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Zweites Blatt

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Der Achtstundentag im Handwerk

(tun allen Beteiligten nur der gute Rat

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Tvrival gab keine Antwort. Lügen wollte er

eit bei ihren Gehilfen und Lehrlingen eiu- >älten. Sie sind nicht ausgenommen. Da die

** Personalnachrichten der osidirektion Darmstadt. Das

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Ätt» Stadt und Land.

Gießen, den 13. Junt 1919.

Um die Kriegervereinc.

Es wird uns aus L i ch geschrieben:

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M. Hebet diese diese Labwein fache aber zu Bötchen, hatte er erst recht feine Lust.

r i - kwünscht, die dann auch zur Auflösungsfrage sicher in b-:m Sinne Stellung nehmen wurde, toie es : cd b; ter weitaus größten Zahl der hessischen Krieger- Dim gescksthen ist, die auch für die Zukunst amilui rrefi ein reiches Arbeitsfeld zu haben glauben.

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Til eine Generalversammlung noch nicht ein» berufen bat. Da es aber durchaus nicht rm Sinne genannten Kameraden liegt, daß der Verein .<*SIiji itfiter in Untätigkeit bleibt, wird von vielen - - Mitgliedern eine baldige Mitgliederversammlung

11'»uiiii'V un 3t, ^rr Schnepfe überhob ihn aller Mühe. Er "Ä □Bil lächelnd fort:

<n .1. Klasse wurde dem Armee-Postdirektor

u.^rtcat Neusehaefer in Darmstadt verliehen. 'Ilkv DieLM" Die Kriegsbeschädigten Gymnasialabiturient ^abel aus Klein-Winternheim, die Gymnasiasten I e v» Hebbel aus Niederwöllstadt und Hornberger ms- Bensheim sowie der frühere Realschüler H e ß gountos WB, M Gernsheim wurden als Telegraphengehilfen, AßttCm111* Anwärterinnen Sonin uno Böhme in «i>6 bet "Mstadt, Holzhauer und Pohle in Mainz fdEra ß301; 1 Telegraphengehilfinnen angenommen. Die. drüsung zum Postassistenten haben die Postge-

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to M Der Doppelgänger.

1 .«!nnU Koman von CarlSchüler.

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, HLAls ich vothrn Ihr Arbeitszimmer zu mei- # Aufenthalt wählte, fand ich, daß einer meiner Estfsel zu Ihrem Schreihtifch paßte. Neugierig,

!Darum hat er Ihnen von meinem Besuch i W auch nichts erzählt. Heute habe ich mir x.t ^iMcher von dem Hauswart die Hintertür öffnen i°sßn. Ter Mann ist dienstwillig, sehr aufmerk- nj^i. m [Ihm. Ihr Diener stand im Gang und wartete fllQii p .. i M den Herrn, der Ihnen eineit Besuch machen mA Inp M k^be. (Er beschwerte sich eben bet. mir, daß der ffl iu* , n.rt -ixmt so lange auf sich warten lasse. Also, um nnifli P r. unser .Geschäft zu kommen: Sie haben dem T ^bwem eine Brieftasche mit 12 500 Mk.

».- » knßgm Wertpapieren weggenommen. Tie Poli- gK Pi vermutet in mir den Täter Sie 'haben j ' Vermutung unwidersprochen gelassen. Ich tonte Ihnen das nicht weiter übet, obwohl ich "icht gern die Suppe ausesse, die sich andere ' F Atebwckt haben. 1 Ich wünsche nun zweierlei von .ncitf11111 zu wissen: erstens, warum haben Sie bei

lU;h1.,fl[i*e"'' >' «Lftöcin lang? Finger gemacht? Sie können auf Arbeit stolz sein, däs saate ich Ihnen schon. re') ich isehe den Grund nicht ein, der Sie dazu

platzt Sie befinden sich, wie ich weiß, ll h.Mten Verhältnissen. Zweitens möchte ich wissen, nifl(|Hhp2 :! I ^Sie mich an der Sache beteiligen wollen, wenn p!( ;: , i<4 Amen verspreche, die Folgen der Tat, die Sie

> haben, auf mich zu nehmen?"

; ÖL ^rr Emil Schnepfe hatte mit großer Ruhe *P^Hwchen. Jetzt sah er Tvrival fragend an.

J Tvrival aab keine Antwort. Lügen wot

. 1U U1., Da die 8stündiae Arbeitszeit für s ä m t - tZhnlP (M ,icbe bewerbe gilt, müssen auch die Klein- z MliM, iiliWli Ei^ebe und die Handwerker diese Arbeite

In letzter Zeit werden liier Stimmen laut, die eurer Auflösung des hiesigen Kriegervereins das Wort reden Ta der lueitaus größte Teil der Mitglieder diesen. Standpunkt durclmus nicht tei- * :2tt kann, möchte die Frage aufgeworfen tDerben, ob überhaupt ein Grund zu einem solch unüber- ?ßten Vorgehen >vorliegt. Ter Tatsache, daß in Oberen Orten übereilt zur Auflösung der Krieger- Steine geschritten worden ist, steht andererseits - ''7- Beschluß des Reichsverbandes der deutschen

oriegeroerxin: und der KriegerkameradschaftHas- lißyßrtiH.u iiü" gegenüber, wonach sich die Kriegervereine voll- 1 i;cnbig auf den Boden der neuen Regierung ge­eilt 'haben und diese in ihren Bestrebungen nnter- itüften werden, llnd gibt cs im neuen Deutschland [m .Kameradschaft, keinen wahren Patriotismus mehr zu pflegen? Dem hiesigen Striegcroerein totmta zudem nie der Vorwurf gemacht werden, in n(1 nA; , n hurrapatriotischer Betätigung aufgeganaen zu

<n Seine 'Mitglieder festen sich aus Anhänger '^ßimn'inf irS fller politischen Parteigruppen zusammen. An die ÄiJsJ Öffentlichkeit trat-er in der Hauptlache nur mit . ifjnent Proisschießen am Albacher ©w, das sich

mr 6bis 18Stücks -nit den Jahren zu einem echten Volksfest ent- empfiebh . wickelte, auf dessen Fortbestehen sich auch jetzt * a«. , ttMf) jung und alt freuen würde. Seine Haupt- L m*»-.*. njßpit verrichtete der Verein aber im Stillen auf bent Gebiete der Wohltätigkeit durch ein groß-- liigiges Unterstützungsiverk an bedürftigen Kame- toben und ihren Familien. Sollte cs auf diesem i^-bietc im neuen Deutschland nicht noch mehr tU tun geben? Die verhältnismäßig reichen Mittel, bt< dem Krieg er verein iwch zur Verfügung stehen, önnen hier tre flich verwandt werden. Wenn sich ~~ her Verein als Hauptarbeitsziel die F ü r s o r g e für die kriegsbeschädigten und die in Gefangen- icHl befindlichen Kameraden, sowie für die Hin­ket l-liebenen der auf dem Felde der Ehre gefalle- Bohnen nct .^amtraben steckt, bann hat er für die Zukunft oftH,Ah. < recht eine Ausgabe, die fein Fortbestehen nicht nvikom 11(I rcdilfertigt, sondern dringend erwünscht sein Weisskoi liit Mit der Auflösung des Krieaervereins würde ri - , letzcr auch 'ein alter Brauch in Vergessenheit ge- öruiiOal TQ-ru, dessen jnnn sich auch im neuen Teutsch- Kohlrabi Mt nicht zu schämen brauchte: das Ehrenge- -j .. 'eite beim Begräbnis verstorbener Kameraden. Harotten haßen es diese, die im Dienste fürs Vaterland in Salz einM chir Gesundheit geopfert, denn nicht mehr ver- SauMir' w., daß man ihnen die letzte kameradschaftliche -mnülm. - Hue erweise? Leider befindet sich her rührige a 1 v-niibent des.Vereins, Herr Louis Häuser, noch M Qnmi M ;it russischer Gefangenschaft. Daß man seine

J. Hl. UWiUlli jaQjjge Rückkehr erwartet, mag auch her

Markvir. 4, StL1 'Umh dafür gewesen sein, daß man bis

'5\n»Wwi.

S-eE werden A »rürlswettlll)re«i Mim Wocde arl» oesetzucheu föe]timmungen nunmehr einhert- tas? und Tomics j ch und streng durchgeführt werden sollen, adends 8 Ubr(llLU u[*cu um bet yuit Tmi

uf6?nSerti erteilt werden, ihr fremdes Personal nicht " iber die Dauer von 8 Stunden am Tag

-v/Uk M cfbeiten zu lassen. Uebertretungen werden Mns 6eftraft - Latnötagdenlla

wie ich nun einmal bin, öffnete ich den Schreib­tisch und fand in bem rechten Schubfach jene Brief­tasche, die früher einmal Herrn Labwcin gehört hat. Tas Geld war noch vollzählig vorhanden. Daraus schließe ich, daß Sie sich in guten Ver­hältnissen besinden. 1 Auch auf keinem der Wechsel stand Ihr Marne. Tiefer Umstand nracht mich neugierig, zu erfahren, was Sie zu der Tat be­wogen hat. Ich halte es für richtig, wenn Sie mich in alles einweihen, was mit der Sache zu­sammenhängt. Sie ifönnen wirklich ganz offen zu mir sprechen. Ich habe einen sehr triftigen Grund, Sie nicht 'hineinfallen zu lassen. Ich nenne Ihnen den Grrmd später." @

Torival lackte «kurz auf. Der Mann gefiel ihm eigentlich. 1 Kurz entschlossen sagte er:

Gut, ich habe dem Labweiir die Brieftasche fortgenommen."

Emil Schnepfe knickte beftiedigt.

Warum?"

Torival zögerte 'mit der Antwort.

Ich will |so offen gegen Sie sein, Herr- Schnepfe," sagte er endlich,als ich sein txirp ohne die Interessen anderer zu gefährden. Ich habe in der Tat dem Labwein die Brieftasche nicht fort genommen, um Geld ober Wechsel zu stehlen. In der Brieftasche befand sich, ein Doku­ment, das in her Hand des Labwein sehr schleckst aufgehoben war, tdas dieser Labw:in durch eine Unredlichkeit an sich gebracht hatte. Nur, nm nt den Besitz dieses Dokumentes zu gelangen, habe ich die Brieftasche an mich gebracht. Ich pflege sonst feine Streiche zu begehen, wie dm, den ich ßabtoetn gespielt.habe. Es war mein Erstlings­werk in dieser Beziehung."

Ein schönes .Talent!" bemerkte Herr Emil Schnepfe.Meine Beobachtungm werden von Ihren Angaben bestätigt. Ich sah, daß die Brief­tasche an ihrer Längsseite zugenäht gewesm war. Ich bemerkte, daß die Näht aufgetvmnl worden

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfenj Zreitag, (3. Zum 59(9

Hilfen Wilh. Al tmannsperger in Lich.I Lana in Schotten und Sehrt in Laubach be­standen. Der Charakter als Postsekretär wurde den Kanzleisekretären Jacoby und Tram er in Darmstadt: der Titel Oberpostassistent dem Kanzlisten Liets in Darmstadt verliehen. Planmäßig angestellt wurden als Post- assistent dre Postassistenten Böttcher und Scherf in Darmstadt, Dietz aus Gießen und Winkes aus Butzbach in Rüsselsheim, Fink aus Gedern in Hannover, Helm aus Rüsselsheim in Mainz, K r ä m e r in Erbach, Möller in Bad- Nauheim und Spitzfaden in Bingen: als Telegraphenassistent die Telegraphenassistenten Gaul und Wenz in Mainz und Kanz in Darmstadt; als Telegraphengehilfin die Tele­graphengehilfinnen Arras, Bergner, Mau­rer und Stockmann in ?l!ainz, Blum in Offenbach, Bretzel in Worms, Diehm, Krieb und Zinfer in Darmstadt und Stanß in Friedberg (Hessm). Den Postsekretären Amend in Worms, B e ch t und M a y k e m p e r aus Darmstadt, Schmidt in Eberstadt und Winter aus Darmstadt sind Postsekretärstellen übertragen worden. Versetzt sind die Post­räte L ä m m l e i n von Darmstadt nach Karls­ruhe, N e u s ch ä f e r von Frankfurt (Oder) nach Darmstadt und Jahn von Metz nach Darm­stadt; Oberpostinspektor Dornbusch von Straß­burg nack Darmstadt; die Oberpostsekretäre Becker von Offenbach natb Hanau, Merck von Straßburg nach Darmstadt und Z i n ck von Hanau nach Offenbach; die Postsekretäre Fischer von Mainz nach Rüsselsheim, Hausmann von Wanne nach Darmstadt, S e i p von Osthofen nach Michelstadt und Stützet von Romrod nach Seeheim; der Obertelegraphenassistent Cobur­ger von Mainz nach Frankfurt a. M., der Tele- graphenassistmt W ü st von Frankfurt a. M. nach Mainz, dre Postassistenten Ahl heim von Essm nach Worms, D r ackert von Worms nach Hep­penheim (Bergstraße), Nikolai von Düsseldorf nach Mainz, Spiegel von Freck)en nach Worms und Wagner von Rüsselsheim nach Frankfurt a. Main. Freiwillig ausgeschieden ist die Telegraphengehilsirr Salzig in Mainz. In den Ruhestand versetzt wurde Oberpostsekre- tär Recknungsrat Lauckhard in Gießen und Telegraphengehilfin Francke in Darmstadt. Gestorben ist Oberpostsekretär Rechnungsrat Colin in Darmstadt und Postsekretär Todt in Gießen.

Landkreis Gießen.

O.KlosterArnsburg, 10. Juni. Heute, am dritten Pfingsttage, wurde das Jahresfest des evangelischen Rettungshauses gefeiert. Aus nah und fern waren dazu die Freunde der An­stalt zahlreich erschienen. Besonders stark war die Bevölkerung des Wettertals und der nördlichen Wetterau vertreten, zum Teil in ihren alten Trachten. Aber auch aus dem westlick>en Vogels­berg, aus der Laubacher Gegend, waren viele fest­lich geschmückte Wagen mit Festbesuchern gekom­men. Unter hohen Buchen und Eichen, dicht an der ehrwürdigen Klostermauer versammelte sich eine nach Hunderten zählende Gemeinde, die den Festansprachen andächtig lauschten. Die Haupt- icfirebner waren Pfarrer Löh r-Elberfeld und Pfarrer E ß l i n g e r Auerbach. Die vereinigten Posaunenckwre aus Lang-Göns unb anderen benach­barten Ortschaften erfreuten unter Leitung von Stiftsdechant Leru-Lich durch musikalische Dar­bietungen und begleiteten die von der Festgemeinde gemeinsam gesungenen Lieber aus bem Arnsburger Liederbuche. Pfarrer Wehe r-Lang-Göns trug den Jahresbericht des Rettungshauses vor. Der ver­dienstvolle Vorsitzende des Rettungshauses. Kir­chenrat Klingelhöfser-Lich, mußte aus Gesund- l-eitsrücksichten sein Amt niederlegen; an seine Stelle ist Graf Wilhelm zu Solms-Laubach ge­treten. Die Lehrerin der Anstalt, Fräulein Neit­zert, ist nach 38jähriger segensreicher Wirksam­keit in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Bei ihrem Scheiden wurde am 28. Mai eine schlichte Abschiedsseier veranstaltet. Als neue Leh­rerin wurde am 2. Juni Fräulein Schmidt ans Fauerbach, durch Stiftsdechant Lenz in ihr Amt emgefübri. Gegenwärtig zählt die Anstalt 32 Zög­linge, an denen vier Diakonissen und eine Lehrerin wirken. Nach dem Festgottesdienst jm Walde ver­sammelten sich die Freunde des Nettungshauses noch zu einer Nachfeier im Hofe der Anstalt, wobei noch verschiedene Redner Ansprachen hielten. Auch sonst war das Kloster heute überaus zahlreich besucht, vor allem auch von Gießen. Mehrere tausend Personen waren anwesend. Prof. Rös­chen und Prof. Ebel-Gießen erklätten Ausflüg- lern und Vereinen die Ruinen.

U Lang--G öns , 12. Juni. Der am ersten Pftngstfeiertage von der hiesigen Ortsgruppe für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene veran­staltete B l u m e n t a g zugunsten der heimkehren­den Kriegsgefangeiren ergab einen Iteinertrag von 400 Mark, der bei der hiesigen Spar- und Dar- lehnskasse angelegt wurde.

O Lich, 12. Juni. Tie hiesige Spar- und Tarlehnskasse hielt am dritten Pftngstfeiertage ihre Generalversammlung im Gasthauszum Löwen" ab. Trotz der Zeitverhältnisse hatte die Kasse im abgelaufenen Geschäftsjahr noch« einen ansehn­lichen Reingewinn zu verzeichnen. An die Mit­glieder kommen .6 Prozent Dividende zur Ver­teilung. Der Abschluß wird im Anzeigenteil des Gießener Anzeigers noch öffentlich bekanntgegeben.

Kreis Büdingen.

4 Ortenberg, 12. Juni. Zum Besten des deutschen Hilfswerkes für die Kriegs - und Zivilgefangenen gibt der Besitzer der Mauergarten-Lichtspiele am nächsten Sonntag abend 9 Uhr eine Vorstellung, bei der die von dem Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- unb Zivilgefangenen herausgegebenen bei­den FilmsTränen" undTie große Sehnsucht" zur TarsteUung gelangen. Der Reinertrag des Abends fließt vollständig dem Hilsswerk zu.

Müllersche Badeanstalt.

Wasserwärme der Lahii am 13. Juni: 19° R.

Wettervoraussage

für Samstag.

Wechselnd bewölkt, meist trocken, Temperatur wenig verändert, südwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Die Aenderungen im ßriedensvertrag.

Amsterdam, 12. Juni. (WTB.) LautAl- genteen Handelsblad" meldetDaily New s" aus Paris, es werde angenommen, daß die haupt- Mchlichsten Aenderungen im Friedensvertrag fol­gende sein werden:

1. Saarbecken: Keine Aenderung der Be­stimmung, derzufolge dieses Gebiet während eines Zeitraumes von 15 Jahren der Venvaltung des Völkerbundes unterstellt wird. Cs wurde jÄwch die Bestimmung eingefügt, die es klar steltt, daß, wenn Deutschland es versäumt, am Ende dieses Zeit­raumes die Bergwerke in Gold zurückzukaufen, dies dem Rechte der Einwohner, unter die beutfebe Staatsobrigkeit zurückzukehren, wenn dies durch Volksabstimmung beschlossen wird, keinen Ab­bruch tut.

2. Oberschlesien: Es besteht ernster Grund zu fragen, ob die Einwohner dieses Gebietes, selbst wenn sie in der Mehrzahl aus Polen bestehen, die spvlnische Souveränität der deutschen vorziehen. Es soll daher eine Volksaftimmung unter der Aufficht der Alliierten abgehalten werden. Zugleich erhält Deutschland das Recht, genügenb Kohle zu angemessenen Preisen aus diesen Gebieten zu be­ziehen und zwar unabhängig davon, ob die Volks­abstimmung zugunsten Dättschlands ausfällt oder dickst. Dieses Recht kann auf den Zeitraum be­schränkt tverben, während welchem Deutschland der Erträgnisse des Saarkohlenbeckens beraubt sein wird.

3. Die Frage des linken Rheinnfersi hängt davon ab, daß Deutschland seine Verpflich­tungen loyal erfüllt. Der Zeitraum der Besetzung wird 'ivahrscheinlich verkürzt werden. Zugleich wird trieses Gebiet, soweit die Alliierten dafür verant­wortlich sind, so gut wie sicher einer bürgerlichen, und nicht einer militärischen Verwaltung unter­stellt werden.

4. Entschädigungen: Heber diese Frage gehen die Ansichten weit mehr auseinander als über irgend eine andere Frage. Man ist daher noch zu feiner Entscheidung gelangt. Es W wahrschein­lich, daß der amerikanische Vorschlag, daß ein end­gültiger Betrag festgesetzt werden soll, zugunsten |cinet Regelung geopfert worden ist, nach der die Mschötzung der Entschädigungssumme in den ver­schiedenen Hauptteilen, welche im Vertrage näher bezeichnet und angebeutet sind, zusammengesaßt wird und Deutschland Gelegenheit geboten werden soll, entweder eine eigene Abschätzung vorzulegen ober in jedem Falle Bemerkungen zur Berechnung der alliierten Kommission zu machen. Es besteht die Absicht, Vorkehrungen zu treffen, daß dieses Verfahren bis Ende dieses Jahres erledigt ist, statt sich bis 1921 hinzuziehen, wie in dem ur­sprünglichen Vertrag vorgesehen war.

5. Aufnahme Deutschlands in den Völker- Vund: Hiergegen sträubt sich Frankreich energisch,

obgleich der ftanzösische Vertreter in der Kommis- Don für den Völkerbund, abgejehen von einem be­deutungslosen Vorbehalt, den sehr liberalen Vor­schlägen, die diese Kor.emisjion dem Viererrat über<- mittelte, zustimmte. Es ist wahrscheinlich, daß keim- diesbezügliche Bestimmung in den Vertrag , anfge- nonnnen wird. Die Neigung, Deutschland in den Völkertemd aufzunehmen, nimmt jedoch ständig zu

Die 9t ö tino imluerf a mm (un ß.

Berlin, 13. Juni. Aus Weimar wird ge meldet: Die Nationalversammlung wird wie der Vorsitzende des sozialdemokratischen Partei tages Lobe in der gestrigen Sitzung mitteilte, am Montag zusammentreten, um auf die Antwort dm Entente auf unsere Gegenvorschläge Stellung w nehmen.

Bürgerstrrik in Berlin?

Berlin, 12. Juni. (Priv.-Telegr.) Tnc Freiheit" berichtet, daß gestern im HotelRus­sischer Hof" eine streng vertrauliche Sitzung des Vürgerrates Groß-Berlins stattfand. Konsul Marx habe den Bürgerstreik für notwendig erklärt, um Deutschland vor bem Chaos zu retten, da die jetzige Regierung un­fähig sei. Der Streikbeginn solle durch Flug­blätter mit dem Stichwort: Rot!, die von Flug­zeugen abgeworfen werden, verkündet werden Sämtliche Lebensmittelgeschäfte, Bäcker usw. sollten sofort ihre Betriebe einstellen; so würde es zum Bürgerkrieg kommen, der dem Bürgettum zu der politischen Macht verhelfe. Während ein Hand werter für Milde in dem Bürgerstreik eingetreten sei, seien die Schwerindustriellen und die Kammer zienräte für äußerste Schärfe gewesen. Besonders betont wurde, daß die Bürger bewaffnet seien, um sofort losschlagen zu können. Oberst Reinhardt betonte persönlich, daß die Truppen völlig auf der Seite der Bürger stünden. Ferner berichtet die Freiheit", daß 200000 Flugblätter hergestellt feien.

Berlin, 12. Juni (Priv.-Teltegr.) Die Freiheit" erfährt zu den Noskeschen EntM hingen, daß die Partei als solche nichts mit den Verhandlungen mit den Freiwilligen zu tun häbe.

Millionenraub.

Hindenburg, 12. Juni. (WTB.) Fünf Banditen Übersielen, dem ,F)berschl. Wcmdc rer" zufolge, auf der Straße von Borsigwerk nach Äteuthen einen Geldtransport des Borsig«' werkes. Die Räuber sind mit 1200 000 Mark ent­kommen.

Die Todesopfer der lettischen Bolschewisten- herrlchaft.

L i b a u, 12. Juni. (WTB.) Nach den bis­herigen Schätzungen beläuft sich die Zahl der Todes­opfer der lettischen Bolschewistenhcrrschaft in Riga auf über 3600 Personen aller Nationalitäten und beiderlei Geschlechts. Auch in Wenden und Wolmar sollen die Bolschewisten viele Hinrick; hingen vorgenommen haben. Auf ihrem Rückzug in Livland leiden die Bolschewisten schwer unter den häufigen Feuer Überfällen der sagen.Grünen Armee", die aus Freischärlern besteht.

Rumänischer Warenhunger.

Bern, 12. Juni. (WTB.) Der nach Ru­mänien entsandte Spezialkorvespondent derNeuen Züricher Zeitung" berichtet über den großen Warenhunger der Rumänen unb übei Versuche zwisckien der Schweiz unb Rumänien Handelsbeziehungen herzustellen. Angesichts des Tiefstandes der rumänischen Valuta habe der ru­mänische Staat emgewilligt, den Schweizer Liefi.-- ranten kräftige Garantien zu bieten, um den 23er kauf der Waren zu normalen Preisen zu ermög­lichen. Rumänien ist bereit, seine Petroleum- unö namentlich seine sBünzinvvrräte als 'Kompensations-» objekc der Schweiz an^ubieten, verlangt aber, bau diese Transaktion nicht durch eine Privatfirma, sondern direkt von Staat hu Staat abge­schlossen wird. Ter rumämsche Staat ist außerdem bereit, reale ober Finanzgaraw tien zu leisten entweder durch Sicherste/ hing von Wäldern ober Bergwerke als Pfand oder aber durch Zurverfügungsstellung staatlich garantierter Schatzscheine für die Schweizer Liefe rauten. Rumänien beabsichtigt außerdem letzt schon Erträge über ein oder zwei Jahre zu liefernder Getreidemengen nach der Schweiz abzuschließen, wobei Vorbedingung aller Handelsabkommen ist. daß die Schweiz knrzsiistige Kredite gewährt. Wie der Korrespondent erfährt, seien jetzt schon Be ftrebungen im Gange, einen Konzern schweizerischer Maschinenfabrikanten zu bilden, der die Be heferung Rumäniens auf der Grundlage der oben skizzierten Gegenleistungen des rumänischenStaates zu organisieren hätte.

ist, denn Reste des schwarzen Zwirns sind in dem Leder haften geblieben. Natürlich tag der Ge­danke nahe, baß in dieser von Ihnen geöffneten; Abteilung ber iBrieftasche sich ein besonderer Wert­gegenstand befunden /hat. 2Velcher Art bas Do­kument war, das Sie eben erwähnten, wollen Sie mir nicht sagen?"

Ich kann nicht. Ich muß im Jntevesse eines anderem über diesen Punkt schweigen."

Gut, lassen mv die Frage vorläufig uner­örtert. Es beruhigt mich, daß Sie mir sagen, Sie hätten bisher niemals Tinge begangen, die in mein Fach schlagen. Sie dürfen mich nicht falsch verstehen. Es ist nicht, als ob ich die Kon­kurrenz fürchte. Ich bin nicht so. Ich gönne jedem feinen Teil. Aber die Art der Ausführung war so geschickt vorbereitet und durchgeführt, daß ich anfangs fürchtete. Sie hätten Ihre englische Erbschaft fdyon «durchgebracht unb wären nun ge­zwungen, sich ,das Geld da zu nehmen, wo es andere Leute -aufbewahren. Tas hätte mir leid getan. Warum, das sage ich Ihnen später. Noch eine Frage. Sie wußten, daß sich die Polizei für mich interessiert. Sie wußten auch, daß wir ein­ander sehr ähnlich sind. Als Sie nun dem Lab- wein jenen kleinen niedlichen Streich spielten, fühlten Sie sich wobl dadurch sehr sicher, weil Sie annehmen mussten, ber Verbacht, bie Tat begangen zu haben, würde auf mich fallen?"

Unsinn!" sagte Torival.Erst als ich in der Zeitung las, jdaß bie Polizei in Ihnen den Täter vermutete, kam mir zum Bewußtsein, wie große Unannehmlichkeiten Ihnen durch meine Tat erwachsen mußten Der Gedanke bat mich gequält. Ich fand schließlich einen Trost ut ber Ueberzeu- gimg. daß bie Polizei Sie nicht fassen würbe. Mein Schreck, als ich von dem Direktor Zahn benach- richttgt wurde, er hätte Sie gefangen gesetzt war scheußlich. Ich fuhr »ach bem Prometheus" mit

der Absicht, Ihre Freigabe zu erwirken, koste ss< was es 'wolle."

Emil Schnepfe lächelte.

Tas war wirklich eine ganz drollige Sache/ meinte er.Ich habe mal nrieber bie alte Lehre bestätigt gefunden, daß man sich nur auf sich selbst verlassen soll. Ich wußte, als ich von dem soge­nannten Attentat auf den Bankier Labwein las, daß eine große Wahrscheinlichtest vorliege, daß Sie der Täter gewesen waren, ^as wunderte mich. Ich tonnte mir die Gründe nicht erkläven, die Sie veranlaßt haben konnten, den Labwein auszuplün­dern. Es ist mir bekannt, daß Ihnen vor einigen Jahren eine bedeutende Erbschaft zuge fallen ist. Ich mußte annehmen, daß Sie bereits wieder auf dem Trocknen saßen. Darum kam ich auf die Idee, mich in der Auskunftei desPro­metheus" noch Ihren Verhältnissen zu erkundigen Eine sehr dumme Jdoe^ Einer ber Angestellten erkannte mich, und bie Leute setzten mich fest. Ick hörte dabei, >daß Sie dem Tirektor Zahn den Auftrag erteilt hatten, mich ber Polizei in bst Hände zu liefern. Es war ein merkwürdiges Zu­sammentreffen, daß ich gerade, um mir eine Aus­kunft über Sie zu holen, in das InstitutPro­metheus" geraten mußte. Na, Sie wissen ja, daß ich mich bei den Leuten nicht länger aufgehalten habe, als unbedingt notwendig war Bei unserer Begegnung auf der Treppe haben Sie sich s-ch vernünftig benommen. Aber warum wollten Sst die Polizei in ber Ausübung ihres Berufs unter stützen? Was (hatte ich Ihnen getan, daß Si< mich den Scknwgen des Genchts auslieseim rooHten, Herr von Drmbrüster?"

Tie Verwechslmrgen mit Ihnen wurden sm mich unerträglitb. Ich bin allein zweimal vor 'haftet worden, weil man in mir den berühmten Emil Schnepfe vermutete."

(Fortsetzung folgtj