Ausgabe 
21.2.1919
 
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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zweites Blatt

Januar

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ihrer

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zu richten.") werden

find berechtigt aufgehoben.

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weise liebevoller me roäbrenb der Meiden unserer

Witta

ar 1919.

17. der

Diese Bekanntmachung tritt am 22. 1919 in Kraft.

Berlin, den 22. Januar 1919.

Krieg-?-Rohstoff-Abteilung. Wolffhügel.

Dian dürfe aber von dem bevorstehenden Gesetz rttvas erhoffen, was bisher noch fehlte: die srrengc unt> straffe Einordnung des Waffendienstes in die

dmrokratische Verfassung.

Bom Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgcfaugenen.

Teilung.

3RII. tommen in btt

13 Uht Shxfer fäc

A. 10 zu dieser Bekanntmachung vom 1. Dezem- 1917 treten bis auf weiteres außer Kraft. Artikel II.

Diese Bekanntmachung tritt am 5. Februar 1919 Kraft.

Berlin, den 25. Januar 1919.

Kriefls-Rohstoff-Abteilung. Wolffhügel.

Kriegs-Rvhstoff-Abteilrmg.

Bekanntmachung

Nr. F. R. 400/1. 19. K. N. A

Im Auftrage des Reichsamts für die wirt- chaftlichc Demobilmachung wird folgendes an­geordnet :

Artikel I.

Die Bekanntmachung Nr. W IV. 100'1. 17. K. N. 21., betreffend Beschlagnahme und Bestands­erhebung von rohen Seiden und Seidenabfällen aller Art vom 31. Januar 1917 tritt außer Kraft.

Artikel II.

Kriegs-Rohstvsf-Abteilung.

Bekanntmachung

Nr. F. R. 560/1. 19. K. R. A.

Im Auftrage des Reichsamts für die wirt­schaftliche Demobilmachung wird folgendes an- geordnet :

Artikel I.

Die §§ 11, 12 und 14 der Bekanntmachung Nr. 1/7. 17. A. 10, betreffend Beschlagnahme, Bestands- crhebung und Höchstpreise für Salzsäure vom 1. Juli 1917 sowie die Nachtragsbekauntmachung Nr. 1001 11.

eilet n lerbllebellev.

[«ibtti.eobn Set cbörigra.

ruat 1919. (*« '.Tamöiag den rntöflö 3", Uhr, dir 3 aus statt.

Wyr

itn Kranz- und wir allen unseren

digung bewilligte Abfindung zurücksvrdern. Artikel 3.

Tie Verordnung tritt mit dem Tage Verkündung in Kraft.

Berlin, den 1. Februar 1919. Koeth.

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, Samstag bat L M n zom Berkaus.

rachung.

Airche und Schule.

* Der HessilcyeLandci-lehrerver- eiu hat eine vtechc tief einKmundentxc Forde- ruugen binfiü/md) di-r Vecivaluurg des rjeiHia/cji

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I gesperrt.

Vie Bildung der Ministerium; in Hessen.

Darmstadt, 21 Febr. der heutigen Sitzung der Hess. Volkskammer nnnfcc der Llbgeord- ; ncte Ulri ch (Soz.) zum Ministerpräsidenten ge- n-a()It. Ti? Regierung, die er bcm Lause Vvr- Mellte, besteht aus folgenden Männern: Ulrich i3ci), Ministerpräsident und Aeutzeres, 5)en- irich (Tem.) stellv. Ministerpräsident und Finanz- nnnister, Dr. Fulda Minister des Innern, v. 8 r e n t a n o Justizminister, Ministerialdirektor Neumann Ernährung, Ministerialdir. Raab strbeils- und Landwirtschaft, Ministerialdirektor Strecker Bildungswesen, Ministerialdirektor Tr. Hebel Staalsschuldcnmnt. Das Ministerium wird vom L«use mit übergroßer Mehrheit gegen die iSrintmcn des Hess. Bauernbundes und der deut­schen Volkspartei bestätigt.

Das neue Neichswchrsiesetz.

4)0ltoiü>ulive|eiid den gesetzgeoeiw-m Farroretr »utmvuet. Junacstst wüuw-r der Berent tue Er- ctchtung einer /rauöesschulsywrde, dte alte füns 3al/re neu M rou^en i|t und |ia) zur Laifte aus intern veu>. liel/rtTtnuen zu,ainmeusetzt. Wahr- ^rechttgt hierzu soll jede Lehrper,on mit beut 20 Letxut^tOhve, »vahchar lebe mit dem 25. Lebens­wahre mcroai. Tobet soll jeder Sitei» einen Wahl- ixitrü bilden. Dieser Synode unter)tel?cn alle auf Mi VollSsäMUvesen sich beziehenden 'tieftim mimgcn, Verordnungen und Gesetze: ittsbesondere auch die fmanziellett Fragen, sowie die Einsetzung eines Diszipliwargerichlshofes. Die gesamten ft- ntanziellen Lasten der Volksschule soll der Staat wagen (bisher Staat und Cfemcinbe). Die aus- führenden Organe der Landesschulsytwde sind: der Landesschulrat, der Kreisschulrat und der Orts- iduloat. Ter Landesschulrat besteht aus einem Vorsitzenden und drei Obersäulräten, je einer für jede Provinz. Der Kreisschulrat wird von Sfit Lehrpersonen seines Amtsbezirks, der .H-aupt- lehrer des Ortes als Vorsitzender des Ortssäml- ;vte5 von dem Lehrerpersonal seiner Schulgruvpe gewählt. Die Ortsschulräte sollen von den Ge­meinden gewählt (werden, wobei die Hälfte der Mitglieder aus dem Lehrerpersonal zu entnehmen ist Diese Forderungen bedeuten eine förmliche llmfleMfintT W bisherigen VerwaltitngSorganis-- rnus im hessischen Volksschulwesen.

Verordnung betreffend lAbänderuna, der Verordnung überBe - schäftigung Schwerbeschädtgter vvm 9. Januar 1919 (Reichs-Gesetzblatt S. 28).

Vom 1. Februar 1919.

Artikel 1.

Ter § 4 der Verordnung erhält folgenden Zusatz:

Tie Ueberwachungsstelbm können im Beneh­men mit den Ltauptfürsorgeorgauisativnen der Kriegsbeschädigtensürsorge in Ausfüllung dieser .Bewrdnung, insbesondere des § 2 der Verordnung, Anordnungen treffen.

Artikel 2.

Ter § 5 der Verordnung erhalt folgenden Zusatz, welcher zwischen Ws. 1 und Ws. 2 als neuer Ms. 2 einzufügten ist:

Eine Kündigung nach Ws. 1 darf frühestens zum 15. Marz 1919 erfolgen. Ist einem nicht mir vorüberg.chrnd beschäftigten Schwerbeschädig­ten seit dem 14. Januar 1919 zu einem früheren Zeitpunkt als dem 15. März 1919 gekündigt worden, so ist die Kündigung erst zum ,15. März 1919 wirksam. In diesem ^alle kann der etwa schon entlassene SchwerbeschL>ig'e, sofern er nach Inkrafttreten di.'ser Verordimng die Beschäftigung bei dem bisherigen Arbeitgeber unverzüglich wie­der aufnimmt, für die infolg? der Kündigung nicht geleisteten Tiensie die vereinbarte Vergütung ver­langen, ohne zur Raclsteistung vervflichtet zu sein. Ter Arbeitgeber kann eine aus Anlaß der Kün-

des früheren Kanrpfgchietes, um ihnen.Trost und neuen Lebensmut zu bringen; drittens, daß sie die französisch: Regierung daran erinnert, daß die in , oem WaffenstM andsvertrage Vvm 11. November ' 1918 uns aufgHwungene Äufl)ebuna des Berner ; dlblommens vom 15. Februar und 2b. April 1918 ' iid) lveder auf die verernbarte BelMidlung der Hc- ! sangenen noch auf die .Herausgabe der Zivil-- gefangenen erstreckt, und daß die offenbare Ber- . ichlcchterung der Behandlung sowie die Zurück- , i-alhnig der Zivilgefangenen daher Völkerrechts- . nfidrig ist: drittens, daß sie die verbündeten Re­gierungen daraus hinweist, daß das am 22. Januar 1919 gegebene Versprechen des MarschrllS Fvck>, die der Einführung am meisten bedürftigen Ge- sangenen sofort herauszugeben, durch die Freigabe con 4000 Schwerverwundelen und Kranken auch nickft annälMrnd erfüllt worden ist.

Die neuen preußischen Minister.

Berlin, 21.>r. Die Mvrgcnblätter mel­den, daß das preußische Kultusirnnisterium den Tcmotraten und das Justizministerium dem Zen­trum zu überlassen, besMossen worden sei. Tie So­zialdemokraten hätten die auf sic entfallenden Aem- ter wie folgt verteilt: Hirsch Ministerpräsident, Tr. S ü d e k u m Finanzminister, deine Inneres, Braun Landwirtschaft, H u e Arb.i:smimsterium. Göhre wird Unterftaatsselretär im Kriegsmini- stcrium bleiben.

Tie Lage im Ruhrgebiet.

Bochum, 21. Febr. (Priv.-Tel.) Die Läget im Ruhrrevier war gestern abend völlig un­verändert. Bor Duisburg haben die S parta - listen Zechen und ZechengLände unter Artilleric- feuer genommen. Ter Llufmarfch der Regierungs- truppen zwischen Münster und Tvrttmmd wird fortgfietzt.

Bochum, 21. Febr. Tie Sicherhcitsw l)r ha^ das Streikhauptbureau der Sparta­kisten ausgehoben. Bei einer Durchsuchung des .Hauses entdeckte matt etwa 100 Genxhrc und 40 .Handgranaten. Auf der Eisenbälmstrecke DüsseldorfCalcan sind die Eisenbahnschi eiten auftzicrissett worden. Ter Verkehr nach Duisburg mutz umgeleitet werden.

Die neuen WaffeustillstaudSbedinguugeu.

Amsterdam, 21. Febr. (WBft Nach einer Meldung vonNieüwes van den Tag" aus Lon­don berichtet dieTimes", daß die Wii-.Tlen sich über folgende militärischen an Deutschland tzu richtendett neuenWaffen still st andsbe- dinguitgen geeinigt haben: Uebergabe von acht Schlachtkreuzern: banmter dieOldenburg" und Helgoland", von acht Kreuzern, 42 Torpedo- jäg:rn und 50 Torpedobooten, dte Deutschland sofort ausliefern müsse. Mle U-^Soole, U-Boots­docks und Revaraturwerkstätteit müssen innerhalb 15 Tagen .abgebrockten werden, die .Hilfskreuzer müssen abgerüstet und ihre Kriegsausrüstung zer­stört werden. Die Schiffe werdeit als g.nvölMliche hmtdelsschiffe und Prisen betrachtet werden. Die Befestigungen von Helgoland müssen von deutschen Arbeitern unter Aufsicht der Allier- ten gesÄeift Werden. Die Zukunft der Insel wird der Friedensstmserenz überlassen bleiben.

Ji: der gtftrvieit Unterhaus sitzuNg wurde mitgrteÄt, daß bisher von Tetttschlond aus» ^liefert wurden alle schweren und alleFeldgeschütze, all- Maschinengewehre, Laufgrabennrörser imd Flugzeuge, außerdem wurden noch ans geliefert 4065 Lokomotiveir anftntt 5000, 126 836 Waggons anstatt 150 000 und 1276 Motorwagen.

Die Berhandlnugen in Span.

Berlin, 20. Febr. (WB.) In der Sitzurrg der Waffen still st andskommission vom 18. ds. Mts. erhob der Vertreter ber. deutschen Regierung in Spaa Einspruch gegen die Qua­rantäne, welche die Vesetznngsbeljörden wegen einiger Fleckfieberfälle über Frankfurt a. M. verhängt haben. Er wies darauf bin, daß bicfe Maßnahme tvogen ausreichender Jsolierungsmög- lichteit überflüssig sei.

In bezug auf die in früheren Sitzungen er­hobenen Vorstellungen wegen einer angeblich un­zulänglichen Venorgung des besetzten linksrheinischen Gebrets durch Tentsch- lattb, wurde von beutfdjer Seite in der Sitzmtg mitgeteilt, daß die besetzten linksrheinischen Ge­biete in der gleichen Weise wie die anderen Teile Tentsckrlands mit Lebensmitteln versorgt würden. Eine allgemein bessere Belieferung des besetzten Gebiets sei nur möglich, wenn fettend der asso­ziierten Reg erungen ine Einfuhr von Lebensmit­teln ans Holland und Norwogm nach Deutschland gestattet werde.

Zum Anschlag auf Clemeuceau.

Paris^ 20. Febr. (WTB.) Nach einer haoas- meldung erklärte der bei dem Anschlag auf C l e - menceau festgettommene 'Maler Dreyfus, daß er in {einerlei Beziehungen zu dem Urheber des Anschlages, Göttin, stehe. Er wird wogen Tät­lichkeiten geaenüber Polizeibeamten in hast ge- baften. Nach einer Haussuchung in der Wohnung Cottins wurde festgestellt, daß dieser gekündigt tnib seine Koffer für die nach dem Anschlag geplante Flucht dorbereitet .hatte. In dem Koffer betend sich außer einigen Kleidungsstücken vor allem anarchisfische Broschüren.

Paris, 20. Febr. (WTB.) Wie aus Lyoner Blättern hervvrgeht, sind bei dem Anschlag auf Clemenceau nichtzwei sonderndreiPer- sonen verhaftet worden. Abgesehen von dem Täter selbst und dem Maler Dreyfus wurde eine dritte noch unbekannte Person verhaftet, der den Anschlag gegen Elemenccau als .Heldentat pries. In einigen Pariser Blättern wird die Schuld cm den Anschlag auf Clemencean ausländischen Ein- > flüssen, entweder bolscheivisfischen oder deutschen, zugesächben. TerTemps" schreibt: Die Kugel, die Elemenccau traf, war gegen Frankreich go rtdrtef, jenes Frankreich, dessen unbeugsamen Wi­derstand Clemencean verkörperte. Ter Anschlag : ist das Resultat der teilweise als Bolsckrewisten , verkleideten ,^tgeitten und einer deutschen Pro-, , paganda, genau so wie der Krieg von 1914 das ; Resultat der systematischen Kampagne der beut» fdwn s)JHIitärpartci «gewesen ist. DerM a t i n" i bringt den Anschlag mit der iti der sckpveizerisckien i Preise verbreiteten Meldung in Zusammmhang, i wonach von Lausanne Mrs Anhärtger Lenins = und Tro tzkis den Ansck^liag gegen Clemeuceau ; Dor bereitet haben und erklärt, es handle sich um : ein bolschewistisches Komplott.

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! drffieruitg, den Partnvvrständen, sowlc sänttlichert ?dgku.ern der Nativnalp.-r^mmlung in Weimar eine Tenftchrift üI>2Trtid>en, in der es heißt: Das t-utidM Volk erwartet von der Resterung erstens, !asj sic mit allen Mitteln auf den alsbaldigm Be- (inu der Vorsriedeitsverltendlnugeit bringt und tiö erste und tov^'tg'tc Bedingung die Forderung jfertiger heimste-rnng der deutschen Gefangenen eilt; zweitens, daß sie nichts unp-rsucht,läßt, bis

1 astin die Steg; der Eescrngeiten zu verbessern, tns- lonbcre durch Entlenduna von Kvmmisiivnen des leilllschen Roten Kreuzes tn die Gefangenenlager

Bekanntmachung.

Mit Rücksicht auf den außerordentlichen Zuzug nordischer Enten haben wir die Schonzeit für Wild­enten bis zum 28. Februar d. 9. aufgehoben.

Darmstadt, den 13. Februar 1919.

Ministerium des Imre«.

______________Tr. Fulda.______________

Bcranurmachnng

betreffend Abänderung des § 4 der Bekanntmachung über den Verkehr mit Eiern im unbesetzten hessischen Gebiet vorn 25. Januar 1919.

Dom 17. Februar 1919.

Die Bestimmungen des § 4 Ms. 2. der Bekannt­machung vom 25. Januar 1919 (Die Geflügelhalter

Berlin, 21. Febr. Am Samstag soll m Reimar die erste Lesung des Reichswehr- qese tzes beginnen. Nach bentB. T." wtrd ixte Vorlage vom Rfichswehrminister Noske begründet ] werden. Der ,-Vorwärts" meint, die unabhängige ireffe sehe in der Vorlage ein Zeick>en für das ^rigen EWÄ Viedererwachen des Militarisntus, die Nattonal- Ä.-»- ^Ir Versammlung aber habe alle Ursache, ftch den l,onJrtpnofi'r ?mlitarismus mcht über den Kopf wachsen zu

1x für Mien. Es handle sich um eine Liliputarmee:

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Berlin, 20. Febr. (WB.) Der- ,,Vvlks- ; kund zum Schutz- der deutschen Kriegs- und - "Zivilgefangenen" läßt heute durch ferne bei» 'tert Vvrstendsnfitglli<4>-r v. Lersner und Dr. ; junbt den Mitgliedern ber deutt'cken Reichs-

Letzte Nachrichten.

Gewaltstreiche in München

(Eisner ermordet, Auer schwer verletzt.

München, 21. Febr. Heute vormittag wurde ' bei Ministerpräsident Eisner auf dem Wege vom Ministerium des Auswärtigen nach dem Landtags­gebäude in der Brennerstraße von einem Leutnant Grafen Arco-Valley durch zwei Kopfschüsse von hinten getötet. Der Tater wurde durch einen Pasten schwer verletzt und liegt im Sterben

Die Leiche Eisners wurde in das Ministerium bt& Auswärtigen gebracht, wo sie in der Portier- läge aufgebahtt wurde. Dort erschienen alsbald die Oenchts- und Polizeibehörden zur Aufnahme des Tat- lestandes.

In den Straßen machte sich große (Erregung be­merkbar. Der Landtag, der heute zu feiner ersten Sitzung zusammentrat, setzte die Beratung unter dem lkindruck dieser Nachricht einstweilen aus.

M fmtfcit, 21. Febr. Jin Land t a g nntrix teilte vormittag auf den Minister A ncr c i n Attentat verübt, als er eben eine Erklärung fiter die Ermordung des Ministerpräsidenten Eis­ner abgegeben hatte. Es fielen plötzlich Schüsse «ps der Niämarg der durch einen großen Plüsch- i, er bang berftängten Eingangstür zum Sitzungs­säle. Taraus stürmte ein Mann im Milttör- riantel und Zivilhut in den Sitzungssaal und feuerte mehrere Revolversckxüsse in der Richtung auf Auer ab. Auch von den Tribstnen sielen Schüsse. Ter Abgeordneten bemäch­tigte sich eine große Panik. Sie flüchteten durch alle Ausgänge ans dem Sitzungssaale. Auer sank, in derlinken Brustserte getrof­fen schw.-r verletzt zusammen. Von einem der Lchüfse n-urbv der Abgeordnete Oesel von ter' Bayerischen V'lkspartei getroffen. Er ist tot. Zwei Ministerialbeamter erlitten schwere Schu ßverlehungen. Die Mi- i:jfcr S'cifiirx r.n und Brauerndorf,. sowie iii« fischen zurückgekehrte Abgeordnete blr sozialdemv- batisckien Fraktion brachten dem Schwerverletzten die erste Hilfe. Die Sitzung mußte abgebrochen kerben. Tas Landtagsgebäude ist militärisch

Aos der ftanzösischkn Kammer.

Bern, 20. Febr. (WB.) Die Erklärungen Renoudels zum Anschlag gegen Clemeuceau in Der Kammer wurden von der Rechten und äußersten Linken mit außerordentlich hefiigm Zwischenrufen unterbrochen. Renaudel und Conti befchimpfteir sich eine zeitlang. Conti wurde von dem Parla­mentsdiener verhindert, tätlich gegen Renaudel vorzugehen. Am Schluß der langen Sitzung Cam es nochmals zu einem Zwischenfall, weil Conti wiederum die luftigsten Anschuldigungen gegen die Sozialisten und Renaudel erlchb. Der Lärm rourbe so groß und die Sttmmung sv erregt, daß ein allgemeines Handgemenge zu ent­stehen drohte mti> der Präsident die Sitzung aufh.'ben mußte.

Bern, 20. Febr. (WB.) In der letzten Sit­zung der französischen Kammer, in der aus- fülyckich über die Lebensmittelteuerung iebattiert wurde, gib im Namen per Regierung D o r r e t die Zusicyernng ab, daß er nach Möglich­keit die Freiheit des Handels wieder Herstellen werde und die Preissteigerungen zu dämpfen be­müht sei, wobei er nachdrücklich versicherte, d. di: deutschen Kriegsgefangenen solange als irgend möglich bei den landwirtschaftlichen Ar­beiten verwendet werden sollen.

Amtlicher Teil.

Darmstadt, den 17.Februar 1919.

Hessisches Landes-Ernährnmgsamt.

Neu mann.

Betr.: Das Verhalten deutscher Truppen in Feindes- land.

An den Oberbiirgermeister zu Gikßen, die Bi'irger- mciftcreicn der Landgemeinden des Kreises nud Polizeiamt Gießen.

Die Misitäruntersuchungsstelle für Verletzungen des Kriegsrechts im Kriegsrninistettum legt beson­deren Wert auf Einsendung von Zeugnissen über das Wohlverhalten deutscher Truppen in Feindesland.

Etwa vorhandene Zeugnisse, Dankschreiben und

SN

Zrettag, 21 Februar 1919

bergt sind umgehend im Original oder in beglau­bigter Abschrift dem Generalkommando XVIII. 2L fl., Bad-Nauheim, einzureichen. Sie werden für die Vor­bereitungen der Friedensverhandlungen dringend ge­braucht.

Sie wollen für die Bekanntgabe vorstehenden Ersuchens besorgt sein.

Gießen, 18. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

____________9. V.. Langermann.

Betr.: Bekämpfung dcr Reichlechtskrankheiten.

An den Oberbürgermeistcr zu Gießen und die Bürgernteistereien der Landgemeinden des Kreises.

Sie wollen ortsüblich bekannt machen und auf Anfrage die Erkrankten dahin bedeuten, daß als Beratungsstelle für Geschlechtskranke die Universitäts- Hautklinik (Klinikstraße 40) in Gießen, unter Leitung des Professors Dr. Fesionek, für Männer Montags von 2-4 Uhr, für Frauen Donnerstags von 2' bis 4 Uhr eingerichtet ist.

Gießen, 18. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

________I. V.: Langermann.

tvctattnrmalyttng.

Betr.: Ausbruch der Maul- und Klauenseuche hn Kreise Wetzlar.

9n der Gemeinde Biskirchen, Kreis Wetzlar, ist, unter dem Viehbestände der Witwe (Emil Fischer die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.

Gießen, 17. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

I. V r. o ii a c > in a n n.

Betr.: Sammelwesen.

An die Herren Leiter der OrtSsammelstelleu.

Soweit Sie noch Himbeerblätter, Erdbeerblätter ober Huflattich nicht abgeseht haben, werden Sie ge­beten, diese Sammelgegenstände binnen 5 Tagen an Herrn Kaufmann Wtlke-Gießen, Seltersweg 79, ab­zuliefern. Bei demselben Herrn sind auch die De° frage für das abgelieferte Frauenhaar in Empfang zu nehmen.

Die Beschaffung von Frauenhaar ist nach wie vor dringend notwendig, da es in erster Linie zur Herstellung von Treibriemen dient. Wir bitten da­her, die Sammlung fottzufetzen. Da mit einer Her» absehung des Preises in einer aewisien Fttst gerech« net werden muß, empfiehlt es sich, die eingehenden Mengen nicht länger aufzuspeichern.

Gießen, 20. Februar 1919.

Für den Kreissammelausschuß. ___________________Dr. Alles.

Ocffcntliches AuSschreiben.

Betr.: Besetzung des Schornsteinfegerkehrbezirk» Lich.

Die während des Krieges erledigte Stelle de» Schornsteinfegerkehrbezirks Lich soll nunmehr neu besetzt werden.

Bewerbungen sind bis spätestens 1. März d. I bei uns einzureichen.

Voraussetzung für die Uebcrfragnng des Kehr- bezirks ist, daß der Bewerber

a) mindestens 24 Fahre alt ist;

b) gesund, rüstig und unbescholten ist und die- jenige besondere Zuverläsiigkeit besitzt, welche für den Beruf erforderlich erscheint:

e) die Meisterprüfung vor einer auf Grund de» § 133 der Gewerbeordnung eingesetzten Prü­fungskommission für Schornsteinfeger bestan­den hat.

Die hierüber erforderlichen Zeugniffe, also ins­besondere Meisterbrief und Leumundszeugnis, fow» selbstgeschriebener Lebenslauf sind mit 1.50 Mk. Ein­gabestempel dem Gesuche betzusügen.

Gießen, den 7. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

___________I. V.: Pennrich____________

Bekanntmachung.

Betr.: Räude der Pferde.

Bei Pferden der Unionbrauerei in Gießen ist ber Ausbruch der Räude festgestellt worden.

Gießen, den 18.Februar 1919.

Polizeiamt Gießen.

____________Gebhardt.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1919 wurden in hiesiger Stadt

gefunden: Verschiedenes Papiergeld, 1 Pf«, dezügel, 1 Beutel mit Inhalt, 1 Handbeutel mit In, halt, 1 Peitsche, 6 Portemonnaies mit Inhalt;

verloren: 1 Militärpaß, 1 goldene Damen- uhr ohne Kette, 1 schwarzlederne Handtasche mit Inhalt, 1 silberne Damenarmbanduhr, 1 goldene, Kettenarmband, 1 lacklederne Geldtasche mit 50 Mk. Inhalt, 1 Brieftasche mit Papieren und 190 Mk. In­halt, 1 Portemonnaie mit 21 Mk. Inhalt, 1 Brief­tasche mit Papieren und 5 Mk. Inhalt, 1 Brieftasche mit 200 Mk. Inhalt, 1 goldener Trauring, 1 schwarze Geldtasche mit 65-75 Mk. Inhalt und ftanzösischen Francschein Inhalt und 1 dunkelbraunes Damenpor­temonnaie mit 30 Mk. in Papier u. Kleingeld Inhalt.

Die Empfangsberechtigten der gefunbenet Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vor­mittags und 4 bis 5 Uhr nachmittags bei unter­zeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen.

Gießen, den 15. Februar 1919.

Polizeiamt Gießen.

Gebhardt.

Waffenschntz fürs Ostland.

Hnuvimann d.Iftv.Wcickbmann, zuletzt Abtei- lungskommandcur tin 3. Gardc-Res.-Felbart.-Rgt* teilt mit. daß Offiziere, Unteroffhiere und Mann, schatten, die bei der Sturmabteilung der 231. J.-D. oder bet einer der vorher von ihm geführten Bat­terien gegen Frankreich oder Rußland gekämpft b ben und zu militärischer Verwendung außerhalb Deutschlands bereit sind, sich bei ihm melden können, desgleichen auch andere bewährte Fronfoldaten aller Waffen, die helfen wollen, einen Damm gegen den von Olten durchs Baltenland heran- Nutenden Bolschewismus der Ruffen zu errichten.

Mobile Löhnung und Vervsiegung, 9 Mark Tageszulage, steigende Treuprämien usw., außer­dem Ansiedelungsmöglichkeit- Da erst­klassige Truppe mit bester Manneszucht beabsichtigt, ist gute Führung und Kriegsbrauchbarkeit BorauS' setzung der Annahme. 2193

Meldungen sind schriftlich an genannten Ofsizier iJüterbog, Vebrrcgiment der Feldartillerie-Schieß- schulet zu richten: Marschanweisting folgt tväter. Die Not ber Ottmark verlangt größte Eile- beson­ders Landsleute auS dem Hessenlande sind gesucht. Nähere Auskunft erteilt ber Adjutant deS Bezirks- kommandoS Gießen.