Donnerstag, 13. November 1919
169. Jahrgang
zu
(ungen ten 15. baltischen fchcwisten
Die
äußern.
DaS Friedensangebot der Sowjetrepublik.
Bergarbeiter haben eine Einladung des Av beitsfekretärs angenommen, mit den Unternehmern über ein Lohnabkommen zu ver- handeln.
November festgesetzt. — Zwischm der 'Küste und Jamburg greifen die Nol- mit grober Heftigkeit an.
russische Frage im englischen Unterhaus.
führenden. Wir haben erklärt, daß mir Belgien nicht annektieren wollen. Tiefe Erklärung wurde dem Grafen Berrrsoorfs uom Oberl.cn House als höchst wertvoll bezeiclrnct. Die Kollekiilvrwte der Entente vom 17. Januar zeigte, wohin dir Frie- densl»estrebungrm Wilsons eigentlich zielten. Seine Botscl-aft vvm 22. Januar an den Kongreß enthält luid) der Ansicht Bernswrsfs eine Z-msurieruug der Friedensziele der Mittelinactste zu Guchten der Entente, was gegenüber dem einleitenden Referat des Abgeordneten Sinzheimer ausdrücklich gesagt werden muß.
Tamit waren die unerhörten Krwsszielc der Entente und Wilsons bezeichnet, die für uns unannehmbar 'waren. Aus all diesen Vorgängen heraus erllärl sich, daß sich sästießlich bei uns das 0>esühl durchsetzte: „Tank dem Gott, der uns vor diesen Friedensvermittlern bewalwt hat." Hinter der Botschaft Wilsons vom 22. Januar zeigit sich bereits das Gesicht des Wilson von Versailles.
Hierauf wurde die Beratung aus Freitag vormittag 10 Uhr vertagt. Morgen interne Sitzung.
Gutachten von Sachverständigen zur letzten Note der Entente.
Berlin, 11. Nov. (Priv -Tel.) Wie der B. Z. gemeldet wird, hat die Reichsregierung während der l tz den Tage Gutachten von Sachverständigen zu der Note der Entente über die Nichtersüllung des Waffenstillstandsvertrages eingefordert, namentlich über die Frage, ob wir überhaupt noch im Besitz von 400 OCX) To. Baggern, Docks usw. sind. Da diese Gutacksten nunmehr vorliegcn, wrde das Reicksskabrnett heute zu der Ententenote Stellung nehmen.
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Zranksurt a. M. UM6
Vie Arbeiktonferenz in Washington.
Bern, 13 Nov. (Priv.-Tel) Wie die Mailänder Blätter meld.n, wuroe der Oberste Rat der Alliierten durch ein Telegramm des amerikanischen Arbeitsministers gemahnt, daß die Abwesenheit der deutschen und österreichischen Vertreter von dec inter- nationalen Arbeitskonferenz in Washington der Konferenz jede Wukarnkcit zu neunten drohe. Ter Minister besteht darauf, daß die Alliierten sich für die möglichst schnelle Ankunft der noch fehlenden Abgeordneten verwenden.
Ter Bergarbeiterstreik in Amerika.
Indianapolis, 13 92ob. (WTB.) Reuter. Bisher ist es nicht bekannt, ob die Bergarbeiter dein den Streik aufhebenden ÄejehlL Folge leiften. Die Vertreter der
Der interalliierte Ausschuß für fcas Baltikum.
Königsberg 13. Nov. (WTB.) Die interalliierte Kommission für das Ba l t i ku m ist hier eingetrofsen imb hält heute i!-re erste Sitzung ab. Zur Besprechung in Tilsit sind der Stabschef der russischen Westarmee und die Führer der selbständigen Detachements eingcladen toerben, wozu ihnen freies Geleit zugesichert worden ist.
Konferenz der baltischen Randstaaten.
Helsingsors, 13. Nov. (WTB) Auf der K o n s e r e n z der Randstaat^n t>rben Esth- land, Lettland und Litauen ein gemein, ames Programm über die Behänd ung der Frage des Friedens mit Rußland angenommen. Offiz,elfe Begrüßungen fanden zwiichm ben b,ltischen Staaten, Litauen, Polen, Ukraine und Westrußland statt. Ter Beginn der Friedensverhand- mit Sowjetrußland wurde auf
tung er über die Rückrusmöglickstint des unbegrenzten U-Boot Krieges >.'rientt.-n ward:. Beth- mann-Hallweg: Schon var dein 29. Januar hat Hützendarff mir und den Staatssekvetären Helsieriä und Zimmermann wiederholt und bestimmt erklärt, daß der U-A-ot-Krieg jetzt nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, da die U-Ba>ate draußen wären und ein guter Teil van ihnen nicht mehr zurückgerufen werden könnt:. Diese Erklärung l-at Holtzendarf, mir und Zimmermann am 29. Januar kategorisch wederha.t, als wir mit Rücksicht auf ein Telegramm Becnstorffs den Aufschub des U-Ärat-Krieges forderten.
Erat Bernstorfs erklärte in diesem Zusammenhang, daß die amerikanische Regierung nichts von dem beabsichittgten U-Dvot-Krieg gewußt habe. Wenn wir mitgetei.t hätten, daß nrir be- absick tigten, die Friedmsvermitt^ung Wilsons an» zunchmen und den U-Boot-Krfeg, den wir -war bc.iliid:itigten, deshalb aufzufchteben, dann wäre irach meiner Ueberzeugung die Fri:densvermrtt- lung to-ätergegangen.
Tie Frage des Vorsitzenden, ab man bet Erlaß der polnischen Proklamation den ungünstigen Eindruck in Rechnung gesteckt habe, den die,e Pra- klamotian aus Rußland machen müßte, erklärte Bethmann-Hollweg außerstande zu barnkwarten, bevor er sich mit dem früheren Staatssekretär von Jagow nicht besprochen habe.
Vizekanzler a. d. T. Dr. Helfferich: Tie Frage des imbeschränkten U-Boot-Krieges war keinesw.-gs eine Pri zipienfrage, fonbent war ci.ic Frage der militari,chn und po itt ch.n Kriegs,üh- rutig. Sie war keine Frage irgend eines dogmati- tisckmr Glaubens, sond rn d s zweckmaß gen Handelns. Wir mußten uns der Situation anpaifm Jeder nnz lne mußte mit Berücksichtigung des Standes der politischen Ereignisse und die Packtischen Verhältnisse zuhause und draußen und der teckmisckten Ausgestaltung der U-Bootswasfe seine Stellungnahme daraufhin prüfm. Dicke ungeheuere Verantwortung war gleich schwer für die Unterlassung wie für das Tun. Es war kein ra-bangue Spiel. Ein solches gab cs für nirnanb Jeder war sich der schweren Brantwortung wohl b^-wußt und trat für das ein, was er vor Gott und seinem Gewissen als Rettung des Vaterlandes ansah. Wer feilte von einem ra-bangne Spiel spricht, hat seine Almung von der Pflichttreue, womit alle diese großen Entscheidungm grtrosf.-n wurden. Wilson führte wohl das Völkerrecht auf den Lippen, ordnete aber alles den Handelsinteressen unter. Tas ist der Wsilivn, mit dem wir es zu tim hatten. Wir waren ihm gegenüber immer schlechter gestellt. Oberst House sagte dem Grasm Bernstorfs gegenüber: „Wilson wollte das Geschäft nicht stören, das darin bcktand, aus den Tränen Europas amerikanisch esGoldzu mün z en." So schver aber auch die unneutrale Haltung Amerikas schon auf uns lastete, so rrar sich die R ichsleitung doch völlig klar darüber, was der Eintritt Amerikas in den Krieg für uns bedeuten müßte. Wir si id stets jeder Schönfärberei entgegen getreten. Ter Redner erinnert im weiteren Vrwlaus seiner Ausführungen an den 7. Oktober 1916, als Dr. Spahn im Hauptausschuß namens sämtlicher MitgliHer der Zen- trumsfraktion erklärte, „daß für politische Entscheidungen der Reichskanzler dem Reichstag a'lein verantwortlich wäre, daß aber der Reichskanzler bei seinen Entscheidungen über die Kriegführung sich wesentlich auf die Entichsi ßungcn der Obersten Heeresleitung zu stützen habe. Fällt diese Entscheidung zugunsten des rücksichtslosen U-Boot-Krieges ans, sv darf der Reichskanzler des Einverständnisses des Reichstages sicher sein." Damit hatte die stärkste ReickBtagssraktion, die in dem U-Boot- Krieg das Zünglein an der Wage bildete, die Entscheidung über den U-Boot-Krieg in die Hand der Obersten Heeresleitung geegt und den Reichskanzler von seiner Politischen Verantwortung zu dieser Entscheidung entwaffnet. Wenn sich heute unter den An Nagern in Sachen des U-Boot- Krieges Leute befinden, die damals diese Zen- trumserNärung abgegeben haben, so würde ich, fuhr Heliserich weikc fort, im Privatleben diese Haltung als den Gipfel der Heuchelei bezeichnen. Jedenfalls spreche ich diesen Leuten das Recht zu einer An Nage gegen die damalige Regierung in jeder Hinsicht ab. Auf den Bericht des Kanzlers an den Kaiser vom 31. Oktober antwortete der Kaiser mit folgendem Brief, der auch herangezogen werden muß: „Der Vorschlag, Frieden machen, ist eine sittliche £at, die notwendig ist, um die Welt, auch die Neutralen, von dem auf ihnen lastenden Druck zu befreien. Zu einer solchen Tat gehört ein Herrscher, der ein Gewissen hat, sich vor Gott verantwortlich fühlt und ein Herz für die Menschheit besitzt, der unbekümmert um die Mißdeuttmg seines Schrittes den Wicken l at, di? We t von ilw'n Leiden zu befreien. Ich habe den Mut ba’u. Ich will xd im Vertrauen aus Gott wagen " Gilt es jemand, fragt Hcl ferich. der die en Ernst, dieses Veeantt wortlichfeitsge ühl bezwei ein möchte? Es wird ein Ruhnr.s itel des deut die i Namens für alle Zeit'N bleiben, daß von Deutschland und feinen V r- bündeten zuerst die Frage des Friedens au gen-or en wurde. Wer will bestreiten, da'; wir dm Mitten zum Frieden hatten? Es wäre unter allen Umständen zum Irenen getont mn, wmn ein Funke dieses ehrlichen W llens b i unseren Feinden und den Männern der mächtigste t neutralen Macht vor landen gewesen wä e. Unser Friedensangebot vvm 12. Dzemver wurde mit sckmcideuder Schärfe von der Entente abgc- Idfctt. Ihre Antwort an Wilson bedeutet eine glatte Zurückweisung seines guten Dienstes zur Herbei-- süchrung einer Verstjändigung ratter den Krieg
A«4 der Türkei.
Bern, 11. Nov. (Wolff) Nach der „TriBime de Gencoe" hat Prinz Saba Heddin, ein Neffe Mohamwcd VI. und Ches der liberalen Opposition in der Türkei, am Tienstag die Schweiz verlafsen, um nach Konstantinop l ^urückzu kehren. Wie das Blatt erfährt, sind alle poli t ch n Parteien in der Türkei ber.it, ihm dieNeubildungdes Kabinetts anzuvertrauen.
In Konstantinopel die Pest anSgebrochen.
Köln, 13. Nov. (WTB.) Der „Köln. Ztg." wird von der Sckpveizer Grenze gemeldet, daß das internationale Komitee in Genf durch Telegramm vom 9. November tmterri d£ct norden ist, daß in Konstantinopel die Pest ausge- b r o ch e n sei.
^nn'bie
Spaltung ver Kommunisten
Der „Vorwärts" vom 8. November berichtet über die Spaltungskonferenz der Kominunisten:
Tie Berliner „Rote Fahne" veröffentlicht einen ausführlichen Bericht der Reichs tonfecen^ der Kommunistischen Partei Deutschlands, die bekanntlich zur Spaltung der Partei führte. Auf der Konferenz waren 43 Delegierte anwesend, von denen 18 gegen die Leitsätze der Partei zentrale stimmten uni) infolgebeffen aus der Partei hinausgewiesen wurden. Die Zentrale tonnte ihre knappe Mehrheit nur dadurch etwas verbessern, daß sie sich selbst das Stimmrecht — gegen den heftigen Widerspruch der Oppositton — gewähren ließ, wodurch ihre Mehrheit von 25 auf 31 Summen stieg. Doch hatte sie auch hierdurch nicht verhindern können, daß vor der en bloo-Annahme der Leitsätze die Opposition die Oberhand ge- naim. Die acht PunÄe, die das neue Programm der K. P. D. hüben sollen, sind dadurch beachtenswert, daß sie als polittsche Kampfmittel Massenstreik, Massendemonstrattonen und vor allem auch den Aufstand in Betracht ziehen, daß sie die individuelle Sabotage und den Syndikalismus als Kampfmittel verwerfen, dagegen die Beteiligung an parlamentarischen Wahlen als Kampfmittel zulassen. Für den Geist der Diktatur, der m der K. P. D. berrfdjt, ist der Punkt 8 charakteristisch, der in feiner von der Zentrale vor geschlagenen Fassung folgendermaßen lautete:
„Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands, die diese Anschauungen über Wesen, Organifation und Aktion der Partei nicht teilen, ober ihnen in Wort und Schrift oder Aktion entgegengehandelt haben oder entgegen handeln, haben aus der Partei auszuscheiden."
Dieser Punkt wurde unter Stveichimg ber Worte „oder ihnen in Wort und Schrift oder Aktion entgegengehandelt haben oder entgegen handeln" angenommen.
In Der Diskussion Über das Programm be- jeidmete jeder Teil den anderen als kleinbürgerlich und gegenrevolutionär. Ein Mitglied der Zentrale verlas einen Artikel aus der Hamburger „K.A.Z.", dem Hauvtorgan der Minderheit, und bemerkte dazu: „Ein S ch u f t, ein Lump, ein Strolch, der das geschrieben hat." Die Minderhett Er. - schwerte sich über den Terror der Zentrale und behauptete, etwas Aehnliches wie die Schlußsätze des Programms (Punkt 8) .habe noch kein lache -
Ter Streik der Trucker iu Paris.
Paris, 11. Nov. (Wolfs.) Das etw- zige Blatt, das von den Zeitungsver- legern gemeinsam herausgcgeben wird, und sich „La Presse de Paris" betitelt, teilt mit, daß oer Streik der Drucker durch eine Forderung auf Erhöhung des Tagclvhns um 5 Franken hervorgerufen wurde. Das Blatt bemerkt, daß die Arbeiter für Tagesarbeit 18 bis 23 Franken und für Nachtarbeit 20 bis 26 Franken verdienen bei einer Arbeitszeit von im Maximum 7 Stunden. Die Handlanger verdienen im Tag 14 bis 16 Franken und während der Nacht 16 bis 18 Franken bei nur sechsstündiger Arbeitszeit. Zu Diesem Taris kommen verschiedene Entsck>äDigungen hinzu, so daß Die vorstehenden Minimal- zisfern immer überschritten werden. Das Blatt erklärt schließlich, daß die verlangte Erhöhung nur unter der Bedingung gewährt werden könnte, daß die Abounements der Zeitungen erhöht werden, da die Mehrzahl der Zeitungsbetriebe gegenwärtig mit Verlust arbeiten.
Paris, 11. Nov. (Wolfs.) Havas. Auch die s o z i a l i st i s ch e n Blätter „Huma- nite", „La Bataille" ,>L'Oeuvre" und „La Fron? libre" sollen beschlossen haben, sich zusammenzuschließen, um ebenso wie die anderen Pariser Blätter ein gemeinsames Blatt herauszugeben. Die bürgerlichen Blätter bedauern Den Streik besonders deshalb, weil die Presse gerade jetzt den Jahrestag des Sieges und den Vorabend der Neuwahlen feiern solle.
Versailles, 13. Nov. (WTB.) Der Zei t ungsstreik in Paris dauert fort. Die Zeitungsverleger werben neue Setzer an, um womöglich den Betrieb durch sie wieder in Gang zu bringen.
Neue Verhandlungen des Unterfuchungsausschusses.
Die gestrige Sitzung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses geriet wieder auf einen Höhepunkt parteipolitischer Auseinandersetzung. Ueberraschend wenig Neues haben die Erhebungen über den U-Bootckkrieg ergeben, und der frühere Staatssekretär H e l s f e r i cb hielt gestern eine Art Plädoyer, worin er alle Feststellung von Schuld sck)arf zurückwies und feststellte, Daß beL ber Zustimmung zum entschiedenen U-Boot-Krieg alle Instanzen nach ihrem vaterländischen Pflichtgefühl gehandelt hätten. Daran ist wirklich auch nicht ernstlich zu zweifeln, so berechtigt auch die Annahme sein mag, daß dieser sogenannte rücksichtslose U-Boot Krieg besser unterblieben wäre. Die Kriegslage war ernst gewesen, aber schließlich wendete sie sich doch, nachdem die Ostfront entlastet war, wieder zum Besseren. Auch Ludendorff gibt dies in seinem Buche zu, und er ging mit großen .Hoffnungen zur letzten großen Offen- five über. Wie weit man den führenden In-
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General-Anzeiger sm Oberhefsen
SwiMngrrunddrnck ».Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- n.Steinöruderei R.Lange.5christleit»ng, Seschaftrstelle ».Druckerei: Zchulstr.7.
Annahme von Anzelgrs f. Dir Zaqremimmec vis zmn Ntichminag vorder ohneiet'e'Berbiitbibiifeit Preis Mr l mm höhe für An>elaenv.34mm Brette örtlt t) 15 Ui, ouSmälls 18 üf, für 'Jtetlame- anjeiam von 70 mm Bre ie 48 Pf. Pei Play- »oridiriH2O°, A>iifctckag. HauoticdriMeuer: Aug. Goeq. PrranlioorNich fiii Politik: Aua. Goetz, für den üdnaen Teil: Dr. Reuidolü Jenz, für den Anzeigenteil: H. Peck; fänitlid) in Gießen
I Berlin, 12. Nvv. (WTB.)
Zu Brgim, der Sitzung nd>ttte t>er Vorsitzende Warmuth an Bethmann-H)ll- toe g die Frage, von mem und in welcher Rick>-
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<hen, der ja ein b0n \jr(1 aber mit Wrden fantÄv fi untergebracht zu HL-gen. Die .-ine tzugendM»' ch, an mich i tun. Unb Hfl« ! > für ihn geweien! , hilzen ist ja ckenM 'Ms. AeMe P ba^ Mrlich iherpg {eiren W-Bi9^31 ist zu ärsttstch. 'w. t denn dieser PlMe? nant Anteil. EwAs - niärs nxiter!, ihenpg- dec 5ÄwnM ifttr gewflen...
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stanzen zugute halten kann, daß sie auf einen Zusammenbruch Rußlands nicht rechnen konnten, ist heute nicht zu entscheiden. Darin hat aber Dr. Helfferich zweifellos recht: Wilson war unser stiller Gegner, er war nicht der Menschenfreund, als der er sich in seinen Reden immer ausgab, und Gras Bernstorfs, der ja auch wenig unmittelbar mit ihm in Berührung gekommen zu sein scheint, hegte wohl zu günstige Annahmen für uns. Es fehlte auch am Verständigungswillen der Gegner; auch daran durfte Helfferich gestern mit Recht erinnern. Trotzdem — das Verhängnis kam über uns, weil wir keine weitblickende, zielbewußte und entschlossene Regierung hatten, die auch im Großen Hauptquartier überzeugend gewirkt haben könnte. Ludendorff klckgt ja in seinem Buche so beweglich, daß dieReichsämter sehr verfahren neben- cinander arbeiteten und der einheitlichen, ziel- bewußten Leitung entbehrten. Woher sollten die obersten Heerführer Bectrauen schöpfen?
Berlin, 11. Nov. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß setzte heute die Verhandlung über die technische Seite des Ubootklieges fort. Staatssekretär a. D. v. Capelle wies zunächst nach, daß vor dem Kriege und. während des Krieges im ganzen 810 Ubootc in Auftrag gegeben wurden, davon 45 in der Zeit vor dem Kriege. Von Großadmiral v. Tir- pitz sind 186 Uboote in Auftrag gegeben worden und von Capelle selbst während seiner Amtsdauer 579. Die Gründe dafür, daß in den 9 Monaten des Jahres 1916 nur 90 Uboote in Auftrag gegeben wurden, liegen vor allem in ber damaligen politischen Situation. Im März 1916 fiel bekanntlich die Entscheidung dahin, daß der rücksichtslose Ubootlrieg vertagt werben solle. Mit der Sussex- note am 4. 5. war der rücksichtslose Ubootfrieg auf den toten Strang aezogen, bis er auf Veranlassung Hindenburgs und Lud^ndoriss wi'der a: fgenommen wurde. Staatssckretär v. Capelle bez.ichnett es als unrichttg, daß er immer nur aus Veranlassung des Reichskanzlers oder der Obersten Heeresleittrng Ubootbestellungen gemacht habe. Auch General L u d e n d o r s f habe im Rahmen der gesamten Rüstungsindustrie eme Steigerung des Ubootbaues als nicht möglich bezeichnet. Nach seiner persönlichen Auffassung über den Ubootfrieg befragt, erklärte v. Capelle u. a.: Um die Jahreswende 1916/17 seien er wie die Oberste Heeresleitung, und der ReickBkanzler der Ansicht gewesen, daß unsere Lage sehr ernst wäre. Es blieb gar nichts anderes übrig, als das letzte Kriegsmittel etnfr «üsetzen, um uns vor dem Untergang zu retten. Dieser Auffassung neigte ich um so mehr zu, als der rücksichtslose Ubootfrieg eine mindestens sehr große Chance bot, um den Krieg günstig für uns W. beenden. Von einer Niederzwingung Englands ist niemals die Rede gewesen, wohl aber davon, daß er genügen würde, »m England zu einem brauchbaren Frieden geneigt zu machen.
Im weiteren Verlaufe der Sitzung wies Kapitän Brüninghaus die Beschuldigung von Dr. Struve zurück, dem Reichstage falsche Angaben hinsichtlich der im Bau befindlichen Uboote gemacht haben. Wenn er die Auskunft gegeben habe, daß 479 Uboote im Ban Peien, so habe oas durchaus den Tatsachen ent spröden. Jnbauzfch.m sei ein tcr- Enrirus technicus, der gktd>b.bcuiertb s ermit Jn- bestellunggeben. Er stettt in der Oeffentlichkeit fest, daß bie Beschuldigung, falsche Angaben gemackst zu haben eine unhaltbare Auffassung Dr. Struves sei.
Kapttan B a r t en ba ch b-merlt, daß bei Beginn des unkuckchränklen Ubootk ieges im Februar 1917 es sich für die Marine nickst um einen vollkommen neuen Krieg gehmdelt habe, sondern um die Ausführung des Planes, dem Wirtsckiaftsleben Englands ehren gehörigen Ader aß zuzuingen. Tie neu ausfahrenden Uboote unterschieden sich durck) nichts von den früheren. Sie hatten nur andere Verhaltungsvorschriften an Bord. Beim Auslaufen der ersten Schiffe im Januar und Februar herrschten aber außerordentlich schwierige Cisoerhältnisse in der Norl fee.
Hiermit ist die Erörterung ber Ubootfrage nach der technischen Seite erledigt. Nack) einer Reihe per'önlicher B me.kungeu w rd um 2 Uhr die Beratung abgcbrod>en. Nächste Sitzung: Mittwoch 10 Uhr mit der Vernehmung des Staatssekretärs O.D. Dr. Helfferich.
Lon^"n, 11. Nov. (Wolff.) HavaS. Im U .c l c - h a u s gab otr Abschnitt der Siebe Llovd Georges in der Guildl)all, der sich auf Rußland bezog, am Montag Anlaß zu verschiedenen Anfragen. Man wünschte zu roifien, ob die Regierung beabsichtige, mit Lenin unb Trotzki in Beziehungen zu treten, oder ob die Politik, wie sie vom Premierminister am letzten Mittwoch ge- lem'zeichnet wurde, verlassen nxtben solle und ob das Haus auf jeden Fall be"ragt mürbe, bevor die Regierung in dieser ober jener Weise vorgehen würde. Sonar Sato erklärte an Stelle des Premierministers, die Aeußerungen Lloyd Georges liehen keineswegs baraui schließen, daß die Regierung zu einer Aktion bereit sei. Der Premierminister habe nur der Hoffnung Ausdruck gegeben, baß man zu einer Lösung ber russischen Frage unb ber Wiederherstellung des Friedens mit Rußland kommen möge, eine Meinung, bie das Haus gewiß vollständig teile. Es werde kein Schritt unternommen werden, ohne baß das Parlament nicht soiort Gelegenheit bekäme, seine Ansichten
Rom, 13. Nov. (WTB.) Die „Tribuna" veröffentlicht den vollen Wortlaut des Friedensangebots der Sowjetrepublik an die Entente.
Levin nicht ausgeliefert.
Wien, 11. Nov. (Wolff.) Wie der „Morgen" von unterridjfteter Seite erfährt, wurde ber Antrag der bayerischen Regierung, den Kommunisten Max Levien auszuliefern, von der Regierung abschlägig beschieden. Levien werde aber nicht in Freilieit gesetzt, sondern in Karl stein bei Wald- kojeii interniert.
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