Nlsntag, 19. Mai 19<9
Gieftener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Zweites Blatt
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daß sich zcvei Personen über die Verwertung einer Hypothek unterhielten. Tie eine dieser Persvnsr. welche die Hypothek belieben haben wollte, war der Stimme nach eine Tarne, vermutlich die Besitzerin des Schirmes. Nach seinem (Eintritt hatte das Fräulein am Schreibpult Torioal mit kurzem
der in Farbe und Schnitt lebhaft von den Anzügen abstach, die er sonst zu tragen pflegte.
(Fortsetzung folgt.)
und mitzuhandeln. Wir wollen Hand m Hont» mit den Männern eine bejicrc Zukunft schassen Aus Vorschlag von Frau B o l ch - Amerika erhob sich die Versammlung und schwur, alles zu tun, um Kriege in Zutun s l! unmöglichzumachen. Frau H e r tz k a -Dirn unterbreitete eine Resolution, daß die internatio-t na le n Crganiiatunen dahin zu wirken halten, daß die Frauen für den Fall des Vcschluiies aber Ausbruch eines Lriieges oeryflidnet werden.
neber durch Geld, noch durch Propaganda uird Arbeit den Krug zu unterstützen. Zur Begründung dieser Resolution gab Frau Hertzka der lieber - je^iung Ausdruck, das; ein organisierter inter*< nanonaler Streik der Frauen das beite Mittel sei, die Führung eines Krieges unmöglich zu: medhn Ter Frauenstreik mstise auch gegen einen twm Völkerbund erflärtcn SVritg einjetzen. Frau
ran M. 31.- . M.34.-
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Konst antinopel, 18. Mai. (DTB.) Havas. Gestern abend 11 Uhr, als die griechischen Truppen in Smyrna Ian/e en, wurden sie aus dem türkischen Lager mit Gewehr- feuer empfangen Es wurden über 300 Türken und 100 G
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kkstllschast zur ßrriifilnnij eines dcilts-kii ßrnnönnnSinftitnteS Ortsgruppe (tzi, tz n.
Donnerstag den 22. Mai nachinittags 5 Ubr pünkiltch im Odrlanl der Klinik für plychische und nervöse Krankheiten Vortrag und Demo«stration des Herrn Oberingenieur R.Fertsch auSGrüuberg über eine
Schreibmaschine f. amputierte Kriegsbeschädigte.
Mit Diskussion. Gaste wilikominen.
Der Vorstand.
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** Besitzwechsel. Heinrich Nickel Taufte von Julius Welthöfer das Haus Nummer 26a, Marburger Straße, für 40 000 Mk. — Die Firma Johs. Nickel verkaufte ihr Haus Nr. 13, Großer Steinweg, an Herrn Major Rükward aus Mainz für 30 000 Mk. Der Sitz der Firnta ist jetzt in Ober-Widders- Am
** ZirkuS Henny. Der Krieg hat auch ♦hem Zirkus seine Spuren deutlich ausgeprägt;
Ausblick gefragt:
„Sic wünschend
AlS Torioal der Fragerin erklärt hatte, daß er Herrn Labwein zu sprechen wünsche, hatte er die Aufforderung erhalten, auf einem der Stühle Plötz zu nehmen, da her Herr Direktor mich beschäftigt sei. L>o sand Torioal Zeit, sich um« zuschen.
Er hatte sich zu diesem Besuch wohl vorbereitet. Seinem Diener hatte er erklärt, hast cl einige Tage verreise. Er war auch mit einet Öanbtafdje nach dem Bahnhof Friedrichstraße gefahren, hatte sich eine Fr fa karte nach Köln gelöst, den Fernzug bestiegen und sich von Galdmo das Gepäck in das Abteil reichen lassen. Auf dem Bahnhof Zoologischer Garten hatte er den Zug verlosten und war mit feinem Gepäck in einem Automobil nach einem Hotel am Potsdamer Plitz gefahren. Tort hatte er sich zwei Zimmer int ersten Ltock gemietet und sich in die Fremden liste als Fabrikant Heinrich Rotmüller aus Elberfeld eintragen lassen. Auch Besuchskarten, die auf diesen Namen lauteten, trug er in seiner Brieftasche^ Seit, Aeußeres hatte er dadurch etivas verändert, daß er sich einen fertigen Anzug gekauft hatte.
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Grundige,
• Ge«chlchi< und ihm, planlitixk mu.ikalkk 1: Nach««* iluilife an le. ifiVl Gießen
__________ riechen aezählt. Die griechische Bevölkerung nimmt eine feindselige Haltung ein Es kam ferner zu Massenkundgebungen der Türken. Die Lage wird als außerordentlich
Letzte Nockrichten.
Der internationale Siauentongreft.
Zürich, 18. Mai. (WTB.) Schweizerische Depeschil-Agentur. Der Internationale Frauen* kongreß führte am Samstag morgen vorerst die Beratung der 'Statit.cn der Frauenliga für Freiheit und Frieden zu Ende. Tie soeben eilige* troffenc französische Delegierte, Frau Melier, von der Versammlung ftümii'd) begrüßt, überbrachte dem Kongreß die Sympathie der französischen Frauenwelt. Frau Melier er« klärte u. a.: Der Krieg war nur möglich, weil die Frauen nicht das Recht hatten, mitzufprechett
sein besonderer Wunsch, Konsul zu werden, formte ihm von vielen Säten garantiert nxr.-en. Eiuctn gen-altigen Trester aber batte er mit der dritten Anzeige gemacht. 9£. mälze mb vierhundert gute Menschen, vvn denen ihm jeder einzelne Perfidie,- daß feine Angaben streng wahrheitsgetreu seien, nwllten ihn in kürzester Zcü zum vielfachen Millionär machen, roeiui er ihnen fern Erbe vertrauensvoll tu die Hände legen nxült.
Herr Erich Labwei t aber hatte sich auf alle drei Anzeigen gemeldet? Seine Angelvte hatten alle trri den gleichen Wortlaut:
„Geehrter Herr! Ihre Anzeige in her heutigen Zri ung hat mein Interesse gefüllten. Ich kann Ihnen sofort mit Gewünschtem bienen und bitte um Ihren um geilenden Besuch
Hochachtungsvoll
Erich Labwein."
Ter erste Schritt war ffeglürft.
Tvrival gab Galt i io hen Auilrag, alle Briefe zu vernichten, mit Ausnahme her brei Korten des Herrn Labwein, aber auch von diesen opferte er noch zwei Stück und behielt nur die Starte zurück, die die Chiffre der Anzeige trug, in her der Kvnsulattitel gesucht wurde. Dorioal wollte sich als der titelsüchtige Iüngli tg mit den bun- perttausend Mark bei dem W i ikelbaiiki- r ein führen.
Das Geschöstslokal des Binktaufes Erich Lab- n-ein lag in der Jägerstraße. In einem her älteren Häuser. Man mußte hrei Treppen erklettern, ehe man vor her Tür stanh, hinter her der vielseitige Mann arbeitete.
Torival studierte, cfa er die Hand auf die Türklinke legte, die zahl' idfan, ans weiße Papp-
Melier betonte, daß die Frauen ihren ganzen Einfluß auf die Friedenskonferenz geltend madKU müßten, damit ein Friede geschloffen werbe, der wirklich auf b c n 14 Punkten Wil - ons beruhe und nicht den Krim zu neueiv
Kriegen in sich trage. Der Vorschlag, zur Ver- fanberung künftiger Kriege einen iflternatiod nalen Frauenstreik z u organisieren, wird einstimmig angenommen, ebenso die Auf- ordrrung an den internationalen -sozialistenkon- grcß, durch Streiks, Dienstverweigerung, Kredit-' nerii-eigcrung und andere Mittel sich gegen heu Krieg zu wenden. Tie Vorsitzende gibt ein
Antworttelegramm Wilsons.
auf ein vom Kvngreß nach Paris gerichtetes Telegramm bekannt, das folgendermaßen lautet a Ihre Botfdiaft appelliert sowohl an meinen Stopf wie an mein Herz, und ich wünfche aufriatttg, daß Mittel gefunden werden, obgleich hie Aussichten i b t vielversprechend sind wc^ gen u n en . i che r p r a l t is chc r sch wie ri g-^ (eiten. gez. Woodrow Wilson.
Neue denlschk Vertreter in VerfaillcS.
Berlin, 19. Mai. Wie das „Berl. Tageblatt" Höri, sind gestern abend Gen ral z. D. Graf Mar Montgelas und Professor Hanv Delbrück nach Versailles gereut. Sie werden an den Beratungen der für die Schuldfrage eingesetzten Kommission tevnebmen.
Ter deutsche Gegenvorschlag.
Berlin, 19. Mai. Laut „Verl. Lok.-Anz." will her „Marin" wissen, daß der deutsche Gesa mtgegenvorsch lag siolgende Grundlinien haben merbe: Deutschland beharrt auf deri 14 Punkten Wilsons und verlangt Volks- ab ft im m/'ungen in den strittigen Ostgebic - t c n lieber die Saarkohle werde bad Angeoot eines Wirtschaftsgebiets erfolgen. Taqd)lanh werde fid) ferner zum Wiederaufbau der Zeritorun- gen verpflichten, falls es die notnoendiaen ökoiw- mischen Erleichtemngcn zum Wiederau,bau seines Wirtsdiastslebens erhalte. Die Kontmgentszister solle vorläufig höl>er bleiben, als im Fsttevensver- ttag festgesetzt worden ist, solange die innere Ordnung nicht her gestellt sei. Die deutsche Regierung verpflidi-ot stch aber, diese Bedingung zu erfüllen, sobald es die Loge gestattet. Zum Beweis her fadx lidjcn Wd>ten Tmtfchlanbs fei es bereit, hen Alliierten hen Rest der Kriegsslo11e auszuliefern, >ialls ein Teil der Handelsflotte zurückgegeben werde. Wenn biejt Vorschläge abgelehnt werden sollten, mußte bte beutfdle Regierung die Vertragsunterschrift ver-
Der Doppelgänger.
Roman von CarlSchuler.
Fortsetzung Nr. 26.
Eine zweite Anzeige lautete: Wer verschafft
Herrn aus sehr n.id)er, angesehener Familie einen Titel? .\fonful bevorzugt, Belohnung dis zu 100 000 Mk. yigefto rt. Angebote unter usw.
Dann verfaßte Torival nod) die dritte Anzeige, in her ein junger Mann eine passende Qtelrgeufrrit suchte, ein ihm durch Erbschaft suge- KlleneS Kapital in Hölfa von 250 000 Mart ge- toimibringmfr anzu legen.
Noä) an demselben Tage trug Torioal beere drei Leimruten nt hrei verfchiedene An^eigcbure- eu5. Am folgenden Tage eridyk'ium sie in schöner fetter Schrift, und vicrundzwanzig Stunden später latte Torioal viele Hniiderte von Angeboten.
Seine erste Anzeige, in her er 5000 Mark zu leihen suchte, schien am wenigsten Anklang Vfanden zu haben. Es meldeten sich nur siebzehn Selbstgeber, die außerdem sämtlich felrr mißtrauisch n«aren. Dreißig Vermittler baten ilnn in der Angelegenheit uyre Titel fte an. Die zweite Kiueige batte schon einen besseren Erfalg. Dem jungen, ehrgeizigen .Mann, her für einen Titel faiiderttauseiid Mark ausgeben wollte, kwten rin- hilndertneunundachtzig Ehrenmän'ner mit besten, 8ezi. Hungen ihre l)il;rrid>cn Hände an. Ter eine taofite ihm einen Grafentitel, der andere den Titel eines Kannnerherrn verick-affen, viele boten ihm ben Titel eines Kommerzienrats <m, u*:b mich
schwierig bezeichnet.
Die französische Zensor.
Versailles, 18. Mai. (WTB.) Ter„Mo tin" meldet, daß her Deputierte Dutreil ben Kammerpräsidenten Destk-rrnel briestich ersudst habe, im Lesezimmerber Kammer aud) fernerhin deutsche Zeitungen auvlicgcn zu lassen, ba ilyre Lek.ürc bie einzige Möglidßrit biete, ben Frtebcnsvertrag keimen zu lernen.
R icktritt des chinesischen Kabinetts.
A m ste r b a m , 18. Mai. (WTB.) TaS Preß- bureau „Radio" meldet drahtlos: Die Pariser Ausgabe des „Neupork Heralb" berichtet, baß daS cki nesische Kabinett zurückgetreten sei.
Ein Bcrgarbcitcrstrcik.
Berlin, 19. Mai. Laut „Berliner Tageblatt" sind im Eichsfelder Kaligebiet bie Bergleute in den Ausstand getreten Die Belegschaften der Gruben Sollstedt, Neubleicherode, Großbodungen und Bismarcksl>all streiken.
weigern.
Eine Vermittlnnq des Vatikans?
Rom, 18. Mai. (WTB.) Davos. Die Blätter melden, daß Prinz Friedrich von Preuße ns (in SJ-Tfaitung von Dertraueuspersonen ter bcutfdxm Regierung sich nach Lugano begab, wo er mit hem preußisd>cn Gesandten beim Vatikan eine >Dcspreckmng hatte. Diese Nackwicht ist bis jetzt nicht dementiert worden. Man nimmt an, daß von gewissen deutschen Kreisen bringlick-c Schritie unternommen nnirbcn, um burch bie Vermittlung des Vatikans eine Milderung der Friedensbedingungen zu erreichen.
BclagermtgSzststand über Eisenach.
Eisenach, 19. Mai. (WTB) Nachdem nad'ts erfolgten Einrücken der Regiernngstruppen des pari« Maerker wurde heute früh der Belagerungszustand 'über Eisenach vev- hängt. Es yerrsdst Ruhe.
Pofiiische Verirckuag in VersaiNeS.
Versailles, 18. Mai. (DTB.) Die von den P o l e n ter deutschen Friedensdelegarion überreichten Vollmachten wurden für richtig befunden.
Zur Aiiftkilnfig der Tii kei.
Berlin, 19. Mai. Durch die Besetzung von Smyrna burd) die Entente ist nach Pariser Meldungen in Konstantinopel äne äußersl erregte Stimmung entftanben. Der Großwesier ist zurückgetreten.
Vllchertisch.
— Katarina Botsky, Der Traum. Roman. UmsthlagSzeidmung von Al'red Kubin Einbandzeichnung von Felgvr. Preis geheftet 5 Mk., gebunden 8 Mk. Verlag von Albert Langen in München.
— Tie Laute. Monatsschrift zur Pflege bc5 deutschen Li'^eZ und guter Hmrsmu'ik. Zweiter Jahrgang 1918/19 Iährlih'r Bezugspreis 6Mk. Julius Wißlers Verlag, Wolsenbüttel.
— Wilhelm Kotzde: „D e Krone Svin- thilas". 2 Mk. Jngebora Maria Sick: „Schritt? in der Nacht" 5.40 Mk. I. F S'einkvpf, Verlag.'bi:chhandl Stuttgart, Marienstr. 11—15.
— D i e Weltliteratur 9h: 19. Oskar Pcntizza: Das Wirtshaus zur Trri a rigfeit Verlag: Die Weltliteratur, München 2. Pr.is 25 Pf.
werden könne.
Die Mailänder Blätter befiuTden mit Bitterkeit die Nachricht, baß ÖriixlKnlanb in 5 m D nt a 14 000 Mann gelandet Int, ivähr.'nb Italien durch 200 Matrosen vertre.cn ist. Sie fallen darin ein neues Manüver zu Ibtguufterf. Italiens.
D'k italienischen Fordernnqen.
Versailles, 18 Mai. „Petit Paristen" will wissen, daß Italien auf Grund des Ver- träges von 1915 betreffs der Ausdehnung fetnrt Kolonialreiches eine Reihe Forderungen auf- stelle. In Lybien verlange es die Maraiuancnftraue von Rhat nackt Cha^ames und die Diarabnb- Oafe, an der Küste dco Roten MeereS eine völlige Verbindung zwischen seinen beiden Kolonien foiuie Somaliland und Englisch-Somalilanb In Eng» lisch-Osta'rika verlange es die Provinz D,u a'.a, den Haien von Kiemytuttd und das gante Tjulala- Tal. „Petit-Parifien" bemerkt dazu, für Frank- reich köime ans feinen Fall die Rede davon fein, seinen Besitz in Diioule avzutreten oder die Emn- bahnlinie nach Addis Abeba adschnetden zu lafien. Aber man dürfe hoffen, daß man innerhalb deS stiahmens des Vertrages zu einer alle Teile befriedigenden Lö u tg gelangen könne. .
Bern, 18. Mar. (WTB.) ^.Jdea Naztonale" verzeichnet das Gerücht, daß salandra und Salvago Raggi, die immer noch nicht nach Paris zurückgekehrt sind, ihre D e in i s f i o n als Mitglieder her italienischen Friedenshelegalion gegeben haben. Sie sollen durch den Transpc'ri- miuister Erespi und den Generalfetvetär der Eonfulta Martin ersetzt werden.
Nnssischk Angriffe an der esthnischen Front.
H e l s i n a f o r S, 18. Mai. (WTB.) An der estnischen Front begann bie angekündigte An- grisfsbewegung des rusf tsckzen Freikorps. Abteil uw- gen davon nahnten Gdow am PeipuS See. Jngar- länbifdte Freischärler landeten in ber Mündung deS Luga-Flufses. Im finnischen Meerbusen fand ein Gefecht zwischen dret ober vier cnahfd)cn unb einem großen unb vier kleinen bolschewistischen Fahrzeugen statt. Glcidxseitig besclwß eine russtsck-e Batterie Krainaja Gorka und die sinnisck)eu Müitenbottcricn bei Ino. Damit wächst die Gefahr für Finnland und es wird wider seinen Willen in das Unter* nehmen gegen Petersburg hineiitgezogen werden.
Ein blutiger Empfang in Smyrna.
Vern. 18. Mai. (WTB) Die Pariser Mit- arbeitet des „(lorrürt della ^cra" unb dos colo" find gegenüber dem vom „TempS" ver^ öffentlichten Plan der A n f t ei l u n g he r Türke i sehr zurückhattettd. Campo Donghi erflärt/ baß diese Lösung von Italien nicht angenommen
toi Iber gemalten, für den Besucher bestimmten Berordnuitgen. Auf einem dieser Schilder war zu lesen: „Geschäftszeit von 10 bis 3 Uhr. auch irährend her Börse geöffnet.'7 Auf einem anderen las man: „Besprechungen mit dem Direktor nur nach vorheriger Anmeldung". Ein drittes Schild entlnelt die Aufforderung: „Herein djne anzuklopfen"
Torival kam dieser Aufforderung nach.
Er trat in eia kleines Stübchen, das durch einen schmalen Zahltisch in zwei Teile geteilt war. Zn dem Außenteil standen ein halbes Dutzend Stühle sür Wartende. Gegenwärtig war keiner bitfer Stühle besetzt, nur an einem lehnte ein D: mtiitoirni. Auf ber anderen Seite des Zahl- lisckes stand rin hohes Schreibpult, vor dem auf eirem Drehstuhl rin ältliches Fräulein saß. An einer Seitenwand des Zimmers stand ein Regal, das mit Akten von unten bis ofcen angefüllt war. Die heraushängenden Aktenschwänze waren verschieden gefärbt, einige gelb, andere rot nxeber andere blau, so daß das Aktenmaterial des Henm Li'dwein einen recht bunten Anblick bot. Dieser Wand gegenüber ftaub ein offener Bureauschrank. In diesem Schrank standen in Reih und Girod Flaschen, Standgefäße, Blechdosen uno af,eriei .Haften und Kästchen, die sämtlich numeriert waren. Die Bedeutung dieser Kollektion wurde bern B'- indjer durch ein Plakat erklärt, das an her offenere Tür des Schrankes befestigt war. Xorwaf las: „82 durch die Firma Erich Labwem verwertete Patente". Neben dem Schrank befand sich eine Tür, die in ein zweites Zimmer führte. Ta Die Tür - angelehnt war, konnte Torival hören.
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bedeutet erhöhte Arbeitsleistung und zeigt I uns ben Weg auswärts zur lebenskräftigen Rristpah ■ Entwicklung des deutschen Volkes. Die
schweren Zeiten fordern, daß das Bewußtsein der Verantwortung jedes einzelnen der Allgemeinheit gegenüber erwacht. Es gcirügt jetzt nicht mit Worten und Reden allein zu pro-
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noch einen ober zwei Hel er. Um den Liebstahl faü ohne Ge ä-sch auszunihren. huten die Diebe bie Hufe mit Lumpen umnndclt. Evi Helfer stahl im htesi-,m Grästick^.i ©<J.)L"ftvfeiberoll etiunt Sattel. Zn Larbsib»uh machte der Dieb Rast. Hier wurde er von dem Bergarbeiter Wilhelm xrrll, der die Pserbe famtte, yfafa. (Henhar> nuni mach'mrisier Poth bradrte ifa’ mirtagp mit ben « cv!< neu Pfarden bi iher ins Arrritdaus. Bei feinem Eintreffen fand cm orufar Metifckxn- anflnuf statt. Ter Dieb heißt Ersert und stammt aud Lauterbach in Hes en
Siarkenburg und Rhkinhkfsen.
ch N ie de r-I n ge l he i m, 14. Mai. Am 12. Mai nm b.nt auf dem h'.esigm Dbimarft für das Pfund Spargel 1. Sorte 1,10—1,25 Mk., 2. Sorte 55—75 Pi, Siba'oarber 22—25 Pf. befallt. Und was f> en Soa gri und 9llxtbarber in Gießen? 7^-ür Rt>abnrber w ri> 1 Mk gefordert, von Spargel überhaupt nicht zu reden.
Ans dcm befctzten Rhringcbiet.
nrr. Griesheim b. Fra Turt, 18. Mai. lieber 50 Personen, bie eine rra rzöfi'che Kon - trollDerfammlnug »nfäumi hall.n, wurden zu 20 Fra T.< G.Id r.ife wruriedt, cas fiub nebst Kosten und Balutavcrlust nmb 55 Mk., die den Franzosen abg lUfert nrrben mfiffen.
mr. Aus dem Taunus. 18. Mai. In manchen Taunusdörsern wird das Schalen unb .Walten her französidzen Offiziere nack-yerode unertrögl ch Es gibt dauern, die nid)t ein Ei für ihre Bebürinifie behalten können. Tie fron» zöfisch-m Offizterc unb ihre Familien, bie vielfach rackg kommen f mb. fordern un> lassen Haussuchungen abfad cn, wenn sie das Gewünsckste nicht erhaltet. Naturgemäß handeln die Soldaten na-t- dem Vorbild ihrer Voi gesetzten und vergreisen sich a t ackern, was nicht ni.tt- und nagelfest tfL Täglich verschwinden Hühner, Gänse unb Enten neben sonstigem Kleinvieh. Mick,wer den l-aben gar keinen Wert, ja man läuft ttebei höchstens Geiahr, wegen falscher Beschuldigung bf’traft zu w.rden.
nrr. Schlangenbad, 18. Mai. Tie Aussichten für ben Kurbetrieb find recht trübe, da die franzosisd»: Be'atzmtgsb^chörde jeglich.it Kur- uerfefa: mit dem unbesetzten Teutfdckand verboten bat. Tie Bäber sollen für die Ang hörigen der fianzöfifcktLn Armee reserviert bl iben. Einigm amerrfanifdien Familien wurde ber Aufenthalt in Schlangenbad gei a tet.
mr. Ter beim (Rheinh sen), 18. Mai. Heimfehrende betrunkene französifche Soldaten be- mol irrten tai Kriegerdenkmal roll ständig. Ter gi.cfiioler des Denkmals wurde h runter- g noricn unb in Stücke gcsck-lagen, die Gittentm- lasiung aus dem Boden geriilen und schließlich verrichteten bie Rohling: no-ch auf den Trümmern ihre Notdurft.
mr. Koblenz, 18. Mai. In den letzten Taften fanden gaß: Versteigerungen amc- ritanischen Heeresgules, wie Automobile, Ptecde. Wagen usw. tott. Tie Sachen tour- ben seht billig abgegeben, ba wenig Käufer vor- hanbcn waren.
Koblenz, 18. Mai. Auf Befehl ber amerikanischen Behörde durften trotz ber Lande s- trauer in den Koblenzer Konzerthäuiern die l)ei- teren Konzerte unb .stabarrtlausführungcn nicht unterbleiben. Tic Besitzer, bie die Landestrauer achten w.cklten, wurden verhaftet unb mußten schwere Geldstrafen entridjten.
itreid Sckw-ttn.
E. Caubadju 16. Mai. In ber Nacht tvm 15. am b:n 16. Mat wurden dem Laicklviri Heinr. Iäg.r, her in ber Oberlipp wohnt, zwei Pferde aus dnn Stalle gestohlen. Dem Tater war man sofort ans der Spur, bic nach) Frcienseen unb Lardenbach führte. Bei hem Diebstahl hatte er
Au» StaM und Ccxub.
Gießen, 19. Mai 1919.
An die Vaiibivivte.
DaS ReichSernährungsministe- rium erläßt an bie beutschen Lanbwirte folgenden Aufruf:
Die Gefahr, die für den Bestand unseres Lölkes durch den von unseren Feinden uns angedrohten Gewoltsrleden heraufb schworen ist, hat bas ganze Volk in allen feinen Stäuben unb Parteien in gerechte Empörung und Sorge versetzt. Den Hungerkrieg hat die Entente trotz des Wasfenstillstanbes gegen uns weilergeführt, indem sie die Blockade ausreckit- erhielt In dem für uns ungünstigen wirt- schastlichen Augenblick überreicht sie nun die Präliminarien zu einem Gewaltsrieden. Tie Vorräte der letzten Ernte gehen zu Ende, und von Tag zu Tag sind wir mehr auf die Einfuhr von Lebensmitteln angewiesen.
Der Hunger soll uns zumstlnter- fchreiben zwingen.
Um in dieser furchtbaren wirtschaftlichen Zwangslage zu helfen, must Stadt und Land, das ganze Volk zusammenstehen. Das Land muß mit der Tat vorangehen, der letzte ent» bchrliche Rest der notwendigen Nahrungsmittel ist zu liefern: vor allem muß die Ablieferung von Fleisch, Milch, Fett und Kartoffeln reichlicher werden. Die lockenden Wuck)erpreise des Schleichhandels dürfen in diesen Stunden keinerlei Lebensmittel ben Ärmeren.Schichten der Stadt entließen, nur durch regelmäßige und bessere Belieferung ist unserer, durch die Hungerjahre des Kttie- aeS enhierblen Bevölkerung wieder sittliche Kraft und die notwendige Energie xutn Wiederaufbau unseres wirtschaftlichen Lebens zu geben.
Wer jetzt vorhandeneNahrnngs- mittel bereit stellt, leistet seinem Volk in schicksalsschwerer Stunde einen großen Dienst unb erfüllt die Pflicht, der sich ine- manb entziehen barf, der dem Wohl des Vaterlandes bienen will. Bessere Ernährung
her Tierbestand des ZirkuS Henny, ber am Samstag abend die. Reihe seiner hiesigen Vorstellungen eröffnete, ist sehr zusammen- veschmolzen. Wenn die Vorführungen trvtz- bem zn fesseln wußten, so war dies in erster Linie dem abwechslungsreick)en und teilweise wirklich originellen Programm zu danken. Durch geschickte Verwendung von Clowns und Augusten wurde dafür gesorgt, daß die Lach- tnuskeln der Zusckiauer nicht zur Ruhe kamen. Aus dem reichhaltigen Programm seien besonders l-ervorgehoben die musikalischen drei stönigssclnvesterii, Frl. Hemty als graziöse Drahtseiltanzerin und der Schlangenmensch Fred, der mit seinem Körper die unglaublichsten Verrenkungen vollführte. Dirkunas- voll eingeleitet wurde der Abend burd) Die Lustmimmern der Geschwister Gleich, wobei besonders Klein-Nöschen, aus schw ndelnder Höhe niederschwcbend, ebenso wie später als zierliche und gewandte Reiterin und bei Kunst- stückchen am Trapez wohlverdienten Beifall erntete.


