Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
.Zweites Blatt
5reitag, 20 Zmt 1919
t
am ver-
8 Mark erzielt, so daß
Ö3 von i
marftftr.
■** Die.Kohl enProduktion in Hes
i
Fortsetzung Nr. 45.
,Tonst nyüxbf .W« nicht sagen, dummer
das Tonte mm; wenigstens der-
. „Na also
Ü1
A
ri in Frankreich, dem Musterlande des Un-
-ubens unter den GÄnldeten. Hier ivurde die
„Für den haft du keine Kopfschmerzen?"
„Nein!" brüllte Ruth und stampfte mit dem
dl. n gS
Kohlrabi Karotten tu Sali eiWlkii gauerkrau enwfteili
Der Doppelgänger
Roman von Carl Schüler.
2- i«10 »<»
n
en In« B
I
al'
und ag bis ibbt in Iha" Akten.
I Akten der ag:
m erfolgen. Für die ersten, fünf Monate des »res 1919 liegen folgende Zahlen vor: An Nbraunkohlen wurden gefördert 158 406 To., tfauft wurden davon 45 687 To. Ein Teil fc R »Wohle wurde weiterverarbeitet oder war P weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den «arbeiteten Rohkohlen wurdet: neben Schwelerei- Ä»)ukten erzeugt: 2082 To. Braunkohlenbriketts, 323 Do. Naßpreßsteine. Außerdem wurden in
fien e^eugt 26 105 To. Steinpreßkohlen. Unter ' tng der aus Vormonaten übernom- ocltänbr, sowie des Absatzes und Selbft- -^uchs wäret: am Schlüsse des Monats Mai
Zrktz elfen.
unter den Nachkommen dieser franzosischn Enügranten die französische Sprache neben der deutschen im Gebrauch
Letzte Nachrichten.
Der FricdensaussthuK der Rational- Versammlung.
t'ber Bruder. „Mit mir kannst du so etwas machen, verrückte Schraube! Haste nun wtrl- Kopfsch-merze»: ?" 1
Wettervoraussage
für Samstag:
Vorwiegend wolkig, Gewitterneigung, warm, westliche Winde.
> eCh*m.
•I ^orik
toflenbe folgende Lehre: Wir sollen lernen aus illen Verhältnissen, dürfen aber niemals ipieren.
Kreis Friedberg.
? Vilbel, 18. Jimi. Bei der heute abge- Yalbenen Versteigerung dps städtischen Heu- grases von 92 Morgen wurde der unerhört hohe
Weimar, 19. Juni. <WTB.) Der Fr:e-
.sausschuß der Deutschen Nationalversammlung wurde für Freitag nachmittag 4 Uhr zusammenberufen, x
den
Irr. Nach jahrelanger, durch die Kriegsverhält- Üse bedingter Vause srstl nunmehr die Veröffent- $mg der statistischen Zahlet: über die Kohlen- tabuftion in Hessen wieder, tote üblich, ntonat-
AN' ei Mcksichtigu
t Entgegetrkommens und wohlwollender Be- Citng der Kirchs durch den Staat vor. In WtTSCtxtedenjfincin kurzen Rückblick hebt Professor Schian die =r- Jdbeutigreit der Formel „Trennung von Kirche DUCnnaliUii Staat" hervor und erklärt, daß eine Tren-
Arr» Sta-t «nd Land.
Gießet:, den 20. Juni 1919.
-je Trennung von Kirche und Staat jc ihrer geschichtlichen Entwicklung und isiLN mannigfaltigen Formen behan- dckte Prof. Schian vorgestern: abend im Auftrag
Gießener H o ch s ch u l g e s e l l s ch a f t im paßen Hörsaal dec Universität vor einer zahl- trieß erschienenen Hörerschaft. Der durchaus un- »slitischc und von strenger Objektivität und »rößer Sachkunde getragene Vortrag legte zu- Sidift bar, daß mit der schlagwortmäßiger: Be- pndlung dieses Gegenstandes, wie es in den Wahl- lcmpsen geschah, eigentlich gar nichts gesagt ist. rer Vortragende gmg dann aus die geschichtliche E«wicklm:g des Verhältnisses zwischen Staat und llirst>e ein. Schon in bet: urältesten Zeiten der Geschichte waren Religion und Volk aufs engste icklnüpst, bis im 4. Jahrhundert etwa sich die enstliche Kircke zu einer Weltkirche emporschwang uiid diele Völker unter ihre Herrschaft zwang:
wurde die Kirche zür Staatskirche. Diese ^otskirche bestand in der morgenländischen Chri- hicheit bis vor kurzem in ausgeprägtester Form; Vt Staat hatte die absolute Herrschaft über die Kirche. Wenn in Rußland die Kirche schon oft eine Befreiung von der Macht des Staates erstrebte, so gelang dies doch erst 1917 durch die Revolution; kurz darauf Tont die Kirche aber unter die noch grZhere Tpramrei des Bolschewismus. Anders war dir Entwicllung im Westen. Hier stand dem Staate nn Papsttum von vornherein ein starker Machtsaktor gegenüber. Es kam zwischen beiden zu horten Kämpfen, die schließlich in Kompromissen endeten. Beim Protestantismus liegen die Dinge feiekr anders. Hier regiert nicht eine Kirche, sondern eine Fülle von Kirchen, die sich meist Mg dem Staate anpassen und einpassen oder gar in ihm aufgingen: die evangelische Kirche foutbe zur Landeskirche. Nun gab Professor Arian einen UebeMick über die Geschichte der
icnb sehr gefährlichen Dienst erwieset: hatte. Ta hätte sie doch wenigstens anhöven köimen, waS er ihr zu sagen hatte, und hätte ihm tncht ans beleidigende Weise bedeuten lassen dürfen, daß er im Hause ihrer Eltern nichts zu suchen habe. Sic war doch wirklich gescheit uttb hätte sich sagen müssen, daß der Räubcrhauptmann doch wahrscheinlich triftige Gründe hatte, wenn er es wagte, das Haus im Grünewald auszusuchen. Sie hätte wenigstens nach diesen Gründen fragen können Sie hätte doch —<
„Unsinn!" sagte er.
Er überlegte: -
Tas Naheliegende -mar, fern säuberlich einen langen Brief zt: schreiben und Fräulein Ruth atlseinanderzusetzen, daß.der Emil Schnepfe, det: sie für diesen Emil Schnepfe hielt, nicht derjenige Emil Schnepfe war. Taß der Freiherr von Armbruster zwar Emil Schnepfe gespielt hatte, aber dabei doch der Freiherr van Armbrüster blieb Taß die :>ernnckelte Geschichte mit einigen: guten Willen ausrinaudcrgewickelt werden konnte? Daß eine einfache Erkundigung bei dem Rittmeister von Umbach die interessantesten Ergebnisse zeitigen würde! । Taß hier das Leben nn der ei'imal bewiesen hatte, daß die getreuen Ritter schöner Tomen doch noch nicht ganz ausgestorben find'
^Quatsch!" sagte er.
Wo blieb denn die ganze schöne Romantik?
Nein, da wollte er doch lieber das Spiel noch ein we»ig weiterspielen und in seiner Tvppel- gängereigrnschast als Spitzbube vergnüglich der Dinge warten, bte ohne Zweifel kommen würden.
Vielleicht — schreibt — sie — mir! dachte er
Tiefer Gedanke war ein Beweis dafür, düß das ruhige Abwarten dem Herrn von Armbrüster doch durchaus nicht so vergnüglich war, wie n sich dos crnbildete.
(Fortsetzung folgt.)
e. Grebenhain, 18. Juni. Unser Larchs- mann Karl Hofmann, welcher als Polizeisergeant im Dienste der deutschen Kobonialverwaltung in Südwrstafrika stand, ist mit seiner Frau gangen en Sonntag hierher zurückgerehrt.
rrfwUnterricbi Mna im wahren Sinne des Wortes unmöglich jdjlufeceri. StbneQij-fri, denn zu eng sind Staat und Christentum ver- ßcher. Proiv. NH^h^n Das Staatskrrchenrum allerdings sei jetzt Bücherrevis.»«i"Lij 3um Untergang, die Kirche müsse innerlich ^MüW°l.'-Dstär:dig werdenAm Schlüsse^zog der Vor- AlkÄt Sonttcrf. uttb gibt bei oenuflt'M leiliflung sisa u.MKandenUi! 3rirnäito^|i',y -(.hmeti wfiuitbi raa deuten.
01301^2
Gitarre- j «audsiittkE
mnung in durchaus kirchenfeindlicher Weise , ,, krchgefichri. In den protestantischen Lcuürerir, I M xMllm in bäten die Trennung bereits Tatsache ttmrbe, /• prrscht dagegen wieder die (Stimmung freund-
Rufb aber stand sehr nahe vor einem Trä- at-nguß.
Solch eine Frechheit!
’ IDrtb wem: er ihr auch zehnmal einen große»:, ■kn sehr .großen Dienst erwiesen hatte, dann «tte? er sich doch nickst in das Hm:s ihres Vaters «'Neichen: nein, das durfte er nicht? Und fetm ihm etwas an ihr lag, bamt mußte er ar- mit Riesenkraft und eiserner Beharrlichkeit ertöten, bis er die Vergangenheit gesühnt, bis »noch em neues Leben errunaen hatte und es QM wagen purste, sie 'heimzufühven, und wenn m c-iLch beide darüber weiße Haare bekommen und wenn es zwanzig Jahre dauerte —
Annahme des FriedensvertrageS. ausgenommen der Punkte, welche die Schuld am Kriege Und die Ehre der Nation berühret:, ut:d die dluslieferung Deutscher nsry.
Französische Besorgnisse wegen des deutschen Ostens.
Versailles, 20. Juni. (WTB.) „Temps schreibt: Tatsächlich ist die Kraft d.r Alliierten aut der Westfront m:widerstehl ich. Deshalb will die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes im Grund-«' des Herzens Frieden um jeden Preis. Aber kamt man dem: voraussehen, was nächste Woche sich an de:: Oft- und Südoftgrenzen Deutsch> lands ereignen toird trotz aller Mattigkeit des deutschen Volkes, trotz amtlicher Instruktionen an? Berlin, vielleicht sogar trotz Unterzeichnung des Friedens? Wir dürfen im Westen nichts dem Zu^ fall überlasset:. ,Ob die bisherige Hilfeleistung in Polen gcnüat. wird sich bald erweisen; inzwische । aber bleibt die Tschecl>o-Slowakei in prekärer Lage. Deutschland, Deutsch-Oesterreich und die bolscite toistischc Regierung Ungarns werfen begehrlick« Blicke auf Teile der Tsch^cho-Sloloakei. Was taten die Alliierten, um der Tschecho-Slowakei zu helfet-, wnb was tun sie, um den ungarischen Feind zu e- sticken? In Versailles spekulierte die deutsche Tclc iTation aut Streiks in Frankreich. Heute muß sito die deutsch Regiert:t:g Rechenschaft ablegen, daß diese Hoffnung vernichtet ist. Nehmen wir ihr auch die Hoffnung, die sie auf den magyarischen Bvlschk-- wisnrus fetzt. Deutschland will nur zeichnen Wort f)altcn, wenntes fühlt, daß es zwischen Hain mer und Ambos gestellt ist. Im Westen ist unter Hammer stark und >zum Losschlagen bereit. Ver- Igeffen wir nicht (ben Ambos, der sich in: Osten befindet.
Die Beilegung des Zwistes in Erfurt.
Berlin, 19. Juni. (WTB.) lieber die Bei - legung des Z to i s che n fa l le s aus der Eisen > bahndirekt:on Erfurt 'wurde zivischen dem Minister der öffenllichen Arbeiten und den 23er. tretern der Erfurter Beamten und Arbeiter eine Einigung aus folgender Grundlage erzielt: Tie an: Sonntag «als Dezernenten und als Präsiden, der Eisenbahndtrettioi: unrechtntäßig eütgesetzten Beamten und Arbeiter treten sofort öQrt tnren Postet: zurück, so daß die ordnungsmäßig bestellten Beamten ihre Aemter wieder übentebmen. Der Minister entsendet einen Kommissar nach Erfurt zur Untersuchung der erhobenen Beschwerden unb tritt bet der Reichsregierung für die Zurück« ziehtmg der Regierungstruppet: ein. Tie Ke amten-- und Arbeiterorganisationei: leisten daqe gen die Gewahr für die volle Aufrechterhaltung he^ B-etriebes und -der Ruhe und Ordnung auf der Eisenbähn.
Dir holländische Aussicht nach Deutschland.
Amsterdam, 19. Juni. (WTB. Dem Niederländischen Korvespondenzburcau Msvlge bür sen 50 ,Proz. der für die Ausfuhr bestimmtet: Mengen niederländischer Butter und Käse nach neutralen Ländern und dem unbe setzten Gebiet der Mittelmächte mit Ausnahme Ungarns ausgeführt werden. Tas .Korrespondenz- Bureau erführt weiterhin, daß die Blättermeldung, • nach welcher die Ausfuhr von Lebensmitteln aus den Niederlanden nach Teu1schl<rnd größteitteils eingestellt sei, ^sich nicht auf die Ausfuhr nieder lcmoifcher Lebensmittel a:ach Deutschland bezieht. Tie Ausfuhr >der für Deutschland bestimmten in den Niederlanden • aufgestapelten Lebensmittel' mengen aus den assoziierten Sfinbent ist auch üx:i:erhrn gestat et. Es sind jedoch hierbei Schasse rigleiten entstanden, aber nicht erster Natur.
Räumung Düuadurgs durch dir Bolschewisten.
Lo ndo n, 20. Juni. (WTB.) Das R«i- tersche Bureau erfährt: Wie verlautet, rqu- m e n die B 0 l sch e wi ft e n D ü n a b u r g. Die Litauer näherten sich der Stadt bis auf 40 Meilen.
Lebensmittelplünderungcn in Hamburg.
Hamburg, 19. Juni. (WTB.) Der Kommandant von Groß-Hamburg verhängte wegen der uberbanbnebmenben Lebensmittelplünderung e n im Freihafengebiet vom 20. Juni ab die verschärfte Hafensperre über das ae- famte Freihafengebiet. Das Umsichgreifen von Le^ bensmittelbiebstählen im Freihafen führte bereits zur Organisation von Diebesbanden, die in Stärke von 500—600 Mann sich mit Frauen und Kindern umgeben, um beim Durchbrechen der Sperre die Sicherheitsmannschaften vom Gebrauck der Waffen abzuhalten.
noch absatzfähig vorhanden: 10 858 Do. Rohkohlen, 244 To Briketts, 8059 To. Naßprcßstcine = 13161 Tv. Braunkohlen und Braun^hlelchvo- butte im Gesanttwerte von 431579 Mk.
** Der P 0ftver kehr mit Ri ga ist ausgenommen worden. Es werden dahin ebenso rote nach dem Gebiet von Lettmnd gewöhnliche und eingeschriebene offene Briessendungen! lebet Art und Zeitungen auf Gefahr Lv's Ab- 1 anders zur Beförderung angenommen. Ter Post- verkehr mit Oftgalizien ist gesperrt.
**DieLageaufdemArbeitsmarkt. stiach einer Zusammenstellung des Mitteldeutsche Arbeitsnachweis-Verbandes Hlt sich auf den: Arbeitsmarkt die Lage im Monat Mai gegen den Vormonat nur wenig geändert. Auf 100 Arbeitsuchende kamen 18 offene Stellen. Gegenwärtig beziehen :wch 9197 Personen Erwerbslosenunterstützung, 5808 Ddänner und 3389 Frauen, an die im Berichtsmonat 2 104 827 Mk. gegen 1713 840 Mark im April aus bezahlt wurde»:; die wesentlich größere Mai-Summe erklärt sich aus der Ev- Whimg der Unterstützrmgssätze. Ter cmpsind- liche Arbeitermmtgel in der Landwirtschaft wurde gedeckt. Recht ungünstige Verhältnisse herrschLN immer noch im Bau-, Sattler- und graphischen Gewerbe, sowie in der Nahrungsmittelbranche. Etwas gebessert hat sich die Lage in den kausmännisch- technifthen Berufe»: und im Gastwirtsgewerbe. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt hat sich die Gesamtlage weiter verschlechtert, namentlich hat die Arbeitslosigkeit der kausmälinischen Angestellte»: und der gewerblichen Arbeiterinnen zugenounnen. Kurse zur Ueberleitimg dieser Frauen in die Hauswirtschaft, wo großer Mangel an Personal herrscht, nmrben eingerichtet. 1
Landkreis Gießen.
R. Hatttenrod, 17. Jüni. Hier wurde gestern das Brotmehl durch die hiesige Mehlver- teilungsstelle verwogen. Es war derinaße»: versteinert, daß es an der Verteilungsstelle mit einem Beil aus den Säckert geschlagen und bam: in kovf- großeit Brocken an die Nichtftlbstv'ersorger verteitt wurde. Wie der Nichtselbstwersorger das verbacken soll, unb wie es seiner Gesundheit bekomme»: toirb, ist höchst zweifelhaft.
Kreis Lauterbach.
Die Sachverständigen der Reichsregierung gegen Annahme.
Weimar, 19. Juni. Die von der Reichsregierung .ernannten Sachverständigen haben am Mittwoch, ben 18. Juni in ihrer Vorbesprechung über die wirtschaftliche:: Folgen des Friedensvertrages unb die Frage seiner Unterzeichnung einstimmig folgenden Beschluß gefaßt:
Tas durch den Krieg ftnanziell, und in seiner Bevölkerungszahl sowie durch die Hungerblockade in der Arbeitsfähigkeit geschwächte Deutschland soll nach der Antwort der Entente ungezählte Milliarde«: zahlen. Tas körmte es zur Not nur dann, wen«: es sich wirtschaftlich rühren, also produzieren unb exportieren könnte. Tarin ist es aber d»»rch die von der Entente aufrecht erhaltenen Bestimmungen gehindert. Deutschland soll den Ententestaaten die uneingeschränkte Meistbegünstigung nicht nur hinsichtlich der Behandlung der Ware»:, sondern auch der Staatsa»:gchörigei: gewähre::. Tie Meistbegünstigung wird ihm selbst aber von den Ententestaaten auf mindestens fünf Jähre versagt. TeutscAand soll seinen Zolltarif in wichtigen IPunkten auf die den: Friedensschluß folgende nächste Zeit binden, .steht aber im Ausland völlig freien Zolltarifen gegenüber. Vertragliche Grundlagen für seine Rechte im internationalen Wirtschaftsverkehr fehlen so gut wie ganz. Rechte hat nur die Entente gegenüber Deutschland. Bei dieser Sachlage ist die Auflwhme von Handelsbeziehunge»: zu den Ententestaaten und der Export dorthin ausgeschlossen, denn irgendeine auf fester Grundlage aufgebaute Kalkulatwn ist kaum möglich So muß Deutschland seinen bisherige»: Markt ben Fremden überlassen, denn alle anderen Staaten werde»: Teutschlaicd aus dem Felde schlagen können. Hierdurch toird die deutsche Produktioi: und Valuta bauenü) niedergehalten. Dieses wird verschlimmert durch die gleichfalls aufrecht erhaltene Liquidatioi: des deutschen Eigentums int Ausland und die Auslieferung der deutschen Haichelsflotte, -wodurch, zwei Faktoren, die vor -den: Kriege die ZaljlungsbÜanz Deutschlands trotz passiver Handelsbilanz aktiv machten, weggefallen sind. Teutschland würde also selbst bei territorialer.Unversehrtheit nur schwer pro- duftiv arbeiten -können. Durch die gleichfalls noch nach der Ant.no rt bet Entente 'weiter geforderten territorialen Abtretungen -'wird die deutsche Er- zcugu»:g in Kohlen, ($ricn und landwirtschastlichcir Produkten über alle Maßen beschränkt. Außer den früher schon in großen Mengen aus dem Ausland bezogenen R^bstosfen müßte Deutschland auch die auf diese Weise verlöre»: gegangene»: Erzeugnisse importieren. ■ Ta ihn aber der Außen- handtt genommen -ist, ist es außerstande, diese Ec- zeugnisse zu bezahlen. Es ergibt sich also die wirtschaftliche Unmöglichkeit, die neuen Ententebedingungen zu erfüllen. Eine»: nicht erfüllbaren Friedensvertrag zu unterschreiben, verbietet die Achtung vor der Vertragstreue und vor sich selbst.
Dir Abstimmung in den Fraktionen.
Weimar, 19. Juni. (WTB.» Die Deutsch- nationale Frakt:on-der Na ionalversamm- lung hat einstimmig beschlossen, «n Friedensvertrag abz ulehnen. -Die Fraktion der Deutschen Demokratischen Parte: nahm beute abend eilte provisorische Abstimmung vor. Vo»: 65 Anwesenden stimmte»: acht bedingt unb einer unbedingt für die Unterzeichnung, die anderen dagegen.
Weimar, 19. Juni. (WTB.) Die Zentrumsfraktion der deutschen Nationalversammlung beriet am Nachmittag in einer längeren Sitzung nochmals eingebend die Stellung zum Friedensvertrag und entschied sich am Schlüsse mit Bierfünftel-Majorität für die
irettramg. Amerika machte 1787 endgültig ben Infang. Ihm folgten Englanb, Belgien (1830), tzolland (1852), Irland (1869\ Italien (1870), in ten neunziger Jahren Mexiko, Brasilien, Kuba, 1905 Frankreich, also saft ausschließlich katholische ___Äiü>er. 3efet erst greift die Bewegung auch auf ff nt llvtestantische Gebiete über. 1907 wird die Tren- Wig in Gens und Basel durchgeführt, um dann tyi-lllllll in Portugal und Rußland (1917) und endlich, I' 1918, auch in Deutschland z::r Wirklichkeit zu Bohnen mden. Diese Trennung ist nach Ansicht des RniLflhl Ertragenden eine naturnotwendxge Entwicklung, noiKVUi loerde weitergehen und es werde.sehr schlver Weisskohl, sich ihr in den Weg zu stellen, was ganz C-Ä,,1,AL| 'M der s für Deutschland gelte. Endlich beschäf- bruiSKOh! jj9te sjch Professor Schian mit den mannigfal- jen Formen, unter de»:en die Trennung erfolgte, it Belgien und Italien geschah dies der Kirche Müder in loyaler und freundlicher Weise. An-
— ich verlasse mich auf Sie, Herr vo>: Umbach!" Unb weg war sic.
Umbach sah nur, daß sie schnurstracks auf das kleine Ktefernwäldchen im Pari zulief. Er starrte ihr entgeistert nach. Sem ehrliches Gemüt versuchte vergebens ju ergründen, was das sonder- bave Mädel tvohl hatte, unb welch eigentümlicher Laune et diesen bösen Herein fall zu verdanken hatte. Tas war ja niedlich! Und wenn er nur wenigstens wüßte, wie er Dorival diese Geschichte beitnngen sollte!
,,Ree — Frauenzimmer sind doch 'ne komische Gesellschaft?" orakelte er — ,M> Meife ledig!"
1 * '
Ter Rittmeister . hatte Tte»:ft vor geschützt unb den Besuch im Hause Rosenberg schleunigst beendet, denn der roeidje Mnbsessel, auf dem er saß, war ihm borge kommen, als ser er mit glühenden Nadeln gepolstert. Auf dem Rllcktoeg hatte er zunächst eine Viertelstunde in qualvoller lieber>- legung verbracht, wie er Dorival die unerklär- Hdie Abneigung der schönen Ruth servieren sollte, unb war bam: schließlich' recht plmnp damit hec- ansge Platzt.
Darauf toar Dorival mitten auf der Straße stehen geblieben und hatte laut heransgelacht!
Hatte auch keinerlei Neugiett« gezeigt, Einzel- hritei: zu erfahren, sondern sich so benommen, als ob ihn diese bummc Geschichte gar nicht weiter nnmbcrte. Worauf sich der Rittmeister an der nächsten Ecke empsvhlen hatte! Drraus sollte der Teufel klug werden! Aber bei der nächsten Ge- legmheft wollte er die schöne Ruth gründl:ch ins Gebet nehme:: —
Dorival aber saft ttübselig zu Haust, raudtie eine tröstende Zigarette und lachte n«ht mehr.
Er kam sich sehr schlecht behandelt vor.
Tatsache war unb blieb doch jedenfalls, daß er dieser hochmüllaen Ruth einet sehr wattwUen
an Ort und Stelle schätzullgZw.ise der Zentner Heu auf -etwa 4 0 Mark zu stehen tommr. Trotz dieser ganz außergewöhnlich hohen Einnahme ist die Gemerirde infolge t^r hohri: außerordentlich«: Ausgabe»: an .ArbntÄosenunterftutzung usw. gezwungen, eine weitere Kapitalaufnahme von 5 0 00 0 M a r k >zu machen. — Außeritem sind, um weitere Kapitalaufnahn:en zu ersparen, die Steuerzahler mit Rücksicht darauf, daß der Ausschlag der Gemeindeumlagen auch! in diesem Jähre eine wesentliche Verzögerung erlitten hat, ir:fslge-- dessen die ^Gemctiche-Steuerzettel erst Anfang September zu erwarten sind, brtngenb ersucht worden, einstweilen entsprechende AbschlaMahlungen auf die bereits sättigen Ziele zu lersten.
Kreis Wetzlar.
ra. Bellersdorf (Kreis Wetzlar), 18. Juni. Unser kleines Dörfchen darf sich rühmen, als der jüngste Ort des Kreises Wetzlar zu gelten. Es äft iin Jahre 1699 auf Anordnung des Grasen Ludwig von Hohensolms erbaut worden. Der erste Ansiedler war ein Schuhmacher aus Thüringen, der hier seßhaft wurde. Fetzt zählt das Dorf mit seinen 30 Wohnhäusern 180 evangelische Einwohner; es gehört zur Pfarrei Mtenkirchen.
ra. Daubhausen (Kreis Wetzlar), 18. Juni. Graf Wilhelm Moritz von Solms- Braunfels ztahm im Jahre 1689 .in Daubhausen 190 aus Frankreich vertriebene Protestanten auf. Es waren meist Fabrikanten, welche von ihm einen Freibrief erhielten. Da aber das damals so kleine Daubhausen nicht Raum genug bot, so gab ihnen der Gras seinen etwa Vz Stunde entfernte»: Meierhof, aus welchem später das Filialdörfchen Grei- tental entstand. Lange Zeit blieb auch noch
Ruch fmtb diese»: Gedanken so schön, daß sie beinahe gebeult hätte vor Rührung!
— aber das durfte er nicht.
Ta kam Umbach.
„Grüß Gott, liebes Fräulltn Ruch," begrüßte er sie. > „Kommen Sie denn nicht zu uns?"
„Nein — ick habe Kopfschmerzen."
„Ach, wie schade? Ich habe mir erlaubt, einen Freund in Ihrem Haust einzuführeü, »tnd ich möchte gern, daß Sie ihn kenne»: lernen."
„So?"
,^Ja. Er ist eh: interessanter Mensch, aus bester Familie." <
„Wie hcißt er denn?"
„Dorival von.Armbrüster. Er roac länge« Zeit in Brasilien —"
„Ja, das hat mir Otto schon erzählt."
„Sören Sje mal, liebes Fräulei»: Ruth, ich finde, daß. iSie heute gar nicht nett sind!"
„Man kann nicht immer lieft sein."
„O doch, man könnte?"
„Weshalb haben Sie diesen Freund mtt- gebracht?" i
„Weil fth ihn ii: Ihrer Familie entfuhren wollte." , .
„So? Lieber..Herr von Umbach, jeten S:e mir nicht böst, wenn ich Ihne:: eine Bitte ausspreche. Und roenn ich Ihnen für diese Bitte nicht dst geringsten Gründe an gebe. Ihr Fretmd gefällt mir nicht. Ich will ihn nicht sehen. Sie könne»: ihm metnetiregtn das sogar sage:». Und ich erwarte vvi: Ihnen, daß Sie Feinen Versuch mehr machen, ihn in unser Haus zu bringen."
„Donnerwetter?" sagte ,Umbach.
„Es ist eine ernste Sache für mich," fuhr Ruch fort, „tntb ich verlasst mick? auf Ihre Freundschaft, lieber Umbach. Sie sind dych mein Freund, uicht wahr? Und unter Freunde»: kann man doch eine Bitte aussprechen, rin wenig lange Geschichte zur Begrümvung erzähl«: yi: müssen. Mv
Cfll»?. U 'jjft ’ || oUs. 1
giftel,0/ - Oorauf Bruder Otto ftüchtete, beim ft kannte
Schwester. -
Fortsetzung Nr. 4i beßen? vo» Wettes wie btr der Schnabel gewachsen ist!'
** Liuifttt " , , „Lvn^ VOTXtö 10791 nuijl »uycii, vuuun« «f i W'"
also — das kante maft 'wenigstens, der- fern. Ich werde also melde::, daß bti Km- , •• Wtjet hast. Persönlich glaube ich allerdmg^ „nll 0onDf55> 'ts find die Erdbeeren? Nach, ich geh' wieder
zE» ,La?"
L, '»nnb dann bitte Herrn vvn^Umbach, er möchte K rnnf -.n mir b?rauskommen "


