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Dienstag, 17. Mi 1919

(69. Jahrgang

Erstes Blatt

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GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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?«!«» nr. <53

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2iuiiat|mc von Lungen s. die Taaesnmniner dls 5um Nachmitlag vorher ohnejedeBcrl)ind'.ichke,t> Preis für 1 mm höhe iuv Antigen v.34mmBreite örtlich 15 Pf., auswärts 18 Vl., für Reklame- an zeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschrisl20°/Aufschlag. Hauvtschri'tleirer: Ang. Goeh. Berantwortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v- -Leck; fämtiid) in Greßen

Die Antwortnote der Entente.

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folgedessen erwarten sie binnen fünf Tagen von dee deutschen Delegation die Erklärung, baß sie bereit ist, den Vertrag, so wie er heute iit, zu unter­zeichnen. Erfolgt diese Erklärung, so wird die io- fertige Unterzeichnungg des Friedens in Versailles lferbeigesührt werden, andernfalls bedeutet die gegenwärtige Mitteilung die Aufkündigung des Daffenstillnandcs, und die Mächte trerben die Maünahwen ergreifen, die sie für notwendig hal­ten, um ihre Bedingungen aufzuerlegen.

Berliner Pressestimmen.

Merlin, 17. Juni. Zur Antwort der Alliierten sagt von den heute erschienenen! ^ranz wenigen Blättern dieG cr inani a", die Abänderungen des Vertrages stellten sich etwas lgünstiger dar, als die Meldungen von Havas er- lvarten liehen, aber sie bleiben doch sehr tveit hin­ter den Erwartungen zurück. In einer in ihrer Kürze saft unmöglichen Frist soll die deutsche Natio­nalversammlung und die deutsche Negierung sich ßchlüssig werden, und zwar über Bedingungen von chlcwr TragNwite und Härte. Aber man wiro in Weimar und Berlin auch alle Möglichkeiten in Er­wägung ziehen, die frei einer Verweigerung der Unterschrift eintreten werden. Noch gilt immer in jlolck-en Fällen der Satz, daß zwischen zwei Nebeln das geringste zu wählen ist. Auch ift in Betracht zu ziehen, daß die Zukunft ganz sicher nicht so aus- felxn wird, wie sie auf dem Papier steht.

DerV o r w ä r t s" führt aus, daß es eine Tatsache von entscheidender Bedeutung bleibe, das; der Parteitag nahezu einmütig die bisterige aus- nuartige Politik der Partei gebilligt habe. Nöch einmal sei in schärfster Form der uns von der Entente zugedachte Gewaltfrieden Lurückgewiesen. lieber die Taktik, die im ferneren Kampf um einen -gerechten Frieden anznwendeu sei, l)abe sich der Parteitag wohlweislich nicht ausgesprochen. Sie zu ^bestimmen, werde die Sache des Kabinetts und bet drationalversammlung sein. Sollten jedoch die Sozialdemokraten in der Regierung zur Ueberzeu- flur.g kommen, daß auch der abgeänderte Friedens- Vertrag der Entente l nicht unterzeichnet werden könne, so werden sie durch den Beschluß des Partei­tages gedeckt fein.

N^stioerbs. . ®. 416 - '.Wien Untct.

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beschränkte sich mich nicht auf die Tatsache allein, den Krieg gewollt und entfesselt zu haben. Deutsche land ist ebenfalls verantwortlich für die grau­same, unmenschliche Art, in der er ge­führt wurde. Obwohl Deutschland selbst einer der Garanten Belgiens war, haben seine Regie- rimgcir die Neutralitäft eines durckMus friedlichen Volkes verletzt, nachdem sie feierlichst vcrsprvck^n batten, sie zu respektieren. Nicht zufrieden damit haben sie ungescheut eine Reihe von Hinrickchungen^ und Einäscherungen vorgeniommen in der Absicht, die Bevölkerung zu terrorifieren und sie durch die Schrecklichkeit ihrer Handlungen gefügig zu machbn. Die Deutsckten gebrauchten als erste giftige Gase trotz der entsetzlicher Leiden, die sie Ver- ursackiten. Sie haben mit den Beichießun ge n durchFlug zeuge und wckittragendeKa- nonen auf'Städte begonnen, ohne militärisck-c Gründe, einzig in der Absicht, die Moral ihrer Gegner ^u schwächen, indem sie Frauen und Kinder trafen.

Steinwvrse auf die deutschen Delegierten.

Versailles, 16. iJuni. Auf der Fahrt vom Hiotel des Reservoirs in Versailles zum Bahn- hvf von Noissy le Roi, von wo der Sonderzug mit der deutschen Friedensdelegation nach Wei­mar abfuhr, ivurden aus der Menschenmenge her­aus nach . einzelne n Automobilen Steine geworfen. Es wurden infolgedessen mehr oder weniger leicht verletzt das Mitglich der Delegation Tr. Melchior, Oberstleutnant von Lylander, Assessor Dr. Meyer und Frau Dorn- bfitt, die an der Seite des Reichspostministers Giesbcrts saß. Die Kundgebungen der Menschen­menge dauerten den ganzen Abend fort und ver­stärken sich Mm stärksten Johlen, Rufen and Schreien, als sich die Mitglieder auf der Straße zwischen dem Hotel des Reservoirs und dem Hotel Noisse und Batel zeigten.

Einzelheiten aus der Antwort.

Versailles, 17. Juni. (WTB.) Die Ant­wort der alliierten und assoziierten Mächte erklärt, der von ihnen vorgeschlageire Friede sei von Grund auf fein Gerecht! gVeitsfrie deturch entspreche den von beiden Teilen für den Waffenstillstand an- gercornnwen Grundsätzen. Im einzelnen besagt die Antwort, daß, an der Oft grenze überall, wo der Dokkswille zweifelhaft sei, DoMabstimmungen vorgesehen werden. Danzig werde als freie Stadt von Deutschlandgelöft, um Polen freien Zugang gurrt Meere zu geben, aber nicht Be­standteil Polens. Ob Oberschlesien deutsch bleibe bter polnisch werde, soll durch Bo l k.s ab- ft i m m u n g entschieden "werden. Die polrttschen Bestimmungen des FriLdenSentwurfes über das Saargebiet Weiten unverändert. Die Abtre­tungen deutsckier Gebiete an Dänemark und Belgien'sollen nur Ergebnisse freier Abstim­mungen der Einwohner fein. Andere Aenderungen des Friedensvertrages sollen nicht stattftnden. Deutschland also auchfdie Kolonien mW zurück- erhalten. , x

Am Schlüsse heißt eS: Di^sc Note und die beigesügte Denkschrift bedeuten die letzten Worte der alliierten und assoziierten Mächte. Sie beharren bet den Ofntnblütten des Vertrages, haben aber behütende Zugeständnisse in der Anweudsmo aewaurt. Iw-

sie den Geist ihrer Untertanen mit allön ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu der Lehre be­kehrt, daß in den internationalen Angelegenheiten die Gewalt das Recht sei. Sie haben nie aufgehört, die Rüstungen Deutschlands zu Wasser und zu Lande zu entfalten und die lügenhafte Behauptung zu verbreiten, eine solche Politik sei notwendig, weil die Nachbarn Deutschlands auf seine Macht und sein Gedeihen eifersüch­

tig seien. Sie haben versucht, Feind­schaft und Argwohn statt Freundschaft

zwischen den Nationen zu säen. Sie haben ein ganzes Spionagesystem und ein Netz von Intrigen, eingerichtet, die ihnen erlaubten, Um­trieb und innere Revolten und sogar gebetmc An­griffsvorbereitungen auf dem Gebiete ihrer Nach>- barii einzuleiten, um sie in gelegenen Momenten mit nm so größerer Gewißheit und Leich'igkeit zu überwältigen. Durch diese Drohungen mit Gewalt hielten sie gan^ Europa in einem Zustand von Er­regung unb als sie feststellten, daß ihre Nachbarn entschlossen waren, ihren anmaßenden Absichten zu widerstehen, beschlossen sie, ihre Borlxurfchaft mit Gewalt zu begründen. Sobald ihre Vorberei­tungen doll ständig waren, ermutigten sie einen unterjochten Verbündeten, binnen 4 8 S t u n - den Serbien den Krieg zu erklären. Von diesem Krieg, dessen Einsatz die Kontrolle auf dem Balkan nur, wußten sie genau, daß er nicht lokalisiert werden tonnte und daß er einen allge­meinen Krieg entfesseln würde. Um für diesen Krieg doppelte Sülzerhttt hu haben, entzogen sie sich allen Bersöhnungsversuchen, bis es zu spat und der.Weltkrieg unvermeidbar war, den sie einge­fädelt hatten und für den unter allen Nationen! einzig Deutschland vollständig ausgerüstet und vvr- bemtet war. Die Verantwortlichkeit Deutschlands

sei. Deutschland habe seinen willfährigen Verbün­deten ermutigt, Serbien den .Krieg zu erklären Der Brief zählt dann die deutschen Verbrechen auf tinib sagt: Deutschland muß es auf sich nehmen, Wiedergutmachungen zu leisten. Der Vries führt weiter aus: Die alliierten und assoziierten Mächte haben für die Wiederaufrichtung eines polnischen Staates mit einem sichnen Zu­gang zum Meere Vorsorge getroffen. Das Regime betreff des Saargebiets wird für fünfzehn Jahre ausrechterhalten. Dre Alliierten sind über» foeugt davon, daß die Eingeborenen der deut­schen Kolonien einer Rückkehr unter deutsche Herrschaft durchaus abgeneigt sind. Der Dries fügt hinzu: Wenn die Deutschn beweisen, dkiß sie beabfWigien, die FrijcdensbtÄingllurglrn Vrt erfüllen, so nürd es zu einem früheren Zeitpunkt

lnöichich sein, den Völkerbund durch die Zu- ' Innung Deutschlands zu vervollständigen. Betreffs der deutschen Beschrüdigung gegen die Blockade heißt es: Die Blockade ist zu jeder Zeit eine gesetzlich anerkannte Methode der Krieg­führung gewesen.

Die Antwort der Alliierten aus die deutschen Bemerkungen legt dar, in dem deutschen Memo­randum sei nichts enthalten, was die Ueter- flcugimg der Alliierten erschüttert hätte, daß die unmittelbare Ursache des Krieges die w o h l ü b e r- legte Entschließung der verantwortlichen Personen getvesen sei, die Lösung der europäischen Frage gewaltsam herbeizuführen, wenn notig durch einen Krieg. Die Alliierten halten dafür, daß die Bestrafung derjenigen, die hauptsächlich da­für verantwortt.ch seien, eine Forderung der Ge­rechtigkeit sei. Es wird Deutschland gestattet wer­den, fein Heer allmählicher zu verringern, als naher bestimmt worden war. Die deutschen Vor- chlägc bezüglich der Flotte können nicht in Ertoägung gezogen werden. Was die Wiedergut­machung betrifft, so kann Deutschland eine P a u - ch a l s u m m e für die Regelung der Gesamtheit oder eines Teiles seiner Verbindlrchkerten anbieten.

Die Ueberreichunv.

Versailles, 16. Juni. Heute nachmittag 6 Uhr 45 Min. sand im Hotel des Reservoirs die Ueoerreichung der Antwort der allüer- ten und assoziierten Machte auf die deittstpen Gegenvorschläge statt. Ter Generalsekretär der Friedenskommifsion Dutafta in Begleitung des Botschastsattachees d'Arnavos überreichte dem Ministerialdirektor Simon Suhl, Legationsrat Frhrn. v. Lesner die Dokumente, nämlich erstens den Begleitbrief, zweitens die Antwort der alliierten und assoziierten Mächte, in dem. die Abändernngen mit roter Tinte ein» gefügt sind. Generalsekretär Dutafta erttärte, er überreiche hiermit die endgültigen Bedingungen der alliierten und assoziierten Mächte. Die deutsche Delegation soll in einer Frift von 5 Tagen vom Zcitpuntt der Ueberreichung an gerechnet er­klären, ob sie gewillt sei, den Friedensvertrag zu unterzeichnen ober nicht. Ministerialdirektor Simon erwiderte im Namen der deutschen Friedensdelega­tion und der deutschen Regierung in Weimar, die Frist von fünf Tagen sei zu kurz bemessen. Im Auftrage des ReickisMinisters des Auswärtigen Grasen Brockdorfs erflärte er, die deutsche Regierung und die dentiche Friedens­delegation behielten es sich vor, eine Verlänge­rung der Frist zu verlangen. Tutasta entgegnete, er roerde den alliierten und assoziierten Regierungen von dieser Erllärung Kenntnis geben. Die Ueberrcichungszeremonie dauerte int ganzen sieben Minuten. Kurz vor neun Uhr kam Dutafta nochmals nach Versailles und , teilte dem Ministerialdirektor Simon mit, die alliierten und assoziierten Regierungen hätten sich bereit erklärt, die Frist um 48 Stunden zu ver­längern. Im Namen der deutschen Friedens­delegation erflärte Ministerialdirektor Simon, die Frist einzultalten, jedoch werde erst die deutsche Regierimg in der Lage sein, einen endgültigert Entschluß zu fassen, und sie werde den alliierten und assoziierten Regierungen mitteilen, ob die Frist von sieben Tagen einge'halten werden könne.

Lin AnAagebries.

Paris, 16. Juni. (Havas.) In dem Be­gleitbrief zu der Note der Alliierten auf die de u t s chen Gegen v o r schl ä ge wird Zuerst feftgestellt, daß die alliierten und assoziierten Mächte die von der deutschen Delegation über die Friedensbedingungen gemachten Bemerkungen der ernsthaftesten Erwägung unterzogen haben. Der deutsche Vorschlag prVtestieve gegen den Friedens­vertrag vor allem, weil er in Widerspruch stehe mit den Bedingungcn, unter denen der Waffenstill­stand abgeschlossen wurde. Ter Protest der deutschen Delegation beweise, daß sie die Lage verkenne, in der sich Deutschland Mute befinde. Die deutsch Delegation scheine die Auffassung zu haben, daß Deutschland nur Opfer zu bringen bäte, um den Frieden zu erhalten, als ob dieser Friede einfach der Abschluß eines Kampfes wäre, der um Gewinn an &mb und Macht geführt wurde. Darum hielten es die alliierten und assoziierten Regierungen für «notwendig, ihre Antwort mit einer genauen Darlegung des Krieges, wie sie ihn teur» teilen, zu beginnen. Dieses Urteil sei zuÄeich tmSienige der Gesamtheit der zivilisierten Welt. Nach ter Ansicht ter alliierten und assoziierten Ni achte ist ter Krieg, der im Jahre 1914 ausbrach, : das größte Verbrechen gegen die.Hu- l manität und gegen die Freiheit der Völker, das ic mit Vorbedacht von einer Nation, die s i ch für zivilisiert . hält, begangen wurde. Während vieler ; Zähre Verwellactzen die deutschen ReglLrunAkN

(Eine deutsch-österreichische Note.

St. Germain, 16. Juni. (WTB.) Staatskanzler Renner übersandte nach einer Meldung hes Wiener Korr.-Bureaus im Namen der deutsch-österreichischen Frie­densdelegation der Friedenskonferenz eine Note, wodurch eine von der Mordnung der deutschen Sudetenländer ausgearbeitete Denkschrift vorgelegt wird. Eine von den Vertretern der deutschen Gebiete Böhmens und Mährisch-Schlesiens an den Kon­greß gerichtete Denkschrift tut das Unrecht dar, das durch die vorgeschlaaenen Friedens­bedingungen dreieinhalb Millionen Deutsck>- Oesterreicher droht. Die Begleituote setzt aus­einander, wie schwer das Unrecht ift, das die Entente an den Deutschen der Sudetenländer und an den Deutschen Oesterreichs begeht, indem sie, was Deutsche und Tschechen be­trifft, zwei zu unaufhörlicher gegenseitiger Feindschaft verurteilte Kleinstaaten und da­mit einen Kriegsherd int Herzen Euro­pas schafft, der für die Welt vielleicht, noch verhängnisvoller werden fattn als der Bal­kan. Diese Ueberzeugung vor allem hat der deutsch-österreichischen Bevölkerung die Pa­role nahegebracht: Heraus aus dem brennen­den Haus und Anschluß an das Mutterland! Es wird in ber Antwort daran erinnert, daß hier ein zweites, doppelt so großes Elsaß- Lothringen geschaffen werden soll, das noch dazu nicht im Kriege, sondern im Zustande der Wehrlosigkeit annektiert wurde. Diese Herrschaft könne von einer Nation niemals ertragen, von anderetn Nationen' niemals wirklich ausgeübt werden. Der neue Zustand sei für den Frieden noch bedrohlicher als der alte. In der Antwort wird ferner ausgeführt, daß gerade dieses Vorgehen der Nachbar­staaten die Mpendeutschen in einen Zustand der Hilflosigkeit und Lebensunfähigkeit ver- setzt, weil sie es ihrer wichtigsten Industrien und der wichtigsten Naturprodukte berauben würde. Die gesamte Friedensdelegation ist daher mit den Verfassern der Denkschrift durchaus eines Sinnes, wenn sie die Wie­derbefreiung der deutschen Gebiete in den Sudeten ländern fordert und verlangt, daß je ein konstituierender Landtag für Deutsch- Böhmen und das Sudetenland nach xAbzux der tschecho-slowakischen Truppen frei ge­wählt wird und über das Sckftcksal diese, Länder souverän entscheidet.

Die Kommunisteuunruhen in Wien.

Wien, 16. Juni. Bei den Zusammen­stößen der von den Kommunisten aufgehetzten Volksmenge mit der Polizei wurde nach spät nachts vorliegenden Berichten auf Seiten der Demonstranten elf Personen getötet und über 70 verletzt. In der Liste der Verletzten fällt die große Zahl von jugend­lichen Demonstranten im Alter von 14 bis 20 Jahren auL i

getreu der preußischen Tradition ihre Anstrengun­gen, um sich in Europa die Hegemonie zu sichern. Sie begnügten sich nicht mehr mit dem Aufblühen und dem wachsenden Einsluß Deutschlands, den anzuerkennen alle Nationen bereit waren, in der Gemeinschaft der freien und gleichberechtigten Völ­ker. Sie wollten sich die Fähigkeit erwerben, ein unterjochtes Europa zu beherrschen und zu tyranni­sieren, gleichwie sie ein unterjochtes Deutschland tyrannisierten und be­herrschten. Um dies Ziel zu erreichen, haben

Die gestern ter deutschen Delegation in Versailles überreichte Antwort ter Gewalt­haber in Paris ist wiederum ausschließlich tont Rachegeist diktiert. Was mit roter rinte am ursprünglichen Vertrags text ge­widert worden ist, soll noch weniger bedeuten, CI5 auf Grund der bisherigen Pressemeldun­gen anzunehmen war. Die genauen Einzel- h'iten fehlen noch. Die Antwort wurde gestern abend '/-7 Uhr überreicht; die ursprünglich ffcr die deutsche Entscheidung festgesetzte Frist vern 5 Tagen ist um 48 Stunden verlängert irorten, so daß Montag abend wieder Kriegs- ynftartb beginnt wenn die Annahme der Bedingungen von Deutschland verweigert nird.

Die neue Auseinandersetzung ist von den Gegnern in unerhört schroffen Formen be- gnnnen worden. Wir sollen den Frieden Me­ck ger als Besiegte denn als Schuldige erlpfangen. Die Schuld Deutschlands wird h dem oberflächlichen Diktat des Begleit- bliefes zu Antwortnote jo hoch gehäuft, dch das Gemäß der allgemeinen Abmachun- nrn mit Wilson nicht mehr ausreicht, um bat entsprechenden Frieden zu bergen. ES wird verleugnet oder bemäntelt, was ein boef) wohl sehr großer Teil der zivilisierten Veit zu dem geplanten Rachefrieden gesagt bet: nämlich, daß dieser mit den 14Punkten ßllfmi nur wenig noch gemeinsam hat. Cer Pariser Pöbel hat die neuen Kund- fitXmngen der Entente mit Steinwürfen (((.gen die abreisenden deutschen Delegierten bekräftigt. . .

Da der deutschen Regierung offenbar nur ein einziges Exemplar des neuen Entwurfes überreicht worden ist, wird sie ihre kostbare tat nicht damit verlieren dürfen, Auszüge fit die Öffentlichkeit herzustellen. Zuerst iru6 das Buch in hinlänglicher Zahl verviel- sirltiat werden, damit alle Mütgkeder ter driltschen Regierung es studieren können. Selbst derMatin" findet dieses Verfahren her Entente bei ter Feierlichkeit einer so weittragenden Handlung seltsam und ab- stt ßend. Dem PariserJournal" ist folgende Dnkstellung zu entnehmen: Die Bolksabstim- mumg in Südschleswig wurde entspre­chend dem Wunsche ter Dänen auf gege­ben, dagegen werden die Beschlüsse für Ostpreußen (Volksabstimmung im Bezirk Alleustein), für Westpreußen (teilweise Ab­tretung), für Danzig und Memel (inchr- r,ationalisierte Zonen) vollständig beibe­halten. Die deutschen Vorschläge betref- fertb Elsaß-Lothringen und die belgischen bezirke werten abgelehnt. Das ursprüng- bche Projekt über die deutschen Kolonien bleibt unverändert. Das Projekt der

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Mierten, dem zufolge Deutschland auf alle Keckste und Interessen Deutschlands verzich- ler und wonach aller öffentliche und pri- öite Besitz völlig liquidiert werden soll, Deutschland im voraus alle künftigen Maß- achmen der Alliierten annehmen, seine Han- belsmarine, Teile seiner Fischereischiffe unb Mßschiffe ausliefern soll, und demzufolge bie Elbe internationalisiert und die Tele- paphenkabel konfisziert werben sollen, ist beibehalten, jedoch unter dem Vorbe­halt, daß die Zulassung Deutschlands jum Völkerbund eine Revision die­ser Ab m a chun gen bringen würde. Die ursprüngliche Fassung über die Wiedergut­machungen und die finanziellen Fragen ist beibehalten, jedoch wird Deutschland vier Monate Zeit haben, um feste finan- ^iielleVorschlägezu machen, über welche . mhttiert wird. Die Bedingungen über bie T.irafmaßnahmen bleiben unverändert.

In einer Zusammenfassung erklärt das -Journal": Mgesehen von den Zugeständ- «uffen in Oberschlesien wurde das territoriale Statut beibehalten. Die wirtschaftlichen und srianziellen Klauseln stehen vor sehr bald folgenden gänzlichen Veränderungen. Die toentuatität der Zulassung Deutschlands zum «öl k e r b it n b bebroht den Vertrag mit völ- Umwälzung.

Der letzte Satz enthält sp^echung, die Deutschland zur Annahme ge- i W machen soll. Uebrigens soll unsere Re- ' -A Altung in der gegebenen Frist das Recht ber (>&' jet»,fJJ Erholung weiterer Information haben 7''Ju*1(arZ^ rdas Recht, Abänderungen zu bean- in t^gen.

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S;. Paris, 16. Juni. (WTB.) toter. Die von Alliierten auf die deutschen Bemerkungen zu rtfiöe 1^4. FriedensbedinMNgen erteilte Antwort ist heute ntiidüt worden. Sie wird eingeleitet durch nk^en Mantelbrie f in tem gesagt wird, in rthrt ' m ter allüerteii unb assoziierten Mächte ..rieg das größte Verbrechen ge- vv die Menschheit, das jenmls begangen worden