Schen und tuthrreTfen Interessen aercötiat. Für seine wirtschaftliche und politische Sicherung werden die bevorstehenden Verhandlungen von koher Wichtigkeit sein neben anderen bedeutsamen, aus den Zeitverhältnisten erwachsenen und zur Stellungnahme drängenden Beratungsgegenständen.
Beschlagnahme der ausländischen Wertpapiere.
Berlin, 21. März. Die ausländischen Wertpapiere sollen dem Vernehmen nach beschlagnahmt werden. Das Reichsfinanzministerium ist nicht gesonnen, den Besitzern ausländischer Werte willkürliche Surfe zu zahlen, insbesondere nicht sofort den Preis zu zahlen, der sich an die derzeitigen ausländischen Börsenkurse anlehnt unter Berücksichtigung des gegenwärtig ungünstigen Standes der Markdevise. Den Besitzern soll gegeben werden, was das Reich erlösen wird, nach Abzug der Unkosten. Das Reich will aus der Trankaktion weder einen Nutzen ziehen noch einen Schaden leiden. Denjenigen, welche sogleich Geld wünschen, wird eine Vorauszahlung geleistet werden, aufgebaut aus dem Stand der soge- rtarmten Steuerkurse, die in den nächsten Tagen bekannt gemacht werden (Wert vom 31. 12. 18). Eine Bekanntmachung wird betreffs der feswerzinslicl-cn Wertpapiere erlassen, eine über Aktien wird folgen. Einige festverzinsliche Wertpapiere werden sofort ab- gelrefert, andere angegeben werden müssen. Nicht erfaßt werden oslerveichische, ungarische, bulgarische, türkische und russische Werte.
Schutz bcr Pressefreiheit.
Berlin, 21. März. (WTB ) Die Deutschna Konaken Bolksvarteiler Abg. Linz und Genossen fragen bei der Regierung an, waS sie tun gedenkt, um die Freiheit der Presse gegen alle Angriffe und Uebergriffe zu schützen. Die der gleichen Partei anoe- hörenden Abgeordneten Martin und Genossen haben an die preußische Landesversammlung den Antrag gerichtet, die Regierung zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß die Koalitionsfreiheit der Arbeiter und Ar- heiterinnen vor terroristischen Angriffen fichergestellt wird.
Die neue Verfassung in Baden.
Karlsruhe, 21. März. (WTB.) Die badi'che Nationalversammlung hat heute nach dreistündiger Beratung den Entwurf eines Gesetzes betreffend die Wahlverfassung in der Kommissionsfassung einstimmig in er» ster Lesung angenommen. Die zweite Lesung findet am Dienstag nachmittag statt. Die neue badische Verfassung datiert vom 21. März ab.
Anläßlich der Annahme der Verfassung veranstaltet bte vorläufige badische Regierung heute abend einen W e i h e a k t im städtischen KonzerthauS.
Die Bekämpfung des Mietwuchers in Bayern.
München, 12 März. Zur Bekämpfung deS Mietwuchers hat die bayerische Staatskommission für Dernobilnrachung im Einvernehmen mit dem Ministerium für soziale Fürsorge neue Vorschriften erlassen. Die hauptsächlichste Bestimmung der rreuQn Berovd»- innig geht dahin, daß bei allen Neuvermietungen der MietzinS nur vorbehaltlich oer Zustimmung des M ie ts- einigungsamtS festhestellt werden kann. Dieses kann nicht nur feine Zustimmung erteilen oder verweigern, eS kann vielmehr auch den Mietzins auf den angemessenen Betrag herabsetzen. Die Bestimmung findet auch luf möblierte Zimmer Anwendung.
Der Mittellandkanal.
Berlin, 21. März. (WTB.) Wie die »Voss. 3tg/' berichtet, sind die Arbeiten am Mittellandkanal, und zwar auf der Strecke Hannover-Peine und am Zweigkanal bis Hildesl)eim, jetzt begonnen worden. Im ganzen Arbeitsbereich sind etwa 10000 Arbeiter beschäftigt, während im ganzen 100 000 gebraucht werden.
preußische canderversammlung.
Berlin, 21. Bor Eintritt in die
Tagesordnung nnrb der Gesetzentwurf über die EntichÄrigimg der Mikglieder des HauseS in dritter Sefunn erustrmmrg angenommen. Eine Anfrage tx>n Lin - Barmen (Deutsch-Nat.) betrifft dir Unteilbarkeit und Unversehrtheit deS preußischen Staates. DiS Haus müsse Einspruch erheben gegen die Uebergriffe deS Reiches in das Selbslbeslnn- fRuno^redit bcr Ein^elstoulen. Preus»n dürfe auf die Nbeinlande niemals vernichten Für die Tenw- fruttn spricht 9lbg. Scbloßnrann-Düsseldorf. Seine Partei lelpie gb-tet»sallS alle AusleilungS- pläne Preußens cnrfdMcbcn ab. Auch ein Teil deS Zentrums stehe die'en Bestrebungen ablehrrend gegenüber. Ter fRMnlänbcr Sovawcnv kratR unge tft auch gegen die LoStrennungsbesirelmngen Die Rheinländer seien Deutsche und wvlUen es bleiben. Ministerpräsident Hirsch bedauert bte einseitige Stellungnalnne bet Abg. Lin- in pte sem Augeichlick. wo oaS ganze prcußiscln' Volk ciirnnnii sein sollte. Die LoSlösungsbestredungen mt Rhern'ande gingen auf eine Zeil gurihf, wo von Bolstiewi-inus nicht die Rede sein konnte In den L"f.ösllngsbestrrbun• gen liege ein Mangel an SolüniritLsgefühl, der auf da- Ausland mir ungünstig und unter Umständen gefährlich wirken fintne. Was Frankreich .rsehne, werde keinem Denttäien nützen. (6ebr richtig.) Was die übrigen Äb ;ieiinraiggtcflrebu11gen an- lange, so werde Preußen nicht annektieren, aber mich nicht anncktien werden. Dir sind, sagte der Mmisterpräsident, Anhänger der Reichseinheit unter der ie!'."'crerständlichrn Vorausü-nung der Aus- gestaltung der Selbstverwaltung. Dieser Aufgabe würde Preußen sogar seine Selbständigkeit opfern. Es !arat aber auf diesem Gebiet nur vorangeden, .nenn die anderen Eiuzelstaalen folgen. Der Minister bedauert lebhaft den gestrigen Beschluß des Weimarer Z>-rfassungsau>.>i'cl»csicS, der tetzlen Endes darauf binausloarfe, Preußen u» zerschlagen. Selbstverständlich werde sich bte Regierung bemühen, diesen Beschluß, der natürlich bei der Sn- Umt große Freude auslösen würde, wteder pi Fall
bringen sDeffakk). Preußen habe eine «roße «er- dienlich« Mitteilungen nimmt Sie hiesige Kriminal, ggenyeit, es müsse auch eine große Auhmft ha- polijei entgegen.
Art» StaM unb Land.
Gießen, 22. März 1919.
An unsere Leser.
Papierknappheit und Raummangel haben es notwendig gemacht, daS Kreisblatt vom Gießener Anzeiger loszulösen und als selbständiges Amts Verkündigungsblatt erscheinen zu lassen, bas ein gesondertes Abonnement erfordert. Der Tex tteil des Gießener Anzeigers gewinnt dadurch etwas mehr an Raum, wodurch die Redaktion in der Lage fein wird, ihre Aufgaben mit größerer Vollständigkeit zu erfüllen, als bisher.
Um nun unseren Lesern einen Ausgleich dafür zu bieten, daß ihnen die amtlichen Be- kanntmachungen nicht mehr aus der Kreisblattbeilage ersichtlich sind, werden wir unmittelbar nach Erscheinen des neuen Amts- Verkündigungsblattes jeweils eine Inhaltsübersicht bringen. Nebenher werden wir bemüht fein, Verordnungen von allgemeinem Belange in knapper, leicht faßlicher $o rm in unserem Textteile wiederzugeben. Gleichzeitig wollen wir nach eigenem Ermessen mit solchen Auszügen aus dem Amtsverkündigungsblatt (Erläuterungen und Besprechungen verknüpfen, die das Verständnis erleichtern.
Durch diese Neuerung werden wir Raum ersparen und doch in der Lage fein, unsere Leser über alle Bekanntmachungen auf dem Laufenden zu halten.
99 Frühlingsanfang hat «ns gestern noch keine Hoffnung auf seine baldige Einkehr gegeben. Di« winterliche Kälte der letzten Tage ist geb! eben und durch starke Stürme nur noch empfindlicher geworden. Da in den Haushaltungen die Winterkohlen so gut wi« aufgedraucht worden sind, geht alle Sehn- sucht nach Sonne und Wärme.
• • Ma nael an Schlachtvieh. Der Ober Hess. Vichhandclsvcrband schreibt und: Die xur Schlachtviehlieferung vom Obcrhcsl Pichhandolsverband aufgenommenen Bestände sind vollkommen ersä)üpft. ES muß daher in den nächsten Tagen ernt neue Vieho ufnahme beginnen Wir bitten alle einsichtigen Landwirte, möglichst viel Vieh xur Ablieferung an den Viehhandelsverband bereitzustellen, fivin Dichhalter svNte aus egoistischen Motiven mit [einem Vieh zurück- halten in der Hoffnung, dafür beim Berkaus zu Zucht- und Nutzzwecken einen etwas höheren Betrag au lösen. Die Ernährung des deutschen Volke- ist aufs höchste gefährdet Wenn die Belieferung der Städte mit Fleisch nicht regelmäßig erfolgt, i|t eine weitere Steigerung bcr schon jetzt in den Stäbten herrschenden Erregung zu erwarten. Es muß daher an Sästachtvich aufgebracht roerben, was möglich ist, um Unruhen zu verhindern. Ctebe jeder, was er neben kann Die Ernährung und Zukunft Deutschlands hängt davon ab.
• • Eisendahndiebstahl In der Nacht auf d«n 21. März wurd« auf d«m Güterbahnhof «in Güterwagen erbrochen und ein« größere Anzahl von Herren- und Damenfiiefdn entwendet.
• • Lazarettdiedstahl 3n der Nacht zum 17. d. M wurden aus einem hiesigen Lazarett 60 neue Hemden, 3-4 Pack Halstücher, A 50 Stück. 10-15 Paar Pantoffeln aus Leder, 3 Kilo Stopfwolle und eine größere Anzahl Rollen schwarzer und weißer Iwrn. - 9n der Rächt zum 7 d. M. aus einer hiesigen Klinik 2 feldgraue Militär Einheitsmäntel und in letzter Zeit in der Rord-Anlage und Marburger Straße 4 graue Stall- Hasen und 3 deutsche Ries« schicken rntweudet. Sach-
»Ul______________ ________ . _____
gangen beit, es müFe auch eine große $u!l ben. Darauf vertagt sich das Haus auf Samsdag.
Zugeständnisse an die englischen Transportarbeiter und Eisenbahner.
London, 21. März. (WTB) Bonar Law ac® im Unter Hause eine Erklärung über die Transportarbeiter undEisenbahner ab und sagte: Die Rogierung befchioß, den Bor- sclstcm anAimebmen, der die Erhöhung der Löhne um zwei Schilling pro lag empfiehlt und der der Bewilligung von Zweidritteln der Forderungen der Bergarbeiter entspräche. Zn einem Bericht wird eine Herabsetzung der Arbeitszeit aus sieben Stunden pro Zag vom IG. Zkuli ab empfohlen und aus iechs Svunden nach weiteren zwei fahren, falls eine neuerliche Untersuchung der Lage in der Kohlemndustrie Ende 19'20 daS recht- fertige. Dte Ursache, warum eine Herabsetzung aus fedji Stunden 1921 vorgeschlagen werde, sei die, daß man glaube, daß die Produktion bann wieder bte Höhe von 1913 erreicht laben werte Dte Kosten für die Zugeständnisse würden für da- laufende Zahr 43 Millionen Pfund betragen.
Bonar Law erklärte ferner: Der President der Kommission schlägt auch vor, noch andere Pro- Werne zu Verbesserungen der Bedingungen in der Kohlenindustrie zu behandeln mit . Einschluß der Verbesserungen bet Wohramg-verhält- nifse, Beschaffung von warmen Bädern, des Ge- biauchs von Maschinen in den Bergwerken usw., ferner interimistische Berichte mit Vorschlägen zu erstatten, bte sofort durchgeführt werden sollen. DieS bringt dir Fortdauer der Kontrolle übet bte Äobieninbuftne für bte Dauer txm $nxi Zähren mit sich. Die Regierung ist bereit, diese Berichte Mtzunehmen und alle Schritt zu tun, um die darin enthaltenen Vorschläge unverzüglich burd^ufübren. Die Führer bet Bergarbeittt bilm nach nie eine solche Gelegenheit zur Erzielung wirklicher Fortschritte in bet Kohlenindustric gehabt. Wenn bet Streik trotzdem komme, würde e- kein gewöhnlicher Streik von Lohnarbeitern gegen ben Arbeitgeber sein, sondern rät Streik gegen den Staat. Wenn ein solcher Streik käme, würde brr Regierung nichts anderes übrig bleiben, ganz ohne bnS geringste Zögern alle Mittel des Staates in Anwendung su bringen, um ihn rasch au gewinnen. Ties sei keine Drohung. Keine 3tcgterung könnte anders handeln.
O ber h. Kunstveretn. Die neue Ausstellung, die Sammlungen des Expressionisten E. Letzter, sowie von C. Jung und H. Geilfu - au fron ft, ist von morgen, Sonntag, an wieder geöffnete Im übrigen verweisen wir aus die Besprechung in dieser Nummer des Gießener Anzeigers. Tic Ausstellung ist an Sonntagen von 11—3 Uhr, am Mittwoch und Freitag von 11—1 Uhr
geöffnet.
•• Wohltätigkeitskonzert. Dir verweisen nochmals auf bas Konzert, bas Frau Minna Körner mit ihren Schülerinnen unter Mitwirkung von Frau Prof. Versluys unb Oberregisfeur Teleki) morgen nachmittag zum Besten bcr «riegshinter- blicbenen veranstaltet.
99 Anlagen-Konzerte Nur bei künftiger Witterung wirb morgen früh 11 Uhr das Anlaaen-Konzert gehalten. Auf bet Spicl- folge stehen: 1. Ouvertüre zu „Die lustigen Werbet von Windsor"" von Nicolai. 2. Potpourri auS „Die Puppenfee" von Bayer. 3. Lustige Brüder, Walzer, von Vollstedt. 4. Et weicht der Sonne nicht, Marsch, von Kaiser. Nach dem ersten Teil findet eine kleine Pause statt.
• • Besitzwechsel. Das der Frau vou Rath«. stus geb. Pascoe gehörige Haus Wilhelmstraße 2, Ecke Frankfurter Strafte, ging zum Preise von 61500 Mk in ben Besitz bes Kaufmanns Ebmunb Richter von hier über, ber bas Haus in ein mo- bemes Geschäftshaus umzawanbeln beabfid)t gl.
• • 3n ben Schwarz-Weiß.Lichtspielen, Seltersroeq 81, wirkt ab heute 22. März bis Mon- tag, 24. März Bernd Albor tu seinem neuesten Filmwerk .Mein Wille ist Gesetz', dramatisches Schauspiel aus ber russischen Aristokratie. Außerbem kommt noch .Die Dusennabel Goethes", eine heitere Reise burd) Thüringen, unb bas Lustspiel .Die vet- flirte Aehnltchkeil" zur Aufführung.
Landkreis Gießen.
- m. Hungen, 22. März. Unter überaus zahl- reicher Beteiligung wurde gestern nachmittag Kirchen- rat Hainer zu Grade getragen, ber am Dienstag in- Gießen an ben Folgen einer schweren Operation im Alter von 69 Jahren verstorben war. Unter An- sprachen ber verschiebenen erschienenen Korporationen unb Geistlichen ber Umgebung würben viele Kränze nieberqeiegt 3n allen Aachrusen harn bte unerschütterliche Treue unb bas seltene Pflichtbewußtsein, bas ben Heimgegangenen auszeichiele, zum Ausbruck. Ueber 30 Jahre wirkte er in unserer (Bemeinbe, mit ber er sich eng oerbunben fühlte. Seit bem Jahre 1890 war er mit bem Amt bes Dekans für bas Dekanat Hungen unb feit 1912 mit ber Würde eines Kirchenrats betraut.
•• Rübbingshaufen, 22. März. 3n unserer (Bemeinbe hat sich eine Ortsgruppe zum Schutze ber beutschen Kriegs- unb Iivilgefanaenen gebildet, ber 87 Mitglieber beigetreten sinb, bte ben Betrag von 261 Mk. gezeichnet haben Ms Vertrauensmann würbe Gastwirt Hch. Theis bestimmt.
Krcis Dndiugen.
< Ortenberg, 21. Marz. Morgen nachmittag 2 Uhr finbet im Gasthaus Beck eine demokratische Dartetversammlung statt, in bet Pfarrer Lic. Herpel über .Christentum unb Demokratie" spricht. - Weitere bemokralische Vereine entstanden in Bellmuth unb Dodenhausen.
Hcsscil Nassau.
Vravd einer YapitrfflbHL
= Oberursel, 22. März. (Drohtn.) Bet der Spinnerei Oberursel brach gestern abend gegen 7 Uhr ein Brand aus, der sich bei bem herrschenben Sturm über bas tzauptgebäube erstreckte unb dieses in lang- stündigem Wüten vollständig einäscherte. Die Ober- urfeler Feuerwehr konnte die Rachbargedäude, barunter das Elektrizitätswerk, vor ber Vernichtung bewahren. Sämtliche Maschinen unb große Vorräte an Hartpapieren sinb vernichtet. Der Sach- unb Gedäubeschaben wirb auf 600000 Mk. geschäht Der Betrieb muß vollstänbig ruhen. Die Arbeiterschaft ist ratlos. Bei anberer Winbrichtung drohte Gefahr, daft das Frankfurter Erholungsheim Hohen- mark unb ber angrenzenbe Walb eingeäschert würben.
Die Franzosen, bte hier ben Grenzschutz ausüben, beteiligten sich bet den Adsperrmaßnahmen unb Hilfeleistungen.
=-= Bergen-Enkhelm, 21. März. Die (Bern etnbeuertrehing beschloß einstimmig ble Aufnahme oonEln gemtinbungsoerhanblungenmltFrank- für! am Main.
— Frankfurt a. M^ 21. März. Die Angestellten ber Rhein- unb Seespebilionsgeselljckast sind h-ute wegen Lvhnfragen In den Ausstand getreten. Die Arbeiter ber Geiellschaft schloffen sich der Bewegung an. - Die Arbeitgeber bes Gast Hausgewerbes lehnten heute ble F»rberungen ber Angestellten auf feste Löhne ab, erklärten sich aber zur Gewährung von Teuerungszulagen bereit Am Samstag soll ein letzter Einigungsversuch zwischen betben Parteien oorgenommen werben.
£)od>f*tt(nacbrid>fen«
ffirüiibung rt irr Hmorrfiiät Sollte
Berlin, 21. TOäq. (WTD.) Aus Köln erfährt ble ,voff. Ftg ", baß bte btabtoerorbneten-Berfamm- (ung die (Brünbung einer siäb tischen Universität beschlossen hat Für (Erweiterungsbauten an ben be- ftebenben Hochlchulen würben 1300000 Mark bewilligt Die Universität soll am 1. April eröffnet werben.
= Frankfurt a. M, 22. März. Die beiben Kammern, ble ben allgemeinen Stubenlenausschuß an der hiesigen Universität bilden, nahmen eine (Ent- schließung an, nach ber eine allgemeine gleiche Stubentenoertretunq geschaffen werben soll. Die Kommission zur Satzungsänderung wirb In aller Kürze einen neuen verfassungsentwurf ausarbeiten.
ICirdyc und Schule.
Nidda, 19. Marz. Am vorigen Montag tagte in der „Traut*" eine Pfarrkon- fe renz der ©ciirlirfjen des Dekanate- Nidda unter dem Vorsitz von Dekan Wiegel-Btn- qenheim. Pfaner H e r m a n n-Nidda hielt einen recht rnteeefsanden Vortrag über die Trennung von Kirche und Staat. Nach eingehender Aussprache faß« die Konferenz folgende Entschließuna: „Die heute in Nidda tagende Pfarrkonserenz deS evangelischen Dekanates Nidda ricütet an bte Steilungen der polnischen Parteien in der hessischen Volkskammer die «pfforderung, die Frage der fcrcmiung von Kirche und Staat, die sie noch nicht kur spruchreif hält, in der zur Zett lageuden BolLsÜumner noch nicht zu
behandeln unb über diesen Gegensarnd erst nach ferner eingebenden allseitigen Erörterung und Bclcuci:uug zu beschließen." — Dicfe Entschließung wird an alle m Hessen bestehenden Partc-ileitnngcn gesandt- Es wäre su empfehlen, daß auch andere Pfarrkon- screnzen fich in gletdicm Sinne an dte hessische Volkskammer wenden würdem Bei der großen Bedeutung dieser Frage ist Eile dringend geboten.
fandet
= Wetzlar, 22. März. Bon ben 4 Million« Mark neuen Aktien ber Bubernsschen Eisenwerke, durch deren Ausgabe bas Aktienkapital auf 26 Millionen Mark erhöht werben soll, sinb 2 Millionen Mark zum (Erwerb ber sämtlicken 2 Millionen Mark Stammanleihe bes E ifenwerks Hirzenhain G m.b. H. bestimmt Das Htrz«halner Werk, bas in ber Hauptsache (EmaiQefabrikate unb Oefen herstellt, war in früheren Fahren schon einmal ben Bu- derusschen Werken angegliebert, bann würbe es m eine selbständige Gesellschaft umgeoanbelt, ble jetzt wieher in ben Buberuskonjern jurütkhehrt, wobei sie uristisch eine selbständige Geselllchaft bleibt Der (Erlös ber weiteren 2 Millionen Mark neuer Bubenis- Aktien soll zum Bau von Arbeiterwohnung« bienen - Die Dioibenbe bet Gesellschaft ist bem Vernehm« nach auf 7% Prozent gegen 10 Prozent im Vorjahr zu schätzen.
Vermischte-.
Freibnra. 21. MLr». (Brib.XIH.) An Schacht „ReichSlaud" ht Mülh rasen warben durch Explosion 13 Arbeiter -et-tet und viele verwundete Eine Anzahl Personen ift noch in bcr Grube etnaeschtessen. Das Unglück lü d trch Erptosteu einer Kiste Spreng>ü>ff entimuden. Gerichtliche Lhtirrfudjung Ift dnodiitet wordca.
Gießener Hauvfrauen-Verei«.
Im Giefiener Anzeiaer vmt 28. 2 19 war unter „Aus Sladt unb Land"' auf den städtische» Dersaui von Dörrgemüse hingewiesen worden. Tarin hieß es: „Getrocknetes Wcifttraut wird zweimal abgebrüht und sonst |uberrivt wie fttiches Weißt raut E s 6o tratet im Schmack dem sr st cheA Gemüte gleich."
Tiefe Zubereittmgsart ist nnzweckmäßig: demt es gehen dadurch wertvolle Nälnsiofse verloren; aufjerbem leiden Gesclnmuk und Berdaulichbü, indem das Weißkraut einen strohigen. Eharakter an* nimmt. Turd) LaboraioriumSversuche wurde test- aestettt, daß das städiische Weißkraut hierbei etwa 25 Pro-., d h. ein Viertel ferne- GewicfttS nt Form von Etrakivstoffen, die a S der nvrtbollfte Deslaudtril des TörrgemÜi. s anzuseheit sind, per- Iren. Tie Zelltnhalisskrsfe des Krautes merbat infolge des oo ran gegangenen Ze rkleinerungs pro^ zesses (Krauthobel) lercht au4griangt; daher ts! Ah- brüK-n unb Abwaschen mü bet »’m oder kaltem Wasser au vermeiden
Will man Sand- oder btanbtcilchen entfenrCTL so genügt Absieben. Ite Zubevei^mtg gcftnltct ftch demnach f-olgendermaßen: DaS gedörrte Weißkraut wird mit kaltem Wasser übergossen, 12 Stunden Wim Quellen stehen gdafien. Tann setzt man Kartoffeln oder sonstige Zuraten hinzu unb kocht es tote frische- Gemüse (Verwendung brr Kochkiste *X
TaS so »u bereite de DSrrweißkrartt steht etwas dunkler an3 alS abgebrühtes: es hat dafür aber einen aröHeren Nährwert imb zeigt einen toütw zigen, frörtigen, enttemt an Fleischbrühe mTunern ben Geichmack. Zn gtercher Weise sind Römischkohl, Wirirngkohl, Karwffelschiriben, grtbe Rüben und weiße Rüden, bte eben falls im ,.6tdb» tischen Gemüseverkauf" gedörrt abgegeben werben, in behandeln Tie weißen Rüben enttauMn berifl Ichchen eine flüchtige Scliärfe, die sich burd) längeres Kochen auf freiem Feuer beseitige» läßt, falls sie störend cmpfmibcn werden sollte.
Für eine Person rechnet man 26 Gramm TSrrgemüse 60 Grcnmn Törrgemüse attspricht 1 Pfund Frischgemüse.
Rczepte für Dörrgemüse.
Welßkrautsnppe (von Trockenweiß» kraut): In etwas Fett dämpft man sein geschnittene Zwiebel^ gibt 60 Gramm tn zwei Liter Wasser eingeweichtes Weißkraut unb 100 Gramm gemahlene, tags zuvor eingeweichte Gerste hinzu, würzt mit Salz und etwas Marovan, kocht 15 Minute» vor und stellt sie 3 Stunden m bte Kochkiste.
Gemischte- Gemüse: 75 Gramm beliebige- Törrgemüse, 50 Gramm Trockenkartoffek, 50 Gramm Gerste, alle- nach Angabe ehigcroridk und weichgekocht (bä Benutzung der Kochkiste ist zweimalige- Ankochen erforderlich), durch die Wo WÄne gemahlen, mit gedämpfter Zwiebel, Sal», Muskat, Maroran, Thymian vermischt unb nochmals durchgekocht.
Salat von Trockengemüse: Weichgv» kochtes Weistkraut oder tonrtjgrbxfxer Wrrsmg werden mit re»chlich viel feingeschnitttenen tiroiebctx, Salz und Esste angemocht.
Auflauf: 100 Granmil weichgekochte gelbe Rüben werden durch bte Maschine gemahlen, mit 6 Eßlöffel Grvß. 1 Teelöffel Salz, 6 Eßlöffel Zucker, 3 Eßlöffel Marmelade oder Gelee gcnrifdN unb 1 Stunde gebacken Es ist geeignet, bte Masse den Abend vorher anznsetzen.
Wurst: 1 Pftrnd gefjdke, geriebene ftirtofM, 1 dickes Stück Brot ohne Rcnde, 1 große Zwiebete 1 große Tasse geschälte Bucheckern, alles durch die Maschine matten. 1 Ei, reichlich Salz und Pfeffer, 1 große M^lerspitze Maioran Gut mischen, m Berga men tpapi er einrollen, zu binden, ht siedendem Sa! zwölfer V» Stunde lang'am kochen. Dte zum anbem lag tn dem Papier finge räufelt sle-en lassen. Tte Masse gibt etwa 3 Würste.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst am Sonntag den 23. März (OHfi).
□nbcrStabthir4)e. 9' ,:Pft.Mahr: ll fllnbe* f. b. Matthüus-G«m. Pfr. Mahr; 6: Pft-Aff Schaefer: 8: Vereinig, b. konfirm, männl. Fugend b. Tlahhäus- ®em. - Dienstag, 25. März, 4: Frauenmifflonsoerelu. - Mittwoch. 2»l. März. 6 Pafsionsgottesbienst. Pfr Mahr - Freitag. 28. März. 8: Bereinig, b honfine, welbl Fugenb b. Matthäus- u. Markus-Gern, gemeinsam. - 3n ber Ivhannesklrche. 9',: Pft. Bechtols- hetmer; 11: Kinberk. f. b. Lukas-Gem Pft Becktols- heimer: 6: Pft. Ausfelb. - Kirchberg Borm. 10. - Mainzlar.Borm. 10.- Daubring«n.Rachm.'/,r.
7ftoell lsche AeUg’eniecetrinbt. Bottesbiroh iu ber Synagoge (Sfib-Anlagej Samstag ben 22. März: Borabb.: 6.16; morg.: 9DO; abbs.: 6.45 u. 7.26. - )f selttffche Rellglen geselifchost. Sabbatfeicr aw 22. März: Freilag abb.: 6JO; Samstag vorm.: 8.30; nochm. 3.30; Sabbatausg.: 7^5. Wochengottesd.: morg. 7X0, abbs. 600.


