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Donnerstag, 19. Juni IM

Erstes Blatt

169. Jahrgang

730D

rigen.

Lin Ausruf der Rcichsregierung.

statt.

Mitglied

der

jank

Bohnen

Karotten

vopstehlt

Vie Mutmort der ANiierten.

isfreude : gestellt wir stets

ervei nirin!

billigen. i *

lieber das Saargebiet wird gesagt:

küung bedrohten Gebiet im Westen aus. Die äbi)covb:tten des OstenS sind bis jetzt restlos

Berlin, 18. Juni. Bei dem Studium der 'Mtendoftot haben sich einige Widersprüche lthen be« sirt-elaen Teilen des überreichten Ma­

hnst Mitglied des Bundes werden sollte.

Die alliierten und assoziierten Mächte sind be­reit, unter denr Schub des Völkerbundes G aran-

gtjen die Unterzeichnung.

Arn Mittwoch abend trat im Schloß der Mrfrattionelle Ausschuß der Mehrheitspar-

Weck. Adier,*

Bei dem Verlangen, daß Deutschland ans all« mw Ansprüche auf seine überseecscheL

lt) oller Ueberent stimmung mit der bisher in der Lebensfrage eingenommenen Haltung/abtzulehnen. Tie Entscheidung M ReichOtabinettS.

Weimar, 18. Zrmi. Die Sitzung des «arLi'tabinettch die um 4 Uhr unter dem Vorsitz « Reichspräsidenten Ebert wieder ausgenommen ktife, dauert um Mitternacht noch an. Derinut- «li wird sie sich noch auf einige Stunden aus- ejimt. Es besteht die Absicht, noch heute nacht einer. absckst »eßenden Entscheidung zu gelangen.

RüFfrageu nach Versailles.

Botkohi Weisskot Grünkohl* Kohlrabi

liefert <

tien für die Rechte der deutschen Minori­täten in den Gebieten, die vom deutschen Reiche auf die neuen durch den Friedensvertrag geschaffe­nen Staaten übertragen 'werden, hinsichtlich Erziehung, der Religion und der Kultur zu

Ergebnis. Die Sitzung wird am Frei- ig oder auch erst am Samstag statt- nben.

Die deutsche BoLLSpartei lehnt ab.

W e i m a r , 18. Juni. (WTB.) Wie dieNa- liberale Kotnripcmd/' mitteilt, lsttt die Frak- M der Deutschen Volks Partei einmütig beschlossen, h Friedensvertrag auch in seiner jetzigen Gestalt

pie deutsche Delegation für Ablehnung. ! Weimar, 18. Juni. (Priv.-Tel.) Die Delegation hat einstimmig be- B lassen, beu Frirdensvertrag ab- wlehnen, und hat diesen Standpunkt in tiner Denkschrift dem Kabinett unterbreit jti. Der Auffassung der Delegation haben sich die S a ch v e r st ä n d i a e n angeschlossen.

Berlin, 18. Juni (Prtv-Tel.) TieBos- he Zeitung" meldet u. a, daß die baitftfc Negation aus ber Rückreise von Versailles ein machte n ausarbeitete, das in der heutigen i&img des Rrick>skabinettÄ vorgelegt wird. Das bbnett nrrnmt nachmittags zu der Ententedenb- rift Stellung. Ein besonderes Gutachten der lttschaftliriven Sachverständigen, die der Dele­tion beigegeben waren, kommt gleichfalls zu v. Schluß, d^.ß Deutschland den Vertrag in der »rliegenden Form nicht unterzeichnen kamt.

Die Beratungen in Weimar.

Die entscheidenden Kabinettssitzungen ha­ben, am Mittwoch, vormittags 10 Uhr, an- gefangen. Lln der gesttigen Sitzung nahmen teil das vollzählige Kabinett, die Minister- ^vs ident en der Einzel staat en und die Frie- iiiensdelegation. Die Delegation sprach sich jllech zu Beginn der Sitzuny mit aller Be­nimm tl)eit dahin aus, daß sie einmütig auf idem Standpunkt der Nichtunterzeich- nun g des Verttages stehe. Mit dieser Hal­tung ist ihr so vollkommen ernst, daß sie jeher Regierung ihre Mitarbeit verweigern pHll, die sich zur Unterzeichnung des Ver- trrges in seiner jetzigen Fassung bereitfinden mrde. Das Kabinett und die Fraktio- qirn der Nattonalversammlung haben den ^ganzen Mittwoch über die Antwort der Enten- ilc <iuf die deutschen Gegenvorschläge beraten, fgji Kabinett ist es zu lebhaften Auseinander- fctzungen gekommen. Anhänger und Gegnep !dn Unterzeichnung haben ihre Gründe unb Wegengründe eifrig vertreten. Zu einer ,Ent- lfd>eidung kam es noch nicht. Es würben auch isriwic die 92amen der Minister genannt, die für eine Unterzeichnung zu haben seien, dav- nitrer an erster Stelle ber Name Erzber- 1er, von bent mit wachsender Bestimmtheit b'hauptet wird, daß er auf bie U n 1 e r z e i ch- nu n g hinarbeite und sich als Nachfolger-bes grafen Vrockborff-Nantzau dauernd in Emv- Ixhttmg hcilte.

Ebenso unentschieden wie die Haltung ber 8 Keichsregierung ist im Augenblick noch die der Parteien. In allen gibt es Anhänger und | ferner der Unterzeichnung. Selbst bei den i Fraktionen der Deutschnatioualen Volkspartei uad der Deutschen Volkspariei sind vereinzelte | Lvdeutsche Stimmen laut geworden, die sich für die Unterzeichnung eingesetzt haben. Bei int Demokraten ist die Meinung geteilt. Das­selbe ist in erhöhtem Maße bei dem

r Weck- 5

,nung geht fast ausschließlich von Abgeordneten .ans dem besetzten ober aus dem von der Be-

Berlin, 18. Juni (Wolff.) Die Reichs­regierung und die preußische Staatsregierung er­ließen anläßlich der in Erfurt am Sonntag unb Montag vorgekommenen Ereignisse sorgenden Aufruf: *

In dieser Stunde ernstester Gefahren, wo sich die gesammelte Kraft des Volkes gegen das uns von außen drohende Unheil zu richten hat, muffen alle inneren Streitpunkte zurücsireteu. Tie Neicys- unb die Staatsregierung, die gemäß der Ver- faffung ihre Iemter führen, sind fest enffchlvssen, restlos ihre Pflicht zu erfüllen. Sie müssen aber auch von allen Volksgenossen fordern, durch Ei­nigkeit und Besonnenheit ihnen die vor uns liegende-gesamtdeutsche Ausgabe zu erleichtern. Sie dürfen nicht dulden, daß diese Zeit furcht­barster Not, die auf Jahrzehnte hinaus das Schcck- sal von Volk unb Reich entscheidet, ausgenutzt werden soll, um Verwirrung und Unrül>e zu er­regen und Hand an die Betriebe zu legen, olme deren ordnungsgemäße und ungestörte Fottfüh- rirng unser Volk nicht leben unb unsere Wirtschaft nicht imeder aufgerichtet werden kann. Das ist in Erfurt geschehen, wo unter falsthem, aber fefrr durchsichtigem Vorgehen einer Demot'ratisierung ber Verwaltung Beamte unb Arbeiter, und zwar sogar, ohne .zuvor mit den zuständigen Stellen zu verhandeln unb ohne die «mgebcich Schuldigen anzuhorcn, die oberen Beamten der Ei senbahndrrektivn eigenmächtig ih­res Amtes enthoben unb deren Stellen durch andere Personen widerreclstöich besetzten Tie Regierungen der deutschen unit ber preußisckien Republik haben die heilige Pflicht, die Wolstjahtt des Ganzen durch den Schutz von Recht unb Ord­nung zu fördern. So fest sie gewillt sind, gegen Beamte, die etwa die Dienstpflicht vernachlässigen ober die Wohlfahrt des Volkes aus andere Weise schädigen, ohne Ansehen der Person einzuschreiten, so bereitwillig -sie sind, alle Beschwerden zu prü­fen und feder berechtigtere Klage Abhilfe zu schaf­fen. so wenig können und dürfen sie zugeben, daß unter eiferner Verletzung von Recht und Gesetz die geordnete Verwaltung des Lan­des zerschlagen wird, bantit unabsehbare Gefah­ren für vie Allgemeinheit herausbeschwoven wer­den. Die Negierungen haben auch unter Zustim­mung der Volksvertretungen den Beamten, bte sich in den Dienst des Bolksganzen stellen, ihre wohlerworbenen Rechte .gewährleistet. Sie wer­den nicht dulden, daß solche Rechte mit Füßen getreten werden. Gegen W illkürakte, wie sie in Erfurt vorgekvmmen sind, entschlossen eiu- zuschveiten, ist Staatsno »Wendigkeit, der sich beide Regierungen nickst «entziehen werden. Demgemäß sind die erforderlichen MaßnalMten eingeleitet und werden unverzüglich zur Durchführung gebracht. Die Beamten unb Arbeiter, die sich ihnen nicht zukommende Aemter anmaßen, sind aus diesen Stellen entfernt und die geordnete Vertvaltnng ist ttrieberbergeftent. Beide Regierungen sind über­zeugt, daß die große Mehrcheit der an den Erfurter Vorgängen Beteiligten die eigentlichen, gegen die demokratische Staatssvrm sich rickstendeit Ziele der Hintermänner dieser Bewegung nicht erkannte, daß sie lediglich irregeleitet wurden und weit davon ent­fernt waren, ihrem Vaterland in dieser Zeit der größten Not in den Rücker zu fallen und die ge­meinsame Sache unseres BolHeF zu verraten. An sie richten beide ^Regierungen die eindringliche Mahnung, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten unb zurücktzukehren auf den Weg treuer und ernster Pflichterfüllung, die unser Volk? turnt ihnen erwartet und beansprucht, eine Pflichterfüllung, die gerade die Eisenbahner in den verhält gistsvollett Kriegs- jähren übten und die allein das Vaterland retten kann. Ihnen ist der Schutz und die Anerkennung nicht nur der benrofratifefien Regierungen, sondern des ganzen Volkes gewiß. Wer fick) aber gegen die Strafgesetze vergeht, wird die Folgen tragen müssen. Beamte unb Arbeiter! Läßt Euch nicht durch Redensarten weniger Drahtzieher irrefühvnt, die ihre politischen Ziele zwar sorgsam vethüllen, aber doch offeirkundig Ißudj) zu iljrcn , eigenen Zwecken mißbrauchen »vollen. Macht diese An­schläge zunichte, indem ihr den Dienst aufrecht er­haltet, Eure Reihen schließt und Euer Land in der Stunde ber höchsten Gefährdung schützen holst. Was Ihr an berechtigten Beschwerden an zustchrdtger Stelle vvrzubrmgmt habt, sagt es frei und offen. Gerechtigkeit soll allen werben I Treue um Treue!

!M unb bei beu Mehrheits-

lozin listen ber Fall. Von den Un-

ckhangigen ist bekannt, baß sie für die Unter- -.nRnußtUVt stck'tmng sind. Zu einer Abstimmung kam es lyvwuvw bisher noch in keiner Fraktion. Dre Klärung ' rowMlt bürfte sich vielmehr erst am Donnerstag nach- 3 mit,a9 in der Sitzung des Friedensausschusses

ergeben. Die Bewegung für die Unterzeich- w

nähme der Westprovinzen Polens ist für Preußen eines der wesentlichsten Mittel gewesen, durch welche es seine militärische Macht ausgebaut hat.f Tie Notwendigleit, diese Provinzen unterworfen, zu l-alten, hat das ganze politifck-e Leben Preußens' und später das Deutschlands verdorben. Die erste! Pslicht ber Alliierten ist die Wiedergutmachung dieser Ungerechtigkeit,

Das zweite Grundprinzip, das die Alliier-- ten ausgestellt haben und zu dem sich Deutschland' förmlich bekannt bat, tautet dahin, daß dem wieder- l-ergestellten Polen diejenigen Gebiete wieder- gegeben werben, die heute von einer unbestreitbar' pottrischen Bevöllerung bewohnt werden.

Posenund West Preußen. In den west­lichen Testen des alten Königreichs Polen, die- in diesem Augenblick einen Test der preußischen Provinzen Posen und Westpreußen biden, ändert' die Anwendung des zweiten Grundsatzes nur un­wesentlich die des ersten. Im Augenblick der Tei­lung waren diese Gebiete von einer polnischen Majorität bewohnt; mit Ausnahme einiger Städte und gewisser Bezirke, wo deutfck-e Kolonisten sich eingenistet hatten, war das Gebiet nach Sprache und Nationalgebiet vollkommen polnisch. Hätten die alliierten unb assoziierten Mächte das Gesetz des historischen Rechts rn all seiner Strenge an­gewandt, so wäre bte Rückgabe fast dieser ganzen beiden Provinzen an Polen gerechtfertigt gewesen. In Wahrlieit haben die assoziierten und alliierten' Mächte dies nicht getan. Sie haben in wohlbedach­ter Absicht den auf das geschichtliche Recht ge­gründeten Anspruch unbeachtet gelassen, weil sie auch den Anschein der Ungerechtigkeit vermeiden wollen und sie haben Deutsckstanb die ©ebietc überlassen, die im Westen an das deutsche Terri­torium angrenzen und in denen in unbestreitbarer Weise das deutsche Element überwiegt.

Außerhalb dieser Gebiete bestellen, dies ist richtig, gewisse oft weit von ber deutschen Grenze entfernte Zonen, wie z. B. Bromberg, wo die Deuifckien in ber Mehrzahl sind. Es wäre unmöglich, eine Grenze zu ziehen, die die unum­stößlich rein polnischen Gebiete zu Polen schlüge' und diese Zone an Deutschland überließe. Die eine oder andere Partei muß zum Opfer bereit' fein; wito dies Prinzip anerkannt, so ist fein Zweifel darüber möglich, welcher Partei das Vor­zugsrecht zuzubstligen ist. So zahlreich die Deut- Ichen in diesen Regionen sein mögen, die Zahl der Polen, die hier betroffen werden, ist ihnen überlegen. Diese Gebiete Deutschland überlassen, hieße» Die Majorität ber Minorität opfern, lieber-* dies muß man sich die Methoden ins Gedächtnis zurückrusen, mit denen die Deutschen in gewissen Gebieten ihr Nebergewicht erreicht haben. Die deutschen Kolonisten, die deutschen Einwanderer, die deutschen Bewohner sind nicht allein aufgrund natürlicher Ursachen gekommen. Ihre Anwesenheit ist die unmittelbare Folge ber von ber preußischen Staatsregierung verfolgten Politik, die preußische Regierung hat ihre ungeheuren Hilfsmittel nutzbar gemacht, um die eingeborene Bevölkerung des Be­sitzes zu entsetzen und an ihre Stelle eine nach Sprache und Nationalität deutsche Bevölkentng hinzufetzen. Sie bat in dieser Weife zu handeln bis zum Vorabend des Krieges fortgefahren unb zwar mit einer Härte, die selbst in Deuffchland Protestkundgebungen hervorgerufen hat. Sollte man zu geben, daß eine Politik dieser Art dauern­des Recht für ein Land schaffen sollte, so hieße das, die flagrantesten Handlungen von Ungerech­tigkeit und Unterdrückung ermutigen und belohnen.

Man kann ber Auffassimg fein, baß Polen keinen Rechtsanspruch auf die Abtretung Ober­schlesiens hat; aber feierlich muß erklärt wer­den, daß die Behauptung, es hätte kein Recht darauf, die durch die Prinzipien des Präsidenten Wilson gestützt würde, nicht der Wahrheit ent­spreche. In den Bezirken, deren Abtrettmg m Frage steht, ist die Mel>rheit der Bevölkerung un- bestrritbar polnisch. Alle beut) eben Spezialwerke, alle Schtilhmtdbücher lehren die deutschen Ktnder, daß die Bewohner nach Ursprung und topracbe Polen sind. Die alliierten und assozitetten Machte hätten vollkommen die Grundsätze verletzt, zu denen die deutsche Regierung sich selbst bekannt hat, wenn sie nicht den Rechten der Polen aus drescs Gebiet Rechnung getragen hätten.

Die deutsche Reichsregierung erklärt, he tonne keinerlei Lösung cmnehmen, durch toelche Ost­preußen vom übrigen Deutschland getrennt würde Demgemäß ist es notwendig daran zu er­innern, daß Ostpreußen mehrere Jahrhunderte hindurch taffächlich so vollkommen für sich be­stand, daß es bis 1866 in keinem Augenblick in Wahrheit als innerhalb der politischen Grenze Deutschlands liegend angesehen wurde. Me beut* sckien Geschichtsschreiber haben stets anernannt, baß Ostpreußen kein Land deutschen Ursprungs ist. sondern eine deutsche Kolonie. Zweifellos wäre es für Deutschland begtuem, daß dieses durch das beutfefoe Schwert eroberte und seinen Ureinwvl)- nern entrissene Lano in unmittelbarer Berührung mit dem wahren Deutschland bleibe. Alfer das, was für Deutschland erwünscht wäre, gibt keinen genügenden Gnmd ab, um die Fortsetzung bei Zerreißung und Zerstückelung einer andern Nation zu rechtfertigen, und überbiev such die Interessen an einer Lanoverbindung mit Deutschland, bei einer Anzahl von noch nicht zwei Millionen er­reichenden deutschen Einwohnern Ostpreußens nicht in demselben Maße vital, wie das Interesse der ganzen polnischen Natwn an der Erlangun- einG direkten Zuganges zum Meer.

Es ist beschlossen rnorbcu, daß M e m el uni das benachbarte (Gebiet den alliierten und aifoiucT ten Mächten überlassen werde, weil die staatlich Zugehörigkeit der litauisck-en Territorien noch ntdX bestimmt tfL

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von Deutschland versänildeten großen Schäden.... tzknd um die Rechte und das Wohlb-efinden der Be­völkerung zu sickiern"; 2. in der 9tote vom 24. Mai, ^n der es hieß:Die alliierten und assoziierten Regierungen haben diese besondere Art der Wieder­gutmachung gewählt, weil sie der Anschauung seien, daß die Zerstörung der Kohlenberglverke in Nord­frankreich eine derartige Dandlung war, daß sie eine besondere und ^außerordentliche Wirirergut- .machung verlangte. Dieses Ziel war nicht erreicht ldurch bloße Lieferung einer festgesetztLN ober nicht festgesetzten Menge von Kohlen. Deshalb muß der aaifgefteHte Entwurf in seinen allgemeinen Be- .ftitmmunqcT. festgehalten Werben unb bie alliierten unb affot,itesten Regierungen sind nicht zu rrgenv- einci- Erörterung über diesen Punkt geneigt. Die «(Hierten unb assoziierten Regierungen halfen^ als sie die Art der aufzuerlegenden Wiedergutmachung festsetzten, den Wunsch gehabt, eine Form zu wäh­len, bie durch ihre außergewöhnliche Art übrigens Ur eine begrenzte Zeit ein sichtbares und klares- Symbol darstelle. Sie haben gleichzeitig beabsichtigt, für die Wiebergutinachung ein sofort greifbares Pfand zu sichern, das den Un- fRidkerbeiten entzogen ist, auf die die deutschen Be­merkungen selbst bLwimefen haben. Andererseits haben sie besondere Sorgfalt darauf verwandt, den Einwohnern des Gebietes Jelbft jeden materi­ellen oder moralischen Schaden zu ersetzen. In jäder Hinsicht sind deren Interessen sorgfältig ge­sichert unb ihre Lage wird gebessett werden. Die Grenzen des Gebiets sind gerade derart festgelegt worden, daß sie so tvenig als möglich die bestehcn- lden Verwalttlngseinheiten und die täglichen Ge­wohnheiten dieser BevölkerungkompleLen Charak­ters" berinträchrigen. Man hat ausdrücklich Vor­sorge getroffen, das ganze System der Verwaltung in Bezug auf Zivil- unb Strafgesetzgebung und auf Steuern zu erhalten. Die Eimvohner behalten ihre örtlickien Versammlungs-, ihre religiösen Freihei­ten, ihre SckMlen, ben Gebrauch ihrer Sprache. Alle "bestehenben Bürgsckiaften zum Nutzen ber Ar­beiter werden erhalten unb die neuen Gesetze wer- ben Iben Grundsätzen entsprechen, die für den Völker­bund angenommen fiitb. Allerdings soll die Re- Igierungskommission, die die oberste Gewalt hat, nicht unmittelbar einer parlamentarischen Ver­sammlung verantwortlich fein. Immerhin ist diese Kommisswn verantwortlich nicht der ftanzöiischen Regierung, sondern dem Völferbuicd, was genügend Bürgschaften gegen jeden Mißbrauch der Macht, die ihr anvertraut ist, I bietet. Außerdem wird die Konftnission gehalten sein, die Meinung ber ge­wählten Vertreter des sGehietes zu hören, bevor sie %U irgend einer neuen Steuer schreitet. Der Bettag der Steuer soll ganz allein dem örtlichen Bedars dienen und zum erstenmal feit der An­nexion dieses Gebietes durch Preußen unb Bayern, einer gewaltsamen Annexion, werben die Bewohner eine Regierung besitzen, bie sich an Ort unb Stelle befindet unb keine andere Sorgen unb Interessen hat außer der für das Wohlbeftnden der Bevölke­rung. Die alliierten unb assoziierten Regierungen haben volles Vertrareen, daß die Einwohner des Gebiets keinen Grund haben werden, die neue Ver­waltungen von Berlin unb München her waren, ihnen fernerliegende zu betrachten, als es die Ber- u»altungen von Berlln ub Müchirnen her waren. Die beutfebe Note übersieht dauernd die Tatsache, daß das ganze so gesehene System nur vorüber­gehend ist unb baß nach Verlauf von 15 Jahren die Einwohner in voller Zweiheit das Recht haben werden zu wählen, unter welcher Herrschaft sie zu leben wünschen.

Bei der Behanddmg deS Problems der deut­schen Ostgrenze müssen zwei GrundprlnzUnen sestgestellt werden: _

Das erste ist, daß die aMerten mw affo- ziierten Mächte sich in besonderem Maße 6er» pflicAet halten, den von ihnen errungenen öieg dazu zu bemitzen, um der polnischen Natton bte Uncwhängigkeit wiederzugeben, deren sie vor mehr als einem Jahrhundert in ungerechter Werfe be­raubt worden ist. Dieser Raub war eine der größten Ungerechtigkeiten, welche die Geschichte verzeichnet, ein Verbrechen, das mit den von ihnen hinter­lassenen Erinnerungen und Folgen auf lange Zeit bas politische Leben eines großen Teiles des aitoÄte ÄWlLNLnM vs-Mtt bat. Die Besitz-.

Kr.ro

2« fcieö<J«r Lnzelger «schrinr täglich, außer Eona- und Feiertags. vez»grpreis:

Mmatl. Mt. 1.35, oiertel- tädrlich Mk. 4.05; durch Avhote- u. Zweigstellen

1 inonatl. Mk. 1.25; durch bie^ 4.05 oiertel-

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tür die Sdjriftieitungl 12 Berlog,GeschäftssteUe51 Auschriü türDrobtnach- rtchten: Lnzriger «iehea. poftschetttonto:

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SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

SwilNngrrnnddruü ».Verlag: Srühl'fche Unw.-Virch- u.ZteindruSerei R.Lange.Zchristlettung, Gefchaftzftelle u.Vrnckerei: Zchalftt.7.

Lmwyme von Lnzetget» f. die Tagesnunrmer bxS zum Nackr^itlag vorhey ohne jedeBerdindlichkertt Dreis für 1 mm HSH<» An^igeuv.34mmPrett- ortlich 15 Pf., auswärts 18 Bi., für Reklame­anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. «ei Platz- vorjchriil20*/uAufschlag. Hauptschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz, für den Anzecgenteck: H. «ed; fämtlid) in Gießen

Iden zu einer Besprechung zusammen, um ich über den Tag der nächsten Vollsitzung m» )er Nationalversammlung schlüssig zu Angesichts der noch völlig ungeklärten Sauerkra

1 Lage kam nan aber noch zu keinem bestimm-

Versailles richten, deren Bvantwortung erst, unterstützen. Was insbesondere Deutschland an- abgewartet werben muß. lmmt, so versieht es sich von velbft, daß bie Ereig­

nisse der letzten (fünf Jahre nickst geeignet sinb, im gegenwärtigen Augercblick eine Ausnahme von der soeben erwähnten allgemeinen Regel zu recht­fertigen. In seinem Falle ist eine entsprechende Probe erforderlich. Die DauerbieserPro- be wird zu einem guten Teil von dem Verhalten der beutfdfen Regierung abhängen unb es liegt an ihr, durch ihre Haltung gegenüber dem Friebensvertragdie Wattezeit, bie der Völ­kerbund für nötig .halten wird, ohne daß er beab- slstlstigt, sie ungebührlich (abujioement induly) zu verlängern, abzukürzen. Nachdenr diese uner- Läßlick-en Bedülgungen erfüllt sein werden, sehen die alliierten unb assoziierten Regierungen keinen Grund, warum Deütschland nickst in naher Zu-

Der Z^veck und der Wille der Alliierten sind zweimal ausgesprochen worben. 1. in bent Ver- S selbst, in 'bent es (in den Artikeln 45 und 46) t, daß Deutschland die getroffenen Bestimmutt- gen annimmtals Ausgleich für die Zerstörung bei ^»hlenbergtverke in Nordftattkreich unter Anrech­nung äüf ben Betrag der Wittrergutmachung ber

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Aus bem Memorandum, das den abgeänberten ^Foiedensverttag begleitet, entnehmen wir einige charakteristisckte Stellen:

Die VölkerbundsakteVllott für bte alit­ierten unb assoziierten Möchte die Gnutdlage des Friedensvertrages. Sie haben bie größte Sorgfelt liuf alle ihre isVestimmmtgen verwandt unb sind «Überzeugt, daß sie zum Vorteil, der Gerechtigtrnt und des FriedLus rin (Element des Fvrtichritts nt die Beziehungen der Völker bringt, bte die Zukunft Träftigien unb entwickeln werben. Niemand von den alliierten und assoziierten Mächten, wie bte Schafe fttng des Verttages selbst betvrift, hat bte Abnckst gehabt, Deutschland ober irgend eine andere Mackst auf unbestimmte Zeit (inböfininicnt) vom Völwr- tninb auszuschließen. Sie haben demgemäß Be- ftiimntungtn auf-gerrommen, die für alle Staaten, die nicht Mitglieder des Bundes sind, Amvcndung siinlden und die 'Bediugungeu ihrer späteren Zu- -tassung festsetzen. Jeder Staat, dessen Rem>erung llare Beweise ihrer 'Fest^eil und ihres Wtllens, .. __________________________________. ihre internationalen Verpflichtungen, insbesoit-

ergebet unb außerdem Zweifel, ob auch das Iderediesichausd e mF r i e d e n s v e r t rag 61 nt o t a n b u m ein rechtÄgültigier Bestandteil ergebenden, zu erfüllen, gegeben hat, wird «k, isriedensverträges ist. Man wird infolgedessen I die alliierten unb aftozttetten Hauptmächte bereit MM 2Ujj.Mc.il usi 3ladi Mta. jmc w Maabvt w tat Mstd Vt