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Samstag. 19 3ptn 19b

Erster Blatt

(69. Jahrgang

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ko»«- und ^eirrtaftl.

Mw. Dlt.l JS.otertel- Mfrrttd) VN. 4.05, durch xv. ^lenqfteden

Wicnad Ulf. 1.25 durch die iSoft DU. 4.06 viertd- föärt au*fd}L Ei eile Lq. (StwIpT«!^ - Anjcbttiste: Nir In# -l.dxrittlettuMfll 12 Periog,^richäri«stet!eLl KnlchriNN r Draht,,ach- vtdjtnt aejtlgerfletce.

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für örtliche Anzeigen 25 Uf..iucau6iöärllflt 30 B«., snr Reklamen Mk.1. - uebsl 20° 01eue- runflSAiil i lafli'Vlayvof fchrUi 20 % '.UuMdtlaa. $>aupt|d)riiueü<r: Aug.

9)eiantrx>octUd) tüi VolitiC tiua. Goetz, für den übrigen ».eil: Dr. Reinhold <Z«nz: für den Anzeigeiueil: H. Beck; fainlltch tn G'«ben

ietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

»BfTfbigsnnMnid ». Derlag: vrühl'sche Unio.'Such- u. Steinöruderei N. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle u. t>ruderei: Schufftt. 7.

Ostern der Revolution.

Der Sturm brr Zeit hat vieles wegge- STfi-fe»; alles kann er nicht zerstören. Das gBtUen bei Unzusriebenen. Verhetzten, der Um- ftur*, ben sie liervorbringen, die materiellen und geistigen Verwüstungen, die wir um uns sehen, all dies pibt uns oft ein Empfinden, als befänden nur uns auf fremdem (Gebiete, als lebten wir in einer neuen Wcltorduung. And doch ist es nur eine Oberfläche auf der es fo bum durcheinandergehl. Sie mögen mor­den, rauben, brennen, streiken, sie mögen dem Vaterlande bange Tage des Entsetzens, der Hoffnungslosigkeit bereiten die ewigen Märkte und Werte bringen sie nicht um. Was dem Menschen eingeboren ist, ringt sich immer wieder anS Licht Wie mancher von denen, die beute in München Revolution und Soziali­sierung machen, wird sich beim Klang der Osterglocken klein und dumm Vorkommen! Die Osterfeier war nicht zu erschüttern; die hohen Kirchentage sind nicht zu entwurzeln. Der Spartakist steht vorder alten Wahrheit:Mit Wellen, Stürmen, Scl)ütteln, Brand Ge­ruhig bleibt am Ende Meer und Land!" Die Ostertage kommen auch nicht etwa als etwas Wesenloses; der alle Geist, der alte Glaube -ieht mit ihnen. Sie reden mit urdeutscher Sprache; ist doch das ehrwürdige Fest nicht nur von der altgermanischen Göttin des Früh­lings, sondern auch von dem Besten, was deut'che Dichtkunst heroorgebracht hat, mit» geweiht.

Gewiß, wie her Frühling noch nicht mit voller Wärme eingezogen ist, so ist auch das Eis dos unglüxffeligften politischen Muters, den unser Deutschland je ge- jöhen hat, noch nicht geschmolzen. Nicht dos frohe Bild Der dem Druck von Giebeln und Dächern Entflohenen,selber Auserstandenen" liegt vor uns, nicht zeigt uns, wie sonst, der entzückte Faust ein froh bewegtes Frühlings- frvTben und deSDorfs Getümmel; weit Hinauszuri len vor die Tore der Städte Der- eitlen die Mte der Lebenshaltung, mangelnde Gastlichkeit. Dagegen suchen die Himmelstöne be-r dumpfen Osterglocken eine beinahe lebens­müde Nation tief im Staube, und es wird ihr Nicht leicht fein, sich über die Trostlosigkeit der Gegenwart und die Drohungen der nächsten Ankunft hinauSzuschwingen.

Die Aussichten des Friedens sind trüb ynb schlecht. Graf Rantzau, der Minister des T«Swäriigen, glaubt, daß wir die Be­idingungen, die und aus Paris genannt wor- «Sen sind, nicht annehmen können und daß der Friede nicht unterzeichnet würde. Wenn also nun auch die deutsche Friedensdelegation von der Entente offiziell zur Reise nach Paris auf» gefordert worden ist, so dürfen wir uns nicht in der Hoffnung wiegen, daß die Völkervcr- M^nuirg schon in den nächsten Tagen oder Wochen zustande komme. Zwar hat jetzt selbst Sin Mann wie der englische Minister Churchill ertlärt, es sei nicht möglich,diesen streit e$tt seinem ganzen Haßapparat ohne Ende cheiterzusühten", er glaube nicht, ,chaß die Struktur der zivilisierten Welt kräftig genug fri, dirien Druck auszuhalten". Churchill spricht sich für einen baldigen Frieden mit Deutschland aus, hauptsächlich auch wegen der bolschewistischen Gefahren. Wenn England die­ses Interesse hat, dann muß es gemeinsam «it Wilson die unmöglichen Fordeiungci, Frankreichs streichen, dann darf es nicht die verhüllte Annexion des Saargeb etes zulaNeu und mehr an Entschädigungen von Deutsch­land fordern, als in der Vereinbarung mit Wilson vorgezeichnet ist. Wie weit Wil'vn selbst den Kampf für sein ursprüngliches Pro­gramm weirerzusühren gewillt ist, wissen wir *id)t. Es verlautet, er wolle vorzeitig aus der Konferenz ausscheiden und den beiden großen Bundesgenossen die alleinige Verantwortung für den Frieden zuweisen. Für den Frieden ^der das weitere und andere, das ans den überspamrten Bedingungen folgen wird.

Wir haben uns zu rüsten mit Entschlos­senheit, Mut und sicherem Plan. Nicht dürfen wir verzweifelt die Hände in den Schoß le.scn und die Dinge gehen lassen, tote sie wollen Deutschland wird noch einmal auferftehen! Zähigkeit und sittlicher Ernst dürfen es nicht Versalien. Dem Bolsthewismus muß Halt ge­boten IDerben. Vielleicht kommen die Gegner in letzter Stunde zur Vernunft und schließen eine wirkliche Völkerversöhnung. Diese kann nicht im Zeichen des Bolschewismus stehen, beim dieser hat keine ftaatsei haltende in<b staatsbildeiche Kia ft. Wir Deutjchen haben viel verloren, wir find wirtschaftlich und ma- Xerieff verarmt Hüten wir uns davor, daß uns auch die moralischen Stützen gänzlich um- !allen! Was wir heute allenthalben um uns eben, Arbeitseinstellungen, Unruhen, Bürger- rieg, ist nur sinnverwirrende Oberfläche. Wir an^'sen bi 7'ah st einen in die deutsche Vergangen- V-nuten..Gei^ex wreder zu

erwecken. So mögen auch die Osterglocken uns zurückrufen in ein froheres, ermunterndes Leben. Harter Winter und Frühling wechseln int Völkerleben unregelmäßiger als in der Natur. Oft sagen wir und, daß wir Lebenden die kommenden besseren Zeiten nicht mehr sehen werden. Gewiß ist, daß die fetten Jahre dahin sind. Dann müssen Trost und Freude wie Wasser statt Wein ans frischem Natur- guell geschöpft werden, und es geht doch am Ende nach Paul Hcy'es freundlichem Wort: Gedulde dich fein, über ein Stüudelei» ist deine Kammer voll Sonne!"

Die 8rieden§verhandlungen.

Tie offizielle Einladung an Deutschland.

Berlin, 17. April. Ter Bariitzeirde dcr interolll cr«n Waffenstillstands kommt sun, in Sv«, General Nndant, l>ai gei'tern in Spa öem Vorsitzenden der deutschen Kommission, General d. £ a m m e r fte in, den T^xt der vom Präsi­denten Wilson gelial eiten Ansprnd>e über Die Einladung der deutschen delegierten zum 25. April nach Versailles amtlich überreidH. Damit ist die jfriiirile Ginlabinig an Teutschland zu den Voririedensverl>crnd!ungen er» ganzen. Tie d.-utichen Telegi r.en werden voraus- stchllich am 22. oder 23. April von Berlin aus a breiten.

Berlin, 17. April. (WTB.) An Strile des Gesandten in Bern, Tr. Adolf Müller, tritt in das führende Sechsmänner-Kolleginm luifenr F riebe nsdelegatio« der Piä Lent btt omifvfdien La idt smrsamnr.nng Le inert. Tr. Müller ist durch Krauklicit verhiiioert, die ihm in Paris zug-dachte Vüifaabe zu eriüilen.

Genf, 18. April. Äa>h etter Havasmeldung sollen die Frtdei^sabor^M'ngen Oesterreichs, Bulgariens und der Türkei »um 9. Mar nach Versailles berufen »werben.

Genf, 18. AprL Llovd George ist gestern, Donnerstag abend, nach Varis xuriicks> Kehrt, wo ihn Clemenccau mn Rvrbbahe Hof er­wartete. Wie die Swncr Blätter heute nuttrilen, hat die Pariser FriedensSonst reit- einen rriMfito- ndlen Ausschluß cingtfe&i zur Fesy'ctzmrg des Wortlauts der F r i eden s pr ä 1 t m i n a rien mit Deutschland, di» tuibrju KXX) Paragraphen endbalten sollen. Ter Ansrimß be­stehl ans dem Franzosen Fronet-vt. dem Amerst fairer Schott, dem Engländer Hnrt intbixnre Jtalbe- iicr Ricci Birsatri.

Bern, 18. April. (WTB.) W>e die Pariser Presse meldet, beutet man den DeEußdes Vierer rotes, die österreiachischr, bulgarißb? und tlbchsdx Delegation ncuch Versailles zu berufen, batsn, lost mmr mit einer llntcrz<ö<»vmg des deutschen Frie- densvertraK's bis zum 9. Men redytrt, wobei die New Pari Tribüne" hvrzufügt. haft her brutsch» Delegation eine Frist zur Prüfung des Ver­trages eirtff-räumt nxrbe. Ter Verrt^g feTMt wird mit 1 290 000 Worten m stcorrö istizenr. ntgn' fdi m und deutschem Text her Telcflnfion vorqelc^rl wer­den, ebenso der 75 000 Worte entkalkende Entwurf der Liga der Nationen. Tie Verträge sind bis auf gnre geringe G-fetteflKtteii ferrigariwllt uitb Offnen twraussickilich am tonemenben Freilao in Truck. Der Fünfer rat hat fev-ter alle iat der Kon­ferenz vertretenen Mächte aitfgrforbrrt, mit^ulei- ien. welch? Frist notwendig sei, um die Ranfizie- rung der von Deutschland tmterzrichnetar Verträge durch ihre Parlamente zu ermittelt.

Graf Brockdorff-Rantzau über da» Sag' -ebict.

Berlin, 16. April (WTB) In einer Un­terredung des ©Wtalftorrfluonte'tm k*r ,,Nev> york Sun", Karl H Wieg-ird, mit dem Reichs- ir.ir.ister des Aonstern b-nnierkte Gros Brock­dor f f - R a n tz a u , er fdin* iricbt gauben dost die Erklärung der 5>rvasage,rtur über die Re>7e- hmn der Saarfrage und der miiitärifdxm Vc'etzuntz der Rheinlande mehr alö ein Ver­suchsballon sei, um festzustellen, welche Zumu- tirrgen die öffentliche Mrimmg in Deutschland ertrcgrn könne. Ter angeblich' Inhalt th-r Be- stinrnriingeir stehe zu sehr in Widerspruch mit den Oirtr-d-ätzen, die Wi ion als Unterlagen für einen Friederisichlust verkündete, die von ben beiden Kriegsparteien im November 1018 inpeiwnnmrn wurden. Tie Bestimmu gen über das S-^rgeriet seien nichts als eine schechc verhüllte Arurerion , Ich rm-rde einen Frv-denSvertrag. der btefe Be- sfin'mu' gen enthält, niemals unterzrichnen Ich treib, das, ich d^'M't nur die Aufiassu g der ger,»ni i^gei n-ärtigen Regierung vertrete, k« alter auch di von ül*erACUßt, diß, seihst wenn die telefl irrten zur llnterschrifl gereift wären, die deutsche Ratio, iralpeifammlunfl den Frieden-vertrag ablehn en tripb;. Seibstverständlich hat Frankreich Anspruch auf Schchmcrsatz für seine zerstörten Brrgwerke. Teutsch-.and ist Herrn und fäing, diesen Schc-ben- ersay zu leisten. Deim an Stelle djh Macht- politikcrn erfahrene Geldräftskeute diese Frage zu regeln hätten, so würden sie einen Weg finden, der Frankreich sicher zu einem hinreichenden Er­satz verheistn und dabei zu .einer Annäherung ftatt zu einer bmrrnbcn Enriremdung der beiden <8dlfer führen würde. Wir sind betvtt, den frair- zösischen Friede»edriegierten entjp.cd^ibe Vor­schläge zu machen."

Crin Protest derHumanit^".

G^nf, 17. AprL Zur £ö!u;m des Saar- pröble m s bend) den Viererrat schwibt die ,^>u- mamtp" u a.: hwb walmsimng sein, um

schche su leben, dast eine Organtiahvn, wie sie [ÜC das ^afttbäten vvvLteberr iti; ptn#. f^nhige

Kvnstcktsuriache fern rnirb. Wsv zu eüiem der- artiflm uiurlruerli fm Resultat fülrrt rin Kvm- vromist ztvischeu dm sranzösiscch'N Imperialismus I imb dm G.u.idsätzeu W^soirs! Wenn wieder­um ein Ärieg ausbrsihm sollte, so kommt er txm diesem Wah fnm l)ct. wo mrrn die Hund CCstmenccaus deutlich crteimt. Hoffentlich haben cne Völker dieses Werk der 'Heuchelei, der Ab­surdität und des Verbvcchens in den fünfzehn Ia'-tren umgeworstn. Sdrinun wäre es weiter, wenn 15 Ialirr lang das ibtte Rch.iimfcr und die Rhrinbr-Ückenköpst besetzt ^-halten würben. Dies bebauet, daß der langfristige Krieg mit glühendem Militarisnrus imb mit erdrücke!idem nri i ärifdjöi Budget weiter Fortgehen soll. Ein solche rVer- tragsvorschlog ist der Helle Wahn­sinn. Ein deraniger Vrrtrng wird txm dem fron- zöfsschm V<rlk nicht ratifiziert mih von den sozialistis.-lxm Teputierten nicht unterzeich­net werden."

Rohstoffe für Deutschland.

London, 16. April. (W. B ) Reuter. Ein offizielles Kommunique ans Paris besagt, daß der Oberste Wirtschaftsrat den Plan gut- geheißen habe, der deutschen Regie­rung die in den Händen der alliierten Re­gierungen befindlichen Ueberschüsse an R o h st o s f e n schon vor Abschluß des Frie- denSverirages unter Bedingungen, die durch einen besonderen Ausschuß gemeinsam mit den Blockade- und Finanzabteilnngen des Obersten Rates ausgearbeitet werden sollen, käuflich anjubieten.

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Generalstreik in Renhorl.

N e u p o r k, 16. April. (Reuter.) Die Hafenarbeiter-Bereinigung erflärte t-en Generalstreik vo-n Dvinxrstag ab. Dies wird die Vabiri^mg des g> sam en ScktNlsverkehrs ernick/.estlich des traltSatbrirttschen Verkehrs tut Folge haben.

Vie tage in vayern.

München, 17. AprL. (WTB.) Erne Ser- ordmmg des Vollzugsrats der Betriebs- und Sol- batem-ä e besagt:VvmStreikausgeschlos- s e n sind: Va.cken, Sparkassen, Post, Eisenbahn, t l e.ibutyrnvc t Teleg aph, Tclepl)vn, Spe- bi.ion, Elektrizitätswerk, Gasivcrke, ÜBaifenveite, alle mit bet Nahrungrmittellxrfell u>>g und Ver­so gung bef-djäfiigicn "ßetriebe, Roteibe triebe, Ar- tilleiieiuerff ätten usw.; Wnditoreieir, Kaffees und Konzertlokale sind g» W>ossen zu halten. Tie Her- Heilung von Kvndttoieavaren ist untersagt. Tie Unternehmer sind angcwu'sen, den Lohn für die Strrirtaoe zu zahlen. Ter Generalstreik dauert an. T<n gesamte Post-, Telegraphen- und Tele- i'tornM-rfefK narf) SL^bapern ist grsperri. Tie Grenzlinie txrläaift tx>n EisensteinPlattling Rrttzmsburg imb Ingolstadt nach der schwäbisch- bayerischen Grenze.

München ist vollkommen in der Hand der raten Arbrilernxhr. Seit den Tiebeveien vom Sonntag hat ,'ich nid>t3 besonderes mehr ereignet. Teile der Rrgierungstru ppcn bei Dachau wer­den, wie ein TlnsehAag in fUZündien (xfagt, von d--r Raten Armee in Schach gehalten. Gin Putsch­versuch in Rosenheim wurde von der Roten Garde unterdrückt. Rosenheim ist noch auf bet Seile der Räterepublik, dagegen haben sich A n g s- burg, Kempten, Ingolstadt und Passau wieder von der Räterepublik al»g».'wcmdt, während fkij Landshut neut af verhä t. In München ist eine goste ZaA von Geiseln verhaftet worden. Es finten fortgesetzt Haussuchurgen nach Lr'bensmittcln imb Beschsa^mhmmrgen von solchen statt. Tie Banken sind tvteder ynfhtet.

München, 18 April. Gestern wurden zwei Flieger, die Proklamationen des Mi­nisterpräsidenten Hoffmann abwar- fen, mit Masdnnengeivehrse^er systematisch be- eine Einigung in de r Kabinetts frage Fliegerabwr'hrdienst sd)liesten läßt. In einer dieser Flugenr-elmulgen itmrtcn die Bürger ermahnt, Ruhe zu bewahren und außAuharren Entsatz komme bcftmimt. In einer andeuen Kundgebung der Bam­berger gteflicrung wurde mitgetrilt, daß sie es mit Rücksicht auf Frauen und Kinder ablehne, de Stadt München austulyrngern, aber es sei die höd)fte Zeit, bau sich bk Bevölkening der Herrschift auswärtiger Politiler und gei pissen loser Machtl»aber entlcdi .e. Darum müsse eine Volkswehr ausgestellt werden, die errblirf) rrinen Tisch madr und alsbald Ordnung schasse. Gleichzeitig nmrden die Bedingungen zum Eintritt in die Vollswehr mitgctriÜ. Der Tram- babnveickehr liegt immer noch still. Der General­streik bauert fort und wird nxchl erst nach den Osterieier tatren sein Ende finden. Gestern wurde auf einigen Linien mit wenigen Zügen ein Jbe= -chränkwi Bahnveriehr auf genommen Heute ist er bis aus die Strecke nach Regensburg eingestellt. München bleibt, da miswäriige Blätter nicht Her­rin kommen und hier teilte Zeitungen erscheinen, inu nter noch von der Außenwelt abgeschlossen.

Terror in Rosenheim.

Bamberg, 18. April, lieber die Lage in München sind die schlimmsten Nachrichten bei der Regierung eingetroffen- In der Stadt herrscht jetzt wahnsinniger Terror. Diele Ar­beiter und Bürger werden bereits erschossen. Die Rote Garde, bestehend aus Gesntdel und bewaffneten russischen Kriegsgefangenen, plündert imb raubt und dehnt ihre Raub­züge bereits aus das flache Land aus. Die von der iRegienntg für die Bevölkerung nach München geleiteten Lebensmittelzüge wurden von bet a&t.e» Wards. HMlagMlWL^ daL

Volk muß hungern. Furchtbar haust berJSoT* sck>ewismus auch in der oberbayemsck^n Stadl Rosenheim, die sich leit längerer Zeit in der Hand der Spartakisten befmbel uiü> eine Hochburg der Spartakisten in Bayerm ist. Die Bürgerschaft Rosenheims setzte sich mannhaft zur Wehr, wurde aber durch rück­sichtslose Requisitionen durch Erklärung des Standrechtes, durch blutige Urteile und durch ein drakonisches Schreckensregimeiit mürbe gemacht. Trotzdem raffte sie sich nochmals zu einem letzten Kamps gegen die jeemben Gewalthaber auf und gewann auch die Ober­hand, wurde aber später, nachdem die Rosert- heimer Spartakisten aus Münck)en Zuzug er­halten hatten, aufs neue unterdrückt Ein von Negierungstruppen unternommen er Ver­such, einen Spartakistenzng zur Entgleisung ru bringen, scheiterte, weil die Soldaten in der Mehrzahl davonliefeir. Rosenl-eim blieb in der Hano der Spartakisten Zur Strafe für ihr regierungstreues Verhalten wurden 10 Bürger der Stadt erschossen tutb die Stadt selbst von den Spartakisten mit einer Kontribution von 85000 Mk. belegt

Die ßrage der Vereidigung vs« Württemberg und Vaden.

Stuttgart, 16. April. In der würi- tembergischen Landesversammlung schnitt heute der Abg. Haußmann (deutsch-demo­kratische Partei) bei der zweiten Bi-ralung des Verfassungsentwurfes die Frage der Ver­einigung von Württemberg und Baden an. Er betonte, wenn eine Geneigt­heit auf der anderen Seite vorhanden sei, so sei das württembergische Volk für eine Lösung dieser Frage bald zu erwärmen. Württemberg und Baden dürsten die Frage nicht mit ben Augen der Vergangenheit, son­dern mit denen der Zukunft ansehen. Staats­präsident Blos erwiderte, die Regierung habe die Vorgänge zwischen Baden und Würt­temberg mit größtem Interesse beobachtet Es beständen allerdings noch Meinungsver­schiedenheiten. Die Regierung habe sich nicht für befugt gehalten, der Bewegung vorzu­greifen. Sie wolle warten, bis sich die Be­wegung in der beiderseitigen Bevölkerung ausgereift habe. Auch sie sei der Meinung, daß wirtsck)aftliche Vorteile mit der Vereini­gung verbunden seien, und werde Stellung nehmen, sobald die Möglichkeit dazu Ge­boten fei.

Sie Uohlcnwirlschast.

Berlin, 17. April. (WTB.) Der Sackstier­ständigenrat für die Kohlenwirtschaft schloß nunmehr seine erste Tagung ab, die vom 14 bis 16. April unter dem Vorjitz dcs Miiiisterialdi.ek- wrs Dr. Meydcnbauer stattgefunden bat. Er be­riet die Vorschläge des Reicki«wirtsd>ailsministe- riums zur Regelung der Äohleuwirtsckxi>t durch und rinchte sich auf folgende Grundlagen: Ein Rerchsrohlenrat von 50 Vertretern her berg­baulichen Arbeitgeber und -uehmer, dec Verbrau­cher, des Kvhlenbandels und der Wisjenslhait leitet die Kvhlenwirtsdxut. Den Vertrieb der Ävble u!er- nehmen die S v n d i k at e, die in den rin«,einen Bergbaubezirken zu erridjten sind, soiern sic nid)t schon bestehen. In jedem Sdndikat stellen die Ar- beitnehnier zwei bis drei Aussichtsrat^niitblieder und ein Mitgliri) des gesdiästssührendeu Vorsiands. Tie Gasanstalten, welche Kvks eczeu;ren und ab- setzen, bilden rin Reicktsgaskoks-Spudikat. Die Syn­dikate werden in eilten Reickiskohlenieiixlnd zu- Zwnmengefaßt, in dessen Aussichtscat buc Arbeit- iieInner drei Stellen und die Angestellten eint Stelle besetzen. Auch hier stellen die Arbeitnehiner ein Mllglied des geschäftsführenden Vorstands. Alle wichtigen Fragen können im Wege der Be­rufung an diesen Roickiskoblenrat gebrach« werden. Der Kohlenhandel wird nicht in gebundene Organisationen übergeführt. Tic Besritigung öa unwirtschaftlichen SHettberoerbc und der Schutz der Verbraucher wird durch die Ziisammensetzwig des mit weitgehenden Rechten ansgestatteten Reich:ckoh-. emtöaltrfrt, seinen Bedarf von mnu'-esbeirs einem lenrals und außerdem durch folgende befonlx.e Be­stimmungen gesichert: Jedem Verbraucher nnrb es Eisenbahnwagen zu den dafür festriüe. enden und zu veröffentlichenden Preisen, Zeiten und sonstigen Bedingungen gegen Barzahlung zu bestehen. Die erste Instanz für die P r ei s fe st s e tz n ng ist das Reick)swirtschaftsministerium uut-n: Mit^-bkung des Reichskohlenrats. In den Bedin^ngeu wird auch die Notnendigkeit berürffirbtigt, daß der Bezug möglichst in der vertehrsgünstigen Frühjahrs- und Sommerzeit erfolgt Die cijemrindeu von weniger als 10000 Einwohnern und die st'vmmunal- berbänbe können weitere Preisest,eyungen für den Siernbanbel vornehmen. Der nächsten Tagung des Sachverstänbigenrats am 15. und 16. Mai wird der inzwischen in Gesetzesiorm zu brin-ierux Ent­wurf vorgelogt werben, so daß mit der fristgemäßen Erledigung im Laufe des Monats Juni gerechnet 'Derben tarnt

, .Deutscher Lrurdbu: d

Berlin, 16. April Im Saale bet Lcmbi- wirtschaftlichen Gesellschaft fand in Gegen- wart, zahlreicher Aertreter der Saubtoirt*