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Erster Flatt
169. Jahrgang
Donnerstag, 16. Januar 1919
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1918 die höchste Abgabe der Gesellschaften vom Mehrgewinn 60 v. H. betrug, ift sie in dem Entwurf von 1919 mit 80 v. H. vorgesehen, und Sinar ist die Staffelung der Abgabe bei d-ein Mehr.- gennnn degressiv. Also Mehrgewüme über eine Aeillion Mark zahlen 80 v. £>. Kriegssteuer, sü. geringere Gewinne sind Ermäßigungen um 10 bi- 50 v. $>. vorgesehen. Ein lleoernraß der Besteuerung wird dadurch) verhindert, daß die ^Melw- gewiimsleuer des Reick)s einschließlbch derS ' fts- uud Genreindcsteuer (soweit diese letzlaei, von dem den Mey^gewinu bildenden Teil Ein- konrmcns erbobär werben.) in jedem Felle nicht über 90 v. H. hinausgel-en soll.
Der zweite Entwup betrifst eine Kriegs - abgabe von dem Vermögenszuwachs, der in der Zeit vom 31. Dezember 1913 bis 31. Dezember 1918 eingetveten ist. Damit soll die Kriegsgewinnbesteuennig der Einzelpersonen gb- schließend geregelt werden, während die Besteuerung der Gesell schalen bereits burd/bat Entwurf des Kriegsabgabegesetzes für 1919 (siehe die obigen Erläuterungen) vorgesehen ist.
Tie Einzelpersonen !)aben schon auf Grund des Kriegssteuergesej-.'s vom 21. Juli 1916 und aus Grund des Gesetzes über die Erl-elmng eines Zuschlages zur Kriegsstenec vom 9. April 1917 eine Abgabe von dem in der Zeit vom 31. Dezember 1913 bis 31. Dezember 1916 er,teilen Vennögens- zuwachs gezahlt. Nunmehr wirb noch einmal, und zwar jetzt der ganze Zeitraum vom 31. Dezember 1913 bis 31 .Dezember 1918 erlaßt, doch wird die auf Grund der obengenamrlen Geh tz' erbene bzw, vorgesehene Steuer von dem aus Grund des neuen Gesetzes Zahlungspflichtigen Betrage in Abzug gebracht.
Für die Berechnung des BerMögensstandes vom 31. Dezember 1913 ist das für die Berechnung des Bsehrbeitrages festgestellte Vermögen maßgebend. Die Berechnung des Vermögensstandes vom 31. Dezember 1918 geschieht nach Maßgabe des Besitzsteuergesetzes, wobei wesentliche Abweichungen
fehlen dazu überdies die geeigneten Männer, Perm alle diejenigen, die bisher an der Spitze
Fideikommisses er- soll -jrundsätzlich
mw Front der Mehrheits^ozialisten oder Un- abhän-gigen standen, gen testen nicht einmal das einhellige Vertrauen der zusaammenge- fastten Linken. Sie sind vielfach bitter gehaßt unb sie haben sich in den inneren Kämpfen verbraucht. Wie sollten sie in der entscheidungsvollen Zukunft das große deutsche Bolk führen können? Ab rücken von diesen Gefahren, das muß die Parole sein. Keinen Stimmzettel den Sozialdemokraten oder den Unabhängigen, die im neuen Deutschland, auch ohne daß sie die Führerschaft haben, als Bürger betrachtet werden sollen, denen man die Zuziehung zu politischen Geschäften und Aufgaben nicht versagt — wenn sie sich nur gefunden haben zum Erkennen der vielen und großen Aufgaben, die uns am nächsten liegen.
steuerfrei bleiben, darf also von dem Bermögens- stcrnde vom 31. Dezember 1918 in Abzug gebracht iverben. Von dem Endvermögen (Vermögensstand vom 31. Dezember 1918) ift ferner u. a. abzuzieheu ber (am 31. Dezember 1913 feftgestellte) Kopftal- lacrt der auf dem Vermögen des Abgabepflichtigen ruhenden, auf die Lebenszeit einer bestimmten Person beschränkten Leistungen, wenn diese innerhalb der Zeit vom 31. Dezember 1913 bis 31. Dezember 1918 verstorben ist. Weiter sind abzuziehen Kapitalien aus Zahlmrgen, die im Veranlagungszeit* raum aus einer Versicherung erfolgt sind. Auch wer im Veranlagimgszeitraum eine Schenkung von mehr als 1000 Mark empfangen hat, hat diesen Betrag von dem Vermögen von: 31. Dezember 1918 ich Abzug zu bringen, denn die Steuerabgabe soll hier den treffen, der die Schenkung Borgo iwmmen hat.
Abzugsfähig ist auch beir Betrag einer Kapitals- abfindung als Eirtschädigung für die durch Körperverletzung herbeigeführte volle ober teilweise Erwerbsunfähigkeit. Den (nach den Vorschriften des Besitzsteuergesetzes^ auf den 31. Dezember 1918 fest- gestellten Vermögen sind hinzuzu rechnen, wie sich schon aus den obigen Msführungen ergibt, u. a. Schenkungen ober sonstige Vcrmögensübergaben. Es erweist sich also, zumal, da auf eine verschärfte ^Äuskunftspflicht der Notare und Gerichte hinge- wirtt werden wird, als zwecklos, toenn z. B. Eltern, Um dadurch zu niedrigen Steuersätzen zu kommen, Vermögensteile an ihre Kinder verschenken. Dabei darf gleich einschalteitd bemerkt werden, daß auch bei der Eünftigen Vermögensabga'-c Vorkehrungen, l i dieser Richtung getros'en werden dürften. Zu dem Vermögensstande vom 31. Dezember 1918 sind ferner u. a. hinzuzurechnen Beträge, die im Veranlagungszeitraum in ausländischen Grund- ober Betriebsvermögen angelegt worden finb. Das Gesetz soll bamit verhindern, daß in der Zeit vom 31. Dez. (1913 bis 31. Dez. 1918 abgewanderte Vermögen der Sleuerpflicht eirtzogen werden. Weiter soll der Verflüchtigung des Vermögenszuwachses damit entgegengewirkt werden, daß Betrüge, die zum Erwerb von Gegenständen auS Edelmetallen, von Edelsteinen oder Perlen, von Schmuck- und Luxus- gegenständen, sowie von Sammlungen aller Art aufgewendet worden sind, sich der Steuerpflicht entziehen. Es hat sich bekanntlich bei manchen Leuten, die hohe Kriegsgewinne erzielten, die Neigung gezeigt, ihre, Mittel gerade in solchen Werten anzulegen, bfc nach dem Besitzsteuergesetz nicht steuerpflichtig sind. Dem will der Gesetzentwurf nach dem Vorbild des Kriegssteuergesetzes vom 21. Juni 1916 entgegentretm (ausgenommen sind aber wiederum Kunstwerke lebender oder seit dem 1. Januar 1909 verstorbener Deutscher ober int Deutschen Reiche wohnender Künstler).
Der Gesetzentwurf geht aber noch weiter als das Kriegssteuergesetz. Es sind nämlich dem Ver- mögcnsstand vom 31. Dezember 1918 hinzuzurech- neu Beträge, die im Veranlagmigszeitvaum zu Anschaffungen jeder Art verwendet worden sind, soweit sie insgesamt 10 000 Mark übersteigen. Die Luxusanschaflüngen und die Anfck^affungen aller Art — das gleiche gilt auch für die obenerwähnte Anlage in ausländischen Grund- ober Be- sitzvermögen — finb allerdings nur bann zu berücksichtigen, wenn die erworbenen Gegenstände usw. am Ende des Veranlagungszeitraumes (31. Dez. 1918) noch im Besitz des Abgabepflichtigen sind.
Angliederung LuremburgS an Frankreich.
Paris, 14. Jan. Journal des Debats erklärt, die Partei, die die Republik Luxemburg ausgerufen habe, beschloß eine offizielle Abordnung nach Paris zu senden mit dem Auftrage, der französischen Regierung die Angliederung Luxemburgs an Frankreich Voranschlägen.
10 000 Mark 20 v. §>., für die nächsten angefangenen oder vollen 20 000 Mark 30 v. £>., für die nächsten 50 000 Mark 40 v. £>., für die nädtften 100 000 Mark 50 v. H., für die nächsten 100 090 Mark 60 \>. £>., für die nächsten $00 000 Mari 80 v. $>., für die weiteren Be.räge 100 v. £>. des abgabepflichtigen Vermögenszuwachses. Es wird nach diesen Abgabesätzen jeher über 500 000 Mark hivausgehendc abgabepi lichtige Vermögenszuwachs völlig Jortg?fteuert, und es kann somit niemand nach Erchllung der Abgabepflicht von dem abgabepflichtigen Vermögenszunmck-s mehr als 199 500 Mark zurüclbel>alten.
Tie Besteuerung ist scharf, gleichwohl ist sie nicht so auszusassen, daß diejenigen, die aus .Heeres(Leerungen usw. Nutzen gezogen haben, bestraft werden sollen. Tas Ziel ist vielmehr — besonders nach dem ungünstigen Ausgang des Krieges, der iveiten lftreisen der Bevölkerung große Verluste gebvackst hat —, die Gewinne, die aus dem Kriege mrd während des Krieges erzielt worden sind, der Allgemeinheit zuzu ähren.
Die Ersparnisse und die Früchte der Arbeit werden bis zu einem gewissen Grade geschont, indem der ganz kleine Vermögenszuwachs (bis 3000 Mk.) unbesteuert bleibt und der Abgabesatz nur nach und nach, wenn auch schließlich sehr steil, aufsteigt. Für die Allgemeinheit wird die Höhe der Angabe vom (Vermögenszuwachs, abgesehen davon, daß sie die Finanzkraft des Reiches stärkt, einen besonderen Vorteil haben, beim bie Abgabe vermindert die gleichsam zusätzliche Kaufkraft und ift damit ein erster Schritt auf dem Wege zur Verbilligung der Lebenshaltung.
Der Entwurf wird den gesetzgebenden Körperschaften zur eitdgülligen Erledigung unterbreitet werden.
Die Bolschewisten rüsten znm Kampf.
Berlin, 15. Jan. (WTBll Norwegische Stimmen weisen darauf hin, daß die einzigen Stellen, die ut Rußland arbeiten, Munitionsfabriken finb. Die Bolschewistenrüst en mit aller Kraft, um sich ihre Macht zu erhalten. Sie haben bereits eine Axmoe vor einer Viertelmillion ausgestellt, und vor Ende März wollen sie es auf 3 Millionen bringen. Auch andere glaubhafte Meldungen beftätigen, daß Trotzki rüstet, und daß die Dvwftt-irmee, die jetzt ausgestellt rnnbe-i ist, nicht unterschätzt werden darf. In fast allen Garnisonen wird ci rig exerziert, Di, ziplin wird mit rücksichtsloser Strenge aufrechterhalten, und Bewaffnung, Bekleidung und Verpflegung der jungen Truppe sind nach übereinstimmenden Meldungen vorzüglich. Tie aus Deutschland zurückkehrenden Kriegsgefangenen werden zwangsw.ift eingestellt. Weigern sie sich, so bekommen sie nichts zu essen, bis sie mürbe sind. Auch die Q fi;ie e der früheren russisckj-en Armee toerben zwangswftse eingestellt, da man ohne sie die erforderliche Disziplin nickst anfrechterhaltcn kann. Die Disziplin ist über alle Maßen streng. Tie kleinsten Vergehen werden mit den schär ften Strafen, meist mit dem Tode, bestraft. Mit dieser Armee will Trotzki die bolschewistische Idee über ganz Europa verbreiten. Feindliche Armeen — z. B. die ber Entente — fürchtet er nicht, weil er damit rechnet, daß die Kraft der bolschnwistiscken Panpaganda so groß ist, das! zwei Drittel ber sich stellenden Gegner sich ohne weiteres kampflos übergeben luür.en. — Daß eine solche Armee für unsere Oftseeprovinzen und für ganz Teutschla nd eine sehr große Gesa hr bedeutet, liegt auf der Hand. Geht es nach Trotzki, £<utn wird Deutschland wieder, ganz besonders in seinen Grenzprovinzen, wie int dreißigjährigen Krieg, zunl Tummelplatz sremder Kriegsvölker. Es gilt daher, die Augen »ffen zu halten und mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß unserem sckwn schwer geschlagenen Vaterlande diese neue Prüfung erspart bleibt.
Die Lebcnsmittellieferung -lmerikaS.
Washington, 15. Jan. (WTB.) Das Repräsentantenhaus hat mit großer Mehrheit eilte Vorlage über die zur B?- kälnpfung der Hungersnot zu gewährende Hilfe angenommen. Die Vorlage wird ohne Zweifel in nächster Zeit vom Senat angenommen werden.
Eine neue harte Bedingung der Entente.
Paris, 15. Jan.' (W. T.) Der Oberste Kriegsrat beschloß, daß Deutschland dafür, daß die Alliierten es mit Le b e ns m i t te In versehen, alle Handelsschiffe in deutschen oder neutralen Häfen für den Transport von Vorräten übergeben muß ohne Rücksicht daraus, lvoher diese Transporte kommen oder für welchen Platz sie bestimmt sind. Eine Besetzung der deutschen Häfen wird beabsichtigt. Dte militärische Intervention in Polen ist verschoben worden.
stand der Kriegsbestenerung der Gesellschaften ist! Die Höhe der Kriegsabgabe, die itur von dem der Mehrgeu-iun des fünften Kii. gsgeschästs-: den Betrag von 3000 Mark übersteigenden Vorjahres. Während nach dem Gesetz über eine außer- l mügenszwoachs erhoben wird, beträgt für die ersten ordentlich Kriegsabgabez für das Rechnungsjaljr
Die Erfordernisse der Stunde.
Wir stehen mitten in der Wahlbewegung mrd dürfen darüber doch nicht vergessen, was draußen, über den Grenzen des Reiä-es, um uns vorgeht. Heute berichtet uns eine halbamtliche fltoliz, daß die Bolsä)ewiften in Rußland ein schlagfertiges Heer ausbildeten oder bereits ausgeöildet hätten und daß die dringende Gefahr bestände, sie würden damit .Deutschland zum Kriegsschauplatz für ihre blutige Weltpropaganda madjeiL In dieser Warnung liegt ein tiefer Sinn. Noch immer lesen wir die trostlosen Berichte über die Putsäst)ersuä-e unb Krawalle einzelner Sparta kisteimester im Reiche und in der Reichs- Hauptstadt. Wie schützen wir uns vor diesen Gefahren? Dadurcy, oaß wir die gefährlichen Elemente in keiner Weise ermuntern und ermutigen Das muß bei der Wahl am Sonntag zu allgemeinem, weithin sichtbarem Ausdruck kommen. Deutschland darf nicht reif erscheinen weder zum Bolsck-ewismus, noch zu einem Versuchsfelde für sozialistisck)<e Gewaltkuren unb Experimente! In einer Wählerversammlung in Ulm hat der Staatssekretär Erzberger erklärt, daß im Volke viel zu wenig Verständnis für den ungeheuren Ernst der gegenwärtigen Lage vorhanden sei. Wenn bis Februar keine Nationalversammlung znsam- mcntretxm könne, würden uns ungeheuere Verschärfungen der Waffenstillstands- und der Friedensbedingungen brofyen, die unserem Volke ein Skttivenjoch auf Jahrzehnte aufladen würde. Das deutsche Volk wehre sich zu wenig gegen die ungeheueren Forderungen. Wir müssen im Zusammenhang damit immer wieder die Feststellung machen, daß die Schuld dafür auf die Sozialisten-
angefangenen ober vollen 10 000 Mark des abgabepflichtigen Vermöaenszuwackstes 10 v. H., für die nächsten 10 000 Mark 15 v. H., für die nächsten
Var Stenerprogramm der Regierung.
Berlin, 14. Jan. (WTB.) Aus dem vorläufigen Steuer Programm der Reichsregierung Werben mrmnebr im „Reichsanzeiejer" zw-.i Gesctz- entruürfe veröfienllickst. Ter eine betrifft eine außerordentliche Kriegsabgabe für das Jahr 1919. Es handelt sich hierbei, von einigen Abw.ichungen abgesehen, um eine Wied-er- holung der Kriegsabgabe, wie sie für das Rechnungsjahr 1918 zur Erhebung gelangt. Dabei muß aber vvrausgeschickt iverven, daß derjenige Teil des Entwurfs, der sich mit der Abgabe von Vermögen der Einzelpersonen beschü ttgt, nicht ölesetz iverben soll, nreniu dte große einmalige Vermögensabgabe die Zustimmung der zur Gesetz- gebimg berufenen Personen finden wird. Tas Gesetz über eine aufjerorocnt'irfx Kriegsabgabe für ba3 Jahr 1919, wie es im Eiitwurs vorliegt, entfallt in zwei Abteile, erstens in die abgabepflich- hgen Etnzelpersoue'l und die abgabepflichtigen Geiellschrfteu. Die Einzelpersonen sollen eine Ab^ vom Mehreinkvmmeu und vom Vermögen zahlen. Beträge des Mebr^inkommens bis 3000 Marc bkuen steuerfrei. War das veranlagte Eiu- rommen vor dem Kftiege niedriger als 10 000 Mark, so gilt als Friedensein kommen der Betrag von 10 600 Mark. Tie Abgabe vom Mehrern kommen betrügt für die ersten 10 000 Mark des abgabepflichtigen Nielneinkommeus 5 v. H., für die nächsten ange angeuen oder vollen 10 000 Mark 10 v. £>., für die nächsten angefangenen oder Vollen 30000 Mark 2») v. H, für die nächsten enge]angenen oder vollen 50000 Mark 30 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 100000 Mark 40 v. H., für die weiteren Beträge 50 v. <ö. Tie ?tbgabe vom Vermögen wird nur erbo[M”i bei 23ei-inögen3beträgen von mehr als 100 000 Mark. Sie beträgt für bie ersten 200 OCX) Mark 1 v. Tausend, für die nächsten an efangenen ober Vvlleu 300 000 Mark 2 v. T., für die nach- ffcw angt'fangenen ober vollen 500 000 Mar! 3 v. T., iür die näckstte angefangene ober volle 1 Milli-ou Mark 4 v. T., für die weiteren Be-> trog r> v. T. Maßgebend für das steuerpslich- t^n Vermögen ist im allgemeinen der Ver- i»*)gen&|tanb vom 31. Tezentber 1918. Gegert-
tambfe innerhalb .Deutschlands und auf bie B-oliSregierung fällt, die sich zu energischem H«crndeln nicht aufgerafft hat. Die Sozial-^
Luxemburg, 15. Jan. (WTB.) Die Groß-- herzogin Ijat abgedankt. Ihre Schvesler Charlotte ist ihre Nachsvlgerin. Sie wird am 15. Jpnuar vor einer Delegation der Kammer den Eid ablegen.
Arrr dem NekchSr
Die (Sröffniiug
der badischen Nationalversammlnna.
Karlsruhe, 15. Jan. (WTB.) Die ba-' dischc Nationalversammlung wurde heute vormtttag 10 Uhr im Großen Sitzungssaal! - des Ständelstluses eröfrnet. Durch Zuruf wurde der Abgeordnete Kops (Zentrum) zum Präside-ften er--' na mit, zum Erstem Vizepräsidenten Abgsordueter;' Remmel (Soz.), MM Zweiten Vizepräsideittent Abgeordneter Mo f er (Deutsche demokratische Par-( tei). Präsident Kopf begrüßt die wieder heimgekehr-' leit Krieger, denen alle Herzen voll Dank entgegen«»' schlagen. Der Präsident der vorläufigen Vollsiegie-«' rung Geiß führt in seiner Begrüßungsrede u.a. vus: Was immer die Zukunft bringt, Badener. wollen wir bleiben. Baden soll erhalten bleiben als selbständiger Bundesstaat int Rahmen des Reiches.. Doch rufen wir laut über alle deutschen Gaue hin: Rüttelt nicht am Reich! Wir wollen vor allein ein, großer Rutscher Volksstaat bleiben. Wir wünschen keine übertriebene Zentralisation, doch wird auch in der Deutschen Republik Preußen mit .-liecht den seiner Größe entsprechenden Einfluß ausübeu. Aber mir 1 vollen unsere Eigenart entfalten können, itniw der Einfluß des badischen Staates auf bi: Reichs- tzeschäfte muß gesichert bleiben. Wir erfcben mit aller Macht Einspruch gegen die himmelschreiende Ungerechtigkeit der Aufrech:erhalttmg ber Blockade. Ferner haben uns die Berliner Vorgänge mit Zorn^ erfüllt. Wir haben kein Verständnis dafür, daß ww. den Krieg durch die Schula .Line. B r i. er Gruppen, noch einmal verlieren sollen. Wir Höften, daß es der Regierung Ebert-Scheidemanu gelingt, bauemi* Ordnung zu schaffen. Der Redner stellt sodann na- prens der vorläufigen Volkstegieruug die ihr an-, vertrauten Aemter der Nationalrersammlung zur« Verfügung und spricht über die nächsten Aufgabe^ der badischen Nationalversammlung. Die Haupte arbeit der nächsten Wochen wird ausgefüllt wervertz durch die Vollendungdes VcrfassungS^ Werkes. Das Gesetz kann nicht rasch genug unter. Dach Und Fach gebracht werden. Der Entwurf sieht die Wahl zur gesetzgebenden Versammlung nach dem direkten geheimen Verfahren unirr Awnurdung d-A Verhältnispriirzips vor. Die Voraussetzungen füc teine Erste Kammer such durch die politische Um* wälzung weggefallen. Die Gemeiudewahlen ioerd«rs von der Klaftenernteilung befreit und demokratisiert., Unsere Schulen sind die zweitwichttgste Sorge> ber Regierung. Ein frischerer, freierer Geist loirb- Lmfere Schulhäuser durchioeben müssen. Ich rufe ton dieser Stelle aus alle Männer und Franenj ttnferes Voltes auf, zu brechen mit dem Geist eines schlappen SichgehenlasseuS gegenüber einer sich revolutionär gebärdenden, in Wirklichkeit aber verwahrlosten Jugend in allen Bevölkerungsschichten! tzion jmten bis oben. Allein der Schwimg einer1 'idealistischen Weltauffassung, die in das Kinder Herz gepflanzt wird, kann unsere Jugend über die Schwere der kommenden Zeiten binnvgtragcn. DM Verhältnis zwischen Staat und Kirche sollte für bie nächsten Jahre eine neutrale Zone der Politik in (diesem Hause werden. Auf dem Gebiete der Sozial-! Politik muß das Menschenmögliche geschehen, um die Lage der Arbeiter erträglicher zu machen
Die AnsführuuFtn des Ministerpräsidentr« (toUrben von dem Haus mit großem Beifall und Händeklatschen entgegengenommen. Präsident Kopf, Ueriagre sodann die Sitzung auf unbestimmte Zeit.'
Das Wahlergebnis in Bayern.
M ü nchen, 16. Jan. Die ernftnxilißeit;. Wahlergebnisse liegen nirrnnehr aus allen 191 rechtsrheinischien Distrittsverwal^ tnngsbehörden vor. Nach unverpirrdlicher Be>-> rechnung ergeben.sich hiernach für die ehb*. zelnen Parteien für das rechtsrheinisch^! Bayern die folgenden Zahlen von Sitzen im' Landtag: Bayrische Volkspartei 52 und sechA^ Landesabgeordnete g!eich 58, se^ialdemvkra-! tische Partei 46 und fünf Landesadgeordnets- gleich 51, Deuftsche Volkspartei 20 und tivei; Handesabgeordnete gleich 22, Bayerischer Bauernbund 15 und Kwei Landesabgeordnete gleich 17, Nationallrberale und Bayerische Mi t l andspartei d und 0 Landesabg<ordnete gleich 5, Unabhängige SoAiaiÄemiv-kraiie 3 und drei Landesabgeordneto , gleich 6. HierUU kommen noch 22 und zwei Landesa'bgeoebnete gleich 24 für den Regierungsbezirk Pfalz, in dem die Wahl am 2. Februar stattfinden wird.
Ans Statt ttttfc Land.
Gießen, den 16. Januar 1919.
Lebensrnittel.
** Nährmittel-Ausgabe. Die bei den Händlern der Stadt Gießen bestellten Waren für Ja».' nuar 1919 können von Freitag den 17. d. Mts. ab gegen Vorlage des Bestellauswcises zur Nähr-, mittelharte für Januar (1) in Empfang genommen, werden. (Siehe Bekanntmachung.)
** Ausgabe von Sauerkraut und Salz, (Ausgabe Nr. 1.) Von Montag, den 20. bis ein« schließlich Donnerstag, den 23. gelangen gegen Vorlage der Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugs«^ abschnittes Nr. 1 Sauerkraut und Satz zur Ausgabe Es entfallen auf jeden Abschnitt: 2 Pfund Salz zunr, Preise von 8 Psg. für das Pfund und 2 Pfund- Sauerkraut zum Preise von 25 Psg. für das 'Pfunb.
Freibank. Freitag, 17. Januar 1919, inert den von 12-4 Uhr die Nrn. 801-950 beliefert.


