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p»ßfch«N»>i«:

jreeneri a. M. 11686

Erster Blatt

169. Jahrgang

Montag, p. Mai 1919

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

SwlMugrnmddruck «. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Zteia-ruckeret H. Lange. Zchriftleitang. Seschästrstellr u. Vruckerel: 5chu!str. 7.

Annahme »en LnzetgeM f. i ir iaaeanimunet Olt junt 9lrtcbmiuati vorder o6nr irbf b ibnibiicUeit öcütn.'ttile:

für örtlicheinjfigen 25 Bf. Jüt auireärttfle 30 für 91 eKamen SHt.l. - uebfi 20* ,Ieue- runa-zul t laa;iUahvet- fclir»n 2V H lluld'la.v feauvtliltnHeiter: Äug. tfeoen. tlnaiitiDorthofi hu l'olit t: Äug. ^ortz. für beiulbnjen teil: Dr. 9xembot 3*nii für den llineirteiueii; ü. t*ed; fäniiiid) in Dieben

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1 unbedingt retten. Tie Pfii komm.siion, bk unsere Wi

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nicht vereinigen lassen.

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deutschen Volles über diese Pläne Andruck ge­geben hatte, ergriff Ministerpräsident Scheide» das Wort zu folgender Ansprackst: In

Unerhörte Zensur im besetzten föcbict.

Berlin, 17. Mat. (Wolff.) Gegen dir Art, nie von den britischen Zenf urbehörden auf bk lrnksrheinischc deutsche Presse nräbren:) ter Friedensverliaiid! ungen <cingcroirlt ivirb, lieft, die beulfdK Wafsenslidstandskommij ion in Spa

tmtfr- und Wittsck^iftS-1 ständig entzogen Für eine Neide mti (taitdlw genzen, bereu selbstloic Lebensarbeit der -tesamleie »lulturirelt zuguie kam und roei.erljin zügle ge- .jmmen luäre, bedeutet dies den Zusammen beuch. 21 itrf) die Studierenden, die sich an andere Univer­sitäten wenden nrollten, wurden durch eine abso­lute Doslsperre gescltädigt, durch die alle Akten und Prüiungspapiere unabqeifiert blibcn. In» ?mbre 1870 stand über der Schwel le dr Dissen- schäft: Hic ost civitas dei. Bor ibr hörte damals alle Feindsklxift auf. Betreffs dessen, .vas ietM geschah, /teilen jptr objektiv die Tatsachen zu­sammen und überlassen das Urteil den alads-

Sonnabendsitzung des Staatenvats feftgetegt C4roi Rantzau in Lpa

Berlin, 17. Mai. Graf Rantzau heute von Versailles nach Spa, um dort

anzleben lotitwllieren füll, bie Iiitcnialiona'.i s ecui g unserer Flüsse u w find Beilimmuugc dtze fid) mit einem denwkiaiiichen Staatswcscn

Samstag stattfinden.

Sitzung öes 8ric6en$ausl(f)u||es.

Lil in ire ... MW treffe». 41 e hierin nASrle IcMdos ien u. «u er auS«c irafltrniiroi t rwndeL en ab Kerl

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Widerspruch der dänischen Regierung gegen einengen ischicn deutsch- dänischen Staat".

Kopenhagen, 18. Mai. (Wolff.) Tet Minister des Aeußeren Scaveitus sprach sich gestern in einer Versammlung der radikalen Links­partei in Aalbourg u. a. folgrndermaßen aus; Ich bm überzeugt, daß die alliierten und asso­ziierten Mächte, welchen das dänische Volk für seine Wiederoereinigung dankbar ist, nicht wollen^ daß die glänzenden Hoffnungen der Ration für die Zukunft sich verfinstern sollen durch Den Ge­danken an Gefahren und Schnnecigleiten, die mit der Anwesenheit eines betracht ichen deutschat Volkselementes innerhalb her neuen Grenzen Dä­nemarks verknüpft sind. Es kann nicht im In­teresse der alliierten und assoziierten Diüchte liegen^

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nach sich ziehen müßte. Jedenfalls findet bir 1 deutsche Regieiung die Zumutung, bm Artck 1 ihrerseits anjunebmen, mit ihrer Würd' nicht verein bar. Zu den Bedi. g mgen, bii dazu bestimmt scheinen, die Wi^eraussöhnuna bei Völker vielmehr zu verhindern als mvzubahnen g.hott der Ariikil 438, desen un heil volle Folgen noch viele Jahre zu spüren sein würden. Um dies zu verhüten, empfiehlt die bcuifdr Delegation, ! einen gemifch en ÄusfckAiß von Sa.'iver ändigen einzufctzen, der den Auftrag l?ä;te, nuinllirf) zu erörtern, in milcht Weise bi Wukuiig n des Lkll' k i ges auf die d>riulidjic Mission am zweckmäßig^ei' geregelt würden.

(Sme deutsche Note über das Laarbecken.

Paris, 18. Mai. (Wolff.) Eine weitere Rott des -Grasen Brockdorss-Rantzau belrefienb das Saarbecken schlägt verschiedene Kombino tionen vor, nach welchen Deu'schland sich an der Au.beulung eben falls beteiligen würde.

Versaille s, 10. Moi. (WDB.) Tem Prä­sidenten der Friedenskonfevenz, Elementen u, ivurde am 17. Mai ehte weitere, das Saargel^ei (»treffenbe Note der deuischn Frieden ^>e.ega!i.m übergeben. Tie Note enthält, >vie die Pariser Prese bereits heute morgen miteilt, Borjchäge deutscher Sachverständiger zur Deckung des fran-

Berlin. 18. Mai. (Wolff.) In derDeut­schen SÜIg-mrcxn Zeitung" fdpxibt Neü.pmmi er Giesber iS, der am Samstag die Stikäacik nach Versailles ange treten hat, über den Frieden:

Keine Regierung Tarrn diesen Vertrag unter* scheiben mit der Ueberzengni'g daß er durchge­führt werden fSrnrte. Es i t glatt eine Unmög­lichkeit. Tas Bestreben der deutschen Friedens- delegalion chrd deshalb in erfxr Linie darauf

Hand ibtrmei i 11.

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Protest erbeben Tie britische ZensurbeHörde in Köln erteilte den Zeitungen in der britischen Äesatzuitgszone Weisung,gel/äfiige Kritiken" an tem Entiourf des Friedensvertrages zu vermei den. In Aussührung dieser dehnbaren Bor>chnit ist es den Zeitungen verboten, die Versailler Siebe Biockdorsf Rantzaus vom 7. Mai im vo.len Wort­laut abzudruclvn. Die Zeitungen soilten statt des feit vorgeschriebeue Auszüge bringen, die einen voll kommen falschen Sinn ergeben; ebenso wurde Der Avdruck des Ausrufs Eberts und Scheidemanns nicht gestattet. Turch solche Maßnalnnen wird die Bevölkerung der besetzten Gebiete einem un­erhörten Gewisienszwang untertoorfen. Tic Zei­tungen des besetzten Gebietes sind die einzigen! Blätter in der ganzen Welt, die nicht in der Lage waren, die Erklärungen der deutschen St.rotS- männer in Versailles und in Berlin miederzu^ geben. Ter Wasfcnstillstandsvertrag gibt den Bc- satzungslvHörden kein Recht auf derartige Girr*« griffe. Tie britisch Zensur darf sich nur auf die Bedürfnisse der Besatzung erstr?cren: ferner l>at die Bcsatznngsbehörde fein Rech, einen Teil &e.- deutschn Volkes in seiner schverst'n Stunde daran zu hindern, die Wahrl^eit zu erfalyrcn.

Köln, 18. Mai. (Wolff.) Tie britisch Be­hörde verbot bis auf weiieres alle Ben-samm* liungen der Zentrumspnrtei. Es dürfen auch solch Versammlungen der Zentrumspartei nicht statt finden, die bereits genehmigt worden waren»

Die VergewaNiguug der Universität Straßburg.

Ter Senat der LZ erl iL.e r Universität

tlne deutsche Note über die Missionen.

Versailles, 18. 9Jiai. (Wolff.) Dem P'ä* stdemen der Friedetrsfonserenz, Elemenoeau, wurde heule folgende Note des RcichSminiiiers Grafen Llockdorif stiantzau übcrg l>en:

Bi-saülcs, 18. Mai 1919. £>err Pr. silent!

,Seit mehr als 20J fahren hrchen deutsche Missionare beider djrii licht Kvnfrsfionen in allen Erd eilen sich der velchofeir, sütlichn und Nntfchftlicl«n Ltebung der BevölVernng gewidmet. Titfe vielvcrsprcchnde Entwickltmg will man jäh abörechn. In der Tat, wenn der Artikel 438 zur ^ib'ffibrurg g Untren sollte ,fb würden die beut- Nfer. Mi sionen aus allen ihren Arbeitsfeldern, mit Ausnahme des hol Ltdischn Kolonialreich, giralisam verdrängt. Eie wurden ihrer wohl- CTno benen Rech beraubt und aus ihrer Di.k- fanrf-it gestoßen, für die sie sich bc'onders vor­bereitet und ausg bildet Haden. ')[bcr es steht h> br aus dem Spiele. Mehr als IV, Millionen jaufbrtverber und Schuler aller Rassen würden rbre g i ngen Führer verlieren und in die Gefahr » $ Rückfalles geinten. DerHeicht man den Artikel <38 des Friede: snttwurfs mit den Besrimmungen

Kong-äkie, die bar Echtz und die Freiheit der vusfwnen g loährlcistet, fo e:kennt man mit Be- stl. u-g, in w lchem Grave die Rechtslage der ä i lidxn Missionen verschlechtert mti> das Rertranen tt ihre Tätiget Derminbert wird, wenn Btan aus bolitifdm Gründen ihren supnarntionolen Uhanakier ania.et. Tie Missionen der Völker, tke t>on den alliierten und assoziierten Regierungen fcertreten werden, haben, wie die deutsch Tcle- ßa Lni gern mrei^ciatl, §>erl.Vrragendcs und Vvr- büdstckes g leistet.

St. Germain und Versailles sind beute zwei Friedensdelegationcn versammelt, die deutsch» österreiä s 'ch und die veichdeutsch. Sie sind nur wenige Kilometer voneinander getrennt, aber die Entememänner wollen diese Trennung dennoch am liebsten qu emer dauernden, zu einer unüberseh­baren madtm und Hindernisse am lärmen, die eS Uns nich ermöglichn, endlich wieder zusammerv» zukommen. (Pfuirufe.! Ach, wie kurzsichtig macht Daß! Man sieht es nich in den feindlichen Län­dern, dah es nichts nützen kann, wenn man versucht, uns db gewaltsam au-einanderzuhalten. Die in St. Germain versammelten Männer ebenso wir die in Versailles versammelten find sich einig im Ziele. (Bravo.) Mir wollen auf dem Wege über daS Selbstbestim» z ingsrecht i* dem großen schönst Ziele. Deutschland und Deutsch-Oesterreich wieder eins, eins an vaupt und Gliedern. (Braoo.)

Sine Elbstimmung im Osten.

Kattowitz, 17 Mai. (Wolff.) Wie wir hören, Hal auf der Leinitz-Grube eine Abstimmimg unter der Belegschaft ergeben, daß 1500 Berg-. (eu t e für das Verbleiben beim Reich und 15 für den Anschluß an Polen find.

midxn Bürgern der Welt.

Heue Nundocbungen.

Berlin, 18. Mai. (WTB) Im Lustaarke, versammelte sich morgens eine unübersehbare Menge von Ausländsdeutschen und zog in .'indrucksvollem TemonsttationSzuge nach der Wil- helmsttaste, wo sie durch eine Abordnung dem Reichspräsidenten El^rt und dem Ministerprält- dent.n Scheidemann eine Resolution ül'erreidxn ließen, in der es heißt: Auf Veranlassung de» Rates der Reichsdeutschen im AuSlande" erheben die beute im Lustgarten in Berlin versammelten, nach vielen taufenden zählenden Auslan Sdeuischcn schärssten Protest geg<n die Vergewaltigung, die Deutschland durch die unerhörten FnedenS- bedingungen erleiden soll. Dem ftürmt- schen Drängern der wartenden Menge nach-, gebend hielt der Reichspräsident vom Bal­kon des Reichsamtes des Innern auS eine An-i spräche, in der er sagte:Sollte sich die deutsche Regierung dem internationalen iöan^l widmen, so soll sie in dieser Dinficht. keine Rechte, Vor­rechte und Freiheit der Souveränität haben oder so angesehen tverden, als ob sie fold)c hätte", heißt es in den *Friedens(^dingiingen. Meine Herren! Tas ist neben vielem anberen eine lln- geheiierlichßit! Das Ausland, das deutsche Arbeit, deutschen Fleiß und deutsche Redlichleit kennt, wird eine Aechtung des Deutschen nicht zulassen.

Berlin, 18. Mai. <WTB.) 3h einer ein­mütigen Kundgebung der. deutschen Erwerbsstände und der Zentralen Organisationen von Iw- buTtfie, Gewerbe, Landwirtschaft uiü> £>anhd geaen den Gewaltsrieden bezeichnete der Vertreter der Landwirtschaft, v. Levetzyw, den Friei«rsoov- schlag der Entente als-einen Mordfrkeden.

_ ^Bfdim 18. M«.'(ATB.) Elf nach Ber­lin enhan6tc Berktcle^ her Bürger, Dauern u* Arbeiter ,ErmlandS, Masurens aus allen von dem großpolnischen Imperialismus bedrohten Kreisen Ostpreußens erhoben bei der Reichs- und S.'aalsregierung flammenden Protest gegen die Absicht der Feinde, die treu altvreußische und die treu deutsche Gesinnung der Masuren und Erm- lander durch die Erzwingung der Abstimmung in Frage zu stellen, die im Widerspruch zu den Wil- wuschen Bedingungen steht und roe'xr frei noch gerecht ausgesührt werden soll. Sie beauftragten drei Delegierte nach Versailles zu fahren um den Häuptern der Alliierten zu beweisen, daß sie von irncr falschen Masurenvertretung gröblich belogen- wurden.

Berlin, 18. Mai. (WTB.) Zu vielen Tau­senden /batten sich heule mittag geyn 12 Uhr Deut sch-Oe st erreich er und Deutsche auf dem Wilbelmsplatz und in der Wilhelmsstraße vor der «Rteiwskanzlei ein gesunden, um gegen die Be­strebungen, Deutsch-Ocsterreich von Deulschiand für bauernb lloszureißen unb zu tremum, ^u proto^ stieren. Nachdem eine Anzahl deuhcher und deutsch-österreichisckier \Sir5ner der Empörung des

Reichsfinanzminifier Sern bürg über Finanz­fragen zu beraten. In seiner Mivcsenheit, die bis Montag dauert, wird Präsident Le inert die Friedensdelegalion führen.

Wie dasW. T. D." zu der Reise Brockdorff- Rantzaus nach S pa erfährt, ha'-en die Besprech- unoen des Grasen mit Reich?mimster Tern- bu r g den Zubeck, eine persöulick)c Fülstungnalime zwischen der deutschen Telegation und der Ber­liner Regierung l-»rzustellen. CSne Reise nach Berlin ist unmöglich, weil die Hin- und Rück­fahrt mehrere Tage in Anspruch nehmen würde und die Anwesenheit des Grafen Brocff»orsf in Versailles wegen des baldigen Ablaufs der Frist für die UcI>errcicfniTig der deutschen Gcgenvor-4 schlage unbedingt notwendig ist.

Die Verhandlungen mit Oesterreich.

Versailles, 18. Mai. (Wolff.) Wie ,,In- transigl'ant" berichtet, fand gestern die erste Füh­lungnahme der österreichischen Delega- tions-Mitglieder mit den Alliierten statt. Es wurde die erste Plenarsitzung der französischen, englischen und italien scheu Delegierten mit vier österreichischen Sachverständigen zur Besprechung der Frage der Verproviantierung Oesterreichs ab­gehalten.

Paris, 18. Mak. (Reuter). Eine Bestim­mung im Friedensvertrag bezüglich der Forde­rungen an Oesterreich sieht die Bezahlung einer Entschädigung von 5 Milliarden Mk. in Gold vor.

Versailles, 18. Mai. (WTB) ^Echo de Paris ' beruhet, dar derVertrogmrtOeiter- re i ck, iiemlid? umsang eich werde:! wird, denn er enthält zahlreiche Klau sein, die sich bereits in dem Vertrag.' mit Deutschland befinden, so der Em- rourf für den Vöick.rbmrd usw. Mit der Abfassung der nur für Oe terreich g Ligen Bestimmungen ist noch nicht begonnen. Genau ate es bei ber deut- schm Teleaation der Fall war, scheint auch die öster­reichische Telega.ion IZLigrr warten zu müssen, be­vor sie den Vertrag erljält. deute erklären die Blatter, die Ueberreichung des Vertrages werde vo aussch lich am Freitag, wahrscheinlicher jedoch

öerfitäten derejt:

Als bic deutsche Refnerung 1870 von.Straß­burg Besitz nahm, zunächst noch als 'Kriegsmacht, erst feit 1871 als fricdensmäßige Besitzerin, fand sie drei Unioersitätsteile vor: eine prvtesiantisch?- tlieologische Fakultät in Anlehnung an das TlZo- masstift, Acadämie des Troits und eine F.r- cult6 de .'DJZebtchie. Sie ließ die Lehrer und die ganze wissenschaftliche Arbeit ungestört. Wer bleiben oder lueitcrarbciten wollte, der war will­kommen. Noch im Mai 1872, als die neue Ge- samtuniverfflät Straßlmrg ins Leben tr.rt, waren zelm Proskfioren an der ehemaligen Academie tätig, und sieben Professoren der medizinischen Fakultät fülwten den begonnenen Jahreskursus zu Ende. Wer sich nicht selber weigerte, an bei- neuen Universität weiter zu dienen, wurde gerH übernommen. Ties taten an der theologischei? Folultät die Ordinarien Bruch, den der Kaiser zum ersten Rektor ernannte, Baum, Cunitz und Reuß, an der medizinischen Fakultät die Pro­fessoren Aribenas, Joessel, Stroh! und Wiegen als Ordinarien; an der philosophischen Weber, sowie der Gvmnasialprofefsor £xib: in der natur­wissenschaftlichen Fakultät, ber Museumsdirektor Schimper und der Gnmnasialprofefsor Roth. Al er auch solche französischen Professoren, die nicht in die neue Universität übertraten, wie der Kliniker Schützenberger u. a., sondern skch offen auf die frenzösisckie Seite stellten und namentlich bei der Verwaltung des Bürgerspitals, wo man ihnen ihre Abteilungen beließ, nicht geringe Schwierig­keiten bereiteten, wurden ruhig in ihrer Stellung, belassen; man behelligte sie auf keine Weie. Sie bunten zum Beispiel in der Berwaltungskommi!- fion des Spitals wie vorher die französi che Sprache gebrauchen, obwcchl sie bet Verhandlungen mit elsässischen Landleuten, die kein Franzö isch oer- stonden, recht gute Teutschkenntnis verrieten. AIS bie französi'che Regierung 1918 auf Grund des Waffenstillstondsalckommens vorn 11. November Straßlmrg in Besitz nahm, liehen französische Beamte am 30. November dem Rektor sagen, er sei abgesetzt, und verlangten von den Jn- stittttSlei'ern bie Namen altelsässischer Studenten, damit diese die Institute übernehmen könnten Am 1. Dezember wurde ungefähr einem halben Dutzend Professoren die A drei se anbe^vhlen^ Das Geväck wurde ihnen auf 40 beschränkt. Sie mußten am nächsten Tage aufbrechen :mb auf der Rheinbrücke anderthalb Stunden warten, wobei sie der Beschimpfung preisgegeben wurden Am 2. Dezember gelangte an die Dekane und Institutsleiter vomTirekwr des öffentliche Unterrichts", gezeichnet Euoen Müller, einq Verfügung, wonach die Vorlesungen und Uebung-n mit diesem Tage s u s ven diert und die Prü­fungen in derselben Woche beendet werden sollten. Derselbe Müller erklärte es für aussichtslos, die Weiterzahlung der Gehälter vom 1. Januar ab auch nur zu berühren. Im Januar ertolgten, zwei weitere Ausweisungen, so daß jefct tatsächlich fast die gesamten Professoren unb zenten der Straßburger Universität im (rnl sind. Tie Abziehen den durften diesmal 100 Kilo Ge- oäck mitnehmen. Aber inzwischen war o ler alt» oeusicher Besitz, beweo icher und unbeneglicher, se­questriert und der lT ran spott von Möbeln und 'xrnleicfm ausdrücklich untersagt worden. Tie Pnoat.ibiiotheken, Sammlungen, Instrumente, Präparate, Dlanuskript^ Tun das ganze .mssen- ichaftlicbe Arbeitszeug, vhne das der Gclehtte lahm» Nieieat ist. wir« hierdurch den Vertriebenen ooll-i

zösischeu Koi.'lenbedarfes durch geeignetere Mittel, als die im FriedenK.mtwurf vorgesehenen. Die Veröffentlichung des Wortlautes der Berfchlägc ist für deu Fall in Aussicht genommen, daß hierauf auch von der gegiverischen Seite Werk gelegt wird.

Eine neue Note über die Ausländs­deutschen.

Paris, 18. Mai. (Lavns.) Eine weitere beutfde Note bette!send bic Deutschen im Ausland wurde heule vormittag Elemeuceau überg. den.

Vie zriedenrvkrhandlungkn.

Paris, 16. Mai. (SSflff.) 5>ar«S. Tie di- ploma: sche Lage. Tie Mim er des Aeußern nah­men die Berick-te der Kommissio.i für bie Fest- fetzung der bulgarischen Grenze an. .Ter Viererrat wird die Antwott^den Protest des Grafen Brocktorff-Rouhau a.^U.die Be setzun^ des linken Rhe inuse rWu nd des Saarbek- kens endgültig feftlegnt Llohd George war am Fieitag abenb noch nicht noch Paris zurück^efehtt. Er befichaigt in den befreiten Gebieten bte eng- lifd.rn Truppen. Tie Veröffentlichung des Frie- deusvettrages wurde prrizipikU beschlossen, aber die Ausführungsmodali'äten werden erst m der

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wird bie Entente einlenken?

Die deutschen Kundaebungen gegen den grtüullfiiebcn gehen noch immer mit gleicher Leidenschaftlichkeit fort, und im Ausland taut M Ers des Hasses und der Mißgunst lang fam aus, nur nicht bei den Nächstbeteiligten, Frankreich und England. Wir wollen uns auf das Bedauern, das Mitleid der Welt, ja nichts 1 niibilhen. Da wir nicht mehr stark und mäch­tig, sondern, wie eS gewünscht wurde, schwach unb ohnmächtig sind, legen draußen viele die Rute der Schmähung und Drohung aus der Hand Ja, es werden auch im Aus la nde mehr unb mehr Warnungen gegen die Jmperialsi ften in Versailles taut. Von Dänemark wird dies in inö^ehcr Weise besorgt. Die dänische Regierung bekräftigt aufs Neue, daß sie kein bcuifd)ed Land beherrschen möchte, locil dar aus nur Unfriede und neuer Kampf erwachsen würde. Die amer kanifche Stimmung läßt sich noch md)t vollständig übersehen Wilson soll seine Absicht kundgctan haben, sich nicht mehr Wiederwahlen xu lassen. Ob bezüglich des Friedens feine Tatenlust und Energie gesun­ken ist. lassen die Vorgänge im Westen nicht vteirncn.

Unsere Feinde haben es einstweilen noch verboten, den Vertragsentwurf im Wortlaut zu veröffentlichen, da er, so soll Lloyd George gesagt haben, weder unterzeichnet, noch rati­fiziert sei Sie hatten sich anfänglich auch ge­sträubt, überhaupt längere Auszüge bekannt tverden zu lassen. Man kann nur wünschen^ daß ein Rest von Scham und die Erkenntnis dabei mitspiclen, diese auf papierenem Boden gepflanzten Bäume würden am Ende nicht in den tzinnnel wachsen, und die Enttäuschung der eigenen Völker würde dann den Gärtnern gefährlich werden.

Don verschiedenen deutschen Regierungs- teffen wird aufs neue bekräftigt, daß an eine Interzeichnung dieses Friedens nicht zu tenfrn ist. Ebert fügte einer solchen Festste!-- Iung neuerdings hinzu:konnne, was da kom­men Ina*#''~5Hi!hef*bUlltd)cr toifb es, daß bf^l^ner fid) um schöne Grundsätze keinen Deut mehr kümmern wollen. Die Engländer verbieten in dem von ihnen besetzten Gebiete die Veröffentlichung der Noten Rantzaus, mit der Begründung, daß dies eine leidenschafv- liche Bekämpfung des FriedensoertrageS be­deutete, und eilte solche könne nicht zugclasscn werden. Das ist die Freiheit, bie viel­gerühmte Freiheit, bie uns bie edlen Vor­tänzer ber Menschlichkeit bringen? Ferner haben sie es bewirkt, daß in der Pfalz eine Be­wegung das Haupt erl ebt, sich zu trennen vom gleiche und eine selbständige Republik, also eilten Pufferstaat, zu bilden, der dann nalür- irf) zu gegebener Zeit von Frankreich ver- chlungen wurde! Deutsche sollen ihre Namen kuu hergegeben haben! Es mögen sich einige olcher Verräter gefunden haben, die Propa­ganda, Zwang und Druck ber Franzosen mö­gen einige Wirkung tun. Aber der Wille des Dolles in der Pfalz nein, der wird mit Fußen getreten! Nimmermehr hätte man glauben mögen, daß ein W.lson, was man auch sonst von seiner Ehrlichkeit gedacht ha­der. mag, sich mit einer solchen Sorte un­verfärbter Annexionisten zusammentun würde!

bingeben, unsere Gegner von der Unerfüllbarkeit zu überjeujrn unb möglichst 'zweckemsprechmde Die deuffche Delegation vermag daher nicht I Gegenvorfc'Züre zu mache:i. Deutschttnrü muß fern glauben, daß di.se Regiettingen sich der dcpra-- na bnnk5 und wittsck^silickies Eigewieben, strnr

tocubai FolAUi bcwuß: sind, die der AttiLl 4381 Souveränität und Selbständigkeit als StaatÄvefen