Einzelbild herunterladen

hm Beilm

Sie kanten

«al

[T

j&S

aiicn u-

i haben göflt»

|ämtL2äugllnn»6fiine utfdjlanb*, abiolut g? IM 12 ©t ®t. 1546 fr (btt, Schnuller VI. ^.apaorro Jo langt rrat Fran Mim iihi-111 111

ÄÄ o°E'<

-1" HCl ftf.

Ele9*

Korsetten

alle Welten h Formen ia leger m 85.no, 30.00 und 88.00 Mk.

FerOeed-Wette

V»rbend*leU f lill.Biniei \ -ambrte-Bleien 16der in beeter Friel Blieoxulh|i; ferner tmMe Artikel zui| emüioiupnei« preiswert m der

ledizinal-Drogerie Zum Kretzplatz inuphixl. int

ÄTtfSß

rercröfcrW hin-

Nr. ^3 Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 21). Zedruar 1919

Aus Statt und Land.

Gießen, 20. Februar 1919.

** Amtliche Personal nachrichten. Am 12. ^ebntar b. Js. nmtte Anton M o l chn s aus Nieder-Ingelheim zum Säfleibgehilftn bei dem Finanzamt Alzey ernannt. In den Ehe­stand wurde versetzt: Am 12. Februar 1919 der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitz in Laubach Jakob Jeckel auf sein Nachsuchen und unter An- erkenming seiner dem Staat geleisteten Dienste mit Wirkung ivvm 1. März 1919 an bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit.

** Ein gaben über Angelegenhei- ten des Betriebsdienstes bei den Post- und Tclegraphenanstalten sind nicht an die Ober- Postdirektion, sondern an das beteiligte Post- oder Telegraphenamt zu richten. Zu diesen Angelegen­heiten gehören u. a. Beschwerden über Beamte, über Verluste, Verzögerung und Gebührenüber­hebung, Anzeigen über Wohnungsveränderungen und Erteilung von Vollmachten. Anträge auf Nachsendung von Briesen und Zeitungen, sowie aus Herstellung neuer Fernsprechmischlüsse usw. An die Ober-Postdirektion wolle man sich nur dann wenden, wenn Veranlassung vorliegt, gegen den Bescheid eines Post- und Telegraphenamts Berufung einzulegcn.

** Ter Deutsch-nationale Hand- lungsgehilfen-Verband hat eine öfient- liche Versammlung aus heute Donnerstag abend 7 Ubr in bett Wintergarten des Caf6 Amend ein» berufen. Gauvorsteher Schellin-Frankfurt a. M. wird über ,,Zeitfrag>m der kaufmännischen Ange­stellten in Handel und Industrie" sprechen. Lluch Nichtmit^ieder haben Zutritt.

Letzte Nachrichten.

BeamteuauSschüsse in Prcußkn.

Berlin, 19. Febr. (WB. Amtlich.) Die preußisch: Regierung beschloß tmnmchr die Ein­richtung von BeamtenaussMssen als integrieren­den B^tandteil jeder Behörde in die Hand zu n-.hmen, um sie später nach Sammlung von Er­fahrungen imt RachMen der in Aussicht genommenen 'Jienjorbmmg des Beanrtenrechts in die gesetzliche Form ku gießen. Nachdem inzwischen die. Ver- tn-ter der Organisationen gelwrt worden sind, sind entspncheude Bestimnrungm über Einrichtung und Aufgaben der Beamtenausschüsse in aller­nächster Zeit zu erwarten.

Für unsere Kolonien.

Weimar, 19. Febr. (WB.) Auf Einladung der Ortsgruppe Weimar der Deutschen Kvlonial- gTscllschaft fand am Dienstag abend in ter Stadt- firche eine florf besuchte Versammlung statt, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen den von unseren Feinden geplanten Raub un­serer Kolonien gestaltete. Dr. Bell führte u. a. aus, daß er es als seine vornehmste Auf­gabe betrachte, in getreuer Verfolgung der Ge- rclchchte des ihm unterstellten Kvlonialamts und des Programms seiner -üntsvorganger sich? sMt- zend vor unsere Kolonien zu stellen, int Vertrauen auf die Mitarbeit des ganzen deutschen Volkes.

Die Waffeustillstandsbcdingungen.

Bern, 19. Febr. (WB.) Tie in den neuen Waffen stlllsdandsbcdingungen enthaltene Klausel derReduzierungdesdentschenHeeres, wie auch von Havas berichstet wurde, soll nach der französiichen Presse nicht auf 25 000, sondern auf 250000 Mann vorgesehen sein.

Straßenkampf in Elberfeld.

Elberfeld, 19. Febr. (WB.) Ms ein Zett der von der Stadtverwaltung beorderten Reg ie- rungstruppen (150 Mann) um l'/r Uhr nachts ausgeladen werden sollte, wurde er von den Spartakisten, die inzwischn das Eisenbatzn- direktivnsgebäude besetzt hatten, mit Gewelwfeuer empfangen. Tie Regierungstruppen machten dar­auf ebenfalls von den Waffen Gebrauch und nah­men mit stürmender Hand den Hauptbahnhof und das Tircktionsgebäude wieder. Die Sparta­kisten sollen 17 Tote und 38 Verwun- detevcrlorenhabcn, während auf feiten der Regierungstruvpen nur ein Mann das Leben ein­büßte. Ter Kampf zog sich bis in die späten Aäorgcnstunden hin und dehnte sich auch zumteil auf das Stadtthsatcr aus. Im Städtischen Kran- lieitlyaufe 'wurden als Opfer des nächtlichen Zu- 'ammenstoßes bisher 3 Tote und 11 Verloundcte - ingelicsert. Tie Spartakisten lialten noch das Rat- lwus besetzt. Heute morgen um 11 Uhr fand zwi- chxn den Spartakisten und Regierungsvertretern eine Besprechung statt. Es wurde u. a. die so- artige Einstellung des Schießens, sofortige Bildung einer freiwilligen Sicherheitswchr zur Säuberung der Stabt von solchen Elementen, die unberech- tigterweise im Besitz Von Waffen sind, und die Rücksenduiig der von auswärts terbiigeholten Si­cherheitswehren vereinbart. Nach Erledigning der

Vereinbarungen, die bis zum 20. Februar, vor­mittags 9 Ulst erfolgen soll, rückt die Regicrungs- truppe ab. Bis zu diesem Zeitpunkt halten die Regierungstruppen allein den Hauptbahnhof und das Eifenbah.ldirektionsgebäude besetzt.

Die Unruhen in Hanau.

Hanau a. M., 19. Febr. (WTD.l Nachdem am geftrigen Tage junge unreife Burschen aus dem Polizei- und Genchtsgcfängnis (Befangene befreit und Plünderungen im Rathause und den Lebensrnittel- lagern vorgenommen hatten, setzten heute Mittag die Unruhen und Plünderungen wieder ein. 3m Schloß des Landgrafen von Hessen,Philippsruhe", bei Hanau, plünderten junge Leute und Frauen die Lagerräume und nahmen Wäschestücke und ähnliches mit sich. Die Plünderer wurden schließlich durch her­anrückende Ulanen, die dort in Garnison liegen, ver- jagt, die den Leuten die Beute zum Teil wieder ab­nahmen. Bei dem blutigen Zusammenstoß zwischen den Truppen und den Demonstranten am Nachmittag, wobei auch Maschinengewehre in Tätigkeit traten, hatten die Truppen ebenfalls zwei Tote und einige Der- wundete.

Ein Pntfchversnch in München.

München, 19. Febr. (WTB.) Vor dem Landtagsgebäude, wo zur Zeit der Rate-Kongreß tagt, erschien heute nachmittag eine ungefähr 6 0 Mann starke Matrosenabteilung in ter Absicht, das Landtagsgebäude zu be­setzen. Später gesellten sich dazu noch Pioniere. Von verschiedenen Seiten wurde versucht, die Ma­trosen und Pioniere zum Abzug zu bewegen. Einige Matrosen drangen jedoch in das Landlagsgebäude ein und warfen Handgranaten^ was von der im Gebäude befindlichen Wache mit Gewehr feuer be­antwortet wurde. Tabei wurden zwei Personen verletzt. Im Rätekongreß, ter trotz des Zwi­schenfalles rocitertagte, wurde mitgeteilt, daß ter Bahnhof, das Telegraphenamt, sowie das Polizei­präsidium und die Stadtkommandantur von aus Wilhelmshaven gekommenen Matrosen besetzt wor­den sei, der Stadtkommandant, ter Polizeipräsi­dent, sowie der Sekretär des Ministerpräsidenten seien verhaftet. Tas Gebäude wurde bald wieder von republilanischen Truppen und von einer Ab­teilung des Leibgrenodier-Regiments befreit und die Verhafteten wieder in Freiheit gesetzt. Der Sekretär des Ministerpräsidenten machte im Kon­greß die.Mitteilung daß ter Prinz Joachim von Preußen, der sich in dem HotelBaye- rischer Hof" in München unter dem Namen eines Grafen Merz aufhielt, verhaftet worden sei, weil er in dem Verdacht stehe, mit den Umtrieben im Zusammenhang zu stehen. Ein noch heute ab­gehaltener .Ministerrat .beschäftigte sich mit ter Angelegenheit. Der Führer ter Matrosen Lotter wurde gleielstalls «verhaftet. Die an tem Putsch beteiligten Matrosen ic-rEIärten, daß sie irre ge­leitet worden seien. Ihre Waffen haben sie frei-« willig abgeliefert, i

Ta ter verfassungsgebende Landtag am Frei­tag im Landtagsgebäute zusammentritt, hat ter Rätekongreß beschlossen, seine weiteren Bera­tungen vom Landtagsgebaude nach tem deutschen Theater zu verlegen.

Die Regierung.des VolkssbaateS Bayern er- flärt aus diesem Anlaß, daß niemand befugt ist, den Schutz des Landtages zu übernehmen und seine Arbeiten zu sichern wie sie selbst und die von ihr beauftragten Organe. Tie Regierung hat 'bie aiö-> tigen Maßnahmen getroffen, um den Landtag zu schützen. Die Regierung wird auch die Schuld an tem heuttgen Unternehmen feststellen. Sie warnt dringend vor jedem Putschversuch, von welchen Seite er auch kommen mag.

England unddieBehandlung unserer Gesang tuen.

Wesel, 19. Febr. (WTB.) Zwei Trauspotte Iivilgefanaene von rund 11 000 Personen sind letzte Nacht hier eingetroffen. Sie waren 10 Tage von London unterwegs. Bei der Ankunft in Ant- werpen waren 5 Personen gestorben- davon blieben vier in. Antwerpen und eine in Rotterdam zurück. Ferner mußten in Antwerpen 18 nicht transportfähige Schwerkranke Zurückbleiben. Bei der Ankunft in Wesel mußten 5 Dersvnen ins Krankenhaus und 8 in ärztliche Behandlung gegeben werden.

Die Ortsgruppe Wesel für Kriegsgefangenenschutz richtete aus diesem Anlaß nachstehendes Telegramm an die Nationalversammlung: Bei den einge­troffenen und in England interniert gewesenen Deut- schen wurden außer 18 Schwererkrankten 5 Tote über- bracht. Die überaus traurigen Fälle wurden hervor- gerufen durch Entbehrung und den Mangel an irgend­einer Schlafgelegenheit bei der zehntägigen Ueberfahtt von England nach Rotterdam. Die Ortsgruppe Wesel ersucht die Nationalversammlung bringend, keinerlei Mittel und Wege unversucht zu lassen, der aller Menschlichkeit spottenden Behandlung unserer (befan­genen durch eine baldmögliche Rückkehr ein Ende zu machen.

Bolschcwifteogräuel.

Amsterdam, 19. Febr. (WTB.) Die,,Ti- nre5" meldet aus Helsingfors: Einem amtlichen

bolschewistischen Bericht zufolge wirrten im Januar 11 Erzbischöfe ter orthodoxen Kirche er­schossen.

Amtlicher Teil.

Kriegs-Rohstvff-Abteilung.

Bekanntmachung

Nr. F. R. 100 1. 19. K. R. A.

3m Auftrage des Reichsamts für die wirtschaft- liche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:

Artikel I.

Die von denKttegsministerien oderMilitärbefehls- Habern erlassenen, den Betroffenen namentlich ange­gangenen Verfügungen über Beschlagnahme und Meldepflicht von TaM»rdehydrat (aus franz. Bauxit) treten außer Kraft.

Artikel IL

Diese Bekanntmachung tritt am 25. Januar. 1919 in Kraft.

Berlin, den 25. Januar 1919.

Kttegs-Rohstoff-Abteilung.

Wolff Hügel.

AuSführungSvorschrift

zur Verordnung über Einstellung, Entlastung und EMlohnung gewerblicher Arbeiter während der Zeit deuwittschastlichen Demobilmachung vom 4.Ianuar 1919 (Reichs-Gesehbl. S. 8). Vom 30. Januar 1919.

Auf Grund des § 16 der Verordnung über die Einstellung, Entlastung und Entlohnung gewerblicher Arbeiter wahrend der Jett der wittschaftlichen Demo­bilmachung vom 4. Januar 1919 (Reichs-Gesetzbl. 5.8) wird folgende Aussührungsvorschrift erlasten:

Die Verpflichtung des § 1 trifft die Rechtsnach. folger der früheren Arbeitgeber und diejenigen Per- fönen, die gemäß §8 419, 1086, 1480, 1489 und 2382 des bürgerlichen Gesetzbuches ober § 25 des Handels­gesetzbuches für deren Verbindlichkeit haften, sofern sie den Betrieb fortführen. Entsprechendes gilt bei einer mehrfachen Rechtsnachfolge ober einem mehr­fachen Wechsel ber nach ben genannten Bestimmungen haftenden Personen.

Eine Beschränkung ber Haftung auf bestimmte Dermögensbestanbteile kann nicht geltenb gemacht werben.

Berlin, ben 30. Januar 1919.

Das Reichsamt

für die wirtschaftlich Demobilmachung. _______________________Koeth._______________________

Betanniinamttng.

Nachstehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, 6 Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

Dr. U f i n g c r.

Lehrgänge

an der Gdftbau« und landw. Winterschule zu Fried» berg (Hessen) im Frühjahr und Sommer 1919.

a) Baumwärterlehrgang.

Beginn am 10. März, vormittags 9 Uhr. Dauer 8 Wochen, und zwar 5 Wochen im^Frühjahr (1. Teil vom 10. März bis 12. April), eine Woche im Sommer (2. Teil, vom 28. Juli bis 2. August), zwei Wochen im Herbst (3 Teil, vom 22. September bis 4 Oktober).

Für Teilnehmer aus Hessen, welche sich zu be­rufsmäßigen Daumwättem ausbilben wollen, ist ber Besuch honorarfrei unb gewährt bie Lanbwittschafts- Kammer bzw. beten Ausschüsse für solche auf Antrag Beihilfen bis 60 Mark. Solche Teilnehmer müsten jedoch mindestens ein Atter von 18 Jahren erreicht haben. Personen, die ben Lehrgang nur für ihre Zwecke zu besuchen wünschen, können ebenfalls zu- gelasten werden. Atter nicht unter 16 Jahre. Schul­geld für Private und Nichtigsten 20 Mark.

Der Unterricht zerfällt in einen theoretischen Teil, täglich 3 Stunden vormittags, und einen praktischen Teil, täglich 3 Stunden nachmittags.

b) Obstbaulehrgang für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues.

Dauer 14 Tage. 1. Teil vom 28. April bis 3. Mai, 2. Teil vom 4. bis 9. August. Schulgeld für Hessen 10 Mark, für Nichthessen 15 Mark, hessische Lehrer sind schulgelbfrei.

c) Gartenbaulehrgang.

Beginn am 5. Mai, vormittags 9 Uhr. Dauer 6 Tage. Der Lehrplan umfaßt: 1. Einteilung und Einrichtung eines Hausgartens,' 2. Freunde und Feinde des gesamten Gartenbaues; 3. Gemüsebau; 4. Blumen­zucht (Anzuckt, Blumenpflege und Dekoration); 5. Beerenobstkultur; 6. Verbesserung unserer Garten- höben nebst zweckmäßiger Düngung.

Zugelasten werben Männer, Frauen unb Mäd­chen, letztere nicht unter 16 Jahren. Schulgeld 5 Mark

Bett.: Erwerbslosenunterstützung.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Es hat eine Vorlage der Nachweisungen nur bann Zu erfolgen, wenn eine Erwerbslosenunterstützung

bezahlt worden ist. Die von l erschiedenen Bürger« meiftereien vorgenommene Zurücksendung der Nach­weisungen mit dem Vermerk, cs seien keine Erwerbs­losen vorhanden, ist zwecklos und bedeutet lediglich eine Vergeudung der Formulare. 3m Falle der Unter» stühungen ist uns neben der Nachweisung auch die Zahl der Unterstützten getrennt nach Geschlechtern, wie bereits verfügt, anzugeben. Fehlberichte sind nicht erforderlich.

Gießen, den 10. Februar 1919. Kreisamt Gießen.

_______________I. V V a n n e r in n n n.

Delr.: Das Bedecken der Stuten durch bie Land­gestütsbeschäler im Fahre 1919.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Das Bedecken der Stuten durch die Canbgcftüts« beschäler auf dem Deckorte (Brünberg findet vom 1. März an und zwar an den Wochentagen von vormittags 6 bis 11 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr statt.

Wir empfehlen dies in ottsüblicher Weise de- kanntzumachen.

Gießen, den 12. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

_________I. V.: Langermann.

Betr.: Ankauf von Pferden aus Heeresbestänben.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Da nach Mitteilung des Generalkommandos XVIII. A.-K. in Bad-Nauheim Einzelverkäufe von Pferden nicht mehr stattfinden, sind Gesuche an uns um Bestätigung der Dringlichkeit des Ankaufs zweck­los. Sie wollen dies ortsüblich bekanntmachen.

Gießen, 17. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

______ I. V.: Langermann.

Bekanntmachung.

Betr.: Ausbruch der Maul- und Klauenseuche; hier Aufhebung der Sperre.

Die Maul- und Klauenseuche zu Leidhecken ist erloschen. Die Sperre füf Leibhecken, bas Dcobach- tungsgebiet unb bas gefährdete Gebiet sinb aufgehoben

Gießen, ben 15. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

_________I. V.: Langermann._________

Betr.. Feldgeschworene.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Soweit Sie noch mit Ihren Berichten rückständig sind, erinnern wir Sie an die Erledigung unserer Ausschreibens vom 9. Januar 1919, Gießener An­zeiger Nr. 20, mit Frist von einer Woche.

Gießen, ben 10. Februar 1919. Kreisamt Gießen.

I. V : Langermann.

Betr.: Die Ausführung bes Art. 21 bes Dolksschul» gefetjes.

An die Schulvorstände des Kreises.

Wtt empfehlen Ihnen, uns bis zum 1. März l. Js. diejenigen Schüler uyd Schülerinnen zu be- zeichnen, auf bie ber Art. 21 bes Dolkslchulgeletzes Anwenbung finbet. Fehlberichte sinb nicht zu er­statten.

Gießen, ben 6. Februar 1919 LMreisschulkornmission Gießen.

3. D.: Welcker.

Bekanntmachung.

Betr.: Verkehr mit Saatgut von tzülsenfrüchten.

Das Direktorium ber Reichsgetreibestelle hat die Hessische Landwirtschaftskammer auf ihren Antrag er­mächtigt, ben Saatgutverkehr innerhalb ihres Bezirks von Lanbwirt zu Lanbwirt zu »vermitteln.

Angebot unb Nachfrage sinb bemgemäß künftig bei ber Lanbwirtschaftskammer in Darmstadt anzu­bringen.

Gießen, ben 8. Februar 1919.

Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. © t e 8 e r t.

Bekanntmachung.

Die Unmöglichkeit, alle infolge ber Demobil machung aus dem Heeresdienst entlassenen Militär- personen sofort mit Iivilkleidung zu versehen, hat zur Folge, baß viele biefer Personen noch längere Zett eigene ober ihnen von Truppenteilen zu (Eigentum überlassene Uniformstücke tragen werben. Hiergegen ist unter ben jetzigen Verhältnissen nichts zu erinnern, wenn von der Uniform alle militärischen Wzeichen, wie Offizierachselstücke, Treffen, Achselklappen ent fernt, sowie Koppel, Seitengewehr usw. nicht angelegt werden, da sonst bie Auffassung erweckt werben kann, baß bie Träger noch dem aktiven Heere angehören.

Die in Bettacht kommenden Personen - frühere Offiziere unb Mannschaften - werden darauf auf- merksam gemacht, daß sie bei Nichtbeachtung des Vor­stehenden sich nach § 360 Ziffer 8 R.-Stt.-G.-B. straf­bar machen.

Gießen, den 8. Februar 1919.

Das Polizeiamt Gießen. Gebhardt.

Las wunöerfamc Ülicnkutr ses Wln kalahas Zoves.

Roman von H. A. Adams.

Nachdruck verboten. Fortsetzung 66

Auf meinen Rat hin, Herr Beach," vcr- besferbc der Arzt. Und geduldig wie ein Leh­rer, der feinen vergeßlichen Schüler an etuws erinnert, fuhr er fort:Sie haben vergessen, daß Sie mich um meine Ansicht fragten, um meinen ärztlichen Rat, und ihn annahnieu. Sie hatte diese eine geringe Aussicht auf Leben. Es war ihre Liebe aewcsen, die sie so lange am Leben erhalten hatte länger, als ich es hätte tun können. Ich konnte es nicht herausfinden, was das Leben in diesem Körper erhieilt. Das Leben Ivar aus ihm schon lange herausgesvgen, und dennoch W lie fort zu leben."

Herr Beach kniete zur 'Sette des toten Mädchens. Galahad sah eine weißgekleidete 'Pflegerin den Weg herabeilen.

Der Arzt wandte sich ab und ging

Und als Galahad hinabsckfaute auf das lote Kind, das in das Gras gesunken war ün das Gkaö, das so viel Schönheit bedeckt, Las am Ende alles Leben bedeckt, das je seine kleine Zeit über auf dieser Erde geflackert hat

fühlte er, wie eine Hand sich in die seine schob. Em war bei ihm, an seiner Seite.

Ich verstehe nun nicht alles, aber ich verstehe," sagte sie sanft.Ich habe dir mißtraut, Gally. Es war ihretwegen armes Ding? und weil sie liebte! Ich ver­stehe nun. Verzeih mir."

Er drückte ihre alte Hand, und als er über den Leichnam hinwL^schaute, erkannte er die Gestalt Kathies mit $>orace. Und Gala­had war plötzlich glücklich, daß Horace die schreckliche Wahrheit, daß er Sibyl nicht liebe, ausgesprochen hatte. Käthie würde iym ver­geben ; sie würde ihm vergeben, denn er hatte seine Liebe zu ihr selbst jenem andern Mäd­chen gegenüber eingestanden.

5)err Beacb stand auf, beim die Pflegerin war in ihn gedrungen, sich zu erheben. Und als seine feuchten Augen der Gestatt Galahad Jones' ansichtig wurden, nahm er sich gewalt­sam zusammen. Er fiihlte plötzlich Scham dar­über, daß er vor diesem Untergebenen seinem Kummer Raum gegeben hatte.

,^err Jones," sagte er,als mir mein kleines Mädchen erzählte wahrhaftig, es war erst heute nachmittag, oder nicht? mir erzählte, was Sie für sie getan haben, wie Sie alles aufgegeben haben, um ihr ein flüchtiges Glück zu bieten, da sah ich meine Blindheit und meine Torheit ein. Sie waren

im Recht, und ich bin grausam gewesen und im Unrecht. All ihr Glück in diesen letzten z,wei Wock)en bat sie Ihnen verdankt, und ich, rn meiner Blindheit, wußte das nicht. Als ich es aber erfuhr, fcfyrieb ich sofort einen Brief an Sie. Sie müssen ihn bekommen ha.ben. Ach nein es war ja erst heute nach­mittag. Ich habe kthn rwch gar nicht zur Post geschickt denn ich hatte natürlich keine Zeit, ihn zur Post zu schicken. Aber Sie wer­den ihn bekommen sobald sobald ich wieder meinen Geschäften nachkommen kann. Die Bank ersucht Sie, Ihr Abschiedsgesuch nochmals in Erwägupg zu ziehen. Wir er­öffnen ein Znxnggeschäft in Fidji, und nach Ihrem Wiedereintritt in die Bank weede ia/ Sie mit Ihren neuen Pflichten als Direktor davon vertraut machen. Ich"

Seine Stimme, die ernst und bestimmt gewesen war, begann zu zittern und berfagte. Die Anstrengung war zu groß gewesen. Schluchzend sank er wieder ins Gras.

Tie Pflegerin war die Einzige, die sah, wie er sein totes Kind küßte leise und verstohlen küßte, als ob er sich fürchte, es aufzuwecken.

Galabad schaute Em an und hielt ihre Hand in der feinen. Die andern waren alle schweigetrd fortgegangen.

Komm," sagte er sanft;wir müssen gehen, wir müssen den Garten verlassen."

So gingen sie denn Hand in .^and und ließen die arme, verwelkte Blume im Grase allein mit dein gebeugten Vater und der ge­schäftigen Pflegerin. Diese beiden Mann und fVrau gingen hinaus aus dem Garten des Paradieses, hinaus in die Welt.

Sie hatten die Lehre des Lebens gelernt. Nicht im Garten des Paradieses ist die Schule des Lebens, sondern in einer wunderlichen und unvollkommenen Welt.

Und der Garten des Paradieses wird nie mehr ein Paradies sein. Denn als diese beiden Hand in Hand das Tor durchschritten und den ersten kühlenden Kuß des R^ens auf ihren Wangen fühlten als sie durch das weit geöffnete Tor in die Welt hinaus' schritten, wo das Leben armselig und hoch erhaben ist, wo das Leben gelebt werden muß, da saß Galahad noch einmal zurück

Und es schien ihm, als ob er einen Engel erschaue, von unbarmhei^igem Aussehen und dennoch voll herrlicher Majestät, der vor dem Tore stand. Und der Name des Engels war; Tod.

^Herrschaften, das Spiel ist au§l

Ende.