Welt treten und dir intb der Welt zeigen, daß ehrliche Arbeit den Namen Svendburg nicht schändet. Erft, 'wollte ich etwas erringen, erst wollt: ich erwerben nur allein durch meine schöpf wische Geisteskraft, das ist geschehen, und von morgen an trete ich als Gräfin Svendburg in die Reihe derjenigen, die arbeiten."
„Tu machst uns hier unmöglich," schrie dir Gräfin auf.
„Nur dick, Grobmama," sagte Ragna ernst, „und deines Bleibens ist hier nicht."
Tie alte Frau fühlte in diesem Augenblick wohl, daß Ragna ein Opfer bratfae, sie fühlte, daß ihr Enkelkind Länder und Meere zwischen sie und dem jungen Paar legen wollte, um rüben Preis.
„Tu 'wirst den Namen -Svendburg sch-mam," fragte sie leise bebend, „v-rsprich es, Ragna."
Tie groben Augen flammten über sie hin.
Ich versuche, ihn wieder zu Ehren zu brin» gen/' entgegnete Ragna sanft und ihre Hand.' schlossen sich' wie betend über dem Haupt bet jungen Frau, die in dumpfer Resignation in ihrem Sessel lehnte.
„Wann wirst du reisen, Grobmama?"' „Morgen."
„Ich danke dir."
Kein Laut, kein Wort, nur ein dröhnendes Ausstößen des Krückstockes und ein bleischwerer Schritt, der langsam verhallte.
Ragna bedeckte ihr Gesicht mit den Händen. Ein Stöhnen rang sich aus ihrem Munde, ein Schauer ging durch ihren Körper. Sie war ja doch ilxre GroßmiUter, die alte Frau — es war ein hoher Preis, den sie zahlen mußte, zahlen wollte für Sigrids Glück.
(Fortsetzung solgL)
Mittwoch, 20. August 1919
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)
Nr. 195
Zweites Blatt
Lage ist. Es gibt eben n OberscUesien, die be-
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19. Aua. Ter Ha- abcnb hat besonders
rhne aelschlag am Sonntag abend hat besonders ben m dem Orte und der Gemarkung Klein-Linden ge- heftig gewütet. Erheblicher Schaven wurde im chm Felde unb in Gärten verursacht. Ter Schaden ist
Schaden ist
für die Obstzüchter groß.
Fortsetzung 37.
kNackdruck verboten.)
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Bahnst. Gießen-FrW ca.2000MorgcnmuI 70 Morg. Wald. durch Förster LhmI Homberg,Oberr I
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Ölxrschlefien erfolgen kann.
Hieraus wird um 1/g2 Uhr die Sitzung auf
4 Uhr nachmittags vertagt. ______________
deutet ....--------zz-'.v— --
Volk. Tie Not des Reiches hindert, noch mehr
_ Televhon 1256. j
1-2 iveidgerq» Jäger sofort abjuj
"povaut Job. QÖ
«öifcje uch im V
Schneider«
DerKartoili Verkauf
Ragna Svendburg
' Roman von Anny Wothe.
-halten wünschen, wird durch einen Vertreter der Versorgungsableilung des Bezirkskommandos Gießen am Freitag dem 22. August 1919, vormittags 10 bis 2 Uhr, in der Bürgermeisterei Grünbcrg Sprechstunde abhalten.
+ Klein-Linden, 19. Ang. Ter Ha - lschl a g am Sonntag abend hat besonders
Landwii Z« vermögen, 38 W engl , bisher IM ® (statu:, oeinnb, 1 fleißig,.von gut». tflbcnoicrWii«n unb gutem ©en'-- als Sriegf-fl* .urückkam, mW Kat mW W'twe evü-° f SS'4- Sp unter W1 ■
Äarum!" , ,
„Willst du vielleicht nicht auch beftimmen, daß ich auch riach Soendburg zurück muß?" yragte die alte Gräfin höhnisch.
,Mein," sagte Ragna, „da ist rugenblicklich fcin Platz für dich. Ich nehme an, daß es dir sehr angenehm wäre, zuerst in die S<l)weiz zu rri)en uni) den Herbst und den Winter an der Rioiera
fluW5> r**eyerei[l/
tvikbh^.^ ,.'ji i«?!d
Sport»
— 28. Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes in Fechenheim. Im Junior-Einer gelang es H. Kaiser vom Gießener Ruder- Klub Hassia, als Erster durck>s Ziel zu gehen.
Kreis Schotten.
cd. Eschenrod, 19. Aug. Hier wurde eine Ortsgruppe des- Hessischeu 'Sauern- b u n des gegründet, der sich 50 Mitglieder aug schloffen haben. In einer Veriammluug wurc» von lungeren Leuten die sofortige BeruickUung des DirhlatasterS und der (Eier abg ibdifk* verlangt Aelteren Bauern gelang es zuletzt doch, die Heis - sporne von ihrem nutzlosen Vorl-aben abzubrmgen — Tie int Januar gegründete Ortsgruppe der Temokratticken Paartet hat durch diese Ncuaründung fast alle Mitglieder verloren und wird fick dem nächst auflösen. — Auch in Wingershausen und Eichelsachscn haben sich Ortsgruppen deS Hessischen Bauernbundes gebildet
Kreis Friedberg.
B a d - N a udci m, 19. Aug. DttooM bie Führer des Hessischen Bauernbundes.die ausdrückliche Versickerung gegeben litten, daß sie alles tun natrbcu, um die Landtoirte an ihre Abliefermigs- plisckchen zu erinnern, kam es diese Wock.e schon zu einer Stockung inder V iehabliefe rung und dadurch zu einer mangeln den Fleisch- Versorgung. Auch nitsere Stadt nüre leer aus- gegangen, wenn hie br;igc Ein fort figenos fcnhdxi ft die für Lelwnsmittelversvrming unser es^Bades schon Vorzüglick-es geleistet bat, in letzter Stunde iridx noch zwei Stück Großvieh von ihrem ^luslandSvied zur Verfügung gestellt turtle. Tie Leistung bet Genossenschaft ist um so anerkenncnsiperter, alS sie den er he blickten Preisurrterschied im Interesse bei Allgemeinheit selbst getragen hat.
ch Kirch-GönS, 18. Aug. Beim OrtS» Vorstand beantragten die Gemeindeböamten die Bewilligung einer Teuerungszulage, die ins gesamt etwa 25000 Mk. betragen wurde. Mit Rücksicht aus die Höhe der Summe lehnte der Genre rnderat ben Antrag ab.
von I. krack befinbeife ?Xir?elpfad * Xufllid) Ausaabe * morgeitS8b.iUi>ra!>g J. Krack, Giess
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zu tun. . , _ , v.,
Abg. Frau Kloß (Dem.): Unverständlich bleibt, weshalb das Gcletz von ben beiden Mehr- heitsparleien in solcher Sttlle vorgoarbeitet und überstürzt ben Parteien vorgelegt worden ist. ohne ihnen Gelegenl>eit zur Stellungnahme zu geben. Jede Partei wird hier gern mitarbeiten. Ern sundes Boll, das tüchttge Arbeit leistet, braut, wir. und dazu dient das Gesetz.
** Grünberg, 19. Aug. Für Kriegsbeschädigte und Rentenempfänger, die Auskunft in Militärverforaungsangelegenheit-n (Renten, Unterstützungen, küilftliche Glieder, ortho-
nationalpolnisckie Kreise in OberscUesrerr, dre befürchten, daß die Volksabstimmung zu rhren Ungunsten aussällt und die deshalb unter allen Umständen jetzt idjon sestft.hende TatsackM schaffen wollen. Unsere Aufgabe wird es sein, solche Besttc- bungen zu verhindern und dafür zu sorgen, daß dem Friedensvertrag gemäß eine wirklich ungehinderte und unparteiische Entscheidung seitens
05ere‘'{c'Jtn
und den Herbst und den hinter an der ytuuera
H1'- II Mn bringen., Tie Mitttl ^dazu wirst du erhalten.
HW 1
Deutsche Nationalversammlung.
Weimar, 19. Aug.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen.
Abg. Seger (Unabh.) verweist in seiner Anfrage auf bie bittere Notlage der aus Elsaß- Sotbri n gen vertriebene n Deutschen und fragt, ob die Regierung ihnen durch zureichend: Unterstützungen Helsen will. — Geheimrat Frhr. v. Walser: Tie Fürsorge für diese Vertriebenen, deren Notlage der Regierung bekannt ist, ist dem Noten Kreuz übertragen worden. Auch Erwerbs- fosenunterslützung wird gewährt und besonderes Augenmerk auf die Arbeitsvermittlung gerichtet. Ebenso können Darlelfn zur Wiederaufrichtung dw Existenz gewälzt werden. Ein Gesetz zur Regelung Der Frage wird vorbereitet. — Abg. Erkelenz Dem.) fiaat, ob die Regierung auf bie Besei- tigung der Behttcherung der ordnungsgemäßen (Ein- fuhr von Waren aus dem besetzten in bas unbesetzte Rl)einland hinzüwirken bereit ist. — Geheimrat Tr. Bachem sagt Ermittelungen zu. — Abg. Riedmiller (Soz? bringt in feiner Anlage zur Sprache, datz bei Kriegsausbruch bie in bet Schweiz beschäftigten deutschen Wehrmänner das Land unter Zurücklassung ihrer Habe verlassen haben und jetzt durch baS von der Schweiz erlassene Einreiseverbot am Abholen ihrer Habseligkeiten verhindert werden. — Ein Regierungsvertreter erwidert, baß die sck)»veize- riscke Regierung in dieser Beziehung Entgegenkom-
Ans und Land.
Gießen, den 20. Aug. 1919.
♦* Zur Provinzialtagswahl am 31. August ist von der Deutschen Volkspartei folge,rder für die ganze Prvvurz gültiger Wahlvvr- schlag ausgestellt worden: 1. Dr. dNarttn S cki a n, Professor in Gießen. 2. Heinrich S ck u d t, Müller imb Landwirt in Gör bei heim, 3. Friedrich Heck, Oekononvierat in Alsfeld, 4. Leonhard Hoos, Fabrikant in Lauterbach, ö. Ferdinand Rabenau, Geh. Justizrat, Oberamtsrichter in Büdingen, 6. Ferdinand P sann stie'l, Gast- pnd Lan wirt in Ulrichstein, 7. Karl Georgi, Zigarrerrfabiikcmt üt Gießen, 8. Friedrich Hege, Baurat in Friedberg, 9. "iluguft Dollinger, Lehrer in Oberglern, 10. Heinrich Franz Jungblut, Kmckitor und Beigeordneter in Schlitz, 11. Heinrich Schaaf, Landwirt und Bürgermeister in Eichelhrim, 12. Friedlich Zimmer mann,Oberamtsrichter inLackbach,13. Ludwig S p aa r, Forstwart in iBersrvd 14. Gustav Ra Ms Peck, Fabrikdirektor in Alsfeld, 15. Georg Knecht, Landtoiri und Bürgermeister in Mittel- grünbau, 16. Karl Krailing, Schlossermeistcr rn Gießen.
** Anträge an die Ludenborff- Spende. Um den Kriegsbeschädigten unnötigen Zeitverlust zu ersparen, sei noch einmal darauf hingewiesen, daß die Mittel der Volksspende für Kriegsbeschädigte (Ludendorff- Spende) nicht durch den Reichsausschuß d er Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebc- nenfürsorge in Berlin verwaltet tverden, sondern von den Hauptfürsorgestellen in ben einzelnen Bundesstaaten unb Provinzen. Kriegsbeschädigte, die einer Unterstützung bedürfen, richten ihre Anträge am besten an die örtliche Fürsorgestelle ihres Bezirks (Magistrat, Landratsamt, Bezirksamt usw.).
Landkreis Gießen.
— Tcr Regierungsvcrtreter entgegnet, er habe bereits ausgeführt, daß das Material beS Rcichsministeriums des Sten fern zusammen- gestellt, geprüft und demnächst der Oefsentlich- ieit xugeführt werden wird. (Zuruf rechts: Tas ist feine Antwort!)
Abg. Mittelmann kD. Vp.) bemängelt in seiner Anfrage, daß nach Aushebung der Feldpost die Postpakete der Soldaten nicht mehr befördert werden, es sei denn, daß sie einen ' "ten Wohnsitz haben. Dieser Mißstand träfe be- inbere auch die dem Grenzschutz angehörigen Truppen — Tircktor int Reichspostamt Ronge: Ter Feldpostpaketverkehr ist während der Tem»-- bilmachung v-on der Heeresverwaltung aufgehobm , und an feine Stelle ist für die unter den Waffen 3 gebliebenen Truppen der geiwöhtnlühe Frtedcns- tertelyr getreten. Ta jeder Truppenteü, auch die im Grenzschutz versammelten für kürzere oder län- «^re Zeit einen Standort zugewiesen erhielten, kann sich auch jeder Heeresangel-ärige Pakete da- tzm zuscndcn lassen. Beim Wechsel ixs Standortes werden die Sendungen nachgesandt..
Eine wettere Anfrage des Abg. Tr. Mittelmann nimmt auf die Kunst bezug, daß infolge des jetzigen niedrigen Standes unswer Valuta wertvolle alte deutsche Kun st sch atze waggonweise ins Ausland abwandern und nähtet an die Regierung die Frage, ob der Erlas; eines Lunstausfuhrverbotes odereines Gesetzes Iitr Derhtt d.-rnug weiterer Abwanderung der Kunst- chatzc bcabfirfMigt ist. — Geh. Rat Frhr. v. Wel- er: Gesetzlick-e Maßnahmen sind m Vorbereittmg.
Abg. Frau v. Gierke (D.-Ntl.): Tie durch bie Vorlage berührten Fragen sind so schwinig und wichtig, daß man die nicht zur Regierung gehörenden Parteien nicht vor vollendete Tatsachen stellen dars. Te.n Grundgedanken erkennen wir an.
Abg. Frau Zieh «Unabh.»: Wir wünschen eine um asscndc Mutter cka ts ür orge. Tn vor^ liegende Ge,eoeutwun bat uns enttäuscht.
Abg. Frau M e n d e (D. Bp.): In der wetten Ausdehnung der durch das Gesetz gebrachten Für' sorge aus unehelick^e Wöckmeriuuen erblicken wir eine Gefahr für das deutsche Familienleben.
Tas Gesetz wird mit geringfügigen Aenderuu- gen in zweiter unb brütet Lesung mit grober Mehrheit angenommen. Hierauf schlägt der Prä^ sibent vor, die Sitzung abzubrechcn.
Zu einet Erklärung nimmt bas Wort Reichskanzler Bauer:
Währenb in Berlin zwisck>cn Preußen , und Polen über eine stiebl ick>-schi«ckliche Nachbarschalt verbandelt wird, haben mObetschlesien polnische Agitatoren gewaltsame Bandenauf- ftänbe hcrbeizusühteii versucht. Es sind bie toer- schiebensten Nachrichten, bie beunruhigsten Rack)- richten über den Stand bet Tinge in Ober schlesien verbreitet. Zu meiner Fteube kann ich mitteilen, baß diese Nachrichten wesentlich übertrieben sind, und baß es wesentlich bester steht, als man nach biesen alarmietenben Nachrichten armclnnen könnte. Es ist um 12 Uhr mittags bie Mittettung eingegangen, daß bas ^^"^ar obetkommando Herr bet ?
,M habe nicht Lust, noch länger die Reden einer Wahnsinnigen anzuhören," sagte die a.te Frau, grell au flachens und drohend den Stock erhebend. „ Ich werde Sven rufen, damtt er mutz ovn deiner GegenEivart befreit."
„Tas wirst du nicht tun," sagte 9tagna Irin, „Sl^-n bat mit der ganzen Sache vorläufig lttchts zu tun. Sigrid hat mir versprochen, n»och heute mit Sven nach Svendburg aozuteisen, ahne den Fürsten wieder geseheir zu haben."
Sigrid hob bittend die Hände. Nur ein .Ab- l'chiedswort, bettelten ihre angstvollen Augen.
Ragna strich liebkosend über das glanzend: Haar der jimgen Frau und flüsterte ihr letse zu:
„Kein Wort, Liebling, du mußt, du weißt
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
** Tas Amtsverkündigungsblatt Nr. 75 vorn 19. August enthält : Bekanntmackumgor über Höchstpreise für Schilachtschafe, Verkehr mit dem! besetzten Gebiet, einer Bekanntmachung über Unterstützung her Befreier Rigas, Arbeitszeit in ben Mühlen, Feststellung von Tierseuck-en^auf der Abdeckerei in Garbenterch, Verkehr mit Schrotmühlen und die Benutzung von SckMolmühlen, bie öffentliche Bewirtschaftung der F-rühkarioffeln aus der Ernte 1919 und deren Höchstpreise, Versorgung der Schulen mit Brennstoff, bie Wahlen zum Provinzialtag.
Besitzernvon Mühlenrntt Weniger als 5 Arbeitern wird die jederzeit widerrufliche Genehmigung erteilt, die irach per allgemeinen Land arbeiterbmrng Übliche Arbeitszeit von 11 Stunden mit Zusttmmuug ihrer großjährigen Arbeiter bis spätestens 15. Oktober 1919 auch aus ihre Betriebe auszudehnen. Beginn der Arbettszcit nicht vor 6 Uhr vormittags. Ten Arbeitern ist lvährend bet Arbeitszeit eine ernftünbige Mittagspause zu gewähren. Tiefe Genehmigung erstreckt sich nicht auf jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren. Sonntags haben die betreffenden Betriebe zu ruhen.
Die Benutzung von Schrotmühlen zur Verarbettung von Brotgetreide (Nosgen, Weizen. Svclz-Tinkel Fesen, Emer, (Sintern) ist untersagt. Andere Früchte dürfen nur zur Herstellung wirtschaftlich notwendigen Futterschvots und nur mit schristlicher Genehmigung der unteren Verwaltungsbehörde in Sckwot mühlen tierarbeitet werden.
Tie Kohleversvrgung der Sch ulen wird in diesem Winter sel-r unzureichend sein. Um Störungen des Schulbetriebs in den für den Unterbricht besonders wichtigen Wintermonaten zu ver^ meiden, werden die Bürgermeisterettn des Landkreises beauftragt, für bie Besckiaffung bes erfvrder- lidjen Brandes durch Bereitstellung eittspvochimder Mengen an Brennholz alsbald Schritte zu tun, wenn es noch nicht geschel)en sein sollte.
nen Vorschläge einzugehen? Wenn uh zum ^>-v spiel die Absicht hätte, hier in Berlin zu bleibnt, um, wie du glaubst, das Liebesglück des jungen Paares" — Trier lachte bie Gräfin heiser auf — „nicht zu stören?" . .
„Wenn du dich tongerft, Großmama, sagte Ragna tief ernst, „so würdest du mich zwmgen, ein letztes Mittel zu gebrauchen, bas ich nur ungern und nur im Falle der äußerst«: Not anwende. Tu würdest mich zwingen, um Sigrckv Glück zu sichern, Sven zu sagen daß er bir ^cut Haus verschließt, weil du es warft, bie das Glück seiner Eltern untergrub, die sein- Ddutter m den
Ein^dumpfe, schwere Stille folgte triefen Worten. Sigrid sah erschreckt in das kalte, regungstese Gesicht der Großmutter. Etwas wie Grauen flog durch ihr junges, gcauältes, rattvses Herz. Was Ragna sagte, war Wahrhett, das fühlte sie, unb der Großmutter hatte sie vertraut, war chr gefolgt? Ein Schauer flog durch ihren zarten Äorper. Wie müde 'war sie doch wie wohl täte ihr der D)d.
Tie alte Gräfin sprach kern Wort Nur m ihren Augen flackerte ein unruhiges Licht. Tann ^^We^^hat^dir denn bas Märchen aufgrinnu
Tie Beweise lieferte einst wider besseres Wissen die alte Ehoia in meine Hände, sagt: Ragna, unb man sah es ihr an, wie sckstver ihr bi> Anklage gegen bie eigme Großmuttcr wurde.
hätte nie gewagt, die alte Geschichttr aufzu- i'übien, aber sie ist meine einzige Waffe. Karnpst: ich für mich, ich wurde sie nicht gebrauchen, Groß^ mutter," setzte Ragna hinzu, und es war, .tts Ditoicru ,um erftenmal rin «rärmmi für
bie alte Frau durch ihre Stimme. „Aber ich muß
'Seine Jungfer kann dich begleiten."
„Tu glaubst, daß ich darauf einginge, daß ich mich zwingen lasse?"
„Borläufig wird dir nichts mttxres übrig blei» Len," fagte Ragna fest. „Tu bist für Sigrid und «Lven der Hemmschuh zu ihvem Glück."
„Und wenn ich mich weigeve, auf deine alhrr-
Turnen.
rm. Darmstadt, 19. Aug. Den Betrag von Hundertdrcißigtausend Mark bat in hochherziger Weise ein Ehrenmitglied der hiesigen Turngemeinde zur Verfügung gestellt, um das Andenken seines int Kriege gefallenen Sohnes zu wahren. Der Betrag soll dem Verein, der durch große Brandunglück und andere Umstände in feinen Vermögensverhältnifsen gedrückt war, aufhelfen, damit er feinen gemeinnützigen Zielen ungehindert nachstreben tonn.
gestellt, bie voraussichtlich int Laufe enter Woche beendet sein werden.
Abg. Dr. M ittelmann (D. Vpt.) wiederholt seine Anfrage vom 11. Juli betreffend ben Vorgang in Der lin in bet Nacht zmn 10. Juli, wo französische Soldaten auf offener Straße die Menge durch verächtliches Gelächter unb Verhöhnungen gereizt und schließlich laut gerufen hätten: „Wir find bie Sieger, Ihr seid die Schweine." Die Fronhofen seien bann „zu ihrer eignen Sicherheit" in Sckmtzhaft genommen worden. 1. Was ist in diesem Falle unter Schutzhaft zur eigenen ©icberbeit zu verstellen? 2. Beabsichtigt btc Regierung die Bestrafung für diese frechen Besckfimpfungen des deutsck-en Volkes selbst äü übernehmen? Welche Maßnahmen beabsichtigt Die Reichsrcgierung zu treffen, um eine Wiederholung berdrtiger Ausfchrritmtgen in Zukunft zu verhindern? — Geheimrat Frhr. v. Welser: Die fianzösischen Soldaten sind nicht in Schutzhaft genommen worden, sondern sie sittd von der Polizei vor der erregten Menge geschützt, zur Polizei- »vache geführt, dort über ihre Personalien venwm- men unb dann durch Kameraden zur französi/ck)e2r Botschaft gebracht worden. Die zu der Bolickaft gebörenben Personen gelten als exterritorial unb können nicht zur Verantloortung gezogen tverden. Die Regierung kann leider nicht Vorkehrungen.' treffen, um die Wiederkehr solch.'r uuliebfamtr Vorgänge zu vermeiden.
Abg. Dr. Mittelmann (D. Vpt.): Zur Ergänzung. Ist die Regierung bereit, von der fianzösischen Regierung die Bestrafung dieser Frechlinge zu verlangen? (Große Unruhe bei den Unabbäncriaen)
Geheimrat Frhr. v. Welser: Ich glaube, wer gegenwärtig die politischen Verhältnisse auch nur einigermaßen überblickt, der weiß, daß wir leider nicht in der Sage sind, so aufzutreten, wie es sich diesen Sßorgüngcn gegenüber gebührte. (Lärm unb erregte Zurufe bei den Unabhängigen.)
Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes über
Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedcnsverträges zwisck;en Deutschland und den alliierten unb assoziierten Mächten in Verbindung mit der ersten Mratung des Gesetzentwurfes eines Ausführungsgesetzes zum Friedensvertrag. Nach einer Erläuterung des Reichs- mimfters des Aeußem Müller, werden beide Vorlagen an den HaushaltungSanssckuß verwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über
Postgebühren in Verbindung mit der zweiten Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung des Postsckwckgesetzes und des Gesetzentwurfes be+r. Telegraphen- Und Fernsprechgebühren.
Die 1—3 des Gesetzentwurfes über bie Postgebühren werden ohne Erörterung angenommen. 8 4 wird unter Ablehnung des Antrages Mumm (D.-Natl.) imverändert angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes, sowie eine vom Ausschuß vorgescklagene Entschließung: „1. bis zum 1. Januar 1920 die Einführung des 1-Kilo-Portos uirter gleichzeitiger Herabsetzung der Gewicktshöchst- g«nze für Trucksachen und Geschäftspapiere auf 500 Gramm vorpmehmen; 2. tunlichst bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den alle Porto- und Gebühren frei he tten aufgehoben werden und das Po rioablösungsverfahren beseitigt wfid."
Auf Vorschlag deS Präsidenten nahm das Haus auch gleich noch die dritte Lesung des Gesetzentwurfs vor.
Ter Gesetzentwurf zur Aenderung des P o st- scheckgesetzes wird ohne Erörterung in zweiter unb dritter Beratung angenommen, ebenso der Gesetzentwurf betreffend Telegraphen- unb Fernsprechgebühren mit einer vom Ausschuß vorgeschlagenen Entschließung: Tun- lickft bald einen Gesetzentwurf borquleaen, wodurch die Verordnung vom 2. Juni 1877 über die gebührenfreie Beförderung von Telegrammen aufgehoben wird.
Es folgt das Gesetz über
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Abg. Tr. Neumann-Hofer (Dem.) verweist auf die neuerliche Verdoppelung der Süßstoff p r e i s e, durch die weitere Verbrauckierrrerse sehr hohen wetteren Steuern unterworfen sind. — Geheimrat Beyer lein: Tie Fesffetzung der Sacharinpreise muß in Relation zum Zucker presse gesetzt nxrbcn. Von diesem Grundsatz tft auch bn der neuen Preisfestsetzung Gebrauch gemacht worden. — Abg. Dusche (D. Vpt.) führt rn feiner Anfiage Klage darüber, daß die Kriegsgeselffchaf- ten nrtt ihren Forderungen auch den Kunstdünger- Markt zum Schaden der Landwirtschaft belasten unb verlangt Abhilfe dieses Uebelstandes, damit der Landloirtschaft wenigstens im Knochenmehl etwas Phosphorsäure zugeführt werden kann. — Geheimrat Dr. Bachem: Es sind Ermittlungen an-
und darum bitte ich dich, füge dick in das Unvermeidliche und Sven soll nie erfahren, daß du die Geliebte seines Vaters warst und seine Mutter deshalb in den Tvd gina."
Tie alte Frau knirschte leist mit den Zähn>:n. Wer hätte auch ahnen können, daß Ragna diese dumme Geschichte wußte. War es ihre Schttd, daß Svens Vater, der so viel jünger war als fie, sich vor vielen Jahren Hals über Kops in sie verliebte, und sie selbst Wohlgffallen an dem hübschen Verwandten sand. Pah, so kleine Liebeleien, die hatte sie zu Tutzenden gehabt. Daß die kleine, blasse Frau, Svens Mutter, die Untreue ihres Gemahls so tragisch nahm und sich in das Meer stürzte, wer konnte dafür? Frettrch, in bet Hand dieses Mädchens dort, mtt den ernsten Augen unb dem festen, unbeugsamen Wttbm ivar das Wissen dieses Vorfalls eine gefährlich: Wafst. Es erschien ihr klüger, einzulenken, nm sie es äußerlich auch nicht zugeben wollte.
„Tienstbotengeschwätz," sagte sie verächtlich. „Wer w^d darauf etwas geben," und bann fügte sie hmzü: „Wie aber nun, wenn ich es selbst satt hätte, ui Svendburg zu stben, wenn ich ts mir hier gemütlich in Berlin einrichtete, wo ich Freunde in Hülle unb Fülle habe und reckt behaglich sein köimtc, behaglicher als auf Sveno- burg?"
Ragna läckrclte leise.
„Ick glaube kaum, Großmama, baß es dir hier gefallen würbe," sagte sie. „3d> selbst beabsichtige in Berlin meinen Wohnsitz zu nehmen und von hier aus meine schriftstellerische Tätigkeit zu entfalten. Bisher habe ich namenlos meine Werke in die Welt gesandt, weil ich nicht meinem Namen Ruhm und Anerkennung verdanken wollte, jetzt aber werbe ich als Gräfin Svendburg in die
aus 1 Hypothek ob. üi gute Stdjcrheit ju d ffeben. SdniitL Snged unLOlÄnW^ Unlä'iUtt)
nach (lobiirg allen 1 .roanbwn, 'äuuväw I ein
inttiWWl!
Gustav Müllerin 1 z. Zt. Weimar,
Wochenhilfe und Wochenfürforge.
Berichterstatter Llba. Frau Schröder fSoz.):
Es muß alles zur Gesundung unseres Volkes getan werden imo dazu dient baS Gesetz. Jeden- salls beugt es der ärgsten Not Deutschlands vor. , . , - . .
Aba Frau Weber (Ztr.): Das Gesetz be* bäbtfdje Schuhe, Lazarettaufnahnwn, Badekuren ‘ et ein Stück Gereckttgfint und Liebe für unser uftv.) zu crbaltcn wünschen, wrrd d^rch eiE Ver-
Kie». AMM
Verloren
i’aio «'»•», ssfgh
in bemM1-9^ lcil,cidiel„a?bVL(t.
men zugesagt habe. . .
Abg. v. Graefe (T. Nat.) grerft auf bie gemeinsame Erklärung der Herren Dr. Michaelis, b Hindenburg, Ludendorff unb Tr. Helffiich zurück und fragt, ob die Regierung bereit fei, das Men material zur Kenntnis der Nativnalverfamm^ lung au bringen, das dieser von der amtlichen Betätigung des früheren Staatssekretärs Stubb mann Kenntnis gibt, da dieses Material int Jn- fc-reffe der vollständigen Aufklärung dieser Vorgänge erforderlich sei.
Ein Regierungsvertreter bemrtwor- irte die Anfrage dahin, daß das Material zusammengestellt und demnächst der Oefietttlichkett zu- •efübrt werden wird.
Abg. v. Graefe (D. Nat.) fragt, ob mcht wenigstens dasjenige Material, das Erklärungen des Herrn b. Kühl mann nach seinem Ausscheiden «us dem Auswärtigen Amt enthält, baldigst der Nationalversammlung zur Mnntitts gebradjt werde.


