lgunz.
He berjliier teil, eiben unb bet Beleben Serftorbenen Wlieften Dank.
Löwenberg.
Dezember 1919.
Simonie. Murr
Atz.
", ®*li |eri.
1“' dik W, en und die Itoft, Herrn Dekans ’urü die vielen * Elisabeth n Dank.
ÄKiz gjgti.
115- Dez. 1919.
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Ultaflo Herrn. Stiinjoetlii
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LamStag den 20. Tr- zember 1919 abeub# 8Ubr
UM-ich im neuen «ertinslem MckKof.WttjM Dab yiUbvhtiirow* „enttanden na «W iietloinns ih Idr cr-j. 14121c tttCeeÜanb.
Tamstag den 20. te> abends * llbr, 10.$onielliinfllin2nm» lag'Abonnemcni:
Ak SitWiiM« edjdufniel inNluizuge» von 3)lor Treuer.
Zomitag den 21. Tu iNuver AbonnemettN nachmittags 3Ubr Wilhelm Teil.
BolkSvreilrl AdendS 7 Ubr:
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Nr. 296 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag. <3. Dezember 1919
Frankfurt a. M., 18. Dezember.
Berlin
120,
der
Fortsetzung 11.
(Nachdruck verboten.)
284, 460, 311,
Börsenkurse.
Frankfurt
Zürich . . . . Amsterdam. . Kopenhagen . Stockholm. . Wien.....
die der der
Willenlos, rote unter einem Surat, folgte Estrid der Schwester.
123,50 128,- 116,- 120,—
238,- 219,50
304,50
16.12.
12,-
5,45
11,60
9,75 365,-
219,-
260,-
17.12.
11,10
5,50
11,25
9,75 365,-
landwirtschastlickien Arbeiten aus.
(Es tritt eine Pause ein.) Nach der Pause wird in der Aussprache
Rationierung des Brennholzes
Letzte llacbricbtcit.
Ein Nachtragsetat von 300 Millionen.
Berlin, 17. Dez. (WTB.) Der Saus- Ha l t s a u s s ch u ß der drationalversammlung bewilligte einen Nachtrag setat von 300 Millionen Mark ztvccks Durchführung des Elektrizitätsgesetzes, ferner außeretatmäßig Summen für eine 50pro zentige Erhöhung der
Marknotierungen
Datum:
Gefterir (Mittwoch) waren die Frankfurter unb Berliner Börse geschlossen.
Wegen nmngelhafter telephonischer Berbinoung mit Berlin ist es uns heule leider nicht möglich, die Berliner Anfangskurse und das Börsenstim- mungsbilo zu bringen.
haben.
Ter Finanzminister begründet kurz die Vorlage und weist darauf hin. bart die Rntionie-mng auf den Kopf den Gemeinden überlassen werde.
Abg. Fenchel (»• V.) kann «ich mit der Vorlage nicht befreunden. — Abg. Knoll ''Ztr.) fragt an, ob Rheinhesfchi beliefert iverden soll, die Brennholznot in Rheinhessen ist sehr groß. Abg. Lux begrüßt die Regierungsvorlage. Abg. Dorsch hat lebhafte Bedenken gegen vorgesehene Rationierung vom Standpunkt Gememteeinnahmen und der Durchführung
jetzt? Ja, ich Haie dir etwas zu sagen. Tritt ganz dicht heran zu mir. Hörst du, ganz dicht."
Wie unter einem gewaltsamen Zrvange tat Estrid, was ter Kranke forderte.
„Reich mir deine Sand," gebot er, und Estrid — sie konnte nicht anders, trotzdem ihr graute — streckte ihm die Sand entgegen.
Ta schlug er de zarte Frauenh.ind, die noch nie einen Schlag empsmcken, bohnlacheitd zurück, so datz Estrd mumclte und gefal.en wäre, wenn Sölvc sie nicht ausgefangen hätte.
„Du wagst cs wirklich, mir die Sand zu reichen, du, deren Schwüre Lüge waren?" schrie er EstrS an. „Du wagst es, mir unter die Augen zu kommen, dessen Le cn du vernichtet hast?
„Eines anderen Weib bist du, meine Kckisse auf den Livpen, geworden, und du füllst nicht die Scknnach, die du dir selbst und mir getan?"
„Regt Euch doch nicht so auf, Jngewart Ferks," bat Sölve eindringlich und legte ihre kleine, weiße Harrd beruhigend auf des Kranken Üifre Stirn. „Estrid glauvte, Ihr märet tot."
„Ach, das tut gut," senkte er auf, die schmale Mädchenhand sesthÄtend, und schonungslos fuhr er fort:
„Tot hat sie mich geglaubt, und beit Toten ist man nichts mehr schuldig, dem braucht man keine Treue zu halten, selbst roemt man tausendfach geschworen hat, timt bis übers Grab hinaus treu zu sein? Geht, Sölve W^rderben, Ihr seid ein Kind, diese da aber," er zeigte auf Estrid, „ist eine Mörderin?"
„Jawohl," bekräst gte er, als Estrid ausschrie und immer weiter von dem Lager zurückwich. „Sie hat nicht nur mein Leben vernichtet, sondern trägt auch Schuld, daß der „Schwarze Fuke", das ScktN, das ich durch alle Gefahren, durch Not und Tod wieder zur Heimat geführt, unterginj und elen-
Seegespenster.
Roman von Anny Wothe.
Amcrikaaisches Copyright 1918 by Aeny Wolbe-Mahn, Leipzig.
Datum: 5"/„Deut.Kriegsanl. 4°/„Deut.Neichsanl. 3U/ Deut.Re ch^anl. 4° 0 Preuß. Konsols Darmstädter Bank Deutsche Bank. . . Disconto- Gesellsch. Dresdener D >nk. . Nationalbank f. D. Mitteld.Cred ibank H.-Amerik-Paketf. NorddeutscherLloyd Boch. Gußstah wrü D.«Luxemb.Bergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oterschl. Eisend.» B. Oberschles.Eisenind. Phönix-Brgb.-Akt. Bad.Anilin.u.Soda Höchster Farbwerke Elekir. A. EG... Schuckert'Werke. . FeltenLGuiUeaume Daimler......
Bud.» Eisemo. »Akt. Adlerwerk« . . . .
Wettervoraussage
für Freitag:
Dunstig, meist trocken, Temperaturen um null Grad, Winde aus westlichen Richtungen.
Bandel.
Frankfurt a. M., 18. Dez. Börsen-' ftimmungsbild. Nach dem gestrigen börsenlosen Tage machte sich im heutigen Verkehr Zurückhaltung bemerkbar, die zum Teil auf inländische > Industrienktien beschränkt blieb. Montanaktien zeigten wenig einheitliche Preisgestaltung. Tie Ausführungen in der Oseneralv.wfammlung der Gelsenkirchener Bcigwerksgesell'chaft sch euen zu bc friedigen, denn diese Ntien wurden vorbörslich zwischen 314 und 316 gehand lk. Die offizielle Notiz stellte sich mit 3)4Vr wesentlich niedriger (gegen letzte Notiz 8> - Prozent höher). Bochumer waren zirka 8 Prozent, Deutsch-Luxemburger 1 Proz., Lothringer Hütte 2Vs Prozent anziehend. Elektrische Deutsch Uebersec verloren mit 630 321/o Prozent. Schantungbahn waren 20 Prozent niedriger. Sehr erregt war das Geschäft i-t Lombarden. Hier notierte der Kurs 22, minus 15 Proz., hiergegen wurde aber von den Per- käusern Protest erboten Tie weiteren Notierungen schwankten ztvi'chen 23 und 28. In JndustriepaPieren war keine sonderliche Belebung zu erkennen. Sichtliche Enttäuschung rief der Derlus'abschluß der Friedrich Kruvp A.-G herv»)r. Als fester an- zusü^wen sind Adler Kleyer (5 Prvz. höher): tes- glichen Höchster Farben. Badische Anilin waren 3 Pnoz. niedriger. Unter stärkeren Schwankungen verkehrten Kvlanialwerte. Svutb West waren 20 N"vz. niebm-r Ana^'lstr f'.inhen im An-^tetz Die Stimmung für kx:mische A: leilen war lehnip tet. Kriegsaitlcil)e unverändert. Prwatdistiont 4 Prozent.
diglich tu drüben am Riff zerschellte. Ihretwegen wollte ich dorr ankern — um iljr des Nachts nähe zu lent und sie durck den Anblick des „Schwarzen Falken" zu schrecken. Der Steuermann und ein. Matrose büßten dabei ihr Leden ein. Mitschuldig ist sie an ilyrem Tode. Ja, sie war die AnstistLrin zu diesem Mott», und sie soll es büßen."
„Ihr dürst nicht so hart sein, Jngewart Ferks," bat Sölve, „Estrid tagt selber schwer an ter Last."
„Ihr habt eine weiche, sanfte Stumm, Sölve Wedderlen, und Ihr könnt lieb bitten," murmelte der Fiebernde. Tann lachte er bitter auf:
„Seht nur, wie die Last sie nie'.erdrückt, seht nur, roc ihre stolzen Augen ausflammen."
„Nein, Sölve, kleine Sölve. da Hennt Ihr Schön-Est r d nicht. Sie ist eve Köiigin und mir sind die S.laven. Sie verschenkt ihre Gunst ttotz Treuschwur nach Gefallen und wir haben ihr dafür die Füße zu küssen. Dieses Mal ater ist sie an ben Unrechten gekommen und das wollte ich ihr sagen."
Sich an Estrid wendend, sprach er ernst:
„Tu hast mir drüben am Opfer stein in tret .Heide vor Golt gelobt, mir treu zu sein bis in den Tod. Bor dem Altar der Alten knieten wir damals, an gehe liiter Stätte. Tu hattest einen Kranz im Haar. Mit einem Kranz im Haar wolltest du mich erwarten, wenn ich wieder kam. Den Kranz nahm dir ein anderer aus den Locken, Schön- Estrid. Aber bu hast vergessen, daß der Mann, dem du Treue schwurst, sein Anrecht noch nickt aufgegeten hat und daß er nun sein Recht fordert, hörst du, fordert."
(Fortsetzung folgt.)
pel entfallen. Diese Zuteilungsmenge entspricht etwa zwei Raummeter je Haushalt. Die übrigen Brennholzformungen (Knüppelreisig, Reisig, Stocke» bleiben wegen ihrer geringen Beföroerungsmöglich' leit bei der Zuimiiung an die Gemeinden zunächst außer Betracht. Sie sollen vorzugsneise dem örtlichen Markt zugcführt werden. So»reit solar' Formungen nach der Berordnmig vom 10. Oktober 1919 bereits abgegeben worden sind, werden sic den Gemeinden nicht angerechnet. Änzurechnen ist dagegen Los-, Ortsbürger-, Armen- und Terech- tigungsholz, insoweit bei dieser Abgabe der Empfänger mindestens die genannte Menge in Scheitern oder Knüppln erhäit.
Bei der Bemessung der Abgabemenge an die Gemeinden sind außer Betracht zu lassen:
1. die Privatwaldbesitzer, tiv ihren Brennholz- bedarf aus eigenem Wald decken können:
2. die Besitzer von Sägewerken oder sonstigen holzverarbeitenden Gewerben, die ihren Brennholzbedarf aus dem Abfallholz decken können.
Die Verteilung des einer Gemeinde zugewiesenen Brennholzes an die Verbrancher erfolgt durch die Gemeinde. Dieser ist hiernach auch b-e 'Form der Verteilung (ob unmittelbar an _ die Verbraucher, oder durch Vermittlu.ig^von Händ- tetrO überlassen. Sie wird jedoch für eine gerechte und geordnete Verteilung Sorge zu tragen haben.
Um eine gleichmäßige Brennholzversorgnng der Bevölkerung herbeizusühren, kann die bisherige freihändige Brennholzabgabe an Beamte des Reichs, des Staates usw. nicht mehr vollzogen werden. Nur an die Staatsbehörden und an Staatsanstalten ist auch fernerhin Brennholz aus dem Domanialwald freihändig abutgebtn. Hierbei ist jedoch die Abgabe auf das Mindestmaß des Bedarfs zu beschränken. Alle übrigen Behörden sind mit Brennholz durch die Gemeinde zu versorgen, in welcher die Behörden ihren Sitz
fortgefahren.
?lbg. Eißnert (Soz.): Tie Vorlage benach- telligt di^ Landgemeinden nicht, da ja die vorge- seher«n Dol^zausschüsse auch den „sonstigen Gemeindebedarf" sestzu stellen ha'.en. Die Gemeinden haben kein Recht, besondere Eiimahmen aus dem Holzroucher zu ziehen. Der Holzl>andel muß bei der Verteilung ausgeschaltet werden.
Abg. Hahn (T. V.) weist darauf hin, daß Bayern, aus dem früher das waldarme Rheinhessen sein Holz bezog, die Ausfuhr gesperrt hat.
Abg. Hartmann (Soz.) gibt einzelne Ratschläge. Tie Bedürfnisse der Landwirte sind gewahrt.
Abg. Feldmann (Demi.) versteht den Widerspruch des Abg. Dorsch gegen die Rationierung nicht. (Abg. Torsch: Man Hann ja auch ten Wein rationierens In Rhünhessen besteht die Gefahr, daß die Obstbaume geschlagen werben.
Abg Hofmann (Ztr.) ivendet sich gegen die Wucherpreise.
Abg. Fenchel (H. V.): Wir treten für die Rechte der Losholzberechtigten ein, die durch die Ratio'.lierung verkürzt werden.
Abg. Torsch (H. B.): Unsere oberhessischen Naturschätze sollen zwangsrationiert werden zugunsten des reichen RlieinhessenS, den rlieinhessi- scheu Wein aber will man nicht rationieren.
Finanzminister Henrich: Die Versorgung des besetzten Gebietes mit Holz ist unsere ernsteste Sorge. Es ist das nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine eminent politisch-nationale Maßregel (Sehr richtig.) Das Losholz soll keineswegs verkürzt jverben. Nur sollen die Losholzberechtigten! nicht darüber hinaus auch noch rationiertes Holz erhalten. Auch werten die Bedürfnisse ter Landwirtschaft gewahrt werden. Die Gemrnnden sollen so wenig geschädigt werden wie ter Staatsfiskus. Bei den Holzpreisen werden selbstverständlich die Fällerlöhne einkalkuliert werten, aber von Wucherpreisen Dürfen sie nicht profitieren. Wir können die Verantwortung dafür, die Rationierung nicht vorzunehmen, nicht auf uns nehmen.
(Schluß ter Sitzung 1 Uhr.)
kommen mit dem Verbaute angestrebt werten, daß die Äenderung ter Angelegenheit bis zum Zusammentritt des Reichstages, ter für den 4. Fe- bruar vorgesehen ist, vertagt wird. Die Auter- u'artfeljimg der bct.essenden Bestimmung ist na- türlid) getreu unstreu übernommene« Verpflichtungen keinem Ziveisel unterworfen.
Unreaelmtttz-flk.ilcn bci der Werbetätigkeit für die Sparprämien-Aul.ibe?
Berlin, 17. Dez. (WTB.) Gegenüber ter Pressenachricht, daß bei der Werb tätig'., it für die Sparprämien-Anleite U n r e g c l m ä ß t g k e t- ten vorgekommen feien, wird von zuständiger Stelle erklärt, daß eine eingehmte Untersuchung stattfinde und daß das Ergebnis tefanntgege* ben wird.
Aus der prcutzisch-n Landcsvrrsammlunß.
Berlin, 17. Dez. (WTB.) In ter h.ntttgen Sitzung der preußischen Landesversammlung wurde ter Antrag der Mehrheitsparteien, tetr. Errichtung des d utschen Einheits-- st a a t e s mit 210 gegen 32 Stimmen ang nommen. Ferner genehmigte die Lantesversammlung den Staatshaushaltsetat für 1919 gegen die Stimmen der Deutsch-National n und Unab()äng^c:t und vertagte sich bann bis zum 21. Januar 1920.
Ans der hessischen Volkskammer.
Darmstadt, 17. Dez. (Wolff.) Die hessische Volkskammer nahm heute die Ne^gierungsvorlagek betreffend den Betrieb des Landesthea-- t e r » ait, nach dem ter Staat mit der Stadt Darmstadt ein Wkommen geschlossen hat und das Theater als Staatsbetrieb mir Wirkung ab 1. Juli 1919 aus gemeinschafllicher Rechnung roeiferrie’ülm wird, unter Ueternahme des rechnungsmäsiigen Fehlbetrags mit aus den Staat und mit '/z aus die Stadt. Das Abkommen gilt zunächst für drei Jahre. Ferner bewilligte die Kammer einen einmaligen Staatszuschuß von 250 000 Mk. für das Mainzer Stadttheater.
Angeste ltenstretk in Darmstodt.
rm. Darmstadt, 18. Dez. Tie kaufm äit- nischen Angestellten ter teesigen Großbetriebe und des Kleinhandels sind wegen Gehalts- disferen.;en heute in den A u s st a n d getreten.
Eine Note der Entente an Oesterreich.
Wien, 17. Dez. (WTB.) Der Oberste Ra. ließ teilte dem Staatskanzler R e nner eine Note überreichen, in ter mttgetcilt wird, daß angesichts gewisser Abtrennungsagitatioueu die Alliierten ter Ansicht sind, daß, wenn die trennenden Kräfte irgendwie zum Durchbruch gelangen sollten, eine solche Trennung das völlige Zerfallen des österreichischen Staates nach sich sieten und das Gleichgewicht Mitteleuropas stören würde.
Ehinesische Forderungen an Japan.
Rotterdam, 17. Dez. (WTB.) Teur „Nieuwe std>tterdamschen Eouram" zufolge weiter tte Exchinge Telegraph Eompany aus Tokio, daß China wegen der Zwischenfälle in F u t s ch a u an Japan die Forderungen stellte, den japanischen Konsul in Futfchau abzuterustn, sich wegen Der Ermordung chinesischer Studenten zu entschutdigen, ten Angel-örigen ter Toten und Verwundeten Schadenvergütung zu gewähren und die Täter zu bestrafen, ten japanischen Kaufleuten zu verbieten. Waffen zu tragen und auch den Oberkommissar in Futschau ^u bestrafen. Es besteht allerdings wenig Aussicht, daß Japan diesen Forterungen iuftim-- men wird.
IHv: Zähne schlugen hörbar aufeinander, als Sölvc f(e in die Kranlenstu?e zog.
Akke, die bei dem Kranken geweilt batte, schlich sich mit einem bösen Seitenblick auf ihre Herrin auS dem Zimmer.
D.r Kranke saß au'gcrichtet und starrte mit fieberhaften Augen hinaus aufs Meer. Ein breiter Verband lief quer über feige Stirn.
Er schien dm Ei ckritt ter testen Lchwestcrn gar nicht zu bemerken, sein Auge hing an ter Sonne, deren letzte Gluten über dem Watt verdämmerten. ,
„Hier ist Estrid, Jngewart #erte, begann Sölve sanft, während sich die junge Frau, entert von dem hohlen Antlitz und ten tiefliegenden Augen, fest an die Bettpsosten Hämmerte. „Estrid möchte mit Euch reden," sagte ©öfoe.
„Tas will ich nicht," sul)r Estnd aut, „du hast mich hstrhergeschleppt, Jngewart Fer.s und ich haten uns nichts zu sagen." ,
Langsam wandten sich die Augen des Kranken und Estrid schauerte unter dem Blick, mit dem er sie maß, furchtsam zu'ammen. .
„So," sagte er, „du kommst doch zu mir, dem Betrogenen, Verratenen. Was willst du hier?"
,Sölve sagte mir, du wolltest mich svrechcn.
Sölve'7" Der Kapitän besann sich einen Augenblick, dann flog ein lichter Schein durch seine Augen, als er Lrölve ansah.
Tas ist deine Keine L-chwester, ine mich öflegt ich weiß schon. Als ich sortging, tourte s.c gerade eingesegnet. Sie will mich tem Lev;n tx» holten. Was weiß ein solches Kind, rote schwer das Leben ist." „ « n *. k
Estrid packte eine entsetzliche Angst vor ter unheimlichen sttühe Jngewarts.
„Tas Kind hat dir also gesagt, daß ich dich I sprrcten will, Estrid Bonken — so heißt int wohl
verfassunggebende Volkskammer des Lreistaater Hessen.
46. Sitzung vom 16. Dezember.
Präsident Adelung eröffnet um 10V< Uhr die Sitzung.
Lie Au lsebung d'r Frch-rWst-Utr abgesth tk.
Zur Beratimg st?ht zunächst ein Eintrag W i d- jnann und Eißnert (Soz.) auf Aufhebung bei Radfahrerverorduung unb eine Vorstellung des Bundes deutscher Fahrradhändler auf Aufhebung ter Fahrradsteuer. Der Ausschuß beantragt die 2lblehnung tes Antrags und ter Vorstellung.
fffbg. Widmann begrüntet seinen Antrag: Das Fahrrad ist bei ten gegenwärtigen Verkehrs- verhälMissen ein notwendi'-.es Verlelwsmitttl ter arbeitenden Bevöllerung. Das Erträgnis teckt unserer Ansicht nach nicht die Erhebungskosten. Wenn nicht die ganze Verordnung fällt, so schlägt untere Frak irn wen gstens die Abschaffung ter Steuer vor
Minister tes Innern Tr. Fulda bi t't ten Antrag abzulehnen, wie ter Ausschuß einstimmig ihnen vorschlägt. Die sicherheitspolizeilick-cn Bestimmungen können nicht aufgehoben werten: ter lästige Nummernzwang wird ja beseitigt. Die Fahrrad steuer lieferte in Friedenszeiten ftn/'cnte Ertrage. Die .Kosten fallen mit ter Aufhebung tes Nummernzwangs größtenteilZ weg. Ter Z.'itpnnkt ter Aufhebung ist ter denkbar unge'ignetfte. Von einer Verkehrs steuer kann nicht die Rede sein, nack>- dem auch her Gsenbahnverkehr besteuert wird.
Abg. Tamm «Dem. 1 weist als Ausfchußbe- richterstafer auf ten einstimmigen Beschluß tes AuSschu s-s Kn.
95bg. Kiel (Unabh.) spricht für Aufhebung ter Steuer. Wenn man den Minister sprechen hörte, hätte man nicht geglaubt, einen Sozialisten, sondern einen Konservativen sprechen zu hören.
Abg. Eißnert (Soz.i: Hessen ist mit feiner Fahrvadsteuer eine rühmliche Ausnahme in Sie ist imfozial und macht nur Scherereien.
Abg. So herr (Ztr.) eckllärt namens seiner Fvak ion die dlblehnung tes Antrags Widmann.
Finanzminister Henrich: Man darf nicht jetzt vor ter Neuordnung tes ganzen Finanzwesens ein einzelnes Steuergesetz aurteben. Tas würde zu ten bedenklichsten Konsequenzen füteen.
Abg. Hartmann (Soz.) hat sich im: Ausschuß davon überzeugen lassen, daß der Zeitpunkt ter Aushebung völlig ungeeignet wäre.
?lbg. Wün ze r (D. V.) ctQärt die Zustimmung seiner Fra^ ion zu tem Auöschußantrag. Ter Minister tes Innern hat nicht als Konservativer gesprochen, sondern als ein Mann mit wirtschaftlichem Verantwortlickck'itsgcfüftl.
Abg. Brauer (H. V.) schleßck sich namens seiner Frack.ion ten Ausführungen tes Abg. Wünzer an. i
Abg. W idmann befürwortet seinen Antrag noch einmal. — Er wird jetech gegen die Stimmen der Sozialtem-otzraten abgeleimt.
Die Kommunalforftwarte.
Die Regierung hat eine Vorlage etngebr idtf, wonach die kommunalen Forstwarte eine nach ter Größe der ihnen unterst'llten Waldfläche abgestufte einmalige Beschafftlngsteihilfe von 100 bis 1000 Mk. und Kinderzulagen von 50 bis 200 Mk. erhalten sollen. Rühegehaltsenipfäiiaer erhalten 250 Mk., Witwen und Waisen 200 Mk. als Teu- erungsbcllnl'fe, mit der Maßgabe, daß die Teu- erungsteihilfe nicht ihre normalen Bezüge übersteigen dürfen. — Die Kosten sollen durch einen Aussckstag von 1 Mk. auf den Hektar und 2Prv- zent tes Roberttages ter Einnahmen aus den Gemeindewältern aufgebracht werben.
Ansschustberichterstatter Eißnert (Soz.): Der Ausschuß Mt die Regierungsvorlage dahin ab» geändert, daß die Befchasfungsbeihilfe nebst Kinter- zulage nicht die Höbe tes jährlichen Gehalts übersteigen dürfe. — Der Mnister ter Finanzen erklärt feine Zustimmung zu ten Abänderungen.
Die Abgg. Widmann (Soz.) und Knoll (Ztr.) weisen auf die unwürdige Bezahlung der Kommunalforstwarte hin und fordern die Gleichstellung mit ten staat.ichen Forstwarten.
Finanzminister Henrich sagt die Erfüllung dieser Wünsche bei tem demnächstigen neuen Forst- «setz zu. — Die Regierungsvorlage wird cin- stlmmig angenommen.
Rationierung des Brennholzes.
Nachdem die Regierung durch eine Verordnung vom 10. Oktober den öffentlichen Verkauf von Brennholz untersagt hatte, ist nunmehr eine Vorlage erschienen, um eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz sicher zu stellen. Zunächst hat sich die Zuweisung an die Gemernde mir auf das Brennterbholz (Brennscheiter und -Knüppel) zu beschränken, und zwar ist bet ter Zuweisung dieser Formungen nach tem Grundsatz zu verfahren, daß auf ten Kopf ter Bevölkerung durchschnittlich Vz Raummeter Brennsch'iter oder Knüp-
Büchertisch.
— Tas deutscheAuslandseigentum im Friedensvertrage. Wdruck der. einschlägigen Artikel tes Frictensvertrages mit Erläuterungen von Dr. Ernst Decke, RechtSamvalt. Verlag von Wilh. Gottl. Korn in Breslau. Preis 4 Mk. einschließlich Teuerungszuschlag.
Gelassen löste Bent Estrids Arme von seinem tilse. Weit trat er von ihr zurück und ferne ttmme Hang hart, als er zu ihr sprach:
„Wart Ihr es, Frau Estrrd, die er verfluchte?
Estrid lächelte Überiegen und strich sich das klonte Saargelvck leicht von der schmerzenten
„Wie könnt Ihr mir so übel scherzen, Bent Bonkcn. Der Mann ist mir , nur unheimlich und Peter lacht mich aus, wenn ich mich fürchte.
In demselben Alugenblick wurde die Tür aus- gerissen und Sölve stürmte in ten Ve.el.
„Er ist erwacht," riet sie mit glühenden Wangen. „Ganz Har scheint ihm zu Sinne." Und sich Estrid zuwcntend, fuhr sie fast feierlich fort:
„Jngewart Feris will dich sehen. Komm!" Estrid wich erblassend zurück.
„Was ficht ten Mann an? Ich habe nichts mit ihm zu schaffen."
„Toch," beharrte Sölve und faßte fest der Schwester Hand, indem sie ihr leise zuraunte:
„Treibe es nicht zum äußersten, ich stehe für nichts, wenn du mir nicht folgst."
Und mit sanfter Gelvalt zwang sie Estrid zur Tür
Kvpsschüttclnd sah Bent Bonken den beiten nach. *
Abeird- 1-Ul-r- Schluß- Anfangs- Kurs Kurs Kurs Kurs 17.12. 18.12. 17.12. 18.12.
77,50 -,- -,-
Teuerungszulagen der Reichs-- beamten.
Eine Kundgebung für dir Befreiung der Gesang ictL
Berlin, 17. Dez. >WTB.) Ter Volks- bundzumSchutzederdeutschenKriegs- lund Zivilgefangenen, die Reichsvereini^ guitq ehemaliger Kriegsgefangener und ter Bund teuticher Frauen zur Befreiung ter Gefangenen richteten an ten Präsidenten des Jnrernotionalew Roten Kreuzes in E^enf eine Kundgebung, in ter sie den Präsidenten bitten, für die Befreiung der Gefangenen roeitcr wirken zu wollen, die noch immer hinter Stacheldraht zurückgehalten werten. Für die Kriegsgefangenen und ihre Fa- milien wäre es die schöntde Weihnachtsgate, wenn ihnen die Kunde würde, daß das Ente ihrer Leiten gekommen wäre.
Dir Frage drr Auslieferung.
Berlin, 18. Dez. Die „Köln. Ztg." maltet: Was die Bestimmung ter deutschen Berfas- jung, Artikel 61, Absatz 2, betrifft, die eine Aus lieferung Deutscher vor fremde Gerichte ausschließt, soll, wie wir hören, ein Ab-


