Nr. (6
Ser tt/icycntr Zrytett erfchei.u täglich, <uiwer Conntuq?. — Beilaaen: tieficner ,$amiHenblätter; lüeisclait
fSr -en Kreis ditfcei. vez.ngspreir:
monntL Di f. 1.35, viertel- jährlich ‘DK. 4.05. durch Llbhole- tu Zweigstellen monatl B!k. 1.25 durch dieBost Alk. 4.05 viertel- jäl)vL ausfchl. Be'tetlq. Femiprech - Anfchliiffe: iüri)ie6d)riHleüunqll2 I'crlo(i,toefd)nit6fie(le51 Anschrifi für T raMnach- rid)ten: Snjeiger Sieben.
169. Jahrgang
Montag, 2i). Zü-iuar V)(9
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Vie Wahlen
vorläufige Ergebnifie.
dcn-Strabc-n und
L 974, Deutsche demokratische Partei 2983, Unk' B. in Düsseldorf, herrscht noch die Willkür abhängige Sozialdemokraten 1111, Deutsche Volks- fpartakistifcher Gruppen, die das Erscheinen parrei 2203, Deutsch-nationale Voliseartci 334,;
der bürgerlichen Presse zeittoeise unterdrücken,
aber sicl-erlich das Gegenteil damit erreichen, ttms sie beabsichtigen, nämlich lediglich eine Verschlechterung ihrer Aussick)ten. Es ist zu begrüfzen, daß die Negierung Ebert-Scheidemann in der amtlickstm "„Deutschen Allgcm. Ztg." erklären läßt, sie wolle die Volksabstimmung respektieren und stehe fest auf dem Boden der Demokratie. Möge sich nun nach den Wahlen der rick)tige Weg eröffnen, allen Ge- gentrribcreien entschlossen die Spitze abzubrechen!
Deutsch-Hannoversche Partei und christlich-soziale Bollspartei 64Ö4 Stimmen.
Zum Thema „Sroh-heffen".
In der „Hilfe" 1918 Nr. 49 S. 586/87 findet sich eii^ Aufsatz von Paul Darmstädter, „Die neue deutsche Verfassung, in dem es beißt:
„In entern echten Bundesstaat darf kein Emzel- staat eine führende, überragende Stellung em- nehmen, und wenn wir einen Fötera-ivftaat wünschen, so müssen wir, wie es schon die Männer von 1848 nt voller Klarheit erkannt hatten, Preußen in feilte Bestandteile austösen, d. h. die einzelnen preußischen Provinzen als Bundesstaaten ein* richten. Im einzelnen ließen sich verschiedene Möglich eiten ki.len: Mau könnte z. B. auch mehre.e Provinzen zu ämnieick- gen oder benachbarte Kleinstaaten den Provinzen augliedern; so könnte man etwa Piecklcnburg mit .Pommern, Anhalt mit der
Provinz Sachsen, Oldenburg und Braunschweig _ . f i mit Hannover verbinden. Ebenso wäre etwa
Provinz Hessen-Nassau mit dem
wo keine dynastischen Empfindlichkeiten mehr in Betracht kommen, könnten die Abgrenzungen nach vernünstigen wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorgenommen lverden. Es sollte nur der Grundsatz ausgestellt werden, daß die Bevölkerung keines EinzelstaateS mehr als etwa 15 v. H. der Bevölkerung des Gesamtstaats übersteigt: recht uner- trünscht wäre noch die Erhaltung ober Neubildung von Zwergstaaten, die etwa weniger als 300 000 Einwohner hätten." —
Auch in diesem Aufsätze ist eine Bereinigung des bisherigen Großherzogtums mit der Provinz Hessen-Nassau vorgesehen. Ich muß jedoch zu dem Schluß desselben folgendes bemerken :
Sollte die Vereinigung des bisherigen Großherzogtums mit der Provinz Hessen-Nassau nicht zustande kommen, so halte ich das Weiterbestehen des bisherigen Großherzogtums trotz seiner relativ geringen Einwohnerzahl von zirka l1/» Million durchaus für notwendig, da unser Staat ebenso wie Baden und Württemberg seine Existenzberechtigung durchaus erwiesen hat. Es darf also nach meiner Auffassung keinesfalls int Sinne des Aufsatzes von Darmstädter eine Einwohnerzahl von drei Millionen als Voraussetzung der staatlichen Selbständigkeit gelten.
iR. Sommer.
Eine Erklärung der Rrgirnmg Ebcri- Scheidrimrmr.
Berlin, 18. Ian. (WTB.) Tie „Deutsche ^Allgemeine Zeitung" schreibt an der Spitze des Mattes: ,^Jn der Oeffeittlichkeit waren in der letzten Zeit Befürchtungen laut geworden, die R e - gierung Ebert-Scheidemann könnte, wenn ote Zusammensetzung und die Beschlüsse der Som men ten Nationalversammlung ihren politischen Auffassungen nicht entsprechen, sich ihr entgegen stellen und ein selbständiges, von der Nattonalversammlung unbeeinflußtes Programm machen. Besonders der Wortlaut der Treue- Verpflichtung der Truppen, die auf die deutsche sozialistische Republik erfolgt ist, hatte zu solchen Besorgnissen Anlaß gegeben. Wir firtb demgegenüber zu der Erklärung ermächtigt, daß die Regierung Ebert-Scheidemann, die sich — il a. auch in der genannten Treueverpflichttrng .— selbst provisorische Regierung nennt, fest auf dem Woben der Demokratie steht und die Zukunft Deutschlands mir von dem Willen des Voltts, der in ter Nationalversammlung zum Ausdruck kommt, bestimmt wissen will. Die schweren inneren Kümpfe. die iterlin und das Reich in den letzten Tagen zu bestehen hatten, gelten ja lediglich ter Sicherung ter Wahlen zur Nationalversammlung und ihre- Zusammentrittes. Tie Volksbeausttagten haben in diesem Kampfe sich mit aller Entschiedeit- heit zu ter Notwendigkeit des Zusammentritts bekannt. Es hieße doch das Vertrauen, das sie sich im ganzen Volke erworben, nt ein Gegenteil verkehren, wenn jetzt, ohne daß wirkliche Beweise vorliegen, in ter Oeffeittlichkeit propagiert wird, als würde sie derzeit der Nationalversammlung nicht jede notwendige Förderung angedeihen lassen. Hier handelt es sich nicht um Parteifragen, sondern um die Lebensintercssen des deutschen Volkes. Es wäre verhängnisvoll, wenn aus Parteiinteressen «heraus Auffassungen in die Oeffentlichkeit getragen würden, die der Verwirklichung und Sicherheit dieses Lebensinteresses im höchsten Grade abträglich sein müßten.
*
Ein Entwurf
zur neuen Reichrverfaffrmg.
Berlin, 18. Ian. (WTB.) Wie die „B. Z. a. M." erfährt, besteht der Entwurf zur neuen Reichsverfassung, den die Regierung der Nationalversammlung vorlegen wird, aus vier Abschnitten. Der erste Abschnitt behandelt das Neich und die deutschen ^Freistaaten, der zweite die 'Grundrechte des deutschen Volkes, ter dritte den Reichstag und der vierte den Reichspräsidenten und die Reichsregierung. Im ersten Abschnitt heißt es u. a.: „'Das deutsche Reich besteht aus seinen bisherigen Gliedstaaten, sowie aus Gebieten, deren Bevölkerung krafi des Selbstbestimmungsrechtes Aufnahme tm Reich begehrt und durch Reichsgesetz ausgenommen wird. Die Angelegenheiten, die der Reichsgesetzgebung und der Reichsvettfassung unterliegen, sowie diejenigen, die wohl der Gesetzgebung, aber nicht ter Reichsverfassung unterliegen, sind im allgemeinen dieselben wie bisher. Paragraph 5 setzt das Neiclfsrecht fest und bricht das Landrecht. Paragraph 11 besagt: Dem deutschen Volke steht es frei, ohne Rücksicht auf die bisherigen Landesgrenzen neue deutsche Freistaaten innerhalb des Reiches zu errichten, soweit die Stammes- att der Bevölkerung, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die geschichtliche Peziehungeu die Bildung solcher Staaten nahelegen. .Neuerrichtete Freistaaten sollen mindestens zwei Millionen Einwohner umfassen. Tie Vereinigung mehrerer Gliedstaaten zu einem neuen Freistaat geschieht durch Staatsverttag zwischen ttynen, ter ter Zustimmung der Volksvertretung und der Reichsregierung bedarf. Will sich die Bevölkerung eines Landesteiles aus dem bisherigen Staatsverbande loslösen, um sich mit einem oder mehreren anderen deutschen Freistaaten zu vereinigen oder um einen i selbständigen Freistaat innerhalb des Reiches zu bilden, so bedarf es hierzu der Volksabstimmung.
Alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleichberechtigt, alle Vorrechte oder Nachteile ter Geburt, des Standes, des Berufs oder des Glaubens sind beseitigt. Freiheit der religiösen Ueberzeugung und Ausübung der Ueberzeugung ist festgesetzt. Alle Religionsgesellschaften sind 'einander gleichgestellt. Ueber die Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche wird ein Reichsgesetz die Grundsätze auf- stellen, deren Durchführung Sache der deutschen Freistaaten ist. v
Der Präsident des Reiches wird vom ganzen Volke gewählt. Wählbar ist der, der das 35. Lebens!ahr vollendet hat und seit mindestens 10 Jahren Deutscher ist. Der Präsident des Reiches hat das Reich zu vertoeten. Er verkündet die Gesetze. Kriegserklärung und Friedensschluß erfolgt durch Reichsgesetz. Verträge mit ftemden Staaten, die sich auf Gegenstände der Reichsgesetzgebung beziehen, bedürfen ter Zustimmung des Reichstages. Dem Präsidenten des Reiches steht die Exekutive zu. Er wird im Falle ter Verhinderung durch den Präsidenten des Staatenl;auses, jedoch längstens für drei Monate, bertretcn. Tann ist die Ver- tretung durch Gesetz neu zu regeln. Tie Amtszeit des Reichspräsidenten dauert sieben Jahre. Seine Wiederwahl ist zulässig. Die Reichsregierung besteht aus dem Reichskanzler und einer Anzahl von Reichsministern, die vom Reichspräsidenten ernannt werden. Sie ist dem Reichstag gegenüber verantwortlich. Jeter Reichsmiuister trägt die Verantwortung selbständig für sein Ressort.
Dorn Brrliner „Zentralrat".
Berlin, 18. Jan. (WTB.) Der Zentralrat beendigte gestern die Beratung über die vom Kricgsministerium vorgelegtcn Aus- führungsbestimmun en betreffend die Kommandogemalt und die übrigen vom Rätekvn- grcß aiii.e .ommenen Beschfü'se in soldatischen Angelegenteitcn. Der so festgestellte Entwurf wird sofort den Volksbeauftragtcn zur endgültigen Zustimmung und den Bundesftaa-
. . . A. Hannover-Stadt. Endgültiges Wahb-s
Soweit man fleht, sind die gestrigen ergebnis: Mehrheilsj»ialisten 89440, Deutsche! (zz,-g si h , g (s s > en z us amm e n z u - ^vahlen zur Natwnalve^ammlung tm großen, demokratische Partei 22 203, Unabhäugtge Sozia:-egen. Zweckmäßig märe auch die Berbmdung und ganzen ohne erhebliche Storungen er- temokra en 1897 Deutsche Vottspatter 28 857,! Qohenzollerns mit Württemberg, Koburgs mit folgt. Auch in Berlin hat sich nichts Gewalt-' Braunichwerger Lanteswahloerem 3 Deutsch-- Bayern sowie Hamburgs mit Altona, Wandsbeck fames ereignet: es herrschte, nach einem Stim- ^^Ee Lwli^pirtet 530o, ^eutsch-hMM. Partee Harburg. Selbstverständlich müßten bei allen mungsbericht, ein reges Agitativnstreiben auf LUp> t*tl ^olkspatter 4-160, ms-4htesen Fragen die Wünsche ter Bevölkerung im
~ ‘ ---- : geiamt 189 92o Stimmen. .......... > weitgehendsten Maße berücksichtigt werten. Jetzt,
■Raffel»Stabt Sozialdemokraten 51018, Demokraten 25002, Zentrum 4085, Deutsch-nationale 9489, Deutsche Dolkspartei 2610, Unabhängige 1194.
Frankfurt a. M. (Teilergebnis.) DaS vorläufige Ergebnis bis 1 Uhr nachts: Von 170 Bezirken liegen aus 117 Bezirken die Zahlen vor: Unabhängige 7675, Demokraten 38 474. Zentrum 18522, Deutsche Volkspartei 13 891, Mehrheits- sozialtemokraten 74 165, Deutsch-nationale Vollks- partei 6985. r
Aschaffenburg-Stadt. Bahr. Völls- Partei 6419, Deutsche Volkspartei 2849, Mehr- heitssozialisten 5090, Unabhängige 760, Mittelstandspartei 215.
Heidel berg-Stadt. Deutsche demokratische Partei 9813, Deutsch-nationale 3097, Zentrum 5386, Sozialdemokraten 9675, 2 Bezirke stehen noch aus.
Heidelberg-Land. Demokraten 4167, Deutsch-nationale 2405, Zentrum 4750, Sozialdemokraten 9681, 2 Stimmbezirke stehen noch aus.
Mannheim. Sozialdemokraten 59 061, Demokraten 25 009, Zentrum 16 281, Deutsch- nationale 5185, Unabhängige 967.
Baden (14 Abgeordnete). Deutsch-demokrat. Partei 226 811 Stimmen, 3 Mandate, Deutschnationale Volkspattei 78 886 Stimmen, 1 Mandat, Zentrum 380 644 Stimmen, 5 Mandate, Sozial- temolraliiche Partei 362 948 Stimmen, 5 Mandate.
Karlsruhe. Sozialdemokraten 28170, Demokraten 21610, Zentrum 14209, Deutschnattonale 5469.
München-Stadt (Endergebnis). Mehrheitssozialisten 161132 Stimmen, Bahr. Völks- pattei (früher Zentrum) 85 954, Teutsel>e demokr. Partei 65 532, unabhängige Sozialtemotraten 37 121. Die Wahlen verliefen in ganz Bayern ohne jede Störung.
Endgültige» Ergebnis in Württemberg.
Stuttgart. Die Wahlen in Württemberg hatten folgendes Resultat: 332010 Dem., 303050 Jentr., 470316 Soz., 182511 SBürgerpartei und Bauernbund, 36413 Unabh, 3504 Friedenspartei.
Es stellen demnach Abgeordnete: die Demokraten 4 (Payer, Haußmann, Wieland und Hermann), das Zentrum 4 (Wroeber, (Eigberger, Andre und Bolz), die Sozialoemokraten 7 (Keil, Hildenbrandt, Salm, Schlicke, Kenngott, Steinmager und Bloch), Bauernbund und Bürgerpartei 2 (Kraut, Vogt-Gochsen), die Unabhängigen und die Fnedenspartei keinen.
Die Wahlen in der Pfalz.
Mannheim, 18. Fan. (WB.) Die Wahlen in der Pfalz zur bayerischen Nationalversammlung finden auf Anordnung der französischen Besatzungsbehörden nun doch am 2. Februar statt.
Hessische Ergebnisse.
** Das Wahlergebnis in Gießen war bis zum Nedaktionsschluß der Zeitung noch nickst zusammengestellt. Die Gesamtzahl der Wäh er in Gießen beträgt 23 724 und zwar 12 204 Männer und 11520 Frauen. Von ihrem Wahlrecht haben ungefähr 80% Gebrauch gemacht.
Wieseck, 20. Ian. Don 1897 Wahlberechlig. ten wählten 1714, 5 Stimmen waren ungültig. An Stimmen wurden abgegeben für: Mehrheitssozialisten 1253, Unabhängige 206, Demokraten 167, Deutsch- nat onale Dolkspartei 41, Deutsche Dolkspartei 37, Christliche Dolkspartei 5.
** Pohl-Göns, 20. 3an. Abgegeben wurden hier auf Wahlvorschlag Ullrich 154 Stimmen, Beckmann 7 Stimmen, Schmidt - Stimmen, Henrich 69 Stimmen, Werner 108 Stimmen, Decker 9 Stimmen.
Darmstadt-Stadt. Mehrheitssozialisten 15740, Unabhängige 308, Demokraten 12910, Deutsche Volks- Partei 11097, Zentrum 3410, Hessische Dolkspartei 1084. Die drei letzten Wahloorschlüge sind verbunden.
** Friedberg, 20. Jan. Nach dem bisherigen (Ergebnis entfallen auf die einzelnen Parteien die Stimmen in folgendem Verhältnis Sozialdemokratie 2000, Deutsche Dolkspartei 1600, Demokraten 1000, Zentrum 500, Deutsch-nationale 300.
Offenbach. Mehrh its ofialisten 22 537, Unabhängige 2831, Dnttscl)- attonale 1557, Deutsch: Vol(spartet 2200, Temottattu 6619, Zentrum 4917.
Berlin, 19. Jan. (WTB.) Die „B. Z a. M." meldet: Ans allen Stadtteilen Berlms und aus ten Vororten wird eine außerorteuckich sta r ke Wahlbeteiligung gemeldet, wie bisher noch bei keiner Wahl beobachtet wurde. Der Wahlakt wurde bisher an keiner Stelle gestört. Schon zu Beginn der Wahlhandlung fanden sich auch ,zahlreiche Frauen ein. In kleinen Trupes zu bieten, begleitet von einem Herrn, der sie führte, verlaßen kurz nach 9 Uhr fromme Schwestern, Lehrerinnen und Hausbeamttnnen te§ katholischen Lyzeums nt ter Lindenstraße ihr Haus ytr Wahl. Vor dem Wahllokal Clxrrlottenburg fanden sich schon vor Wahlbeginn fünfhundert Personen ein, die mit dem Glockenschlage zur Urne drängten. In Potsdant gaben in den einzelnen Wahllokalen in ter ersten halben Stunde bereits über zweihundert Wähler iljre Stimme ab. Vereinzelt wurden auch Wähler, die kränklich sind, in Kranken-. stühlen zur Urne gefahren. Einer der ersten Wähler im Wahlbezirk Potsdam war Prinz Eitel Fri^rich. — Alle unter dem Oberbefehl des Generalgouver- ireurs NeZ c stehet ter Trnp ent i e sind den gan'en Tag in ten Kasernen int) in ten Quartieren unter Alarmbereitschaft. Die Posten aus den Sttaßeu Und Plätzen wurden heute etwas verstärkt. Außerdem sind starke Patrouillen ständig unterwegs. Lastwagen langsam die Stadtgegenden durchsahreu. Dazu kommen besondere Kommandos, die auf wo man eventuell Störungen befürchtet. Der Sicherheitsdienst in und vor den Wahllokalen wurde ten Po.izeitrupven übertragen, der Sick>er- heitswehr und ter Schutzmannschaft. Nach ter neuen Anordnung gehen die Schutzmanns- patrmiillen zu zwei Mamr. — In ten Partei- bureaus herrschte schon am frübai Morgen lebhafter Verkehr. Einzelne BezirÄk im Osten und orten Berlins wurden fast ganz ten Sozial- temokraten Überlassen. Dort erschienen überhaupt keine oder nur vereinzelte Stimmzetteloerteüer ter bürgerlickietr Parteien.
Dinslaken (Rbeinprov.), 19. Jan. (WTB.) Gegen zwölf Uhr mittags kam ein Temonstra- tionszug von mindestens 1000Mann von bei Zvrhe Lohberg zur Stadt gezogen, drang auf das »ttommenbo seiner Führer gruppenweise in die W a h l lokal e, mit Stöcken tewaffiiet, intb bemächtigte sich der Wahlurnen und Listen. Gegenwehr war ohne Waffen,nid)t möglich.
ten, die eigene Heereskvntingente haben, w gehen. Anstelle des Genossen Vvgtherr, der sein Amt als Beigeordneter int Neichsmarine- amt nieder gelegt hat, bestätigte der Zentral- rat die Wahl des früheren Reichstagsabgeocd- neteit Giebel.
Die Lage im Osten,
Berlin, 18. Jan. (WTB.) Die Meldung von der Besetzung der litauischen Hauptstadt Kvwno durch die Bolschewisten bestätigt sich nicht. In Kvwno befinden sich nach wie vor höhere deutsche Militärbehörden und Truppen. Von einer beabsichtigten Räumung Kownos ist an zuständiger Stelle nichts bekannt. «
Krakau, TR. Jan. (WTB.) Meldung des tschecho-slowakischen Pressebureaus. „Co- niec Krakowski" fordert für den polnischen Staat auch Kolonien und zwar 100 000 Quadratkilometer von Deutsch-Ostasrika und Kamerun mit der Küste und mindestens einen Hafen.
Die Blockade,
London, 18. Zan. (WB.) Reuter erführt, daß eine Anzahl von deutschen Kauffahrteischiffen jetzt mit britischer Erlaubnis mit den skandinavischen Ländern Handel treibt. Die Blockade wird trotz des starken Druckes gewisser Kreise noch nicht aufgehoben werden.
Vie zriebenLtonserenz.
Neuhor k, 18. Jan. lWTB.) Rcuter. Wil- s o n kabelte, daß, die Aussichten, für eine Eini- gimg über die Errichtung eines Völkerbundes zur Zett äußerst g ü n st i g seien.
Paris, 18. Jan WTB.) Havas. Amtlicher Bericht. Der Präsident der Skreinigten Staaten, die M inisterte ä'itenten unb Minister tes Airs- wattigen ter alliieren Staaten versammetten sich gestern morgen tm Ministerium des Aeuß<wn. Der PräsiteM verlas die Besttmmungen über den erneuerten Wafsenstillstand. Die Versammlung beschloß, Belgien und Serbien drei Delegierte au der. Konferenz jn bewilligen. Die Frage bet Zahl den Delegierten, die die Mächte zu entjenten ljaten, ist nunmehr endgültig geregelt. Es tourte dann dve Tagesordnung für bte Eröffnungssitzung ter Kon- fer-mz festgelcgt. Die Versammlung prüfte d e Frage der Oeffeittlichkeit ter BerhantemiM.-n. Die Konferenz, nahm einstimmig folgente Mitteilungen an die Prelle an: Die Vertreter ter allierten? und verblvidtten Mächte haben die verlangte Oeffentlichkeit ter Arbeiten mit größter Sorgfalt geprüft. Es ist ihnen banrm ^n tun, daß bas Publikum durch die Presse, sovoeit es sich mit dem höchsten Jnterelle anterer verträgt, das in t-er Erreichung einer möglichst baldigen, gerechten und ehrenhaften Regelung besteht, unterrichtet nxtben soll. Es liegt aber auf ter Hand, daß die Veröffentlichungen über die Präliminarbesprechungen, die jetzt im Gange find, Einschränkungen unterworfen sein müssen, die durch die schwierig« und heikle Nattrr des Gegenstandes, ten sie zum Ziele haben, notwendig gemacht werten. Bei diesen Beratungen ist nur durch ten schwierigen Prozeß ter Erz e!ung einer allgemeinen Uebereinsti.mmu.ng M einem Ergebnis zu gelangen. Dieses würde aber verhindert werten, wenn die Besprechung jeder stttttigen Frage mit der öffentlichen Erklärung jeder einzelnen Delegation über ihren eigenen nationalen StairdMntt begiimen würden. Die Folge solcher Erklärung würde bt vielen Fällen eine verfrühte öffentlich: Konttoverse fein. Diese wäre schon ernst genug, wenn die Kontroverse sich auf die Parteien innerhalb eines jeden Staates beschränken nrürbe. Außerdem würden aber terartige öfient- liche Erklärungen ten Austausch von Zugeständnissen unter den Delegierten selbst, der eine wesentliche Voraussetzmtg für erfolgreiche Verhandlungen ist, außerordentlich erschweren. Es ist audi höchst wichttg, daß das Abkommen nicht nur gerecht ist, sondern rasch erzielt wird. Jede krieg- führende Macht hat das Bedürfnis nach einem baldigen Frietensschluß, um ihre Armeen zu te- mobili fieren., um wieder zur Fttctensarbeit zurückkehren zu können. Wenn die Verlwndlungen ter Fttedei'Lkonferenz vorzeitig an die Oeffentlichkeit gegeben würden, so würden sie ohne Ende hinausgezogen werden. Die Delegierten würden: dadurch gezwungen toerten, nicht nur über bte ter Konferenz vorliegenden Geschäfte zu sprechen, sondern sich mit den Kontroversen zu befassen, die durch die Berichte über die Verhandlungen ter Konferenz außerhalb derselben ins Leben gerufen wurden. Die Vertreter der Presse werten, zu ten Sitzimgen ter allgemeinen Konferenz zu gelassen merten: aber bei notwendigen Gelegenhiiten werten die Beratungen ter Konferenz geheim abgw halten werden.
Paris, 18. Jan. (WTB.) Reuter. Die Friedenskonferenz trat gestern nachmittag 3 Uhr zusammen. Poincare hielt die bereits gemeldete Eröffnungsrede und verließ sodann den Saal Nunmehr schlug Wilson die Wahl Clemenceaus als ständigen Prä sidenten der Konferenz vor. Lloyd George und Sonnino unterstützten diesen Vorschlag. Elemencean wurde einstimmig gewählt. Clemenccau r.ahm die Wahl mit Dank an und bat um schnelle Er- ledigung des Friedensprogramms. Er sagte roei«. ter, er habe zwei Juristen wegen der slrafrechtbchen Verantwortlichkeit des früheren Kaiso s befragt und werde jedem der Dettreter eine Abschrift bes Gutachtens zustellen. Um 4 Uhr 30 Vlinuten rourbe die Sitzung vertagt. Die Vertreter der Presse wohnten der Sitzung während ihres ganzen Verlaufes bei.
Paris, 18. Jan. (WB.) Nach einer Havasmek düng eröffnete Präsident PoincarS die Friedens«


