Donnerstag, 2 . Mai 1919
169. Jahrgang
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1919.
319.
|fir.j fen in Versailles hcrauskommen werden!
der
reinlicher tfrieoe, der nicht nur
irüfhptgen,
einen Teil der a m e r i k a n i
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' Haftung- der früheren deutsckren Regierung
■*Cintn> r 11(6 g mau t werden könne. Teutichland
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Frieden.
(Wo! ff.) Ten zufolge hielt u. a. fegte:
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Bermäblw'! in Kfm« hen Dani qu 5Rin geb- 2)ols
Asquith über den
Amsterdam, 21. Mai. lischcn Blättern oom 19. Mai auith eine Rede, in der er
Die Antwsrt (Ekmcnccaus.
Daris, 21. Mat. (WTB.) Im Namen
gesagt, daß aus dem Angriff Wasser und zu Lande und in utschädigungspflicht her
roßten S)offnunaen zu setzen; man darf je* och annehmen, daß nicht noch einmal, wie
^chehr T-.e beutfefc Rc-. i rung hat, indem sic i n t r l e i Protest gegen diese Bchnwtnng legte, der.-.: Billigung anerkannt. Tent'chland
Vorhaben gemäß wirklich in den kommenden •r'if)rcn als eine zu mellende Kuh betrachten. 3ir nehmen an, daß Scheidemann das Nötige veranlassen wird, um Erzberger in den ihm ezogeneu Grenzen zu halten. Allerdings leint auch er auf den Völkerbund die
für weitere fünf Jahre als Teil der alliierten Truppen, die von Den.s >!and die Eriül-
Vie Aussichten einer Verständigung.
ZDie Antwort, die Cläinenceau namens ter Entente auf die deutsche Note über die ßchuldsrage erteilt hat, charakterisiert auss rrue die Gewalthaber, die sich auf alles, für nicht auf den guten Willen zu Recht und «rechligkeit stützen. Ein „Taschenspicier- ück" wird die Note mit Recht in einer halb amtlichen deutschen Notiz genannt. Es wird Jl6meitccau denn doch von aller Welt tgegengehalten werden, daß derjenige, der
ich nach verlorenem Krieg zu Entschadigun- bereit erklärt, damit noch lange fein uldbckenntnis auf sich nimmt. Deutschland k-h im November, daß es unterliegen würde, id nahm demgemäß die Bedingungen Wil- jend an, die in den bekannten 14 Punkten liegen. Die erwähnte halbamtliche deutsche Äotiz ist aus Serfaillea datiert und führt a a. aus:
,,^n der Note Lansings handelt es sich, wie djr Eingang zeigt, um die Auslegung des Bc- «isses . W edertersteliung der Jnva ionsgebiete". 'Tuse Wicderhen'tellung fonntc und mußte Deuisch- Ia.id ntemehmcn, weil es schon am 4. August 1914 durch den Mund seines leitenden Staats- inannes anerkannte, baß es den Krieg völkerrechts- »iteig, nämlich durch die Verletzung der getan* twrtcii Neutrafttät Belgiens nach Nordfrankreich Htneingctragen habe; um diese „Aggres ion" bau»
I es sich. Was die öaftbarfeit des bcutidjen Ävl- für die in ernationalen Verpflichtungen seiner
Tic Fri densbebingungcn unserer Feinde bedeuten nidtf Friede, sondern Zertrümmerung, Fortsetzung
Ni'tt n und assozii.r en R.gicrnngen antwortete ■ Irm c n cea u aui die Note des Grafen von ^rockdorff-Rantzau über die Lsidcrgut "cfring und die Zurückw.i'ung der Schuldder * über en deuts che n Regierung am Aus- tod) des Krieges:
Öcrr Präscdnk! In Jhr-w Note vom 13. Mai cklär n Sie, daß Teutschland trotz der Annahme « V.rvilidüung der En schädigung im Novern- « 1918 niet zugibt, daß diese Annahme die ^cr a it t )u o r : » n g für d e n Krieg oder für Wndlungen d r früh '.en beut!dien Regierung in 4 schließ:. Eine solche Bcrp llichttmg kann aber
Btiiti ntt « leib । aui t rin
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fcnd ann.sen, lertschlands zu tr fiu.t die E
uns war der Krieg nicht ein Angriffs-, fonter I ein Befreiungskrieg. Sein Ziel n>ar ein Friede, ter zwar eine entsprechende Bestrafung der Uctel- tätct l-erbeisührrn, aber fein Friede des Unrechts! sein sollte, sondern ein sicheret, endgültiger und
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trr eirtewT Ifl)dgn rtWjeini higlid), außer 6#nn- und neiertagi.
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rwnnil l)it.l.35,otertel- iibdirt) Dl(. 4.05 durch iiddole- il Zwei Steden rionatl Mk 1.25 durch lif Vafl Dlf. 4.05 uiertd- |il,rL ausschü Beüe'llg. fteniiptfd- ’ *lnld (iifie: rnbte3d>r',tleitunflll2 Lfrlda.^-fldjäiteftelleSl Bnltbrt't'i r trabtuadr nchien Anzeiger Bietz«».
peftschecttsnto:
[reihurt a. M. 1IM6
lung der Fr iodensbedingun ten zu er^Tvingen baten werden, am Rhein belassen zu dürien. We das Blatt meldet, bedeutet t-i?j neben dem Bündnis mit Frankreich einen neuen S eg Clemenceans und zeigt nod> deutlicher den Preis, den Wilson für die _________________________ ___________________I Annahme des Völkerbundes und die Ahlehiuulg der
«4. inbeüm tue erüATi. c'ue kMc Bcp-uu-- * .Antr äge Foü»s hat zalüe» mü^cy^
’t also 1918 beu Angriff und seine Vcrant* -'l ichkci: k.ar und stillsdpv.iienb nigegeben. Sie tiär n weiter, das; das deutsche Volk nicht für
beerben, sondern auch Mittel zur Sicherung Der Welt vor Zerstörungen und Verwüsmngen ’ v= künftiger Kriege an die Land geben sollte. Wie rk Gesdnchte zeigt, kann ein Friede nicht von Tauer sein oder Früchte tragen, wenn er etn) Scherbengericht von dauern der Wirkung und die Verarmung über eines Der Völler verhängt. Es liegt im Jniereffe aller, möglichst rasch dafür zu Ionen, daß Tent'chland unter angemessenen Sicherstellungen, Tür ne Der neue Friede sorgt, in den S and gesetzt werden sollte, seine Industrie neu zu beleben, feine fotlf~4 aixllen wieder zu entnxdeln und sein soziales und nirtschcftliches Leocn von neuem aufzubauen. Afjauith sagte ferner, daß der Erntritt in den Völurdund ledern Staate, der es wert ist, chm iebcpot oii53k gehst sollte '
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unerwähnt, und der Feind kann nun möglicherweise annehmen, cs käme uns auf ein «e Har Milliarden mehr oder weniger gar nicht
1 ii, und er tonnte das Deutsche Reich feinem
Schrist kann man entnehmen, daß di»Bel)andlung der Sriegvgc;angcncn seit dem Waffenstillstände vielfach vench echtert wurde. Angesichts der über* reichten Unterlagen, die aus Wunsch beliebig vermehrt werden können, wurde deiltscherseils die Erwartung ausgesprochen, General Nu baut werde nunmehr veranlassen^ daß die jetzt und schon früher geschilderten Mihstände in den fron« zösischen Lagern genau untersucht und wo sie vorhanden sind, mit allem Nachdruck abgcftelli werden.
&bt Verwaltungtzau-schnß der Entente im Rheinland. <
Berlin, 21. Mai. (WTB.) Im Rhein» land ist auf Anweisung des obersten alliierten: Minschastsrates eine Verwaltungslommission ein- g.fotzt worden. Tie Kommission hat ihren tzaupt- sch in Koblenz. Ihr Präsident ist ein Franzose, Tirard, ihm ist ein britischer Vertreter, der eine Sange Berwaltungsersahrung in Jndictr hat, Sit Darold Stuard, beigeyben.
Die Psal; und Frankreich.
Kürzlich hat in einer gewaltigen VersamM» lung der Pfälzer Lehrer folgende ftunb* g*:bung einstimmige Annahme gesunden:
„lieber 500 heute in Kaiserslautern versarn- nulte Lehrer und Lehrerinnen des Pfälzischen Kr«.islehrcrvereins erneuern ihr Bekenntnis fü!P ceut'chcs Volk und Vaterland. Sie halten auch im Unglück fest und treu am Land der Väter, mit cem sie sich unlöslich vereint fühlen durch Sprache, Geschichte und Wesenheit. Sie erheben freimütig Einspruch gegen jeden Versuch eine* Leslösung der Pfalz ober ihrer Teile vom deutschen Vaterlande."
Tie ttanzösisckie Zensur hat die Veröffentlichung dieser Entscksießung nur in fefrr verstümmelter Form zugelassen. TaS sagt genug!
Crnfte Unruhen in vulgaren.
Amsterdam, 21. Mai. (WTB.) Ter „Dailtz Herold" vom 19. Mai mdbet, baß sich die Nach- rid/ten üb t btn Ausbruch ernster Unruhen in Bulgarien bchätigen. In Sona kam eS zu blutigen Kmllikt ni zwis^M ber Garni on und der r.ty-lntionärm Volks"ena-, i- die Absetzung der Regierung und die Ausrufung bet Soroictregierung verlang e. InRuNschuk, PH li-povel und Warna kam es zu Ausschreitungen. Tie Truppen rveirrren sich überall, gegen die Bevölkerung vorzug.h n.
i*x verstanden worden, immn ihr die Verantwort- IWeit des Urheb.rs der Schäden als Ursache zu pmibc liegt Sie fügen bei, daß das deutsche ^3tt nie \inen Angriffskrieg geführt hol. -an ist aber in der Note des S:aatss.'kretärs * i n j i n g trom 5. Novemb r 1918, die Sie bil
mtrfuug abgetan, das sranzösischc Personal in den Lagern der dcutsck)en Üricg:gc angenen sei über jede Anllage erhaben. Daran hin wurde den Franzosen am 19. Mai eine kurze Tenkschrift mit Aussagen über die Behandlung deutscher Kriegs- geiangener in dem früheren Kampfgebiet Überreicht. Den erschütternden Einzell)eiten dieser
'id»*. 9 bod)ft djrantc- 3
früheren Regierung anlangt, so cr.annte die deutsche Itdegüiiau dir le ausdrücklich in dem Umfange an, m dem sie eingegangen sind. Sie bestreitet aber] tr Berechtigung der Gegner, das Volk für politische Vergehen zu strafen, die sie seinen abgelebten Führern zur Last legen. Tcutschland hat
^rus i che Regierung in dem jöertrag von Brrst- ten-5f wohl an dic Vertragsoerpflichtungen der cistifchen Regierung gebunden, hat ihr aber we- ber die ?Milliardenwerte noch die Menschlenopfer -gerechnet, um die der Ueberfall der $>eere des .hrtr. auf den deutschen Osten das deutsche Volk ‘Mtngte. Wenn die alliierten und assoziierten. Hrfiierimgen sich weigern, den Kommissionsbericht itr trie Schul bf rage herauSzugeben, so paßt hei in das Verfahren, in dem sie als Ankläger
b Richter auftreten. Der Angeklagte soll nidch »mal wissen, weshalb man ihn beschuldigt; er k verurteilt, ehe er gehört wurde."
Der deutschen Regierung ist es übrigens, erklärte Scheidemann bei einer neuen olkskundgebung in Berlin, nicht so sehr baut zu tun, zu protestieren und zu polc- ifieren, als vielmehr zu einer brauchbaren rundlage des Friedens zu kommen. Ob die ussichten dafür gut sind — wer will es ute wissen? Erzberger hat zweifellos wieder einmal seine Befugnisse überschritten, als tr in einer Unterhaltung mit dem Vertreter tineS gegnerischen Blattes bestimmte Vor- rilssetzungen nannte, unter denen ber riebe von Deutschland unterzeichnet würde. ie Frage bet Entschädigungskosten ließ
Au» Stadt und Land.
Gießen, 22. Mai 1919.
Aur Sem $ommerfa*)rp!an.
derTifenbahndirektion Frankfurt (gültig oom 1. Juni 1919):
Gießen - Frankfurt.
Gießen ab: P 4M, <p 507, <p g42, 8^4, D S«*, P 959, D 12'3, P 12*o, D 1^, P 2^, P 4^2, P 527, P M>, D 100_, D 10_s.
Frankfurt - Gießen.
Gießen an: P (von Butzbach), P 7'0 (von Butzbach), P 8 0, <D 8«, D 10 », P 1227, P 2«* (von.' Friedberg), T 2». P tzvs, P 314, P 6^, «p 8^, *D 10-«, D 1116, P ]47.
Gießen - Marburg.
Gießen ab: P 5^, P 630 (bis Lovar), P 8», D10w, P 123«, <p 318, P 51.. (bis Lollar), P 5'^>, P 7J (bis Lollar), P 6^. T R35 D 10^ D 11-«, P 1«.
Tier rg - Gießen.
Gießen an: P oon Lollar), P 6-", P 7<7 Lollar), P 73', D 7«, D 8^, P 9‘«, P 1207, P 2'*s P 2 7 (von Lollar), P 5", P 6^ (von Lollar). P 7**, V 8 s. D 9^, D IU00, >
dürfen? Warrn wir andere Bedingungen Ivert, wenn wir uns das alles aufbürben lieben, ch:ie zu mucksen? (Stürmifd)1» Nein 0 Nein, sage ich! Könnte man uns als Mitglied des Völkerbundes anerkennen, wenn wir ohne Widerspruch die Niugrstaltung anerkennten, wie sie dieser Friedensverrrag vor'i ht und die den Völkerbund zu einer leeren Phrase macht? Wir wollen nicht nur gegen unsere Vergewaliigung protestieren, sondern für die Völkerverföh iung demonstrieren. Wir sind keine Parvenüs des Pazisis-- mus. sondern seine Kern- und Stoßtruppe. Tie Voraussetzung für eine neue Welt, für ein neues CiuroDa, für ein Deutschland, das weiterleben kann, ist ber Völkerbund und die Aufnahme Deutschlands in diesen Bund.
An die Versammlung der Unabhängigen schloß sich svin Umzug durch die Stabt, der die Unabhängigen auch über den Wilhelms-Platz führte, wo sie mit den Mchr- heitssozialisten zufammenstießen und durch fortgesetzte lärmende Kundgebungen für oen Frieden und gegen die Negierung Scheibo- jnann die Redner der Mehrheitssozialistcn hinderten, sich verständlich zu machen. Die Mehrheitssozialisten erwiderten mit Gegen- kundgebungen, so daß schließlich ein ohrenbetäubender Lärm herrschte. Zu Zusammenstößen ernsterer Natur kam es nicht.
Der vorlaute Minister Erzbcrger.
Amsterdam, 21. Mai. (WTB.) Erz- berget erklärte in einer Unterredung mit dem Berliner Korrespondenten des „Daily Lerald" Allefard, je mehr er den Tert des Fricdensver- trages studiere, desto mehr erkenne er ihn als ein Dokument tragischen Unsinns. Zwei einander widerstrebende Ideen seien darin enthalten. Tie Franzosen wünschen eine möglichst groiie Entschidigung, wahrend die Briten darauf ausging n, i c t ge ürchteien Dandetslvnkurrent u zu bcf.ntigen. Jri>cs einzelne wäre noch verständlich, beides zugleich jedoch unv"rcinbir. Keine Regierung könne Drarliges un:erzeichnen. Der Vertrag müsse radikal geändert werden, wenn er unterznchnet werden lalle. Erst durch Gewährung des fofrctig-n Eintritts in den Völkerbund, gleicher tzande:sb dingnngen und ein r Volksabstimmung in den ftrirtig.m Gebieten könnte der Vertrag annehmbar werden. Ohne diese'drei Bedingungen würde feine deutsch: Regierung unterznchnen.
Ob die R gierung mit der Verkündung dieser br:i B dingungeir Erzlergers einv-rstcmden ist, ist eine andere Frage. Es schrint beinahe, als wolle £>cn Erzb.rger sich für die Bildung eines neuen Ministeriums in empVh.ende Erinnerung bringen.
tung würde allen Prinzipien des Völkerreck^s zu°I widerlaufen, daß eine Veränderung seines poli-1 tischen Regimes oder eine Umnxllzung sei >es > Landes genügen würde, um die ooic der Native übetnommmen Verpflichtungen ungülig zu machen. Es hat 1871 gx-genübei Franfreid' vor der Ausrufung der Republik, ebenso 1917 gegenüber Rußland durch die Abschaffung de. Zarismus durch die Revolution diesen vorge brachten Prinzipien gemäß gehandelt. Sie ver langen endlich die Ueberinit.lung des Berichtes ber Kommisfi 0 n für die Vcrantworrli Ickeit. Zur Antwort haben wir di: Ehre zu erwidern, daß die alliierten und asfoziierien Regierungen die Berichte der von der Fri denskonserenz eingesetzten Kommissionen als Dokumente der inneren Angelegenheiten bciradjten, dic wir Ihnen nicht untcrbr.iten können.
Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner Hochachtung.
gez. Glcmcncaiu.
Die zehnte deutsche Note.
P ar is, 21. Mai. (WTB.) Havas. Gestern wurde .von dem deutschen Bevollmächtigten die zehnte Note überreicht. Nach dem „Petit Pa- rifien" enthält sie das Berlanien nach einer Ergänzung des Fricdcnsverlrages.
Vie vcljchasi wilsonr.
Paris, 21. Mai. (Wolff.) Daoas. Wil so n, der seine bevorsteliende Reise nach den Ber.-iniaten Staaten voraussagt, aber in Ungewißheit des Zeitpunktes seiner Avrcise die amerikanijchen Inter- ciien nicht unbcrüdjidjtigt lassen biuüc, rid^ctc eine Botschaft an den Kongreß. Tie Botschaft beginnt mit iben Worten des lebhaftesten Belauerns, nicht persönlich die außerordentliche Session des jlongresses eröffnen zu können. Er fei ater von der Notwendigkeit, die Prüfung der verschiedenen Verpftichtungen der Finanzjahre 1919 bis 1920 nicht länger hmauszuscheben, überzeugt Tie Botschaft schreitet raich über dic FriedenS- verhandlungen in Versailles hinweg und erwähnt nur bie lange Zeit seit der Unterzeichnung des W a f f e n st i 11 st a n d e s. ES wäre verfrüht, fo^jt Wilson, die Friedcnsverhandlungen zu diskutieren und ein Urteil abjugeben, bevor sie ehwi abgeschlossene Fassung erhalten haben. Nach dieser Erklärung kommt der Präsident auf die innere Gesetzgebung < Amerikas zu sprechen. Er berührt dabei auch das Problem der Ä.rbeit»r. Er betont, daß er unter dem Problem der Arbeit nicht das Problem der Arbeits- Produktion verstehe, sondern die Frage, wie den Männern und lFraucn dic Arbeitsleistung ocr- mindert und ihre Lebensbedingungen verbessert werden können. Es sei auch Nie Frage zu prüfen, wie durch das Entgegenkommen der Arbeitgeber eine Besserstellung Oer Arbeiter geschaffen werdien. könne. $n erster Linie fei das mög'ich durch die Gesetzgebung, die jedem eü^eteen Staate über* lassen sei. Einl-eitlicher urflT besser gestaltete sich die Lösung durch eine gemeinsame zwischen allen Staaten ausgcdehnle gleiche Gesetzgebung. Amerika fei dadurch vorbildlich geworden, daß es den Achtstundentag eingcsührt hat und die Kriegs-, arbeit einschränkte In den Bereinigten Staaten hängen die Arbeiterorganisationen mit militärisch wichtigen Fragen zusammen, sowie die demobilisierten Soldaten befchäsligt und tmtergebracht würden. Ter Vorteil der Bearteilung der schon in Al «sicht genommenen brach Legenden Landstrich/ wäre gcoß, und Wi son empfiehlt die schnelle Ausarbeitung Der betreffenden Entwürfe. Ferner sieh« Der Präsident die Veröffentlichung weiterer Ar- be-ftsgebiete vor, Die sowohl auf dem Gebiete dev Landwirtschaft als aud> Der Industrie zu fudvn seien. Es fehle weder an Kapital noch an Arbeitskraft, um die ganze oom. Kriege betroffene Industrie mcber aufzurichten. Es sei nicht vergessen, daß Amerika das am ivenigsten beschädigte Laird sei, das den £rvg mitgemacht l)abe und sich oon den Sdiäden rasch erholen fömte, besonders da es in einer bevorzugten Stellung in Bezug auf seinen Skinbel ftfl)e und beinahe keine Rivalen bäte. Wenn auch die amerilaniscke Flotte von geivifien Teilen als Rioal an gebeten werde, so itrrDc ffe, wenn sie als Rival auftreten würde, nur im Guten kommen, indem sie die europäitchm Staaten mit dem Notwendigsten. zum Lebensbedarf versorge. Er tebanbtlt davaus noch die Frage Der Einfuhr und kommt zu dem Schluß, daß die Lage des europäischen Handels und der Industrie die gleickren Gebiete Amerikas nur verbessern könne Das Augenmerk legt er auf die chemi sck-c Industrie, die so ausge'aut werten müßte, daß ffe derjcmigen Deutschlands Die Wage halte und die Konkurrenz anshalteil rönne. Schlics'end tritt Wilson für das Frauenstimmrecht ein und spricht die S?ormn:g aus, caß er bald .nieder in Washington im Kreise seiner Mitarbeiter an Den Aufgaben des amerikanischen Staates arteten dürfe.
Amsterdam, 20. Mai. „NeuYork World" meldet, daß Wilson eine neue B 0 tsch a f t an die Vereinigten Staaten fertigte Mit habe, in der die Möglichkeiten aufgezählt sind, wodurch die Verein-gten Staaten in irgendeinen kün hgen euro- päischen Streit, der entsteht, wenn Deut'ch: and den Friedensbedingungen nicht nachkommt, hineingezogen werden können Der Pr> s.tent werde den amt« rckanißben Kongreß um die Ermächtigung bitten.
(feine Fürsprache neutraler rierzte.
Stockholm 21. Mai. (WTB.f Der Aus- schuß der neutralen Aerztc, der kürz- .id) den Ernährungszustand Teuffchlands unter» iudjtc. bcst'h nd ans den Professoren Tenbrioo .volland), Brant «.tldorwegen), Johansen und Ga» elius Bergmark (Sduvcben', bat Wilson in ein.mt Telegramm »u bebenten, meldje schweren Folgen d.e Fnedensbedingungen für oie Ernährung der beutfdien Frauen und Kinder Ifabcn müßten, insbesondere menn Deutsche and den größten Teil feiner Milchkühe audlicfem soll.
Tie Lebentzn ittelcinsuhr.
Amsterdam, 21. Mai. (WTB.) Gesternt kam von Oldcnzaal ein Extrazug au8 Deutsch» land mit gemünztem Gold im Werte Dort 2 00 Millionen Mark für die niederlän- disdie Regierung in Amsterdam als Garantie für die Lebensrnittel, die Amerika an Deutsch land liefert, an.
Tie schlechte Behandlung der deutsche» Gefangenen in Frankreich.
Berlin, 21. Mai. (WTB.) In ber Note vom 28. April hatte sich General Nu bank darauf .beschränkt, die deutschen Klagen über bie große Zahl von Fällen schledstcr Behindlung beutle!)er Kriegsgefangener in der früheren Kampfzone zur Kenntnis zu nehmen. Ohne daß !bie Bereitnnlligkeit ansttriprockien war, eine
Neue Kunögtbungen in Berlin.
Berlin, 21. Mai. Im Lustgarten sand f>eute eine große Protestkundgebung der U n abhängigen gegen den GfcroaHfricbei statt, in der die bekannte Politik der Partei jertreten wurde. Oöleichzeitig waren auf dem Wilhelms-Platz und vor der Reid)skanzlei oii Anhänger der Mehrheitssozialdemo kratie versammelt, um ebenfalls gegen bie Friedensded.ngungen zu protestieren uno die Politik der Regierung zu unterstützen. Hier hielt Scheidcmann folgende Ansprache:
Genossen und Genossinnen! Während rrir uns hier versammelt lxlben, rocrccn in Versailles uiv iere G.'gcnvorsch.äge der letzten Ucterarlesiung uitfriogen Im In eressc ber ganzen Menjchheit hoffen wir, daß unsere Vorschläge den Frieden, die Verständigung und die gemeinsame Arbeit aller Völker erleichtern werden. Ich graute, es kann kein treffenderer Vergleich gezogen werden, fin treffenderes Spiegelbild der £>al.u:tg des deutsch.n Volkes gefunden werden als dieser Augenblick: Während wir uns hier versammelt Laien, um gegen die Bergemattcgung zu proteüi.ren, arbeiten.unsere Beauitragten in Btesailles an der Verständigung. Das muß vor allem für unsere Partei die Richtschnur abgeben, linier Protest darf nicht die Wiederholung des Wortes „Unannehmbar" sein, sondern muß zur Ausstellung eines annehmbaren Uebereinfommend ühren.
^im Wafsenstillstand, auf ungewisse Erfül- hlcrb 1 ling hin allgemeine Versprechungen statt Men, । 16 präziser Mmachungen bei den Verhaudlu-r-
- mdtl vuw Mi <ninnu iu1( Nth dir
Uiitcriudning bet vorgebrachten Beschwerden zu
<----, vb Tc. mt - 6 veranlassen, nnnten diese Fälle als cinicitige pban-•
beä RrtngeS mit aitbcrcn Mitteln. (Lebh P.,m.) tastische Klatschereien bezeichnet un> mit der Be« ©oll bas bcutfdre Volk dagegen nicht protcftieren m(.r;u ia abartan. das französische Personal in den
jmmhv a ffe hmiat^uie von ln)dgee
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Gießener Anzeiger as
$>auptid)ri tleUer: Aug.
General-Anzeiger für Oberhessen
Sliueigenteit: Ö. Beck:
SwlMilgrnmddnrck u. Verlag: Vrühl'sche llniv.-vuch- u. Ztcinöruckerei N. Lauge.Zchriftleitung. Geschäftsstelle u. vruckerel: §chnlstt. 7. (amtud) in ®<<bcn


