Kreis und Provinz
solch kurzer Zeit ab, daß ein in ter Mühle bc- chäftigter Knecht nichts von ihm getvahr wurde.
Q Bad-Nauheim 21.Nov. Das hiesige Postamt hat vorläufig für den inneren Verkehr rei Kraftwagen eingestellt, die zur Be- örterung der Paketpost und Abholung ter Postacten von ter Bahn benutzt werten. Falls sich die Einrichtung bewährt, soll das ganze Postamtgebiet mit Kraftwagen befahren werben. — Da noch etwa 30 bis 40 Familien ohne Winter t 0 f f e l n waren und nachwiesen, daß sie sich solche nicht beschaffen konnten, ist die Stadt erngeKnungen und bat die Versorgung der notlciteilten Fa milicn übernommen. — Die Stadt kaufte die in ter Nähe tes Kurhauses gelegene Villa Heinemann zum Kauspreis von 300000 Mk. Die Alla gehörte früher tem am-erikanischen Arzt Professor Dr. Heinemami.
Hessen-Nassau.
Der Grundstein der Alten Brücke.
-- Frankfurt a. M„ 23. Nov. Bei den. 2lbbrucharbeiten ter Mten Brücke wurde Freitag im nördlichen Pfeiler dqr sorgisam in Zement inU) Pech eingelassene Grundstein vom^Jahre 1742 auf- girfunben. Der Stein wurde Samstag geöffnet unb enthielt außer ten verfchietensten ToPumenttn je eine Flasche mit rotem und weißem Wein, Krö- nungsmünzen von ter Krönung Kaiser Karls VII. aus tem Jahre 1742, zwei Kristallflaschen, cme Kupferplatle mit Inschriften und ein Milchbrötchen, das sich allerdings im Laufe ter 177 Jahre m einen unbestimmbaren unförmigen Ballen verlvan- telt hatte. Tas interessante Fundstück wurde dem Historischen Museum überwiesen.
Zucker für Kranke: K.Borger, Wetz- mittel für Kranke: A. Blum Ww., Steinstr. 78. M rwii
Mehl für Kranke: Kilogramm 1,28Mk.
Ehr. Bieü:r, Neustadt 65.
Nährmittel • und Zucker für Fremde: H. F. Nassauer, Neuenweg 15.
Seife: fDcarlk für November 1919. Anteil 125 Gramm K. A.-Seifenpulver, das Pfund 90 Pf.
Zur Zeit beträgt die Zahl ter fehlenden Wohnungen über 600. Ter Mangel steigt von Tag zu Tag, die Eheschließungen ter aus tem Sfcri'fl Zurückgekehrten häufen sich. Während in ter Z:it vor tem Kriege im Durchschnitt jährlich 200 Wc- schließungen erfolgten, sank diese Zahl 1915 auf 122, 1916 tetrug sie 133, 1917 163 und erreichte 191b wieder ten früheren Stand. DiefB Jahr betrug sie im Anfang November bereits 329. Tie übergroße Mehrheit der neuen Ehen haben keine Wohnung. Um das BQürfnis zu befriedigen, müßten wir sofort mindestens 700 Wohnungen Herstellen, ganz zu schwelgen von ter Notwendigkeit, einen großen Teil ter jetzigen, vom wohnungÄchgienischmr Standpunkt aus unbrauchbar gewordener Wohnungen polizeilich zu verbieten. Wenn innerhalb ter nächsten Jahre die Zahl ter Eheschließungen mir annähernd so hoch wären rote vor tem Kriege, dann müßten wir in der Stadt Gießen mindestens 7 Jahve lang einen Zugang von jährlich 300 neuen Wohnungen haben, um nach 7 Jahren annähernd ten dringendsten Mangel zu beseitigen. Fest steht, daß int Kosten dafür ungeheuer sind. Würden wir bei tem jetzigen Stand ter Preise 300 Wohnungen jährlich neu errichten, so würde das ca. 8 Millionen Mark tm Jahr erfordern: öaber bewegen sich die Preise foNgesetzt in auffletgenter Lin«. Ob die technische Möglichkeit, jährlich 300 neue Wohnungen ,u errichten, gegeben ist, erscheint an»:sichts tes Mangels an Baustoffen mehr als frag, ich. Gewiß ließe sich bei gutem SSiLen eine lebhafte Bautätigkeit in ter Stadt Gießen erzielen, wenn tilc Kräfte gemeinsam Mitwirken würden. Es müßte möglich sein, bereits jetzt einen fertigen Bauplan für das nächste Jahr aufzustellen, im Wald tes erforderliche Bauholz einschiagen zu lassen; nickst zu verkaufen, um es später zu teueren Preisen wieder touren zu müssen. Im Laufe des Winters könnten Steine in ten städtischen Sternbruchm gebrochen und die Vorarbeiten so weit gchracht werden, daß mit Eintritt tes Frühjahrs sofort mit tem Bauen begannen werten konnte. In- wieweit hierbei Geld gespe werten tonne burd) andere Vergebungsarteitt; ba§ zu untersuchen mästen rorr schon anderer Stelle über^a'ftn. Was ist nun geschehen, um im nächsten Jahr ter 2/inge Öerr zu werten? Auch hier kommt wieder das verhängnisvolle ,.Lu spät". Jetzt hören wir in der Stadt, es ist zu spat ter Wohnungsftagi Auin'nmerk geschentt worden, es ist zu spät tei Zuzug eingd>ämntt worden, mit tem Bauen in bet Mühistraße ist zu spät begonnen worden, die Ar- beitoeber haben nach ihrer Angabe zu spat bi: Baustoft'e erhalten, nur eines ist nicht zu spät ge- . kommen, und das ist^dn M'iter Er h<tt den Hoffnungen, wonach die Bauten ht ter Muhi- , strafe noch trocken unter Dach kommen konnten, ein jähes Eztde bereitet.
Fassen wir zu,aimnen:
B^i ten Behörden £>tntemt§f bei dm Privaten ' Widerstand, ni ter Oeffentlichkeit Unklarheit, sich
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Trenstag, 25. Nvv.: Lohen- grin: Mittwoch, 26.: Erstes Bolkskonzert: Tanners tag, 27.: Carmen: Samstag, 29.: Hi'sfmMins Erzählungnu: Sonntag, 30., nachm. 3 Uhr: Die Rose von Stambul; abends 6^/z Uhr: Tannhäuser; Montag, 1. Dez.: Tas Dreimä-ershaus: Dienstag, 2.: Ter Freischütz: Mitüvoch, 3.: Der Twu- badour. Schauspielhaus. Dienstag» 25. Nvv.: Ter S-chneesturm: Mittwoch, 26.: Die Bcrfühnmg: Donnerstag, 27.: Die Räuber: Freitag 28.: Der Schneeslurm: Samstag, 29.: Der Schnee sturm: Sonntag, 30 nachm. 3 Uhr: Moral: abends 6*/, Ute: Die Sendung SemaÄs; Montag, 1. Dez.: Der Schneesturm: Dienstag, 2.: Lan- jelot uiüj Santerein, hierauf: George Tandin; Mittwoch, 3.: Die Bildsckmitzer, herauf: Die Versuchung tes Diogenes, zum Schluß: Pansanabum (Tas Geheimmtttel).
auf ein Wort ton ihr, das all dies Unbegreiflich für Lug mb Trug erklärte. Nun sagte sie laut iind fest - „Ja!" . . .
„Time!" stieß er halb tesinnungslos hwcrrs und wollte sich abwenten.
Ta ater stand Modestr dicht vor ihm und rief in flammender Entrüstung: „Ich verbiete Ihnen, mich zu beleidigen! Was ich tat oder wollt:, ist meine Sache, und Ste habm Bein Rteht, darüber zu richten." ,
„stein Recht? Ich?" Er fuhr sich über biz. Stirn. Tann kam es leise unb schmerzlich uvw seine Lippen. „Toch, ich habe -nn sttecht, Motesta^ Denn ich liebe Sie! Heißer unb ti:fer als rch Evelyn jemals liebte. Um ihtetwilten mußt: ich entsagen . . . ater bet Glaube an Sie, an IHv: reine, vornehme Seel:, war ber Stab, den ich niitnehmen wollte in mein verpechtes m teben Sie mir auch ten genommen, und ich soll nicht einmal ricksten dürfens
Modesta stand unbeweglich. Sie hatte bte Angen geschlossen. War das ein Traum? Er liebte fte? Unb entsagte, wie sie selbst, — um Evelyns willen?
Turfte sie ihm beim bann nicht wenigstens das einzige arme Glück bereiten — ihm unb sich lelbst zu sagen: „Tu irrst!" . .
Nein! Modesta preßte die Lippen f:st zusammen. Sie durfte nicht! Denn nur bann tonnte er nn ihre Unschuld glauben, loenn er Evelyns
ac. Eschwege, 21. Nov. Auf ber Fahrt von 'Eichwege nach Tresfutt wurden gestern durch die hiesige Polizei zwei auswärtige Geldham- t e r e r unb Schieber angehalten, die über einen beträchtlichen Schatz von Silberlingen ver^gten, den sie zu ihrem größten Leidwesen der Polizei Überlassen mußten.
Sur Kartofieloerforgung.
X Marburg, 23 Nov. In einer stark te> suchten Versammlung tes Landwirtschaftlichen Kreisvereins, bie gestern im Leber erschen Saale stattfand, wurde die Wsenbimg' ber militärischen Kommandos in bie Dörfer zur Einlwlung der Kartoffeln scharf getadelt. Die Bauern seien keine Menschen zweiter Suane, baß man sie so behandele. Im Frühjahr habe man ihnen sogar das Saatgut genommen unb bie ganz natürliche Folge sei bic Verminterung ber Anbauflächen. Außerdem hätten als Folge ber Streiks bic Düngemittelfabriken keinen Kunstdünger ge- liefert und dadurch hätten sich die Erträge stark verringert. Der Kreis Marburg sei nicht in ber Sage, die von ter Stadt verlangten Kartoffeln zu liefern. Weiter wurde temertt, daß auch Arbeitermangel geherrscht habe, weil die Arbiter infolge der Arbeitslosenunterstützrmg nicht nötig hätten, Arbeit anzunehmen. Auch die BeschLag- nahme der Erbsen und des Hafers, bie man neuer- bmgs angeordnet, wurde scharf gerügt. Die Erbsen, bie aufgekauft seien, würden vier für 2,20 Mark das Pfund verkauft und für 40 Pf. solltm jie jetzt bie Landwirte abgeben. Wozu man bot Hafer jetzt haben wolle, sei ebenfalls unllar. Man möge bei all diesen Fragen doch wirkliche Sachverständige heranzieben. Ein Versammlungsteilnehmer, ter Bürgermeister Freudenstein aus Marbach, teilte mit, baß auf seine Anregung hin der Dortige Ge- meinterat die Erbsen frage geregelt 'habe. Man hätte bie Erbsen für 1 Mark aufgekauft und nut 5 Pf. Aufschlag an bie Bedürftigen im Ort abgegeben. So möge man es überall machen, dann sei ber Zwischenhandel unb Wucher ausgeschaltet. Es wurde schließlich beschlossen, ten Vorstand- des Hessischen Bauernvereins zu beauftragen, tm Binnr der Versammlung bie Wünsche ber Lanbwirte an maßgebender Stelle weiter zu vertreten.
** Weihnachtsfpende an hessische ; Bollsbibliotheken. Auf Anregung ter Zentralstelle zur Förderung ter Volksbi.dnng und Jugendpllege beabsichttat ter Hessische Volks- schriftenverein eine größere Anzahl feiner Rest-- bestände an Büchern aus der letzten Weihnachts- Versendung für unsere Truppen an hessische Bolks- unb Arbeiterbibliotheken zu verteilen. Alle Bibliotheken, die bedacht zu werden wünschen, »retten gebeten, dies alsbald dem Tirektor der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen, Herrn Hassinger, Darmstadt (Altes Palais), mitzuteüen.
** Tas Eiserne Kreuz 1. Klasse. Der Bankbeamte Fritz Müller, Sohn des 1914 tm Felde verstorbenen Oberst!. Müller, erh.elt vor einigen Togen nachträglich das E. K. 1. Kl.
Landkreis Gießen.
te* Beuern, 22. Nov. In ber Gemeinte- ratssitzung Dom 16. November wurde beschlossen, die Lieferung von Hafer für bas Baselvieh auf tem Submissionswege zu vergeben. — Auch für bas kommende Jahr wirb Losholz in ber bisherigen Weise ten Bürgern gegen mäßigen Preis zugcteilt. — Beim letzten Punkt, Ortsschelle, gab es eine lebhafte Aussprache, die durch bie Selbstbeherrschung tes Bürgermeisters zum Gluck nicht in Tätlichkeiten audartete. Anlaß gab bie Unter» fagung des Gebrauchs der Ortssch Ile auf Grund ter Dienstanweisung zwecks Bekanntmachung einer Versammlung der Ortsgruppe tes Hessischen Bauern buntes, wodurch die seit ber Bürgermeister- wähl bestehende Gegnerschaft gesteigert wurde. Da nun seit Bestehen ter öffentlichen Sitzungen einige Geineinderäte die Zuhörer ebenfalls zur Beratung mit einbeziehen, so griffen auch heute die Gegner ein unb ergingen sich batet in Vorwürfen, meist persönlicher Art, gegen ten Bürgermeister. Es wurde beschlossen, alle Bekanntmachungen zukünftig durch bie OrtSschelle bekannt zu machen.
*♦ Saasen, 23. Nvv. Der bereits mit dem Eisernen Kreuz 2 Kl unb ter Hell. Tapferteits- medaille ausgezeichnete Sergant Karl Böcher, Sohn des Lapdwirts Philipp Böcher in Saasen, wurde nunmehr mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. nachttäglich ausgezeichnet.
Kreis Friedberg.
Uederfall aus eine Mühle.
= Reichelsheim (Wetterau), 24. Nvv. In ter an ter Landstraße nach Brngenheim ge- legmen DingenhTimer Mühle erschienen am Samstag otenb gegen 7 Uhr fünf Menschen in SvLaten- uniform, Militarmutzen auf tem Kopfe und weiße Binden am linken Unterarm. Sie drangen ht bie Wuhnräume ein und zwangen den Besitzer. L i p - 1X> ad}, unter Anwendung von Gewalt, indem sie ihm geladene Revolver auf die Brust setzten, zur Herausgabe des ganzen vorl-andenen Bargeldes, mehr als 10000 Mark. Die Räuber entkamen unerkannt. Ter Vorgang fhielte sich in
MiDWimlt, 1 'Mabemiter roünldii.
Bttanmichali einer iia Dame zwecks
sväierer Vnta1, | an-ieb. mli $ü: ■ MA an den Gleit ' Ojjljicr ffÄ taniänii «*• junger Tome, «uftoriften an M* inpertarte 88. WjUMMUM Trauring
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Perfekte * Schneiden« für zwei Tage gM Rodhcimcr Ltr. >,
Das Glück der andern.
Original-Roman von Erich Edensteitt.
Copyright 1916 by Ordner & Comp., BerUn W 30.
lNachdruck ücrTm,en.) Dortsetzung 55.
„Ja. Sie stand vorhin, als ich durch du balle ging, plötzlich vor mir und ftagte nach tem tu obigen Fräulein. Jch> war erst fo ,eS1rrr,V1ct,n ch zu antworten vergaß, denn unser- Herrs haben doch nie mit Buch'gg Unb Frau-
Inn Webster sah auch jonberbir 7".
hüt - ganz verwirrt! Ich wies sr^: bann m ten Lchck, unb als ich k irz ternach ?u Veit Kastanien amg, wo das Stubenmädchen ^uftaumt, sch tck, Fräulein Evelyn mit ter allm Dam-^ w rn kn Park hinein gehen Ick dacht; ibtx, U- »»ui
j fte hfaß ein Stückchen tegl:tten ...
M'otesta hörte nicht weiter, sondern: ftog W gejagt in ten Par? hinab, ben und
I nitenb burdieilte. Ater ntemanb antwrtet -•
Wos bedeutete dies alles? War in Buch gg rwaS aeschcl>en oder hatte Gvttarb seinen Berzicht Lut vnd ließ Evelyn unter irgend:mem Bor-
Am^ck^ätti^^mtor fand Motesta Cte- i^r^ick!»ntuch Alto doch Sie war bis hierher
ÄiÄ. und «»hr,ch,m.
durch ten Wald weiter nach Bachag . . .
muh ihr nach. Sie womöglich iroch vor Sutten Äolen, dachte Moesta. Sie darf ihn am '""‘unö’iie «utoiirtä.
Magnus, ter Evelyn tm Glashause nicht gefeilten hatte und in ^tJE-arf er
sich, erschöpft von all ten AusregMg-n auf eine


