Ausgabe 
14.5.1919
 
Einzelbild herunterladen

Nr. M

Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberbeffen)

Mittwoch, H. Mai WO

haft

LgllX A-®' i»c=»r-

iWirtshaus »mit biederen Oldenburger"', und c sich die Küsckiemme, zeigte sich nirti

ilt

tflltlldinrri i?- flnrlli'i tüfltünd.l bei Stflia Unirutch.«'

allntt

trdurth au'

g, 4 Hi jmlung^ eladen-

1X

. so'«9* w*

nm

nodtiit

iWit

d auSbild« rotzbrr;^

5684c :ßtn Er.ro«

Der Doppelgänger.

Roman von CarlSchüler.

Fortsetzung Nr. 23.

Eetzte Naci)richten.

Die dritte deutsche Note über die vereinbarten Grundsätze.

& obeH

inng Wine* rdaiJahr * ffinnverteiy

Potwr ,lllt TLilt.

fest! ib-if«"*

Arm war abgebrochen, in der rechten Vaud .ü: er uirentwegt eine Fahne, auf der das Wort ^amintisch". mit rotem Garn ein genäht war. übrigen vier Tisch? waren je mit einer schma- tV^.V dichc an die Wände gerückt in© mit jKUuijr.en umltefL. Auf dem Sofa lag ein schln- F=r Mann, und neben ihm saß auf einem

ein WAdchen, die Arme auf dem TM

Aus Stadt «nd Land.

Gießen, 14. Mai 1919.

Rückwanderung tu da» besetzte Gebiet.

Nur für diejenigen Personen kann von den Be- 'bckwngSbebörden bie Erlaubnis zur Rückwande­rung in das besetzte Gebiet erwirkt werden, die bereits vor dem 1. August 1914 in einem Ort des besetzten Gebietes polizeilich onqcniclbet waren. Aufnahmen hiervon können nur in ganz besonders dringend begründeten Fällen gemacht werden, doch darf die polizeiliche Abmeldung von dem letzten Wohnort nicht länger zurücklicgen alS 1. Januar 1913. ES gelten nirmnehr folgende BefHmminigcn: Aer ztliche Quarantäne findet im früheren Lager Griesheim bei Darm- stadt statt, wo feiten- der französischen Militär. Behörden alle Massnahmen -.'troffen sind, um die grrilperfanen würdig aufzunehmen. Insbesondere ist von den französischen Behörden cmsreichendePer- vflegung und Unterkunft kostenlos versprochen wor­den. Die Quarantäne erstreckt sich auf die Dauer Von zwanzig Tagen. Nach Ab'auf dieser Quaran­täne steht, falls die Persönlichkeit des Einreisenden einwandfrei feststeht, einer Einreise in das Hei- MLtSgcbict nichts im Wege Durch diese Neurege­lung sind alle biS jetzt eingegangenen diesbezüg­lichen Gesuche ungültig geworden. Es müssen von den betreffenden Personen neue, möglichst kurz­gehaltene Gesuche an den Abchnittskom-

r Kommando inurdleje»

GesÄ

.nem N°tar }e 43'«. und srf L.Prii^Ij

sang ehörige, - ... Elsast-Lothringen gewohnt haben oder dort geboren sind oder die selbst geborene Elsässer oder Lothringer sind, können nach Elsaß-Lothringen einreifen, wenn sie 'm Besitz von ordnungsmäßigen Entlassungs- papieren |inb. Die Paviere bür,en nicht von einem Soldaten- ober Arbeiter-Rat gezeichnet sein. Falls ne biesen Bcbrngungen entsprechen, melden sich jic Einreisenden auf dem Dauptbahnhos Frank- nirt a. M., Kontrollstelle I (srülzere Bahnhoss- fommanbanhir' zum Abtransport nach dem unarantänclager Griesheim bei Darmstadt. Auch 'ur diese Militärperfonen dauert die Quarantäne L) Tage. Die Berpslegimg und Unterkunst erfolgt Mirnb-3.

= Frankfurt >a. M., 13. Mai Vom ktadtverordneten Tr. Goldschmidt (Dem.) vurdc m der heutigen Stadtverordnetensitzung ein dringlicher Antrag eingebracht und ein- »utig angenommen, in dem die Versammlung «die gewählte . Vertretung der Franffurtetz «tgersckiast die bei den französischen Bcsatzangs- b4örden des Brückenkopfes Mainz zu durchfich- UM Zivccken von gewissen Persönlichkeiten go Jäbrtc Auffassung, als wünsche die Stadt Frank­furt in das Bcsatzun^sgebiet einbez-ogeui »a werden, aus das entschredenste und als jeder tctsöäüickien Grundlage entbehrend zurückweist. Tie «nanrnilung gab, indem sie diese zugunsten «Svrziger Gimelintercffen unternommenen Drei» aufs schärfste verurteilte, dem Wunsche 'fAruck, das; das Frankfurter Stadtgebiet wie MJtr so auch weiterhin von feindlicher Besatzung ^schont bleiben möge.

2lus dem Amisvertün-igungrblatt.

** DaS AmtSverkündigungSblatt für. 28 vom 13. Mai enthält: Bekanntmachung Nr. F. R. 130/4.19 K. R. A. des Reichsrniniste nums für wirtschaftliche Demobilmachung. Be- kanntmacknmg betreffend die Ausgabe einer neuen Reicks bau knote zu 50 Mark. Tie Friedens- bebingungen unserer Feinde: hier Landestrauer. Verhütung von Walbbränden. LanbcSpoli- zeiliche Prüfung eines Erganzungscntwurfes der Verbindungsbahn bei (Sieben. Tie Kinder­arbeit in den gewerblichen Betrieben. Kriegs- beschädigten- und Dinierbliebenensürsorge. Ver­teilung emaillierter Eiscnkessel. Bescheinigung des örtlichen Wohnungsinspektors über die Be­schaffenheit der vorhandenen Wohn- und Unter- kunftsräume für die ArbeitnelMer., Einsendung der Kreisabdeckereivra-zeidmisse für den Monats April 1919. Tic Anstellung eines Nachtwächters für die Gemeinde Großcn-Buseck. Schachtviehaufnahmc. Tienstnachrichen des Kicisamtos. Fcldbercinigung in der Gemarkung Lollar. Konzession als Tienstmann.

Verhütung von Walbbränden. Mit Ri-ckftcht auf bie zur Zeit bestehende Waldbrand­gefahr ist Fe ueran machen in Waldungen und auf Stiücn, aus die Dauer von 4 Wochen, sowie das Ranckien im Umkreis von 20 Medern von Wal­dungen verboten. Zuwider hm chlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestraft.

i schmeicheln ober ungerecht Gkroimte iu sicheret hosten, kommen nicht m Betracht. Vergebens würde nnwenden, das; die Bcutzung ja nur für ' Ja hr e gedacht ist und daß nach Ablauf dieser tJitll eine Abstimmung des Volkes über die künsltge Zugehörigkeit auidnuyn soll, denn der Ruckiall deS Gebietes an Deutschland ist davon abhangra gemacht, daß die deutsche Regicruna dann ,n der Lage fein wird, binnen kurzer Frist sich 1 amtliche Kohlenbergwerke des Gebietes der fran­zösischen Regierung gegen Gold ab zu kaufen unb, falls die Zahlung nicht geleistet wer­den kann, soll daS Land cnbgillrig art Frankreich fallen, selbst wem» die Bevölkerung sich nnftimmig für Deutschland ausgesprochen hätte Nach den finanziellen und wirtfchaitlicknn Beding guugen des Vertrages erscheint es ausgeschlossen, daß Teutschland in 15 Jahren über eine ent Iprechcnde Menge Gold wird verfügen können Ueverbies würde voraussichtlich, wenn das Gold in deustchem Besitz vorhanden wäre, die Enffchaöi gungslommiffion, die dann Deutschland noch be nerrichen würde, eine solche ömucnbim; deS Zoldes schwerlich gestatten Es dürfte in der Geschichte der neueren Zeit kein B e t - s p i e l d a s ü r geben, baß eine zivili- IierteMacht eine andere veranlaßte, i 9 r e Vln gehörigen a l S Gegenwert für eine Summe Goldes unter fremde Der r s ch a s t z u bringen. In der öffentlichen Meinung der feindlichen Länder wird die Ab» lretung als Entschädigung für Zerstörung nord- französtscher Bergwerke bingestellt Die deutsche Delegation erkennt an, daß Frankreich für diese Zerstörungen entschädigt werden muß Sie gibt auch -u, daß eine Entschädigung in Gold allein der Verschlechterung der WirtfcltaftSlagc Frankreickts nicht entiprechen würde Wenn also die Forde- rung der Naturalentschädigung als begründet an­erkannt werden soll, so muß unb kann bie Natural- entichädignng auf einem anderen Wege versucht »verden, als dem einer Fremdherrschaft, d,e auch bei den menschlichsten Absichten der Regierungen immer gehässig bleibt tte deutsche Delegation ist bereit alS- balb mit den alliierten und assoziieNen Regiermi- gen in Verhandlungen darüber einzulreten, wie der Ausfall in der Stoblenfönberung der ebemal# von Teutschland besetzten Gebiete bis zur Her- steilung der zerstörten Gruben, zu der sie sich verpflichtet, ersetzt werden kann. Dabei würde sie Vorschlägen, anstelle des rohen und unangtmeifentfit Ersatzes durch Ueberroeifung des SaarfoMcnbetfienS und bet llebereignung der dortigen Kohlengruben einen billigeren Ausgleich zu suchen. D'.stetle der ai'sfallenden nordsranzösischen Kohlen würden deut­sche Kohlen und zwar nicht nur Saarkoh­len, sondern auch Ruhrkohlen zu lie­fern sein. Wbgcjeben davon, daß cs verkehrt: und politisch unzweckmäßig wäre, gerade die Saar- ko hleu, die bisher ein ganz natürliches Absatz gebiet hatten, -ausschließlich für jene Ersatzzioecke zu benutzen. Es erscheint die Heranziehung bes Ruhrgebiets auch deshalb unentbehrtich, weil die geschädigten Bezirke auf die Erzeugnisse des Ruhr­gebietes mehr als aus die des Saargebiets an­gewiesen sind. Tie deutsche Delegation ist über­zeugt, daß sich Über eine solche Kvhlenlieferung unschwer ein Abkommen treffen ließe, das allen berechtigten Forderungen Frantreick>s Genüge täte Voraussetzung wäre nur, daß die Sachverständigen beider Parteien sich unmittelbar miteinander in Verbindung, setzten unb die Bedingungen der Lieferungen aus geschäftlicher Basis in münd­lichen Verhandlungen ausarbeiteten. Was Belgien anlangt, so ist Deutschland bereit, die Schäden Belgiens in vollem Umfange gut zu- machen. Es kann daher keinen Gründ dafür er­kennen, weshalb es pcjnnmgcn sein soll, preuß Moresnets sowie die Kreise Eupen und M a l m e d y abzutreten. Es ist keinerlei BenreiS

dafür zu erbringen, daß diese Kreise von einer unzweifelhaft deutschen Bevölkeruna bewohnt wer­den. Eine Volksabstimmung, mittels der man der Bevölkerung der Kreise scheinbar eine Mitbestiiw mung an ihrem künftigen Schicksal geben will, hat daher an den vereinbarten Friedensgrundsätzen feine innere Berechtigung. Nach dem Fricdens- entivurf soll sie aber nicht einmal ausschlaggebend sein, vielmehr dürste eine Instanz, an der Deutsch­land in keiner Weise beteiligt ist, auch dann nach freiem Ermessen über die Zukunft des Gebietes bestimmen, wenn bie Bevölkerung ihren Willen kundgetan hätte, bei Deutschland zu verbleiben. Diese Anordnung ist an sich ungerecht und wider­spricht dem Grundsatz ^) keinen nationalen Be­strebungen Besriedigung gewährt werden sollte, wenn dazu neue Elemente von Zwist und Streit geschaffen würden. Die deutsche Delegation behält sich vor, auf die Bestimmungen über territo­riale Aenderungen im Osten des Rei- ches in einer besonderen Note zurück-u- tommen.

Genehmigen Sie, Herr Präsident usw.

gez. Brockdorff-Rantzau.

Kreis Bttoingen.

Nidda. 13. Mai. In der vergangenen ?kacht gegen 1 Uhr drang ein starker Mcnich in jas Schlafzimmer der Frau Weißbinder Karl Walter II auf dem Graben, zog die Frau aus dem Bett, steckte ihr einen Knebel m den Mund wid fcifflte sie. um ein S i t t l i ch ke i t s v e r- brechen zu begehen. Da ein Soldat sein krankes Pierd vor dem Dause bewegte und dadurch Pferde- gttravpel vernehmbar wurde, ließ der Unhold van ümcm Opfer los und floh wieder durch das strnster, durch da?> er cHrbningen war. Es sind -rammle Ai: ech n vorhanden, wodurch man tie | ilöeüung bc, Ber^cc^.rs zu ermitteln hofft ler Mann der schwerer krankten Frau befindet sich m Gefangenschaft.

Vesskn-Nassau.

k-. .5C V a j CA Mai. Derr Präsident! Die ^ut'we Fr.edensbelcgation Hal aus dem Schreiben ®ro- l-fiellcnj vom 10. Mai entnommen, daß sich b'k.alliicrlen und assoziierten Regicrimgen bet der Jbmiung der Bedingungen deS Friedensvcrtrages ständig von den Grundsätzen leiten ließe, nach denen der Wa s n lillstand und Friedens­verhandlungen vorgeschlagen worden sind Tie ^eul.chc Delegation wird selbstversländlich diese Grundlage nicht in, Zweifel ziehen, sie muß sich aber das Recht Vorbehalten, auf die Bedingungen bnuurocifcn, die nach ihrer Aufsasstlng mit der Buletten und assoziierten Regierungen

in Wideripruch stehen. Ein solcher Widerfprnch tritt besonders in die Augen bei den Bedingungen des VcrtragsentwurieS, die sich auf die Abtrennung verschiedener, von deutscher Bevölkerung bcivohnten Teile deS Reichsgebietes beziehen. Abgesehen von der Rückgabe Eliast-Lothringcns an Frankreich und der Besetzung Kehls, aus welche beiden Punkie ich mir Vorbehalte, später einzugehen, wird Deutsch- and eine zeitweilige ober dauernde Unterstellung olgender deutscher Gebietsteile unter fremCcc Derr schal angesonnen: des Saargcbietes, der St'rciic jL"pen und Malmedy, sow.e preußisch Moresnets, Oberschlesiens, deutscher Teile Mittelschlesiens, Posens Westpreußens, Ostpreußens (hier folgen im Telegramm einige verstümmelte Worte) Tie deutsche Delegation verkennt nicht, daß bei einer Reihe von Bestimmungen über territoriale Aenderungen, die im ^ricben-^ entrouri enthalten sind, der Grundsatz der

nationalen ^'.bstbefiimmung geltend gemacht wer- ben kaim, weil gewisse, bisher von dcutfcher Seite beherrschle Bevölkerungsgruppen sich als nickst deutsch h.trachten. Auch in ter Frage ton SchleS- to t g sind nationale Gründe anzuführen, wenln- gleich die deutsck-e Delegation nicht enisieht, mit roddjer Vollmacht die alliierten und assoziierten Negierungen bie mit Deutschland und Dänemark zu regelnde Grenzfrage zum Gegenstand der Frie­den sver Handl ungen machen. Tie nationale däfnischo Regierung meint, daß die gegenwärtige deutsche Regierung immer bereit gewesen ist, sich mit ibr über baä neue Prinzip der Nationalität und eine entsprechende Grenze zu verständigen. Wenn ?2C ijdje Rcgjerug eS trotzdem vorziehen sollte, ilste Aniprüche aus dem Umnx-g über 5L- Friedens­verhandlungen zu betreiben, so ist die deutsche Regierung nicht gewillt, hiergegen Widerspruch zu erheben. Tie Bereitschaft der beutfdxn 'Jtcgicrungl erftreefe sich aber nicht auf jene Gcbie e des Reiches, die unzweifelhaft von einer Bevölkerung frem­den Stammes bewohtt sind. Vor allen Dingen halt sie es für unzulässig, daß durch den Friedens- vertraa zu dem Zwecke, finanzielle oder wirtschaft­liche Forderungen der Gegner Deutschlands zu lichern, deutsche Bevölkerungen und Gebiete von, der bisherigen .Souveränität zu einer andere;) verschachert werden,^als ob sie bloße Gegen stände oder Steine in einem Spiel wären Die* gilt insbesondere von dem Sa ar decken Daß hier eine rein deutsche Bevölkerung wohnt, be- Itrritet niemand. Trotzdem sicht dcr Fri^ensent- wurf die Uebergabe der Derrschast über dieses teils l preußiscksts, teils bayerisches Gebiet aus Frank­reich vor, die zu einer völligen Zerschmelzimg ' im Dinblick auf ZoslverhÄtni.sc, Münzwesen, Der- 1 waltung, Geschästsleben, Reckstsprocksting, führen | muß, zum mindesten aber die Verbindung des I Saargebietes mit dem übrigen Rhein in allen i -lesen Beziehungen völlig aufhcbt. Daß die ganze f Bevölkerung sich gegen eine solche Lostrennung i von der alten Sxinut mit aller Eittschiedenheil c wehrt, wird den Okkupations"Bchörden nicht un- I betamrt sein. Tie wenigen Persmien, die anders zu denken vorgeben, weil sie entweder der Macht

.be Erlaubnis erteilt, anläßlich der im derbst dS. Js stattfindenden Darm­stadter Pserde- und Fohtenmärkte je eine Geld­lotterie zu veranstalten, um die Mittel für Prä- mitcnntgöirocrfe zu crbültrn. Nach dem Berlo- lungsman bimen icweüs 30000 Lose zu 1 Mk. bab etüd ausgegcben und davon je 20000 inner- Vlb deö Frc-.staa^s Hessen vertrieben werden. Ziehungstermin: 28. Mai unb 19. Oktober 1919. , -^r. ..Deutsch!anbs Spende für Säugling-i- in derlin ist bie Erlaubnis erteilt, 5000 Loie einer am 13. bis 15 Mai bs 2s- zu veranstaltenden Gelblotterie (JahrcsNassc F^staates Dcfien »u vcr- ticiben. Nach dem von der zustänbigcn Behörde genehmigten Berlosungöplan dürfen 250 000 Lose iu ic^3 Mk. ausgegeben werden.

2 0 n 8 Dicnftm ann

m't, dcrNr. 10 hat Wilhelm Erb- Gießen, Ritter­gasse Nr. 16, erhalten.

zu k 1 m für bie Gemeinde

G^n-Bu.seck ist Drinrich Merz II. enumni

manbnn der neutralen Zone, Frankfurt a. M , Herrn Ludwig Koch, Abteilimg Rückwanderung, Damrus-Anlage 9, gerichtet werden Diese brau- den nur zii enthalten: Name, Geburtsort, Ge­burtstag, Reisezit'l, Wohnort vor dem 1. August 1914, augenblickliche Adresse und Angabe des Tages, an dem der Antragsteller von Frankfurt a. M. in das Quavantänclager abreifen will. CHafj-fiot bringet und Angehörige der änderten Nationen, die einjurtifen wünschen, müssen einen Antrag hierzu an den Abschnitts- lommanbcur IV der neutralen Zone, Frankfurt « M., Abteilung Rückwmiderimg, Taunus-?lnl. 9, fichten. Dieser Antrag wird dem Oberkommando der X. französischen Armee in Main; übermittelt, bie ibn bann ihrerseits bem Kommissar bet fran­zösischen Republik in Straßburg unb Metz über» sendet Fn bem Antrag müssen Alter, Beruf unb Geburtsort genau angegeben werden. Außerdem emvfiehlt es sich, eine Persönlichkeit anzugeben, welche die Identität deS Eingreifenden bestätigen kann. Entlassene Deeresang chörige, deren Eltcni vor 1870 in Elsaß-Lothringen

Sder^ Fraukfurl weist Bksetz'ingsgklüste zurück.

?]Aendenm.i * "

Verteilung emaillierter Eisen- kesse l. Nach Mitteilung des Staatskommissars für Demobilmachung kann au die Landgemeinden eine größere Anzahl emaillierte Eisenkessel mit Griffen überlassen werden. Ter Preis der Kessel ist: 50 Liter V2 Mk.. 75 Liter 36.50 Mk., 100 Liter 40 Mk., 125 Liter 45 MI 200 Liter 48 Mk. Für gußeiserne emaillierte Kessel ist ein Aufschlag bis Mi 331/s Ptvz. zu berechnen. Dierzu tritt noch eine Provision von 3 Mk. und die der abfenbenben Stelle entstch?nben Verpackungskosten. Tie Ver­teilung ist der landwirtsck>a:tlichen Zcnttalgcnossen. schäft in Tarmstabt übertragen worden. Bestellun­gen sind 6.im Temobilmachungs-Ausschuß Gießen bis spätestes den 20. l. Mts. einzureichen, spätere können nickst berücksichtigt werden.

W 0 h n b e s ch e i n i g u n a e n. Im Kreise ©legen kamt der Städtische Arbeitsnachweis Gie- srcn bei Anmeldung einer freien Stelle für land­wirtschaftliche Arbeiter eine Bescheinigung des ort- lirfjen Wohnungsinspektors über die Beschaffen­heit der vorhandenen Wohw- und UntcrfimftS- täumc verlangen. Ter Zweck der Maßnahme wird nur dann erreicht, wenn die Besck>einiguiigen den wirklichen Verhältnissen entsprechen.

S ch l a ch t v i e h a u s n a h m c. Einsprüche ge­gen die Aufnahme von Tieren in die Schlachtoich- liste sind vom Besitzer innerhalb 5 Tagen unter Begründung schriftlich beim Kreisamt einzurcichen. Wie nach Ablauf dieser 5 Tage hier eingereichten Einsprüche lonben ohne weiteres zurückgewiesen.

.Lotteriegenehmiguna. Tas Mini­sterium des Innern hat dem Münrhmcr Jour­nalisten- und Schriftsteller-Verein die Erlaubnis erteilt, 10000 Losbriese einer in Tombolaverlo snng zu veranstaltenden Geldlotterie zugunsten der infolge des Krieges in Not geratenen Schrift­steller und Journalisten innerhalb des Freistaates Dessen zu vertreiben. Tic Ziehung der nickst so- tort beim Qesfnen der Losbricse zahlbaren Gewinne (Prämien) findet am 22. Juli 1919 statt. Nach bem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungöplan dürfen 180 000 Losbriese zu jc 1,10 Mk. ausgegeben werden.

5cmn wurde dem Landespserdepuhtverein für

Aus dem besetzten Rheingebiet. Französische Epäsie.

8 o m U n t e r m q i n, 13. Mai. Ein Land- nntt m dem Torfe Fl. hatte durch fvonzvfifche Soldaten einigen Flurschaden erlitten und bean­spruchte dafür von bet Besatzungbehörde 200 Mk. Scktabenersatz, bie ihm wider alles Erwarten bereit- nnlligst noch am gl<iche:i Tage prompt unter den höflichiten Entschuloigniig-n der Franzosen ausge- zahU wurden. Tas geschah Samstag nachmittag. Als am Sonntag früh bie Dorfbewohner der Ort ist sehr kirchlich aus bem Gottesdienst tarnen, stand vor der Kirche eine Postenkette von Soldaten, die jeden Kirchenbesnchcr aut bietoten Auchieise", die jeder stets bei sich führen muß, remd-ierten. Die Prüfung.ergab, daß nur wenige ben AnsNeiS bei sich trugen. Es regnete darob Straf jettet, und im Handumdrehen la.tc ier Fva. z- mann die am Samstag ausgegtbenen 200 Mt. überreichlich wieder eingeheimst.

St Goarshausen, 13. Mai. Die Beamten und Arbeiter i>?r Kl-inbahien St. Goars- bau enNa ätlcnZ l ha iS u d BraubcuhN stätten warm wegen Loh isordcrungcn in bcn streik getreten. Auf Anordrrung der franzö­sischen Behörden mußten sie den Betrieb sofort wieder aufnehmen.

M®bcfcqt, als 2.orival durch ferne drei Gast- 5er schlenderte, um sich einen geeigneten Platz -SAsuchen. Er wußte von seinem früheren Be- 4 daß das letzte Zimmer, das einen besonderen 7* nach, dem Dof hatte, gewisserinaßcn das vtora -mrenstübchen war. Fünf Tische waren hier flSci.cllr. Ern großer, runder Tisch stand vor 3 '5^. - leingesessenen Ledcrsofa. Ein Devold a Haiti) nri.tcn auf dem Tisch. Sein

stattete dem Beschauer die Kapriolen dieses Dals- schmuckes voll würdigen zu können. Unter der mebrigen Stirn funkelten zwei tieftiegenbe, listige Aeuglciu. Alles in allem war der Mcrnn eine Erscheinung, bie sehr zur Vorsicht mahnte.

Aber Tvrioal war nicht zum . Biederen DI» denburger" gekommen, um Cdelmcnsch.m zu suchen.

,,Jch erwarte keine bestimmte Person," sagte er zu dem Kellner,aber ich suche hier eine Bekanntschaft zu machen. Kennen Sie einen zu­verlässigen Mann, der sich darauf versteht, einen Gelvschrank zu öffnen?"

Ter Kellner blickie seinen Gast verblüfft an. las war ja ein sonderbarer Mensch. Im ersten Augenblick erschien er ihm verdächtig. Sollte der Mann ein Spitzel fein? Aber das war ja un­möglich! So dumm unb plump ftrflten bie ihre Fragen nicht. Der Menschenkerrntnis des Kell- ners gelang es sehr schnell, Dorival richtig ein- zu schätzen. Tas war ein Neuer, ein Grüner, der Zum erstenmal ein Ting drehen wollte und sich dazu^einen erfahrenen Kollegen suchte!

Ter Kellner stützte beide £>änbe auf den klei­nen Tisch und beugte sich vertraulich vor.

Hast du wat ausbaldowert?" fragte er inter­essiert.

Dorival war nicht daran gewöhnt, sich von Kellner duzen zu lassen, aber

Gewiß!" antwortete Dorival.Unb es ist bei der Sache etwas zu verdienen!"

Ter Kellner beugte sich weiter vor.

Kann man bei dem Ting leicht verschütt' gehen?" fragte et, und der Adamsapfel geriet in lebhafte Bewegung.

Was meinen Sie damit?" sah sich Tvrioal iu rnr*ui irn nm. W

Ob's gefährlich ist, meine ich?"

Dorival zuckte die Achseln.

Einen Ängsthasen kami ich nicht gebrauchen Für einen, dem das Auch rechen eines GeL-schtan ke^ keine Schwierigkeiten macht, ist bie Sache nicht gefährlich, sollte ich meinen!"

..Wenn em Brauner zu verdienen wäre ick habe nämlich selbst früher" er ergänzte feinen Satz durch eine bezeichnende Sxmbberoe» ging. Dorival verstand ihn. Er wollte ihm klar machen, daß er selbst früher Geldschränke erbnxhat habe. Und mir der Erinnerung an seine frühere Tätigkeit schien chrn die Lust zu neuen Taten zu kommen. Er klopfte Dorival auf die Schuller - -Ler unb verzog EN breiten Mund *u einem Lächeln. , Du

rt LAnnft bu wat lernen. Ick W Jahre Plötzensee hinter mir. Bei

Jg Nt letzt ni.cht los. Ick hole mir ein Mas imb barm werden wir mal bet Ding befingern " ter toartete eine Antwort gar nid): ab, f_m- oern ging nach dem vorderen Raum, in bem bet Schanktiich stand, um sich ein Glas iu holen

xa zupfte jemand Dorival leicht am Rock Er waMe sich um. Der kleine Bucklige ft mb tut ter ihm.

Nehmen Hie sich vor Maren in acht," raunte er ihm zu. ,.Tet ist ein infamigter sterl. Ni seht wie lügen. Ick kenne dem seine Zicken."

Der Kellner Max tim mit seinem Glas und stellte es auf Torivals Tisch. Ter Bucklige zog sich schleunigst auf feinen Platz zurück. Max setzte ich Dorival gegenüber.

(Fortsetzung folgtet

l£r war ehmtiaT vor längerer Zeit auf fernen , «tjlid>en Streifereien mit Umbach in ein Keller» B (siehe ob» »-<! geraten, bas in bet Nähe des Alcxander- '^bes lag. In dieser Spelunke verkehrte allerlei ... Dt» »I^chnges Gesindel. Neben Leicheiffledderern unb atigdfabrem, diesen niederen Graden der Ber­ber Verbrecherwelt, sollten hier auch die Aristo- men der Zunft, die schiocren Jungen, bie (Mb» mmftiiackcr, anzutreffen sein. Unibad) und er Umi )id) dies Lokal und seine Kundschaft als

Ari großüädtische Sehenswürdigkeit angeschen.

gekreuzt, den Kopf auf ihnen gebettet. An bem Tisch neben dem Ausgang nach dem Dos saß ein älterer Mann mit stattlichem, grauem Vollbart. ter unterhielt sich leise mit einem jungen Mann, der ihm gegenüber saß, unb dessen emgesettetes Da<tr in eine Locke ausliof, die mitten auf der Stirn feflgcBebt zu sein schien. An einem an­deren Tisch hockte ein Leines buckliges Männchen, helfen Beine so kurz waren, daß sie frei an den Stuhlbeinen herunterbaumelten.

Torival setzte sich an den Tisch, der dem Ltammtisch zunächst stand. Ein Kellner, der über ben (digetragenen Frack eine sehr sckmintzige Sck)ürze gebunden hatte, fragte den neuen Gast nach seinen Wünschen.

Torival bestellte eine Flasche Wem. Er ahnte, daß ihm diese Bestellung das Jnteref^e des Kellners sicherte. Und das war auch in der Tat der Fall.

Als der Kellner ihm die geöffnete Flasche brachte und ihm sein Glas füllte, fragte er:

Erwarten Sie jemand?"

Torival sah sich den Mann an. Aus einem phrnalen, knochigen Gesicht spvarig eine große, scharf gebogene, dünne Nase hervor. Ern dürftiges Schnurrbärtchen, das aus wenigen schrvarzen, stei­fen Borsten bestand, beschattete die schmalen, #u= sammenyckniffenen Lippen eines Mundes von inv- gcwöhnlichcr Breite. Ein Krim war in diesem Gencht nur andeutungsweise vorhanden. Stark enNvickelt war der Adamsapfel, der den bürreni Dals des Kellners schmuck.e imb ihm beim Sprechen auf» und abitieg, bald fast völlig verschwand, um im nächsten Augenblick um so stärker in Erschci- luma ml treten. LläPtzLaaen gy