Nr. 245
Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
Montag, 20. Oktober (919
Aus-
*♦
: Femspr, 724
nnb
(Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 29.
fünft gibt.
Handelt es sich um Beihilfen aus dem
Das Glück der andern
Original-Roman tem Erich Eben stein.
Copyright 1916 by Ordner e- Corap., Berlin W 30.
itfirfftL Sngeb.u.0M i den Sieheaer Ani°,g HM' möchte an Mn
Kriegsgefangenen-Heimkehr.
o Gedern, 18. Okt. Aus englischer Kriegsgefangenschaft kehrten weiter zurück: Hamann Diehl, Sahn des Landwirts Karl Diehl VIII.,
Turnen.
O Maar (Kr. Lauterbach), 17. Okt. Hier wurde em Turnverein gegründet, dein schon über 60 Mitglieder beigetreten sind. In den Vorstand wurden n a. gewählt: 1. Vorsitzender: Lehrer Steffen, 1. Schriftführer: Lehrer Ackermann, Rechner: Hrch. Lomp, 1. Turnwart: Hans Euler.
vom 150» Bci-
Arrs Stadt nnd Laud.
Gießen, den 20. Okt. 1919.
Gesuche heimkehrender Kriegsgefangener.
Von zuständiger Stelle wird geschrieben:
Vielsach reichn heimkehrende Kriegsgefangene Gesuche und Anfragen unmittelbar an das Kriegs- nnnistcrium, jetzt Reichswehr-BefehlsstellePreußen, oder den Rcichswehrminister ein. Sie glauben da
durch eine schnellere Erledigung ihrer Wünsche zu crreickien. Das Gegenteil tritt aber dadurch ein, da diese Zentralstellen infolge fehlender Per- sonalangaben und Unterlagen zu einer Bearbeitung und Entscheidung meist nicht in her Lage /-sind und die Anträge an die zuständigen Stellen weiterleiten. Zuständig für alle militärisckien Frage i d?r Heimkehrer sind de bisherigen Bezirks io mm andos und Meldeämter. Diese Stellen sind im Besitze des Merkblattes für Kriegsgefangene, das dort eingesehen werden kann und ein- gchend jedem Heimkehrer die erforderliche
Sonderzu läge von frischem Rindfleisch. Der für heute angekündigte Verkauf findet auch noch morgen Dienstag statt.
md. Bäder
Fichtennadel, Soli, SohleEurr.
jettrahlangeu mit KnffL Wchm bei «,
, Kratz n. Frau, dt und ftaarf. «cyrtlL Letten, 11
Trlnhvn "SA.
*
** Ter Deutsche Jugendbund Gie- >' e n hielt zum 10 6. Gcburtstagdcr Völkerschlacht bei Leipzig eine Feier ab, die bon etwa 250 Personen besucht lut» und bei der Professor von Gall an Hand von Treitschkes Geschichte der Völkerschlacht bei Seidig die Festrede über unsere große Vergangenheit vvn 1813 hielt. Zum Schluß der Versammlung las der Haupt Vorsitzende des Deutschen Jugendbundes ein Telegramm an Generalfeldmarschall Vvn Hindenburg Vvr.
Kreis Büdingen.
# 91 i dd a, 17. Okt. Am Donnerstag findet hier eine öffentliche Kreisversammlung statt, in der der Direktor der Zentralstelle für die Volksbildung Hassinger-Darmstadt über ,,Dre Aufgaben unddie Ausgestaltung des Bildungswesens in Hessen" sprechen wird.
Krris Schotten.
Sie trug ein Weißes Crepe de Chine-Kleid und j sch mit ihren vor Eiier geröteten Wmrgen unsag- !Wr lieblich aus.
„Gottlob, daß ich Sie hier treffe, Kindchen," sagte plötzlich eine Stimme hinter ihr, „ich habe
Der Schlichtungsansschuß der Provinz Obcrhesscn.
Verhandlung vvm 11. Oktober 1919.
1. Auf telegraphisches Ersuchen des Hessischen Landes-Arbeits- und Wittsckxrftsarnts hatte der Schlichtungsausschuß in die zwischen der Beleg- sscha ft unb der GrubeFriedrich zu Trais-
micfi ja wieder einmal furchtbar verspätet und fürchtete mich schm, allein ein treten zu müssen. Nun schlüpfen wir nachher wohl zusammen heinein, ja?"
Modefta hatte sieb umgewandt und verbeugte sich respektvoll vor der in penseefarbig: Seide gekleideten Gestalt, deren 'nxi&e Lockchentuffs bei Köer Bewegung wippten, während das gute alte Gesicht mit dem Stumpfnäschen freundlich lächlte. Es war Harald W-olkerns gute alte Taute Luise.
„Sehr gern, Komtesse Walkern," sagte sve, „ich dachte. Sie seien schon längst drinnen."
„Ach nein, ich hatte ja heute meinen Kindergarten-Tag — Sie wissen : Dienstag und Freitag, liebe Modesta! Ta veripätete ich mich. Die neue Lehrerin wird gar nicht allein fertig mit den Kindern! Wann kommen Sie dann endlich einmal, um sich mein Steckenpferd anzusehen?"
„Bald, Komtesse. Es war noch: nicht möglich. Tie Gräfin wünschte, daß ich die letzten Tage mit ihr im Armenhaus tätig sei, wo wir zwei neue Pfleglinge haben."
„Atz so, natürlich! Aber wo ist denn mein Neffe Harald?"
„Ich habe ihn noch nicht gesehen." ' . „I der tausend! Xu müssen wir uns aber beeilen, hineiirzukommen, fünft vergeht er vor Ungeduld. Sind Sie hier fertig ?"
„Jo."
Beide verließen den Spnsesaal. An der Tür des Salons trafen sie auf Magnus, dessen Antlitz einen unruhigen Ausdruck hatte.
„Trachten Sie doch, Evelyn ein bißchen mehr in den Damenkreis zu lancieren, liebe Miodesta," flüsterte er ihr hastig zu, „ich selbst kann es nicht tun, und die Damen scheinen ihr geflissentliches Fernbleiben schon übel zu nehmen."
Modefta gab sich alle Mühe, seinen Wunsch zu erfüllen, und es gelang ihr auch, Evelyn unbemerkt in die Nähe der Fütttin Zedern zu bringen, die in einer Ecke Cercle hielt.
Mit Ausnahmen der Komtessen Blaschko'witz waren alle Nachbarn erschienen. Seidene Schlep- freit rauschten über die spiegelnden Parkette der Cmpfangsräume, kostbare alte Familiendiom anten funkelten mit schönen Augen um die Wette, während die Herren im Frack und Uniform sich gegen» leUm begrüßten und lächelnd konstatierten, 'iS sei toa? riesig nett, daß es nun auf Rettenegg ari-iber, JV® zu Lebzeiten des alten Grafen, wieder Gesel- 'tfltat gäbe! War das schöne große Schloß doch wilher auch der Sammelpunkt der hiesigen Ge- fellsckaft gewesen.
-2^ bk Braut fet ja wirklich auffallend schön m ihrer blaßblauen Robe mit dem echten Sprtzen- lrvant! Eine Schönheit ersten Ranges, die gar fernen bürgerlichen Eindruck mache.
„Wenn man sie sieht, begreift und — verzeiht man alles!" behauptete Graf Wirbna und gab (icfi ehrliche Mühe, Stimmung für Evelyn zu machen: denn sie gefiel ihm wirklich, und er war ein treuer Freund des Hauses. Außerdem hatte er bestimmte Absichten mit Magnus.
Tie Damen hielten sich trotzdem noch etwas zurück. Evelyn gab sich so gar ferne Mühe um sie und schien sich ganz wohl zu fühlen in dem Herven- • kreis, ter sie umgab.
Im Speisesaal legte Mvd.'sta eben auf der Mamlell Bitten die letzte Hand an den Tafel- ftmuck.
Horloff auSgebroch.ne Lohn- und Streit- bcwegnn g angegriffen, da durch die Stillegung der Draunkvhlensordnung iwiie Kreise, die au stch schon unter der Brennstofsnot zu leiden haben, in MttlmdensckMft gezogen worden waren, auch manche Betriebe hatten feiern müssen. Die Arbeit- nebmer ließen erklären, daß sie das Aeußerste versucht hätten, ehe man in den Streik getreten sei, bei dem man die Nolstandsarbeiteu (am Pump- werck usw.) aber fortgesetzt habe: sie lehnten deshalb die Verantwortung für b c n ein» getretenen Schgden ab. Die Forderung ging auf 16 Mk. Gewinnungslohn unter Tag bzw. 15 Mk. über Tag, rückwirkend seit l Juni 1919. Die Grubendircklion schildettc die schwierige Lage der Gewerkschaft, die unmöglich noch tveitcre Opfer bringen könne. 9Jian habe 15 Mk. bzw. 14 Mk. ab 1. September 1919 bewilligen nwllen. Die Ar- beiMehmer hielten entgegen, daß in erster Linie für die Bemessung der Lochchöch? die wirtsckiastlichlm Verhältnisse der Arbeiter maßgebend seien.
.< J?cr Schlichtungsausschuß entschied; 1. Vom Tage der Wiederaufnahme der Arbeit an sind die in der Forderungsaufstellung vom 31. Mai 1919 enthaltenen Lohnsätze (Hauer, Lehr- bauer und Schlepper unter Tag pro Schicht 16 Mk. usw.) zu zahlen. 2. Heber die Streikzeit selbst zu lv finden, hält sich der Schlichtungsansschuß für nicht befugt. 3. Dagegen sind für die zurückliegende Zeit im übrigen mit Wirkung vom 1. Juli 1919 diejenigen Beträge nachzuzahlen, di; an den oben erwähnten Lohnsätzen schien. Die Nachzahlung hat in drei Raten zu erfolgen.
Tre Arbeitgeberin gab zunächst Erklärung über den Schiedsspruch nicht ab. Tie Arbeitnehmer erkannten ihn an; auch wurde für den 13. Oktober die Wiederaufnahme der Arbeit vom .Arbeiterausschuß in Aussicht gestellt.
_ 2. Der Fabrikarbeiterverband Deutschlands, Zalststelle Gießen, hatte gegen die W. Garlsche Da m p fziegelei und Ton- TrarenfabriF in Gießen Verhandlung beantragt, loeil die durch Schveiben vom 14. Aug. 1919 verlangte Aufbesserung der Entlohnmig ab- gelehnt worden war, und zwar unter Berufung auf den Vertrag, der nicht mit der vvrgeschriebenen achtwöchentlichen Frist gekündigt worden fei. Die Antragsteller verlangten mit Wirkung vom 15. Aug. 1919 einen Zuschlag von 40 Pvoz. zu den bisherigen Löhnen (1,25 Mk. bzw. 1,30 Mk.) und entsprechende Urlmibsregelung (6 Tage hei einem Jahr bis zwölf Tage .bei 6 Jahren).
Ter Schiedsspruch lautete: Mit Wirkung vom 13. Oktober 1919 an ist auf die bisher bezahlten Löhne ein Deuerungszuschlag turnt 3 0 Pro- zent zu zahlen, der sich ab 15. November 1919 auf 40 Prozent erhöht. Ter Urlaub ist unter Fortzahlung des Lohnes in derselben Weise zu gewahren, wie er in der Rauch- und Küutabck- branche bei der Firma Gail bereits eingeführt ist. — Die Arbeitgeberin erflärte di: Ablehnung des Schiedsspruches, die Arbeitnehmer behielten sich Erklärung vor.
,3. Die Lohnstreitsache PLöbus gegen Hey- 11 g en staedt u. Co. wurde an das Gewe r hege r i ch t in Gießen verwiesen.
4. Der Verband der Gärtner und (särtnereiarbeiter in Frankfutt a. M. sttebte gegen den Verein der Handelsgärtner Friedberg-Nauheim die tarifliche Regelung an. Die Arbeitgeber wollten sich nicht buiben, da sie die Bezahlung nur nach der Leistung bemessen sehen möchten.
Es wurde durch Schiedsspruch erkannt: Dom 13. Oktober 1919 an ist den in der Handels- gartnerei, auf Friedhof und in Baumschule b> schattigten männlickien und weiblichen Gärtnern: und Arbeitern der Lohn zu befahlen, der in dem Frankfurter Tarifvertrag vom 8. M.ri 1919 vereinbart worden ist (Gehilfen 1,50 Mk. Stunde,l- lohn usw.). Ueberftunben sind mit 25 Proz. Zu- Itfiag, Sonntagsarbeiten mit 50 Pvoz. Zuschlag zu vergüten. — Die Arbeitnehmer nahmen den Schiedsspruch an; die Arbeitgeber behielten sich Erklärung vor.
Reich zur Verfügung gestellten besonderen Millionen-Fonds, aus dem wirtschaftliche Hilfen nach Entscheidung besonderer „Hilfsans- schüsse" bewilligt werden können, so sind hierfür die zivilen „Kriegsgesanaenenheimlehrstellen", die in allen Stadt- und Landgemeinden, meist Bürgermeisteramt ober Landratsamt, eingerichtet ' sind, zuständig, die die Interessen der Kriegs- L gefangenen wahrnehmen, und zwar durch aus ihrer Mitte selbst gebildete Hilssausschüsse.
Se.bstredend bedürfen alle Anträge einer Prüfung und damit einer gewissen Bearbeitungszeit. Im Interesse der Heimkehrer wird aber von allen Stellen auf schnellste Erledigung ihrer Ansprüche hingewirkt. Zur Zeit sind auch die bevorstehenden Verhandlungen mit den bisherigen feindlichen Staaten, über die Auszahlung des in Gefangenschaft etwa gestundeten Anteils des Arbeitslohnes
SSW® «w
Butter: Marke 43, 40 Gramm Auslands- in 66 Pf., 125 Gramm Rindertagl zu 2,50 Mk.
Fleisch: Wochenabschnitt 43. Metzger für lyrembe und Urlauber: Adolf Birkmeyer, Bahn- hoffttaße.
Nährmittel für Dftober: Auf Marke B: "00 Gramm Haferslocken, 250 Gramm Grünkcrn- mehl, 2 Pakete Keks. Auf Marke C: 250 Gramm Bohnen, 125 Gramm Teigwaren.
Zucker: Marke 10, Oktober 1919, 750 Gramm Zucker.
N ä h r m i 11 e l un d Z u ck e r für Zugezogene und kranke: E. Balke, Stephansttaße, Äug. Roll, Bahnhofstraße, I. M. Schulhof, Marktstraße, L. Kalklwff Nachf., West-Anlage, A. Blum Wwe., <2teinsttaße 78.
Krankenzucker: L. Kalkhvff Nachf., West- Anlage 5.
Nährmittel und Zucker für Urlauber: S. Ziegelstein, Landgraf-Philipp-Platz 8.
Krankenmehl: Kg. 1,16 Mk. Konrad Bender II., Walltoifftoaße 14.
Nährmittel für Kranke: Gebr. Ber- dux, ^Bahnhofstraße 27.
Seife: Marke für Oktvbw 1919. Anteil 125 Gramm. K. A.-Seifenpulver per Pfund 90 Pf.
• „Gewiß nicht. Schlafe wohl, Evelyn'"
Er küßte ihre Hand und bewertete sie bis art dre Tür.
1 Wieder war etwas wie Enttäuschung in ihm. Er hatte gern noch ein Weilchen mit ihr geplaudert, “ub d«^ Eindrücke, die sie empfangen hatte, aus ihrem Munde gehört, so lange sie noch frisch und unverwischt waren.
öfttte sie denn gar nie das Bedürfnis, sich mit ibm über das, auszusprechen, tvas ihn innerlich bewegte? Verstimmt begab er sich gleichfalls zur Ruhe.
„Nein, vom „armen Bürgermädchen" hat sie entschieden nichts an sich, und schön ist sie ja auch
.931 Bild," sagte im selben Augenblick die Fürsttn Zedern zur Gräffn Wirbna, der sie, da beide denselben Wag hatten, in ihrem Wagen einen Platz angeboteu hatte, während der Fürst mit dem Grafen den Wirbnaschen Wagen benützte. „Trotzdem paßt sie mit ihren Ansichten nicht in imfere Kreise. Sie ist eine kalte rücksichtslose Egoistin und wird den armen Magnus nur unglücklich machen. Denken Sie an meine Worte, Liebste!"
Tie viel jüngere Gräfin zuckte die Achseln.
„Gott, ja, sie ist ein wenig modern angehaucht und offenbar sehr für freiheitliche Ideen. Darum aber können Sie doch auch noch immer glücklich werden? Er liebt sie ja!"
„Leider! Ich bm gewiß nicht unvernünftig, exklusiv, und wenn er das kleine zarte Dingsda die Schwester, gewählt hätte, würde ich kein Wort agen. So aber, — ich habe den Sanderfeld gern chon um feiner Mutter willen, und so kann ich nur agen: er tut mir leid!"
, Gräffn Wirbim schwieg Die Fürstin war sonst chr Orakel, aber diesmal hatte ihr Gatte ihr
। uirf/t hetzen gegen Sander-
lelds Braut. Ich wumche, daß wir in gutem Einvernehmen mit beiden bleiben. Ich habe große Plane mit chm."
(Fortsetzung folgte
= Herchenhain, 17. Okt. Aus der Ge- fangem'chaft kehrten glücklich heim: Hch. Adolph Emil Jost und Karl Oechler, der letztere aus französischer Gefangenschaft. JnSichenhausen traf bei seinen Angehörigen glücklich Landwirt Hch. Rieß ein.
Kreis Lauterbach.
O Schlitz, 17. Okt. In unserer Stadt wurden bei der Volkszählung gezählt 1188 männliche und 1392 weibliche, zusammen 2580 Personen. 127 davon gelben als vorübergehend anwesend, 70 Personen waren vorüber gehend abwes nd. Die Einwoh ierz-ahl ist um rund 203 Personen gegen die vorige Zählung zurückgegangen.
Hessen-Nassau.
Ge. Esch Wege, 17. Oft. Tie Bergarbeiter in dem benachbarten Braun Yoh enber gwe rk Hirsck- verg bei Großalmerode wollen freiwillig Sonn- wgs 80 Donnen Kohlen besonders fördern, um öer lebhaften Glas- und Tonwarenindustrre in Großalmerode die Weiterarbeit zu ermöglichen
R. Rod he im a. d. B, 16. Okt. Tic bekannten Rodheimer Kalkbrücke. die schon beim Bau hiesiger Burgen, beginnend ums Jahr 900, demBanknlk tieferten, lange Jahre für das Kalk- Werk Abendstern ausgebeutet wurden, gingen vom lekten Päclstcr, Haos jun. Gießen, durch Kauf ui die Bergwerksbaubedarfs G. m. b. H, Betzdorf a. d. Sieg über. Ter Betrieb soll dem Vernäh, men nach bedeutend erweitert werden. Für die ivei- tere Entwicklung des Dorfes dürfte dies von größtem Segen sein.
8. Rod heim a. d. B., 15. Okt. Ten eifrigen Bemühungen des Bürgermeisters Bender und dem verständnisvollen, freundlichen Entgegenkommen des Geheimrats G..il verdmkt man nunmehr mehrere Bauplätze im direkten Anschluß an das Tvrfnetz in schönster Lage. Der brüt» genden Wohnungsnot kann somit gesteuert werden.
5; Ter "Deutsche Gärttververband, Bezirks- geschastsstelle Fulda, hatte für die Arbeiter der Gärtnereides Grafen Franz zuSol ms- Rodelheim tn Assen heim besser: Lohn- bebmgimgtn erreichen wollen, jedoch die Aner- ftnnung der Organisation nicht finden können. Tie Stteitpuntte und die Besonderheit der Ar- certsverhältnisse wurden durchgesprvchcn und hier- durch du Grundlage geschafft, auf der die Par. teien nunmehr durch persönliche Weiterverhandlung eine Regelung treffen wollm; wenn nunmehr eine Vmtändigung nidjrt zu erreichen ist, soll bei Schlichtungsausschuß erneut an gerufen werden.
unb Karl K^ ch, Sohn des Schreiners Heinrich nvch! II.
OMaar (Kr. Lauterbach), 19. Okt. Nack)dem ucherc in englischer und amerikanischer Gefangen- nt-ifit gewesenen 8 G.'meind:mitgliedcr glücklich heim gekehrt sind, erwarten ivir noch 9 Söhne unstres Dorfes, die in ftanzösischer Gefangm- sckast weilen.
— Eichel ha in, 20. Okt. Aus englischer Ceiangcnschaft kehrte.Phi.ipp Greb zurück.
Blitzenrvd, 19. Okt. Nachdem der ehe- mange Pwnier H<rns Reith vor einiger Zeit aus engliscker Gefangenschaft zurückgekehrt war, traf ^Dage darauf bei der Bürgermnsterei ein Gedenkblatt für die Angehörigen des H. Reith em mit dem Vermerk, daß er im Oktober 1918 gridllen sei.
O Lauterbach, 17. Okc. Inzwischen ist in unserem Kreise wieder eine große Anzahl Heim- kehrer ein getroffen, überall herzlichst bewillkommnet von den einzelnen Gemeinden. Vielerorts wurden den Heimgekehrten von Musik- und Gesangvereinen Ständchen gebracht. In anderen Gemein- oen haben sich die Lehrer in den Dienst der guten Sa.cbe gestellt, indem sie mit den Sckmlkindern das Heim der zu Erwarterchen mit frischem Tannen- grun schmüctten und die Heinikehrer am Torstin- gailg mit einem Schulgesang empfingen und begrüßten. Leider wurde die Freude manches Gefangenen über die endliche Heimkehr getrübt durch die schmerzliche Tatsache, seine Angehörigen nicht mehr alle begrüßen zu können. Es liegen im Jcreife mehrere Fälle vor, in denen gerade in den letzten Wochen noch der Vater oder die Mutter des in Gefangerrschaft weilenden Sohnes gestorben fiiw, ohne daß der in froher Erwartung Heim- lehrende schon etwas davon wissen konnte. Unsere Söhne unb Brüder in englischer unb arne- rikanischer Gefangenschaft sind nun bis aus vereinzelte Ausnahmen alle glücklich zurückgekehrt. Es trafen in den letzten Wochen noch ein: in Maar: Job Günther, Konrad Schrimpf, Karl Lerch, Hch. Weißgerber, Wilh. Lippett: in Alme n r o d: Georg Listmann, Hch. Jockl: in A n - gersbach: Fr. Wahl: in L and en hau sen: Georg Eurich, Karl Eichmann, Hch. Braun, Joh. Lang; in Reuters: Karl Gebauer (der einzige Kriegsgefangene dieses Orles) linDirlammen: Hch Renker, Karl Gwh, Hch. Jöckel, Joh. Luft: m Grebenhain: Hch. Ganß: in Cra in selb: Karl Fritz, Johs. Möller: in Lan terb ach: -vch Schiebelhuth, Hch Lind, Hch Sachs, Karl Schwarz: in Leblos: Joh. Fölsing: in Weid- Mo o s: 5ernt. Müller; in Wallenrod: Wilh. Hofmann: in Salz: Karl Koch, Hch. Söll, Ernst Muth: in Zahmen: Hch. Hämel: in Stockhausen: Georg Eurich und die Brüder Joh. und Hch. Wienold; in Sickendorf: Hch. Will: in Herbftein: Jos. Anton Staubach, Hch. Jos. Narz, Jos. Heuser, Joh. Ruhl, Jvs. Schneider, Egidius Kübel, Herm. Wiegand: in Gunzenau: Jub. Hansel. Aus russischer Gefangenschaft kehrt eheim: Johs. Rehberger (Lauterbach); aus serbischer Gefangenschaft: Karl Buning (Salz); aus belgtscher Gefangenschaft: Karl Totzett (Landenhausen). Aus französischer Gefangenschaft ist glücklich entflohen: Lehrer Refth (Hopfmatmsfeld). Die hiesige Ottsgrnppe des Volksbundes zum Schitze der deutschen Kriegsund Zivilgefangenen hat eine Kriegerheimkelle für die Umgegend geschaffen, die den Heimkehrern in allen einschlägigen Fragen durch ihren Vorsitzenden, Dekan Müller, Auskunft erteilt. „, ** Münster, 16. Okt. Am 14. Oktober kehrte Karl Heß, .Sohn des hiesigen Polizei- dteners, aus englischer Gefangenschaft zurück. Er wurde am 8. Oktober 1918 bei Cambrai gefangen genommen; sein älterer Bruder befindet sich noch ut englischer Gefangenschaft.
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(20 Centtmes täglich) noch nicht zum Abschluß gekommen
Versorgung mit Kriegsschuhwerk.
Das Konsortium für Kriegs st iefel- Verwertung, Berlin C 2, Neue Friedrichstraße 23, macht nachstehende Mitteilung:
Nachdem zufolge Aufhebung der Zwangswirtschaft der Hauptverteilungsausschuß des Schuh- hondels in Liquidation getreten ist, hat er die Bestände an Kriegsschuhwerk an ein Konsortium von Schuhwaren-Großhändlern veräußett. Es handelt sich um Schuhwerk aus Leder-Oberteilen, zum Teil auch mit Textilstoff- und Papierstoffeinsätzen und Holzsohlen. Das Schuhwerk ist zum größten Teil bereits 1918 und anfangs 1919 her- aesttllt, von der inzwischen ein getretenen gewaltigen Steigerung der Rohstoffpreise und Herstellungskosten also nicht betroffen. Abge- feben davon, daß das Kriegsschuhwerk bei nasser und kalter Jahreszeit wasserdichter ist und wärmer hält, kommen die außerordentlich billigen Preise dieses Schuhwerks den Verbrauchern zugute. Gleich- attiges Lederschuhiverk kostet heute zum Teil beinahe das Zehnfache. Seit Ausbruch der Revolution besteht eine gewisse Abneigung der Verbraucher •«gen baä Ersatzschuhwerk, weil man sich ein» hilbete, daß nunmehr die Schuhknappheit aufhören imd ledernes Straßenschuhrverk zu nicht teuren Preisen erhältlich sein würde. Ledernes Sttaßen- schubwerk ist jetzt zufolge Aufhebung der Zwangs- Zwirffchaft mehrere hundert Prozent teurer ge- luorben gegenüber den Preisen des Jahres 1918. >Es muß deshalb den Verbraucherkreisen emp- sahlen werden, sich rechtzeitig Kriegs- s ch u h w e r k zu sichern.
Erntcarbeiter find Selbstversorger.
Unsere noch immer krittsche Ernährungslage verlangt, daß alle noch auf den Feldern befindlichen Hackfrüchte rechtzeittg eingebracht werden. Die. Schwierigkeit liegt hauptsächlich in der Be- fchaffung der nötigen Arbeitskräfte. Um der Landwirtschaft die Anwerbung der erforderlichen Ernte- orbetter zu erleichtern, hat der Reichswirtschafts- minister angeordnet, daß alle .auch nur norüber» geheird mit Erntearbeiten beschäftigten Personen mit ihren Fmnilienangehörigen nach Maßgabe der geltenben Besttmmungen als Selbstversorger zu behandeln sind.
Gültige Lebensmittelmarken
für die Zett vom 20. bis 26. Oktober 1919.
Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Brot Kg. 75 Pf., Weizenbrotmehl Kg. 45 Pf.. Weißbrot Kg. 106 Pf. Weißbrotbäcker: Hölters, Frankfurter Straße, Schilling, Bismarckstraße, Lange, Neustadt.
MaMus atmete auf. Gottlob, nun würde Evelyn endlich die richtige Fühlung bekommen. Ader sehr bald schon bemerkte er, daß sich fort m der ^amenecR? eine recht lebhafte Debatte ent» tt>ann, bereit Wortführerinnen Evelyn und die Iürstrn waren. Und dann stand die Fürstin plötz- ltch auf und begann mit einigen Damen, die ihrem Betsptel folgten, im Saale zu promenieren.
Sie toar sehr not dabei und fächelte sich Luft zu, nährend sie erregt mit den sie begleitenden -«men sprach. Magnus blickte zu Evellm hinüber
Was hatte es gegeben?
Aber Evelyn plauderte ruhig lächelnd mit der jungen Komtesse Kitty Melbers, und nichts in chrem Geiichte deutete an, daß sie sich über die Entfernung der Fürstin ärgere.
Magnus vergaß auch die Sache später: denn Evelyn iwr bei Tisch, sehr animiert und benahm fick, m ihrer unbefangenen Vornehmheit so tadit» .daß er mit Recht stolz auf sie sein konnte. £>ie schien auch bei anderen den besten Eindttick gemacht zu haben.
„Ihre Braut ist charmant!" versicherte Gräfin Wubna beim Aufbruch. Und „wir haben bereits cicke Freimdschaft geschlossen", setzte Kitty WA» berg in ihrer etwas burschikosen Art hinzu. Magnus lächelte. Tiefe rasche „Freundschaft" sah d;r kleinen extravaganten Komtesse wieder recht ähnlich!
darüber entging ihm ganz, daß die Fürstin ycbern, nachdem sre ihm und seiner Mutter Adieu geragt hatte, ging, ohne sich von Evelyn besonders zu verabichiederi. ~
„fRun, mein Herz, wie gefiel es dir?" fragt? er Evelyn, als die letzten Gäste sich • mtfemt hatten.
Evelyn lag in einem Fauteuil und starrte mit leltjam verlorenem Blick vor sich hin. Bei seiner Frage erhob sie sich rasch
//O -ganz gut", antwortete sie leichthin, „aber ' ^ch, bm entsetzlich müde, Schatz, du bist doch nicht i bö)e, wenn ich gleich gute Nacht sage und zu Bett ■ gehe?"


