Donnerstag, (7. Jim 1919
Gtetzrner Anzeiger (General-Anzeiger M Gderheffen)
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Sxnifc, bie für Sie und mich nur eine Qual ist. I Lehrer, ber Sie uns empfohlen, es meinem Mann ausgebe." auf bk Seele gebunden, über öic zü wachen, na
WwiMin ftonh in ibficm weifen Nackstattvand, kurz und gart, ich mache Ihnen folgenden Vor- umwogl ton ber GoldMll« ih-rer Shiü», rme em W«9: S« fefrn_f«f> na« eurer ar^erni
Fortsetzung 13.
'Nachdruck verboten.)
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Darm stabt, 16. Juli.
(33. Sitzung vom 16. Juli vormittags.)
Präsident Adelung macht Ernst mit der arv* r. cobtm Pünktlichkeit unb eröffnet 9.10 Uhr bte Lu-mg. Das Stand tritt sofort in die
Hinzclberatung des LandgefetzeS k Der Art. 1 hat im Ausschuß verschiedene Zu- erfahren. ES liegen einige redaktionelle
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Obern-ranz rat Hesse: Es werden nur ein- ire Artikel berührt werden, darunter auch
Abg. Köhler (D. B.) schließt sich dem Abg. eh an. Man kann kein Flickwerk vornehmen, wäre ein gesetzgeberisches Monstrum.
Abg. Widmann (Soz.) erklärt sich gegen Verschleppung, sonst holen sich die Leute das ww, das man ihnen vorenthält.
Öberfinanzrat Hesse erklärt, daß es sich um t Artikel handele, die die Entschädigung und die '.indeslgröße behanbeln. Die gan^e Organisation nicht berührt. Sie kann ruhig durchberaten n, darum kann Art. 2 zur Beratung gestellt
I bestimmte Erklärungen über bte Beschlüsse m Weimar abgeben kann. „,
Abg. Tinaeldey (D. B.): Es handelt sich um eine kurze Zurückstellung. Der Herr Finanz- Minister ist aus Weimar zurückgekehrt und kann doch bestimmte Erklärungen abgeben.
Abg. Urftabt (Dem.) und Abg. Dr. Pa-
tebramg roeitergebertber AnrMe dahin, zu bestimmen, daß die Landesgesetzgebung das Reckst hat, weiter gebende Bestimmungen zu erlassen, daß ater Grundbesitz über 100 Hektar nicht versteigert werden darf. Im weiteren wird beanstandet, daß die Enteignungsbestimmunyen uicfe mit ber Reichs Verfassung in Einklang ständen. Der Redner zeigt an verschiedenen Beispielen ber Rrichsgefetzgebuna, daß aurf) für bie Reichsgesetzgebung eine volle Entschädigung nicht in Betracht kommt. Es soll aber noch einmal im Ausschuß geprüft werden,
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wirb iirompt nommen.
Mb 225 — te Abg Dr. Dehliuger (H. B.) begründet « -an «wä von ihm eingebrachten Antrag auf Heran- IHK. 4UU.- Kichtng von Waldland zum Siedluugswerk zur Sc*7mmg des Bauernlandes.
LandeSforsttneister Weber bittet um Zurück- ifang des Art. 1 an den Ausschuß, weil die Be- Üsse in Weimar vielleicht eine Aenderung des etzes notwendig machen.
Abg. Reh (Dem.) erklärt, daß man dann r bie Beratung des gan-en Gesetzes zurück-
krit, die Ihren Neigungen mehr entspricht, um, mein Mann und mein Schwager können Ihnen dabei helfen, bis Sie aber einen Entschluß gejapt haben, bleiben Sie hier unter sicherem Schutz m unserer Familie. Mein Mann plant eine Reise in die Schweiz mit mir und den Kindern, da sollen Sie auch babei sein, daun fcnnrnt der Herbst, und wollen Sie txnrn gehen, so mag es in Gottes Namen geschehen, aber so aus dem „Platz", roi-e der Berliner sagt, das ist nichts. Hier meine Hand, Fräulein Ragna, schlagen Sie ein."
„Sie wollen also fort? Das ist ja recht schon und gut, aber wenn ich ein kleines Anrecht auf Ihr Vertrauen habe, dann möchte ich Sie doch fragen: Wohin? Was, frage ich, was soll aus Ihnen werden?"
Eine beiße Röte stieg in Ragnas Wangen. In den wenigen Worten dieser Bürgersfrau lag ihre ganze Charakteristik.
„Tas weiß ich nicht", gab Ragna leise zurück. Ein gutmütiges Lächeln flog über Frau There
ses Züge.
„Tas sagt ja wohl der „reine Tor" in irgend solchem Wagnersthen. Dühnemverk — den Namen weiß ich im Augenblick nicht. Na, das macht nichts, Fräulein Ragna Hören Sie mich aber mal «". Ich bin zwar nur recht hausbacken und einfach,, bitte machen Sie mir keine Kvnrplimrnte. ich wettz das alles ganz gut, aber soviel ist gewiß, daß Sie, wenn ich Sie fetzt ziehen lasse, zu Grunde gingen, ich weiß, was das sagen will, wenn runge Mädchen ganz auf sich selbst angewiesen sind Ich weiß auch, daß Sie nicht zu uns passen, baß ich zu beschränkt und zu einfach mit meinen spießbürgerlichen Ansichten für Sie bin, ich weiß aber auch, daN bie Therese Lorenzen doch so etwas, nxirn | auch nur ein bißchen Verständnis unb^Herz für I anbe
Ith®.Zeitig?
neue MU bis 20 Siu-r M „ 50 - ■ „ 100 '
Gregor W.L
Märcfenbild vor ber Frau Professor, und wenn diese auch sonst nicht so poetischen Einflüssen zugänglich war, dieses Mal übte doch bie Gefüllt unb die Sprache des jungen Mädchens einen eigenen Zauber aus bie rtfvlute Frau aus, und sie sagte, nicht ohne Bewegung in bri Stimme:
MW Hosen - Anhä fabrijleri prriswen
Ludwig Nol
Glfenbtlnidiniher Kravcur,
we Lleinslraile 59.
zurück verwieserr.
Die folgenden Arttkel 96 bis 104 werden angenommen. Bei Art. 104a wirb nach einem Vor- chlag bes Abg. Urftabt (Dem.) und mit Zustimmung der Regierung eingefügt: Wird bei Vollzug bes Gesetzes Land gegen fideikomnnssari|ch gebundenen Besitz eingetauscht, so tritt er in besten Rechtsverhältnis ein. — Artikel 105 bis 108 werden angenommen.
Bei Kapitel 109 beanftanbet Abg. Dorsch H. V.) die Heberftüriimg bes ganzen Gesetzes, wo- nirch man nun mit bem Reich in Konflikt ge> raten sei.
Oberfmanzrat Hesse hält den Zusatzanttag Knoll, toeId)CT das städtische Siedlungswesen m das Landgesetz hereinbringen will, an dieser Stelle nicht am Platz, da ein Reichswohnungsgesetz bereits in Aussicht steht, mit dem wir dann mit Verschulden in Konflikt geraten würden, wie letzt int Landgesetz ohne unser Verschulden.
Abg. Dr. Pag en stocher (Dem.): Der Abg. Dorsch hat sich zu früh gefreut über die Schwierigkeiten, die vom Reich dem Gesetze gemacht werden (Gerade bie unsachliche Agitation der Rechten ist an den jetzigen Schwierigkeiten, die in Weimar gemacht wurden, schuld. Er ist ebenfalls für Trennung ber Wohnungsfrage vom Landgesetz.
Abg. Schildbach (Soz.) weist auf bte bedenklichen Folgen hin, die ein Zustandekommen des Gesetzes mit den Einschränkungen in Weimar zur Folge haben würde. Die Bevölkerung würde zur Selbsthilfe greifen. Man darf doch Nicht gleich vor dem Reiche in die Knie -sinken.
„Tas Klügste"' werde ich doch nicht tun, gnä*
■4T Frau, ich möchte aber doch bitten, mir zu i uuu, •W**‘,-V,‘UT22 ''«(m
Lauben, daß ich die Stellung hier in Ihrem! andere Menschen hat. Außerdem hat Ihr aller
Ragna zog bewegt die Hand der gütigen Frau an ihre Lippen.
„Nicht doch", wehrte diese gerührt, „ist ja gar nicht nötig. Sie denken wohl, well ich oft hart zu Ihnen war und auch oft schall, dan> ich nicht weiß, wie Sie sich gemüht haben, .den Puch- den hier gerecht zu werden? Ja, das weiß ich alles, aber ich weiß auch, wie schwer es ist, und dann, wie gut Ihnen eine so strenge Schule tat. Wenn Sie im Sxrbft fort gehen, dann hoffe ich, stehen oxe so fest auf eigenen Füßen, daß Sie mem Gängelband, das Ihnen gewiß häßlich und unbequem war, nicht mehr brauchen. So, unb nun machen Sie mal ein vergnügtes Gesichtchen, und dann kommen Sie fd)leunigj’t herunter. Schwager arne ist auch schon unten, ich glaube, er bat taufend Pläne, die er mit Ihnen besprechen will.
Elligst verschwand die kleine Frau. Ragna aber sagte leise vor sich hin: „Nein, nicht er, ich selbst, ich selbst!"
abgelehnt.
Ter Art. 1 wird gegen die Stimme bes Abg. Kiel Redaktionelle Zusatzantrage Urftabt
unb Gen. tverben augntommen. bagegen verschiedene Anträge ber Abgg. Knoll (Zentr.), Fenchel (H. V.) unb Tr. Tehlinger mit knapper Stimmen» mehrhell abgelehnt.
Art. 2 wirb ohne Aussprache einstimmig angenommen.
Zn Art. 3 liegen Anträge Knoll (Zentr.) und Bornemcmn (Soz.) vor.
Abg. Knoll bittet, seinen Zusatz anzunch-- men, wonach ausdrücklich bie Vertretung der Minderheit des Parlaments in dem Vertrauensmännerbeirat festgelegt wird.
Abg. Tr. Pagenstecher (Dem.) Höll den Zusatz für überflüflig unb unzweckmäßig.
Art. 3 wirb in ber Fassung des Auslchuffes angenommen. Ter Antrag Bornemann unb ber Antrag Zriwll werden mit Stimmenmehrheit ab- gelehnt.
Art. 4 wird ohne Aussprache angenommen, ebenso Art. 4a, ebenso Art. 5, Art. 6 (in der Fassung des Ausschusses), ebenso Art. 7, Art. 8, Art. 9, ebenso Art. 10 (in bet Fassung des Ausschusses). Ein Zusatzantoag Boriiemann wird ab- gelehnt. Art. 11, Art. 12 werden angenommen.
Bei Art. 13 beantragt Abg Fenchel (H. Vp.) die Streichung, baß der ßanbamtmaim allein das Recht hat, eine Entschließung des Landes- ausschusses zu beanstanden. ,
Oberfinanzrat Hesse erklärt, daß es sich dabei um das Beanstandungsrecht baubrit Es verbleibe das Branstandungsrecht des aussülftenden Organs gegen das beschließende Organ, wie es auch sonst üblich ist, unb z. B. dem Kreisbrrektor gegen Beschlüsse des Kreistages zusteht.
Ter Art. 13 wird einstimmig angenommen, bet Antrag Fenckstl abgelebnt.
Art. U wird genehmigt mit bem Zusatz des Abg. Urftabt (Tem.). <
Art. 15, 16, 17, 18, 19 unb 20 werden genehmigt. _ ..
Bei Art. 21 hegt cm Zusatzantvag Knoll (Zentr.) und cm Antrag Tr. Oscmn (D. V.) vor.
Abg. Köhler (D. V.): Unser Antrag bezweckt, diejenigen, die Land zu gemeinnützigen Zwecken abgeben sollen, davor zu schützen, auch noch die Kosten zu tragen. Die .Kosten der Land- lieferet sollen bie Kreise imb Provinzen zahlen.
Abg. Knoll (Zentr.): Beide Telle sollen ihre
Kosten selber tragen. w
Oberfinanzrat Hesse spricht für ben Aus- toufcantrag. Auch Abg. Lnx (Soz.) spricht gleichfalls für den Vorschlag des Ausschusses. Abg. Dorsch (H. B.) spricht für die Ueberuaftme bet Kosten durch den Staat. Der Sanbticferer wird schon so wie so genügend geschädigt. Abg. Fenchel (H. B.) spricht gegen die Uebernahme ber Kosten durch die Gemeinden. Alle Anträge werden . abgelebnt, der Vorschlag des Ausschusses wird
blatt an die Rockschöße hängen wollte In Wellnoe hat der denroktatischc Abg. Böhme .ber Führer be> Deutschen Bauernbundes sich gegen das ML Landgesetz gewandt.
Abg. Dingeldev 12. V.): Die Rede de^ Abg. Dr Becker behandelte nicht Materie, iotn be.rn stellte nur die fetannte Tatsache fest, daß die Errcgmtg in RheinMfeii der rhrinischen Repulllik Borscknll) geleistet hat.
^lbg. Lux ^Soz.) bezweifelt, ob es Dem Abg Dorsch mit feinem Bdauern Ernst genügen wäre, wenn das Gesetz nicht zustande täme
Abg. Dorsch (H. Vp.): Un,er Wwerspttu', galt bem Gesetz ohne die Abänderungen. Ich freut mich, daß bie oberhessifckLN Versammlungen ihren Schatten bis noch Berlin werfen.
Finanzminisier Henrich erflärt,. ein Gesetz das ber Wobnungsnot steuert, ist bereits in Vorbereitung. Das Landgesetz ist ein reines Agrargesetz. Es wurde zu Widersprüchen führen, wenn wir dieselbe Materie in zwei Gesetzen niederlegen würden. ,
Abg. Dor sch (H. V.): Wtr haben Beute Scharben fveu.be geäußert, sondern beklagen bte Ueber- stürzung. Tas rfeimcheffischc Flugblatt, das Abg. Dr. Pagenstecher vorbrachte, ist uns in Oberhessen völlig unbekannt. Unsere Wartiungeii warert nicht lunberechtigt, Ivie jetzt bie Reichsregterung beweist, bte unseren Einwänden recht gab. Jetzt heißt es: ?buf bem Dache sitzt ein Greis.
Finanz-immster Henrich: Das Rerchsgesetz hätte uns nicht gehindert, sondern erst bie Agitation gegen unser Lanbgesetz hat in ber Nationalversammlung bebenllich gemacht.
Abg. Knoll (Ztr.- spricht gegen ^ee zusel- tojc Agitation von links imb rechts. Das Volk mutz wieder' zur Besinnung kommen Der Redner spricht für feinen Antrag, ber das Gelände in ber Unn- gefnrng ber Städte den BobenspeLllanten ent- reifen soll.
Abg. Urftabt (Dem.): Die Wohnun^Znot m den Städten ist vielleicht eine viel dringendere Sache als das Landgesetz. Ich habe Mich jedoch daß mit einer so kleinen .Handl^abe in dieser Sache nichts zu macfen ist. Art. 109 müßte durch eine Anzahl weiterer Bestimmungen erläutern werden, sonst könnte bte B-eftnmnung schädlich^ wirken
Art. 109 wirb zurückgestellt.
Bei Art. 110 kmmnt Abg. Dingelbeh (H. fö.j auf ben Konflikt zwischen Lanbe:-gesetzgrimiig> und Reichsgesetzgebung zurück. Unser Parteisreünb Dr. Becker hat lln Siedlnngsausschuß lediglich bie Rechtslage zur Sprache gebracht. Die Agitation gegen' bas Lanbgesetz hat dabei keinen Ausschlag gegeben. Es haben Abgeordnete aus ber Partei des Hrirn FinaNMinisters und aus ber Sozialdemokratie ans verschiedenen Gründen Bedenken gegen das hessische Gesetz erhoben.
Finanzmünister Henrich: Abg. Dingeldey ist über die Weimarer Verhandlungen offenbar genauer unterrichtet als ich, ber daran teilnahm. Der R.'dner weist noch einmal an Hand ber Dokumente nach, daß sich die hessische Regierung bei ber Reic^- regienmg vorher verläffigt l>at, ferner, daß die Agitation inr. Lande tatsäckstich für die Verhandlung im Ausschuß in Weimar sehr maßgebend war und daß dadurch beinahe das Landgeietz unmöglich gemacht wurde. _ „
9Ibg. Fenchel (H. V.) bedauert, daß ihm Abg. Dr. Pagenstecher ein ihm unbekanntes Flng-
anfleaiommen.
Att. 22—25 roerben angenommen.
Bei Att. 26 erheben die Älbg. Schröder (Zentr.) und Knoll (Zentr.) gegen den Zwang, die Bucher vorzulegeii, Bedenken. Der Att. 26 wirb auf Antrag Tr. Pagensteck^rs zu gemeinsamer Beratung mit Att. 61 zurückgestellt.
Artikel 27 bis 39 werden ohne Debatte angenommen.
9Zacf,' der Pause beantragt Abg. Urftabt bie Zurückverweisung Der Kapitel III, IV imb V des Landsier-lungrmsttzes an ben Ausschuß. Kapitel III (Att. 40—50) umfaßt bte Vcrsügungsbeschpaw' kung, Kavilel IV (Att. 51—53) das Vorkaufs reckst und Kapllel V (Att. 54—95) Enteignungsrecht.
Fingnzminister Henrich unterstützt den Au-
Die «ommunalwahlen.
ba Albach, 16. Juli. Berber Beige»rd> netenwerihl 'imrrbe das Gemrinderatsmrtgliöd Landwitt Karl Phckipp Brück mit 82 Stimmen g>. wählt. Der Gegenkandidat Karl Wehrmn er- Ijielt 75 "Stimmen, Elisabeths Wehrum ehre Stimme. Wahlberechtigt waren 204 Persmien.
** Ettingshausen, 16. Juli. Bei bei Beigeor bnetenwahl würbe ber bisherige Beigeordnete Opper einstimmig wiedergewählt. Es ist dies ein Zeugnis für bas Vertrauen, das tr genießt. Tie Juaenb brachte ihm nach dec Wal?! ein Ständchen mit anschließender Tanzbelnstigung.
E. Laubach, 16. Juli. Bei ber Bei geordnetenwahl wurde der bisherige Beb geordnete, Kaufmann Hermann Diehl, mit 230 Stimmen wtedergewählt; stimmberechtigt waren 1140 Wähler. Gewählt haben nur 230 Wähler, dies sind etwa 22 Prozent der Wahlberechtigten Ta nur ein Kandidat zur Wahl auf gestellt war, so war bie geringe Beteiligung verständlich, zumal bie Frauen imb Mädchen verhielten sich meist passiv. Tie Wahl verlief ohne Agitation, ruhig unb würdevoll.
= Lich, 16. Juli. Ein hiesiger 2SWer scheint besonders bibelkundig zu sein. Bei ber Bürgermeisterwahl gab er einen Stimmzettel mit dem Vermerk „Maleachi 4,2" ab, bei der Bei" gcordneteTUvahl hielt er es für nötig, aus eine Stelle in ben wenig bekannten Apokryphen hinzu- weisen, auf „Jesus Sirach 13,23."
y. Lind heim , 12. Juli. Im Gegensatz zur hiesigen Vürgermeisterwahl, bei der nach hartem Wahlkampfe Landwirt König gewählt wurde, verlief die Beigeordnetenwahl in unserem Orte in schönster Eintracht. Bei ftarfer Wahlbeteiligung wurde Lehrer ©teber einstimmig zum Beigeordneten gewählt.
Londorf, 16. Juli. Bei ber Wahl eines Bürgermeisters wurde unser bisheriges Ober - Haupt, Bürgermeister Aumann, mit über 30C Stimmen einstimmig wtedergewählt. Dec Gelang verein Frohsinn, dessen langjähriger Vorsitzender Aumann ist, brachte ihm abends unter Anteilnahme der gesamten Einwohnerschaft ein Ständchen.
P. Nieder-Bes singen, 13. Juli. Bick ber Beigeordnetenwahl itnirbe der Landwitt Kon rav Klös mit 83 Stimmen gewählt; 2 Stimm zettel lauteten auf Susanne Steuernagel. Es ist dies die Frau des zum Bürgermeister Gewählten.
Tr. v. H e l m o l t, ber früh-ft für die Fideikommisse eintrat, ber Hwlptegllalvr gegen ba-? Lanbgesetz ist. Sie persönlich haben die Agstatwu in Rheinhessen nicht gemacht, aber Ihre Freunde, Herr Abg. Tarsck^ D« Beunruhigung wurde erst in bie Landbcdvlkerung hinellrgetvagrn durch Miß dentung des Gesetzes.
Finanzminister Henrich bedauett, dvtz du Zell so totgefdjlagen werden muß. Im übrigen beftreitet .ber Pebner bte Richri-chell ber Darsltt timg des Abg. Tr. Becker in Weimar über die Vorgänge in Hessen.
Abg. Fenchel (H. Vp.): .Sümtlrche Vai teicn in der zweiten Ständekanrmec, auch ber Abg v. Helmvlt, haben nn November v I. einen Antrag auf Auffiebung ber Fideikommisse rinyebrocht
Abg. Dorsch (H. ,Bp.> bleibt in ber stürmischen Heiterkeit des Hauses auf der Tribüne nnverständlich. Er verteidigt ben Bund ber Larrd mitte. Weil mir nicht in allem mll dem Bunde einig .gehen, haben wir bat neuen Bauernbund gegdbübet.1
Abg. Tr. Dehlinger (H. Bp0: Mr haben das Recht zur Agitation. Jawrihl! (Lebhafte .Helleickell.) __
Artikel 110 bis 114 angenommen. Der Schluß wird bis zur Erledigung des ganzen Gesetzes zurückgestcllt. Sck)luß der Sitzung IV- Uhr.
Nächste Sitzung Nachmittags 4 Uhr.
(Fortsetzung im 1. Blatt.)
Watttt ihr Knospen am Zweige, Bis es Zeit ist zu blüh'n Junge Liebe, du sch-vrige, Bis es Zell ist zu glüh'n!
Doch sie küssen unb kosen — Und in selbiger Nacht Brechen alle die Rosen
Auf in duftiger Pracht. August SeAer.
Nach Sanierbruraten, Grindellvald, Murveu einsteigen meine HerrsckM'ten, einftrigen," rief ein bärtiger Schaffner auf dem Bahnhof zu Interlaken mit lauter Stimme und sah etwas besorgt einer sich eiligst l>eranwälzenden Dten-chenkaoal- kade entgegen, oie dem Zuge noch eiligst ydftrM'.
„Alles besetzt, meine Herrschaften," rief er achselzuckend auf die Frage nach einem leeren Ku per. „Steigen Sie nur ein, wo Platz ist, sonst bleiben Sie ganz sitzen."
„Grobian," sagte bte kleine energische Tarne, die mit hochrotem Gesicht und flatternden Hut bändern die ernzelnen Waggons mit Kennerblicken inspizierte. „Herr du meines Lebens," fuhr sie fort, „wir müssen uns wirklich fr ernten. Geerv, nimm Peter, Gunhild unb Dagmar, thr bleibt bei dem Papa. Male mit den Zlmllingen hierbe, zu uns."
„Dtt is ooch nich so leichte," sagte Male h.i. stieß mit ihrem großen Pastrt Schirmen, Tas:^< und Mänteln energisch ein halbes Dützeno Mm scheu beiseite, ,^vie soll man beim mll all b.’< olle Zeig in ben Affenkasten rin kommen. Mem Jott, was is bet Reisen doch vor nr grmlrche olle Sache." r .
Ragna, bie alles Aufsehen haßte, httre jdpr. bie Zwillinge trotz ihres Widettfrebenü au, dt> Trittbretter gehoben und reichte letzt der Frau I Professor die Lmnd zum Ernstergem
(Fottsetzung folgt)
tag hinrin geschlafen."
.Haben Sie unangenehme Nachrickften von ^cus gnhabt?" fragte Fvau Therese teilnehmend das blricbe, überwachte Gesicht des jungen Mabeus blickend.
„Nein, eigentlich nicht", sagte Ragna jägernb. tKeine einzige Schwester hat sich mit einem ent» patten Vetter verlobt —"
„Tas ist s^hr, sehr geschell," rief Frau Therese, ibe nd) für Verlobungen besonders interesftette. lIdädchen, die inchts haben, sollen immer herrotm, bt£ ist bas Gesckieiteste. Das sollten Sie auch tun, H'äulcin Ragna." Und die abwehrende, , stolze l^rrbb.-rocmm-j des jungen Mcchchens ignoneraib, j'abi sie sott:
j „Na, freilich, schwer istis ja, berat so recht will Itiner ran, wenn es sich um vermögenslose Müd- handelt, aber schließlich ist es immer noch Klügste."
Ragna bekämpfte siegreich eine, jäh in ihrem pnttrn auf labe mix Heftigkeit, bie sie so oft Frau p^rcefe gegenüber raederzwingen mußte, und sagte | tut kühler, äußerer Ruhe:
Jetzt wipa.
,Zch bitte tausendmal um Verzeihung, gnätnae
—7. • crmi," sagte Ragna, ersckireckt nach ber Uhr sehend, Koalier tic auf neun Uhr zeigte, „es ist wirklich unVermit» Livrtlich von mir, aber ich fand in dieser Nacht zrerel^ . tmig Ruhe und da habe ich nun bis m den Hellen
^'AiMagna Svendburg
t' j Roman von Anny Wothe.
ni> ?iottseNuna 1!
etberung^anträge ,6or.
Landes forst meister Weber macht vor Ern- ■iit m bte Einzetberatung über Att. 1 einige allge- inne sachliche Aeußerungen über den Zweck bes Petzes, bie eigentlich in bieatlgemrine Aussprache tiAct hätten, die er aber dort nicht gemacht l>abe, ,stch die Generaldebatte in ganz allgemeinen Aus- jpMÜxrsetzungen bewegt habe. Der urieg hat ben Hange! an Nahrungsmitteln und damit die Land- »< hervoraerufen. Es ist zu erwarten, daß sie wie- er mll em normales Maß zurückg-chen werde, faon vor ben Kriege war nickst alles in Kirnung, was bte verschiedenen Anträge aus tnt Hrarse beweise,. Die Derhältirisse liegen iuht im ganzen Reiche gleich In Rhrin- rsen ist Me Landvetteilung eine günstige, dcs- Oib ist bart auch gar kerne Aenderung beabsichtigt, »echa'lb bie Agtlation in Nheinl-essen unangebracht icr. Anders ist es in Oberhessen imb im Odenwald. In der Wetterau hat bie Gemeinde A fle Wiesen, die Gemeinde B Hai keine Wiesen, i DCTiXK-igert ber Gemeinde B alle Pachtungen. Etc Gemeinde B will jur Gewalt schreiven und i<l: Heugras holen, wenn der Staat nicht rin- (fn-ertet. In etnrm anderen Fall mich in brr ßtlrrau haben 600 Einwohner 600 Morgen unb M) Morgen gehören zu einem großen Gut. Du ßrdner suhtt noch weitere Fälle an. Es müssen it Wittschaftsbedürftnsse ber einzelnen Witt- tiaften untersucht werden In einem Ott des Bcöcren OderavaldeS pachten die Großbauum Sutelanb ben Morgen zu 20 Mk. und verpachten tzv! abgelegenen Aecker den Arbeitern zu 200 Mk. len DLorgrn, das ist auch Bodenwucher. Eigentum ib-r Pacht spielt z. Zt. gar feine solche Rolle. Ti? ise haben heute eine so unnatürliche Höhe, wtt erst das Eintreten gesunder Verhält- jft in ben Bodenpreisen abnxrrten müssen, ehe ir an Landvettäuse denken können. Neuland hi« nicht durch Austeilung des Großgrundbesitzes, iorbem nur durch Waldrodung gewonnen werden.
würde bedauern, wenn uns bas Reich ver- soltte, Güler ratter 100 Hektar anzutasten, fe würde das Gesetz unwirksam werben. Ich hoffe, daß die Beschlüsse, die gestern in Weimar »laßt würben, es uns ermöglichen, bas Land- aufrecht zu erhalten. Sonst wird das ganze HOU PIMpfo* iediungswesen für Hessen gegenstandslos.
Hüll üliljbUOIL1 ZFw Knoll (Str.) bittet, seinen Antrag ■ I airnmehmen, daß im Gesetz ausdrücklich ausge-
H P^FPfl^tiocbert wirb, daß auch die Staatsdomänen zum Hvl I VII LiedlungSwerk heran gezogen werden sollen, ferner soll ausgesprochen werden, daß Land nicht nur in Ktvrttrttt »acht' chndern auch als Eigentum übertragen erklärt, daß er gegen nU9 ganze Lanbgesetz stimmen werde, weil er kon-
. (I stoffeah fe »■ ieaurnter Anhänger von Marr ist, unb weil, wie Urne. ber Finanzmiilister selbst erktätt bat, für einen
k \\tn\Wi\eUe, 1 if tmifccruentcn Anhänger von Marx das Geietz im- fl Preislagen von a.titcbmbar ist.
genfte eftet (Dem.) sind für Weite-cferattmg.
Landes forstmeister Weber hält die Zurück- iveifung b<4 Act. 1 nickst für notwendig, sondern fUF Ter Anfragb^s Präsidenten Adeln ng, dem wie JuciF bie bttrefferchen Kapllä in Ueberein Wunsche der Regierung auf Zurückverweisung des strmmung mit ber Rnchsgesetzgebung stehen. Att. 1 nachzukommen, wird mit Stimmenmehrheit J Kapitel 40 bis 95 werden an ben Ausschuß
trag auf ZurückPerwcttung ber befr. Kupttel an den Ausschuß. Er berichttte über bie Verhandlungen in Weimar, denen er beigewohnt habe. Er stellte fest, daß das Reichsgesetz ber Landes- gefffrgebung völlig freie Hand lasse, was bie Regier ungSvettreter in Weimar bestätigten. Von verschiedenen Seiten des Sieblungsausschufses aber bestand ber Wunsch, an Hand des hessischen Lanb- (Zfr.): Ich bin für Zurück- gcst-tzes ber Landesgesetzgebung Bejchrantilngen L8es, bis uns die Regierung aufzuerlegen. Ter Ausschuß crnrgte sich nach) Ab-
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