Ausgabe 
16.6.1919
 
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Montag, 16. Zum |919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

Sefchästcg

Walldolj

JAHRES

sie

die

Gegenseite einen Gewattfrieden, so mag ihn sich holen!

Deirtsch-schweizerisches Handels­abkommen.

Ser n, 14. Sinti. (Wolffs Der Bundesrat inch die deutsche Regierung haben gestern das Ab-- toirrmen über den Aussilhrvertclxr Zwischen der Schweiz und DentschLcrnd ratifiziert:

A. Nach demselben erteilt Deutschlatch Kus-

Nr. 13'

«Der »«etzener Anzeiger erscheint täglich, außer bann- und Feiertags.

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Berlin, 14. Ium. (Wolff.) Durch Presse gehen widersprechende Nachrichten über die Gestaltung der künftigen Getreidebe- ivirtschaftung. Zur Aufklärung wird von

Zuständiger Seite folgendes mit geteilt: Da der Zuständige Ausschuß der Nationalversammlung sich mit der Sache noch nicht befaßt hat, kann noch gar nicht gesagt werden, inwieweit die der­zeitige Zwangswirtschaft abgÄwut wird. Die biK- herigen Erörterungen gingen bei Hafer und Hül- scuscüchte dahin, bestimmte Mengen int Wege der Landlieferung zu erfassen und den Rest vollständig freizugeben. Eine auch nur bedingte Aushebung der Zwangsbewirtschaftung der Gerste ist zwar eingehend erwogen, steht aber nicht mehr in Frage, da unter den bestehenden Verhältnissen, namentlich bei der Unsicherheit der ausländischen Zufuhren, die ganze für den Selbsb- versorgerbedarf, für Nährmittelherstellung und Jn- dustriegwecke nicht erforderliche Gerste als Brot- streckungsmittel beansprucht werden muß. Aus­drücklich muß darauf hingewiesen werden, daß alle Maßnahmen, die vielleicht eine Erleichterung der Zwangswirtschaft mit sich bringen werden, sich ausschließlich auf Erzeugnisse der kommen­den Ernte beziehen. Alle zurzeit vorhandenen Vorräte aus der Ernte 1918 sind nach wie vor durch die Reichsgetreideordnung der für die Ernte 1918 eingeführten Zwangsbewirtschaftung unter» stellt, sie bleiben also beschlagnahmt und müssen, soweit sie nicht von den Selbstver­sorgern aus gründ gesetzlicher Ermächtigung zu- rückbehalten werden dürfen, abgeliefert werden. Die Erfüllung dieser Ablieferungspflicht ist gerade jetzt ein besonders dringendes Gebot, damit auch für den Rest des Wirtschaftsjahres die Belieferung der Bedarfsb^irke mit Mehl und der gesamten Bevölkerung mit Nährmitteln keine Stockung er­leidet.

Schwere Unruhen in Lübeck.

Lübeck, 14. Juni. (WTB.) Seit heute mor­gen herrschen hier schwere Unruhen, die zu zahlreichen Plünderungen führten. Der Nathaus- felier, verschiedene Weinrestaurants, Kaffees und Hotels wurden vollständig aus geraubt; ebenso wurden zahlreiche Lebensmfttelgeschäfte ge­plündert. Anlaß dazu gab die schlechte Ver­sorgung mit Lebensmitteln. Vom Senat wurde einer Kommission von Arbeitern zugesichert, daß am Nachmittag Fische verteilt würden, ebenso Speck. Die Unruhen dauern noch fort. Durch das Einschreiten, organisierter Arbeiter, dte etne Schutz­wache für einzelne Restaurants usw. bildeten, ist dem Plündern ein Riegel vorgeschoben. Nur in.den 23orfttoten und Nebenstraßen wird noch weiter geplündert. Die Leute bringen in die Woh­nungen ein und suckicn nach L^bensmittcln. -Labei kamen wiederholt Diebstähle von Wertsachen vor. Ein großer Teil dec Bente wurde den Plünderern von organisierten Arbeitern wieder abgenommcn

Deutsche Ferieukinder in Norwegen.

Kristiania, 14. Juni. (WTB.) Heute abend 8 Uhr traf der erste große Transport deutscher Ferienkinder hier ein. Es waren im ganzen 530 Kinder. Der Zug fuhr direkt zu der Festungsturnhalle, wo ein Empfang stattfand. Die Kinder wurden zu­nächst ärztlich untersucht. Darauf wurde ein Teil von ihnen von den norwegischen Famr- lien abgeholt, bei denen sie Unterkunft finden sollen, die übrigen wurden für die Nacht in der Festungsturnhalle untergebracht.

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Ein Sturm auf da» BezirkSgeiängnls in Zürich.

Zürich, 14. Juni. (WTB.) Die Arbei­ter-Union berief am Freitag abend eine Versammlung ein zum Gedächtnis an Rosa Luxemburg. Nach verschiedenen Ansprachen wurde die Mitteilung gemacht, daß der Hrbeitersekretär Konrad Wyß vor zwei Tagen an der Schweizer Grenze ver. haftet worden sei und in das Be^irksgefäng- nis Zürich verbracht wurde. Hierauf zog die Menge vor das Gefängnis unD stürmte dieses. Die Bedeckungsmann- schaften des Gefängnisses eröffneten das Feuer auf die Stürmenden, worauf in gleicher Weise von der Menge geaittworter wurde. Der Arbeitersekretär Wyß wurde schließlich von dem Gefängnispersonal frei­gegeben, worauf der Tumult sich legte. Bis 12 Uhr nachts waren 16 Verwundete ms Ka-utouspital Zürich eingeliefert werwn, von denen zwei bis heute morgen gestorben stnü.

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Die neuen Bedingungen.

B e r s a i l s, 15. Juni. (Wolff.) ImE chio

de Paris" schreibt Bertinaur: Was man ton der Antwort der Alliierten aus die deutschen Gegenvorschläge, die am Montag überreicht wer­den, kenne, sei leider nicht beruhigend. Tas Blatt fährt ifort: Was Polen anbelangt, so ha- ben wir die von Lloyd George vvvgeschlagone Bollsabstimmung angenommen, indem luir uns be­mühten, gewisse Garantien, welche wir als ein kchutzmittel betrachteten, 15u erhalten. Was die Artikel über die milftärische Besetzung des linken Rheinufers anbeirifft es hat ich jemand am Viererrat gefunden, der sie voll- ifiirbig unterdrücken wollte, so find diese wohl Vvas retouchiert 'worden. Wir werden es ja am Nvntag sehen.1 In der Frage der Wiedergut­machung (Commission des Reparations'^ werden die Deutschen zu kontradiktatorischer Debatte auf» sefordert. Man erkennt ihnen das Recht zu, Bor- mge zu machen. Während sechs Monate nach Friedensschluß werden wir ein erbittertes Feil­en sich absvielen sehen. Schließlich ist es leider -^gebracht, die am letzten Samstag vorn Aussckpiß frr Gesellschaft der Nationen angenommenen vier keschlußanttäge in .Erinnerung zu bringen, wv- imch 1 Deutschland in naher Zukunft in die Ge- ^llschaft der Stationen aufgetwmnren wird, 2. aus kefer Tatsache heraus 'anttschaftliche Einschrän- lmgen, welchen Deutschland durck den Vertrag miterworfen wird, verschwinden sollen, 3. die Sie- ßer eine Herabsetzung ihrer Rüstungen unterneh­men müssen, genau wie die Besiegten, 4. in den lriidern, w-elci-e Deutschland abgenommen werden, °e deutschen Minderhüten dem Schutze der Liga dr Nationen ^unterstellt werden. Im übrigen sind lr ursprünglich der deutschen Armee vorgeschrie- mien Effektivbestände für eine gewisse ZeiÜmuer m unvorsichtiger Weise verdoppelt worden.

Welches sind nun £>tc Gefahren eines so abge- Merten Vertrages? In Anbetracht des Zufatz- ötrageS, welcher im Kapitel der Wiedergnimach- vig ein gefügt wurde, braucht Deutschland seine Unterschrift unter den Vertrag nicht mehr zu ^ttveigern, um seine zersetzenden Verhandlungen

Die Behandlung der Bevölkerung im besetzten Gebiet.

Versailles, 14. Juni. (Wolfs.) Wie der Bvn Soir" berichtet, soll ein nmerifanii-dier Leut­nant, toelchec ber Rl-einschsiffahrtsörmmifsion at­tackiert ist, vor einiger Zeit Wilson auf die wen i g befriedigende Behandlung, die nach feiner Ansicht der eingeborenen Be­völkerung von den Milttärbchörden zuteil werde, aufmerksam gemacht haben. Wilson über­mittelte den fraglichen Brief dem Viererrat und verlangte die Entsendung eiii.es interalliier­ten Ausschusses au Ort und Stelle mit dem Auftrag, den Berwaltungsplan für die besetzten Gebiete aue&uarbetten. In dem Ausschuß ist Eng- land durch Lord Robert Cecil und Frankreich durch Loucheur vertreten. Die Restmeldung desBon Soir" mit etwa 20 Zeilen ist von der Zensur gcsttichen worden.

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Nasen-. Haislet echstu"de Fernruf 064

und nach einer Sammelstelle gebracht. Tie Sicher­heftswehr hatte sich geweigett, einzuschreften.

Ein Spartakistenprozcß in Stuttgart.

Stuttgart, 14. Juni. (WTB.) In dem Aufruhrprozeß gegen die Spartakisten Hörnle und acht Genossen, darunter der frühere württembergifckse Kriegsminister Schreiner, verneinten heute die Geschwo­renen nach zehntägiger Verhandlung sämt­liche Schuldfragen, worauf die Angeklagten von allen ihnen zur Last gelegten sttafbaren Handlungen unter Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse freigesprochen wur­den. Der Anklage lagen die Vorgänge in Stuttgart am 8. und 9. Januar d. I. zu­grunde, wo die Angeklagten an der Spitze einer teilweise bewaffneten Menge vor die Gebäude des Arbeitsministcrimns und des Ministeriums des Aeußern sowie vor das Rathaus zogen und dort die Abdankung der Regierung bzw. die Absetzung der bürger­lichen Kollegien zu erzwingen suchten. Die Menge drang insbesondere auch in die Ge­schäftsräume desNeuen Tageblattes" ein, deren Einrichtungen für die Zwecke der Spar­takisten beschlagnahmt wurden. Zum Blut­vergießen kam es nicht.

Die Bewirtschaftung des Tabaks.

Mannheim, 15. Juni. (WTB.) Die süddeutschen Fachvereine des Tabakge­werbes lehnen die Errichtung der gekantet! Außenhandels stelle für das Gewerbe ab, da sie sich von der Notwendigkeit-dieser Gründung nicht überzeugen können, sondern sie geradezu für gefahrvoll ujtb s chä d- lich für das ganze Gewerbe halten. Eine weitere Zwangsbewirtschaftung des Tabak­gewerbes sei nur für eine begrenzte lieber» gangszeit nötig. Zur Kontrolle der Einfuhr und Verteilung sollen die Detag und Zttag, solange es die Rücksichten und die deutschen, gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse erfordern, bestehen bleiben und unter Ausschaltung der Zentrale den Uebergangsverhältnissen ent­sprechend umgestaltet werden.

Paketsendungen «ach Deutschland.

Berlin, 14. Juni. (WTB.) Die kürzlich durch die Presse gegangene Notiz derDaily News" vom 29. Mai über eine Bekannt­machung des Board of Trade über den V er­fand 'von Fünfkilopaketen nach Deutschland ist wie folgt zu ergänzen: Pakete, die auch Kleidung und Wäsche ent- halten dürfen, müssen Geschenke von Einzel­personen in England an bestimmte Personen. Verwandte oder Bekannte in Deutschland fein. Bezahlung von deutscher Sette ist aus­geschlossen. Wer in England mit Angehörigen oder Freunden in Verbindung ist, von denen er Sendungen erwarten könnte, dem wird empfohlen, den Betreffenden an die einzige für den Versand aus England authorisierte Stelle: Friends Cnergency Comitee, 27, Chancery Lane, London W. C. 2 zu verweisen. Näheres teilt auf Wunsch die mit dem Weiter­versand innerhalb Deutschlands bettaute Auskunfts- und Hilfsstelle für Deutsche im Ausland und Ausländer in Deutschland, Ber­lin N 24, Monbijow-Platz 3, mit

Die neuen Auseinandersetzungen mit der Entente.

Heute soll unserer Delegation in Ber- lailles das neue Buch des Friedens mit den GO Seiten überreicht werden. Nach allem, Ms über seinen Inhalt verlautet, sind auch Hefe neuenVorschläge" unannehmbar. Zchon in der Regelung der Ostfragen ergeben sich unversöhnliche Widersprüche. Die Entente miß Volksabstimmung in Oberschlesien zuge- slchen, sonst aber alles beim allen lassen. ,2er deutsche Standpunkt liegt in einer Re­gierungserklärung fest, die an die deutsche Bevölkerung ster Ostprovinzen gerichtet ist unb die wir nachstehend wiedergeben. Ge­gebenenfalls soll der polnische Vormarsch mit Waffen gewalt zurück gewiesen werden. Nach zuverlässigen Nachrichten neigen die .Polen dazu, gewaltsamTatsachen" zu schaf­fen, an denen bann keine Verhandlungen mehr etwas ändern könnten. Sie sollen be­reits deutsche Eisenbahnlinien zerstört haben! Die Armee Haller wurde trotz aller gegen­teiligen Zusicherungen für Deutschland äußerst bedrohlich, so daß die örtlichen deut­schen Kommandostettetl die wettere Durch­fahrt durch deutsches Gebiet hemmten. Dar­über ist jetzt eine Auseinandersetzung mit der Entente im Gange, deren Anfänge wir im vorliegenden Blatte mitteilen.

Wie hoch die Zuziehung des japanischen Vertreters in dem engeren Rat der Entente für uns zu bewerten ist, läßt sich noch -richt überblicken. Jedenfalls sind die zusammen unb verschiedentlich auch gegeneinander wir­kenden Machtpolitiker in Paris noch sehr wett entfernt davon, der Welt einen wirklichen Frieden zu geben. Um nur einzelnes zu er» ivahnen: China ist im Aufruhr über die allen schotten Grundsätzen hohnsprechenden Rechtsübertragungen auf Japan, in Ita­lien herrscht eine ganz gefährlich? Stim­mung, überall sind Arbeiterunruhen ausge- bwcAn, und derAvanti" schreibt, für den m Paris sitzenden Orlando fei die Lage hosf- mmgslos. Alles muß den Uebermut der .Sieger" herabdämpfen, und unsere Reichs­regierung muß zu diesem Zwecke ebenfalls alle vorhandenen Mittel antoenben. Will bie

ly TADT KTOBEK ijENHÖMEj kei u.piashk deutsooandS;

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General-Anzeiger für Oberhessen

Zwilllngsrunddruck u. Der lag: Srühl'fche Univ.-Such- u. Stemdruckerei S. Lange. Schristlettvng, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

Am unsere Allianz fortzufetzen. Erst in sechs «onaten wird . der Vertrag vollständig sein. ^Restlich Trrirb Deutschland auf den Fuß juri- Mter Gleichberechtigung mit dem Sieger gestellt. ; "tnc Befehle mehr an Deutschland, sondern Unter- ' KMungen, keine besonderen Bündnisse mehr, son- j mir eine einzige erlaubte Gruppierung, näm- , W die Gesellschaft der Nattonen. Keine beding- V'-gölose Verpflichtungen Deutschlands mehr. Wenn «M ihm sagen ünirbe, es habe nicht abgerüstct, v, tofirbe -es antworten können: Tie mich betrete i Abrüstung ist ein Teil der allgemeinen Ab- Etung. Kann man hoffen, daß bis Montag W Gefahr abgewehrt 'wird? Wir wünschen es, fr* daran zu glauben. Wir wollen lediglich "M warnen.

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ftihrbewilligungen für 1. Kohlen (Ruhrpvodukte) 50 000 Tmrwn monatlich gemäß dem Vertrage, der in Basel am 9. Mai 1919 zwischen der Rhei­nischen KMen gesellschäft und der Reedereigesoll- sckiast in Mil heim, an der Ruhr und der Schwci- zerisckien KoUengenossenschaft in Basel abgeschlossen worden ist. 2. Lücks rheinische Bra nntoh le n - briketts 12 000 Tonnen monallich unter der Voraussetzung, daß die alliierten und assoziierten Regiernngen die Beförderung ermöglickLN. Deutsch­land wird, foiaeit es die Verhältnisse insbesondere die Benutzung des Rheines und bet rechtsrl-ei.iri­schen Bahnen gestatten, alles irgendmögliche tun, um über die oben angegebenen Mengen hinaus Ausfuhrbewilligungen für Kohle zu erteiten. Es wird in dem ernsten Bestreben, die Schweiz mit Kohle zu versorgen, das Möglick>e tun, um die Lieferanten zur Lieferung cm3uteilten und den Transport zu fördern. 3. Eisen und Stahl. Deutschland verpflichtet /ich, den schivetterischen Wünschen bezügliche Versorgung mit Eisen _ und Stahl insbesondere durch (Erteilung der Ausfuhr­bewilligung im Rahmen des Möglichen nachzu- tommen. 4. Kalisalz, 20- ober 30prvzentigcs, 250 Wagen monatlich. 5. Thomasmehl 12.5 Wagen monatlich 6. Rohzucker als Ersatz für aus der Schweiz zu beziehende kondensierte Milch und Schokolade für die Dauer des Abkommens 250 Wagen monatlich.

B.Die Schweiz erteilt Ausfuhrbewilligungen über 1. Mil cherzeug nisse 50 Wagen monat­lich 2. Frischmilch für Lieferung nach Mög­lichkeit im bisherigen Umfange. 3. Vollreis 25 Wagen monatlich 4. Scho ko lad e ober Ka- kaopulver monatlich 250 Wagen. 5. Frucht- unb andere Konserven iFleischkonserven arrS- aeschlossen) 70 WaMN monatlich. G. Rindvieh Iür bie Tauer des Abkommens nach Möglichkeft bis zu 5000 Stück. 7. Ziegen sür bie Dauer bes Abkommens 2500 Stück. Rinovieh imb Ziegen sind vorgesehen für Lieferung im Herbst (beginnend Ende August 1919).

C. Tie vorgesehenen Austauschmengen verstehen sich per Wagen um je netto 10 000 Kilogramm. Die beiden vertragschließenden Teile sichern sich möglichst rasche und reibungslose Erleichterung bei der Erteilung der Ausfuhrbewilligungen zu. Sollte eine Stocttmg in der Ausfuhr ein treten, so ist der dadurch betroffene vertragschließende Teil berech­tigt, semersefts mit seinen Lieferungen nach voran­gegangener Anzeige entsprechend zurückWhalten.

l) Dieses Abkomm-rn über den Ausfuhrverkehr läuft vom 1. Juni bis 30. November 1919, doch hat jeder Teil das Recht, mft einmonatlicher Frist tederzeft zu kündigen. Dieses Abkommen wirb in zlvei Exemplaren ausgefertigt und von ben Dele­gierten des Deutschen Reiches unb des schweize­rischen Bundesrates unterzeichnet.

Ans dem Reiche.

Die Getteidebewirtschaftung.

Der Schütz der Gstarenzen.

Berlin, 14. Juni. (WTB.) Die entschlossene Sxlfe der Reichsregierung, die Ostprovinzen gegen ben polnisckxn Einmarsch mft bewaffneter Hano zu Mützen, geht an§ einer Erklärung des Reichste up knissars W i n r. i g hervor, zu bereit Wiedergabe die Presse ermächtigt wirb. Es heißt darin u. a.: Dte Bevölkerung des Ostens 'fou wissen, daß sie sich Ms bie Regierung verlassen kann. Die jetzige Re- yiettung wirb einen Frieden, der den Osten pceis- Abt, niemals annehmen iimb unterzeichnen. Die Regierung ist entschlossen, einen polnischen tEinmarsch in die strittigen Gebiete des Ostens mitben Wasfeninder Hanbabzuweh- r e n , ganz gleich, ob dieser Einmarsch noch vor Ab­bruch der Friedensverhanblungen gewagt werden sollte, was nach einigen Fällen an der Demarka­tionslinie nicht unmöÄich erscheint, ober ob er er- fiolgen sollte, nachdem oie VerHandlungen durch die Weigerung ber Reichsregierung, diesen Frieden zu Unterzeichnen, zum Abbruch gekommen sind; in jedem dieser iFLlle ist die Regierung bereit, einer polnischen Besitzergreifung ber Gebiete mit ben Waffen in der Hand entgegenzutreten. Sie setzt dabei voraus, daß bie überwältigende Mehrheit des Volkes zu den Versicherungen steht, bie in so vielen er bebenben Kundgebungen rum Ausdruck tarnen. Ich füge hinzu, auch wenn bie Regierung infolge ihrer Ablehnung bes Gewaltfriedens burch eine an­ders wollende Minderheit gestürzt unb durch Leute ersetzt würde, die zur Unterzeichnung des Ge- siwltfriebens bereit wären, werden wir uns im (Dften einer solchen Entscheidung nicht fb c u g e n. Die Bevölkerung des Ostens muß aller«- Vings bereit sein, bie Folgen einer solchen festen (Haltung auf sich zu nehmen. Der Kampf arm unsere «Behauptung im Osten wirb schoer fein, aber nicht aussichtslos, roenn die Bevölkerung nationale Diszi­plin hält unb opferwillig das letzte einsetzt.

Berlin, 14. Juni. (WM3.) Auf die An­frage De5 Vorsitzenoen der internationalen Wasfen- sttllstanbskommission in Spa, General Nnoant, ob sich die Nachricht von einer deutscher seitS veranlaßten Unterbrechung der Transporte ber Haller-Armee bestä­tig e , antwortete Er z berg er ,durch folgende Note:

Oenliche deutsche Befehlsstellen an der deutsch- polnischen Demarkationslinie haben ohne Wissen ber Obersten Heeresleitung unb ohne meine Zu­stimmung aus eigener Initiative auf Grund ber ihnen bekannt geworbenen, von mir General Du­pont in einer Note vom 12. Juni mitgeteilten Mel­dungen über po lnische Angriffsabsich­ten bie Hallerschen Transporte angehalten. Ich ersuchte Dupont um Mfllämng über diese Mel­dungen unb ersuchte um Abstellung für den Fall, daß die Nachrichten den Tatsachen entsprechen soll­ten. Die deutsche Regierung hat durch die loyale Durchführung ber Waffenstillstandsbtt>ingungrn vor dller Welt gezeigt, baß es ihr Bestreben ist, die fthwererc übernommenen Verpflichtungen zu erfül­len. Sie ist auch ernstlich gewittt, ben Spaer Ver­trag vom 4. April restlos durchzuführen unb hat dies wahrenb zweier Monate ttotz mancher BedeTr- ken ber deutschen Bevölkerung durch die Tat be- foiesen. Sie muß 'babei allerbings vorausfetzen, baß auch von polnischer Seite nicht gegen ben Ver­trag verstoßen wirb. Bor ber durch General Du­pont herbeigeführten Erllarung will sie die Nach­richten über polnische Angriffsabsichten nicht zur Grundlage ihres Verhaltens machen. Sie weift aber darauf yin, daß nach dem Artikel 16 des Waffenstillstanbsvertrages vom 11. November 1918 der freie Zugang Der Alliierten zu ben von ben Deutschen an ihren Ostgrenzen geräumten Gebieten lediglich zum Zwecke der Verpflegung unb Aitlrechft- erhaltung der Ordnung vereinbart worden ist. Die Ideutsche Regierung stellt das Aufhören ber Rück- Iq-abe des Lcermaterials lediglich als Tatsache fest. Die deutsche ReWierung kann ihre Bereitsckxift zur Durchführung der Hallerschen Transporte nicht besser beweisen, als dadurch, baß sie die örtlichen deittschen Befehlsstellen anweisen ließ, die Trans­porte vorerst fortzusetzen. Hinsichtlich der Rück- ®-tmg bes Leermaterials aus Polen über Frau- t erklärt sich die deutsche Regierung mit der in der Note vom 13. Juni durch Marschall Foch gegebenen tÄllärung befriedigt, erwartet aber ra- sicheste Wifflärung über die in der gestrigen an Ge­neral Dupont übergebenen Note enthaltenen Mel­dungen. >

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