Seltsam, rcod) in späteren Jahren mutzten beide oft dieser Scheitestunte gedenken, in der sie es über sich vermochten, über so triviale Sachen des Alltagslebens zu reden.
„Werde ich Sie später nicht mtig sehend fragte Sven.
„Nein, mein Weg führt mich fori," sagte Rayna. „Ich bäte tagtäglich Pflichten zu erfüllen. Meiner harrt die Arbeit."
„Und txrrf ich nicht wenigstens wissen, toomll Sie sich beschäftigen?^
„Nein, 'was liegt daran," küchelte Ragna schmerzlich. „Denken Sie, ick nahe oder sticke, warte Kinder und was es ähnliche weibliche Beschäftigungen mehr gibt — es kommt ja hoch alles aus eins heraus."
„Nicht diese Bitterkeit," bat er weich, „p hart möchte ich diese süßen, lieben Augen nicht in der Erilmerung haben, aber nicht wahr, eins können und wollen Sie mir doch sagen. Hier wohnen Cie? Hier dürfen Sie meine GLxrnken suchen, wenn ich zu meiner Schutzheilige,: bete, die mir helfen soll, das Gute und das Rechte zu tun."
Ragna neigte, leise das Haupt — „das ist mein kleines, armes Reich," sagte sie, „aber ich liebe es, denn hier fand ich Frieden nach des Lebens Stürmen."
„Dort nickt der Flieder durch die Scheiben," sagte Sven träumerisch, „immer wenn ich Flieter sehe, werde ich Ihrer getenfen."
Ragna trat lautlos zum Fenster und brach den Zweig. Wie Tramm hing iroch der Tau in groben Tropfen an den Blütenkelchen. Still legte sie die FliÄerÄüten auf Svens Lager.
Lebewohl," hatte sie gesagt, Sven wußte es nicht, aber sic war gegangen ohne einem Druck der Hand, ohne noch einen Blick auf ihn zu werfen. Er wollte auf, er konnte es nicht. Wie ein Alp lag das ihr gegebene Versprechet auf Svens Selle. Aufstöhncnd sank er in die Kissen zurück. Ter
blaßblaue Fliederzwcig aber duftet: betäubend zu ihm auf.
Eine Stunde später hatte Sven, nach reiche Belohnung en die Familie Brand, das Bohnhau- vcrlassen. Frau Brand sah ihm wohlgefällig nutz, als er in bat Eiseubahnzug stieg.
„Det 'war aber mal een Schlauer," sagte sie zu ihrem Gatten, „aber ick war iaxf) schlauer. Nee, trotz der Villen Jvlbstücke fiel ick nrch uff den Leim rin, irgend wat ru verraten, unser Freilein is mir doch Hunte rtt cm fendmal lieber als det lumpige Jvld, wat Oller?"
„Ja, so'n paar JoldsüOe siüd »och nicht zu verachten," sagte Meister Brand.
„Du solltest dir wat schämen," entgegnete Frau Brand. „Denkste denn nicht mehr an unseren Fritzens
,La," nickte der Bahnwärter, ,chast recht, Olle. So'ne Menschen wie die da oben aber sind noch besser wie Jold."
„Die da oben" aber stand mit gefalteten Händen an ihrem Fenster und sah den feinen Rauch der Lokomotive, die Sven entführte, sich über den Tannenwipfeln kräuseln.
Sie hatte ihn nicht mehr gesehen, den Mvmi, den sie liebte und den sie nicht lieben durfte, aber mrf ihrem Schreibtisch lag ein weißes Blatt Papier und darauf stand sein Abschiedsgruß mit Bleistift geschrieben. Worte, die sie wohl kannte, die selbst einst ihr Herz mit dumpfem Weh durchzitterten :
Die Sehnsucht ist großäugig anfhewacht
Und redet sacht, stand auf dem Zettel intb dann eine Reitze Gedankenstriche und zuletzt:
Sie löste vom Haupt sich ein Dornenreis
Und drückt es auf mein Herz leis
— Tos Blutet mm heiß.
Und der Flieder klopfte mit seinen Zweigen gegen
die Scheibe,: und duftete nt das stille Stübchen hinein so süß, och, so betörend süß.
♦
Mir summt im Herzen ein keifes Lied, Ich wag' es nickt zu beginnen. Es ist zu traurig.
Und ein Gedanke mich dlwchtzieht. Ich wag' nicht ihm nachzusimven, Es ist zu schaurig.
Eine plötzliche Ahnung jedoch. Die möchte ich wissen:
Ich werde beides noch
Erleben müssen!
Emil Tlaar.
Svens Mitteil mA, daß Sigrid in Berkin sei. hatte einen wahren Sturm der verschitenstrn Gefühle in Ragna entfesselt. Wie kam es, daß ihr Sigrid nicht schrieb? Wen» sie auch ihren genauer Aufenthalt nicht kannte, so wußte Sigrid dvch, daß durch Chaja eine Verständigung leicht möglich war. Wollte Sigrid sie nicht Wiedersehen? Fühlt: sie noch her langen Trennung nicht selbst die teißeste Sehnsucht die einzige Schwester in die Arme zu schließen?
Ragna stand vor einem Rätsel, dessen Lösung sie unausgesetzt beschäftigte. Zwei Tage waren schon vergangen, seitdem Sven das Bahnhäuscken verlassen, und noch immer fehlte ihr jede Nachricht von Sigrid. Ragna spann die abenteuerlsik^ sten Pläne. Heimlich wollte sie nad) Berlin fahren, um Sigrid zu sehen, dann wieder wollte sie ihr schreiben, sie an flehen, in ihre Arme zu eilen, aber immer wieder gab sie den Plan auf, weil es ihr fehr unwahrscheinlich dabei schien. SigiÄ» ihren eigentlichen Aufenthaltsort zu verheimlichen Und das mußte geschehen, die Ihrigen bunten nicht wissen, wo sie weilte. Denn neuen Kämpfen toni Ragna, wir sie sich selbst müde eingeftanb, nicht gewachsen.
(Fortsetzung folgt.)
Vermischte».
Zum Tode verurteilt.
Schneidemühl, 13. Aug. (Wolff.' Das Kriegsgericht verurteilte die Frei' willigen des Grenzschutzes Paul Dietrich und Erwin B o t t k e wegen gemeinschaftlichen Raub,nordes am 8. Juli an dem Besitzer Spichalla aus Karlsbach bei Wirsitz zum Tode. Beide waren voll geständig.
D ü s s e l d o r f, 13. Aug. (Wolff.) Das außerordentliche Kriegsgericht verurteilte den Maschinisten Gerhard Fischbach zum Tode. Fischbach erschoß am 27. Juli in Düssel dorf-Wersten auf dem Wege nahe der Grenze des besetzten Gebietes den Kaufmann Oskar We inert aus Münster und beraubte ihn seiner Barschaft von 2000 Mark.
Acht deutsche Kriegsgefangene getötet.
B e r s a i l l e s, 13. Aug. (Wolff.) Im Walde von Aner, zwischen Fourmies und Hirsen explodierten gestern auf dem Transport Granaten. Acht deutsche Kriegsgefangene wurden getötet Einige Blätter melden auch, ohne einen Ort anzugeben, daß in Belgien ein Munition^ depot mit zehntausend Granaten in die Lust geflogen sei. Nur einige Personen seien leicht verletzt worden. In einem Umkreis von dre? Kilometern sei Sachschaden angcrichtet worden.
Diamantfunde.
Amsterdam, 13. Aug. (Wolff.) Reuter meldet ans London: Tas Dolonialamt teilt mit. daß in her GoldLüsterckoüonie Diamantfundr gemacht worden sind.
Der neueste Streik.
Aus Bremen meldet der „Berl. Lokalanz.": Infolge von Mißhelligkeiten über neue Abstempe- lungövorschriften ist es hier zu einem „S t r e i f" der Arbeitslosen gekommen. Sie hielten Seffern nachmittag eine Versammlung ab und beschlossen, im „Streik" zu verharren. Die organisierte Arbeiterschaft soll aufgefordert werden, gleichfalls in den Streik einzutteten. Die Arteits. losen wurden ausgefordert, keine Arbeit in Belgien und Frankreich anzunehmen, selbst wenn man ihnen etnen Tagelohn von 40 Mark und freie Beköstigung gewährte. Auch die Arbeit auf dem Londe sei zu verweigern. Im Anschluß an die Versammlung zog ttotz des Belagerungszustandes und des Umzugsverbotes eine Gruppe von etwa taufenb Personen durch die Sttaßen zum Senol und verhöhnte die Angehörigen der Regierungstruppen. Das Militär schritt ein und nahm Ver- Haftungen vor.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zu dem gestrigen Eingesandt
„Kohlenversorgung und Landwirtschaft" fei jur Aufklärung der Einsender folgendes zu er* widern:
Tie in den letzten Mvmtten in Garbenteich ansgeladenen Waggons Kohlen für die Eisew bcchner waren bis auf einen kleinen Dell (noch nicht ein ganzer Waggon, der für die Eisenbahner von Hausen, Garbenteich und Steinbach bestimmt war) alles Tienstkohlen und sind als solche für d« Heizung her Dienst- und Watteränme, sowie Schrankenwarterbuden bestimmt und kommen nicht den in dem Eingesandt angeführten Eisenbahnern zugute. Mit dem Holze haben die maßgebenden Stellen überhaupt nichts zu tun, denn das Holz ist bis jetzt immer noch bezugsscheinfrei gewesen und ist von der Bahn, um hier den Brand nicht noch mehr für die Allgemeinheit zu verteuern, bei öffenllichen Berstei gerungen in waldreichen Gegenden gekauft worden.
Einige V senbahner.
Mrchttche Nachrichten.
Katholische Gemeinde.
Donnerstag, 14. Aug., nachm. 5 Uhr iuti abends 8 Uhr: Gelegenh. z. hl. Beichte. — Freitag, 15.: Fest Mariae Himmelfahrt GVa: Gelegen hl. z. hl. Beichte; 7: hl. Messi 8: Dustellung d. hl. Kommunion; 9: Hochanv m. Pr.; 11: hl. Messi; nachm. 2: Andacht m Segen.
m. 188
Swett« Blatt
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Fortsetzung 32.
(Nachdruck verboten.)
ehr.Bertix.
Ragna Gvendbucg
dtp man von Anny Wothe.
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\ Land M 'öcrfdjertten hat. Ferner muß der Bewerber die seinem Landteil entsprechenden. Betriebsei nrichttmgen und Inventar oder wenigstens . Geld ober Kredft, sich solche zu beschaffen, nach- I weisen: aud) hier ist eine gewisse llnterstützung I unter besonderen Umständen möglich. Er braucht ' Stall, Ächawvcn. Keller, Geräte, Vieh, Dünger
Saatgut, vielleicht sogar eine Scheune oder kleine Öofreite. Soweit Baulichkeiten in Frage kommen, ist eine staatliche Unterstützung durch Vermittelung von Baukostenzuschüssen, von billigen Krediten, von billigen Baumaterialien bis zu einer gewissen Grenze möglich Aber eine gewisse Grundlage muß vorhanden sein. Auch sind Beruf, Neben,, eiickommen (Renten ustv.), Gesundheitszustand, Kin- derzahl ufto. zu berücksichtigen.
lieber die rechtliche Form der Landtzutellung lassen fidj einheitliche Grundsätze nicht aufstellen. Auch dies bedarf her Prüfung von Fall zu Fall. Wo es geht, wo die Mittel verbanden sind und der Bewerber das Vertrauen in seine Befähigung und seinen Fleiß verdient, wird man ihm das Land zu Eigentum geben, in her Erwägung, daß die Freude am Eigen besitz, hie Möglichkeit einer lang festigen Bewirtschaftung (Pflanzen von Bäumen, Schaffung von Anlagen) ein stets wachsender Antrieb zur sorgfältigen Nutzung derselben wird. Selbstverständlich muß das Land vor Spekulation gesichert werden, am besten durch den Vorbehalt i eines Wieteickaufsrechts für den Staat. Auch tön-
Dit Aufgaben öts £an6gt|efce$.
(Schluß.)
Bei her Zuteilung des Landes laßt sich ein Schema nicht aufstellen; jeder Fall der Landte- roerbung erfordert eine besondere, sorgfältige Prüfung. Ter Bedarf läßt sich vielleicht in folgender Weise gliedern:
1. Für Arbeiter, Handwerker, Beamte ufto. so viel Gartenland, daß sie sich ihren Hausbedarf an Gemüse, Beereno bst u. dgl. selbst ziehen, vielleicht auch ein paar Obstbäumc pflanzen können; eurige hundert Quadratmeter werden hierfür in der Regel genügen;
2. für Arbeiter, Klein Handwerker, Rentenbezieher ^Kriegsbeschädigte, Uw fallverletzte ufto.), d. h. für solche Personen, die an und für sich ein festes Gintommen haben, zur Unterstützung ihres Haushalts, wenn sie dessen bedürftig sind unb die nötige Sachkenntnis besitzen, Land, damit sie vielleicht ihren Bedarf an Kartoffeln und Körnerfrüchten ziehen, sich eine Kuh oder em paar Ziegen halten, ein Schwein mästen und einen Stamm Hühner füttern Tonnen, auch etwas Kleintierzucht, Gemüse- oder Obstbau ober eine andere Spezial- wsitschaft betreiben Kronen;
3. für kleine Landwirte, die für sich unb ihre ganze Familie auf das Verdienst aus der Landwirtschaft angewiesen sind, Land in solchem Umfange, daß sie wenigstens bei fleißiger und sachkundiger Wirtschaft ihr Auskommen darauf finden können.
Selbstverständlich lassen sich, hieraus keine Ansprüche herleiten; es wird stets darauf ankommen, wieviel S*anb überhaupt freigemacht werden tamtx Hierbei läßt sich im Voraus berechnen, daß die zur, Verteilung freiwerdende Land mässe verhältnismäßig gering ist. Es müssen daher alle Land- tebürftigen ausscheiden, hie bereits so viel Land haben, daß sie einigermaßen ihr Auskommen darauf finben können. Sie sind ganz allgemein auf den Zukauf aus hem laufen teir Miterwcchsel zu bertoeifen. Leider sind durch eine uiwerantwortlick;se Agitation und durch Ungeschicklichkeiten vielfach Ansprüche erregt worden, die die Leistungsfähigkeit des Siedlungsunternehmens well übersteigen. Ter Landbewerber, dem man an sich eine Anwartschaft auf "bie Fürsorge tes Landgesetzes zuerkennen muß, muß sich aber auch gefallen lassen, daß feine Ansprüche genau geprüft werden Er muß vor allem für sich ober für Mitglieder seiner Familie nachweisen, daß sie das nötige Sachverständnis besitzen, das Land auch sachgemäß zu bearbeiten, um die Früchte zu erzielen, die mit Rücksicht auf den Stand der Bolfsernährung erzielt werden müssen. Er muß ferner das Vertrauen genießen, daß er sich als fleißiger und gewissenhafter Arbeiter die ordeillliche Bewirtschaftung test Landes angelegen fein, läßt Ferner muß er in der Lage sein, den Kaufpreis ober die Pacht für das Land zu befahlen. Man wird hier bei unverschuldeter Ütütlage, vor allem bei solchen Bewerbern, die durch den Krieg an Leib und Vermögen stark in Mitleidenschaft gezogen Worten finh, die neitestgehende Rücksicht üben unb vor allem für
Sic wäre eines Königs würdig, dachte So en, und im geheimsten Winkel seines Herzens bebte ein Mwas, das er sich nicht erklären konnte. Da verschmolz Sigrid und Ragna zu einer Person. Da waren sie eins, unb er hielt sie beide an seinem Herzen.
„Sv lassin Sie uns jetzt Abschitt» nehmen, Herr Gras," sagte Ragna, leise wieder hinzu- tretenb unb ihm herzlich die Hand entgegen* streckend. „Ter Arzt teilte mir mit, daß Ihr i Transport in das Hospital heute mirgeu stttt- nnten soll. Nehmen Sie tausend gute Wünsche mit auf den Weg."
„Sie heißen mich also gehen?"
,^Ja," entgegnete fftngna hart. „Sie scheinen iid) von Ihrem Unfall, den wir für viel ernster | ansahen, als er ist, fast erholt zu hiben, so —"
„Daß ich kaum glaube, daß ein Aufenthalt im Hospital noch für mich notwendig ist," ergänzte Sben. „Ja, Sie haben rcd)t, mein gnädiges Fräulein, ich fühle mich ftisch und kräfttg, nur ein leises Summen unb Brummen in meinem G'.- tirn unb ein dumpfes Gefühl von Schwere in meinem Körper mahnt mich noch an den Unfall. Ich werde den nächsten Zug benutzen, um direkt nach Berlin zu fahren. Wnnen Sie mir vielleicht jemand feilten, der mein Gepäck besorgt unb eine Depesche aufgibt. Ich will meine Frau । nach Berlin, wo sie im Hotel Kaiserhof obg> l'fapen ist, verständigen, daß mir bei dem Eisen- lahLUnsall, den sie oielleltht schon durch die Zeitung erfahren hat, kein Leids widerfahren."
„Sofort," sagte Ragna. ,Lch werde Ihnen ^rrch Frau Brand alles Nötige senden, auch das
Möbel
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S'iskind,
29,
iHiubenWäjit^ Suskind, £enenwec29
L^ptehlunat»
Zigaretten! fant. rein, tnbat! mbcrole, ohne S|P
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Allies geg.9ifl(6noti jCarren, gute Qu
Rille, Probesorllnm« tt unter'/, llllfit 1 tlBlrieh, DubiimI
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)
nen andere Besthoärckungen des Ggentumsrechts I zum Vortrll des Bewerbers unb im Interesse einer lachgemäßen Wirtschaft nötig werden, sv vor allem | zur Sickerung des Besitzes die Festsetzung einer Berschuldungsgrenze, Abmachungen über ine Art der Benirtschaftung ufto. Andernfalls wird man dauernde ober probeweise, aber möglichst lang- sristige Pachtverträge abschLießen, die dem Staat die Möglichkell bet Rücknahme des Londes bei unsachgemäßer Bewirtschaftwig geben, dem Bewerbe aber doch das Jntereise an seinem Besitz, besonders an einer langfristigen Planwirtschaft durch Düngung ober Anlage von Kulturen ufto. nicht schmälern.
Nicht vergeben darf werten, daß das gmrzc Gebiet Neuland rst. Erst allinuAich wird man aus Erfahrungen zu festen Grund sollen Tom men. I ebenfalls genügt ater wohl dieser Uebcrblick, um von den Aufgaben und Möglichikellen dieses Gesetzes ein Bild zu geben. Manches Vorurteil wird schnnnten unb jeder wird bei gutem Willen cingefteten müssen, daß das Gesetz bei warmherziger und sachkundiger Durchführung pon großem Segen begleitet sein wird, daß es vor allem alles andere ist, als ein mutwilliger Zerstörer des Vorhandenen. Alle Kraft ist ter Arbeit und Fürsorge für die deutsche Bvdenwirtschaft UU widmen. Gelingt es, unsere Wirtschaft zu erneuern, eine zufriedene und artellsame Landbevölkerung unb seßhafte Land- arteitcrschoft zu schaffen, so wird dies dazu beitragen, daß Teutichlands zerschlagene Kräfte wieder erstarken und unser Volkstum ferner Wieder- aufrichtung entgvgengeht.
Vie KrelstagsroaljL
Für die am 17. August 1919 stattfindende Wahl zum KreiStaa des Kreises Gießen sind folgende Wahlvorschläge iugelaffen:
I. Der Sozialdemokratischen Partei, Kenmvort: Sozialdemokrattsche Partei:
1. Haas, Ludwig II., .Zigarrenfabrik., Steinberg, 2. «bomberger Paul, Rechtsanwalt, Gießen, 3. Lindenstruth. Ludwig. Lagerl-alterarteiter, Heuchelheim, 4. Weißgerber, Otto, Oberlehrer (Professor), Gießen, 5. Müller, Otto, Unteraffiftent,* Reiskirchen, 6. Rudolf. Heinrich, 2anb- unb Gastwirt, Trains-Horloff, 7. Hüter, Marianne geb. Meter, Hausftau, .Gießen, 8. Rohrbach, Hch. VIII., Schlosser, Lollar, 9. Oßwald, Heinrich III., Bauunternehmer, Wieseck. 10. Harter, Friedrich, Schlosser, Großen-Buseck, 11. Mehl, Heinr., Werkmeister, Großen-Linden, 12. Mohr, Heinrich, Versicherungs-Inspektor und Bcigeordn., Garbenteich, 13. Müller, Heinrich II., Weißbintermeistcr, Lang- Göns, 14. Keßler. Karl, Sttaßeriwart, Gießen. 15. Schmidt, Wilhelm, Elektromontmr, ©rünterg, 16. Schäfer, Heinrich V.. Bergmann, Sieb, 17. Rudolph, Karl I.. Invalide, Daubringen, 18. Ester, Heinrich, Maurer. Vlllingerr, 19. Pfeffer, Ludwig III., Schlosser, Staufenberg, 20. ©terfer, Wilhelm, Dreher, Alten-Bujeck, 21. Sommerlad, Wilhelm Philipp, Maurer. Beuern, 22. Grimmel, Karl, Elektr.-Arbeiter, Leihgestern, 23. Etzelmüller, Johann, Maurerpolier, Rödgen, 24. Waisbeck, Christian, Städttscher Arbeller Gießen, 25. Germer, Philipp, Kraftfahrer, Klein-Linden.
n. Der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei,
Kennwort: U. S. P. Georg Beckmann, Kran- lenlaffenangefköter in Gießen.
1. Beckmann. Georg, Krankewkassemnrgestettter, Gießen, Rodheimer Straße 30, 2. Benner, Johann Karl, Güterbotenarteiter, Wieseck, Ratenauer Sttaße 32, 3. Schilling Willi, Installateur, Lollar, 4. Sckmidt. Ludwig III.. Taglöhner, Heuchelheim, 6. Lutze. August, Bctriebsteantter, Gießen. Lahnstraße 9, 6. Faber. Karl L, ßanbtoirt, Leihgestern, 7. Burger. Heinrich V., Bahnarbeiter. Steinberg, 8. Schmidt, Friü)rich Wllhelm, Bahnarbeiter, Trohe. 9. Benner, Heinrich, Hilfsweichensteller, Alten-Bnseck, 10. Degen, Wilhelm, Bahnarteiter, Großen-Linden, 11. Decker, Karl Wolf- Weißbinder, Garbenteich, Anneröter Sttaße 10, 12. Stumpf, Konrad, Bergmann, Hausen, Amie- röder Sttaße 11, 13. Sommerlad, Karl Kasp. II., Maurer, Beuern, .Hopsgartensttaße 1, 14. Kästner, Elisabeth geb. Riegler, Eheftau, Gießen, Joharv^ nessttaße 11, 15. Rotenhausen, Karl, Bildhauer, Wieseck, 16. Grothe. Bruno, Bahnschlosser, Lollar, 17. Germer, Ferdinand, Trechslermeister, Heuchelheim, 18. Held. Karl. Schlosser, Leihgestern, 19. Gräf, Hillmar, Buchbinder, Steinberg, 20. Döll, Ludwig Zimmermann, Trohe.
III. Der Deutschen Volkspartei, beginnend mit den Namien: Landgerichtsrat Richard Schuht, Gießen, Bürgermeister Kaspar Ranft,
Grünberg, Kreisstraßenmeister Heinrich Herrmann. Lich.
1 Landgerichtsrat Richard Schuht, Gießen. 2. Bürgermeister Kaspar Ranft, Grünberg, 3. Kreis- straßcnmeister Heinrich Herrmann, Lich, 4. Stadtverordneter Heinrich SEBijut, Gießen, 5. Bankdirck- tor, Ludwig Griesbauer. Gießen, 6. Kaufmann Karl Röhr, Gießen, 7. Avotteker Reinhold Wclcker, Allendorf a. d. Luncka, 8. Oekonomicrat Earl Hoffmann, Hof-Güll. 9. Bäckermeister (Obermeister) Wilhelm Löber, Gießen. 10. Dreher Fritz Wenzel, Gießen, 11. Fran Else Rahlmeier geb. Sager. Ehefrau, Gießen, 12. Dr. Georg Krausmütter, Gießen.
IV. Ter Deutschen demokratischen Partei, mit dem Kennwort „Deutsche demottatische Partei, beginnend mit dem Namen Landwirt Jakob Becker, Kesselbach".
1. Jakob Becker, Landwirt und Küfer meister, Kesselbach, 2. Karl Keller. Oberbürgermeister, Gießen, 3. Heinrich Jhring, Brauereitesitzer, Lich, 4. Josef Sauer, Großkaufmann. Gießen, 5. Georg Kreiling, Bürgermeister, Heuchelheim, 6. Wilhelm Arnold, Landwirt unb Gemeinterechner, Grünin- gen, 7. Marie Bousset, geb. Vermehren, Gießen, 8. Karl Heinrich Keller, Postsekretär, Grünterg, 9. Wllhelm Föhr, Ober-Ingenieur, Mainzlar, 10. Martin Fischer, Lehrer, Gießen, 11. Arthur Ehleder, Buchhalter, Lollar, 12. Heinrich Luh, Eiferckahnuitterassistent, Klein-Linten.
V. Der deutschmttionalcn VolkSpartei, Ortsgruppe Gießen und des Hessischen Bauernbundes mit dem Kennwort: „Bereinigte Stabt- nnd Landliste" beginnend mit ten Namen: 1. Wllhelm Fenchel, ßanbtoirt in Ober-Hörgern. 2. Ernst Ludwig Sack. Metzgermeister in Gießen.
1. Wllhelm Fenchel, Landwirt in Ober-Hör- gern, 2. Ernst Ludwig Sack, Metzgermeister in Gießen, 3. Hermann Schieferstein. .Fabrikant in Lich, 4. Lntevig Dörr, Landwirt in Queckborn, 5. Wilhelm Anton Romps, Sanbtoirt und Altbürgermeister in Lang-Göns, 6. Heinrich Schirmer, Fabrikant in Gießen, 7. Johmmes Rolshau- sen, Schreinermeister in Allendorf an der Lumda. 8. Heinrich Wetz II., Bürgermeister in Holzheim. 9. Heinrich Gottmann. Landwirt in Gießen, 10. Georg Friedrich Müller, Bürgermeister in Bellersheim, 11. Johannes Hirz LK., Mühlenbesitzetl in Watzenborn-Steinberg, 12. Gustav Lindemann. Ingenieur in Gießen, 13. Friedrich Bommersheim, Landwirt in Langsdorf, 14. Heinrich Bausch Metzgermeister und Sanbtoirt in Grünberg, 15. Carl Seibel, Kaufmann in Gießen, 16. Ludwig Hofmann V., Landwirt in Lollar, 17. Jakob Gerhard V., Sparkassenrechner in Steinbach, 18. Karl Schmahl, Landgerichtsrat in Gießen, 19. Giltert Sames Landwirt in Bettenhausen, 20. Richard Schäfer, Landwirt in Hungen, 21. Wllhelm Schäfer, Landwirt in Mainzlar, 22. Johannes Loh, Hausverwalter in Gießm, 23. Ferdinand Gans Bürgermeister in Großen-Buseck, 24. Gmard Knauß, Bürgermeister in Stangenrod, 25. Karl Malkomesius. Hallenmeister in Gießen, .26. Heinrich Gerlach EC, Sanbtoirt in Eber stabt. 27. Ludwig Keßler VIL, Landwirt in Großen-Linden. 28. Ferdinand Volkmann II., Landwirt in Heuchelheim, 29. Heinrich Schmidt. Ober-Bahnassi- stent in Gießen, 30. Dr. Emil Heuser, Oter- Uckliothekar in Gießen, 31. Peter Heinrich Euler, ßanbtoirt in Grüningen, 32. Johannes Brück V. in Burkhardsfelten, 33. Peter Stein. Bürgermeister in Climbach, 34. Hermann Belten VIII., Landwirt in Göbelnrod, 35. Heinrich Theiß XX. in WeiterSharn. /
Keine ter WahlvorschlLge sind für verbunden erklärt.
HorhschnlnachrZchte«.
Arnstadt, 12. Aug. Ter ArnstLbter Ber- banb mathematischer und naturwissenschaftlicher Vereine an teittschen Hochschulen, tm deutschen Wisfenschafter-Verbanb, tem an ter hiesigen Universität bie Wissenschaft!. Verbindung Merowmgia angehört, hat vont 31. 7. bis 3. 8. 19 nach fünfjährrger Panse in Arnstadt wieder einen Ver- bandstag abgehalten, der von 17 deutschen Universitäten unb technischen Hochschulen tefdgtft wurde. Tie Arbeit galt neben ten internen Angelegenheiten des Verbandes vor allem tem Neuaufbau des ©tubcntenlebend mit tesontever Berücksichtigung ter Hochschulreform unb her staatsbürgerlichen Erziehung. T« Festlichkeiten blieben tem Ernste ter Zeit entsprechend auf ein geringed Maß beschränkt.
Donnerstag, H. August 1919


