Ausgabe 
12.11.1919
 
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«tuen i$ranb, e,n. faf) eine Vkränn- W< ter 6*; ZM *« terS L

komniissär. igsrnt.

bie Zuteilung bei dcn einschlieblich 2. T,- r ber Bürgermeiikvei

Zu den Gemackmws- -?röach und Lauter, nch'e, Mergejlfaijc I e nm Biutihmgeplan

i« den Gemarkungs- 1 und Münster;

ins Anlai; der Vcr- arbacherhahl und des nivendungen hiergegen

ter 1919, Uhr, einlade, daß die Nicht- assen sind.

mit &rinben verfehlt ihnnbftürfe lüftet an

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i btt Bürgermeisterei

kommissär: ttgsrat.

Her: die Arbeiten des

Zs. bis einschließlich ummer Der vessis-ben über die Besitzsiands-

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ntvenbungen hiergegen

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i/, Uhr, i Rabertshausen, MU inlade. daß Die Nicht- mit Gründen versehen

zkommissär. srat.

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IHittwod), 12. November 1919

169. Jahrgang

Nr. 265

Ter Lietzener Anzeiger erscheint higlid), außer Sonn- und Feiertags« vtzugspreie: monatl. 9J! f. 1.60, viertel- iäbr(id) M. 4.80. durch Slbbole- u. Ziveigstellen nronati. Mk. 150. durch bieUoft Tlf. 5. - oiertd- jäbrt ausschl. tetlg. Ferniprecb - 9hüciiliiffe: h"u bieed)rdtlfüunflll2 Lierlaa.^eickä'lssletteSl AnichriitsiirDrabtnach- richlen: Anzeiger Lietze».

poftschecNonto: firontfurt a. M. 11686

Annahme von 2injc»!)t4 f. die Laqednunrnier ui4 zu», Nachmittag variier obneicbe'lMTbuibiiiDteit greis für 1 mm höhe für n>eiuen v.94mm Breite örili b 15 ISf, auSivärlS 18 Ps^ für Ret la me­ll «zeigen von 70 mm Brene 48 Pf. Pei Platz« oortrbrui20° ,A'iifct>lag. t>aiiDtid)riitleiter: Aug. Gveiz. Veranlivvrllich für Politik: '21ug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3e»4". für den Anzeigenteil: p. Beck: länititd) in (Sieben

GietzenerAn;eiger

General-Anzeiger für Oderhesfen

ZwlMngrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steinbruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

Amerika und der Medensvettrag.

Washington,^.!. Nov. (WTB.) Reuter. Der Senat hat bei evr Diskussion über die Bor- bel-alte des Senatsausschusses für auswärtige An­gelegenheiten zum Artikel 10 des Friedensver­trages, wonack dem Kongreß das Urteil dar­über zniallen solle, ob die Vereinigten Staaten verpflichtet sind, die Unabhängigkeit und territo­riale Unversehrtheit einer anderen zum Völker­bund gehörenden Nation zu verbürgen, mit 4 8 gegen 36 Stimmen es abgelehnt, diesen Vorbehalt durch einen gemäßigteren zu ersetzen. Die Anzeichen deuten auf die ichließliche Annahme des Auoschußvorbehatts gegen die Wünsche der Regierung hin.

Eine Friedenskonferenz m Warschau?

Am sterdam , 11. Nov. (WTB.) Reuter. Der Daily £>eraG)" berichtet aus Warschau, daß die polnische Regierung beabsickstigt, alle kriegführenden Parteien Rußlands aufzufvrdern, die Feindseligkeiten am 25. November einzustellen und Delegierte nach Warschau zu entfenden, die über einen sofortigen allgemeinen Frieden beraten sollen. Die Großmächte werden ebenfalls mifgeforderl, Delegierte zu entsenden, um an der Konferen-, die am 15. Dezember statt­finden soll, tcit-unehrnen.

Rotterdam, 11. Nov. (WTB.) Ter Be- rulibersdatter derTimes" bnnchtet aus Helsing- fors: Es verlautet, daß Ä m e r i k a den Vorschlag gemacht hat, Trotzky zu fragen, ob er je-'.t, wo die Gefahr für Petersburg twrbei sei, bereit sei.

Das Reichstagswadirecht aus neuer Grundlage?

Berlin, 11. Nov. Wie dieKöln. Ztg." er- fährt, besteht im Reichsministerium des Innern die Absicht, das Reichstagswahlrecht m- sofern aus eine neue Grundlage zu stellen, als eine wesentliche Verkleinerungderbrs- heriqen Wahlbezirke vorgenommen iver- den soll. Hierbei trägt man sich mit. dem Ge­danken, den Grundsatz autzustellen. daß leder Kan­didat, der in einem Wahlkreis mehr als 60 000 Stimmen auf sich vereinigt, als gewählt zu gelten hat Die Stimmen derjenigen Parieren. die hinter dieser Zahl Zurückbleiben, sollen für bie verschie­denen Parteien für das ganze Reich zusammen- aestellt werden. An Sand dieser Berechnung sollen dann die weiteren Abgeordneten als gewählt gelten Man würde also zu Abgeordneten gelangen, die au« örtlichen Wahlkreisen hervorgehen, und zu anderen, deren Stimmenzahl sich aus mehreren Wahlkreisen zusammensetzt.

Aus dem Reichshaushaltfür 1919

Der frühere Staatssekretär Dr. Hels- ferich ist ein grimmiger Feind Erzbergers, und man kann sich denken, daß seine Kritik an dessen Finanzmaßnahmen viel eher zu scharf als zu gelinde ist. Aber Helfferich ist immerhin Fachmann, und was er ZU den von Erzbcri.er geplanten Ne chsausgaben für 191D sagt, gibt sehr zu denken. Helfferich schreibt u. a.:

Die Reichsausgaben für das Rechnungsjahr 1918, in das die Revolution und der Wafsen- stillstand fällt, hat Serr Erzberger kürzlich auf 79 Milliarden Mark beziffert: das ist,mehr al» der vierte Teil des gesamten bei Kriegsbeginn vorhandenen deutschen Nationalvermögens. Wenn der Neichssinanzminister eine Jahresausgabe von mir 57,5 Milliarden Mark für das erste Friedensfahrt mit solcher Genugtuung registriert gegenüber einem Jahresbedarf vor dem Kriege von 2'/- Milliarden Mark und gegen­über einem von ihm selbst vor wenigen Monaten veranschlagten künftigen Norma'b darf von ,17 bis 17V, Milliarden Mark, so b eibt eigentlich nur der Zweifel daran, ob er die Nationalvcr'ammlung für zurechnungsfähig hält. Im Saushaltsvor­anschlag für 1919 findet sich als grösser Posten ein Betrag von 17 Milliarden Mark für ,.L ei­st u n g e n aus de m Fr i e den s ver tr a g". Das ist ein Posten, d r ein Menschenalter lang auf Grund des Versailler Friedens sich jährlich wiederholen soll: in welch.r Söhe, das steht nicht beim Reichsiinanzminister und nicht beim deutschen Volke, sondern einzig und allein bei derWiedergutmachungskommission" unserer Feinde, in deren Sande die Unterzeichner des so­genannten Friedensvertrages unser Schicksal ge'egt haben. Zwar hatte cs dieFriedensregierung" des Herrn Erzberger als einen großen Erfolg aus­geschrien, daß der Reichsregierung im Schluß­protokoll zum Versailler Vertrag das Recht Vor­behalten wurde, innerhalb von vier Monaten nach der Unterzeichnung nicht Ratisikation des Friedens Vorschläge über die endgültige Fest­sitzung untererWiedergutmachungs"-Verpslich- tung zu machen: aber die vier Monate sind ver- ftolleit, ohne daß diesesRecht" irgendwie aus- aeimtzt wurde. Es ist bei dem von Den deutschen Vertretern unterschriebenen Blankowechsel geblie­ben. den die Entente nach Belieben aussüllen kann.

Ms in eit größter Posten steht im Haushalts- vorschlag für 1919 ein Betrag von 13 Milliarden Markaus Anlaß des Krieges und der Demo­bilmachung". dem sich 3 Milliarden Markzur Abuicllung der Angelegenheiten des alten Heeres" und 660 Millionen Markzur Abwicklung der Angelegenheiten der alten Älarine" anschließen. Tie Mobilmachung im Monat August 1914 hat nicht viel intebr als 2 Milliarden Mark gekostet. Jetzt werden für die Zwecke der Demobilmachung, und der Auflösung unterer alten Wehrmacht, durch die Heil'csgeriät und Material aller Art im Werst von vielen Milliarden Mark frei wird, insgesamt nahezu 17 Milliarden Mark verlangt! Aufklärung darüber, was alles an Ausgaben durch diesen Titel gedeckt werden soll, gibt es nicht.

Nicht einmal für die 17 bis 17V2 Milliarden Mark seines vorläufig noch i lu'ionärennor­malen" Reichshedarfs hat Herr Erzberger einen Teckungsplan feststell,m können, geschweige denn für d e tatsächlich? Jahr sausiabe von nahezu 57V» Milliarden Mark. Er rechnet aus einen Steuerertrag einschließlich des Ertrages der nicht wicderkehrenden außerordentlichen Kriegsaö- gaben hi Höhe von 13 Milliarden Mark. Ter Fehlbetrag von 44 Milliarden Mark des ein­zigen Friedcnsjahres 1919 ist größer als bet gesamte kapital! irrte Betrag des sogenanntenReichsnotopfers", der großenteils -erst in 30 bis 50 Jahren eingehen wird. Von der von der Revolution bis zum Ende des laufenden Rechnungsjahres zu erwartenden Zunahme der Verschuldung des Reiches um 68 Milliarden Mark will Herr Erzberger jetzt mit dergroßen Aktion" seiner Prännen-Anleihe ganze 21/2 Milliarden Mark konsolidieren!

Diese Tatsachen sprechen eine harte, traurige Sprache. Wer Helferichs Kritik da­ran fehlt der positive Inhalt. Er wendet sich gegen dieschlotternde Massenfurcht", von der das Steuerprogramm Erzbergers bewegt sei, gegen die Ueberspannung der Ver­mögens-, Einkommens- und Erbschaftssteuer, sowie gegen die Erhebung des Reichsnot­opfers, aber er sagt uns nicht, w 1 e wir Einnahmen und Ausgaben einigermaßen in Einklang bringen könnten. Selbst wenn viel mehr gespart würde, als Erzbergers Etat vorsieht, so müßten doch ungeheure Steue^ summen beschafft werden. Aus die Frage nach Rettung glaubt Helfferich mir mit dem Worte Reckers an Ludwig XVI. antworten zu können:Machen Sie gute Politik, dann werde ich gute Finanzen machen", und er schließt mit dunkeln Sätzen und An­deutungen:Unser Finanze.end ist nur eine Teilerschrinung der großen Misere, die mit der Revolution und dein Versail,er Schmach- frieben über uns hereingebrochen ist. Auch mit den besten finanztechnischen Methooen, auch mit dem besten finanziellen Kopf allein kann hier nicht geholfen werden. Es heißt, das Uebel an der Wurzel fassen und q a n z e A r b e i t schaffen." Ob das einegute Lolilik" wäre, die Helfferich vorschlägt, ist noch zu bezweifeln

Die deutsche Valuta.

Bern, 10. Nov. (Wolff.) Wie der Berner Vertreter des Wolffschen Telegraphenbüros von einer führenden Persönlichkeit in Schwei- zer Finanzkreisen erfährt, besteht im Gegen­satz zu anderslautenden Gerüchten in maß­gebenden schweizerischen Kreisen nicht die Ab- sicht, an einer Stützungsaktion für die beut* s ch e Valuta aktiv Anteil zu nehmen. Ob­wohl bie Schweiz bie Schwierigkeiten nicht verkennt, bie der außergewöhnlich hohe Staub des Schweizer Franken bei einer längeren Dauer dieses ungesunden Zustandes mit sich bringt, vertritt sie doch den Standpunkt, daß alle Versuche zur Gesundung der deut­schen Valuta von deutscher Seite auszu­gehen haben und daß zunächst einmal wirklich radikale Maßnahmen erfolgen müssen, um den deutschen Notenumlauf einzu­schränken.

Es verdient in diesem Zusammenhang Erwähnung, baß bie Absicht ber italieni­schen Regierung, zur ®inbämmun$ ber No­tenemission eine Zwangs an leihe aus­zuschreiben, eine sehr sympathische Aufnahme auf bem schweizerischen Geldmarkt gefunden hat Einige deutsche Transaktionen in der letzten Zeit, in denen unter Ueberweisung von deutschen Noten Millionenkredite bei einigen Schweizer Großbanken nachgesucht wurden, haben geradezu verheerend ge­wirkt. Während früher etwa 10 Millionen be­nötigt wurden, um die deutsche Valuta ge­winnen oder verlieren zu lassen, genügen heute die kleinsten Verkäufe, um bie Haussestimmung zu verstärken. Da Belgien und Frankreich noch über erheblichen Besitz an deutscher Mark verfügen, wird eine Besse­rung des gegenwärtigen Zustandes am Schweizer Markt in absehbarer Zeit nicht er* wartet, wohl aber wird angenommen, daß sich der deutsche Kurs auf einer Höhe von 10 bis 15 Centimes für bie nächsten Monate halten wirb.

Wie wir hören, bestätigen sich bie Mel- bungen, von den Schlveizer Banken seien durchweg Oie deutschen Kredite gekünoigt worben, in dieser allgemeinen Form nicht. Die Großbanken sinb entschlossen, solche Kre­dite, die mit Unterstützung ber beutschen Großbanken als Bürgen burchgeführt wur­den, nicht zu kündigen, so lange die Zin- s e n regelmäßig eingehen. Dagegen sind die­jenigen Kredite, die unter Hinterlegung deutscher Wertpapiere, besonders Kriegs­anleihen, ausgenommen wurden, fast allge­mein gekündigt worden.

bei der Einberufung ber m voller Freiheit gewähl-1 den Nationalversammlung, bie über bie Regierungssorm Rußlands Beschluß fassen soll,! mitzuwirkien.

Die Regierung in Ungarn.

Paris, 11. Nov. (WTB.) Tie Verhaus tun gen ber interalliierten Kommis­sion in Budapest ljaben folg'ndes Ergebnis erzielt: Es wird ein rvrlLufiser Rat der Ständo Ngründet werden, in welä-cm der unMrische Pri­mas, ber hol-e Gerichtsl>of, ber erste Minister und Die Friedensdeputalivn Sitz hiben fallen. Ti.'ser Rat wirb torläufig als Regierung auftreten. Er bat bie Ausgabe, die verschiedenen Parteien mit­einander zu verbinden, mit ber Friede geschlossen nerben kann. Dir Wahlen für die Nationalver­sammlung werden int Frühjahr stattfinden.

Auslieferung Dr. Lewins.

Wien, 11.Nov. (WTB.) DasNeue Wiener Tageblatt" erfährt, baß bie Wiener Staatsanwalt­schaft entschieden habe, Dr. Lew ie n nicht wegen Hochverrats, ber ein politisches Verbrechen fei, wohl aber wegen Ermordung ber Geiseln, als eines gemeinen Verbrechens, a u5su = liefern, vorausgesetzt, baß er wegen des ersteren nicht angeklagt wirb. Die Staatsämter ber Justiz unb des Aeußern hätten nun bas Münchener Auslieferungsgesuch zu beantworten.

Die interalliierte Militärkommisfion im Baltikum.

Berlin, 11. Nov. (WTB.) Tie gestern nach dem Baltikum abgereifte interalliierte Militär ko mmiss io n wird von einer Anzahl Offizieren unter Füllung des Abmirals von Hvpman begleitet. Vom Auswärtigen Amt ist LeMtionsrat von Dirks en zugeteilt, ber wäh- renb des Krieges ber deutschen Gesandtschaft in Kiew angehörte und jetzt beim russischen Ressort ber Politischen Abteilung des Auswärtigen Amts befchäsligt ist. Ein behimmter Arbeiisr<an der Kommis, ion ist, wie bieDeutsche Allg. Ztg." hört, bisher nicht ausgestellt worben, sondern soll erst an Ort unb Stelle vereinbart werden.

Hu* dem Ueiche.

Detleve Verkchrsbesthränkungen.

Berlin, 11. Nov. Der Reichsvn^hrsminister Dr. Bell erklärte einem Mitarcheiter desBerl. Lok.-Anz.", man nrrbe auch nach bem 15 Nov. einsämeib ndste Verkehrsbeschränkungen aujredj-terlxilten müssen auf vorläufig noch nicht absehbare Zett. 9hir ber allemotioenbigste Per- soiienverkchr werde frei gegeben werben. Auch ber Weihnachtsoerkelir bürite unter diesem Zeichen stehen.

Die Derk hrSlage im Ruhrg biet.

Essen (Rickw), 11. Nov. (WTB.) lieber bie Berke'hrslage im Ruhrrevier wirb mitgeteiü, baß sie sich seit Beginn ber Personen- verkehrssperre in ber vorigen Woche wesentlich gebessert Tjat. Tie Fehlziffer in der Wagen-i geftellung ist von 9400 auf 3200 heruntergegangcn unb(gegen SckLutz ber Wiockx felgten nur noch einige hundert Wagen täglich. Infolgedessen Konnten von den Zechen Vorkechungien zum Ablransnort der Haldenbeslänbe getvofiten werben. Ta sich der Wasserstand des Rl-eins nicht wesentlich gebessert hat, konnte bie Besserung in der Berkehrslage bibber nidrt in dem gsvünichten Umfange zur Geltung Kommen.

Die Heidelberger Verein gung.

Berlin, 11. Nov. (WTB.) Wie die Blätter melden, erläßt die sogenannte H ei- delbergerVereiniaung, eine ^lrbeits- gemeinschaft für Politik und Recht, einen Aufruf, den als erster der frühere Reichskanz­ler PrinzMaxvon Baden unterzrrchnet hat. Der Aufruf wendet sich gegen die Be­teiligung Deutschlands an der Blockade gegen Rußland. Deutschland habe selbst vier Jahre unter der Blockade gelitten. Es gäbe eine Grenze für das, was die Regie­rungen, die den Versailler Vertrag gemacht und die in seinem Geiste noch heute dem größten Teil Europas den Friedenszustand vorenthalten, vor der öffentlichen Meinung rechtfertigen könnten.

Die Vernchmung Hindenburgs.

Berlin, 10. Nov. Generalfeldmarschall v. Hindenburg wird voraussichtlich am Donnerstag 50m Untersuchungsausschuß vernommen werden. Die Eisenbahnverwal­tung hat ihm einen Salonwagen zur Ver­fügung gestellt, der an einen Güterzug an» gehängt werden soll.

Haases Nachfolger.

Berlin, 11. Nov. Wie demBerliner Tagebl." gemeldet wird, ist zum Nachfolger Hugo Haases als Vorsitzender der unabhängigen sozialdemokrati­schen Fraktion in der Na tion a lversa mm - lung Mg. Dr. Oskar Cohn vorgesehen.

Rrichsversammlung ch maliger Kriegs- Cte'angentr.

Berlin, 11. Nov. (WTB.) In der Ber­liner Börse fand gestern abend die erste große Versammlung der Neichsversammlung ehemaliger Kriegsgefangener un­ter ungeheuerer Beteiligung statt. .Freiherr von Lersner schilderte die schrecklichen Leiden der deutschen Kriegsgefangenen, oft

unterbrochen vom Schluchzen der Frauen und Mütter und Zornesrufen und Derwünschuw gen gegen Clemenceau, dem alleinigen Ur­heber und Verlängerer dieses Elends. Der Redner führte aus, daß die unerschütterlich- Einigkeit aller Volksgenossen ohne Ansehen der Partei dahin fuhren müsse, daß noch in diesem Jahre Frankreich unsere Gefangenen herausgebe. Es wurde schließlich eine Ent­schließung angenommen, die an Die deutsch« Heimat appelliert, für seine schmachtenden Brüder einzutreten.

Berlin, 11. Nov. Die Franzosen habew wie verschiedene Blätter berichten, mit dem Abtransport der deutschen Kriegsge­fangenen begonnen. Der erste "Zug mit Kriegsgefangenen lief gestern in Essen ein. Inzwischen sei aber von Paris aus ber Be­fehl eingelaufen, den weiteren Abtra irs- port einstweilen einzu st eilen. Etwa 10 Transportzüge, die sich noch auf französi­schem Boden befanden, seien angehalten und zurücktransportiert worden. Sßkldje Vorgänge diese Maßnahme veranlaßt hat, läßt sich noch nicht ermitteln.

Von der französischen Alilitärmisfion in Berlin.

Berlin, 10. Nov. (Priv.-Tel.) DieB. Z." meldet: Die Chauffeure Molin und F e r r e 0 l des Chefs der französischen Mi­litärmission, des Generals Dch)vnt, wurden gestern nacht von einer Streife der Sicher­heitswehr in der Wilholmsstraße völlig be­trunken festgenommen. Sie hatten vorher einen Bankbeamten bedroht und eine Dame gröblich beleidigt. Die Franzosen wurden der Sicherheitspolizei eingeliefert und morgens der französischen Militärnrission übergeben.

Bayerische Luftreederei.

München, 11. Nov. (WTB.) Ti« sponcxmz S-Affmann meldet, daß die bayerische Stuft* reeberä eine ständige Luftverbinbung für Per Ionen- und P astbesö rderun g auf den Strecknr München - Nürnberg! - Leipzig - Der- Itn, München-Würzburg-Frankfart am Main unb München-Wien (tetztere mr für Perfanenvertehr) ins Leben rufm tocrbc. T» Verletze beginnt am 12. November.

Uns dem besetzten Gebiet.

DieFeier" des Waffenstillstandes.

Köln, 10. Nvv. (WB) Tie brütete Be­hörde vrbnete an, bah. bie Straßenverkehr in Erinnerung an den Abschluß tes Waffen­stillstandes 1918 am 11. 11. um elf Uhr vormittags zwei Minuten unterbrachen airb

Di« Kommunalwah'en im besetzten Hessen.

lk. Worms, 10. Nov. Die Beteiligung an ber gestrigen Stadtverordnetenwahl betrug 77,2"/». Es wnrd n gewählt: Deutsche Volkspartei 12 (10), Demokraten 5 (7). Soziachemokraten 17 (18), Zen­trum 6 (7), Unabhängige 1, Mittelstandsgruppe 1. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten bas Verhält­nis, bas nach den Wahlen im Januar zu er­warten war.

lk. Mainz 10. Nov. Das Ergebnis ber hiesigen Stadtverorbnetenwahlen lautet: Sozial­demokraten 22 (28), Zentrum 18 (17), Demo­kraten 9 (12), Deutsche Volkspartei 5 (3\ Unab­hängige 6. Die eingeklammerten Ziifern entsprechen bem Ergebnis der Wahlen zur Nationalver­sammlung.

lk. Mainz, 10. Nov. Die Ergebnisse der Gemeinoera'.swahlen in den ßanborten des im Brückenkopf Mainz liegenden Teiles von Hessen lassen eine Stärkung ber bürgerlichen Elemente erkennen. Stelleniveise haben auch die Unabhängi­gen Boden gewonnen. In Goddelau wur­den 5 Rechtsstehende, 5 Sozialdemokraten unb 2 Demokraten gewählt, in Arheilgen 11 So­zialdemokraten unb 7 Bürgerliche In Langen erreichte zum ersten Male bie nationale Partei eine Vertretung im Gemeinderat.

Ein Frankfurter Ausflügler von Franzosen erschossen.

= Kelsterbach a. M., 11. Nvv. Einen tra* gischen Ausgang nahm am Sonntag ein Ausslug! lung.-r Frankfurter Kaufleute nach hier. Als d«! GeseNschaft gegen 5V2 Uhr abends in der Nah« eines alten von sckflrarzen Franzosen . beiden Schuppens rorteiGamen, rcachte plötzlich ein Schutz, unb der 19jährig« Kaufmann Alfted Birnbaum aus Frankfurt a. M., Nene Mainzer Strohe, sank in den Kopf getroffen, tot zu Loden. Ka­meraden wollten bie Leiche mit nach dem Ort nehmen, wurden aber durch bie brotenb? Hutung ber Schwarzen daran gebinbert. Erst mit Hilfe fwnzösisckter Offiziere tonnte der Tote nach hier gebrock t werben. Die von ten Fvmndm berLmgte Anzeige der grundlosen Erschießung des Birn­baum bei dem Amsgoricht Groß-Gerau unb ber Staatsanwaltfchift zu Mainz wurde von den ftan- zäiiscten Behörden abg^tehnt. Erst nach, längeren Verhandlungen und nackHem sie ehrenwörlich sich verpftichet hatten, sich jederzeit den französischen Bel>örten zu Aussagen zur Verfügung zu stellen, wurden die jungen Leue nach Frankfurt eiitlaffen. Tie Leiche wurde heute ftüh rr-iteiebm und in Degieitung eines franzö'iichen Offi.iers m ünem Automobil nach Frankfurt überführt. Von den Angehörigen des Toten unb den Zeugm des blu­tigen Vorfalls ist bei den Frankfurter Behörden Anzeige erstattet.