5t»illhigsrun66rud u. Verlag: vrähl'sche llnio.-vuch- u. Steindruckerei !i. Lange. Schriftleitung, S-schäftslt-Ile u. Druckerei: Schulstr. 7.
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hessische Staatsgebilde noch lebensfähig sei, kann ihnen nicht verdacht werden. Die beiden rechtsrheinischen Provinzen sind für eine eigne Slaatswirtschaft vielleicht nicht mehr recht tragfähig. Es sollen sich doch aber starke Hände den Brüdern jenseits des Rheins entgegenstrecken! Die deutsch und nicht Dortenisch gesinnten Linksrheinischen fordern dies. So viel steht für uns fest, daß wir die Rheinhessen nicht sich selbst überlassen dürfen. Wir können den Verkehr mit dem besetzten Gebiet nicht etwa meiden. Die Schwierigkeiten und Peinlichkeiten, von denen uns die Paragraphen des besprochenen Vertrages eine beängstigende Vorstellung geben, dürfen uns unseren Pflichten nicht entziehen. Wir müssen hinein in das Rauscl)en der Zeit, ins Rollen der Begebenheit, so oder so! Vielleicht gibt das Selbstbestimmungsrecht eines neu zu gründenden R h e i n f r a n k e n dem von der Kriegs- pspchose nicht mehr besessenen Völkerbund noch einmal Gelegenheit, die Zwangsschnüre vom deutschen Nheinstrom fortzunehmen. Wir wollen den Frieden, aber gleich dabei sagen, daß es im alten Liede noch unverändert klingt: „Einigkeit und Recht und Freiheit, sind des Glückes Unterpfand." Wir werden uns keinen Keil treiben lassen in die Einheit unseres Reiches.
nungswesens, da doch die Gefahr ländlicher vollen vorhanden war. Wir hoffen, daß das setz dem Lande znm Wohle gereichen werde.
Abg. Dorsch (H. V.): Ich ergreife Wort, weil mich der Derr Finanzminister stcrn persönlich angegriffen hat. Es wäre
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rer Gießener Anzeiger scheint täglich, außer 3orm- und Feiertags.
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Aus dem Reiche.
Sonderzulage von ausländischem Speisefett.
Berlin, 11. Juli. (Wolff.) Nachdem der Reichsernährungsminister vor wenigen Tagen erklärt hat, daß eine Verbesserung der Lebensmittelversorgung zu verbilligten Preisen eintreten soll, wird zur Behebung des dringendsten Fetthungers im Laufe des Juli eine einmalige Sonderzulage von ausländischem Speisefett von 200 Gramm ausgegeben.
Die Neubildung der sächsischen Regierung.
Dresden, 11. Juli. (WTB.) Die Verhandlungen der sozialdemokratischen Volks- kammer Fraktion mit der unabh ängiaen Fraktion wegen Neubildung der sächsischen Regierung verliefen ergebnislos. Die Unabhängigen stellten für ihre Beteiligung an der Regierung drei Bedingungen: Parität bei Besetzung der Ministerposten, Einführung des Rätesystems, Bildung eines Arbeiterrates, also gewissermaßen eines Nebenparlaments. Die sozialdemokratische Fraktion glaubte auf diese Bedingungen nicht eingehen zu können. Da ge-
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liegen. Ohne einen Vermittlungsdienst zwi-1 genwärtig die demokratische Fraktion keinen schen Mainz und Darmstadt ist nicht auszukommen, und mit kleinlicher Unnahbarkeit von deutscher Seite wäre nichts anzufangen. Unnahbar muß unsere Regierung nur für antideutsche Zumutungen sein. Daß unsere Darmstädter Staatslenker jetzt prüfen, ob das
Annahme von Anzeigen f. die -tagesmmimet vis znm Nachmittag vorher ohne jedeVerbmdlichkcit Preis für 1 n.ui höhe für Anzeigen v.34m in Breite örtlich 15 lli., auswärts 18 Bi., für 'Jicflame- angeiflen von 70 mm Brene 48 -Vf. Bei Platz- vorfchri''.20" Anifchlag. t>auvlfd)riitleUcr: Ang. Goetz. Verantwortlich für Volit'f: Ang. Goetz, für denübrigcnTech Dr. Reinhold Zenz; für t>cn Anzeigemcil: ö. Beck; fämtlid) ui Gießen
nach dem in da Keim arten; des RestamMts Tm ji Polizeibeamten zu iHv h der Wache des 8. Nur i. Thomas und einer sm: hatten lächiere VerleM^ m Hinterkops Wgcm;r lmmengelauscne Menge -ci die lieben Fcanjosen mx
iihlbesiuden der Besatzungstruppen nicht les gefordert! Jeder „hierzu ermächtigte" hfizier soll von den deutschen Behörden im ksctzten und im unbesetzten Gebiete Verhaf- cftitngen wegen Vergehungen gegen die iicherheit Mr Truppen fordern dürfen, und tstre Behörden.sollen unweigerlich gehören müssen! Eisenbahnen und Post sollen den ^fehlen der fremden Offiziere zur Verfü- ^ng stehen. Kurz, es sollen rechte Geßler- tle aufgehängt werden, denen wir Reverenz tveisen sollen. Ist doch in der Presse auch [ntibet worden, daß alle Passanten der keiübrücke zwischen Ludwigshafen und »nmheim bei Gefängnisstrafe die französi- te Fahne zu grüßen hätten! Dagegen ist es uferen, deutschen Volksgenossen verboten 'rden.ädie heimkehrenden Kriegsgefangenen [it irgendwelchen Feierveransta lckungen zu ^zcüßen. Das schicke sich nicht für ein bewies Volk!
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Nach boomte BPt’ nd Sey nirtpt«, ■ oer genannten Sätze ?
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a? s rum Ln * dm Stnben, ber oicklch hingen haben tann. d Mbd darüber: Zn b- sich sieben frai 1 an ber Kanziereckk Unk 1 älteren Herrn, dc aartracht bemerkbar matz h die Belästigungen oerbe artet für ihn und geriet e m hcstigen Wortwechsel,: ranzösische Duartienneijte <r Sprache die Aeußmq !ir sind die Siege, ne!" Tie hierüber erbb
Generalstreik in Frankreich?
Rotteroam, 11. Juli. (Wolff.) Der „Daily Telcgravb" berichtet: Am 21. Juli werden in ganz Frankreich, Elsaß-Lothringen, Tunis und Algier keine Züge fahren. Auch die Post- und Telegraphenange- stellten werden streiten und wollen damit gtech zeitig gegen die Teuerung und die Regic.ungs- Politik protestieren. Ferner nehmen die Bauarbeiter, die Metallarbeiter, die Hafenarbeiter und die Bergarbeiter am Streik teil.
Kellnerstreik in Pari-.
Versailles, 11. Juli. (Wolff.) Die Kellner und Angestellten der Pariser Cafes, Gasthäuser und Restaurants beschlossen den Generalstreik, der heute beginnt. Sie verlangen unter anderem den Achtstundentag.
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DaS Ergebnis der Gemcindewahlen in Böhmen.
Wien, 10. Juli. (WTB.) Nach Blättermeldungen drahtete die deutfch-böhmisckc Landesregierung an den Staatskanzler Renner nach St. Germain, daß die amtlichen Angaben der tschecho-slowalischen Regierung über das Ergebnis der Gemeindewahlen zeigten, daß in ganz Böhmen das Zahlenverhältnis der Tschechen zu den Deutschen gleich zwei zu eins ist, wie laut Volkszählung von 1910, daß aber unter 21/? Mill. Einwohnern Deutsch-Böhmens nur 135 000 Tschechen sind, das heisst l1/^ Prozent der Bevölkerung, daß also Deutsch-Böhmen ein geschlossenes einsprachiges deutsches Siedlungsgebiet ist. Die Landesregierung bittet Renner, die von den Tschecho-Slowaken falsch unterrichteten Ententc- regierungen über das wahre Ergebnis der Gemeindewahlen genau aufzullären.
Die Politik Rumäniens.
i. Zürich, 12. Juli. Ter neue Präsident des rumänischen Staatsrales, Take Jonescu, erklärte, daß Rumänien keine andere Polittk befolgen könne, als die des engeren Zusammengehens mit den großen westlichen Demokratien. Rumänien müsse seine politische Lage reformieren und der Sozialdemokratie den Platz einräumen, der ihr gebührt.
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wochenriickdUck.
Man kann nicht sagen, daß in der Na- uonalversamrnlung, die sich in den lebten Tagen mit den neuen Steuervorlagen und mit der Reichsverfassung beschäftigt hat, reue große Persönlichkeiten aufgetaucht wären. Bei der Ratifikation des Friedensver- lrages sind von allen Parteien noch einmal teutliche und entschiedene Verwahrungen gegen das Gewalttverk der Entente eingelegt worden, aber es waren Dutzendreden; einen stoßen Eindruck hat niemand hinterlassen, .uch die Regierungsmänner erschienen nicht als Führer und Bahnbrecher. Nun sahen wir len Solotanz des neuen Herrn Finanzmini- sers. Nicht auf glattem Parkett, sondern auf lem Boden des wahren Bolkshimmels, wo nan sich auch einmal klatschend und schnal- (’itb auf die Schenkel schlagen kann. Erzberger gebärdete sich fast noch selbstsicherer als der Wundermann Mephisto, der vor dem itaifer das Papiergeld erfand. Er faßte, wie jener, tief ins Meer, wo es am wildesten
besonderen Wert mehr aus den Eintritt eini ger ihrer Mitglieder in die Regierung legt, wird die jetzige mehrheitssozialistische Regierung vorläufig am Ruder bleiben. Im Laufe des Monats August fallen jedoch die Besprechungen zwecks Umbildung der Regierung
von neuem ausgenommen werden.
Aus Liessen.
Ministerpräsident Ulrich über die Frage G.oß-tzessen.
rm. Darmstadt, 11. Juli. Auf die Anfrage der Abg. Dr. Osann und Gen. bett, die Bildung eines Freistaates Groß Hessen gibt der Ministerpräsident Ulrich unterm 8. d. Mts. folgende Antwort:
An den Herren Präsidenten der Volkskammer!
Auf die Anfrage der.Mg. Tr.?Osann tritt) »Gon. die Bildung des Freistaates Großhesstm betr. erkläre ich, daß die hessische Regierung die Bestrebungen, die guf die Bildung neuer Freistaaten: mit Einschluß des früheren Großherzogtums Hessen oder von Teilen desselben gerichtet sind, mit Aufmerksamkeit verfolgt. Ter Freistaat Hessen besteht auch nach der Revolution als ein in sich geschlossenes, geordnetes Staatswesen fort. Die Regierung, ist daher, so bald ein Airlaß vvrliegt, über etwaige territoriale Veränderungen mit dem Reich und anderen Gliedstaaten des Deutschen Reiclftes in Verhandlungen zu treten, gesonnen, in eine Prüfung der Frage einzutreten. Sollten entsprechende Ansiirnen an die Regierung gestellt werden, so wird sie diese einer ernstlichen Prüfung unterziehen und sich dabei ledig- lich von den Interessen des Reichs und des Landes leiten lassen, auch wird die Rc- gierung nicht versäumen, von etiva eiirgehendc-N Anträgen, die eine Verschiebung der Grenze des Freistaates Hessen zum Ziele haben, die Volkskammer rechtzeitig in .Kenntnis zu setzen. Letzten Endes wird, ioenn nötig, über diese für das ganze Land hochbedeutsamen Frage durch Volksabstimmung entschieden werden müssew
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** Republik Großhessen Die Ortsgruppe Gießen der Deutsch-nationalen Volkspartei befaßte sich, wie uns ihr Vorsitzender schreibt, in der erweiterten Vorstanüssitzung am 10. Juli mit der geplanten Bildung einer „mittelrheinischen Republik" oder „Republik Großhessen". In der lebhaften Aussprache wurde beanstandet, daß über den Kopf der beteiligten Bevölkerung hinweg derartige Neubildungen beschlossen werden, die mit dem Selbstbestimmungscecht nicht in Einklang zu bringen sind. Eine französische Führung oder Mitwirkung bei der Bildung eines neuen deutschen Staates wurde auf das schärfste verurteilt und unbedingt in Anspruch genommen, daß bei etwaiger Fortführung der Angelegenheit die gesetzlichen Formen eingehalten werden. Im weiteren wurde betont, daß die von allen Seiten einsetzende Zerstückelung Preußens die Gefährdung der Reichseinheit bedeute, deren Zertrümmerung letztes Ziel unserer Feinde sei. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen:
„Die Ortsgruppe Gießen der Deutsch-Nationalen Volkspartei lehnt eine unter Führung ober Mitwirkung Frankreichs und burd> ZcrsiüNe- lung Preußens zu sck>affende „Rcwiblik Groß- Hessen" , ganz entschieden ab. Neubildung^ von Gliedstaaten dürfen nur unter Wahrung des Selbstbestimmungs rechtes der beteiligten Bevölkerungen durch übereinsttmmenden Beschluß der gewählten Regierungen und Volksverttetungen Zustandekommen."
>er" erwähnte Vertrag über die rnili- : Besetzung im Rheinlande ist rechts- Jg; in bei) en hat Clörnenceau bekanntlich »ereit erklärt, in Verhandlungen über Ein- k >lriten eiuzgtreten. In diesen Verhandlun- si: dürfen'die-LZertreter Deutschlands nicht Knuden, den Versuch zu machen-, das End- migenbite der'Bedingungen von uns fern '-«alten. Wir wissenTufoy^mie weit auch die f nerungen derjenigen BMesstaaten dazu ' Lage sind, von denen EMÄsteile in die Me Zone fallen. Also auch üMr hessisches - rifteiium wirfd davon berührt? Man darf V'M Ulrich, dessen neulicher Besuch in viel besprochen worden ist, nicht be- Setan und unternommen zu E, bevor man genau weiß, wie die Dinge
Aur dem besetzten Gebiet.
nrr. Höchst a. M., 9. Juli. Die älteren fran- zösisck^en Jah -gänge der Besatzungstruppen wurien dieser Tage demobilisiert und haben nach großen Abschiedsscsüichkeiten die Heimreise mich Frankreich angetreten.
versaffunggebeirde voNstammer des .hreistaater Hessen.
30. Sitzung vom 11. Juli.
Um 9.45 Uhr eröffnet Präsident Adelung die Sitzung. Das Haus fährt weiter in der Allgemeinen Auschrache über das Landgesetz.
Finanzminister Henrich erklärt, auf die Anfrage des Abg. Köhler, daß nach der schriftlichen Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums die Rechtsgültigkeit des Landgesctzes außer Zweifel steht. Da durch die Anftage des Abg. Dr. Becker Zweifel aufgetaucht sind, werde ick mich heute selbst nach Weimar begeben. Ich ersuche, die Verhandlungen fortzusetzen. Ich nehme die Ueberzeugung mit, daß die Mehrheit dieses Hauses und des Volkes das Gesetz^grundsätzlich will. Die Folgen für das Nichtzustandekommen des Gesetzes müßte die Regierung ablehnen.
Abg. Lu x(Soz.) weist auf den starken Landhunger der Bevölkerung hin, der im Kreise Büdingen zu einer starken Bewegung führte, die die Regierung nur mit dem Hinweis auf das bevorstehende Landgesetz beschwichtigen konnte. Das Gesetz hat im Ausschuß nicht nur Verbesserungen, sondern auch Verschlechterungen angenommen, die wir im Plenum wieder gut zu machen versuchen werden. Um den Landhunger befriedigen zu tonnen, bin ich dafür, die Höchstgrenze^ für den Nicht enteigenbaren Grundbesitz von 25 Hektar auj 20 Hektar herabMjetzen, da sonst üt vielen Ge-
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,‘ÄÄ tw, «iWRK t» ä - ' dien". Er zeigte sich, im Herzählen der ver-
slnebensten ©teuerqucllen, kunstfertig wie ein musikalischer Clown — blieb aber doch eben
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Platz gew'sen, daß der Herr Finanznrütister eine berulstgende Erklärung über sein Wort, daß der Grund und Boden Allgemeingut des Volkes fei, gegeben hätte, das in Bauern kreisen böses Blut gemacht habe. Wir sind keine Gegner des Landgesetzes, denn es ist ja unfere alte Forderung: Bauerngut an Bauerngut. Wir hätten nur ctue gründlichere Vordererung des Landgesetz,eS ge- münscht, so wie sie Herr Ministerialrat Schteorz dem Fid.ikiommißgefetz angedeil-en ließ. Leid^'r ist d^'ssen Begründung in der Kammer zu einem Nachruf für das Fideikommißgesetz geworden. Statt Beruhigung und Aufklärung zu geben, har der Herr Minister eine Attacke gegen uns geritten, und zwar auf Grund von Zeitungsberichten, die doch^ nicht zuverlässig find. (Zuruf: Warum widerrufen Sie dre Antwort nicht?) Wir Bauern sind die schlechtesten Zcttungsleser. Wir erläuterten iit unseren Versammlungen das Lairdgesetz, wir übtet eine berechtigte Kritik, das beweisen ia die Der- beffmmgen im Ausschuß Ittrd auch jetzt noch besichen Mängel, die Abg .Köhler gestern nach- )oi«s. 20 ha als Höchstgrenze des nichtenteigew baren Grundbesitzes rst zu gering, tueitn die Barurnstelle etwas für die Volksernührung lösten soll. Tie Enteignung nach dem gemeinen Wert ist bet der heutigen Valuta einfach unannehmbar. Selbstverständlich haben nnr die Anträge Bornern ann, Schildbach und Eistnert zur Sprache gebracht. Es ist auch unser Recht, dte Bauern darauf hiilzuweisen, daß sie ihren alten Führern treu bleiben und sich vor ihren neuen Freunden hüten sollen, die jetzt einen unlauteren Wettbewerb um ihre Gunst unternehmen, Sozialdemokratie und Temokralie. Selbstterständlich ha'.en wir auch auf die Gefahren cruer falschen Airwenduug des Landgesetzes aufmerksam gemacht. Wie stel/t es in den Gemeinden, wo gar f ine Güter mehr bestehen, wo schm seit langer Zeit das Gutsland als Pachtland in den Hätiden der Bauern ist. Warum hat die Regierung die von mir gewünschte Statistik nicht Herstellen lassen. Ter Redner wendet, sich in sehr erregter Weise ne.qen den Abg. Lur,, der ihm Unwahrheit oorgewocfrn habe und zieht sich dabei eine Mahnung des Präsidenten zu. JÄ habe mich nie zum Anwalt Großgrundbesitzes^ gemacht. Wir verteidigen unser gu'es Recht.
Finanzminister Henrich ergriff nach ber, Pause das Wort, weil er nicht weiß, ob er nächste Woche anwesend fein kann. Ich habe mich g-egeru die Agitation im Lande gewandt, weil dadurch eine «Stimmung erzeugt wird, die einer gedeihlichen Ar-, beit hier im Hause, an der alle sich beteiligen foflen, nicht günstig ist. Was meinen Ausspruch über den vaterländischen Grundsatz, daß der Olrunb und Moden ein Gemeingut aller sei, natürlich nicht im, Sinne einer Aufteilung, die ganz unmöglich ist, so kann ich mich gegen ein Nichtverstehenwo11en nicht schützen. Ich bin erschrocken über die kalte Stimme, mit der Herr Abg. Dorsch die Sachen auf den Kopf stellte. Ich habe Herrn Kollegen Dorsch mein Material über die Landankaufe des, Frhrn. v. Hehl zur Verfügung gestellt, weil es früher im Haufe ein ungeschriebenes Gesetz der Kollc^ialität war, jebem Abg. die Angelegenheit«^ seines Wahlkreises zu überlassen. Nun hat mir dies Abg. Dorsch als Feighett ausgelegt. Das hat mein früheres günstiges Urteil über den Abg. Dorsch geändert. Das ist sonst nicht Oberhessenart. Wo eine Aufteilung des Grund mid Bodens schon besteht, wie sie durch das Gesetz vorgesehen ist, da werden auch keine Austeilungsanträge gestellt werden, wenigstens feine, die als berechtigt anerkannt werden. Wo nichts ist, liat eben der Kaiser das Recht der-, loten. Abg. Köhler hat angekündigt, daß er einen: Antrag stellen werde, die Höchstgrenze von 25 auf 50 ha hinaufzuietzen. Der Minister bittet dies nicht U tun, da es nicht nötig sei. Die Enteignungsbe^ Ittrnmungen, die Abg. Köhler beanstandete, stammen aus dem Reichssiedelungsgesetz. Dankbar erkenne ich den Willen des Abg. Brauer zur Mit- «stbert <ur und bedauere nur, daß sich seine poli- ttschen Freunde selbst ausgeschaltet haben. Die Rerchsgesetzgebung hat sich bereits der 5>eimftätten- frage angenommen. Das Wohnungselend ist oft auf bem Lande größer als in den Städten. JÄ hab« fms ber Debatte den Eindruck gewonnen, daß das Haus das Gesetz annehmen wird.
Wg. Tr. Tehlin g er (H. V.): Me Bauern im Kreise Groß-Germi sind zu mir gekommen, (Zuruf des Abg. Engelmann: Nicht die Bauern^ sandern der Frhr. v. Heyl.» Ter Frhr. v. HeyL geht mich nichts an. (Unruhe links.) Wir tabenf von den JndustriLarbÄteru getarnt. Mr
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ald's Diele“ tklass. mosikal. Darbietung MHtwochs, Samstags KonZen.
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nur der alte kecke Demagoge, Effektmacher — ober kein Staatsmann. Er munkelte und oun- Mre allerlei von einheitlicher Steuerveran- b c.ung, will anscheinend eine neue Finanz- oberheit des Reiches proklamieren, damit „Jtcuerinfeht" vermieden blieben. Leicht ge» |tiß; und schwer getan. Wir toarten auf die ■' usführung. Bange ist's uns davor, daß Erz- f-rger nock) ein drittes Mal rn seinem Politik »!hen Leben erschrecken muß — ioenn er näm- ! ch zum deuffchen Führer bei den kommenben kinanzverhmrdlungen mit der Entente er- ^mnt werden sollte. Welch ein seltsamer poli- midwr Schieber er ist, das hat er in seiner 'Inseinandersetzung mit Helfserich wieder bntnejen. Um sich desto wichtiger zu machen, b.'zetchnete er diesen als „leichtfertigsten Fi- inrozministe^. Worauf Helfserich in der Presse versichert^ gerade Erzberger habe sei- merzeit gegen die Steuerpläne der Regierung [tri den Fraktionen und beim Kanzler intri- hiect, indem er sie als zu weitgehend be- ijkichnet habe . . .
Wir haben Grund, des kühnen Springers brn Amt zu Amt mit einiger Bitterkeit zu kebenfen. Sein Vertrauen auf den Verständi- mmgswillen der Gegner, seine Berbandlun- hm mit diesen, haben uns die schlimmsten P'.iiimtungcn eingebracht. Durch den gestern ^cöffentlichten Vertrag über die mili- mrische Besetzung im Rheinlande Icrbcn wir aufs neue daran erinnert. Wie tief beschämend diese Fremdherrschaft ist, wie Ptter alle Begriffe anmaßend die Vorbehalte
Feinde sind, das verfolgt uns in diesem fikraaraphenreichen Vertrag. Wie ist da der BtiUfur der fremden Offiziere Tür und Tor k^ffnet, was wird für die Sick)erheit und das
nieinben ber Landhunger nicht befriedigt werden kann. Bauernland sollte nach dem Stcuerwert entschädigt werden, fibeikommissarisck)er Grundbesitz nach den Grundsätzen, die bei der Ablösung des Großherzogs angewendet wurden. Der Redner verliest stattstnches Älaterial znm Beweis, baß der Kleiubesiy für die Volksernährung nicht weniger leistete als der Großgrundbesitz. Der Redner wendet sich gegen die Agitation besonders des Abg. Dorsch gegen die Regierungsvorlage. (Ministerpräsident Ulrich: Hört, hört! und zum Abg. Dorsch gen>endet: Alter Freund, du bist ja mcl'dyuggc! Große Heiterkeit im Hause. Zwischenrmse des Abg. Dorsch.) Ich weiß nicht, was der Abg. Dorsch gegen den Antrag Vorne- mann hat. Der Antrag würde doch zur Folge haben, daß die Bauer nm ädelchen nicht, wie sie wlbst befiagcu, immer nur Beamten heiraten wollen, sondern Bauern. Tann bekäme vielleicht auch Kollege Dorsch noch eine Frau. (Lebhafte Heiterkeit.) Ich verstehe nicht, wie Abg. Brauer sagen konnte, daß das Landgesetz nicht so bremicnb gewesen sei, wie die Reform des städtischen Woh-
Erstes Blatt 169. Jahrgang Samstag, 12. Juli 1919
Gietzener Anzeiger
. General-Anzeiger für Gberheffen
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tobt, er zeigte uns das finanzielle Schwarz t )r den Augen, schlug aber tatbereit auf alle ... .... lwssenschränke, die seine Vorgänger im Amt 9tJu or c 1 i'lrcchtgerückt hatten, und bezeugte, alles in ollem, einen vielvermögendeu Optimismus: „2a spielen farbig goldbeschuppte Drachen,


