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Erster Blatt

169. Jahrgang

en

nach Völklingen

Völklingen toeriüljrt. Sohns, der als Haupt- der Landwehr Kommandeur eines Pionier­

mann

it-Darrnftadl und der Provinz b- haben folgende Entschließung fa

Hessen-Nassau

Haffen. Ter Anreiz zur W.vanderung ward um

egert.

markt war am Mittwoch von ausländischen

eine Großhandlung kündigte das Eintreffen von

nerbe.

ermann.

en.

n des Kreises wird fort ortsüblich zu

auf einen Anschluß der Pfalz, des Nahetals und eines Teils von Unterlaufen an diesen deutschen Gliedstaat gerichteten Bestrebungen im Nahmen der Reichsverfassung für notwerrdig.

den Vertreter des H e s s i s ch e n V o l k s b u n - des aus Hessen-Darmstadt und der Provinz

auf die Preise. Dicke Bohnen, die bisher 80 Pf. kosteten, faitfim auf 25 Pf.

2-0 Waggons Ticke Dohnen, Erbsen, Salat usw. Tas große Angebot drückte natürlich sehr

Nassau (Wiesbaden) und das Nahetal (Kreuznach) *" Tbcig -[iUjrt, also dn genügend großes Wiri- laftsgebiet zur Turchifül/rung der Preise ge-

Dienstag,

Mi KmN 24. Juni ö. len Äre »

n. ^ersönitch-

Die Wirt«ng der Aufhebung derBlockade.

Berlin, 21. Juli. (Wolff.) lieber die voraussichtliche Wirkung der Aufhebung der Blockade wird von zuständiger Stelle vermutet, daß uns aus den neutralen und bis­her feindlichen Ländern große Mengen Le­bensmittel angeboten werden, zunächst freilich noch zu hohen Preisen. Die bevor­stehende Aufhebung der Devisenordnung wird den Handel erleichtern, aber nur teilweise, denn dem gewaltigen Bedarf Deutschlands entsprechen die zur Verfügung stehenden Zah- lungsrnittel nicht. Nur langfristiger Kredit kann uns Zahlungsmittel für untere dringend­sten Bedürfnisse schaffen. Die Regierung ist eifrig bemüht, unseren Auslandskredit zu heben. Langfristige Kredite werden die Va­luta steigern und eine Senkung der Preise her- beisühren. Die Kreditgeber werden aber nur Vertrauen zu uns gewinnen, wenn hier ge­arbeitet wird. Die Aushebung der Blockade wird eine sofortige und entscheidende Umwäl­zung unserer Ernährungswirtschaft nicht brin­gen können, doch wird mit einer fühlbaren Besserung zu rechnen sein. Eine großzügige Einfuhrkontrolle muß bestehen bleiben, bis ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage hergestellt ist. Bis dahin muß sich der Handel Beschränkungen auferlegen.

Freigabe des Gütcrvcrk'h s zwischen besetztem und unbesetztem Deutschland.

----- F r a n k f u r t, 21. Juli. Das Zivil­kommissariat IV heilt mit:Durch die Aufhebung der Blockade ist nunmehr auch der Güterverkehr zwischen dem besetzten und un­besetzten Gebiet frei. Verboten bleibt nach wie vor die Ein- und Ausfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial. Die Ausfuhr von Farbstofftn, Platina, Gold und Silber (gemünztem und in Barren), sowie fremdem Geld ist ohne Genehmigung des Interalliier­ten Wirtschastskomitees in Koblenz nicht ge­stattet. Aus diesem Grund wird die Kon­trolle derPo st Pakete mit aller Strenge durchgeführt werden. Kohlentransporte unter­liegen auch weiterhin den seitherigen Bestim­mungen. Der sonstige Güterverkehr ist keiner­lei Beschränkungen unterworfen: damit sind auch die bisher geltenden Bestimmungen für Ein- und Ausfuhr von Möbeln usw. auf­gehoben."

Attentat auf einen amerikanischen Stabs­offizier.

Genf, 21. Juli. Die Pariser Ausgabe des Neuyvrk Herold" läßt sich aus Koblenz melden.

Bataillons war, wurden in Belgien angerichtete planlose Zerstörungen zur Last gelegt, und er sollte in den nächsten Tagen nach Brüssel ab- transportiert werden, um dort von einem Kriegsgericht abgeurteilt zu werden.

Obsthöchstpreise im besetzten Gebiet.

rnt. Mainz, 21. Juli. Tas O berv er- svrgungsamt der zehnten Armee, dem die Versorgungsämtcr in Mainz, Wiesbaden und Kreuznach unterstellen, bat, angesicksts der Obstruktion der Händler, die sofortige Festsetzung der für Mainz gellenden Höchstpreise für den ganzen Armeebereich beschlossen und an die Nach­geordneten Stellen bereits Anordnungen ergehen lassen. Es sind damit eine Preisgleiclchit für das ganze bcs tz!c Hesse» (Mainz», das besetzte Hessen-

Mexikonisch-amerikanischer Zwi schcrrfall

Amsterdam, 21. Juli. (WTB.) Dem Telegraaf" zufolge melden dieTimes" aus Neu- york, daß die ohnehin gespannten Beziehungen zwi­schen den Vereinigten Staaten und Mexiko durch den Zwischenfall bei Tampico verschärft wur­den. Tie Mannschaften eines ameriiänischen Kriegsschiffes, die im Motorboot, daß das Sternen­banner führt, fischten, wurden am 6. Juli von mexikanischen Soldaten über falten und an "geraubt Ter Hilsssekretär des Staats^e^artemen s oer Ver­einigten Staaten erklärte, daß dieser Zwischenfall der ernsteste sei, der sich in den letzten Monaten ereignte hätte. Von anderen maßaebenden Persön­lichkeiten wurde er mit einem ähnlichen Vorfall im Jahre 1914- verglichen, der ein militärisches Auftreten der Vereinigten Staaten in Veracurz zur Folge 'batte. Der Marnesekretär Daniels erklärte, er habe um nähere Aufklärungen ersucht und von- dem Ergebnis dieser Anfrage werde es abhängen, ob der ameritanifd)e Botschafter in Mexiko Schiffte unternehmen werde. In verschiedenen Strafen wird jetzt offen von der Möglichkeit einer Intervention gesprochen.

Won foz

1b geringer, als auch die Pfalz und der Re­gierungsbezirk Koblenz in gleicher Weise vvr- gegangen sind.

ht. Köln, 21. Juli. Der hiesige Haupt-

daß der Platzkommandant, der amerikanische Major George C o ck r i l l, Gegenstand eines Attentats Aworden sei. Es seien, während er in ber Kaiser- Willielnr-Aiilage spazieren ging, drei Revolver­schüsse von hinten auf ihn abgegeben worden, die ihn jedoch verfehlten. Eine der Kugeln streifte nur feinen Mantel. Bi.-her seien alle Versuche, die Schuldigen zu entdecken, vergeblich geblieben. Wahrscheinlich werde die Stadt Koblenz von dem amerikanischen Oberkommando mit einer schwe- ren Strafe belegt werden.

Selbstmord eines Auszuliefernden.

Saarbrücken, 21. Juli. (Wolff.) Der Bürgermeister von Völklingen, Sohns, der sich hier in Untersuchungshaft befand, ist f r e i w i l l i g aus dem Leben geschieden. Wie verlautet, fand man ihn beim Oeffnen der Zelle in seiner Zelle tot auf. Tie L-eiche wurde heute morgen

Töll V. Witwe z»

Witwe zu Villiugeu iperrmafetegetn w

%'fc. f115

Ziusammws^. ----------------- _

Hessen, Hessen-Nassaus, des Kreises Wetzlar unb

Waldecks erstrebt, hält ein Zusammengehen mit der

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fuhr, ober welche Geschäfte sonst hier betrie­ben wurden, ist unbekannt.

Kultusminister" Klaus Krämer.

= Wiesbaden, 20. Juli. Der Gym­nasiallehrer Klaus Krämer, weiland Kultusminister" der Dortenschen Republik, hat den Schuldienst im hiesigen Gymnasium wieder angetreten. Bevor er bas tat, wurde in allen Klassen der Anstalt eine Verfügung der französischen Behörde verlesen^ wonach jeder, Lehrer ober Schüler, mit schweren Strafen belegt wirb, der Krämer offenen ober geheimen Widerstanb leistet, über ihn abfällige Bemerkungen u. dgl. macht. Krämers Lehrtätigkeit wirb vonSegen" fein.

Birkenfeld und die Rheinlande.

Birkenfeld, 21. Juli. (Wolff.) Die Zentrumspartei der Provinz Birkenfeld hat bei deit maßgebenden Instanzen den An­trag gestellt, daß in dem parlamentarischen Beirat für die Nheinlande' auch die Provinz Birkenfeld durch einen -eigenen Abge­ordneten vertreten wird. Dem Reichskom- rnissar für die Rheinlande sollen außer Aus- schüssen wirtschaftlicher Art Vertreter der Ar­beiterschaft aus dem besetzten Gebiet zur Seite gestellt werden. In diese Ausschüsse sollen auch Vertreter der Unternehmer und Arbeiter aus Birkenfeld entsandt werden.

Groß-Hessen.

Die in Gießen am 20. Juli 1919 tagen»

Berlin, ,21. Juli (Wolff.) Heute nach­mittag finbet eine Kabinetten dang statt. Zur Ver­handlung steht eine Verordnung gegen den Wucher bei Bermi.tlung von Mieteräumen unb ein Gesetz über Fetzsetznng ber Invalidität im Sinne der Jn- validffäteversicherung auf Grund des Militär- rentcnverfahrms.

Berlin, 21. Juli. (Wolff.) DerReichs- anzeiger" veröffentlicht eine Verordnung über die Preise für landwirtschaftliche Er­zeugnisse und für Schlacht- unb Nutzvieh uub eine Verordnung über die Vornahme einer Volkszählung am 8. Oktober.

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Migteit

Klemhandels- «Winttrleu

Wjai der tirofe.- "-Anlage 31, l5- August l.5s Engen sind Der fc. ium tat den

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und Menge mirb t unter Borlegung MMrtes bis zum )abei ist daraus zu nden Bestellmarken 1 und Bezugsmarke lung nicht einhält, 5&ire.

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die Großhandels- i aus der Rückseite idler die Ware ge-

Jahrhundertfeier Gottfried Kellers.

Zürich, 21. Juli. (WTB.) w i rische Tepeschenagentur. In einer Rebe au ... ib< r Jahrhundertfeier zu Ekwen Ctetefricb Kelle rS äußerte sich Bunpe'p'ü iest Karl A b o r, baß die Behörden des La.ideS gc mut wären, die berich­tigten Forderungen der Ärb.i erklärte zu verwirk­lichen, baß aber Rul;e unb Dibnung erhalten wer­ben müssen, um soziale Fortschritte herbeizuführen. Tie Schweiz werde ein ganz freies Lmrb bleiben, bas mit allen anderen freundschaftliche B^iehnn-

vrai'«fifl August

rgermnlterei nchen.

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tat. -----

Neue Pläne DortenS?

Aus Wiesbaden,teilt man derFranks. Ztg." vit: Man rechnet hier mit einem neuen Putsch u die Rheinische Republik. Seit Samstag ist der llczr.iphffche Verkehr bis auf Hairdelstelegramme «sperrt. Torten hat sich eine Leibgarde von lnrächst 30 Mann gescksaffen, die auf 100 erhöht neben soll. Oberst Pineau hat den Wiesbadener »wpizeiPräsidenten ersucht, diese Leibgarde nt die r.trutzmarmschast einzureihen: bisl^r hat sich ber »<Mze»Präsident Thon geweigert. Tie Ein- und D^reise-ErlaubniS wird nur in außerordentlichen riQIen gegeben, unb ist in den letzten Tagen sehr ftwwos gehandhabt worden. Man behauptet, daß |nn Geh. Regr.nrngsrat verhaftet worden sei um iKötter Platz zu machen. Kötter sei auch Mracmge gewesen, der die Franzosen auf Gc- birmrat Dröge aufmerksam gemacht habe, bei dem »um die Schriftstücke gefunden worden feien, aut ^tTiinb deren Tr. Springorum ins Gefängnis ?wandert fet Tie Schrift des Tr. Krämer ft m r cinr Justage von 1 Million gedruckt. I frage sich, woher die für die Herstellung Nftr Schrift notwendige Summe komme.

aber daß noch manches zu tun übrig bleibe. Im Friedrichshain wurden die Versammlungen.' durch Militär gesprengt. Als der Aufforderung zum Auseinandergehen nicht Folge geleistet wurde, feuerten die Truppen Schreckschüsse ab, worauf die Menge unter Hochrufen auf die Jnternaiionale sich zerstreute. In den ersten Nachmittagchtunden. bewegte sich eine große Menge Demonstranten vom Humboldthain aus nach dem Innern der Stadl zu, die sich allem Anschein nach zu den nm 4 Uhr angesetzten Versammlungen zum Schlosse begeben wollten. Aus der Will-clmstraße werden ebenfalls Ansammlungen gemeldet, aus deren Reihen hin unb wieder der RufNieder mit der Negierung!" erscholl. Die Regierung sorgte für ausreichenden militärischen Schutz. Die zwecke und dritte Ma­rinebrigade sind einmarschiert. Die Division Let- bow-Vorbeck ist näher an Berlin hermrgezogen worden. Alle öffentlichen Gebäude, besonders das Schloß, sind mit starken Wachen besetzt. ___

Frankfurt a. M., 21. Juli. (WTB.) In zrvei starkbesucksten Versammlungen ber Mehrheitesozialisten unb ber Unabhängigen wurde gegen die Weltreaktion unb für die Wiederver­einigung des Weltproletariates protestiert. , Alle Versuche der Unabhängigen, die Mehrl^eitssozia- lisren in ihrer Versammlung zu stören, führten zu keinem Erfolge. Tie Versammlungen gipfelten in einer Entschießung, in der den arbeitenden Brü­dern und Schwestern Europas Grüße übermittelt werden mit der Hoffnung, daß an Stelle be^ Mili­tarismus unb Kapitalismus die sozial islisck-e Ge­sellschaftsordnung errichtet werde. Mit dem Ge­sang ber Marseillaise ging bie Versammlung aus­einander. Zu Ruhestörungen kam es nirgends. Auch,die Arbeit wurde in allen hiesigen Betrieben aufrechterhalten.

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderhessen

SwiMngrrunddnick u. Verlag: Vrühl'sche Unio.-vuch- u. Steinöruderei B. Lange. Schristleltrmg, Geschästrstelle u. vruckeret: 5chulftr. 7.

22. M 1919 »ivahrre ton 2bijUy<n f -»< vis

9tnrtiminee vorder ount je b »d.ictikeck ptfb: (mm lfSist für 5-x^riger u S4mm breit« Örttid) 15 Vi, auswärts 13 IM, für Reklame» an,eigen Uun 70 mm 8?rvit 48 iq. hei Platz- orcidjrih20* Auisckckag. saavtichrr'tieiter: Ang. Auef^. yeraiitroortliiu 'm Politik: Ang. Goetz, für bei: übrigenieil: Dr. Reinhold 'enz; für den Lnzergenuil: o. Beck; lämihd) ui Gießen

21113 dem rreichc.

Flucht des Prinzen Max von Baden.

Berlin, 21. Juli. (Wolff.) DerVossischen Zeitung" wird aus Karlsruhe gemeldet: P r i n i Max von Baden, der sich zuletzt mit feinet Familie ht Salem am Bodensee aushielt, ist dieser Tage mit Familie in einem Motorboot nach der Schweiz geflüchtet unb auf dem Schweizer Ufer in Bottinyhofen gelandet. Zu der plötzlichen Flucht des Prinzen nach ber Schweiz erfährt bieKonstanzer Zeitung" von zuständiger Seite: Der Vorsitzende des Arbeiterausschusses in Ueberlingen berichtete dem Prinzen persönlich, daß Beobachtungen in den letzten Tagen erwiesen haben, die Kommunisten wollten einen Anschlag auf i h n ausführen. Wertsachen unb Geld sind von der Familie nur zu persön­lichem Bedarf mitgenommen worden. Die Ursache dafür, daß die Ausreise von einer Stelle am Bodensee aus geschah, die für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist, dürfte in der Besorgnis, an den Passierstellen belästigt zu werden, zu su eben sein. Tie Frage, ob ein staatliches Boot die Uebersahrt bewerkstelligte, wird Gegenstand einer besonderen Untersuchung sein.

Freigabe der Salzheringe.

Berlin, 21. Juli. (Wofff.) Varn 1. August ab können Salzheringe im freien Handel verkauft werden unb zwar unter Preisbinbung.

nt. 168

Terk6#n<r Anzeige, erscheint täglich, außer Soim- und Feiertags.

vezligrpreir:

monaU.Mk,1.60,viertel- fährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatt. Mk. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 viertel- jährl. ausschl. Beftellg. Fernlprech - Anschlüsse: für die Lchriftleilungl l2 Verlag,LeschästSstelle51 Anschrist sürDrahtnach» richten: Anzeiger Sießen.

poftscheckionto:

Zronksurt a. Hl. H686

Die Gliedstaatsbewegung.

Wie notwendig es ist, den Sonderbunds­bestrebungen im Rhcinlande einen autoritativ t»en Riegel vorzuschicben, zeigt eine Meldung der Frankfurter Zeitung aus Wiesbaden, wo­nach Herr Dorten abermals zu versuchen cheint, einen Putsch für die Rheinische Repu­blik in Szene zu setzen. Die Komödie des Herrn Dorten ist keineswegs als rheinisches Kasperle- cheater oderKölscher Klüngel" zu betrachten. Denn trotz der Verwahrung, die Minister­präsident Ulrich bei General Mangin gegen die reichsfeindlichen Bestrebungen Dortens rinlegte, werden seine Anschläge von Oberst Pineau immer noch offenkundig unterstützt. Auch dieKölnische Volkszeitung", die in der x.mzen Bewegung eine sehr zweideutige Hal­tung einnimmt und über den Sonderinteresscn des Rheinlandes die des Reick>es vergißt, regt sich wieder. Sie widmet einen begeisterten Iteitartifel einer Werbeschrist:Rheinlä n- der wachet au st, deren Verfasser angeblich verschiedenen parteipolitischen Richtungen an- gehören und die Fragevon der Warte der echten deutschen Rheinländer" beurteilen und besprechen. Es heißt darin:

Wir Preußen fein eigenes Interesse stets über alles ging, wie für seine Politik das Reich sick umner hat opfern sollen, so trumpft man auch beute imEhrgeiz ber Macht" (Ranke) wi-der 1 kch macht halbe Versprechungen, ver- tiöitet auf bie Zukunft unb wirft Schlagwörter in bie Massen. So die bösen stachligen Wort:: ' Zentralisation! Provinziale Autonomie! lieber P diese Ausgaben sind in Deutschland schon anbi r -. ' als bas nunmehr demokratische Preußen geschei- t<rt. . . Tas rheinische Volk läßt sich aber nicht al«speisen. Es verlangt gerade von einer Regierung, bie bie Demokratie in sich verkörpert, in einen: Zeitalter bet Selbstbestimmung weitestgehende Be- j nlcksichtig-ung seiner Wünsche, bie in staatlicher 1 Sckbständigkeck gipfeln. Tie Frage eines citeimschrn Bunbesstaates darf, ehe sie nicht zur Zufriebcnku'it des rheinischen Volkes gelöst ist, nicht tivber verschwinden. Was Schwaben, Bayern, Thü- ftcaen, Oberlachsen l-aben, bas soll auch enblich .. "tfber bas rheinfränkiscke Volk besitzen: ein selb- -f lurtbtgeä Staatswesen, in dem es feine Eigenart ' 'wswirkt. Das Deutsche Reich, bie deutsche Kultur ihren nicht schlecht, wenn auch enblich dem ideften, dem königlichen ber beutschen Stämme bie staatliche Freiheit zutell wirb.

Die Botschaft klänge ganz gut, wenn iiian nicht dem lleberbringcr den Glauben ver­stauen müßte, daß seine Absichten ehrlich sind.

Es darf nicht weiter gemuschelt, es muß 'larer Wein Lingeschenkt werden. Die Di-gänge im Rheinland drängen zu ein- lh'iitiger Lömng. Birkenfeld, von dem mehr- ach im Zusammenhang mit neuen Zusamm ii- chlüssen die Rede war, hat einen weiteren lZchritt getan und den Antrag gestellt, zu dem parlamentarischen Beirat für die Rheinlande burch einen eigenen Beigeordneten vertreten zu sein.

Wir wiederholen die Worte Ulrichs in der 'Zvlkskammer, daß wir uns den rheinischqp ^onderbundebeslr.bungen gegenüber nicht in tie unsinnige Situation der betrübten Loh- «wber bringen lassen dürfen, sondernim hrtereffe des Reiü;os und unseres Landes" ftudeln müssen. Wir begrüßen daher auch tie Entschließung des Hessischen Volksbundes, ter erneut alle Loslösungsbestrebungen vom 'ieufje verurteilt und durch Zusammenfassung minmesverwandter Gebiete diesseits und jen- !rits des Rheines im Nahmen der Reichsver- ffsuna einen starken Gliedstaat bilden will, allen auf Loslösung gerichteten Machen- [djaften einen mächtigen Damm entgegensetzt.

Der internatforale Streilfag.

Berlin, 21. Juli. (Wolff.) Von gut unter­richteter Seite erfatyren wir: In Frankreich streiren die Arbeiterverbände ber V c rke h r s i n st i t u t c wie Post unb Telegraphie u i ch t. In England i st v o m Streik nicht die Rede und in Italien nur an einzel­nen Orten. Wo gestreikt wirb, werden wirt­schaftliche Forderungen als Grund angcGeben.

In Stettin streiken feit heute früh die Ar­beiter der großen Betriebe. Tie Bcr'kehrsmittel sind im Betrieb. Jrn Freistaat Sachsen unrd die Aufforderung der U. S. P. nicht befolgt. In Leipzig führte, wie dieB. Z." berichtet, die Te- monstration zu keinem Streik. Tie Qfefchäfte find geöffnet, die Straßenbahnen verkehren. In Bres- lait lehnte die Mehrheit der Arbeitersck-aft den Streik ab. In Spandau wird in allen lebens­wichtigen Betrieben gestreikt. Es streiken die Straßenbahner, die Gas- und Elektrizitätsarbeiter. Spandau vhnr Gas und Elektrizität. In Sie­mensstadt verhinderten Streikposten die Arbeits­willigen, in die Fabrikräume einzutreten. Tas Wernerwerk wurde von einigen Hundert Arbeits­willigen gestürmt, bie Streikpo en schlugen sie aber in die Flucht. In den Staatsbetrieben Span­daus wird gearbeitet. An der Ecke Brunnen- und Jnvalidenstraße kam es mit Streikenden und wilden Fuhrwerken zu Zusammenstößen. Teilweise wur­den die Wagen umgestürzt. Im Weichbilde des eigentlichen Berlm Tarnen Temonstratwiten nicht vor.

Berlin, 21. Juli. (Wolff.) 2lus derB. Z." ist zu entnehmen, daß, wie angefünbigt, die Straßenbahn und bie Untergrundbahn heute nicht v-erkehren, dagegen fahren die Onrnibusse. Auch die Stadt-, Ring- und Vowrtbahnen sind in Be­trieb. Ter gewaltige Andrang, wie in der Zeck des großen Ver-krhrsstreiks, war nickst festzustellen, da viele große Betriebe feiern. Bei den städtischen Elekrrizitätswerken ruht die Arbeit vollständig. Auch in den Gaswerken wird nickst gearbeitet, aber die Gasversorgung ist darum heute doch nickst unterbrochen. Die Wasserversorgung hat keine Stockung erlitten. Zum Generalstreik entwickelte sich der Stre.k nickt. Bei den staackichen und städti­schen Behörden wird durchweg gearbeitet, ausge­nommen in ber Reichsdruckerei, ebenso in allen kaufmännischen Betrieben. Tie Warenhäuser unb bie Spezialgeschäfte sind geöffnet. Die für 12 Uhr mittags ang-. sagten Temonstrativnsversammlungen der Unabhängigen wurden bekanntlich verboten. Lebiglich aus den nördlichen und ösllichcn Vor­orten, aus Pankow und Weißensee, werden größere Ansammlungen unter freiem Himmel aemdoet, wobei Straßenredner das Wort fül^e-t. 2mch Um­züge kleineren Umfanges haben stattgefunden.

Berlin, 21. Juli, (Wolff.) Trotz bes Ver­bots von Versammlungen unter freiem Himmel versammelten sich heute Dormittag in Treptow unb im Friedrichshain tausende Anhänger der U. S P. D., um gegen den ©eroaltrrieben und Imperialis­mus für Völkerverbrüderung zu demonltrieren In Treptow wurde an fünf Stellen gesprochen. Adolf Hoffmann wies in einer Rede darauf hin, daß bas Proletariat zwar schon viel erreicht habe.

gefaßt:

Wir fordern erneut bie Freimachung des Wegs für ein starkes einheitliches deutsches Roich und oer- urteilen alle etwaigen LoslösungsbestrÄ>ungen vom Reich. Wir fordern das Recht freier poli­tischer Betätigung auch für unsere in den besetzten w ____________________ ______.,

Gebieten wohnhaften Stammesgenossen, denen nnr 'Gemüfen geradezu überschwemmt Allein treueste Hilfe zusagen. V

Der Hessische Volksbund, ber zunächst einen. 20 nnmeiffchlaß des ehemaligen Großl^rzogtum^ai'c.

A UlUVl , wv. Worms, 21 Juli. Ein Do rten- mit grün-weißer Flagge, in einige Damen und Herten saßen, fuhr rtflrr3ti9' ift sEstag um 1 Uh«, von Mainz kommend, stM 1,0 1 uükre Stadt. Dec Eleganz des Wagens

v ,»*1 öW lxf [?M ru urteilen scheint es den Herrschaften tot an Geld zu fehlen. Ob der Wagen durch-