Ausgabe 
16.5.1919
 
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von 1 bis 4 Uhr, tverden die Nummern 1301

bis 1500 beliefert.

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Antwort, freilich eine Antwort von nicht rode deutscher Art...

Folgen M BergarbeiterstrettS.

Berlin, 15.Mai. Die Vorstände

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Stettin, 1 svvcriiigs! bferf gestern pick toorben r ^roadit a litt der Oder v «fragte ,Men Bst hmrben,

Es scheint fast, als seien die Kölner Herren in einiger Verlegenheit, was sie zu diesen Fragen sagen sollen, denn es sind schon mehrere Wochen verstrichen, und noch immer ist keine Antwort eingegangen. Keine ^Antwort wäre in diesem Falle auch

ftar*m Neickrsgewalt, eines guten Verhältnisses zu seinen deutschen Nachbarländern iMd in Verzicht auf jede Benachteiligung von Minoritäten im Hauern oder minder entwickelten bisherigen Schwesterprovinzen?

Wcirn Ihre Antworten im Sinne des Schluss­satzes der Frage 8 bejahend au-fallen und damit ernste, weit verbreitete Ungewißheiten Hären Helten, so glauben wir nach unserer Kemrtnis der Verhält­nisse an ein einträchtiges Zusammenwirken nich' mir mit uns, die wir von der gleicl>en Gesinnung «rfüllt sind, sondern auch mit den niedersächsischen Bcstre'ur.gen und ihren ebenso aus Wiederaufbau und Wohl des deutschen Vaterlandes bedachten Führern.

Einheitliches Wirken der drei wcftelbischen Stammesgruphen must gewaltige Kräfte frei macnen zu begeistertem Schaffen für Reich und Heimat­land und dem deutschen Westen und Nordwesten den Platz und Einfluß im Reiche sichern, den er bisher vermißte uni ans den er nach Geschichte, Kultur und Wirtschastsmacht Anspruch hat.

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körper ung der in federn Lebewesen «ckhaltemn Lebenskraft hielt, eine große Rolle. Im Jahre 16li9 destillierte Brand den sckrvarzen Abdampf' - rückftand gefaulte menschlicher Abwasser aus einer Steinretorte, der eine gläserne Vorlage Bargt- kittet war, 16 Stunden lang mit allmählich immer mehr gesteigerten Feuergluten. Tabei beobachtete er, wie Wagner in GoethesFaust", wiedurch das Dunkel ein Helles weißes Licht erscheint". 8fl der Untersuchung der Glasvorlage fand er außer einer lichtausstrahienden Flüssigkeiteine Materie, die sich ganz hart an das Glas anlegt, ist mit Born stein" es war der erste in der Welt her­gestellte Phosphor. Brand glaubte, in der leuch­tenden Materie das Feuerelement rein abaesorwetz - zu haben und nannte feinen Leuchtstoff einfach F-euer" oderkaltes Feuer'". Er wußte jedoch e mit seiner -Ent^kung noch nichts Rechtes «mzu- fangen.

(k- wird eine Zeit einst kommen-

Es wird eine Zeit einst kommen, die über bit Not und über das Leid, mit dem wir uns heruvr- schleppen, hinweggefunden haben wird . .

eine Zeit, die über all die Kämpfe, in beitftt wir uns verbluten, lächeln wird, wie wir sM über Schmerzen lächeln, die uns als Kind einst , weinen machten . .

es wird eine Zeit einst kommen, in der bet , Mensch dem Getriebe und der Last seiner Sttdkg und dem Staube ihrer Zeitungen und SürfjttJ den Rücken kehrt und sich endlich wieder zu )i6 j selber sucht . . A

eine Zeit, wie sie vor grauen Zeiten em j vielleickit gewesen . .

doch: auf der Höhe, nicht im Tal?

.Cäsar Fl-Kstv«. J

♦♦ Amtliche Personalnachrich- ten. Ernannt wurden die Regierungsbau­führer Heinrich Biel aus Frankfurt a. M., Bernhard En gross aus Darmstadt, Otto Keller aus Mülhausen i. Els, Walther von der Leyen aus Bonn a. Ry., Josef Schä­fer aus Bensheim zu Regierungsbau­meistern.

♦♦ Besihwechsel. Der Juniorchef der Firma Goldenberg & Marcus, Herr Martin Strauß, erwarb für 23 500 Mk. den Bau- vlatz Bahnhofstraße zwischen dem Wohnhause des Zahnarztes Dr. Hot^es und dem Vik- toriayotel, etwa 600 Quadratmeter Flächen­inhalt. - AbermannLKling verkauften ihr Anwesen Keplerstraße 9 für 60000 Mk. an den Privatier Hartmann rft Heuchel­heim. Frau Witwe Seipp veräußerte an den Bahnmeister Max Kienbichl ihr Haus Roonstraße 6 für 74000 Mk.

♦♦ Der Ortsgewerbeverein hielt am Mittwoch im Gewerbehaus seine Haupt­versammlung ab. Nach einem Bericht des Vorsitzenden Professor Dr. Kraus­müller über die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahr gab Sekretär Kirchner einen Ueberblick über die Entwicklung der sozialen Einrichtungen des Vereins (Hand­werkerberat ung, Lehrlingsver- m i t t l u n g und Rohstoffvertetlung). Sparkassenkontrolleur Haas erstattete den Kassenbericht. Bei den vorgenommenen Wahlen wurde an Stelle des verstorbenen Gewerberats L. Petri II. Schreinermeister Haubach neugewählt, im übrigen erfolgte die Wiederwahl der ausscheidenden Vor­standsmitglieder. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen berichtete Fabrikant Göbel noch über die bisher zur Organisation des Gesamthandwerks von Oberhessen unternom­menen Schritte.

Gesellschaft zur Förderung des oberhessischen Handwerks. Am Samstag und Sonntag (10. und 11. Mai) fanden im Gewerbehaus dahier drei Vor­träge des Hauptlehrers Hammann aus

gespendet wurden.

Kreis Schotten.

Up. Vorn Vogelsberg, 15. Mai. Die vor­gestrigen Maigewitter l»aben Wunder im Wachstum gebracht. Die lange zurückgehaltene Vegetation ist nun wie mit einem Zauberschlag erwacht. Jetzt blühen die gelben Rapsselder, die Kirschen, Pflau­men, Birnen.Das Blühen will nicht enden." Wenn's doch nun auch weiter beißen könnte:nun, armes Herz, vergiß der Qual: es muß sich alles wenden". < Aber bei solchen Friedensbedingungpt fieht's nicht darnach aus.

up. Aus dem Kreise Schotten, 15. Mai. Einen Vorschlag zur Beseitigung des un­gerechtfertigten zweierlei Brotes zwischen Selbst» und Nichtselbstversorger und der dadurch entstehen­den Unzufriedenheit macht die Gemeinde Unter« ©eibertenrob. Die Nichtselbstversorger sollen hier­nach aus dem von der Gemeinde abzuliefernden Getreide den ihnen zukommenden Anteckl Mehl au3 derselben Mühle bekommen, in der die Selbstver­sorger das Getreide mahlen lassen, so daß sie sich jetzt dasselbe Brot backen oder backen lassen können wie die Selbswersorger.

Kreis Friedberg.

«= Bad-Nauherm, 15. Mat. Hier nrarte- zuguterletzt noch die T«rtenmarke all dringend notwendig emgefüchrt, da bcr Tk<rten< kcmsum im schreienden Widerspruch mit dem Mchtz mangel stand. 10 Torten marken werden gegol

Ein "Jubiläum des Phosphor s. 250 Jahre sind in diesem Jahre verflossen, seit­dem der Phosphor zum crftenmal mit seinem Licht beobachtet wurde. Tie Entdeckung war alchi- mistisckfen Experimenten zu verdanken, die Hennig Brand in Hamburg im Jahre 1669 ausführte. Brand, der in jüngeren Jahren Offi.ier in höherer Stellung gewesen war. hacke ein bewegtes Leben hinter sich: er brauchte viel Geld, und um fern Einkommen zu vergrastem, befaßte er sich auch mit Krankenbehcmdlung, wob-i er seine quacksalbe­rt scheu Kurm in (bcr Weise der damals in der medi- zinisckien Wisst-nsck-ast herrschenden ck^erniastrischen Rickrtung ausführte. Von fönen chemisckten Ge- h imkünsten, die er zu seinen Heilkuren brauchte, bitte aber selbst Leibniz eine hohe Meinung. Auch bei ihm spielte das Suchen nach dem geheimnis­vollen Steiu der Weisen, den man für die Ver-

Soldat bet freimat", wie an seinem Gvabe seh» treffend gesagt wurde, den Anstrengungen und Sorgen, die der Krieg gebracht, nach kurzer Krank­heit erlegen. Als Beigeordneter war er eine große Stütze des Bürgermeisters, der ihm aste wirtschaftlichen Amtsgeschäfte übertragen hatte, die er mit peinlicher Gewissenhaftigkeit und unermüd- licfter Arbeitslust ausführte. Ferner hat sich dec Verstorbene um das Vereinswesen, die WoRfahrtS- einrichtungen und um den G^wer bestand grohck Verdienste erworben. Er war als gelernter Kauf­mann und nachmaliger Gutsbesitzer auf allen Ge­bieten dieser.beiden Hauptberufe der Bevölberunz innerer Stadt beschlagen. All seiner Berdiensw wurde am Grabe in der Leichenrede von Kirchen rat Werner und dann von den Vertretern Der Stadt, des Gewerbe-, Turn- Krieger- und Krankenpflegevereins, dem Direktor der Bewirt > Parkasfe und seinen Altersgenossen unter Nieder- legung von Kränzen in geziemender Weise gedacht. Im Auftrage der Kreisbehörde Büdingen dankte in herzlichen Worten Regierungsassessor Henrich dem Verewigten (für seine ersprießliche Hilfe.

Kreis Alsftld.

♦♦ Alsfeld, 14. Mai. In der letzten Stadt­vorstandssitzung wurde Der Voranschlag der höheren Bürger-(Mädchen-)Schule für das Jahr 1920 ge­nehmigt. Als Wahltermin für die Gemeinde- ratswahl wurde der 15. Juni bestimmt und hier­nach die Gemeindewahlkommission sowie der Wahl- Vorstand gewählt. Mit Rücksicht auf die außer­ordentlich m.ßlichen Wohnung sverhält- nisse in Alsfeld beschließt der Gemeinderat, ein­dringlichst vor dem Zuzug nach Alsfeld zu warnen. Bon einem btreften Zuzugsverbot (nach dem Vorbilde Gießens) wuroe abgesehen, da ein solches Verbot unwirksam bleiben müßte, solange nicht eine Aenderung des Freizügigkeitsgesetzes erfolge. Eine Verpflichtung zur Anstellung ver­triebener Elsaß-Lothringer Landesbeamten wurde für Alsfeld im Hinblick aus seine Einwohnerzahl nicht anerkannt. Aus das in dieser Sache noch- mals an den Gemeinderat ergangene dringende Ersuchen wurde beschlossen, in der Antwort zu erklären, daß der Stadtvorstand grundsätzlich niäi abgeneigt sei, einen Elsaß-Lothringer Landes­beamten anzustellen, sobald eine geeignete Stelle frei werde, wobei auf die demnächst neuzubesetzende Stadtrechnerstelle verwiesen wird. Das vom Stadtbaumeister Egner ausgearbeitete Projekt, durch Umbau des Spritzenhauses ein Heim für den Volkskindergarten zu schassen, findet bei dem Stadtvorstande keine Gegenliebe, und wird daher zurückgezogen. Die Angelegenheit wird an die Baukommisfion zurückverwiesen, die mit dem Staate über eine Verlegung des Eichamtes ver­handeln soll, wodurch die für den Volkskindergarten dringend benötigten Räume frei würden.

Kreis Lauterbach.

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ftanzösischeproletaire, Proletariat" vom Grasen de Saint-Simon und seinen AnMilgern ausgv- nommen narben. Durch sie ist Der Grundzug des Sozialismus.erst.klargelegt worden. In feinet Geschichte der Gesellschaft" knüpft Tlxwdvr Murrdt die neue Namengebung der Saint-Simonisten an den ersten Ursprung an, inbem er schreibt:Ihn, den Mann der freien Arbeit, der keinen anoeren Besitz hatte, als den feiner physischen Kraft, nannte man Proletarier, welches nichts anderes heißt, als Kinderl-esitzer, wodurch dies dem alten römischen Staatsleben entnommene Wort am bczeichnsrdsten' wiedergegeben werden ,tonnte. Tas Proletariat' ist der Kinder besitze rsdand, ein Stand, der fchtrn anderen Besitz bat, als seine Kinder . . ., mit nelcher Nachkrnmenschäft lprvles) der Arme in dem alten Rom gewis,ermaßen seine Abgaben an den Staat bezahlte, die er durch nichts anderes zu entrichten vermöchte.

Hebbel, selber aus Proletarierkreison stam­mend, sieht in Italien, im Angesicht des Elends der Arbeiterklasse, den künftigen Mordtampf zwi^ sck^n den Befitzenden und den Besitzlosen voraus und trägt am 20. September 1843 in fein Tage­buch ein:Die Proletarier in Paris, wie die Ungeheuer des Meeres in der Xiefe, mäljwnll oben alles blank und ruhig schont." Diesem Satz setzen wir den aus Berklwld Auerbachs WieneN Tagebuch aus dem J«hre 1849 an die Saite:

Das Proletariat, das hier zum ersten Male offi­ziell mit diesem Namen in den Zuschriften Oer Generäle bezeickMt ,vird . .hat Iner noch lange nicht den klassischen Höhepunkt erreicht, ben manche Pessimisten wünschen, nm dann ti/re Erloiungs- tlKorie inS Werk setzen zu können" Gustav Frep- tag scheint aber za den Pesftmrsten, nram auch

y. Büdingen, 14. Mai. Hier ftnrb in bet verganivnen Nacht /plötzlich an einem Herzschlag der Kreisschulinspektor, Scknürat Baldauf, nach kurzer Krankheit.

A N i dda, .14. Mai. Heute wurde unter sehr starker Beteiligung aller Schichten der Ein- ipolyner uitb fast sämtlicher Vereine der Stadt Beigeordneter August Mengel, Besitzer des Gasfl>»auses ,,zur Traube" bestattet. Mik ihm ist einer der Besten aus unserer Stadt wieder ba> hiygegangen. Erst i50 Jahre alt, ist erals ein ohne C^lösungstheorie, gelwrt zu haben, denn er schreibt:Später werden die Proletarier die Stadt- ßafie besetzen."

Damit sind.nnr bis an Tatsachen der Gegen­wart herangekommen und wollen zum Schluß nur noch bemerken, bpfj das Adjektivproletarisch" sich fdpm bei Lessing findet, daß Gutzkow in sernnh Rittern vom (Srift" auch von der Proletarierin spricht, daß C. Stüoe in fentern Werke ..Wesen und Verfassung der Landgemeinden" schlechte pfu- sch.^haste Gewerbetreibende die größte Quella dos schlimmsten Proletariats nennt, und daß neben dem noch aus den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammenden 1 .^Lumpen"- und Knnstproletariat" als letzte Zusammensetzung das Abiturientew-Proletariat" zu nennen ist, das nach Wilhelm II. Wort von Bismarck herstammt.

tt 11 e n Bergarbeiterverband es lassen in derBergarbeiterzeirun^ eine flärung, wonach ste der demnächst stattfin­denden Generalversammlung ihre Aemter rnr Verfügung stellen wollen. Zur Begrün­dung dieses Entschlusses sagen sie, daß sie die Verantworttnrg nicht mehr übernehmen können für die wirtschaftliche Not und das unermeßliche Leid, das durch die Streiks der Bergarbeiter über die Arbeitermassen Deutschlands und über die Beraarbeitersami- lien selbst heraufbeschworen wiro. Die Stteiks würden über die Kopfe der verantwortlichen Leiter des Verbandes hinweg begonnen und durchgeführt von Leuten, die den Bergarbei- fütn nicht verantwortlicb seien. Durch die Streiks würde die Zahl der Arbeitslosen in tzanz Deutschland verdoppelt und die Jn- dusttie lahmgelegt, der Hunger verlängert, die Lebensmi'tteleinfuhr verhindert, der wirt­schaftliche, finanzielle und politische Zusam­menbruch der deutschen Republik in greif­bare Nähe gerückt und die gewerkschaftliche Disziplin vernichtet. Die Verarttwortung da­für will der Vorstand nicht länger tragen.

Seuilldon.

Der ,,Proletarier" eine Sprackiplauderei.

Zu Beginn des Jahres 1848 hatten Karl Marx und Friedrich Engels dasManifest der K^ommunistifchen Partei" veröffentlicht, das mit dem Satze schließt: ^Proletarier aller Länder, ver­einigt euch!" Die Proletarier? Das Wort wird heute viel im Munde geführt, aber kennt man ferne eigentliche Bedeutung? Es hat eine lange und doch wieder kurze Geschichte. Dis zum vor- festen römischen König Servius Tullius, also bis in das sechste Jahrhundert o. Ehr. müssen wir zurückgchen. wenn wir den Anfang des Pro­letariats finden .wollen. Er gliederte die De­vot kern ng der Stadt Rom in fünf Klassen, die ttad) ihren Leistungen, auch ihrer Steuerzahlung abgefiuft waren. Darnach aber kamen, um mit Cicero in seinem BucheHeber den Staat" zu sprechen,die, welck>e zu ihrer Schätzung nickst mehr als 1500 as (etwa 75 Mk.) ober überhaupt nichts als ihren Kopf beitrugen. Sie nanrrtü Servius die Proletarier, so daß es den Anschein hatte, als -ob von ihnen eine Nachknmmensckmst (proles) erwartet werde." Und Alckus Gellius sagt, sie scitmgenannt nach ihrer Ausgabe und Pflicht, tiue diochfommenschait l)ervorzuottngen". Ter Proletarier ist also gleich da, wo oao Wort zum er ft en Mal in bcr Geschichte auftaucht, der Mann, der dem Staate mit seiner Nachkommenschaft, nicht mit feinem Vermögen dienen konnte.

In Deutsch and finden wir es erst tm 18 Jahrhundert, und ein politisches L-chlagwort wird es etwa erst in ben dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts, so daß es noch verbältnismäßtg jung ist. In ben politischen Sprachschatz ist das

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erhält jeder Gefangene noch ein Paket mit Zwie­back, wozu Mehl, Milch und Butter zmn Backe»

Die Sonntagsruhe der Geschäftsleute.

Wie die Sonntagsruhe der Geschäftsleute durch wenig rücksichtsvolle Kundenhinten­herum" gestört wird, beklagt nachstehende Zu­schrift eines Geschäftsmannes:

Jeder, der das unruhige und aufreibende Leben in einem Geschäftshause kennt, konnte es verstehen, daß die meisten Inhaber von Ladengeschäften es als einen Segen empfan­den, als die allgemeine Sonntagsruhe ein­geführt wurde. Leider wird aber von einem Teil des Publikums wenig Rücksicht darauf genommen und bei verschlossener Ladentür einfach der Versuch gemacht,von hinten" die Waren zu bekommen, so daß die Schelle der Borplatz^ür fast stärrdig in Belveguirg ift. Da es sich hierbei sehr oft um sogenanntegute Kunden" handelt, ist es dem Geschäftsinhaber nicht möglich, diese abzuweisen, obwohl er das Risiko, eine empfindliche Polizeistrafe zu be­kommen, mit in Kauf nehnten muß und es sich meistens um Einkäufe handelt, die recht gut schon am Samstag oder am Montag gemacht werden könnten. Das Publikum muß sich da- l-er bewußter an diese Neuordnung gewöhnen, die eine Wohltat für einen großen Teil un­serer Bevölkerung ist und sich bei etwas gutem Willen und Rücksicht auf seine Mitmenschen recht gut einführen läßt.

Lebensmittel.

** Nährmittelausgabe. Die bei den Kleinhändlern bestellten Waren für M a i können von Samstag, 17. Mai, ab in Emp­fang genommen werden. Es entfallen: auf die gelben Karten (A) 250 g Suppenfabrikate; auf die roten Karten (B) 250 g Grieß, 250 g Haferflocken, 250 g Grünkernmehl, 2 Pakete Keks; auf die blauen Karten (6) 250 g Grau­pen, 500g Teigwaren, 125 g Suppenfabrikate.

**Städt.Gemüseverkaufsstelle, Marktlauben, kommen morgen unter anderern Frischgemüse, Salat, Lauch, Sauerkraut und verschiedene Dörrgemüse zum Verkauf. Fer­ner noch Dörrobst, Apfelsrnen und Zitronen.

Bensheim über die Stein- und Holztechniken für Weißbinder, Maler usw. statt, die von der Gesellschaft zur Förderung des oberhessi­schen Harchwerks veranlaßt waren. Die Be­teiligung war sehr gut. Die Ausführungen, die durchweg neue Methoden für diese Be­handlungsweisen zeigten, fanden allseitigen Beifall.

* Pakete an deutsche Gefan­gene in englischer Gewalt auf belgischem und französischem Boden werden fortan un­mittelbar über Köln an ihre Bestimmungen geleitet, wenn sie keine Bücher enthalten. Pakete m i t B ü ch e r n sowie alle anderen Ar­ten von Postsendungen für diese Gefangenen nehmen nach toie vor den zeitraubenden Um­weg über Holland und England. Um sich die schnelle Beförderung der leine Bücher ent­haltenden Pakete an deutsche Gefangene in englischer Hand auf belgischem und franzö­sischem Boden zu sichern, haben die Absender auf den Paketen und Paketkarten zu ver­merken:Enthält keine Bücher unb keine schriftlichen Mitteilungen."

** Alle Ausgetauschten ladet die Landesgruppe Oberhessen des Vollsbundes zum Schutze der deutscyen Kriegs- und Zivil- aefangenen zu einer am Freitag, nachmittags 3 Uhr, im Hotel Großherzog in Gießen statt­findenden Versammlung em. S. Anzeigenteil.

** Oefsentliche Versteigerun- a e n. Donnerstag, 22. Mai, werden in Rein­heim in Hessen und Freitag, 23. Mai, in Darmstadt im Traindepot, Holzhofallee, eine größere Anzahl Heeresfahrzeuge versteigert. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Das Schicksa l der HeereSbücher- eien. tDie.Heeresbück-ercien sollen für die vor­läufige Roick)swchr ^nb daS künftige Heer erhalten bleiben. Der 'Kriegsminisvec hat die Generalkom­mandos ersucht, dafür zu sorgen, daß bei der Aus- löftmg des alten Heenes alle vorhandenen Militär­büchereien, Mannschastsbücheoeien, Lazarettbück)er- eien u. bgl., ebenso das MvegsspielMaterial in sichere Verwahrung! genommen werden. Bückiereien, die ^Eigentum eines Offizierkorps sind, kommen nur in Frage, wenn die Korps oder deren Rechtsnach­folger sie zur Verfügung stellen. Von sämtlichen vorhandenen Wüchereien «wird der Bestand aus­genommen. i I

** Zirkus Henny, bat wir bereits gestern ankündigten, ist in unserer Stadt eingetroffen und wird am Samstag abend 8 Ubr auf Oswaldsgar- ten seine Gala-Eröffnungsvorstellung geben. Zir­kus Heimy war zuletzt in Gotha mehrere Tage, wo seine Tarbietmtgen von täglich ausverkauftem Haufe aufgenommen wurden.

Landkreis Gießen.

** Lollar, 15. Mai. Zwei hier bestehende Geldgenossenschasten nahmen kurz vor dem Krieg ähr Ende. Die eine infolge Konkurs, die »andere durch Eröffnung der Liguibation, so daß seit Dieser Zeit in Lollar kein Geldinstitut mehr beftebü mtb fitfenfalls während des Krieges erheb- lieft? Beträge nach auswärts gewandert finb. Aber nicht Mein die Gelder find abgewandert, sondenn auch .eine Menge, zum größten Teile erststelliga Werte (Hypotheken), welckje die Schuldner des auf» gelösten Spart- -und Vorschuß-Vereins infolge Kün­digung anderweitig tzu beschaffen gezwungen waren.. Um nun Dieses weiter zu verhindern und diese Werte in Lollar zu halten, auch um ihr Geld am Matze stlbst gut anzuleaen, haben die Einleger des genormten Vereins und sonstige Interessenten in einer am vergangenen Sonntag im Gasthaus zur Traube abyehaltenen »Versammlung eine neue Genossenschaft mit .beschränkter Haftung ge­gründet. Der Geschäftsanteil wurde auf 500 Mk. festgesetzt Mit inner Haftung von 1000 Mk. pro Anteil. .Es 'sind bereits über 40 Einwohner von, Lollar und Ruttershausen dem neuen Institut bei­getreten. Tiefe Gründung ift jedenfalls im Jmer- esst der yanzen Gemetrnbe zu begrüßen. Die Giw- trogung und Veröffentlichung des Statvüs dürste in den owckfften Tagen erfolgen, so daß bei Auszahlung der 40 Proz. von der Lchuidationsmaffe des Spar- unb Vorschuß-Vereins, «die im Laufe dieses Monats noch besinnen soll, den Einlegern sckwn Gelegenheit geboten ist, diese Beträge dem neuefn Institut zu- Mf ühren. l

Kreis VMnsen.

Aus Stabt unb Land.

Gießen, 16. Mai 1919.

Zuteilung von Pachtgelände.

Wie befarmt, beabsichtigt die Gemein­nützige Baugenossenschaft an der Li­ehe r Straße eine größere Siedeluna anzulegen. Das Gelände gehötte bisher der Stadt unb war in kleineren Stücken an Pächter abgegeben. Da die Baugenossenschaft schon bis zum Herbst einen» Teil der Wohnungen erstellen möchte, mutzte etwa bcr Hälfte der Pächter ihr Grundstück gekündigt werden. Ties wurde bei dem Mangel an Pack)t- (anb von ben Betroffenen als große Härte em> funben unb veranlage Mißstimmung, die auch in einer bcr letzten Sitzungen der Stadtverordneten zum Ausdruck kam.

Wie wir erfahren, ift es nunmehr gelungen, ben geschädigten Pächtern andere Grundstücke zu vermckteln, und zwar hat die Firma Bännin- 6 e r am Schisfenberger Weg nahe bei ihrer Fabrik ein Gelände von 5000Quadratmetern auf 5 Jahre als PackKland zur Verfügung gestellt. Ter Pachtpreis beträgt pro Morgen 50 Mark. Tas Gelände wird in 16 Teile von 350 bis 400 Quadratmeter geteilt, so daß alle Pächter, denen an der Licker Straße gekündigt werden mußte, wieder in Besitz von Pachtland gelangen.

Wie wir ferner erfahren, hatte der Kanin­chen z ü ch t e r v e r e i n die Stadt Gießen um Ueberlassung von 56 Morgen Wiesenland an Feldwegen gebeten. Da der Verein 350 Mitglieder »äh't, wären bei 56 Morgen, die ihm fern» stehenden Kaninckienzüchter von der so erschlosse­nen Futtermittelgue le abgeschnitten gewesen. Tie landwirtschaftliche Kommission hat daher be­schlossen, 10 Morgen an der Wiesensttaße ge­legen, freihändig an alle Kaninchenzüchter ab- iugeben.

0 Schlitz, 15. Mai. Der hiesige Dete» r a n e n - unb Militärverein hat die Ver­tretung bcr Kriegsbeschädigten und Kriegshinter­bliebenen bei der amtlichen Fürsorgestelle über­nommen. Der hiesigen Kirche wurde von dc» verstorbenen Elreleuten Wilhelm und Charlotte Jungblut ein Legat von 10000 Mk. vermacht, das zum Sau eines evangelischen Gemeindehauses bestimmt ist. In K r i e g s g e f a n g e n s ch a s t befinden sich noch 40 Schützer. Dieser Tage gingen an jeden von ihnen durch die Ottsgruppe de) Vollsbundes zum Schutze der Kriegs- und^ Zivil- gefangenen 3 Pakete mit Lebkuchen, Dörrobst Graupen, Zucker, Erbsen, Bohnen, Dauerwurst Salz und Rauchwaren ab. In den nächsten Tage»