Hem man bisher dvefe .Stimme zuzählk, hat an Satec Sitzung der Fraktion.überhaupt nicht teil» genommen.
In fbet# neue Reichskabmett sind drei Minister eist getreten die der Regierung bisher nicht cngcWten. Da» Zentrum hat derr Abgeordneten May er-Kauib euren als Reichsschatzmi. Liter unb die Sozialdemotraiie bfc Abgeordneteil mann -Müller für das Außerimirchsterium uitb Schlicke für das Acblltsministettuin in das Kabinett «Bauer enlfandt.
Der größeren Oeffenllichteit ist davon am meisten bekannt Minister Müller, der noch kürzlich -auf dem soziademokrallfckjeu Parteitag in Weimar hervorttat. Hermann Müller ist 1876 in Mamchntn geboren^ mar ursprünglich Kaufmann von Beruf, zuerst in Frankfurt a. M. an» säsiig, dann in Breslau. 1899—1906 h>ir er Re- bavteur in Görlltz uub ist seit 1906 Mitglied des Borstandes der deutschen Sozialdemokratie, in welches Amt er damals auf persönliche Initiative Bebels «beraten wurde. /
N ichSarb.itsmi ister Alexander Schlicke ist 1863 in Bcrlüi geboren; er ist von Beruf Feinmechaniker -unb betätigte sich« stark in der gcioerk- sck»aftlick)en.Bewegung. Seit 1895 ist er 1. Vor- fidender des Deutschen Metallarbeiterverbandes. 1917 wurde er als Sachverständiger der Gewerkschaften ins Kriegsamt berufen. In der Nationalversammlung vertritt er den württembergischen Wahlkreis.
Rttchsschatzm'nister Tr. Wilhelm Mayer ist 1874 in Enkenbach in der Pfalz geboren, studierte Reckitt- und Staa Swiffeu schäften u >d ist seit 1901 Reckt wnwalt in Mänck^en. Im R<ick;s/ttg vertrat er feit 1907 den Walstkreis Kaufbeuren und war zuletzt stellverttelender Vorsitzender der Zenttnms- sraltion. In der NatroncuVersammlung vertritt er den 24. Wahlkreis (Oberbayern und Schwaben). Er ist im Reichstag vom Zentrum wiederholt als Etalsvcdner .vorgesandt worden.
Ein Sonderschritt Erzberger».
Berlin, -21. Jun», lieber einen Son - derschritt Erzbergers l)eißt es in einem । Bericht des Weimarer Korrespondenten des „Achtulwabenddlattes": Tie „Kölnische Volkszeitung" hat die Nachricht verbreitet, daß. Rllckssminister Erzberger mit der Entente in Fühlung getreten ist unb in -Versailles angefragt habe, wie sich die Entente in bezug auf die Punkte verhalte, welche die Ehre Teulsch- tanb? fberül/ren. Tie Entente habe darauf unver- binbiicb erftären lassen, daß. sie eventuell zu einem Rochgeben in dieser Hinsicht geneigt fei.
Vorbereitungen in Versailles.
. Versailles, 22. Juni. (Wolff.) Wie der „2zmp3" meldet, sand gestern vormittag in der Präfektur in Versailles eine Besprechung zur Erörterung der legten Maßnahmen im Hinblick auf die Zeremonie der Friedensunterzeichnung statt.- — Wie das „Journal des Dölxits" berichtet, liefen im Generalsekretariat der Frie- denskonferenz in Paris am Vormittag wichtige Depeschen aus Weimar ein. Das Generalsekre- taröat em^ahl daraufhin, daß die Vorberciluugcn im Versailler Schloß vormittags um 10 Uhr fertig gestellt fern müßten.
Mantelnote und Friedensvertrag.
Paris, 21. Juni. (Reuter.) Nach längerer Beratung beschloß der Biererrat sechs Punkte Der Clemenceanschen Mantelnote als Teil deS Friedensvertrages in das Protokoll aufzunehmen. Den Deutschen wird mitgeteilt toerben, daß der Rest der Note als ein Zeichen für die Art betrachtet werden soll, wie der Vertrag euSgeteat werden wird.
Paris, 22. Juni. (WolffO Havas. Die Regierungschefs besprachen Samstag abend die Antwort auf die Note Bro ckdorff- Rantzaus betreffend die Unterschiede zwischen den Friedensbedingungen vom Mai unb den neuen, bic durch den Gesandten v. Haniel übet* geben worden waren.
Wilson und da» belgische Königspaar.
ste sich ytoaltiiam bett Zutritt. Im weiteren Verlaus der Unraiyen drang der Janhagel in Wavrm- häuser unb Konfektionsgeschäfte ein, die zum Teil traHfünbig ' audgcraumt wurden. Tie PUdade- rangen beschränken sich in der Hauptsache auf Geschäfte in Köingstraße unb Umgebung. Die Stodtwehr war zwar durch ©türm läuten alarmiert, doch crfdjienen die Mannschaften nur lang sam unb spärlich; deshalb war die S^ndtwehr ebenso machtlrs wie das llellue Komm-ando 167er, das die Ätenge vergeblich zu yrftreueu suchte. Nachmittags , drangen die Spar allsten in dar Stactwehr-Wachtlvkal/cin, mißh«'delten die Wacht- Icube und zertrümmerten die erreichbaren Waffen. Tie 'Stimmung in bet Bevölkerung war außer- ordcnllich erregt, zumal es bereiis Tote und Verwundete gegeben bat. Gegen Al«wch wurde der Belag«ruirg^ustand verhäitgt. Tie hiesigen Mehr- heitsfozialisten unb .die Unabhängigen geben bekannt, baß sie mit den Vorgängen »ich. bas Geringste zu tun haben, die sie aufs schärfste verurteilen. .
Kassel, 22. Juni. (WTB.) lieber die Vor- gänge, bte zur Verhängung des ^telagermtgszvstlut- ides 'm Kassel führten, wird noch gemeldet: Vereinzelte hier eingetroffene fragwürdige Elemente rotteten sich mittags zu den Plünderungen zusammen, bte derartig planmäßig ausgesührt wurden, daß man die jeweilige Plünderung des Geschäfts faaü) nach Beginn aufgab und chre Fvrtsetmng deut Janl)agel übcrlteß. Nach den Plünderuna'N im Zentrum raubte man nachts auch mehrere Warenhäuser in der Altstadt aus. Die Sichrrheitsorgane waren fürs erste völlig mackstlos unb beschränkten kich auf die Sicherung .der öffentlichen Gebäude. Die Versuche, das Landgerichtsgefängnis zu stürmen, in dem sich -SchoerVerbrecher befinden, wurden abgewtesen. Ebenso mußten die Spartakisten vor dem Polizeipräsidium wieder abziehen, wogegen es -ehrten gelang, ein Magazin des Provimüdepots in die Hände zu ! bekommen. Später wurden sie jedoch daraus vertrieben. Im Laufe der Unruhen mußte der Sttaßenbahnverkehr eingestellt werden. Die Schießereien dauerten bis Mitternacht. Es igab eine Anzahl Toter unb Verwundeter auf feiten der Ruhestörer, während die SichrheitSmanir- schaften nur zwei Leichtverletzte melden. Gegen Mitternacht,gelang es, die Hauptstraßen zu fäubern und die Ausrührer vor bau Hauptpostamt zu vertreiben, gegen bas mehrfach Schüsse abgegeben wurden.
Schwere Ausschreitungen in Mannheim.
Mannheim, 21. Juni. (WTB.) Hier sind schwere Ausschreitungen vor- gekvmmen, angeblich um die Lebensmittelpreise herabzudrücken. Es wurden Kolonialwarenläden und Konfektionsgeschäfte geplündert und in Privathäuserit Erpressungen verübt. Den Versuch, in die Kasernen des Freiwilligen-Bataillons einzudringen, wehrten die Soldaten mit Handgranaten ab. Etwa 20 Personen, meist Neugierige, wurden teils schwer verletzt. Bis gegen abend waren etwa 200 Personen verhaftet, deren Befreiung seitens der Menge versucht wurde. Theatervorstellungen, Konzerte und Kttwvorstelluli-- gen wurden abgesagt. Sämtliche Wirtschaften müssen um 9 Uhr geschlossen fein. Die beiden sozialistischen Parteien haben ihre Vertrauensmänner sofort zum Sicherheitsdienst einberusen. Zur Zeit wird in verschiedenen Gegenden der Stadt noch' geschossen.
Mannheim, 22. Juni. (Wolff.) Bei den gestrigen Uirruhen gab es 11 Tote, darunter ein 12jähriger Knabe und eine 19jährige Kontoristin, sowie 37 Schwerverletzte und eine große Anzahl Leicht- verwunoeter. Die Zahl der Verhaftungen beträgt über 200; ein großer Teil der Verhafteten wurde sofort durch Automobile nach auswärts gebracht. Wenn sich auch im Laufe des heutigen Tages noch überall Ansammlungen zeigten, so verlief er doch vollkommen ruhig.
Amsterdam, 21. Juni. (Wolff.) Die niederländische Tclegrapheu-Agentur meldet aus Brüssel, daß Präffdent Wilson vor seiner Abreise aus Brüssel den König und t)ie K ö n i g i n offiziell zu einem B e s u ch i n den Vereinigten Staaten eingeladen hat. Das belgische Königspaar hat die Ein- ladung angenommen. Es wird sich wahrscheinlich int nächsten September nach Amerika begeben.
Dar neue italienisch« Kabinett.
Bafel, 21. Juni. Es bestätigt sich, daß der frühere Schatzminister Nitti mit der Neubildung des Kabinetts betraut wurde. Ter ehemalige Pariser Botschafter T i 11 o n i wurde gleichzeitig Minister des Äeußern, Stellvertreter des SRimnerirräiibenten und Chef, der Friedensabocd- nung in Paris. Das Handels- unb Jndustriemini- fierium Irotirbe von Ferrari übernommen. Senator Mortara wurde Kriegsminister. Dom früheren Kabinett verbleibt nur Bonö mi als Minister der öffentlichen Arbeiten.
Ans dem Reiche.
Hochverräterisches Treiben im Osten.
Breslau, 22. Juni. (Wolff.) Die Pressestelle des Reichs- und StaatÄkommis- sariats teilt aus Schlesien und West- Preußen mit: In den letzten Tagen sind wieder hochverräterische, auf die Lostren- nung Schlesiens und Westpreußens von Preußen und dem Reiche gerichtete Bestrebungen zutage getreten. Insbesondere ist es diesmal ein „ostdeutsches geheimes Komitee", das durch Verbreitung eines Schreibens zur Schaffung einer eigenen Ostregierung und damit zum Hochverrat auffordert. Der Reichs- und Staatskommissar für Schlesien und Westpreußen, Otto Hör sing, beauftragt daher die Staatsanwaltschaften aller Landgerichtsbezirke des ihm unterstellten Gebietes, sofort die erforderlichen Ermittelungen anzustellen und ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Hochverrates zu eröffnen.
Spartatistische Unruhen in Kästel.
Staffel, 82. Juni Sparteklstische Unruhen nahmen .hier gestern mittag mit dem Plündern vap Lebensmi.telgeschäs en ihren Anfang. Wo die Würwerer di-c Läden, vcrjchlchjcn fateoeu, erzwangen
Au» Hessen.
Ausweisung eines deutschen Beamten aus Mainz.
D a r m st a d t, 22. Juni. (WTB.) Durch eine Verfügung des Kommandeurs der zehnten französischen Armee in Mainz ist Regie- runpdrat Dr. Probst, der am dortigen Kretsamt tätig war, am Donnerstag aus Mainz ausgewiesen worden. Er hatte kürzlich der Mainzer Polizei den Befehl gegeben, einen in Mainz unter unbekannter Nummer (N. R. I.) berumfahrenden deutschen Kraftwagen anzuhalten und festzustellen, wem der Kraftwagen gehörte, ob der Führer einen Führerschein habe und ob die Abgabe sür Automobile entrichtet sei. Der den Kraftwagen anhaltende Polizist stellte fest, daß eine Zulassung des Kraftwagens, in dem der bekannte Staatsanwalt Dr. Dorten, Lehr- amtsassessor Klingeschmidt und der Mainzer Rechtsanwalt Winkler saßen, durch eine deutsche Behörde nicht erfolgt war. Auf eine Beschwerde des Dr. Dorten, hat General Mangin die Ausweisung des Megierungs- rats Dr. Probst angeordnet. In dem Ausweisungsbefehl ist u. a. gesagt, oaß General Mangin nicht die Absicht habe, den: Staatsanwalt Dr. Dorten außerhalb des Gesetzes zu stellen, daß sich aber die Handlungsweise des Dr. Probst als eine der vielen Belästigungen darstellt, berten Dr. Dorten in der letzten Zeit ausgesetzt wäre und die nicht länger ungeahndet blechen könnten. Als besonders erschwerender Umstand wurde au- genommen, daß das Automobil in denr- selben Augenblick von dem Polizisten art- gehalten worden ist, als es das Palais des Generals Mangin verließ. Regierttngsrat Dr. Probst ist geborener Mainzer. (Die Bezeichnung des Kraftwagens R.R. I. soll heißen: „Rheinische Republik Nr. I".)
Anr Stakt unk Land.
Gießen, den 23. Juni 1919.
Gültige Lebensmittelmarken
für die 26. Woche vorn 23. bis 29. Juni 1919.
Brot: 2250 Gramm Brot ober 1680 Gramm
Mehl. Brot Kilogramm 50 Pf., Weizendrotmehl
.. bl.
schönste Pracht, ehe er Dem Sommer seine Hei.- schaft abttat. , Das Blühm wollte nicht enben." — Draußen die lachende Statur und im Innern h dunkeln Gedanken um untere Zukunft. Zwar Utz uns das Schubertlied inidj.1 mehr los und fUd iveiter: „es muß sich alles, altes wenden", afa nur halb neigt das Gemüt zum Haften, imm-: wieder gewinnt der Zweifel die Oberhand. Sn sind inzwischen in «das Innere der Stadt q-«
Butter: Marke 26. 40 Gramm Butter zu 52 Pf.
Eier: Marke 7, eU Ei zu 33 Pf., für die Bezirke 1, 2, 3, 4, 8 und 10.
Fleisch: Wocheaal'schnitt 26. Metzger für Fremde und Urlauber: E. L. Sack, Walltorsttaße.
Nährmittel: Aus Marke A: 250 Gramm Suppenfabrikate; auf SJiarCe B: 250 Gramm Grieß, 250 Gramm Haserflocken, 250 Gramm Teigwaren; auf Marte C: 250 Gramm Graupen, 500 Gramm Teigwaren, 250 Gramm Suppcil- fabrifate. Für Zugezogene unb Nachzügler: für Lebensmittel, Nährmittel unb Zucker: Laichmger. Wilhelmstraße 49, Duill, Asterweg 43, Walter, Mäusburg 13. Für Urlauber: Stengel mann, Kreuzplatz 1.
Zucker: Marke6, Juni 1919. Anteil .750 Gramm. Die Ausgabe erfolgt bis 30. 'Juni 1919.
Seife: Marke für Juni 1919. Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifenpuloer zu 15 Pf., 50 Gramm K.-A.-Seise zu 20 Pf.
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in der Kunst des Registrierens zu bieten hat. (ji ist ein sächnes Maß von KöaMcn, das zu den beia Hoffrrungcn beredjiigt. Wer aber diesen Crgekbml mitangchött hat, wird dankbar anerfereten, boj er auf Strrnden bic Sorgen des Tages vergessej Sonnte unb erfrischt unb gekräftigt wieder hinaus- trat in die Soirncnwendanacht. Eure würdige Lln- dachtt', deren Wiederholung in irgend einer Fow vielleicht auch mit biefigen Kräffan, zu begrüß wäre.
** Amtliche Personalnachrichten. Das Mikllsterium des Jmwrir l)at dem Monteur Heinrich Roth zu Schaasl)eim unter Vorbehalt jeberzeitigen Widerrufs die Erlaubnis erteilt, zwischen S ch a a f b e i m und Babenhausen Per- Perionen mittels Krafln»^en gigen Entgelt Hu befördern. — Der Kreisamtmann bet dem Kreisamt Mainz Negierungsrat Dr. Eugen Seyferth zu Mainz wurde zum ständigen Hllssarbeiter bei dem Landes-Arbeits- unb Wirtschastsamt unb durch Entschließung des Hessischen Llurdesamts für dao Bildungsivesen der Lehramtsreferendar Dr. Ftted- ttch Av em arte zu Gießen zum Lehramts- astessor ernannt. — Dem Pfarrveüwalter Edwin Hamburger zu Staden wurde am 18. Juni l. Js. die evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Schulamtsanwärter Äeorg Enders aus Lützel- Wiebelsbach eine Lehrerstelle an der Bolls schule zu Heubach, Kreis Dieburg, Dem Schilamtsanwär- ter Georg Adam Eckstein aus Klein-Bieberau die Lehrcrstelle an der Volksschule zu Steinau, Kreis Dieburg, und der Schulamtsanwärterin Margarete Krauter ans Mainz eine Lehrerinstelle an der katholischen Volksschule zu Herbstein, Kreis Larckcrbach, übertragen.
** Die anhaltende T rvckenheit, bte gerade in der nächsten Umgelmng Gießens bis gegen Friedberg wohl am größten ist, zeigt allmählich bedenkliche Erscheinungen. Tie Frühkartoffeln, die man in vier Wochen ernten will, sehen wett tntb kümmerlich «u»s, bte- Svmmerfracht ist nur -fuschock, ja bic Gerste wirb bereits Mblich, unb bte AuÄühten auf eine amrchmbare Obsterate «Serben immer gelinget, da die Früchte ab- satlen, besonders gilt dies von Zwetschen unb Aepseln. Für bas Viel) sind di^ Futterverhält- nifse äußerst ungmtsllg, denn zu der Heuknappheit wirb Mangel an Futterstrob kommen, unb außerdem Sonnten iujteg^ der Trockenheit noch Saum lFutterrüben unb Tickwurzeln gesetzt werden. Auch die Gemüse unb Kohlarten konnten noch nickst verpffan-t werden.
** Bc sitzwechsel. Das Besitztum des Kaufmanns Ferdinand Nennsttel, Plockstt. 7, ging für 130 000 Mk. in den Besitz des Zahnarztes Gonder, eines geborenen Gießeners, über. Die' Hoch- und Tiefbau G. nn b. H. verkaufte an die Firma Berta Elsoffer das ihr gehörige Geschäftshaus Marktsttaße 27 für 130000 Mark.
** Einziehung von 50-M ar k-No ten. Die von der NcichSbank ausgegebenen Noten zu 50 Mark mit dem Datum des 20. Oktober 1918 werben bcmnädjft ans dem Verkehr gezogen werben. Es ist beshalb vorteilhaft, sie möglichst bald bei den Dienststellen der Reichsbank, den öffentlichen Kaffen ober Geldinstituten zum Umtausch vor- tzulogen. Wie jetzt von zuständiger Seite bekannt- gegeben wirb, steht der amtliche Aufruf dieser Noten bevor, der eine EinlösuLgsfrist von nur wenigen Wochen Vorsicht. '
**Auslandstvare ist bezugsscheinpflichtig. Die Reichsbekleidungsstelle teilt mit: Vielfach besteht unter der Bevölkerung und teiltoeife auch int Handel noch die irrtümliche Ansicht, daß Auslandsmare nicht bezugsscheinpflichtig sei. Insbesondere toirb die jetzt aus dem Auslande, zum Teil über die besetzten Gebiete ins Inland gelangende Ware hier vielfach nicht im geregelten Handel, sondern auf dem Schleichwege ohne Bezugsschein, zumeist zu hohen Preisen, verkauft. Zur Verteidigung kann von den Händlern nicht geltend gemacht werden, daß es sich um Auslandsware handelt, für die nach ihrer Ansicht die Bezugsscheinvorschriften nicht in Betracht kämen. In einem Strafkammerurteile ist bereits früher entschieden worden, daß es unerheblich fei, ob die Sachen aus dem Jnlande oder Auslande stammten. Das Kammergericht hat die Revision der Angeklagten als unbegründet zurückgewiesen und erklärt, die Vorentscheidung sei ohne ersichtlichen Rechtsirrtum ergangen. Alle zur Ueber- wachung der Einhaltung der Bezugsscheinbe- ftimmungen zuständigen Stellen sind angewiesen, solchen Ucbcrtrctungen erhöhtes Augenmerk zu widmen.
** Gießener M e d izin er schäft. Am Donnerstag ben 19. b. Mts. sprach Privat- bojent Tt. Küfflcr im Saale des Hotel Gtr-ß- hrrzog über bas Thema: „Kriegsbeschäbtg- ten^für ssrge". Ter Redner erläuterte zuerst die nnimzielle Lage brr Krtegsbeschäbigten. Vergleiche -Mischen ben im Frieden geltenden Zu- nrnbirxgcn und ber augenblicklich gewährten Rente ergaben eine Verrnttnimg der Zuschüsse um 244 Matt bei einem JahreSverbienst von 1200 Mk. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen über die Spestalanshildung, bic bte Jnva- liben erfüllten, um ihnen eine irldividuette Er- wrrbsmöglichk-.it zu schaffen. Ten Gang Der Ausbildung erläuterte Tr. Küffler durch ctngeheubr Schilde rung txr Tättakeit des Lazaretts „Phönix" in Tüsseldorf unter Vortage von photognrphischem Material. Hier erhalten die Pa ieuten d>irch Ar- bcit;beratung, Äusbiltmng unb Arbeilsbesck-afffmg geistige Aufmuntermm, werden aus inl--altslosem Tajcin dem tätigen Leben wieder zu geführt.
Orgelkonzert Adolf Wieder.
Cm Sonntag, eint echter Somientag, beu seinem Lamm alle Mce mackst. leuchtet brauben. S-om-
Landkrcls Gießen.
Ö Lich, 21. Juni. Tie Wirsen bei Maricnstrfts unb ein Teil der fürstlichen Wit< sen, bereu Grasertrag in früheren Jahren inma zur öffentlick-en Versteigerung kam, würben u diesem Jcck-r durch bas Entgegenkommen der fdl> lieben und ber Stistsverwoliung und auf Sin» reg urig des Volksrats hin in kleineren j'm größeren Parzellen an kleine Besitzer und Vi^ Halter vcrsteigett. Tobet kam ber Ä-vrgen berÄ schnittlich 60 Mk., in welchen Preis auch öii Grummeternte mit einbegriffen ist Für bi' teilung ber einzelnen Parzellen durch ben VvlÄ au - tarnen nur solche Vichhalter hi Betrug die das gesteigerte Futter in ber eigenen Btt schaff verwenden und selbst nur geringen «tql gar keinen Wiesenbesitz haben. Es sollen M 100 Morgen .sein, deren Grasettrag auf büj Weise der Allgemeinheit zugute kommt. Zchl fach teurer und noch höher ist das Gras ’A öffentlichen SScrfteigerungen gekommen, die Ä Wetter grand abgeballen 'nnirbcn. So wurden fl O be r - B es s i n g e u, wo die Gemeinde bte OJrjy ernte ihres vor mehreren Jahren vom gürM zu Lich käuflich erworbenen Wiesengelänbes steigerte, von HäMera 1000 Mk. für bm fDhrfffl geboten. Tie Bauern protestier!en mi; Reckst ctrtn gisch gegen biefe unnatürlichen Airgebote R verlangten, daß die Versteigerung für rnigilO! erflärt würbe.
O Grünberg, 22. Juni. Die drei Zlvr vereine bes Vogelsberger Höhew-ClubH Grünleit Lanbach und Mücke unternahmen heute ernt «'j meinsanre Töanberung nach Stangenrod— Hain. Professor Roescheir-Laubach IpKtt hier Vortrag über das in dieser Gegend am 21. RM 1761 nxilyrenb des siebenjährigen Krieges sick «a spielende Gefecht. Der auf Seiten Friedrickx- ist Großen käurpfenbe Erbprinz von Braunsch^t! wurde hier in dem „Treffen bei Atzenhain"^ einem französischen Heere, welck-es das Lum^ heraufzog, überfallen unb unter Verlust von *-v' Mami Gefangene, 11 Kmroncn und 19 JJwte* 5um schleunigem Rückzu>g(in der Richtung auf Htemünben gesrnrngen mtb entging nur dura» Serenngtmg mit einem anderer preußischen ral, namens Luckner, der aus ber Gegend xOiWJ herbeieilte, ber völligen GefMrgetmai^ne stsW Heeres.
K K l c i n - L i n d e n, 22 Juni. rcr Unfall trug sich vor eiligen Togen zu. baß ein achffechnger Knabe einen Mast elektrischen Ue berlanblcitung erll'M terte, um ein Spatzennest crus-Mmehmen. (rr ^7i rührte dabei b.m LeitemgÄrraht unb stürmte u« Stockwerke hock) herab. Den Sckrwervetec^l brachte man zur Klinik, wo er zwei Tage oeiUtte los lag. Es erfcheint fast rote ein Wunder, o'U ber Junge trotz des hohen Sturzes und *J (jeftigen elektrisckien Schlages sich auf dem baldiger Genesung befindet.
r. M u schenheim, 22. Jmri. Der hi^D Lehrer Günther beging am Samstag beit - I Jrmi fern 25 jähriges Die st j ubrlaurn ist seit 1898 an der hiesigen 1. Klaffe lang; vollst tu ar er 4 Jahre in fEobgen bei Gteßm.
kommen. Ta tönt icms ber Kirche OrgcMani. Treten wir ein. Es ist die wohlvertraute „Tvk. k a t a und Fug e" von I. S. B a ch. Erst lich hätten mir das Werk gar meisterlich vv,g> tragen. Ob es dem jungen Künstler dort eben» gelingen werd? Aber nein! Es ist ja J o h.
Bach, der da. ^u uns spricht. Lasscm wir tilti Kriterium brftite unb dcn< Deister oh-ne ,-ede H'n- mung auf uns wirken. Wie das wotzluck. W<r er und packt, unser Innerstes aufnxiyit, miirci^, herb, wahr bis zur Hätte, trotz der Ecken Kanten so schön: urbeutsch. R«ht so! Bach kern anderer darf an ber Spitze eines Ongelkor^ stehen. Tas empfinden wir heute _ wieder eiii Neue. Ter letzte geivaltige Akkord ist verklunam. Nun zeigt die Bortragsivlge zwei Efemere „Lieb ohne Worte" von Tschaikowsll intb „$) ir tenl ieb// von Wieder. Es füü beides harmlofe Gaben, döach Bach knK es uni scheinen z u lxtrmlos. Der Satz vom Tfcigactewi^ dürfte btnlänglid) bekmurt fein; er wurde vom Är- zertgeber mit geschmackvoller Registnerrmg atz, geführt. Tas „Hittallied" zeigte sich al» Län> lichcs Stimmungsdilb meist illcht ohne persönlchi Eigenart. Tiefen beibai Stücken moderner Rch tung folgte ein „Kon zert" von Händel. Vch ein llnterschicb zwisck<n dem Stil der betoen Zeü, genoffen Bach unb Hämbcl! Spricht ans Hän^ ben bte Engländer als einen der ihre« burfjen, unzweifelhaft die Ton spräche, die er mit der dr«, fchen Organisten-El^ehnng in sich oufgeeromen, bat, so haben doch Italiener unb unb
nicht zuletzt das englische Publikum an keim Form unb Farbe mitgefcilt unb geglättet, iad Turchscküiitts-Zuhörer ürmmt bas g«r feljr ent«: gegen. Tas soll nun iveder für den ZuhHecr, für Händel ein Borwtlrf fein. Ganz besvmderS Brücke zur mehr verinnerldtteen .Kunst Jotz. LÄ Back/s ist uns der „Meister Erhaboven" Härt« geradezu unentbehrlich. Tte angeborc*« (kimum tiiche Neigung des Romanen spricht ans der Qti gelfoiiate des vottrefflickten fvanzösifckM Cd aelmeisters und Komponisten A. GuilmanU Hier wissen vor allen Dingen bic Scksätze zi fesseln. Gettagene Stellen atmen etwas GouM und geraten leicht an die Grenze zum Süßlicled Aber da, ido es Leben und Bewegung gibt, bkiti dieser Bvllblut-Franzose immer interessant. Wieda folgen «zwei flttiie Stücke: ein Lentolugubril von Grieß, das 'nur eben die Eigenart des uw dischen M-cisters vermuten läßt, und ein wckl'I tuendes „Andante" a. b. 2. Sonate von Phil Wolfrnin. Tas war toieber Orgelmiffik. 2« Beschluß bildete eine Orgel-Fantasie doh Wieder voll jugendfrischer Tasernsbejahung, ii der der Konzertgeber noch einmal alles zufammcA faßte, was er an Manual- unb Pedal teckwik im
Kilogramm 58 Ps., StranEenbrot Wogramm 72 Ps. I mer-Anfang. Der Üenj entfaltet noch irnmal s, Krankcnbrvtdäeter: Fritz Schreiner, Lindenplatz, schönste Pracht, elje er Dem Sommer seine & Joh. Müller, Seltersweg, Apitz & Ehrhardt, Krofdorf er Straße.
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