m. bahn tu Sangen, daß in affen Meg- jchafteu der Lohten- int Sbalüxrgtverfe, in den «.rbeüerkreisen bcr Ei,"<nbahTrwerfilänen und aller Ne triebe, deren gehobene Zatiafcit >ar T-imb- tü^rung deS Air.ragcs unter 1. notwendig ift itimfcfkniy? Aufklärung erfolgt, wie und in welchem ttmfangc die Versorgung mit Lebensmitteln, namentlich mit Brot. Kartoffeln und Fett von tkr Hebung der Leistung dieser Betriebs st Wen «ühängia ist:
7. für eine rech.zeitig« Belieferung der Zte- yeleien mit Sohlen zur Herstellung von ?>y- acln Sorg- getrogen werde. In erster Linie müssen solche Ziegeleien ausgewählt und beliefert werden, welche durch vollkommene technische Einrichtungen itt Garantie für eine genügend vorteilhafte Kohle, r- ausnützung geben;
8 im Hinblick auf die völlig ungenügende Kohlenbelieferung Sübdcutfchlands die Kohlcntransportc auo dem Ruhrgebiet nach rechtsrheinischen süddeiUschen Häfen durch Mas>- nahmen der Besä tzungst rappen nicht weiter gestört werden uno daß die Lieferung von Kohle., aus dem linksrheinischen in das rechtsrheinische Gebiet in d-m gleicl>en Verhältnis erfolgt, in dem Teuttchland feine Verpflichtungen au) Belieferung von Loks und Kohlen unrgekebrter Richtung erfüllt :
9. die Kvhlenausfuyr du) längere Frist in e: Verkokung geeigneten Produkten nicht ttsinden darf, wenn der regelmäßige B-ttieb der deutschen Kokereien dadurch behindert wird:
10. die Rcichsregierung zu ersuchen ist, einen Arbeit svlan für die baldige Ueberführuttgl der Kriegskohlenwirlschaft in die Friedenswirtschaft vorzulegcn
Au» Hessen.
Parlauientlirisches.
Darmstadt, 11. März. Am 25. März tritt das Plenum der Volkskammer zufanu- men, die zuerst int Anschluß an eine Anfrage Eißnert u. Gen. über Schwarzschlachtungen in eine Aussprache über die Ernährung treten wird. Sodann werden die Berwaltungsgesetze in Angriff genommen, vorausgesetzt, daß der Ausschuß bis dahin die Vorarbeiten erledigen wird. Endlich wird der Hauptvoranschlag zur Beratung gestellt werden.
Der Finanzausschuß fuhr heute in -er Beratung des Hauptvoranschlages bei Kap. 93 (Ministerium der Finanzen) fort, der mit einem Nachtrag einstimmig genehmigt wurde, ebenso die Kap. 99 und 100. Bei Kap. 101 (ForstVerwaltung im allgemeinen, Forderung der Fischzucht usw.) wurde die Frage aufgeworfen, warum keine Flußfische auf dem Markt erscheinen, ferner wurde über die Verschmutzung und Verseuchung der Fischgewässer besonders durch die Industrie geklagt, wodurch die für die Hebung der Fischzucht bewilligten Mittel zwecklos würden. Bet Kap. 102 (Kataster) wurde die Zwitterstellung der Katastergeometer von einer Seite beanstandet. Entweder .seien cS Staatsbeamte oder reine Privatunternehmer. Die Katastergeometer selbst wünschten Beamteneigenschaft. Von anderer Seite wurde eine Minderung der Leistungen befürchtet, weil durch die Beamteneigenschaft -as Interesse an der Förderung der Arbeit nicht wüchse. Darüber wird die Regierung sich au äußern haben. Bei Kap. 104 (Brücken) wird Her Wunsch auf Ablösung des Brückengeldes ausgesprochen. Die weiteren Kapitel bis 118 wurden einstimmig genehmigt. Bei Kap. 119 (Kamera!- und Forstwesen) soll mit der.Re- flierftng über die Notwendigkeit einiger als Nachtrag eingestellter Neubauten Rücksprache Trnommen werden. Die weiteren Kapitel bis 45 werden einstimmig angenommen. Bei Kap. 12 (direkte Steuern) wurde die Regierung ersucht, einen Vorschlag zu machen, um die Lage der Schreibgehilfen zu bessern. Kapitel 10 (Staatseisenbahnen) wurde einstim- ming angenommen. Schließlich wies ein Mitglied aus die Verwahrlosung des Hercengar- tens hin.______________________________________
Aus Stadt und Land.
Gießen, 13. März 1919.
Eine Zentralstelle
für freie voltsbildnng-arbeit.
DaS LandcSantt für^, das Bildungswcsen gibt bekannt:
Trotz her materiellen Not der Zeit haben wir beim Londesamt für das Bildunqswescn eine Zentral st elle für die freie BalkSbil- dungsarbcit (AlteS Palais: Leiter: Has- finger) eingerichtet. Sie soll nicht selbst Volks- DÜbun*T5arbett treiben, aber einerseits uns auf dem Lausenden halten über alles, was aut diesem Gebiete geschieht, andcverseits Auskirnft erteilen uni> Anrcgimgeu geben an alle, die zur Mitarbeit bereit find. Wir werden dabei völlig unvarteiisch olle Bestrebungen, auch solche konfessioneller ober par- teirvlilischcr Eigenart, fördern, wo nrir mir irgend den Geist wahrnehnen, wie ibn Goc.he in seiner Mahnung formuliert: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut?" AusgesÄossen von unserer Anteilnahme werden nur alle birienigm Bestrebungen bleiben, die Vvn gewaltpolitisclien Voraussetzungen auSgehen, mögen solche chauvinistisclier ober spar- tatiitiidKT Natur fein.
0>anz .besonders von der Lehrersclust jeder Kategorie, als von der berufenen Hüterin aller großen deutschen und menfchhoittici»en Ideale, erwarten wir Unterstützung. Ter Lehrer der Zukunft bars sich unter keinen Umständen alS Hofier Beamter fühlen, der ein vorgeschriebenes Arbeitspensum zu erledigen sich genüge'' läßt, sondern muß fick als führende U>crföitlicbFett auch ausserhalb des engeren Rahmens seines Berufes bewähren und betätigen WaS ihm an Bildung in sich zu sammeln vergönnt tpar, »all er für möglichst weite Kreise nutzbar machen. Ter Baben der freien r^lffbilbungsarbcit ist dafür der geeignetfte, und bitte Arbeit muß fortan auS ihrer 'Slschenbrödel- ftellimg heraus, ihren Alnwseudxrr.ikccr verlieren und zu einer grvUügigen g t i ft i p - f o»i a 1 e H Bewegung werden, die in einer ernsthaft leistungsfähigen Volks Hochschule scfllies^ich ihren Gipfel iindcn wirb. Wir rechnen selbstverständlich auch aus die Mitarbeit aller anderen Berufe, der Aerzte, der Pfarrer usw., wo sich nur irgend cd, er deutscher Idealismus regt. Die Not ist furchtbar groß, gerade auch auf dem Gebiete der Volksbildung, deshalb: Fretzvickige vor! Idealisten an die Front!
ttm die theologische Fakultät.
Der Große Senat der Universität Heidelberg hol kürzlich folgenden Beschluß gefaßt:
„Der Große Senat der Universität Heidelberg hält es für seine Pflicht, etwaigen Absichten auf Beseitigung der theologischen Fakultäten an den deutschen Universitäten mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Die Zerstörung des Zusammen Hanges der theologischen Studiums mit der Gesamt- Universität würde eine unheilvolle Schädigung der wissenschaftlichen Ausbildung der Geistlichkeit unt damit auch eine Gefährdung der allgemeinen Volks bÜbung bedeuten, die zu den Grundgedanken de; Dolksstaates in schroffem Wideripruch ständen. Zugleich aber würde die Wissenschaft durch eine Isolierung der theologischen Studien in besonderen Anstalten, aber auch bei einer Unterbringung der rein theoretischen Gebiete der Theologie in der philosophischen Fakultät, einen schweren und unersetzlichen Verlust erleiden. Die theologischen Fakul- täten haben sich durch ihre wissenschaftlichen Lei- ftungen das unbedingte Recht erworben, im Rahmen der Universitäten gleichberechtigt weiterzuwirken.'
Der Ge samtsenat der Universität Gießen hat einstimmig beschlossen, daß er auf dem gleichen Boden steht wie der Heidelberger Große Senat
•• Die Neueinrichtung von Semiuarien der Landesuniversttät in der Bismarckstraße hat in dieser Jett allgemeiner Wohnungsnot vielfach De- ftemden erregt Rach unseren Erkundigungen werden einige der Mietsparteien bereits am 1. April ihre dor tige Wohnung aufgeben. Die Parteien, die keine andere Wohnung gefunden haben, können vorläufig wohnen bleiben. Auch das Mietseinigungsamt hat entschieden, daß eine Kündigung an sie nicht erfolgen kann. Die Seminarien werden sich mit der vorläufig freiwerdenden Räumen behelfen.
• • Gießener Hochschulgesellschaft Das dritte Heft der „Nachrichten" ist erschienen und den Mitgliedern zugcgangen. (Es enthält folgende Beiträge: Prof. Dr. Jacob in Kiel über „Die Literatur der osmanischen Türken": Prof. Dr. Skalweit in Gießen über „Die Sozialisierung der Produktionsmittel".
Arbeitsplan im Obst- und Gartenbau.
Monat März.
Tie ersten Aussaaten im Gemüsegarten er- folgen sofort, fobalo der Boden betreten werben kann, und zwar kommen in Betracht: Erbsen, Puffbohnen, Mohrrüben, Petersilie, Salat, Spinat, Radieschen, Zwiebeln, Lauch, Sauerampfer, Schwarzwurzel. Tas Miftbert ist Mrzulogen und zu lefäcn mit verschiedenen SWarten, Zwiebeln, Sellerie, Salat, Lauch, um Pslattzen zu sieben. Brunnenkrefse ist in das Mistbeet zu säen. Ter frültefte Salat ist jetzt au&utfLnsen, ebenso Puff- bahnen und Erbsen. Steckzwiweln sind zu stecken, Rhabarber, Esdragan und andere Würzkräuter zu pflanzen. Neue Sparq»?!beete sind für die Pflanzung vorzubereilen. Jede freie Stunde, soweit das Wetter es nur einigermaßen zuläßt, wird zur Arbeit im Gemüsegarten benutzt und alles für später vorbereitet. Obstkerne werden gesäet und Obsibäume jeder Größe und Art an- gepflanzt. Auch Himbeeren und andere Beerensträucher gepflanzt, denn nichts ist köstlicher, wie später deren Früchte ernten zu können. Spalier- bäume sind zu beschneiden und anzubinflen. Auch sonst sind sämtliche Obst- und Beerenbaume fertig zu beschneiden. Junge Obstbäume werden veredelt, ältere sind umzupfropfen. Bäume mit vielm Blütenknospen reicklrch mit Wasser und flüssigem Tünaer versehen, man wende die sogenannte Unter» Kodüngung an. Aepfosblütenstecl»er von Aepfel» tm abflopsen. Park-SoltärbLume pflamen, Ziersträucher teilen und pflarzen. Stauden sind zu pflanzen, ebenso Rosen, welche man aber sofort Umlegt. Zimmerpflanzen werden umgesetzt. In das Mistbeet find folgende Sommerblumen zu säen: Levkojen, Astern, Phiox, Balfeminen usw. Topfaussaaten von Blumen mrd Blattpflanzen in das Mistbeet verschulen. Die erste Snteckli.ige vvn Pelargonien usw. werden in kleine Töpfe gepflanzt. Wer hochstämmige Rosen pslanzt, beschneidet sie gleich nach dem Pflanzen und legt sie zur Erde nr*cr. Andere Arbeiten lasten sich im März noch nicht! gut a 's ÜL'yciu, denn ein al es Sprichwort sagr: „Märzcuschnee tut. den Saaten web" und wir erleben sehr oft im März noch recht heftige Cchneeslürme.
Lebensmittel.
• * Lebensmittelkarten. Freitag und Samstag werden in den Bezirken Fleisch-, Brot-, Butter- und Lebensmittelkatten ausgegeben. Siehe Bekannt- machung.
• • Die noch nicht «ingelksten Getränke- Karten und Kekskarten können bis zum Samstag den 15. d. Mts bei der Firma Iiegelstei n am Landgraf-Philipp-Platz izoch eingelöft werden.
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• • Der Gießener Konzert-Verein schreibt uns: Das nächste, 8. Konzert, findet Sonntag den 16. März nachmittags um 5 Uhr in der Aula der Universität statt. Der vokale Teil bringt eine Reihe hervorragender, neuer Lieder der Münchener Kompo- nisten Richard Trunk und Hans Pfihner. - Richard Trunk, ein Schüler Rheinbergs, ist bisher hauptsächlich und mit großem (Erfolg als Lieder-Korn- pomft hervorgetreten. - Hans Pfitzner, der ehemalige Direktor des Strasburger Konservatoriums und der gefeierte Komponist der neuen Oper „Pa- läftrina" ist noch nicht genügend bekannt und an- erkannt, obwohl er zu den besten Komponisten der Neuzeit gehört. Gesungen werden die Lieder von der von früher her bekannten und geschätzten Kammer- söngerin Frau Erler-Schnaudt (Altistin), gleichfalls aus München. 3m gleichen Konzert wird der instru, mentale Teil von einem hervorragend begabten Schüler Professor Klengels, £errn Guita (Ttfini aus Leipzig, ausgcsührt. (Er wird u. a. das Cello-Konzert von Bolkmann, die C-Dur Solo-Suite oon Darf), sowie die Rococo-Dariationen von Tsochaikowsk, spielen. Die Begleitung am Klavier hat Professor Traut- mann freundlichst übernommen. Das Konzert verspricht in jeder Hinsicht interessant zu werden.
•• Ablieferung der Waffen. Es wird nochmals darauf Angewiesen, daß bte freiwillige Ablieferung der Waffen, die gemäß den hessischen Ausführungsbestimmungen vom 25. Februar 1919, siehe Gießener Anzeiger Nr. 53, abgabepflichtig sind, unbedingt bis 15. März 1919 einschließlich beendet sein muß. Spätere Ablieferung hat Be- ftrafung zur Folge. Abstefcrungsslelle für die Stadt Gießen ist Polizeiamt, Weidenqaffe 5.
•• Der Deutsche Eisenbahner-Verband (OrtsVerwaltung Gießen) hält Sonntag den 16. März, nachmittags 2 Uhr, eine öffentliche Eisenbahner.Versammlung im Hotel Fürstenhos (Eingang Wetzstein- gaffe) über das Thema: Sozialisierung und Eisenbahn- betrieb ab.
"Postsendungen nach der fron- -SlisHen BesatzungSzoue. Lon jetzt
ab können nach der französischen Besatzung?- zone (ausgenommen Elsaß-Lolhringen) die nach den allgemeinen Vorschriften zulässigen Postsendungen auch unter Nachnahme versandt werden und zwar aus dem besetzten nach dem unbesetzten Gebiet mit Nachnahme bis 800 Mk.; aus dem unbesetzten nach dem besetzten Gebiet mit Nachnahme bis 50 Mk. Die Abführung der Beträge hat durch Postanweisung — nicht durch Zählkarte — zu crchlzen. Im weiteren ist bekannt geworden, datz Die französische Kontrollkommission Poftschecke, Ucber- weisungen und Zahlkarten nach dem unbesetzten Gebiet bis 50 Mk allgemein nicht be- anstandet und Sckzecke, Ueberweisungen sowie Zahlkarten in Pensions-, Unfall- uno Lcbens- versicherungsangclegenheiten nach dein unbesetzten Gebiet bis 200 Mk. zuläßt.
♦♦ Gütervermittlung des tzessi- schen Siedlungsausschusses. Mit Rücksicht auf die zahlreichen Nachfragen von Siedlungslustigen und die Unmöglichkeit, bei der herrschenden Baustoffnot mit der Bautätigkeit in größerem Umfang alsbald zu beginnen, hat der Hessische Siedlungsausschutz eine Derinittlungsstelle für vorhandene Gü- ter, Bauernstcllen und Wohnheimstätten mit Gärten eingerichtet. Die Nachfrage übersteigt l*is jetzt das Angebot bei iveitem. Der Hessi- sche Siedlungsausschuß bittet daher, seiner Gesck)äftsstelle Luisenplatz 5 (Altes Palais) geeignete Anwesen namhaft zu machen.
*• Reisegeld. Deutsche Gelbsorten unb Dank- noten dürfen jetzt ohne Genehmigung der Reichsbank nur im Betrage non 50 Mk. täglich und bis 150 Mk. monatlich über die Grenze ins Ausland mitgenommen werden. Diese Bestimmungen sind den Reisenden, die ins neutrale Ausland gehen wollen, vielfach noch unbekannt: Die Reisenden versäumen daher nicht feiten die rechtzeitige Beschaffung von ausländischem Geld oder die Einholung der Genehmigung der Reichsbank zur Mitnahme größerer ^Beträge von deutschem Geld. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat deshalb die Eisenbahnbirektionen ersucht, das reisende Publikum auf diese Vorschriften durch Anschlag auf den wichtigeren Bahnhöfen aufmerksam zu machen.
Kreis Friedbcrg.
O. Dad-Nauheim, 11. März. 3n der heute abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung wurden folgende Beschlüffe gefaßt: Der Derkehrskom- mission wird ein Zuschuß von 1500 Mark bewilligt.- Die Besetzung von drei Schutzmannsstellen wirb be- schloffen. Anfangsgehalt 1600 Mark mit 800 Mark Teuerungszulage unb 160 Mark Kleibergelb. - Der Bürgermeister wird ermächtigt, denjenigen Beamten, die ein Scheckkonto haben, die Gehälter schon drei Monat vor Fälligkeit auszahlen zu laffen. — Die städtischen Anschlagsäulen werben zum Preise von 350 Mark auf ein Jahr an Fritz Stamm vermietet.
— Vilbel, 12. März. Die (Bemeinbeoertretung beschloß die Einführung von elektrischer (Energie zu Licht- und Kraftzwecken im Anschluß an die oberhessische Ueberlandzentrale.
Kreis Wetzlar.
— Wetzlar, 12. März. Der erste Beigeordnete der Stabt, Dr. Former, ist im Mter von 33 Jahren einer kurzen, heimtückischen Krankheit erlegen. Der Verstorbene hat, obwohl er nur ein Fahr im Dienst ber Stabt stanb, sich durch die Ausstellung eines mustergültigen Bebauungsplanes bleibende Verdienste um Wetzlar erworben.
Hessen-Nassau.
= Fulda, 12. März. Auf dem Wege nach Marbach stürzte ein schnellfahrender Kraftwagen um. Drei Insassen blieben unverletzt, der vierte war sofort tot.
h. Marburg, 12. März. In einer hiesigen Fabrik geriet beute der dort beschäftigte Sohrn ber Witwe Boß Dort hier, ein ISjafrr. Burscl>e, in das Getriebe der Transmission und wurde so lange herumgeschleudert, bis er tat zu Boden siel.
Aus dem besetzten Rheingebiet.
mt. Höchst a M., 12. März Bürgermeister Siftia tnt nahen Sindlingen wurde von der fron» zösischen Besatzungsbehörde seines AnrteS auf einen Monat enthoben, weil er Versamm- lunpen, darunter politische, ohne besondere Erlaubnis des Koinlnandanten zugelassen hatte. Bürgermeister Sittig muß während dieser Zeit in Höchst wohnen, sein Gehalt wird gesperrt.
nrr. Hva> heima. M., 12. März Tie Stadt Frankfurt lx-absichiigte aus Hochheim Weine von ihren eigenen Weiuoerqen nach Frankfurt bringen zu lasten. Ter französische Oristommandant versagte die Erlaubnis mit dem Hinweis die Weine würden für die Besawmff und die kranken gebrandet, außerdem sei Wem keineswegs zum täglichen Lebensunterhalt notwendig.
nrr. Montabaur, 12. März. Tas amerikanische Beiatzungsvommnnda hat in den einzelnen Bezirken eine Be tenbe-standSausiiahme angeordnet. Wie einzelne Drtdbnrmanixmtcn schon bekannt- madien licb.it, ist beabrch.igt, die Betten s ä m t- licher Einwohner über 16 Jahren, ausgenommen der Kranken und schtvangeren Frauen zu be s chlagna hme n, um sie nach Frankreich imb Belgten bringen zu lasten, wo angeblid? großer Piangel nameniltch an Bettwerk bestehe. Tie Bürgermeister ber Gemeinden haben sich an den zu- ILfribigen Landrat um Abhilfe geto.mbt. — Tie Si&rte der B.satzung in den einzelnen Gemeinden wurde in der letz en Wod»e bedeutend erhöht. Auck die einzelnen Gutshöfe und Weiler, die bisher iwd) frei waren, wurd.m belegt. Tie Maünahmen sollen angeblid» in ursächltdpem Zusammenhang mit den llnruben im Teutschen Rerche stehen. Tie amerisanische Lebensmi tvlverforgung der deutschen Bevölkerung,: bte da und dort bestanden hatte, wurde eingestellt.
ICunft und WifjcttfcbafL
Heise n-N aslau i s ch e i Wörterbuch Born Hessen-Nasiaulschen Wörterbuch, bef-en Ausschuß auch Gehrimrat Be Hag Hel in Gießen angehöri, ifk der Bericht über das Jahr 1918 er- idnenen Tie im Berichtsjahr ausgesandttn Fragebogen kamen größtenteils gut ausgefüllt zurück. Ta zu traten als besonders erfreulich 84 private und freiwillige Eingänge mit mehr als 6700 Einzel zetteln. Unter den Namen, die ber Bericht auf- zählt, finden sid» auch solche auS Gießen und Ober- k’iicn, so das Lehrerseminar in Friedberg. Die Verzettelung älterer Texte, der Urkundenbilcher, aud> ausgenä^lter ungebrudter Archivalien, sowie ber neueren Dialektdich.ung iji gleichmäßig fortgesetzt wo/den Die Gesamtzahl nmtuirrtcr Zettel des unabhängig von den Fragebogen entftanoayn WörterbudnipparateS beträgt Mir Zeit 122 4u0, und die äußere Zahl seiner «tidjr.Dortt ist schon jetzt I um mehr al- bte Hälfte größer als die ber älteren oodMJtbaiai JtNeiiloi (Ütecdtui, Vilmar, Mi
ster, ffe^reini zusammen Dazu kommen etwa 60 Entwürsi: mundartlicher Dort karten als werwoller 9lntang riner h.ssen-nassauischen Wortgeographie. Liegt auch der Truck deS fertigen Wörterbuches noct in der Ferne und bedarf das bUhcr ge- schasfenc Wörterarchiv noch lange der Vervoll- itäiDiguna und ber steten gegenteiligen Kontrolle, so ftdlt es doch schon jetzt eine reiche Fundgrube und ein kostbares, jebermann zugängliches HüfS- mittel für bk hessen-nassauische Hrimatfor- ichung dar. i
kirchliche Nachrichten.
Israeli ische Belig’onsgemrinbe. Gottesdienst tu ber Synagoge (Süb-Hnlage). Samstag den 15. März: Dorabd.: 6.15; morg.: 9.00; abbs.: 6.35 u. 7.15. - Zsiaelftifche Religion geselischaft. Sabbatfeier am 15. März Frettag abb.: 6.00; Samstag norm.: 8.30; nachrn: 3.Ä, Sabbatausg.: 7.15. Wochengottesd.: morg. 7.00, abbs. 6.00. Sonntag: morg. 6.30.
Letzte Nachrichten.
Die Vorbereitungen der Friedensvcrhandlnügeu.
Berlin, 13. März. Im Saale deS ReichS- schay^nntes fand gestern vormittag eine stark be* iuch.c Besprechung über die von T^eutschianb bei den kommenden Friedensver handln n <i e n zu verfolgenden Ziele sowie über die ArbettSeinteilung bei den Beratungen.über die Fordermtgen ber Gegner statt, in der von dem Botfdrafter Grafen B e r n st o r s f geleiteten Swung nahmen dir Vertreter der Derfdxtbentn beteiligten Reichsbehörden teil, ferner die jur Teilnahme an den FriedensoerHandlungen am Ver- handlungsort bcsttmmten Sachverständigen, weiter die größeren Gruppen von Sachverständigen, die sich während der Verhandlungen zur Verfügung der hiesigen Friedensstelle deS Auswärtigen Amteaufhalten werden, und eine Anzahl von Vertretern gewisser Vereine, und Verbände, insgesamt 160 öerren Graf Bernstorfs drückte »unadnt das Bedauern das ReichSminrsterS deS Aeußern Grafen v. Brockdorff-Rantzau darüber auS, daß er durch eine Dienstreise nach Weimar verhindctt wurde, die Sitzung selbst zu leiten. Er führte daraus aus, daß uns nach den bisher vorliegende« Pressenadrrichtcn in acht bis vierzehn Tagen der Entwurf für einen Präliminarfrieden Dorgelegt werden würfle, der unS vyrdussichtlich vor die folgenfrfwvrrftra Entschließungen stellen werde. Tie Kvlonialfraye, die Arbeiterfrage und anderes würde wahrscheinlich erst beim HauptfriedenSsdüuß zur Verl)andlung kommen. Graf Bernstorfs betonte, daß die Sicid* regierung stickte auf dem Standp-.mkt stehe, daß für die kommenden FriedenSverhandlungeu Icbigh lich die sowohl von Deutschland als auch von seinen Gegnern angenommenen vierzehn Punkte des Präsi» dcnten Wilson sowie die in leinen vorjährigen Kundgebüngeu ausgestellten Grundsätze einet gerechten Friedensregclung die Richtsdpiur zu bilbar haben würben.
Verschiebung de- Termin- für die Neuwahl der Räte.
Berlin, 12. März. (WTB.) Ter Zentralrat der deutschensoztalistischen Republik richtete folgende Bekanntmachung an alle Arbeiter-, Bauern - unb Soldatenräte Deutschlands Tie schwierigen Wirtschaft-- und Verkehr-Verhältnis c in der ganzen Republik, und die StreckS der letzten Zeü, t>*r- Hunden mit den postalischen Schwierigkeiten, madrn eS einem Tril der deutschen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte unmöglich, für den Kvnireß die angeordneten Neuwahlen bis zu dem Don e. fdiriebenen Zeitpurckt durchzuführen. Der Zentral- rat mußte die Berechtigung der aus den oerfdrie- densten Gegenden der Republck ein gegangenen tk- sdpverden in dieser Sache anerkennen und btidiloä bahee die Ber schiebung deS Ter mins auf den 26. Mär; einberufenen zweiten R >t?- kongresses vorzunehmen. Ter Kongreß wird nunmehr auf TienSlag den 8 April, vormittags 10 Uhr, in den Sifung-saaUdeS ehernoliwtt preusn- |"d>cn Herrenhauses in Berlin, Leimiger Straße, berufen. Tie in den Ridftlinien des Zentralrates vorgesehenen Wahltermine erfahren demgemäß eine erttsprechende Versdncbung.
Die Besetzung de» Osten- von Berlin.
Berlin, 12. Mär,. (WTB.) Die Besetzung bet Ostens von Berlin, einschließlich Lichtenbergs, durch bie beutsche Schuhbivision, bas Freikorps Hülsen unb bie Garbe-Kavallerieschühenbivision ist planmäßig burchgeführt. Die Kämpfe waren im allgemeinen nicht allzu schwer. An ver'chiebenen Stellen kam es jeboch zu lebhaften Einzelkämpfen. So mürbe im Bahnhof Lichtenberg eine Anzahl (Befangener gemacht. Diele Fälle bestialischer Grausamkeit bet Spartakisten würben einroanbfrei festgestellt. Die Beute an Waffen ist beträchtlich Ein Regiment allein melbete bereits amNachmittag 15 schwere unb 20 leichte Maschinengewehre, einen Minenwerfer sowie über 150 Gewehre. Auf einem Bahnhof würbe ein offener von auswärts herangeführter Waggon mit ben Beständen beschlagnahmt. Auch große Bestände an Lebensrnittel fielen in die Hände ber R» aierunpstruppen. Die Verluste der Regierungstruppen sind nicht erheblich.
Berlin, 12. März. (WB.) 3n ber Köpenick« Straße würbe burrf) Truppen der Garde-Kaoaller e- Schützen-Division ein Spartakistennest ausgehoben. Die Leute mußten erst mit der Waffe niebergehämpft werden. 34 Spartakisten wurden erschossen, während die anderen gefangen genommen wurden. Es wurde eine große Anzahl von Waffen gefunden.
Weimar, 12. März. (WB.) 3n der Presse ist berichtet, Reichswehrminister Noske habe erklärt, die Reichsreaierung bereite eine Amnestie anläßlich ber letzten Aufstänbe vor. Eine solche Aeußerung ist nicht getan, es besteht auch nicht eine derartige Absicht. Die Schuldigen solle vielmehr die volle Strenge des Gesetzes treffen.
Abbruch der Beziehungen zwischen Oesterreich und der tschecho s'lowaltichcn fHrpubliP?
Berlin, 13. März. Laut „Lok.-Lnz.".Meldr>ntz aus Wien sind dort gestern Gerüchte von einem Abbruch der Beziehungen zwischen Oesterreich und der tschechoslowakischen Republik verbreitet gewesen. Diese haben dadurch Nahrung erhatten, daß der tschechische Bevollmächtigte in Wien in einem Flugzeug von Wien nach Prag gereist ist. Wie in parlamentarifrfien Kreisen verlautet, war bis zum Abend über diese Angelegenheit noch nichts Endgültiges bekannt.
Rücktritt Balfour-.
Haag, 18. März. (B.T.) Aus London wirb gemeldet: Balfour, der Minister des Aeußern, beabsichtigt zurückzutreten und dürfte durch Lortz Curzon ersetzt werden.


