Ausgabe 
24.1.1919
 
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Ur. 20

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Kreitag, 24 Januar (9(9

vor-

Ur. U i i n g e r.

Amtlicher Teil.

schwierigkeit in England beängstigende lung und Erdaltung ber inneren Greinen be Formen anzunehmen beginne. Die Haupturfache- treffend vom 23. Okwl>er 1830 Reg.-Bl t S. 4 3 I

Nachdruck verboten.

Fortsetzung 51

infolge Ableb-ens Ivälnend der letz en Jahre nicht rnehr die nach Art. 12 des Gesetzes, die Feststel-

B etr.: Erhebungen über die in Hessen wohnenden Blinden im schulpflichtigen Alter.

An die erfjuluorftäiibc des Kreises.

Wir unterstellen, daß diejenigen von Ihnen, die mit der Erledigung unserer Verfügung vom 6. De­zember 1918 noch im Rückstand sind, Fehlbericht zu erstatten haben. Sollte diese Annahme für die eine oder andere Gemeinde nicht zutreffen, so ist binnen 24 Stunden zu berichten

Gießen, den 11. Januar 1919.

Kreisschulkommission.

I. V.: 23 cl cf e r.

W lliMttsM Mcntkm M Herr« WnliiW Ims.

Roman von H. A. Adams.

An die Bürgcrimisttrttcn der Landgem-cluden des Kreises.

Das Krcich'rwe sungsamt (x'ier,e t (frmbbe i k hat uns mi:get i t, txrj in verschiedenen Gemeinde

Letzte Nachrichten.

Eine Ntichsfinanzkonferenz in Weimar.

Berlin, 24. Ian. Laut ,Tägl. Rundschau­wird am kommenden Dienstag in Weimar eine Reichsfinanzkonferenz zur Besprechung aller dringenden Finanzsteuerfragen abgehalten werden. Widerspruch flenen die Zertriimmernnst Preußens

Berlin, 24. Jan. Die württembergi- iche Regierung soll lautB. T." beschlossen haben, emer Zerlegung Preußens zu widersprechen.

Eine am 22. d. M. von 20 O Person m b su^te Versammlung der Deutschen oemokrati- , ch e n gartet in Berlin erhob energischen Protest gegen icden Plan einer Zertrümme­rung Preußens.

Hebung ber Landwirtschaft.

Berlin, 24. Ian. In der amtlichenDeut­schen Allgemeinen Zeitung" wird geschrieben: Zu den dringendsten Aufgaben, die der Wiederaufbau unserer Volkswirtschaft uns stellt, gehört auch die Agrarreform. Selbst wenn wir uns nicht ganz auf di« Binnenwirtschaft zurückziehen wollen, was wir auch gar nicht können, so müssen wir doch durch Hebung der Landwirtschaft einen breiteren kauf­kräftigeren Innenmarkt schaffen und das ist nur möglich durch eine wirtschaftliche Intensivierung, die möglichst Die e Arbeitskräfte in An pruch nimmt.

Der wirtschaftliche Niedergang.

Berlin, 24. Ian. Die unhaltbaren wirtschaft­lichen Zustände werden u. a. dadurch gekenn­zeichnet, daß allein in der Landwirtschaft die Zahl der fehlenden Arbeitskräfte auf annähernd 600000 Personen geschätzt werden kann und schon jetzt die Frühjahrsbestellung ernstlich gefährdet er­scheint. Die Lebensmittelversorgung Deutschlands ist aufs engste durch eine höchst gesteigerte Ausfuhr von Kohle, Kali und Industrieerzeugniffen bedingt. Gegen die erschreckend anwachsende Arbeitslosigkeit mit scharfen Maßnahmen aufzutreten und radikal durch- zugreisen, wird sich die Regierung, wie verschiedene Blätter melden, nicht länger versagen.

Die Ablieferung ber lanbwirtschaftlichen Maschinen.

dafür sei die (Unzufriedenheit der Arbeiter darüber, daß die Regierung mit der Einführung einer für jeren Arbeitswoche so lange zögere.

Rach einer anderen Meldung desN. Rott. Cour." aus London wird der S t r e i k der Be r g- ar.be i t e r in Yorkshire in kürzester Zeit die StUlegung von Industrien, die zusammen eine Mmton Mensäien beschäftigen, zur Folge haben. London steht vor der Gefahr, daß die Untergrund­bahn, die Trams und Lichtversorgung den Betrieb einstellen.

Zulassung Rußlands zur FrlcdeuS- toufcrenz?

Berlin, 23. Ian. Rach einer Meldung derB. 3 " aus Rotterdam verbreitet Reuter folgende amt­liche Mitteilung: Es wurde ein Vorschlag Wilsons angenomm n, die russi chen Regierungen zu einer Friedenskonferenz einzuladen. Die Verbündeten, so heißt es in dem Beschluß, erkennen Rußlands Recht auf Selbstbestimmung voll an und beabsich­tigen nicht, sich in seine Angelegenheiten einzu- mi chen oder es irgendwie auszubeuten. Sie erken­nen die Revolution ohne Vorbehalt an und wollen unter keinen Umständen gegenrevolutionären Strömungen dienen. Ihr einziges Ziel ist, Rußland den Frieden zu bringen. In diesem Geist beschließen die Verbündeten, folgende Schritte zu unternehmen:

Sie laden jede organisierte Gruppe, die in Si­birien ober innerhalb des europäischen Rußlands politisch ober militärisch eine Herr chaft ausübt ober auszuüben versucht, wobei jedoch Finnlanb ausgenommen ist, dazu ein, nicht mehr als drei Vertreter für jede Gruppe nach der Prin­zeninsel im Marmarameer zu senden, wo sie mit Vertretern ber Verdünbeten Zusammentreffen werben. Gleichzeitig soll zwischen ben eingelabenen Parteien ein Waffenstillstand abgeschloffen werden, wahrend jede bewaffnete Streitmacht, die gegen das europäische Rußland oder gegen Finnland ausgefanbt ist, zurückgezogen werden muß Es wird um eine schnelle Antwort auf diese Einladung gebeten. Die Vertreter der Verbandsmächte werden am 15. Feb­ruar auf ber Prinzeninsel eintreffen.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldberein-gung Steinheim: hier den II. Abschnitt.

In der Zeit vom 1. bis einschl. 17. Febr. 1919 liegen im Gemeindehaus zu Steinhim die Ar­beiten der Besitzstandsaufnahme, nämlich:

47 Bonitierungskarten,

2 Bände Be'itzslandsverzeichnisse,

3 Bände Gütergeschosse,

1 Band Zusammenstellung dcr Gütergeschosse zur Einsicht der Beteiligten offen.

Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendun­gen hiergegen findet da'elbst

Dienstag den 18. Februar 1919, vorm. 8 9 Uhr, statt wozu ich die Beteiligten nnt der Androhung einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwen­dungen ausgeschlossen sind.

Die Einwendungen sind schriftlich, mit Grün« den versehen, einzureichen.

F r i e d b e r g, den 6. Januar 1919.

Der hessische Feldberernigungskommissär: S ch n i t t s p a h n, Regierungs.ar.

Bekanntmachung.

Betr.: 33. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin).

Für die Zeit vom 16.31. Januar 1919 wird gegen den L i e f e r u n g s a b s ch n i t i 2 5 der 'L-üßstoffkartcH" (Blau) und gegen den Liese- rungs abschnitt 5 der SüßstofstturteG (Gelb) indenLandgemeiudendesKrei- > e s von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff ab­gegeben. Es gelangt auf den Abschnitt 25 ein Briefchen und auf den Abschnitt 5 eine Schachtel zur Ausgabe. Mit dem 31. Januar

An die Schulvorstände des Kreises.

Die obige Prüfung beginnt am 28. April d. I. Die Meldungen sind, mit 1,50 Mk. Stempel ver­sehen, vis spätestens 15. Februar 1919 bei uns ein- zureichem Diejenigen Prüflinge, denen keine be­sondere Nachricht zugcht, haben sich am 28. April zur Pnlfung einzufiirden.

Sie wollen den in Betracht kommenden Schul­verwaltern und Schulverwalterinnen von stehendem Kenntnis geben.

Gießen, den 18. Januar 1919.

Kreisschultommission.

Ah, wa§ war dies? Ein kleines zusam- mengesaltetes Stück Papier. Sie öffnete es begierig uiib fand ein dürres, sprödes, ver­trocknetes Zwerglein irgendeiner Blume. Sie hätte nicht sagen können, was es für eine Blume sei, wenn nicht der Geruch gewesen wäre. Es war ein kleines Stückchen Boronia. Sern Duft, der nach all diesen Jahren noch prickelnd und frisch war, weckte in ihr hun­dert unbestimmte Erinnerungen. Gally mußte ihr den Zweig einst in seinen Liebestagen gegeben haben . Sie konnte sich Nicht genau darauf besinnen, wann das geschehen war, aber sie hatte Boronia immer gern gehabt und mußte das Zweiglein wohl getragen und heimlich geküßt haben, weil sie wußte, daß er es geküßt hatte, ehe er es ihr in die Hand steckte nein, hatte er es nicht selber an ihrer Bluse befestigt? Sie hatte es unter ihr Kissen gelegt und hatte ungereimte, un- zusammenhängende Träume geträumt. Als es dann verwelkt war, hatte sie es sorgfältig in ihren Tasckentuchbehälter getan und es dann ganz und gar vergessen.

So saß sie, ein schwerfälliges plumpes Gebilde, auf der obersten Stufe der zerbrech-

lichen Trittleiter und hing behaglich ihren Gedanken nach.

Da spürte ihre Lastende Hand ein dickes Briefpaket, das mit einem Lederrienten um­wunden war. Als sie es zur Hand nahm, dachte sie, daß es wahrscheinlich Gallys erste Briefe an sie seien. Einstens hatte sie alle auswendig gewußt. Sie entsann sich, daß sie die Briefe nach den Flitterwochen sorg­fältig gezählt und dann das Paket irgendwo hingetan habe. Aber das ihre war mit einem Strumpfband uinwunden gewesen. Unter einem kleinen Schauer der Erregung löste sie den Riemen. Aber die Handschrift war ihr fremd, es war nicht die ihres Gally. Ferner und sie errötete unter dem Einfluß eines lange nicht mehr empfundenen Gefühls, das wahrscheinlich Eifersucht war die Briefe waren an Herrn Galahad Jones überschrieben und von einer ihr fremden, weiblichen Hand­schrift.

All ihr Argwohn kehrte im Nu zurück, zur Gefährdung ihres unsicheren Sitzes auf der spinnebeinigen Trittleiter. Welches tiefe Geheimnis war es, daß ihr Mann so sorgfältig all die Jahre ihres Ehelebens hindurch vor ihr verborgen gehalten hatte? Hastig schaute sie nach den Daten der Poststempel und fühlte sich ein wenig erleichtert, als sie herausfand, daß sie über zwanzig Jahre alt waren. Diese Person sie atmete erleichtert auf bei dem flüchtigen Gedanken mußte nun beinahe fünfzig alt sein. Aber war dies nicht ein

geheimer B.i fwechse. , den v a ly a führt hatte, und zwar zu derselben Zeit, als er an sie schrieb in dem Jahr, rn dem sie sich ver­lobten? War er denn ein Betrüger? Irgend­eine Person, eine Person mit einer derben und unfeinen Hmrdschrift . . . und die ganze Zeit über hatte sie gedacht, daß sie die einzige wäre! Nicht eine Andeutung hatte er je ge­macht über die Existenz dieses Geschöpfs, und, nach der Dicke des Pakets zu urteilen, mußte er sie ziemlich gut gekannt haben.

In wahnsinniger Angst öffnete sie den ersten Umschlag und ein verwirrendes Gefühl des Staunens und der Erleichterung kam über sie, als sie die Unterschrift sah.

Es waren ihre eigenen Briefe an ihn, mit ihrem Mädchennamen, Emmie Matson, unterzeichnet! Aber die Handschrift war die eines Mädchens von noch nicht zwanzig Jahren, groß und verschnörkelt. Sie hatte ihre eigene Handschrift nicht wiedeverkannt! In beinahe kindischer Freude lachte sie laut auf. So war denn alles in Ordnung. Ihr GaNy hatte sorgfältig jedes Schnitzelchen auf­bewahrt, das sie an ihn geschrieben hatte. Selbst eine mit Bleistift gekritzelte Benach­richtigung auf einem Gesangbuchblatt, die sie ihm, wie sie sich nun erinnerte, heimlich zu­geschoben hatte, als er beim Abendgottes-- dienst vor ihr in einem Kirchenstuhl saß und worin sie ihm zu verstehen gab, daß sie viel­leicht nach der .Kirche am Ende der Straße auf ihn warten würde, war dabei.

Betr.: Pflegekinder unter 6 Jahren.

An das Polizeiamt Giesen und die Bürger­meistereien der Landgemeinden d?s Kreises.

Wir erinnern an die Erledigung unserer Ver­fügung vom 3. Dezember 1918, Kreisb'att Nr 136 vom 6. Dezember 1918, fonxit noch nicht geschehen

Gießen den 15. Januar 1919.

Kreisamt Gießen. _________I- V.: Langer mann.

Bckanutmachunq.

Betr.: Ten Termin für die Einsendung der Kir­chenrechnungen für 1917.

Wir erinnern wiederholt an Erledigung un­serer Verfügung vom 4. November 1918, Gießener Anzeiger Nr. 268, sotoeit noch nicht geschehen.

Gießen, den 15. Januar 1919.

Kreisamt Gießen.

I. V.: Welcker.

Kriegs-Rohstoff-Abteilung.

Bckanutmackmnq

Nr. F. R. 870/12.18 K. R. A.

Im Auftrage des Neichsamts für die wirt­schaftliche Demobilmachung wird folgendes an- goordnet:

Artikel I.

Die von den Kriegsministerien ausgesproche­nen, den Betroffenen namentlich zuoestellten Ver­fügungen Nr. Bst. m 7<.0/12. 17. K.R A., be­treffend Bestandserhebung von Bronzesicben (Me- talltüchern, treten außer Kraft.

Artikel II.

Diese Bekanntmachung tritt am 23. Dezember 1918 in Kraft.

Berlin, den 23. Dezember 1918.

Kriegs-Rohstoff-Abteilung. W olflshügel.

Bcrnn«ti.'°ta»»-u«ig.

Betr.: Kriegsgefangene.

Es ist streng verboten, Kriegs^ oder Zivil­gefangene der Entente (Russen werden von tiefer Verfügung nicht berührt) gegen ihren Willen zurückzuhalten oder zu verbergen. Dies bezieht sich auch aus etwaige Insassen von Zivil- Gefängnissen usw.

Jeder, der noch Gefangene beschäftigt ober dem >er Aufenthalt von Gefangenen bekannt ist, hat of ort der zuständigen Bürgermeisterei, in Gießen dem Polizeiamt, Anz-eig.' zu erftatten. Dies bezieht sich auch auf solche Gefangene der Entente, die in Deutschland zu bleiben toünschcn. Sie sind zu veranlassen, diesen Wunsch bet der zuständigen Bürgermeisterei ober dem Polizci- amt Gießen zu Protokoll zu geben.

Dem Polizeiamt Gießen und den Bürgern: ei st ereien der Land- gemeinden des Kreises wird empfohlen, vorstehendes sofort ortsüblich zu verössetttlick-en und uns binnen 5 Tagen entsprechend zu berichten. Die verlangten Pro ololle sind anzuschließen. Fehl­anzeige ist nicht erforderlich.

Gießen, den 21. Januar 1919.

Kreisamt Gießen.

Dr. Usingec.

Berlin. 23. Jan. lWV.) Zur Ablieferun g der deutschen landwirtschaftlichenMa- s ch i n e n an die Entente wirb von ber Deutschen Waffenstillstanbskomrnission mitgeteilt: Die Gifte ber zum 1. März lieferbaren landwirtschaftlichen Maschinen, die nach den in Trier getroffenen Abmachungen am 23. Januar in Spaa zu überreichen war, ist heute rechtzeitig abgegangen. Bis zum 1. März ist im Prinzip ein Drittel von 58500 Maschinen, b. h. also 19500 lanbwirtschaftlichen Maschinen, zu liefern. Zum 1. März sind bestimmt lieferbar 32254 landwirtschaft­liche Maschinen Dabei ist ber einheimische Bebarf genügend berücksichtigt, so daß eine Schädigung un­serer Landwirtschaft ausgeschloffen ist. Wie im Ab­kommen bereits ausbebungen, können schwer liefer­bare Arten von Maschinen gegen reichlicher vorhan­dene ausgetauscht werden.

Die wärt e rbe gl ch? Lmid?sver'ammlung.

Stuttgart, 23. Jan. Die verfassung­gebende Landesversammlung trat heute mittag zur ersten Sitzung zusammen. Keil (Soz.l wurde mit 139 von 144 abgegebenen Stimmen zum sPräfidenten gewählt. Er betonte in längerer Rede die Notwendigkeit, das gegenwärtige Provisorium in einen endgültigen Zustand zu verwandeln und dem württembergischen Staate bald eine neue Ver­fassung zu geben. Den wirtschaftlich Schwachen btüsse aufgeholsen und der Friedensschluß vor­bereitet werden. Gegenüber dem Siegosbeivußtsein der Feinde dürfe man nicht schweigsam und ge­duldig alles hinnehmen. Die Friedensbedingungen müßten erträglich sein und Garantien für einen dauernden Frieden in sich tragen. Darum betonen wir unser Recht, ein großes Volk zu sein, mit allem Nachdruck vor aller Welt. (Beifall.) Zum ersten Vizepräsidenten wurde Keck (Demokrat), zum zweiten Walter (Ztr.) gewählt.

Der zehnstündige Arbeitstag im besetzten Gebiet.

Berlin, 23. Jan. Die deutsche Waffen still- standskommission teilt mit: Das französische Ober­kommando hat im Betrieb der Eisenbahnen drs besetzten deutschen Gebietes vom 20. Januar ab die Einführung des zehnstündi­gen Arbeitstages an Stelle des bestehen­den Achtstuuderttages befohlen. Gegen diese dem Waffenstillstand zuwiderlausende Maßregel hat die dcutsck)e Wafsenstillstandskommisfton in Spaa am 22. Januar eine Protestnote überreicht.

Arbcitsschwierigkeilrn in England.

Rotterdam, 28. Jan. Nach einer Meldung des ^,N. Nvtt. Cour." aus London schreibt das libe­rale Abendblatt ,,©tar", daß die Arbeits-

1919 verli-ren die Abschnitte .25 bzw. 5 ihre Gültigkeit, 'jiadj diesem Zeitpunkt nicht abgerufene ^üßstoffmengen dürfen von den Abgabestellen frei verkauft werden.

Gießen, den 18. Januar 1919

Kreisamt G'eßen.

J.V.: Or. Siegert.

Bcianntmachuttg.

Betr.: Ten Handel mit Sämereien

Nachstehend bringen wir die Liste der seit un­serer Bekanntmachung vom 15. Juli 1918 von uns neu zugelassenen Samenhändler zur öftent- lichen Kenntnis.

Heinrich Hahn, Gießen, Samenhandlung:

Otto Schaaf. Gießen, Drogen- uno Kolonial- warcnhandlung;

August Noll, Gießen, Kreuz-Drogerie;

August Lotz Wieseck, Eiscnwaren- und Bau­materialienhandlung;

Landw. Konsumverein, Wieseck.

G i e ß e n, den 11. Januar 1919.

Kreisamt Meßen.

____________I. V.: Pennrich.____________

Bekanntmachung.

Betr.: Ernennung von Feucrvisitatoren im Kreis Gießen.

Die l'^u^eietzung der Feuerpisi'atorstellerr für den 2. und 8. Bezirk ist erforderlich genrorbdL Der erstgenannte Bezirk umfaßt die Orte: Allen- borf a. b. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Daubriigeu, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Re^s.i.chen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck und Winnerod; der letz genannte die Orte: Bellers­heim, Hungen, Inheiden, Obbornhofen, Trais» Horloff und Utphe.

Maurermeister oder sonstige geeignete Be-^ Werber, die in den vorgenannten Bezirken ihren Wohnsitz haben und beabsich igen, sich um Ucber-> tragung emer dieser Stellen zu bewerben, wollen ihre Gesuche unter Anschluß von 8cugriffen über etwa bestandene Prüsungm und sei.herige Be>- schästigung bis zmn 15. Februar d. I. bei unS emreichen.

Gießen, den 16. Januar 1919.

Kreisamt Gießen.

___________I. V.: Cellarius.

Bekanntmachung

Durch Verordnung des Staatsminifteriums vom 17. Dezember 1918 ist über das Tragen von Stoß-,' Hieb- und Schußwaffen Nachstehendes be­stimmt worden:

§ 1. Ter Verkauf und das Tragen von Stoß-, Hieb- oder Schußwaffen, sowie von Munition ist verboten.

82. Ausnahmen von dem vorstehenden Verbot finden statt:

1. Für Personen, welche kraft ibres 2üntes oder Berufes zur Führung von Waffen berechtigt sind, in betreff der letzteren.

2. Für Personen, lvelche sich im Besitz eines Jagdscheines befinden, in betreff dcr zur Ausübung der Jagd dienerrden Waffen.

3. Für Perfonen, welche einen für sie aus­gestellten Waffenschein bei sich führen, in betreff der in demselben bezeichneten Waffen.

Ucber die (Erteilung des Waffenscheines be­findet die Ortspolizeibehörde deS Wohnortes.

§3. Zuwiderhandlungen werden gemäß 8 367, Ziffer 9 des Reichsstrasgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Hast bestraft.

Anträge auf Waffenscheine sind unter ausführ­licher Begründung an das unterzeichnete Polizei­amt zu richten.

Gießen, den 15. Januar 1919.

Polizeiamt Gießen.

Gebhardt

Aber nach dem Gefühl der Erleichterung kam ein kleiner Seufzer. So hatte selvst ihre Hatldschrist sich verändert, selbst davon hatten die Jal)re ihren Zoll erhoben. Wie war es ihr mir möglich gewesen, sich so zu ver­ändern? Sie hätte brennend gern wissen mögen, ob ihr Gally die Veränderung wohl bemerkt habe. Es war grausam vom Leben, sie so arm zu machen. Und wirklich war Vater nicht zu tadeln, wenn er die Verände­rung an ihr bemerkte und möglicherweise hinter einer andern her war. Aber sie konnte ihn noch halteir. Sie war selbst jetzt noch' eine hülbsche Frau. Sie wolltü ihm das zeigenr sie wollte morgen zum Abendbrot ihr bestes Kleid anziehen; sie wollte ihr Haar leichter auffterfeiL Sie hatte es oft beobachtet, wie er mit der Hand sanft über Käthies hübsches Haar sttich. Sie wollte haben, daß er das auch bei ihr tat. Es begann grau zu werden, aber wenn sie es sorgfältig zurecht machte, konnte sie das verbergen. Und Kathie hatte nicht viel Haar keines der Mädchen hatte so volles Haar wie sie. Ihre Knöchel un« ihre Füße waren für eine große Frau immer noch zierlich. Sie wollte sich endlich einmal das lang ersehnte Paar durchbrochener Strümpfe anschaffen sie war ziemlich stolz auf ihre Knöchel und in diesem warmem Wetter war sie sicher, daß sie kühler . . .

(Fortsetzung folgt.)

Betr.: Ten Termin für die Einsendung der Ge­meinde-, Mark- und Stiftungsreckmungen des Kreises für 1917.

An die yiirgermciitcrcicii dcr Laiidffcmcindtn und dieMark-und ^tiftilNgsvorstandt dtsKrciscs.

Rückständige werden an die alsbaldige bericht- V^^digung unserer Verfügung vom 12. Nov. 1918 (Kreisblatt Nr. 131) hiermit erinnert.

Gießen, den 13. Januar 1919.

Krcisamt Gießen.

____________________Dr. Usinger.___________________ Setr.: Entlassung reklamierter Wehrpflichtiger An den Oterbürgermeistcr zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des

Kreises.

JM, unser Ausschreiben vom 3. Dezember 1918 (Krersblatt Nr. 136) zurückkommend, be­merken wir, dah die Ausstellmig förmlicher Hceres- En. lassungsscheme na urgemäß nur für solche Per­sonen Bedeuttmg besitzt, die im besetzen oder neutralen Gebiete wohnen oder dorthin reifen trollen. Darüber hinaus liegt ein Bedürfnis prak­tisch nicht vor und ist die Antragstelllmg darum zur Ersparung unnötigen Schreibwerks zu ver­meiden.

G i-e ß e n, den 17. Januar 1919.

Kreisamt Gießen.

Dr. Usinger.

erwrderlrche Anzahl ton Feldgeschworenen vorhan- Den ser, so daß im Bedarfsfälle beim Steinfatz die vorgejchnebene Zahl von 3 Feld^eschworeuen nickst mitnnrten könne. Es ist deshalb bei allen Ge- memdm tne Anzahl der Feldgesch.oorenen lestzustel- len und btc Zahl derselben eriorderlichensaüs auf mmdestens 4 zu ergänzen.

Wir sehen Ihrem Bericht und eventuellem Antrag binnen einer Woche entgegen.

-®te feen, den 9. Januar 1919. Krcisamt Gießen. Dr. Usinger

Betr.: Schlußprüfung der Aspiranten und Aspi­ranttimen des Schulamts im Frühjahr