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mbtr 1919. ;

Saftroirtsgdjiljtt, (eöntrbunö und r Verbund.

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Nr. 274

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Erster Vielt 169. Jahrgang Samstag, 22. November 1919

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Totensonntag.

Man spricht von einernationalen Welle", die über uns gekommen sei. Wenn man dabei nur die äußeren Hergänge im Äuge hat, die uns in den lebten Tagen vor­wiegend beschäftigt hüben: Hindenburg und Ludendorff in Berlin, die nationalen Kund­gebungen in Versammlungen, auf den Stra­ßen, den Widerhall, den die Bekundungen der Heerführer in einem großen Teil der Presse erweckten so sieht man derWelle" nicht auf den Grund. Der laute Alarmruf Scheidemonns imVorwärts", die Berliner Plotestversammlnngen ter Sozialdemokratie, deren mißtrauisches Wittern einer Realtion, sogar einer gegenrevolutionären Bewegung, Vies alles erschöpft gleichfalls nicht die Ent­wicklung, die unser nationales Gefühl fetzt durchmacht. Es ist nur Schaum auf der Welle, über deren Schwere und Tiefe die Lärm­macher auf beiden Seiten sich doch nicht redjt klar zu sein scheinen. Die Zuspitzung des iunerpolitischen Kampfes ist bedauerlich. Man hätte wünschen sollen, das deutschnationale Feuerwerk wäre unangezündet geblieben, denn wir wollen ja keinen neuen Umsturz und keinen Bürgerkrieg, und die innerliche Ent­wicklung unseres Volkes bedarf so vieler Ein­peitscher nicht. Viel gewaltiger und wirksamer waltet das Schicksals Vielleicht hat die Hand der Vorsehung mit grollender Absicht uns wieder einmal zusammengetricben, die hinaus schwärmenden Ungetreuen des Vaterlandes mit strengem Geheiß unter ein großes, graues Zeltdach der Sorge gestellt, damit eine geistige Wiedergeburt erfolge. Heute muß ieder von uns ein Deutscher sein, denn das Ausland, die gegen uns verbündete Welt, will es! Ihr seid und bleibt Deutsche, so fch'/lt es uns entgegen. Das Joch des Frie- densvertrages ist uns auferlegt, und jeder Deutsche muß es tragen mit Steuern, Leiden und Entbehrungen. Als einige Delegierte mit Zustimmung der fremden Mächte hinaus- reifen sollten zu jener Washingtoner Arbeits- 'onferenz, die ohne welterschütterndes Er- g^bnis geblieben ist, txf mußteN^ie wieder Zurück, weil fein Platz für sie auf den Schiffen iur Ueberfahrt war. Jeder Tag bringt neue öammerschläge auf den deutschen Geist, um ihn zu schmieden, um die fremden Schlacken aus . ihm herauszuschlagen, die noch, in ihm stecken. Alle tägliche Arbeit, alles Trachten des Einzelnen, der in der Zeit des Glanzes und Aufstieges unseres Reiches ungehemmt inS Weite dringen konnte, wird durchdrun- gen, durchwühlt von der Sorge und Armut, ie das ganze Land durchziehen. Das ist Die nationale Welle, auf der wir zunächst kein kühnes Segel spannen können, auf der aber auch die Parteien der Linken rudern, da weder ein ausgleichender Völkerbund, noch eine Weltrevolution in Sicht ist. Die Parla- mentswahlen in Frankreich haben den Sieg eines nationalen Blockes gebracht, und in Italien wird man wohl ein Gleiches zu ver­zeichnen haben. Und wer glaubt noch recht an eine Weltmission der russischen Bolsche­wisten?

Im lauten Streit über das Vergangene, über Krieg und Unglücksfrieden, kann es zu keiner vernünftigen Entscheidung kommen. Er hemmt die positive Arbeit, überlärmt Die uns zuträglichen Gebote und Weisungen. Wer nach den letzten Verhandlungen des parla­mentarischen Untersuchungsausschusses etwa noch in Haß erglüht gegen unsere Heerführer im großen Kriege, der ist in seinem mensch­lichen Begreifen arm und ist zu bedauern. Wir sollten einsehen, daß wir zwar von oer Zukunft noch manches Aufhellen der Schulo- fragen zu erwarten haben, daß die Schuld- ipniche aber jetzt nicht von erhitzten Par­teien gefunden werden können. Hindenburg hat schon danach gehandelt, indem er nach einigen grollenden Worten milde einlenkte iinb' bem früheren Kanzler, dem er bei der Wiederbegeanung übrigens lange die Hand gedrückt haben sott, die ungeheuren Schwie­rigkeiten zugute hielt, die dessen Amtsfüh­rung so vielfältig belasteten. Verbrecher sind unter den Männern des alten Regimes nicht zu finden, Trauer, nicht Erbitterung und Rache, will in die Herzen des Volkes.

Die Entwicklung seit der Revolution, die gestern und heute verklungene Gegenwart, ge­statten es wohl, daß wir im Geiste friedlicher Einkehr morgen die Gräber der Toten schmücken, deren stille Sprache bedeutsamer ist

Ministerium des Auswärtigen mit dem Gene­ralsekretär Dutusta und dem Seiler Der poli­tischen Angelegenheilen Berthelot. Es fand ein erster Meinungsaustausch bezüglich des Pro­tokolls statt, das die deutschen Vertreter zu un­terzeichnen haben. Das Protokoll bezieht sich aus die Durchführung derjenigen Waffenstill- ftandsbedinguiige.i, die am Tage des Inkraft­tretens des Versailler Vertrages noch nicht durchgesührt worden sind.

Tic Gr ppc in Pari».

Genf, 21. Nvv. (WTB.) Tie Genfer Blätter berichten, daß in Pans die Grippe untre sehr schn'eren Er,chcinung's?ormen erneut ausge­brochen ist.

An- Italien.

Bern, 20. Nov. Rach dem endgültigen Er­gebnis der italienischen Wahlen werden Die bür­gerlichen Parteien in der neuen Kammer eine sichere Zweidrittel-Mehrheit bej&en.. DerJdea Razionale" zufolge wird die neu? Kammer ans 243 Konstitutionalisten, 155 So­zialisten, 102 Ikkatholiken und 8 Republikrnern bestehen.

TasGiornale d'Jtalia" glaubt, biß Ritt: sich mit dem Gedanken trage, nach (Srcfäuing der neuen Kammer eine Umbildung des Ka­binetts vorzimehmen. Der schon wiederholt an- geliinbigte Rücktritt Tittonis sei wahrscheinlicher als je, da Tittoni das Senatspräsidium überneh­men werde.

Päpstliche Vertretung in Japan.

Rom, 21. Nov. (Wolff.) Stefcmi. DerOsser- vatore Romano" meldet, daß der Papst be­schlossen hcne, in Japan eine apostolische Ver­tretung einzurichten. Er ernannte Msar. Fuma- soni B i o n d i, gegenwärtig apostolischer Ver­treter in Ostindien, zum ersten Legaten. Zum apostolischen Nuntius in Chile ernannte der Papst Aloisi Masella.

dem Ueiche.

Sammlung des Handwerks.

Vor kurzem ist in Hannover eine der größten wirtschofllichür Verbände aesclaffen worden im Reichst:- band des Teutjchcn Hand­werks, der sich über das ganze Reichsgebiet er­streckt und alle Innungen und sonstigen Fach­verbände des selbständigen Handwerks, die Ge­nossenschaften, Gewerbevereine und die Hand­werks- und Gewerbelammern umfaßt. Seine Hauptaufgabe sind die Sicherstellung des Hond- w.rks und seiner beruflichen und wirtschastlickien Organisation in der deutschen Wirtschastsverfos- snng, dec Ausbau dieser Organisation, die Herbei- fühning einer Gemeinschaftsarbeit mit den Arb?it- n-Innem, kurz alle wirtschaft ichen Interessen des Handwerks mit Ausnahme aller Prrteipo itif. Aus- geaangen ist die Anregung vom deutschen Hand- w:rks- und Gewerberammertage, der damit eine st rassere Zusammen sas'ung und dadurch die Mög- lickkit eines einheitlichen Ausdrucks der gemein- schaftlich.n Handwerkeri.iteressen herbei geführt hat. Keine Einixurgwerhand nngen in Der Soz'.al- demok a'ie.

Berlin, 22. Nov. (WTB.) Wie das Zcntral- Komitee der Unabhängigen sohialdemo- kratischenPartei Deutschlands in der , Frei­heit" mitteilt, ist au den umlaufenden Gerüchten über Einigungsverhandlungen der so­zialdemokratischen Pa teien fein wahres Wort. Demselben Blatt zufolge sind die Mit­glieder des sogenannten revolutionären Vottzugs- vales: Neumann, Stott, Mattzahn und Eckert ans der Haft entlassen worden.

Sozia Demokraten in Beamtenstellen.

B e r l i n, 22. Nov. (Privat-Tefezr.) Ge­genüber der Behauptung eines rechts stehen­den Organes, daß allein in Preußen bis zum 25. Oktober 145 Mehrheitssozialdemokraten durch Ernennung in Minifterial- und Land- ratsamtsftellen gebracht seien, stellt dieAll­gemeine Deutsche Zei.ung" fest, daß die Zah' der in'-ere Verwaltungsstellen eingerückten Mehrheilssozialiftcn einschiicß.ich der Reichs und Staatskommissare, Re^ierungs- und Polizeipräidenten, sowie der kommissarisch be­stellten Beamten nach dem Stande vom 15. November in'Preußen 41 betrage.

Ein Proz b Crztergers g"gen einen Rcdakteur

Berlin, 20. Nov. (WTB.) DieB. Z." berichtet über den Prozeß Erzbergers gegen den verantwortlichen Redakteur Dr. Bülck, be­ben Minister in einem Artikel derDeutschen Zii hing" der L üg e gezielten hat e, weil dieser erklär« k)aben sottte, die Million Goldutark zur Buße den getöteten französischen Sergeanten Manhein sei der Regierung von privater Seite zur Ver­fügung gestellt worden. Der Angeklagte erklärte, er habe sich insofern girrt, als diele Nachricht nicht von Erzbergei:, sondern aus der Pressekonferenz, und zwar von einem Vertreter des Auswärtigen Amtes stamme. Erzberger sagte aus, er sei während des betreffenden Zeitraumes nicht in Berlin, son­

dern aut Urlaub gewesen. Der Angeklagte ließ eine entsprechende Erklärung ab^elen, doch hielt der Staatsanwalt eine SScfhafung für nötig. Das Urteil liegt noch nicht vor.

deutsche Nationalversammlung.

Berlin, 21. Nvo.

Auf der Tagesordnung steht zunächst eine größere Zahl

kleiner Anfragen

Tem Ab^. Telius lDern.) bestätigt

Mii:ist.rcal)irektor v. S t o ck ha m m e r n, daß den Beamten der Reicktsfinanzvertval.ung das Auf- rückcn aus bett Stellen des unteren Dienstes in den mittleren und aus denen des mittleren Dienstes m den höherett bei nadjgi.ivielcnet Befähigung allgemein ermöglicht werden sttt.

Eine Ansrag.' Schiele (T.-Natl0 befaßt sich mit einem Erlaß des Landrats Schubert in Schmallaldm, der die Bürgcrntcister für den ftatl der Nichtli ferung von KarbMfeln aus die Gefahr der Selbs.h.lse btr Shtdlbevölkeruny' li trei; und jede Höchstpreisül<rsckwcitim g mi. scharfer Strafe l-ebvoht. Tie Ansregf: verlangt Auskunft, was die Regierung gegen ti.fenTervor" und dieUn- g.'sehlichkcit" dieses Borgel^ns zu tin gedenke.

Untersla.atsfekretär Tr. Peters kann in her Bekanntmachung! iveter eine Tnohtmg nvch einen Terror erbl cken. (Sehr richtig! link?) Die Span­nung- sei durchaus bered)'igt, wie die Vorgänge in der Provinz Hessen-Nassau y ig'.en, wo die Landwirte sich mrityrten, Kartofs Ln zu liefern, stlang>.' nicht die Preise herausgesedt seien. (Hört! hört! links.)

In einer Anfrage von Abgeordneten der Teut- schen Temokratischen Partei wird ü'-er cne B> drohuug der K o a 111 i o n s f r e j h e t r durch M it- glteder der freien Gewerkschaften «Klage geführt und am die Eingabe des Ortsverbwndes der deut­schen Äewerkvereine in Frankfurt a. M. an di: Natioiralversammlnng verwiesen.

Geheimer Regierungsrat Tr. P f ü fe ne r: Di: Silagen über Verletzung der Koalitionsfreih'it, tm der Regierung in letzter Zeit wi.>derholt zugegan^ gen sind, richten Jid) nicht allein gegen Die freien Gewerkschaften, sondern gegen die Verbände s ä m t- llcher Gewerkschaften. Tas Reichsarbeitsminc- sterium hat die Spitzenverbäiche der Arbeitgeber zu einet Besprechung über die notwendigen Maß­nahmen zum Schutze der Kvalitionsrrei'heit ein* geladen. Neue gesetzliche Bestimmungen baltit mir nicht für erforderlich.

Aus eine Anfrage des Abg. R ö s i cke (T. TZtlJ wegen der Störungen int Telegraphen- dienst antwortete ein

Regierungsvertreter: Bei Beförde­rung bet Telegramme mit der Post ist im Falle von Störungen oder Leitnngsüberlastungen ein: Be­nachrichtigung d s Absenders nicht durchführbar. Tic briefliche Beförderung ist mir ein Noto:Helf, von dein leider in den testen Monaten infolge der ungeheuren Steigerung des Verkehrs und der Drsteitsschwierigkeiten mehr als frstl-er hätte Ge­brauch gemacht werden müssen. Tringende T'le- grnmmc sollen tunlichst auf beim ganzen Wege tcligraphisch befördert werden.

Eine Anfrage des Abg. Dr. Mittelmann (D. Vp.) ^handelt die

Bluttat eines franzüsiW'n Soldaten im Saorrevicr. Dort wurde b katmtlich die Tochter eines Grubenbeaiuten, die nach eben bcstMidener Reifeprüfung die Universität Jena beziehen wollte, von einem französisch^ Soldaten auf einem einsamen Waldwege überfallen, vergewaltigt und auf bestialische Weise ermordet. Der französische Offizier, dem der Fall unterbreitet wurde, hat, so heißt es in der Anfrage, strsnge Untersuchung zngesagt. Bis heute sei jedoch n ictytd gesck>ehen.

Wirkl. Geheinier L^gationZrat Eckart: Der Tatbestand wurde auf Grund rin es Funk pruches aus Nauen durch die deutsche Presse verbreitet. Tie französische Regserung eirkivb hiergegen in einer Note des Generals N u da n t an die deutsche Waffeustillstandscommission in Spa heftigen Wi­derspruch und teilte mit, daß General Fay olle in seinem Befehlsbereich NackKorschungcn ange­stellt habe, die aber er geb m hätten, daß die Nach­richt vollkommen erfunden sein müsse. Spätere Mitteilungen von privater S.'ite lleßm es jedoch möglich erscheinen, daß das Material Fayolles nicht lückenlos gewesen ijt. Weitere Ermitte­lungen durch die zuständigen beuti'dyen Behörden iint> im Gange. Sollten sicki die Darstellungen der deutschen Zeitungen als richtig evw.isen, wird die Regierung ungesäumt Sckiritte tun, um eine der Schwere der Tat entspverhm.de Genugtuung! zu verlangen. .

Aus cme Anfrage des 1tbg. Schiele (T- Nat.), die schon einmal in einer früheren Stbung ^handelt worden war, gibt .

Unterflaat5f?fr tär Dr. Peters eine Schil­derung nach amtlichen Berichten über den angeb- ichen Uebersall des Ortes Meins selb durch trierer 93ärger zur Kailoflckceqi iierung: Von einer Selbschilsc der Stadt H7rier kann nicht ge­sprochen werden. Ein Beamter des Trierer Land- ratsamts l)at beim Gemeindevorsteher von Rrins- seid lediglich die Erklärung 'verlangt, die ptticht- mäßige Ablieserung von Kckrtosseln zu Höchst­preisen durchführen zu wollen. Nach Ablauf der Frist ist durch Gendannc riemaiinschasten zur

als das Wortgefecht ber Lebenden. Die Sai­ten der deutschen Laute zittern batmn im Sch'.cksalsweheu. Liebe und Treue kommen mit herauf. Wieviel Großes ist boch auch in den letzten Jahren von Deutschen gele.stet wor­den! Unsere Toten hatten den größten Teil daran, und wir dürfen diese Erinnerung er­heben ttnd bekränzen über allem Elend um uns. Die deutsch-: Einheit ist uns bewahrt ge­blieben, und das ist doch tröstlich, daß alles, was unser war, sich mutig und treu auf dem deutschen Boden zu aminensinden will. Es ist noch etwas in unserem Volke von dem Geist Fichtes, der auch auf die Toten horchte und die Sttmmen der Ahnen aus der grauen Vor­welt reden ließ, die sich dem Rörnertum widersetzten:Wir standen jenem und besieg­ten .es; ihr seid verstäubt worden vor dem neuen Rörnertum. Auch sollt chr nun, nach­dem einmal die Sachen also stehen, sie nicht besiegen mit leiblichen Waffen, nur neuer Geist soll sich ihnen gegenüber erheben und aufrecht stehen. Euch ist das größere Geschick zuteil geworden, überhaupt das Reich des Geistes und der Vernunft zu begründen und die große, körperliche Gewalt insgesamt, als Beherr.chmdes ber Welt, zu vernich en. Wer­det ihr dies tun, dann seid ihr würdig der Abkunft von uns."

Gembe so lautet auch heute die Sprache der Vorfahren. Der beutkbe Geist soll sich gegenüber den Geg nern e.he:en und ausrecht ftchen. Der Geist der Einheit und der Ar­beit, die ihre Bausteine auf den festen Grund­lagen des Reiches sicherer zu finden vermag als das Volk der Befreiungskriege. Wenn wir an den Gräbern der Toten auch nicht an einen vollendeten inneren Frieden denken können, so könnten wir doch einen großen Teil der abgestandenen Gegensätze und unfrucht­baren Streitigkeiten über Bord werfen und versuchen, der nationalen Parole einen ver­mittelnden, nicht einen auseinandersprengen­den Klang zu geben.

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Lloyd George über die Blockade der Ostsee.

London, 21. Nov. (Wolfs.) In Beant­wortung von Anfragen, die sich auf die rusii- s che Politik bezogen, antivo.tete Lloyd George im Unterhaus.Die im Batti um unter Mitwirl'mig der a Lierten und assoziierten Mächte versolgtc Marinepolckik ist nicht nur die­jenige Groß-Britanniens. Es gibt streng genom­men keine Blockade der ru'si chen Ha en. Wir haben die baltischm Provinzen in ihrem Kampe gegen die bo:schewiäisck>e Regierung unterhält u.ib da ergab sich die Notwendig.eit, die bolschewisti­schen Schisse am Auslauten zu ver­hindern, sowie ihr etwaiges Eingreifen an der basischen Küste unmöglich zu machen. Auck> mußte verhindert werden, daß diese Schisse die bolschewistisck-en Truppen in ihrem Kampfe unterstützen und ihnen Munition und Verpflegung xnführten. Die EisbiDung Hal jetzt die Frage gelöst. Die englische Flotte denkt gar nicket daran, noch im nächsten Früh­jahr in der Ostsee zu patrouillieren." In Beant­wortung einer Anfrage über die neue inter­alliierte Konferenz, die zusammentreten soll, um eine Lösung der russischen Frage ansu- bahnen, erttärte Bonar Law, daß eine solche Konferenz $ufamntentreten müsse, jedoch fei ber Zeitpunkt noch nicht bestimmt. Bonar Law lehnte esab, über diese Konferenz weitere Mitteilungen zu machen. Schließlich enoiberte LloydGeorge auf eine Anfrage, bie daraus anspielt, man möchte die Vertreter der R-audstaatcii und des Generals Denikin zu einer interalliierten Konferenz ein­laden, daß die interalliierte Konferenz die eine oder andere Anregung sick^rlich mifnehmen werde.

Aus dem englischen Unterhaus.

Amsterdam, 21. Nov. (Wolff.) DerTel> graaf" meldet noch, daß Lloyd George in oer gestneen Unterbau ssitznng eine große An­zahl Frag»m beanttoortet habe, u. a., daß in Lon­don wahrscheinlich bald eine interalliierte Konferenz zur Besprechung ber Lage in Ruß?- lanb ftattfinbe, und daß die zweite Lesung der Antidumpingbill in zw>i Wochen in Aussicht ge­nommen fei. Lloyd George hofft, daß das (besetz noch in bi-lcr Sitzungsperiode anfenommen wird.

Das Kriegsamt und t-ie Admiralität befassen sich mit bent Plan ter Anlage eines Kcmaltunnels.

Gc'esckiche Maßnahmen zur Eihöhnng ter Lcbensmittelerzcugung in England roeroen dem­nächst vorg^ schlanen werden.

Der erste Minister sagte, es bestehe keine Hoff­nung, die Lage in Wien zu ucrbelfern, ohne die Unterstützung der Vereinigten Staaten.

Deutsche Delegierte in Paris.

Paris, 21. Nov. (WTB.) Die deutschen Delegierten Freiherr von Lersner und Simons trafen sich Donnerstag abend im

Zeichne mit 500 Mark bar

und 500 Mark Kriegsanleihe

12D47o

1000 Mark Deutsche Spar-Prämienanleihe