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rhtrn gemischten, deutschdüni scheni Staat zu bilden mit allem tuoJ daraus fötal. I Ter Minister wies dann auf die Möglichkeit »ukünstiger internationaler Komplikationen W, tuntn nicht seht eine nationale Lösmia der Frag< erreicht würde. Tie Geschichte lehrte darüber g< nug, und die Welt hätte ebenfjnxmtg wie Däne etarf eine Entschuldigung, wenn ihre Lehre auch diesmal wieder überhört werde» sollte.

Amerikanische stimmen zum Frieden.

Berlin, 17. Mai. fSBolff.) Die englische Presse gibt eimge amerikanische Pressestimmen übci me Friedensbedrngungen wieder: DerNews V0 rkSu n" schreibt-Man muss sich fragen, ob die Bestimmungen sich auch auf das angeboren Geschlecht erstrecken dürfen das Recht, die Sün­den der Väter an den Kindern heiinzusndycn, ist bisher kein Prinzip der Politik gewesen." Zweifel an der Durchführbarkeit einer Steche durch Genc rationen finden sich in allen Artikeln der tonfes bah Den Presse. Das ..Journal os Com merce" sagt, der Vertrag sei hart, um Deutsch land vielleicht auf Generationen hinaus zu ver­krüppeln. TieTribüne" schreibt, Deutschland »verde wirtsdmftlich in Jes eln gelegt, vorausgesetzt, daß die Alliierten Ausdauer und Kraft hätten, die Turchsührung des Vertrages aus 30 bis 40 Jahre «u erzwingen Bvn gleichen Prämissen auSgctend, bezeichnen einige der offiziösen Blätter der un­parteiischen Liga von Nord-Takola den Vertrag ab schauerliche Versklavung der Temokraiie. Wil fon kehre nicht als der größte Mann der Geschichw, sondern gebrochen und diskredidiert zurück. Libe­rale Blätter vertreten die Ansicht, baß der Ber trag Ursache zu fortgesetztem Streit in Europa SÜbe, da der Friede Teint Elemente der Dauer t sich schlösse und Wege für den ungezügelten Imperialismus in Asien und Afrika eröffne, das; er im schärfsten Widerspruch stehe zu den Idealen, btt Wilson gepredigt habe und daß es für Amerika ein Wahnsinn sei. sich am Völkerbünde zu betei­ligen, weil er nur einen fokben Gewaltfrieden decken solle. Wilsons Prestige sei schioer, möglich r weise dauernd beeinträchtigt. Man vergleicht i!n mit Clemenrean, dessen rauhe Elnftchleil moraliicte Qualitäten aufweife, dem hochllingende Phrasen, die nicht in Talen umgesetzt werden könnten, gänzlich abgingen.

DerTemps' über die deutsche Politik.

Versailles, 18. Mai. (Wolff.) Ter ,Semps" wirst in seinem heutigen Leitartikel dem offiziellen Teutsckylanb fror, es urteile in der Niederlage, nrie es im Siege geurteilt habe. Er halte eS für un bestreit bar, baß die 'Deutschen, wenn sie ein Territorium nötig ;u haben glauben, eben dadurch ein Anrecht auf feinen Besitz haben. Graf V r o ck d o r s f glaube unwiderlegbare Be­weise imd Gründe vorzubringen, wenn er dar­lege, daß Deutschand nicht in dies oder jenes' Opfer einwilligen könne, ohne einen Teil seiner industriellen Wohlfahrt .verlieren iber eine An- zaht seiner Giumobncr auJnxtntern zu sehen. Be­vor man erzähle, baß Teutfchland verurteilt sei, an Arbeitslosigkeit und Entträflung zu sterben, sollte man dach zuvor dir Art prüfen, »vie es heute seine Hilfsquellen ausbeute. DcutMand erleide heute die Wirkung der verfehlt ent Helfferichschen Finanzpolitik, durch die chic ungeheure Masse künstlichen Kapitals ge­schaffen sei und deutsches Geld ins Ausland ab- immdere. Die Le densmittelkrise komme daher, dast bir «vichtigstenlanhnnrtfchaftlichen Ar­beiten vernachlässigt «würden und große Streifen unbebaut bltebcrf ustd wieher" versumpften. Tie, Wirtschaftet, isc komme datier, daß der Marxismus in Deutschland am Ruder sei und seine Früchte trage, daß die Bergleute streikten und allgemeine Arbeitsscheu herrsck-e.Ties sieht man," so schreibt der JtcmfrS",wenn man die Wirklichkeiten des heutfifcn Lebens und nicht mehr die Noten der deutschen Delegation betrachtet. Statt zu stöhnen, täte Deutschland besser daran, zu arbeiten. Sein Schreien wird niemanden überzeugen, solange es selbst seine Lage sabotiert."

Die Frage von Finme.

Amsterdam, 17. Mai. (Wolff.) Ter Pa­riser Korrespondent deslel'-groaf" erfährt von unterrichteter Seite, das; dir Fra».' von Fiumc fo gelöst Worten sei, daß die Stadt Italien gegeben werde, welches durch tuen SlaatS'oertrag die Be- vutzung des $)afcn5 beit SLslawen überlaßt.

Die Verteilung der Türkei.

Paris, 17. Mai. (Wolff.) Havas. Tie Blatter legen die Besetzung von S m y r n a als ein Leichen für das in crnigni Voten ober Tagen bevorstehende Ende des türkischen Reiches aus. Tas ..Echo dc Paris" glaubt, das; man aus der europäischen Türkei zwei Teile marfjen werte:

einen, den man zu Griechenland Magien werte, und einen internationalen Staat Konstantinopel unter ameritanifdjiem PrvtcklouaL. England würde die Mandate über Mesopotamien und Palästina er* teilen; Frankreich erhalte Syrien, vielleicht mit Siarbefr und Adana und etnige Mandate um Anatolien herum: Italien bebsmme Adalia und das Proicktorat über die Türken, deren Hauptstadt Brussa oder Konia würde. DemMatin" zufolge soll Franf>.-eich zu Syrien Cilieien erteilen: En» land ertelie mit Mcsotvtamien Arabien und bit anderen an Palästina grenzenden Gebiete,

Die Unruhen in Aegypten.

Rotterdam, 18. Mai. (WTB.) Fn ber Sitzung des englischen Unterhauses vom 1 >. M- i erklär e UnL rfia.it s kr tär Harmsworih, te Aufbruch der Unruhen in Aegypten sei für das auswärtige Amt vollständig überraschen! gewesen. Bei der Unterdrückung der Unruhen seien last tausend Aegypter getötet worden.

Die polnische Offensive.

Berlin, 17 Mai. (WTB.) Die Polen fahren fort, die Abmachungen des Wasfenstill standes täglich durch liebergaffe zu verletzen. (Situ angrisfs weise P a t r o u i l l e n l ä t i gke i 1 der Polen wird aus allen Abschnitten des pofen scheu Aufstandsgebietes gemeldet. Ein gröberer polnisck-er Vorstost nordöstlich N tzwalde mutzte mit Unterstützung unserer Artillerie abgewiesen wer­den. Bei Rawitich wurden die Polen, die sranzö fische Stahlhelme trugen, ebenfalls abgewiesen.

London, 17. Mai. (WTB.) Tiefbiorning Post"' meldet ans Warschau: Paderewski hat seine Entlassung als Ministerpräfident gegeben. Sie ist vom Landtag nicht angenom­men worden. Die Krise ist daraus zurückzuführen, dast der Landtag sich geweigert hat, das von Paderewski in Paris gegebene Versprechen der Einstellung der polnischen Offensive zu unterstützen.

DieUkraine in derHand dcrBo schewisten.

Warschau, 17. Mai. (WTB.) Funkspruch des Wiener K'orr.-Bureaus.Gazeta Polski" frei-- öifentlid.ä eine Unterredung mit dem Kvmmcrn- banten der polnischen Militärorganisation in Sti.iv, der vorgestern and Kiew in Warschau eingetroffen ift Rach seinen Mittei lummen ist mit Ausnahnact der Deirke von Luck, Rowno und Ostrow urtbeinnn Teil der Bezirke von Schitomir und Kmvel die ganzeUkraine in den £> ä n b e n de r B o l - schewisten. Petljura, dessen Houptguanied sich in Nowno befand, schloß sich ber Sowjetbewe- iginig an. Der Kommandant ber nkrainiscktm Ar­mee, ber S>etman Os'ilko, versuchte in Nowno einen Staatsstreich, ber jeboch mißglückt ist. Mit wenigen Offizieren hätte er sich zu bim polnischen Trugen gerettet. 1 Die Roten Truppen seien aus dem Vormarsch gegen Tarnotel in Oftgali.üm eilige- brungen, nm sich mit ben Ungarn zu vereinig gen. Kiew sei kampflos den Bolschewisten über- geben <nrorben. Die Stadt inerte jetzt von dem Volkskommissar Rakowski beherrscht. Gegenwärtig befänden sich auch Lenin und Trotzki in Kiew. Das Elend in der Ukraine sei unbeschreiblich. Ban­den efn Tausenden von uniformierten Leuten mit ArtUlerie ibrandsthatzten das Land.

Gill rufst chcs Ultimatum an Rumänien.

Amsterdam, 17. Mai. Das R> utersdye Bureau meldet, daß die Russen ein Ultima- tu m an Rumänien gerichtet haben. Beide Länder befänden sich im Kriegszustand.

Aus dein Ueiche.

Da- Gesetz über Betriebsräte.

Berlin, 17. Mai. Tie Vorarbeiten des ReichSarbeilstmtes für ein Gesetz über Betriebs­räte sind soweit (yi>ief)cn, daß am 15. Mai die erste fjrnnb'ä..Ildjc dlussträte mit ben Vertreten' ber mnstg b nb n Unt ruehm r- und Arle tn.hmer mgiai!tfnLii>iirn ftottfinten b. unle. Es ist bvab» sch igt, in allm Betrieben, nx> mindestens 20 Ar- teitnel/mcr teßteftig werten, Be riebsralo zu er richten. In den inxfy unverbiudliten Richtlinien für das kommende Gesetz ist für die Angestellten und Arbeiter ein gemeinschaftlicher B e - t r i e b d r a t vorgs, lyei, teil» bitten beide Gruppen ür die Sonterfiagcni bifonbere ^kratung5förpcr. Besondere Be immui'gen fitem ber in der Min­der teil befinbl ck»cn Gruppe ihre Vertretung. Dn Betriebsrat soll minterei.8 3 und hödyüens 25 Mitglstter ha''en. Die Wahlen ter Angesellten und Arbeilcrmi'glieter fnd gr-t* * * vcnnt vorzunehmen. Ter Ausgabe k eis ter Belriel.Ste:e entsprich teil- ne se den bi:l)*rigmt Beslimnmi g n für die Au- g stelllev- und Arteilerausstliüsse mit ter Ergan »ung 1 in "8 Mitbe>.iinmut g:> echte- Lei Einste! u 1- am, Kstitd gnn-ocn und En las.ungen nach den in ber Berliner M«!ollrndusctie g- troffenen Verein barnngm. Ter Betrübsrat soll aber auch dir

wirtschaftliche Ausgabe haben, den Arbeitgeber bet der Betriebsleitung durch den Rot zu unterstützen und für - einen möglichst hohen Stand ter Arbeit- triebsrates ober einzelner Mitglieder durch Mist ttauensootuin jederzeit erzwungen werden.

Aus StaM und Land.

Gießen, 19. Mai 1919.

Schenkung an die Universitäts-Bibliothek

Eilte sehr wertvolle Autobraphensamrn* lung, banmter auch.Selbstschrtsten Fried- richsdesGrosten,Goethes, N. Wag­ners, A. v. Humboldts, ist der Um» oersitätsbibliothek durch eine Stiftung ihres Besitzers, des Herrn Gustav Bock, zuge- ,allen. Nach Wiederkehr friedlicher Verhält­nisse wird die Sammlung im Ausstellungs­raum der Universitätsbibttothek allgemein zugänglich gemacht werden.

Lebertran für Deutschland.

Von Norwegen werben 400 000 Kilogramm Medizinal-Lebertran nach Deutsästand ringcsührt. Der Lebertran wird zum Preise von 8.5U Tlt. für das Pfund als Sonterzut ilung durch Vermittlung der Apotheken und Drogerien an unterernährte Kinder, Kranke und Sieche, an Für­sorgestellen, Heilstätten, Krankenhäuser, Kliniken, Lungenteilstatten, Siechen- und Alterslreime ab- gei.Tcten werden. Anträge ter Apotheken und Dro­gerien finb bis zum 31. Mai an die Drogengroß- handlungen und an die...Hcigeda" einzureidyen. Für diese Sonderzuteilung ist die Bestimmung ter Ab­gabe von Lebertran nur gegen ärztliche Verord­nung aufgehoben.

** Buttermilch gelangt von Montag bis Samstag in den Verkaufsstellen der Firma Gebr. Grieb zur Verteilung. (Siehe Bekanntmachung.)

** F r e i b a n k. Dienstag, 20. Mai, wer­den von 14 Uhr die Nummern 1701 bis 1900 beliefert.

** Amtliche Personalnachrich- t e n. Am 23. April d. I. wurde der Reg:e- rungsbaumeister des Maschinenbaufaches Ro­bert Wagner zu Göttingen zum Vorstand eines Mafchinenamtes in der Hessisch-Preußi­schen Eiseubahngemeinschaft mit Wirkung vom 1. Mai d. I. an ernannt.

** Die Eisheiligen, diese von jedem Landn»irt und Gärtner so gefürchteten Nachtfröste int Mai, haben sich, wenn and) mit reichlicher Ver­spätung. imm doch noch eingestellt. Nack) einer merk- lüten Abkühlung am Samstag nachmittag setzte in ten Ixiben Oergan^nen Nachten ein leichter Frost ein, der an ten eben auf geteilten Bohnen-. To­maten- und sonstigen Gemüsekülturen sehr grotzen Sckiaten (anndjt'rte. Obwohl die Obstblüte m ter Hauptsache als beendet zu betracksten ist, stand doch eine «roste Hahl von Obstbäumen nod) in ber Blüte tunb Jjat gelitten, so dast die bererkstigten Hoffnun­gen auf ein reiches Obstjahr wohl ettvas zurück­gesteckt werten müsfen.

**Postverkehrmit Amerika. Das amerikanische Departement für das Postwesen teilt mit, daß der Postverkehr zwischen den Vereinigten Staaten uftb Deutschland, Oester­reich, Jugoslawien und der Tschechoslowakei via Niederlande wieder ausgenommen wird. Vorläufig werden nur eingeschrie­bene Briefe und P o st k a r t e n in den Vereinigten Staaten für den Postverkehr nach den beiden erstgenannten Ländern angenom- nicn, während der Postpaketverkehr noch nicht zuaelassen ist.

* Anzüge für Entlassene. Das Kommando des 18. A.-K teilt mit: Ucber die ?>eschaffenheit und Zustäudigkcil des Entlas- sungsanzugcs bestehen noch vielfach Zweifel Auf neue Stücke hat kein Entlassener An­spruch. Es sind nur Stücke von g a r n i f o n brauchbarer Beschaffenheit zustän­dig. Wer die Annahme des ihm angebotenen Anzuges (Uniform ober Zivilanzug aus ben Bestäuben eines Reichskleiderlagers) verwei­gert, wirb grundsätzlich mit der festgesetzten Entschädigung von 93,88 Mark abgefunden gemäß Verfügung des Kriegsministeriums. Ferner ist vielfach die Meinung verbreitet, 1 daß die empfangene Uniform allgemein gegen einen Zivilanzug umgetauscht wird. Diese An­nahme ist irrig. Das Kriegsmiuisterium hat angeordnet: Wer einmal mit einer Uniform

Feuilleton.

Ali.kdklflkfchichttn.

Der Flieter hat nicht, wie etwa Veilchen und Rose, einen ganzen dichterischen Hofstaat um »ich |U versammeln vermocht. Die bekannteste Stelle, wo er btditerifd) verwertet ist, ist wohl jene in ber NohanniStagsszene ter ^Meistersinger", wo Haus Sadis sagt und singt:Wie duftet doch ter Flitter ko <mild, sp stark und voll!" Hierbei find abci jWeiter Wagner ein paar kleine Menschlichkeiten vnterlaufen. Tenn am Jobamiistoge, bem 24. Juni, tzlüht (in Nürnberg ter Flieder nicht mehr. Wenn nun die Handlung ter Meistersinger von Wagner L,um die Mitte des 16. Jahrhunderts" verlegt wor­den ist, so ist eS überhaupt als höd)st nnwabrschrin- ltdt daß H«nS ©adjU sich damals bereits teS MieterdnsteS erfreut habe. De^ni erst im Jahre 1544 hat Peter Mattioli, der Leibarzt und Bo- tanikns Kaiser Karls V., die erste Mitteilung über den Flieder nach Drntsdfland gebracht. Er hatte Ebn den Türken kennen gelernt und gab ihm den I NamenLilac". Das erste Ez'emplar ter Pffatnze aber ist erst neun Jahre später, also 1553. von bem kaiserlichen Gesandten an ter Hohen Pforte, 'Vhiß.ier de Busbecq, nad) Wien gebradst worden. Dort pflanzte er sie in seinen Garten ein, nnb . daS sremlte Türkengewächs erregte bei ten Oieitem großes Ansselien obwohl es seinen Wahren Reiz, bte üppig-berauscteiden Blüten, ihnen nody vorenthielt. Erst 1589 soll es dnam Gärtner gelungen fein, ben schönen Fremdling zum BIÜTnm zu bringen. Der Flieder blieb ater noch langte ein LutuS vornehmer Gärten, und erst im Laufe teS 17. Jahrhunderts fing er an, sich all- genifiiin jii verbreiten. Es batte nämlich in- ntirdzn and) der terfifdye, dem türfifdxm älmlidie mietet, sowie der anmutsvolle dnuesisdyc Flicter feinen Weg nady Europa gefunden, und besonders der persische Flieder hat sich bann in unseren Gär- ten tzoü) öj fenlluh.cn AiüaMi schnell eingebürgert.

Wagner hat also bei seiner dichterisdyen Ver­wendung des Flieters mehcece Miß.>erstäni>ui st be­gangen. Es ist nun aber merkwürdig, daß die (tze-- sdnchte des Flieders üterHaupt ün Mißverstänte uisstn reich ist. Dazu gehört die bekannte, auch in Hessen öblidie Verwechslung von Flie­der und Holunder. Was wir Fliedertee nen­nen, ist in Wirklichkeit Holuntertee. Diese Vcr- toefiti-dung fdycint, wenn Heinz Welten mit feinen Anguten Recht hat, aus die ungeheure Vernnrrung ter chotonischen Namengebung zurückzutyehen, die bis ins 18. Jahrhimtert hinein lyerrfdxte. Seinen lateinisd^en NamenSyringa" hat ber Flieder von Linns «und zwar nach dem asrikanisdyen Namen des «gemeinten FliedersSeringa" erhalten. Der Anklang tut die griechisch Nimiplye Styrinx, ter ilm zur Umformung ter as> ikanisdzn Bezeidmuug ttnanlaßte, 'beruht aber mietet auf einen Miß- tg.'Tftämbrtiiz, tenn jenes Gewächs, in die die von Pau verfolgte Nhmplye verwandelt worden war und fpu4 deren Zweigen sich ter Gott seine ,,S>rinx" oder Flöte schnitt, war nidyt etwa ter Flieder, den die (fluteten noch gar nidyt kannten, sondern es war das Schllfrohr. Es spiegelt sich oic eigenartige Geschichte des Flieders in ter Mannigfaltigkeit der Namen, die ihm in den ver­schiedenen 'Sprachen geblieben sind. Mattiolis Lilac", itiofron übrigens die Forbenbezeichnung .,Llla" abgeleitet ist, hat sich noch in dem engli- sdyen, italicnisdyen, spanischen, portngiesisdyeu und srauzösisdicu Namen ter Pflanze erhallen. Im skaudinapisdt.'n Porten heißt er allgemeinSp­ringe" und eine Reihe von sonderbaren Bezeid)!- nungen in versdyiedenen Teilen Dcutsdylands sind andit von dem lateinischen Namen ab-nlcttcn; so Zlirinken" int Alemannisdycn,Zitenieu" in den Oststeprwinzeu,Sirdytm" in Flensburg.Zi- teueu" in Niederdeutschlaud imdZerentschen" in Thüringen. In ten öftcrrcidyifdyen Alpenländeru nennt man ten Flieder auch ..Türkischn Holler", ivorin «die Gleichsetzung des Flieders mit dem Wo­

hinter wieder erkennbar wird, ferner nochSpa- nifdy Blue st" undRaßnagablüh".

Die sremdländische Herkunft und verhältnis­mäßige Jugend des 5lieber3 bei uns mag nwhl die Urfadz davon sein, daß Volksglaube und Volks- brand) bieper auffälligen und amietenden Pflanze sicky verhältnismäßig wenig angenommen haben. Merklvürdig ist immerhin ter Parallelismus, daß ten alben Persern ter Fliederbuum in derfelbew "Weife heilig gewesen ist, wie der Holunder unseren altgrniaiiifd;cit Vorfahren.

Die rote Fahne

Die rote Fahne ist zum Stymbole ter Bolschttvisteu und Genossen geworden. Womit hat sie eigentlich die Bevorzugung von dieser Seite üerbient ? Gustav E. Pazaurek, ter bekannte Stuttgarter Kunstforfcher, macht barauf aufmerksam, baß die Erhebung der votcn Farbe zur Siymbalfarbc ter Revolution als ein ziemlid: primitiver Vorgang zu beurteilen ist, insofern bas Rot offenbar nur wegen ferner auf» peitschen ben Wirkung auf unsere Neroen zu dieser Ehre gelangt ist. Tiefe aufpeitfchente Wirkung ist ja von ben Kampfftieren in ter spa­nischen Arena ganz bekannt. Wie stark sie sich bei Naturmenschen äußert, bafür hat Wißmonn einmal ein thtrakteristisches Zeugnis erzählt. Als er bei einem Tauschgeschäfte mit bem kleinen Na­turvolk der Bakubas plötzlich ein größeres Stück giellrjten Daumwollstosses entfaltete, sprangen dick Leute mit einem Aufschrei tes Entsetzens aus, hielten sich die Augen zu und liefen bafran, »nie iivemt unvermittelt ein Schuß abgegeben roor^ai nüre. Tie Symbolik tes Rot in ter Geschichte spiegelt tenn auch diese ausreizente Wirkung wie-' ter. Es ist vor allem die Farbe tes Blutes, des Feuers, tes Krieges, der Pncht- und ter Macht­entfaltung, und kraft dieser Gedonkcnverbnidungen dürfte es gcschichttuh in viel höherem Grade als

Dm Durdjc

11.

Bnm tnrftrt K toiDodfr Unecht !m. io sollen ihn- frfntlQfjung m dii verbleiben mi fjaiaj zu dem. ro I in leitende G^dn lünigen Aeiangev i» nidyt, daß es fi \ Üuludkehrmden m biä die notro tt erfjreibereicn, lte'uchung unö (ft kn biefer bmsich M ist schr woh tenr keine groß

die eigentliche Farbe der herrsdyenten Klassen b-cna

als die berEnterbten" bezcichuet werten. Lei

tem großen iSpartakusaussdairte bes Jalyres 71

v. Elyr. ist «dierote Fahne" viel eher im Lager tes Markus Licinius Erassus, des Besiegers ixt aufstünbigen SNaoen unb eines ber großt,^ dkriegsgeivinnler ter Welt, zu suchen, als bei ten Ausrührern. Wenn bie russischen Bolschewisteit gerate die rote Faky-ne entfaltet haben, so enbt spricht die Wahl dieser Farte recht wenig teil nationalen Jnstnrkten tes russischen Volkes. Ten» ter Russe steht in Farbenbezeichtungen noch viel­fach auf tem Standpunkte von Naturvölkern, ten«n die Tifferenzierungen fehlen; für ihn istrot* fast ganz gleichbedeutend mitsdyön",herrlich'^, prächtig". Dierote" (oderschöne") Pforte in Moskau birgt keineS.vegs Nefrvlutivnscrinnc'i rnngen, sondern würbe zur Krönungsfeier bdl Kaiserin Elisabeth 1742 von Finanzgrößen er* rid)tet, trägt somit ausschließlich imperialistisch'^ Gepräge, aber keine Spur von Bolschewismus. Taß ferner baS Rot auch bie Kriegsfarbe ist, bürste ja eigentlich beim BolkcteivismuS, der ben Völker- krieg verurteilt, auch nicht als Empfehlung bienen) unb wenn bie rote Farbe als die tes Blutes zu­gleich ter Symbolisierung der Liede, und zwik säavhl ter erotische», wie auch ber felbstlvßiH Nächstenliebe bient, so bürste ihr Anspruch, anS diesem Grunde als Spartakistettßarbe zu bienen, iroU, je nachdem man dicS Symbol von tet eine oder vcm ter anderen Seite nimmt, voi< beiten Parteien her bestritten werden. Die rote Fr.kine als Walyrzeichen tes SpartakismuS und Bolsdyewismus ist teter recht primitiven Gedanken­verbindungen zu verdanken, und man kann Mi« zaurek nur zu stimmen, wenn er betont, baß I« unter ten gegenwärtigen Verhältnissen bei unH Einerlei Eristenzborcchtigung mehr hat.

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avaefunoen ist, hat keinen Anspruch mehr aus einen Zivilanzug, da der EntlassuugZ. anzug entweder aus einer Uniform oder einem Zivilanzug besteht. Es ist deshalb ztpecklos, wenu immer wieder Leute deshalb bei den Bezirks komm andos usw. vorstellig werden.

* Dem SchlichtungsauSschuh für die Provinz Oberhesfen ist vom Demobil-, machungskommissar die telegraphische Nach­richt zugegangen, daß er den Schiedsspruch wegen Lohnstreitigkeiten an bem Alsfelder Bahnhofsumbau verbind­lich erklärt hat. Der Arbetterstreik, der nun 3 Wochen dauert, ist damit beendet.

** Einziehung der 50-Mark- N o t en. Wie wir h ören, ist beabsichtigt, in kurzer Zeit die Reichsbankiwte zu 50 Mark mit dem Datum vorn 20. Oktober 1918, aus deren Vorderseite im Hauptteil eine fast qua* dratische Umrandung und der Text in braun* schwarzer Farbe gedruckt ift, aufzurufen. Ta die Frist, innerhalb welcher diese Reichsbauk- note noch als gesetzliches Zahlungsmittel gel­ten soll, voraussichtlich kurz bemeffen, höcly stens auf einen Zeitraum von einigen Mo­naten beschränkt wird, empfiehlt es sich, mit der Ablieferung dieses Geldzeicheirs an die Reichsbank mögl chst bald zu beginnen.

Kreis Lauierbach.

la. Willoss , 18. Mai. Heute feier he Lehrer Stephan sein bOjähriges Dienstjubiläum.

la. B e r n s h a u s e n , 18. Mai. In ten drei Ortschaften Bernstxmstn, Uetzhausen und Nbetev» Stoll ist eine Bezugs- und Abfatzgeiwssenschäft ge­gründet worden mit dem Sitz in Bernshausen.

Krcis Scho ten.

E. 2 a u b a dje 18. Mai Tas Amr-csen der Frau Gebig ging dstser Tage zum Preise von 15 000 Mk. in den Besitz des LandwittS Ludwig Graf über.

E. Laubach, 17. Mat Bei ben zwei letzten städtischen Holz c -fteigt rurgen in den Di wik en G-el^eiM imb Steinbach wuroen wieder s hc hvlye Preise besagt. Einige au*5n«ärttge Holzhändler trieben die Preise hoch und iver Holz haben wollte, mußte mitbieten. Zw?i Raummeter DuchycuschLit- lyolz kamen auf 180 Mark.

Kreis Friedberg.

Q. Bad-Nauheim, 18. Mai. Der Ort-3< ' getoerbebcrcin und die Metzger- und Schneider- ; Innung überreichten heute gemeinschaftlich an 17 mäimlidyc unb weibliche, auS bem Kreise Friev« berg flammcnbe Prü linge in ber Stadtsch:d« die Gesellenbriefe. In der gestern ab* gehaltenen Hauptversammlung des Knr- unb Ver f di öncrungsvereins nur c mitgctcilt, daß 'die Mitglieoerzahl 281 Personen umwßt. Tic Einnahmen des Vere ns tetnigen 705 Mk., dir An gaben 541 Mk. Der Bermögensbcstand rund 1000 Mk. Für Neuherrichtung von 3iuteb an Fen wurden 475 Mk., fiir Vogelschutz 50 Mk. bewilligt. Der altbewährte Vopstand mit dem lang:ährigen Vorsitzenden Lehrer August Wagner wurde wie- tergcwählt. »

oa. Bad-Nauheim, 19. Mai. Heute er­öffnet die.Hank für Handel und Industrie (Tarrn* städter Hank) int Hause des SanitätSralS Tr. Stoll am Aliceplatz eine Niederlassung. Gleichzeitig eröffnet die Teittsche Bank im Hause Parkstros» 24 eine Niederlassung.

Starkenburg und Nhelnhdssen.-. '

wo. Worms, 16. Mat. Der Ans stank ter Fabrikarbeiter ist durch Wie erauf* nähme ter Arbeit am vergangenen Mi.twoch bei* gelegt. Die zwischen ter Industrievereinignng und den Arbeiterorganisa ionen geführten Ver­handlungen haben zur Einigung geführt.

Hessen-Nassau.

ht. Limburg, 18. Mai. Das hieffge ehe­malige Kriegsgefangenenlager soll zu einem Durchgangslager für Teut'clye, die aus ter ^ftiegsgcfangenschast h imlehren, umf.c.aui wer­ben. Die leitenden Perfönlichkeüen sind bereit! in Limburg eingetroffen.

= (Frankfurt a. M., 18. Mai. Der hier wohnhafte .18jährige Eisendreher Lorenz Welzen- Heimer zündete in Karsbach (Untcrfranfeiv, weil tlymi dfort nicht die gewün schten LebenS- mittel verabfolgt wurden, ein Bauern- g c h ö s t an, nx>bci ntehrere Scheunen mit reidyc» , Vorräten in Flammen aufgängnt Das Würzbur­ger Volksgerickyt veru rteilte den Burschen für biefe i Tat zu vier Jahren Gefängnis.

= Frankfurt a. M., 18. Mai. Die De­monstration der Mehrheitssoziali- ft etrt gfcgen den Gewaltsrieten, die Samstag nieh> , rere Taufend Personen auf dem Römer berg zue fomniemiefülyrt hatte, wurde von ben Sparta-

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