Ausgabe 
15.9.1919
 
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Teilnahme, die i dem Tode un- irden, sowie für 'gen Dank Unterbliebenen:

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1917 SfflliR. die ttamitze Pflicht, : voll dem Ableben IlerSloüegrn intbirtfrr

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Hinterbliebenen: ;b. Kessel.

mber 1919.

en 17. d. M. Friedhöfe statt, rbeten.

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Rr. 215 Zweites Statt . Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen) Montag, {5. September M

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Das Glück verändern.!

Original-Roman von Erich Eben stein.

Copyright 1916 by Greiner & Comp., Berlin W 30.

kNachdrnck verboten.)

Fortsetzung 7.

Seine Stimme non.

die Augen.

fort von Men, Graf

nicht.

schule zu Ober- tragen.

Evelyn schwieg. Wild und erregt stürmten die Gedanken durch ikften Kops. Sollte alles doch nur Spiel und Einbildung gewesen sein, was sie in der letzten Zeit gefühlt zu haben glaubte?

Wenn er wirklich geht, dann hat er mich mre geliebt dann sinkt mein goldenes Lustschloß

Ah Sie gehen Sanderfeld?"

Seine Stimme klang gepreßt dabei. Evelyn wandte langsam den Kopf und blickte ihm starr in

... - blaß geworden. Sein

Antlitz trug ernen gequälten, unsicheren Ausdruck.

Tut es Jahnen ein wenig leid?" fragte er l'äse.

I m nichts zusammen . . . dachte sie erbittert. Aber I es darf nicht sein er ^u& bleiben ich muß ihn halten um jeden Preis oder heute noch zur Erklärung treiben!

Aber wie? Sie zermarterte ihren Kopf, ohne daß ihr ein Ausweg einfallen wollte.

Allmählich wurde sie ruhiger. Es schien ihm doch nicht leicht zu fern, fiortzugehen. Vielleicht fühlte er, daß seine Gefühle bereits zu stark ge­worden waren, um bloß als Flirt zu gelten. Vielleicht wollte er nur darum fliehen vor der Ge­walt einer Leidenschaft, die ihm sonst über den Kopf wuchs?

Schließliche war es ja keine so kleine Sache, seiner Mutter eine arme, bürgerliche De-amten- bochter als Schwiegertochter zuzu führen. . .

Aber was ging sie Evelyn die hoch- mütip? Sippe an? Wenn es nottut, übertrumpfe ich fte alle noch an Hochmut! dachte sie felbft- bttvußt.

Plötzlich spielte ein Lächeln um ihre Lippen.

Tie Borträge nachher ja so ging es. Alles würde dabei sein. Niemand bemerken, daß zwei fehlten . . und einen Borwand nnlvde. sie schon finden, daß er gar nicht ahnte, es sei von ihr beabsichtigt.

Tas Souper war zu Ende. Man erhob sich, um in den Salon zu gehen. Evelyns Hand ruhte lässig auf Magnus' Arm. Sie dachte an Gottorb. Ja ihre Macht war groß. . nur fünf Mi-

** Ausländische Kohle auf dem Wasserweye. Die Einfuhr ausländischer Kohle auf dem Wasserwege bedarf nach einer Anord­nung des Rcichswirtschastsministers der Genehmi­gung des Reichskommrssars für die Kohlenvertei­lung' in Verbindung mit dem Reichswittschafts-

Ja . , ." Er war

unten allein mit Magnus und

Ta fuhr sie erschrocken zusammen. Tie Haus­frau, die knapp vor ihr mit einer anderen Dame stand, sagte eben zu dieser:Nein, es war nicht Francois, der dieses Wunder schuf, sondern ein junges Mädchen, das mir unsere Klavierlehrerin, Fräulein Sattler, brachte. Sie

A«r Heffeir.

Kino und Volksbildung.

Die erste Sitzung des Kinoaussch-usses der Zen tra lstelle jur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in H c s sen fand vergangene Woche in Darmstadt im Sitzungssaale der Volkskammer unter dem Vor­sitz deS Direktors Hassinger statt.

Innerhalb drei Jahrzehnten wurde das Kino zu dem populärsten Unterhaltungsmittel. Es ist das Theater des Heuten Mannes, wenn auch heute be­reits ziemlich hohe Eintrittspreise genommen wer­den. Wir haben tn Deutschland 4000 Kinotheater, davon 350 in Berlin. 24 Millionen! Menschen gehen wöchentlich zu diesen Veranstaltungen. 12(7 Mil­lionen Meter Streifen werden jährlich angefettigt, davon von Path4 Fröres täglich 80 000 Meter. Diese Zahlen sprechen für sich. Erinnert man sich ferner, daß jährlich 200 Millionen Mark von Deutschland an französische und nordische Film- vefellschaften gezahlt wurden, und wird das Geld der heimischen Industrie noch hinzugerechnet, so kommt auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 510 Mk., eine Summe, die sich in Industrie­gebieten auf 20 Mk. erhöht. Und in diesem Theater wird der Bevölkerung ein Kunterbunt von Stoff geboten, Gutes unb Schlechtes, alles wird willig von empfänglichen Gemütern entgegengenvmmcn. So ist es gekommen, daß wir, besonders seit Auf­hebung der Zensur, von einer Kino gefahr reden dürfen. Die Anziehungskraft der Flimmer­wand beruht in dem Stoff, der das Gemüt an- regt. Der kleine Mann, dem sein Beruf nichts für Herz und Gemüt bietet, will auch für seine Seele Nahrung. Man hätte von .Anbeginn das Kino nicht dem Geschäftssinne allein zur Aus­beutung i'iberlassen dürfen. Man hätte den Hunger der Großstadt, vor allem Welt und .Menschen

Aber Sie müssen mir die Adresse verschaffen, liebe Kammelsberg! Tie flterfon ist ja ein Genie an Geschmack! Ich werde sie in die Mode brin- gen . . ."

Mehr vernahm Evelyn nicht, aber es war ja genug! Die Namen Sattler und Miodesta genügten. Sie war wütend auf die Schwester. Welch: Bla­mage, wenn man erfuhr, daß die Schwester du schönen, vielbewunderten und in diesen Kreisen ganz als Gleich stehende behandelten Evelyn Losm- stein gelegentlich als Dafeldeckerin arbeittte.

Am Klavier wurden die Vorbereitungen zu den Vorträgen getroffen. Baronin Glhddi, eine ver­blühte Blondine in sehr kostbarer, pelzverbrämter, knallroter Seidenrobe, prei riesig: Mohnblüten über den Ohren und Brillanten im Haar, an den Händen und der mageren, stark dekolletierten Büste, flüsterte mit dem Begleiter, der bcvnts seinen Platz eingenommen hatte.

Tie Gäste sahen sich nach. Mätzen um, einige der £>erren verschwanden lautlos, um im Zimmer des Hausherrn, wo Spielttsche aufgestellt waren, zu rauchen und Karten zu spielen.

Evelt-n stand immer noch mit Magnus am Eingang. Er war jetzt, wo die beobachtenden Augen der Tante nicht mehr zu fürchten waren, plötzlich wieder sehr warm und zutraulich geworden. Sie fühlte es mit Befriedigung.

Aber ich glaube, Sie hören mir ja gar nicht zu," unterbrach er sich plötzlich in seiner Rede, die ihr die Gründe seiner bevorstehenden Ab­reise erklären sollte.

Tvch, Sie sprachen, glaube ich, von Ihrer Mutter und Ihrer Reise nach Rettenegg," sagte Evelyn gleichgülttg.

__________v_____, v_______ _______, . ,Ja. Und läßt Sie denn der Gttxrnke, daß heißt Modesta, mehr weiß ich vorläufig selber wir uns dadurch vielleicht heute für längere Zeit zum letztenmal sehen, ganz kalt.-" sorgte er, den

Blick beibenschafllich in den ihren, der völlig kühl Uteb, versenkend.

.Haben Sie vielleicht erwartet, daß ich Tränen vergreße dabei?"

Nein, aber ..." er beugte sich plötzlich dicht an sie heran, ^oh, wie sind Sie heute gvaufim mit mir Evelyn! Ahnen Sie denn nidjt, wie schwer . . wie furchtbar schwer mir das Fort­gehen wird?"

9lem. Wäre es so, dann wurden Sie ja wohl nicht gehen!"

Meine Mutter wünscht eS, und jch bin ihr einziges Kind--"

Nun, dann gehen Sie eben!"

Er sah sie einen Augenblick schmerzlich betrof­fen an. Sie war ihm nie so wmcherschön erschienen wie heute, da er Abschied von ihr nchmen sollte, imd jtie zuvor hatte sie ihn so kalt, fast unfreund- lich behandelt.

Bin ich Ihnen denn gar nichts?" murmelt« er leise.

Mit welchem Recht durften Sie ertoarten, mir mehr zu sein als jeder andere?"

Mit dem Recht, das meine . .

Er verstummte. Tie Worte der Bavomn von heute nachmittag waren ihm eingefallen.

Nein er durfte nicht weiter sprechen. Win: Siebe" hatte er sagen wollen. Aber dann . .

Wollen wir uns nicht endlich setzen?" sagt, Evelyn, die blaß geworden war, ungebulbig.

Ja. Natürlich. Wo befehlen Sie?"

Mir ist es ganz gleichgültig."

Waniyi sind Sie so unfreundlich zu mir?'1

Bin ich dies? Tann verzeihen Sie ... ick habe schon den ganzen Tag heftige Kopfschmerzen und ... es ist so heiß hier. . ."

(Fortsetzung folgt.)

Spielplan der ZrankfMer Theater.

Opernhaus. Tienstag, 16. Sept.: Ter Waffenschmied. Mittwoch, 17.: Matthä. Don­nerstag, 18.: Die Jüdin. Freitag, 19.: Tanz­abend Niddy Impekoven. Samstag, 20 : Zir und Zimmermann. Sonntag, 21.: Schohvazadr. Mon­tag, 22.: Tie Rose von Mxrmbul. Tienstag, 23.: Ti: Zauberflöte. Mittwoch, 24.: Ter Zi- geunerbaron. Schauspielhaus. Dienstag. 16. Sept.: Struensee. Mittwoch, 17.: Tie Mar- ouife von Arcis. Donnerstag, 18.: Struensee. Freitag, 19.: Iphigenie auf Tauris. Samstag, 20.: Tie Schmetterlingsschlacht. Sonntag, 21.: 3 Uhr: Wilhelm Teil. 7 Uhr: Tie Morguisie von Arris. Montag, 22.: Struensee. Dienstag, 23 : Tie Kreuzelschveiber. Mittwoch, 24.: Struensee.

Minister. Die Erteilung hat auf dem schnellsten -^bege zu erfolgen. Die Genehmigung darf außer bejhmmten Verbrauchern nur Kohlenhändlern er­teilt werden, die schon vor dem 1. August 1914 ausländische Kohle ein geführt haben, oder für deren Zulassung wichtige Gründe sprechen Tie Eiienbahn darf nicht erheblich in Anspruch ge­nommen werden. Die Kohle ist unmittelbar an den Verbraucher zu verkaufen und zu liefern, sie darf nur von Gas-, Wasser- und Elektrizttäts- werken und zur Herstellung von Ausfuhrwaren verwendet werden.

** Die Reichsvereinigung ehern. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Gie- ßeii, hielt am 11. d. M. eine Versammlung im Hotel Helsenkeller ab. Anwckssnd waren als Ver­treter des Kreisamts Regierungsrat Langer- mann, als Vertreter der Stadt Gießen Dr. S e r p und Herr M ü l l e r vom ftädt. Arbeitsamt. Um Vrö Uhr eröffnete her Vorsitzende der Otts- gruppc die Versammlung. Kamerad Jöckel vom hfcsi^n Durchgangslager hielt einen Vortrag über £>ie Kricgsgesangenen-Heimkebr. Er fand allge­meinen Beifall. In der Aussprache crtTärte Herr Langermann, daß die Vorarbeiten der Krisa-Heim- kehr schon soweit vorgeschritten seien, daß dem­nächst die einzelnen Abteilungen ihre Arbeit auf­nehmen könnten: auch Herr Muller vom Ar­beitsamt gab die Erklärung ab, daß fast sämt­liche Heimkehrer tn ihre alte Arbeitsstelle wieder zurückkehr-'n könnten. Einige Angriffe eines Ver­treters des Reichsbundes wurden von Herren der Kttfa-Heimkehr sowie Mitgliedern des Reichs­bundes selbst, zurückgewiesen, da sie auf falsche Informationen zurückgingen. Nachdem der Vor­sitzende Herr 93t au m noch einige Worte an die anwesenden Kameraden gerichtet hatte, schritt man Mr Wahl zweier Beisitzer für die Stadt Gießen und zweier Beisitzer für den Kreis Gießen. Wie rege das Interesse, sich zu organisieren, ist, zeigt |rch darin, daß 10 Kameraden sich der OrWwch- sanon durch Beitttttserllärung angeschlossen haben. Sämtliche Anfragen, welche die .ittisa-Heimkehr betreffen, sind zu richten an die Geschäftsstelle der .Kriegsgefan genen-Heimkehr Gießen, Alte Klinik.

Sus dem besetzten Gebiet.

Amerikaner uni) Streikende.

O be r tnhn stei n, 11. Sept. Tie Arbeiter des gesamten Westerwälder T o n g e b i e t e s stehen seit Monaten in einer Lohnbewegung, ohne daß es bis jetzt gelungen ist, zu einer Verständigeirg zu kommen. Endlich fällte der Schllchtungsausichuß in Ober lohn stein am 26. August einen Schieds­spruch«, der den Arbeitern wesentliche Löhnerböbun^ gen zuerkannte. Obwohl vorher beide Teile er­klärten, den Schiedsspruch als für sie verbindlich anzuerkennen, lehnten die Arbeitgeber nunmehr die Anettennung des Schiedsspruchs ab. Darauf­hin sind etwa 1500 Arbeiter in den Ausstand getreten.

--Montabaur, 12. Sept. Aus An­laß der verschiedenen A u s st ä n d e in den Jn- dustrieorten des besetzten Teils des Unter­westerwaldkreises macht die amerikanische Be­ladungsbehörden die Streikführer für die Auf­rechterhaltung von Ruhe und Ordnung per­sönlich haftbar. Wo Unruhen ausbrechen, wer­den die Führer unverzüglich verhaftet und mit hohen Geld- und Freiheitsstrafen belegt. Die Bürgermeister der Gemeinden, in denen gestreikt wird, mußten der amerikanischen Be­satzungsbehörde ein Verzeichnis der Streik- bzw. Arbeiterführer zustellen.

kennen zu lernen, mit vorsichtig gewähltem Ma­terial entgegenEommen sollen. Jetzt müssen Volks­erzieher und Kinoleute ^ufammenarbeiten, um das Unttrhaltungsbedürfnis psychologisch zu studicern.

der deutsckic Buchhandel gemeinsam mit Päda­gogen gegen die Schundliteratur erfolgreich an- gkkämpft hat, in gleicher Weise muß auch hier der Weg gegangen iverden. Man hat allmählich das beweisen diese Zusammenschlüsse die Bedeu­tung des Kinos für Vokksbelehrung und als Hilfs­mittel der Schule erkannt. Unser Ä>lk liebt nämlich belehrende Unterhaltung, haßt aber das Schul­meisterliche. Das Lichtbild verlangt daher als Er­gänzung das Stehbild und beide das geeignete gesprochene Wort, an dem es in rechter Form V> oft fehlt. In Offenbach und anderen Otten in Hessen sind Ansätze zur Besserung gemacht, aber es muß weitergehen. Der Geschäftsmann dar allein nicht mehr die Verantwortung tragen. Es hegt in unserer Hand, diese interessante technische Errungenschaft als Kultnrstcklvr unferen Nach­kommen zu hinterlassen, oder als ein kapitalistisches Ausbeutungsmittel.

in Arbeitsgemeinschaft mit diesem stehendeSüd­deutsche Urania" einen Bilderbühnenbimd hessi­scher Städte und Kreise ins Leben zu rufen. Wert­volle Ansätze sind besonders in dieser Richtung in Darmstadt, Mainz. Offenbach und LLorms vor­handen, wo der Plan von Gemrinoekinos schon teilweise bald der Verwirklichung nabe wenigstens lebhaft erörtert wird. Ti« Sei für Bolksbildimg begrüßt alle diese B:_______

am's wärmste. Sie wurde von dem Ausschuß beauftragt, nun überall in den Städten die Ein-

Gleich in den ersten Minuten war es ihr aufgefallen: er war anders als sonst, zurück­haltender, vorsichtiger. Sein Blick, der sonst ent­zückt und voll flammender Bewunderung auf ihr geruht hatte, wich heute dem ihren beinahe ängst­lich aus.

Plötzlich erschreckte sie ein Gedanke. Sollte « etwas von ihrem Spiel mit Paul Gottorb erfahren haben?

Er würde es mir nie beleihen, dachte sie ^.^affend, und alles wäre aus! Oer es kann W fein. Ich war koch vorsichtig . . . nicht ein­mal Beate ahnte ttwas davon.

Ta hörte sie, wie Magnus neben ihr zu ^ö^te sagte:Ja, es ist wahr. Mama will, daß ,ch nach Nettenegg komme unb1 den ganzen Sommer dort bleibe."

irgenb ctivaa daraus zu retten, mit solcher Wucht batte das Feuer eingesetzt. Mit Lebensgefahr ret­teten beherzte Mmmer Rindvieh, Pferde, Schweine aus dm brennenden Ställm. Eine Riesenarbeit wurde geleistet. Aus der anfänglich kopflosen .Uienge wurden bald organisierte Gruppen, Die lieb willig aller Arbeit unterzogm. All dm dürrm Gebäuden und ..<otrohvvrrätm sand das feuer lMtt Nahrung : dir Glück, daß Windstille herrschte fönst wäre das ganze Zmtrum des Dorfes ab» gebrannt. Neben der hiesigm Einwohnerschaft be- teiügten sich die Feuerwehren von Nidda, Salz, baufen, Borsdorf und Dauernheim in hervor­ragendem Maße, wofür ihnen hier schm gedankt Isu Es ist ein unbedingtes Gebot der chttst- lichm Bruderliebe, daß hier helfend eingegriffen wird, insbesondere muß das Äugmmerk auf dir Familie Ludwig gerichtet werden, die alles Der foren hat, die aber auch Hilfe nach jeder Rick tung hin verdient. Ein vorläufiger Hilfsausschis wurde gebildet, lieber die EntstehungSursache ver­lautet Nichts^ Landwitt Scherer, in dessen Scheuer zuerst das Feuer crusbrach, erlitt einen Nerven- schock Er hat auch zwei Söhne im Felde ver- bren.

Kreis Schotten.

O Aus dem südöstlichen Vogels­berg, 15. Sept. Natursrmnde können zur Zeit eine eigentümliche Beobachung machen. Währmd stuft die Schwalben um diese Zeit unsere Gegmd längst verlassen habm, um ihren Winter aufenthalt in den südlichen Ländern zu nehmen, halten sie sich jetzt hier noch in großen Scharm auf. Diese seltene Erscheinung ist offenbar eine Folge der außergewöhnlich hxrrmen Witterung in dem Spätsommer biefeä' Jahres.

. O Gedern, 12. Sept. Am 16. September wird zum erstenmal wieder hiereinViehmarkt abgehaltm werdm, nachdem Märkte während der Kriegszeit hier nicht mckhr ftattgefunben haben

Hrssen-Nassau.

= Fulda, 12. Sept. Die Bergnü- gun gs sucht in der Stadt hat seit Wochen emm solchen Aufschwung und Umfang angenom­men,^ schon jetzt d« für das Etatsjahr 1919/26 eingestelltm Einnahmm für Vergnügungssteuern erreicht sind.

hl. Kirchhain, 13. Sept. Der Streik her bet der Ohmregulierung beschäftigten Arbeiter ist beigelegt und die Arbeit wieder äuf- gmommen worden. Zu dm durch die erhöhten Arbettslöhne entstehmdm Mehrausgabm gewährt der Staat einen Uebetteuerungszu schuß. Ein Sechstel der Uebetteuerungskoftm bringen die be- teilrgten Gemeinden auf.

--- Idftein, 12. Sepl. Durch die neun- monatliche Besatzung s da ne r erwuchsen der Stadt nahezu 100000 Mk. Unkoften, die man vom Reich zurückzuerhalten hofft.

Mainz, 13. Sept. (Wolff.) General F a y o l l e, Kommandant der die 8. und 10. französische Armee umfassenden Heeresgttippe, erläßt eine Bekanntmachuilg, daß die Ein­führung derFrankfurter Zei­tung" und desM i t t a g s b l a t t s" in die französische Zone vom 12. bis 30. Septem­ber 1919 einschl. verboten ist wegen eines in beiden Blättern erschienenen Artikels, wel­cher dieWürdigkeit unserer Besatzungstrup­pen" verletzt.

fm. Wiesbaden, 12. Sept. Der französische Kommandant von Wiesbaden-Land gibt bekannt, daß nach einer Verfügung des koinmiandierenden! Generals der 10. französischen Armee von den Militär-, Polizei- und Kttegsgettchten erkannte Ge­fängnisstrafen in Geldstrafen umgewandelt werden können unb zwar nach folgendem Tattf: Statt Ge­fängnisstrafe von 18 Tagen 50 Mk., 815 Tagen 100 Mk^ 1530 Tagen 500 Mk., 3060 Tagen 1000 Mk.. 2 bis 4 Monaten 2000 Mk., 46 Monaten 5000 Mk. Tie Franzosen scheinen Geld zu brauchen.

Xus Stadt rind Land.

Gießen, den 15. Sept. 1919.

** Amtliche Personalnachrichten. Dem Schul am tsanwätter Peter N öhrbaß aus Eckelsheim wurde die Lehrerftelle an der Volks­schule zu Sickendorf, Kreis Lauterbach, dem Lehrer Theodor Sommerlad zu Heegheim, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Nilks-

** Invalidenversicherung. Der Holzhauer B. in M., der früher als Bergmann beichäftigt war, ist feit vielen Jahren im Winter als Holzhauer tätig, während er im Sommer eine Herne Landwirtschaft verficht. Da er als selbständiger Landwirt keine Jnvalidenmarken zu kleben braucht, sind in den letzten Jahren für ihn nur in den Win ter monat en Beiträge zur In­validenversicherung verwendet worden. Er möchte nun Antrag auf Altersrente stellen, hat aber noch tönen Anspruch auf diese Bezüge, weil er noch nicht genügi-nd Marken (1200) geklebt hat. Hätte B. in den letzten Jahren auch im Sommer frei­willig weitergeklebt, so stände ihm bei Vollendung des 65. Lebensjahres die Altersrente zu. Er hätte aber auch im Falle der JnvalLÄüt um deswillen eine wesentlich höhere Invalidenrente zu bean­spruchen, well durch jede Mvrb?, die geklebt wird, die Rente eine Erhöhung erfährt. Auch für die ßfewährung eines Hellverfechrws (Baldekur usw.) ist die r e ge l m ä ßi ge Verwendung der Beitrags­marken von besonderer Wvhtigkell. Aus diesen Gründen kann allen Versicherten nicht dringend Sans Herz gelegt werden, auch nach dem eiDen aus der versicherungspflichttgen Be- schchstigung fvnwillig wellerzukleben, und zwar, wenn irgend möglich, für jede Woche eine Marke.

Kreis Büdingen.

Großes Schadeufener.

n. Geiß-Nidda, 13. Sept. Verflossene Nacht entstand hier ein großes Schadenfeuer, dem vier mit Heu-, Stroh- und Ernte­vorräte rl gefüllte Scheuern zum Opfer fielen. Um 12.30 Uhr ertönte Feueralarm, und fast gleichzeitig standen die vier Scheunen in Flammen. Es brannten die Scheunen und Witt- schaftsgebäude des Kvnrad Scherer II., das An- tvesen des FttÜwich Heutzenröder, die Scheune des Hch. L. Lind (Inh.: Otto Wörner), die Scheune und Stallgebäude der Familie Lud­wig, die am härtesten betroffen ist, da 'chve gesamten Ernttvorvate ungedroschen ein Raub der Flammen wurden, wahrend im übrigen nur Sttvh- und Dürrfutter Vorräte, landwitt schaftliche Ma­schinen unb Geräte zum Opfer fielen. Verluste an Menschenleben und Vieh sind, abgesehen von einigem Federvieh, nicht zu beklagen. Die Wohn­gebäude der Avgebranrllen formten in idem Falle gerettet werden. Am gefährdetsten war das Wohn­haus der Famllie Ludwig, auf dessen Erhaltung sich zunächst die gcvM Kraft der erschienenen Wehren mit Erfolg richtete. Es war gar nicht daran zu denken, die brennenden Scheunen' ober

riebtung von Resiormbühnen anzuregen, unb auch die Kreisverwalttmgen zu veranlassen, wenn irgeirb möglich, Wanderkinos zu beschaffen, damit auf diese Weife auch das Land der großen Vorteile, die das Lichtbild bittet, teilhaftig wird.

SHeffaften der Redaktion.

0. K. in V. Nach § 536 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Bemritter die Wohnung dem Mieter in einem zu dem vertragsmäßigen Ge­brauche geeigneten Zustande zu überlassen und sie während der Mietzcft in diesem Zustande zu er­halten. Dazu gehört natürlich auch, sofern dies vor­her vereinbart ist, die Möglichkeit der Mitbe­nutzung des Bodens, sowie die Beschaffung eines Schlüssels für die Kammer. Inwieweit durch das Verhalten des Vermieters eine Minderung des Wertes der Wohnung eingetreten ist, läßt sich ohne nähere Kenntnis aller in Frage kommenden Ver- hältniffe nicht beurteilen. Nach 8 538 BGB. Abs. 2 rnd Sie übrigens berechtigt, tm Falle des Ver­zugs des Vermieters etwaige Mängel selbst zu beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwen­dungen zu bedangen. Wir empfehlen Ihnen, dem Vermieter schriftlich mitzuteilen, daß Sie nach fruchtlosem Ablauf einer Frist von 8 Tagen einen Schlüssel unfertigen lassen und die Kosten an der Miete in Abzug bringen, ebenso einen kleinen Bettag für Nichtbenutzung des Bodens.

Dres war ungefähr der Inhalt des Referats des Hauptlehrers Bechtolsheimer ans Offenbach, der die Aussprache einleitetc. An der anschließen­den Debatte beteiligten sich die Reallehrer Lerch, Stadtverordneter Leuschnec, Direktor Kissinger, Geheimerat Münch, Walz, als Vertreter des Po- lizeiamts Kreisamtmann Dittmar, Dr. Dang u. a. Heber die Bedeutung der .Kino herrschte nur eine Ansicht, und es wurden die verschiedentlichen frü­heren Bemühungen zur Hebung des Kinowesens in Hessen erwähnt Allgemein war man der Ansicht, daß mit der notwendigen Verstaatlichung und Kommunalisierung allmählich vor­gegangen werden müsse, und daß man den Ge­schmack nicht plötzlich bessern könne. Interesse er- toedten auch die Ausführungen des Geheimerats Münch über Schulkinos, die leicht beweglich und so^eine anschauliche Stütze des Unterrichts sein müßten. Nach einer längeren Aussprache über Schaden und Vorteil der Zensur schloß sich auf Veranlassung des Direktors Hassinger der Ausschuß dem Kämmerbeschluß Badens unb den Forderungen Württembergs an, und entschied sich, da die Aufgabe des Ausschusses vor allem in Anregungen besttht, mit einer Denkschrift an die Volkskammer, die Reichsregierung, das Ministe­rium des Innern, die Städte und Kreise heranzu­treten. In dieser Densschrift, deren Abfassung Hauptlehrer Bechtolsheimer übernommen hat, wird ür Verstaatlichung der Filmindustrie und Kommu­nalisierung der Kinos eingerieten und für die Uebergangszeit eine Zensur gefordert. Diese Zensur wird von Sachverständigen, unter denen auch Vertreter der Jugend sein sollen, ausgeübt werden. Durch diesen-Beschluß des Wrsschusses ist Hessen als dritter süddeusscher Staat den not­wendigen Entschlüssen Badens und Württembergs zur Hebung der Kinos beigerieten. Es ist ein Anfang auf dem wichtigen Wege, der nach Erkenntnis der Bedeutung der Kinos eine Kultumrission einleitet. Dieser Angabe enssprechend soll mich versucht werden, in Anschuß an den Bilderbühnenbund deutscher Städte" und an die

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