Ausgabe 
20.11.1919
 
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Nr. 272 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Donnerstag, 20. November 1919

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da der Aufkauf

Fortsetzung 52.

gestern gesprochen habm. I um Modeste werben. *r'b

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ben Tämmerung sah Mrgnus, daß. sein A.

ung von Ware kommt, klonte sich als zu teuer

von am den Ka-

Das Glück der andern

Original-Roman v^n Erich (Eben flein.

Copyright 1916 by Ordner & Comp., Berlin W 30.

3tc Gräfin hatte Besuch. Der Pfarrer Berdstetten mit seiner alten Schwester .war Nachmittag gekommen und beide saßen mit alten Damen noch beim Kcrffeerisch unter dm stantenbäumen.

Di mußt du also Worten, bis sie fort sind, mit deiner Mitteilung," sagte Evelyn,oixr willst du es ihnen trotzdem gleich sagen?"

Nein. Ich denke, es ist besser, , bis zum Meiibessen zu warten, wo wir allein sind, denn Pfarrers bleiben nre länger als bis siebm Uljr."

Sie waren nämlich auf der Rückfahrt einig ge->

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blaß und verstört war. < ?

Was soll dies heißen, Harald'?" fragte er be- > troffen.Und wie siehst du denn aus? Warum kaimst du plötzlich nicht mehr um Mvdesta wer­ben?"

Erlaß mir die Antwort, Magnus. Sic ist die Schwester deiner Braut . . . und schließlich I l)abe ich ja fein Recht, sie anzuklagm."

(Fortsetzung folgt.)

Aus dem Amtsverkttndigungsblatt.

Da- Amtsverkündigungsblatt Nr. 122 vom 18. November enthält: Waftenabliefe- rung. (Einreife von Angehörigen der Reichs­wehr, der Sicherheitspolizei usw. in das besetzte Gebiet. Feuerlöschwesen. Lehrer Versamm­lung. Feldberrinigung Bergheim: hier die Ar­beiten des II. Abschnitts. Rodelbahnen. Räude unter dem Pserdebestand des Lohnkutschers Karl Huhn, Gießen, Rittergasse 23.

Einreise von Angehörigen der Reichswehr, der Sicherheitspolizei ufw. in

lNachdruck v rs' "cn.)

ntüben Handbewegung.Mir bist bi keinen T<r schuldig. Ich tue nur, was ja meine Pfliö ist."--

MagrmS hatte sein Zimmer, das im linke Scrtcnslügel des Schlosses lag, err richt.

Als er eintrat, erhob sich am offenen Fenstw Harald Wvlkerns Gestalt von Stuhl, auf dem er gesessen.

Tu ?" fragte Magnus überrascht.Me kommst du hierher? Niemand meldete mir, daß du du bist.""

Weil niemand, außer dem Reitknecht, d?m ich mein Pferd übergtch, es überhaupt weiß,"" ant­wortete Woikcrn mit ganz fremd klingender Stimme. ,^Zch habe dich hier erwartet, weil ich dich sprechen muß. Es ... es handelt sich . . um . .

Er schwieg unter dem Trick einer übergv Erregung, die ihm Atem and Stimme benu

Um Näßeste vermutlich?""

^?u willst versuchen, 06 e5 brr heute geling was gestern mißlang?""

Arrr Stadt «nd Land.

Gießen, den 20. Nov. 1919.

Wochenhilfe und Wochenfürsorge.

Wie bekannt, ist mit dem 1. Oktober ds. Js. dos Reichst^setz bvm 26. September 1919 über die erweiterten Leistungen an Wochenhilfe und Wyche n für sorge in Kraft getreten. Um den Beteiligten, sowie den in Betracht kommenden Krankeniäsftninrnöt'gr. Eiängr bzw. Schreibarbeiten zu ersparen, sind folgende Grundsätze ziu be-

Nein. Ich wollte dich bitten, alles zu per gessen, was wir rr'~** ~,f'u'Kw ** kann nicht mehr um - man mit Gefühlen nicht so schnell pa irre es zuweilen notwentng ist, so . f mich entschtossen, Schönau möglichst ba| längere Zett zu verlassen. Das wollte ü teilen, Magnus. Und Abschied von di da du doch mein bester Freund bist! Al Verabschiedungen werd.' ich schrifttich

Trotz der im Zrmmer bereits leise

herausstellt und auch eine Herstellung solcher Waren im Zn lande wegen des Rohstoffmangels und der hohen Gestehungskosten auf größte Schwie­rigkeiten stößt, fast ausschließlich Ueber- nahme von Beständen der Heeresver- waltung und der früheren Textil- A.-G. in Betradft. Es sind Vereinbarungen dahin getroffen, daß die Heeresverwaltung ihre Lager zu billigst kalkulierten Preisen, Anzüglich 10 v. H. ab gibt, wodurch die Notstandsversorgung in die Lage versetzt worden ist, preiswerte Ware zu erstellen. Tie Gesellschaft selbst arbeitet mit dem befd^ibenen Kapital von 100 000 Mark, und eS wird ausdrücklich her vor gehoben, daß sie irgend- weldM Reichszuschüsse nicht in Rechnung setzen kann, während ihr allerdings die Reichs- regierung einen späterhin aus die Hälfte herab­zusetzenden Kredit von 5 00 Millionen Mark zur Verfügung gestellt hat. Die Ver­teilung der Ware erfolgt über die sogenannten Reichskleiderlager, die sie ihrerseits an das Kleingewerbe zur Abgabe an den Ver- braudjer weiterleiten. Die Ko mmunal ver­bände sind beauftragt, die Verwaltung und den Vertrieb der Bestände zu beaufsichtigen, namentlich eine Verschiebung oder Verschleuderung der TSare zu verhindern. Versorgungs- berechtigt sind alle wirtschaftlich Schwachen, ohne Rücksicht auf ihre soziale Stel­lung, unter denen dann noch Kriegsbeschädigte, deren Hinterbliebene und kinderreiche Familien eine besondere Bevorzugung genießen. Die Ent­nahme der Ware findet statt auf Grund eines vom Kommunal verband ausgestellten Berechti- gungsschrins, den zu gebet die betreffende Be­hörde ohne Ansehung der gesell sckxiftlvdoen Lage tchen nur mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Be­dürftigkeit verpflichtet ist. Außer der kommunalen Versorgung findet noch eine von ihr unabhängige Versorgung innerhalb volkswirt­schaftlich wichtiger Betriebe statt. Ge­liefert wird auSschüreßLich O ber kleidu n g, und zwar in unverarbeiteter Form, da über die früher durch öffentliche Bewirtschaftung vertriebene ÄmseLten häufige Klagen laut gcwvr-^ den sind. Die ganze Einrichtung ist zunächst nur als vorbeugende Maßnahme gegen die zu erwartenden Schwierigkeiten des Eummenben Win­ters geplant und soll, wenn kein neuer, anders­lautender Beschluß der Reichsregierung bis dahin bekannt wird, am 1. April nächsten Jahres ihr Ende finden. Aian legt Gewidü auf die Fest­stellung, daß an eine völlige Ausschaltung des freien Handels oder eine Schädigung der in Frage kommenden Industrien nicht ge­dacht fei, urid daß eine solche nach Lage der Tinge auch nicht oder nur ganz unwesentlich in Frage komme. Immerhin aber glaubt man durch eine Sidperstellung des notwendigsten Bedarfs durch äffentlidg Bewirtschaftung der doch aus staat- lidjcm Besitz zur Verfügung stehenden Bestände die schlimmsten Folgen für die breiten Massen der Bevölkerung vermeiden zu können.

Sport.

** Städtischer Sportausschuß in Tarrnflabt. In Darmstadt ist ein städtischer Sportausschuß g^grünbei worben, dem außer dem Vertreter der Stadtleitung 6 Vertreter der Stedte mvordnetenversammlung und 6 Vertreter der Turn- und Sportvereine ang?hören. Der städtische Sportausschuß befaßt sich zur Zeit mit den Wün­schen des Ausschusses für Leibesübungen Tarrn# stabt, die dieser in einer ausführlichen Denkschrift niedergelegt hat.

** Die Landesregierung in Baden unddie Leibesübungen. Bei der Verhand­lung des Badischen LandeSausichnsses für Leibes­übungen und Jugendpflege über Unterstützung seiner Bestrebungen aus öffentlichen Dritteln, für die er eine Jahressumme von 250 000 Mk ;.u er­bitten beschlossen hatte, wurde ihm seitens de» Unterrichtsministeriums mirgeteilt, daß der vier­fache Bettag, also 1 Million, für die Bestrebungen des Landesausschusses und der Zentralkommission für Sport- und Körperpflege in den nächst­jährigen Lmushaltungsplan cingefr Ht sei. Die Ba­dische Latoesregierung befunbet damit, daß ,ce trotz der gegenwärtigen finanziellen Lage bte Unterstüt­zung der Sache der Leibesübung mit großen Mit­teln für ganz unerläßlich ansieht.

fünft unter Vorlage eines Geburtsauszuges und einer StÜlbescheinigung (ausgestellt von dem Arzt ober der Hebamme) bei dcr Kr an­kenkasse zu stellen, bei der die Wöch­nerin gegen Krankheit versichert ist. Ter Anspruch setzt eine Versid-ernngSlauer Von mindestens 6 Monaten im letzten Jahre vor der Niederkunft voraus.

d) Bei einer Wöchnerin, die nicht gegen Krankheit versichert ist, sich aber in häuslicher Gemeinschaft mit einem gegen Krankheit Ber- sicherten (Ehemann, Vater, Stief- ober Pslegevater, sowie Mutter, Stief- und Pflegemutter) befin­det: Hier ist der Antrag, bei der Kran­kenkasse zu stellen, bei dem ber $ a u S # haltungsvvrstand gegen Krankheit ver- sichert ist. Es sind hier dieselben Belege wie Sa vorzulegen imd dabei anzugeben, wie nge die Beriicherung und gegebenenfalls bei weldser Kasse im letzten Jahre fcor dem Jahre und feit wann die häusliche Gemeinschaft be­standen hat.

o) Gehört die Wöchnerin zu den Min­derbemittelten und ist nicht gegen Krankheit versichert: 6ter ist der An­trag : in der Stadt Gießen bei der All- g.'meineit Ortskrankenkasse Gteßen-Stadt (Lud- wigst raste) und in den Landgemeinden des Kreises Gießen bei der für die Aufenthalts- gemeinde zuständigen OriSstelle der AllgTmei- neu Ortskrankenkasse für die Landgemeinden des Kreises anzubringcn. Hierbei sind die unter a g?forirrten Nachweise, sowie der Nach­weis über das Einkommen der Wöchnerin oder des Gesamteinkommens der Wöchnerin und ihres Ehemannes (dies geschieht am besten imrch Vorlage des Steuerzettels oder einer Be- scheinignng der SteuerveranlagungSbeHörden) vorzuleg.'n, auch ist anzugeben, wieviel weitere Kinder vorhanden und daß die Wöchnerm so­wie ber HanshaltungAwrstand bei keiner Kran- fcnüalfe gegen Krankheit versichert sind.

Bei unehelichen Wöckmerimien ist anzugeben, ob goßen den Kindesvater Ansprüche aus dem Geburtsfatt bestehen und in welcher Höhe. Insgesamt wird bemerkt, daß in sämtlichen Fällen, wo zur Behebung vvn anfßctretenen SchwongerschaftS beschwerden Auiwendun- gen gemacht werden mußten, der Nachweis hierüber durch S&rrlagc der betreffenden Rechnungen zu er­bringen ist.

Die KrankenLlsfen, sowie die Bürgermeistereien werden auf Befragen die erforderlichen Auskünfte erteilen. Auch ist anzunehmen, daß die LranLm- kassen zur Erleichterung des GeschaflsveiVehrs die erforderlichen Formulare zur Verfi'isma hallen und wird den Bezugöbere-chtiglen einosohlen, sich rechtzeitig in den Besi» der iwitoenÜgcn Unter­lagen zu versetzen.

Eine Besd)rcidung der einzelnen Leistungen braucht, da wohl genügend bekannt, hier nicht ge­geben zu roerben.

Empfänger postlagernder Pakete

treiben mit dieser Art von Postempsang teilweise Mißbrauch. Sie holen die Pakete ntncrbalb der durch die Postiordnung zugelaisenen Wtägigcn Lagerfrist bei Rachnahmepatetcn ist sie acht­tägig ab oder (arten sie liegen, je nähern nxe es ihnen paA- öo nutzen sie einen mehr oder weniger großen Teil der Sagerfrift aus, um nicht einen eigenen Aufbewahrungsraum unter­halten zu braud)en. Es scheinen sich unter diesen Posdabholern auch solche zu besniben, die die Post- packkammer als fidjereö Versteck für Schmuggler- ntaren benutzen. Der Postlagerung liegt in der Hauptsache die Absicht zu Grunde, ortsabwesenden Personen den Lagerraum bei der Post innerhalb

XHH.

Als Magnus mit Evelyn von Maschkowitz heimkam, war die Sonne eben gesunken.

Dann schreibe wenigstens im Park,'" sagte ihre Mutter. Und Mvdesta meinte, vielleicht würde ste tn.es tun.

Gegen drei Uhr fuhren MagnuS und Evelyn dann fort. Modeste hatte sich daber nicht blicken lassen Wenige Lstinuten später aber verließ sie unbemerkt das Schloß und fdjiug einen einsamen Fußweg ein, der, ohne Berdstetten za berühren, btrrft nach ber Miserhöhe führte. Evelyn hatte ihr den Puntt, an dem fte Gottorb treffen würde, genau beschrieben.

der zulässigen .Höchstzeit solange zur Verfügung zu stellen, bis die Postabholung möglich ist. Um Dri&bräudjen zu steuern, werden die Postanstalten vom 1. Dezember ab eine ungebührliche Lagerung nicht mehr geftatten. Wer sich innerhalb der zu-- lässigen Lagerfrist zur 9(blptung einsindet, hat künftig alle tüt ihn lagernden Sendungen auf einmal in Empfang zu nehmen. Nur bei Nach nahmepa'keten bleibt dem Empfänger die sieben­tägige Lagerfrist toriter gewahrt. Lehnt er die Empsangnahmc eines Teiles ab, so wird dieser Teil als verweigert gemäß der Postordnung weiter behandelt. Eine gewisse Nachsicht werden die Post- anstalten fotdjeii Empfängern gegenüber betätigen, denen die Postlagerung ein rrotweirdiges Mittel für ihren Erwerb ist, z. B. Hausierern, wenn es sich offensichtlich nicht um Schmugglerwaren handelt.

*

** Die Hessische Kriegsversiche­rung Oberversicherungsamt Darmstadt teilt mit, daß die Verteilung und Aus­zahlung der Sterbegelder auf Grund der Bedin- gungen erst 3 Monate nach Friedensschluß das ist 3 Monate nach der Anerkennung des Friedens Vertrags erfolgen kann. Die vorherig? pSerteilimg ist mit Rücksicht auf die möÄidwrweife noch cintrctcnben ©terbefällc von Gefangenen, verwundet oder erkrankt gewesenen Kriegsteilnehmern nicht »ulöfsig. Diejenigen Hin­terbliebenen, die ihre blauen Anteilscheine der verstorbenen u. vermischen Krie^teilnehm er alt uns abgetiefert und hierüber Empfangsbesdinnigung er­halten haben, wird das Sterbegeld später uljnte weiteres ausgezahLt. Sollten Sterbe- oder Ver- mißterchalle noch nicht gemeldet sein, so hat dies unter «Vorlage des blauen. Anteilscheins, der Sterbe- urthinbe oder des Vermifttennacteveises sofort nach­träglich zu geschehen, damit reine Nachteile siir die .hinterSiebenen entstehen.

Kreis Wetzlar.

ra. Braunfels, 18. Nov. Erfreulich ist die Zunahme der Bewohnerzahl unserer Stadt. Am 8. Oktober wurden 1833 Einwohner gegen 1521 im Jahre 1910 gezählt.

ra. Aus dem $) ü 11 e n b c r g, .18. Nov. In den 14 Gemeinden der Bürgermeisterei Groß- Rechtenbach wurden bei der jüngsten Volkszählung 7533 Einwohner ermittelt (1910 waren es 7289), die sich wie folgt verteilen: Dornholzhausen 460 (460), Ebersgöns 402 (401), Gwß^Rechtenbach 627 (594), Klein-Rechtenbach 311 (295), Hörns­heim 618 (598), Hochelheim 878 (830), Lützellinden 1129 (1095). Münchholzhausen 842 (764), Nieder­kleen 560 (504), Oberkleen 491 (530), Reiskirchen 416 (448), Vollnkirchen 228 (236), Volperts­hausen 321 (333) und Weidenhausen 250 (198).

ra. Wetzlar, 18. Nov. Ueberschutzmengen Präsident hat am 10. November folgende Anord­nung erlassen: Wegen der immer bedrohlicher werdenden Kohlennot ordne ich hierdurch vvn Landespolizei wegen an. daß alle Theater, Licht­spiele, Restaurants, Easss, einschließlich der Hotels, um 10 Uhr abend-, an Sonn- und gesetz­lichen Feiertagen um 11 Uhr abends geschlossen sein müssen. Diese lediglich durch die Kohlennot Twtwendig gewordene Anordn»mg hat auch An­wendung zu sinden auf geschlossene Gesellschaften und auf Veranstaltungen von geschlossenen Gesell­schaften und Vereinen.

ra. Wetzlar, 18. Nov. lieber schuss men gen au5 den Lausschlachtungen werden iür den Umfang des Kreises Wetzlar wie folgt ver­gütet: Schweinefleisch 2,15 Mk. und Rindfleisch 2,35 Mk. pro Psund. Die Eindecknng mit Fleisch aus Hausscklachtungen ist, foiertt die Schlachtung vor dem 31. Dezember 1919 stattfindet, nur auf ein volles Jahr, und sofern sie nach dem 31. Dezember 1919 stattfindet, nur biä zum 31. Dezember 1920 gestattet.

Ihr Herz schlug wild und stürmisch. Ge- neint! Tretet harte, rücksichtslose Egoist! Dem bisher alles selbst das Heiligste nur ein Lädteln des Spottes entließen konnte . . .

So sehr hatte et ste getobt! ?

Es verging eine lange Pause, ehe sich Evelyn wieder der Sd-oesier zurvandte. Ihr Antlitz war bleich, aber voll eifemer Ruhe.

Und du?" sagte sie,nriHfli mm wirklich fort?"

Ja. Heute nach dem Sbenbeffen. Ta fällt es am wenigsten auf. Ich werde sagen, daß ich schlaten gehen will.""

Aber du kannst doch nicht allem in der Tuntel beit b s zur Station gehen! Es ist Über eine halbe Sttmde bis dahin und du hast die Rcitetafdie zu tragen!"

tote wird sehr leicht fein. Ihr könnt mir ja alles übrige nachschicken. Einen Brief.in Mttma lasse ick, zurück, damit sie nickft erschrickt. Tu wirst ihn aus ihrem Toilettentisch finden. Und vor dem Weg in der Tunte.freu fürchte ich mich nickt ... ich bin eS gewöhnt, allein zu yben."

Sie hatte mit eintöniger MeichgÜltigteit g> spröden. Aber in den dankten, traungen Augen lag so viel mühsam zurück.el>altener Jammer, drß Evelyn sich tvotz ihrer Selbstsucht davon er garten fühlte.

Es wird dir wohl sehr schwer ... zu gehen?"" fragte sie gepreßt.

Modest« scküvieg. Ja, es ftel ihr unsäglich schwer, beim eS bedeutet; ja für sie den Abschaed für immer vc>n Mag^ms . . trotzdem hätte sie gerne nein gesagt, um Evelyn zu beruhigm. Aber fte fühlte, daß sie in Tränen ausbrechen würde, irenn sie ine Lippm öffnete.

Modesta,"" sagte Evelyn, dte sehr wohl emet, was in ihr tot ging, wärmer, alS sie je zur Scknester gesprochen.Tu hast vrel für mich getan . . . mein, als ich verdiene . . . rch tcyame mich bemahe, vaß du nun um meinetttnlLni so­gar van hier fort fällst, wo es drr so gut gmg . . . wie soll ich dir das Opfer jemals bauten . . .

Mache Magnus so glücklich, W er eS zu werden verdient," unterbrach fte Mvdesta mit einer

Die Versorgung mit «leiSerstoff.

Mit Rücksicht auf den außerordentlich großen Mangel an Bekleidungsftoffen und die daraus sich herleitende Notlage weiter Bevül- kerungsschtchten hat sich die Reichsregierung noch nicht entschließen können, die Kleider- verforgung der Bevölkerung völlig aus der Hand zu geben Und sie unbeschränkt dem freien Handel zu überlaufen. Bielmiehr ift ein teil- n>eiser Ersatz der tn der Not des Krieges er­richteten öfsentticherl Bewirtschaftungsstellen, nämlich der Reichsbekleidungsstelle und der Textil-A.-G., deren Auflösung mit Ende dieses Monats vollständig oder nahezu vollzogen sein wird, durch die sogenannte Tex­ti l - N o t ft a n d s v e r s o r g u n g G. m. b. H. ins Leben gerufen worden, die sich die Ver­sorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit preiswerter Ware zur Aufgabe gemacht hat. lieber deren Geschästsführungund Absichten machte ihr Leiter einige Mit­teilungen, denen wir folgendes ent­nehmen: >

das besetzte Gebiet. Deutsche Offiziere, Unteroffi­ziere und Gemeine aus dem imbesetzten Gebiet mit Erlaubnis, das besetzte Gebiet zu betreten, dürfen twrt nur einpassiercn in Zivillteidung unter Ausschluß jeglicher militärischer Mzricben. Binnen: 24 Stunden nach ihrer Ankmcst müssen sie sich bei der nächsten französischen militärischm Behörde , melden, irm Aufklärung 'über -Ort ihres Aufenthalts und Tauer ihrer Aufenthaltserlaubnis zu geben. L Sie sind gehalten, an dem für die Dauer ihres . Aufenthalts besttmmten Ort zu bleiben. Sie müssen i am Tag ihrer» Abreise von neuem sich bei frag- ! lichem Bureau vorstellen. Jede Zuwiderhandlung gegen diese Vorschriften zieht entweder die als- j baldige Ausweisung oder B^haftung nach sich. Diese Vorschrift bezieht sich auf die Angehörigen! der Reidrswehr, sowie aus all« militärisch gcTIe&e* ten Personen, auch ber Sicherheitspolizei.

Feuerlöschwesen. § 30 der ^eisseuer- löfdjorbnung für den Kreis Gießen erhält folgende Fassung: Ist einem Orte des Kreises Gießen: Brandhllse geleistet worden, so werden die Kosten des Hin- und Rückttanspvtts der Mannschaft und ber Löschgeräte der Hilfe leistenden Gemeinde aus der Kreiskasse ersetzt. Desgleichen erhalten die bei dem Brand tätig gewesenen Mannsd»aften bet Hilfe leistenden Gemeinden eine Vergütung aus der Kveistesse. Hierfür gelten folgende Sätze: An Fuhrleistungen: für 2 Pferde mit Mann bis zu 3 Stunden 10 Mk., für jede weitere Stunde 2 Akk., jedoch höchstens 20 Mk.: für einen Wagen 4 s)JäE.; für die Mannschaften pro Kopf und Stunde 75 Pf., jedoch mindestens 3 Mk.

Rodelbahnen. Das Polizei amt bring# erneut nachstehende Polizei Verordnung zur allge­meinen Kenntnis: Auf allen Rodelbahnen int Kreise Gießen dürfen nur Ro-»llscAitten, die mit höchstens zwei Personen besetzt sind, benufot werden. Bobsleighs sind unbedingt ausgeschlossen. Ebenso ist das Aneinander langen mehrerer und das Be­nutzen schadhafter Rodelschlitten verboten. Das Rodeln auf sämtlichen Kreissttaßen des Kreises, sowie das Kreuzen chaussierter Fahrbahnen mit Rodelschlitten ist verboten. Weitere.Verbote können vom Kreisaml und Polizeiamt Gießen nach Bedarf erlassen werden. Innerhalb ber Stadt Gießen und der Ottschasten des Kreises ist das Rodeln auf öffentlichen Straßen, Wegen und Platzen, insbesondere auf deren Fußsteigen, gänzlich ver­boten. Zuwiderhandlungerl gegen diese Vor- sdwiften werden, sofern nicht nach anderen Straf- besttmmungen eine höhere Strafe txrwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestraft. Desgleichen werden Eltern, Vormünder und andere Personen, deren Aussicht Kinder unter 12 Jahren cm vertraut sind, wegen Zuwiderhandlungen ihrer Pflege­befohlenen zur Verantnwrtung gezo^n, falls sie es an der erforderlichen Aufficht haben fehlen lassen.

Die Räude ist unter dem Pferdebestand des Lohnrutschers Karl Huhn in Gießen, Rtttergaffe Nr. 23, erloschen. Die angeordneten Sperrmatz­regeln sind aufgehoben.

Evelyn eilte bie Trapren hinauf und direkt in Mvtvstas Zimmer. Sre fand die Schwester vor einer offenen Handtasche, in die fii geistes­abwesend die nöttgsten SCleintgteitm legte, di« fte mitnehmen wollte.

Nun tote ist es gegangen?" fragte Eve­lyn atemlos. " _

Es ist alles in Ordnung,"" antwortete Mv­desta mit flangteier Stunme.Er wttd dich nicht mehr l'-elästigen.""

Wirklich? Tann hast du em Wunder voll­bracht!"" rief Evelyn angenelym Überrascht.

Ich? 9tein! Seme ykbc höchstens! Dmn er liebt vich wirklich . . . und er ist vielleicht ein Vcrfd'rabener, aber doch ein -.d er Mensch. Tu hast eine sehr fdjtocre ^ranvMrtung auf dich g'- laden, Evelyn, indem du mtl den tief;teil Empfin­dungen emes Menschen ein Spi'l gctnelxm hast! Ich fürchte, baß er es nie venmndm wirb, daß idi ihm heute den Lebensfaden angr'i^en mutzte mit meiner Forderung."

Evelyn war blaß geworden und starrte stumm vor sich hin. Tann warf sie den Kops zurück unb sagte, wie um sich selbst zu bendyig^n:Bah ein 'Dtann rote Gottorb stirbt nicht an einer Liebe. Seme Philosophie wird muß ihm darüber

hoffen wir es! Obwohl alle Phrloiophte der Welt nur wie eine armselige Stecknadel an tarn Men tarm gegen dos Schwert eines starten, echten Ge- fülsts. In i'ioldxm Vagen sind alle Meuchen gleich aas heißt: arm und schwach, wie Kinder oder Greift."

Er nicht! Tue Kraft seines Willens wird ihn a'nfrichten!"" »

Mvdesta sah sie traurig an.

Tie ttraft seines Willens hat gesteh -r ja! Sie nxir so stark, baß fte selbst teme Sehm- sucht bezwang. Aber seinen Jammer h-it s«nicht bezwungen! Ich sage dir, daß er

war als ich danach . . . mir meinten beide. Stumm und Iona Tann trennten wir uns."

(£r9l)at . . . gdDcint!" tone Eve.yii auf, und als Modesta nlir stumm Nichte, wandte sie svch verstört ab.

nerben, ftt'.m in vierzehn Tagen zu heiraten.

So tote die Tinge liegen, werd! ich erst ruhig fein, bis ich seine Fra:u bin," hatte sie sich gesagt. Unb Magnus dachte:Alles wird teichll'r unb besser sein, wenn es tetn Zurück m^ljr gibt...""

Jck^ will mich nun rasch umkleiden unb dann hinab ui den Park gehen,"" meinte Evelyn, d:r es dor allem darum zu hm war, Modeste zu sprecken.Unb ou?"

Ich werde dasselbe tun.""

todfön. So treffen toir uns glso nachher unten wieder.""

achten:

Bei einer Wöchnerin, die selbst gegen Krankheit versichert ist: Hier ist der Anttag alsbald nach ber Nieder -