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Montag. 12. Mai 1919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

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Lin neuer Notenwechsel mit der Entente

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der Taktik des

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maßlosen Vernich- Das war ja auch unseres Blattes, Angebote vermieden

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Eine Rede Wilfons.

Paris, 10. Mai. (WTV.) Reuter. Wil^ f o n hielt am 9. Mai in der Völkerrechts-Gesell­schaft eine Rede, in der er sagte: Eines der Dinge, die mich in den letzten Monaten störten, ist die unrechte Hoffnung auf sofortige Ein­lösung von dem auf der Menschheit lastenden Druck. Wir müssen dafür sorgen, daß diejenigen, die hoffen, nicht enttäuscht toerbeu Die Gebräuche der Gesellschaft müssen langsam- verändert und neu angebahnt werden. Eines bcc Dinge, die von der größten »Bedeutung für bee Zukunft sein werden, ist ein verständiges Völker­recht. In gewissem, Sinne rmirbe der Krieg gerade deshalb ausgekampft, um dem Völkerrecht den Be­weis zu ermöglichen, daß e5 Wirklichkeit sei, deren Nichtbeachtung sich lein VoTk (eilten dürfe, daß es zwar eine internationale Autorität nicht hinter sich

Gegner an ihren tungsplänen festhiclten. immer der Standpunkt wenn wir schwächliche wißen wollten und in

fir. 109

Ter Siebener Lnzetger erfcbeini täglich, außer Sonn- und Feiertag».

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tragsbeßimmungen ständig von den Grundsätzen haben leiten lassen, nadf denen der Waffen- stillstand und die Fr iede n s vc r itb- tun gen vorgeschlagen worden sind. Tie Vertreter der alliierten und assoziierten Mächte- können Keinerlei Erörlerungcn ihrer Rechte zu- lassen, die grundsätzlichen Bestmrnrungen des Friedens, so wie sie sie festgesetzt haben, auf­rechtzuerhalten. Sie können nur Anre- gimgen praktischer Art in Erwägung ziehen, die die deutschen Bevollmächtigten ihnen etwa zu unter­breiten haben.

Genolstnigen Sic . . . ufw.

Diese Rote enthält, obwohl sie formell jede grundsätzliche Erörterung des Friedens- entwurfes ab^ulehnen sck-eint, tatsächlich eine erneute Festlegung auf die Vereinvarungen vom 5. Oktober bis November voriaenJahres.

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der ?1tuttrrschastsversicherung, Festsetzung der Ar­beitszeit für alle Arbeiter aus 8 Stunden täglich oder 48 Stunden wöchentlich, grundsätzliches Ver­bot der Nachtarbeit, grundsätzliche Gewährung einer zusammenhängenden Rutiepause von min­destens 36 Stunden wöckx'ntlich, Herabsetzung der Arbeitsdauer in gesundl-eitsgesährlickien Betrieben auf weniger als 8 Stunden, Ausdehnung des Arbeitcrschntzes und der Arbeiterversick)e- rung aus die Heimindustrie, Verbot der £>eint- arbeit für gesundheitsgefährlick>e Arbeiten, ebenso für die Herstellung von Lebens- nnb Genußmitteln einschließlich Verpackung, Ge- ivährung des freien LwalitionSrechts, wobei ein» gewanderte Arbeiter die gleichen Rechte hinsickü- lich der Teilnahme und Betätigung in einer <ge- werksckwstlickvn Organisation mmiefeeit sollen wie die einheimischen: die ausländischen Arbeiter sollerr Anspruch auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen haben, die von der Gewerkschaftsorganisation mit den Arbeitgebern ihres Berufe? vereinbart worden sind: Auswanderungsverbote sind unzulässig, cbeiv» io mit gewissen Ausnahmen Einwandelung.uerbotc? Erricl>tung von Lohnämtern, Ausbau des Arbeits­nachweises, Dersick)erung gegen Arbeitslosigkeit, gegen Krankheit und Betriebsunfälle, ferner Ein­führung der Invaliden- und Hinterblicbenenver^ sick>erung: alle Versicherungen sollen sich auf in» und ausländische Arbeiter in gleicher Weise er­strecken ; Einführung des internationalen Sev- mannsrechtes und Seemannsschutzes unter Müwir^ Tung der Organisation der Seeleute: Durchsührungi der Gewerbeaussicht unter Heranziehung von verständigen auch aus dem Kreise der Arbeiterinnai unb unter Mitwirkung ber Gewerkschaften. Zur weiteren Förberung des internationalen Arbeiter­schutzes soll eine ständige Kommission er­richtet werden, die zu gleichen -Teilen aus (Ver­tretern der vertragschließenden Staaten unb bcS internationalen Geiverkfchastsbundes besteht: all­jährliche Abhaltung von Konferenzen zur Förde­rung des internationalen Arbeiterschutzes .wobei die -Hälfte ber Stimmen den Vertretern ber gewerk­schaftlich organisierten Arbeiter der beteiligten Län-> der zustehen soll. i . .

tttftl! j m es: lh"h6lltr.tX ' Gegr.ito.!

Cie Arbeit In Versailles.

Versailles, 10. Mai. (Wolff.) Havas. Graf B r o ck d o r f f hat seine Mitarbeiter um Beschleunigung der Prüfung des Vertrages gebeten. Die Nebersetzer sind eifrig an der Arbeit. Die Daktt)lographen sind in eine Nacht- und Tagesschickft eingeteilt. Wäh­rend der letzten Nacht arbeiteten 40 Daktylo- grnphen bis 4 Uhr morgens, Graf Brockdorff selbst bis zur vorgerückten Stunde. Marr hofft, daß die Prüfung des ersten Teils des Versailler Vertrages bald beendet sein wird. Graf Vrockoorff reist sofort im Anschluß daran nach Deutschland, um mit seiner Regierung Besprechungen zu führen.

Arn Freitag abend übersandte die deutsche Regierung durch dieTelegrapheiv-Zentralstelle zahlreiche Telegramme, die durch die Eiffel­turm-Station radiotelegraphisch weitergelei­tet wurden.

Die neuedeutscheDelegation mit 25 Mitgliedern wird am Sonntag erwartet. Der Sekretär des Grafen Brockoorff liest eifrig die englischen Zeitungen, die fast alle dem Führer der deutschen Delegation in ziem­lich scharfem Ton vorwerfen, daß er währeird der Verlesung seiner Rede sitzen geblieben sei. Graf Brockdorff liest diese Ausführungen /ehr aufmerksam.

schlüge zu Verhandlungen über die einzel­nen Kapitel des Friedensentwurfes nahe. Daß solck)e Verhandlungen beabsichtigt sind, ergibt sich auch aus der Tatsache, daß die Gegner am 10. Mai eine größere Anzahl von Druckschriften unserer Vorschläge zum Völ­kerbund und zum Arbeiterrecht er­beten hab^l.

Auf die Note über den Völkerbund hat Clemenceau geantwortet:

Herr Vorsitzender! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang des deutschen Entwurfes eines Völter- bundes zu beftitigen. Ter Entwurf wird dcr zu­ständigen Kommission, bie durch die alli­ierten unb assoziierten M ächte gebildet ist, über­mittelt tverden. Tic deutschen Delegierten wer­den durch eine neue Prüfung der Völkerbund- satzungen feststellen können, daß die Frage ber Zulassung neuer Mitgl ieder in diesen Bund nicht übersehen, sondern ausdrücklich int zweiten Absatz des 1. Artikels vorgesehen ist.

Diese Aittwort umgeht den Kern­punkt unserer Frage, die sich darauf bezog, daß Deutschland eine Bundessatzung als Teil des Gesamtvertrages unterzeichnen soll, ob­wohl es weder als ursprüngliches, noch als erngeladenes Mitglied dem Bunde angehört.

In Ausführung der in der ersten Ant­wort enthaltenen Aufforderung werden heute praktische Fragen und Bemerkungen über­geben werden, die auf die territorialen Abtretungen Bezug haben.

Zwei wertere deutsche Noten.

Versailles, 11. März. (WTB.) Der Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation Brockdorff-Rantzau, richtete folgende Noten an den Präsidenten der Friedenskon­ferenz, Clemenceau:

Herr Präsident! Tie deutsche Friedensdele­gation hat mit Befriedigung in dem ihr über­gebenen Vertragsentwurf von. ber Anerkennung bes Grundsatzes der mit größter Besck)leunigung auszusührenden Heintsenbung der beut°i scheu Kriegs- unb Z iv.il gefangenes Kenntnis genommen. Es entspricht ber Auffassung ber deutschen Friedensdelegation, die Einzel­heiten über die Turchführu.ig dieser Frage on eine besondere Kommission zu verweisen. Unmittel­bare münblidjc Aussprachen zwischen den Kom­missionen fast aller h-iegiübrenben S aaten in den Gefang^'nen-Frnien hatten sich auch schon während ber Feindseligkeiten als b?r zweckmäßigste Weg ilur Lösung.ber Schwierigkeicn erwiesen Um so leichter sollte eS jetzt sein, BerschiÄxmhritcn der Auffassung ober Unklarhriten in ein^lnen Punk­ten zu beseitigen. Beispielsweise hält die deutsche Friedensdelegation mit Rücksicht auf die Verschie­denheit ber Rechtsauffassung in den ein- zs.'lnen Ländern die grimdsätzliche Einbezikhung auch derjenigen Kriegs- und Zivilgefangenen, die sich wogen anderer als difziplinärer Vergehen in Unter» suchungs- ober Strafhaft befinden, in die beding­ungslose Heimfendung für unerläßlich. Teuckch- land hat bei den in feiner Hemd befindlich'n 'Kriegs- unb Zivilgefangenen der alliierten und assoziierten Mächte den gleichen Grundsatz aner- fkiunt. Eine Vcreiirbarung gewisser Erleich­terungen für die Kriegs- unb Zivilgefangenen bis zu ihrem Abtransport erscheint ber deutschen Friet-ensdelegaiion aus Billigkeitsgründen selbsb- verstandlich. Im übrigen mußte die deutsche Frie­den sdelega.ion die Aufstellung einzelner Bestim­mungen eintet ig zu Gunsten der alliierten unb assoziier en Regierungen festste!len, z. B. bei bet Herausgabe des persönlichen Eigentums, bei der Nachforschung über Vermißte, sowie bei der Für­sorge für die Grabstä ten. Sve nimmt an, daß bei diesen Fragen völlige Gegenseitigkeit eine aus den allgemeinen Mensck«lrechten zu be­gründende Forderung ist Wegen der großen Schwierigkeiten der technischen Durchführung der Heimfchrffung der Kriegs- und Zivilgefangenen, namentlich angesichts der Knappheit an Schiffs­raum unb Kvblen, muß größter Wert darauf gelegt werden, daß alle Vorftagen bis zum end- gülligen Beginne des Abtransportes bereits ge­klart sind.

Die deutsche Friedensdelegation schlägt daher vor, die kommissarischen Beratungen über die Kriegs- unb Zivilgesangenen bereits jetzt, ge­trennt von dem übrigen Fragenkom­plex, beginnen ni las en. T« er Dorsck Ian g ünbd sich! in erster Linie bar aus, ^) viele Eauienbe deutscher Kriegs- hmb Zirilacfangcv-er sich noch in

China lehnt die Unterzeichnung ab.

P e ki ng, 9. Mai. Reuter. China hat seine Delegierten in Paris beauftragt, einen Frieden­der Japan die deutschm Rechte an Srfjantunfl zuaestehl, nicht zu u n terze tchnen. DieTi­mes" melben aus Peking, baß in vier großes VersMNmlungen ber Vereinigung für auswärtig« Seite&nn ern beschlossen wurde, den chrnesi chen Te- legierten in Paris zu telegraphieren, daß sie bei< Friedensvertrag nicht unter zeichmm sollen, wenn die Frage von Schantung nicht in befriedigender Weise gelöst wird. Ferner wurde beschlossen, im* ganzen Lande Pro'estversaminlungen zu organi­sieren und den fremden Gesandtschaften mitzu- teilen, daß das chinesische Volk keine rnternatiana» (en Einrichtungen anerkennen werde, die die Sou' veränitat-rechte Chinas beeinträchtigen.

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überseeisch enLändern befinden. Auch denkt die deutsche Frieiensdelegation in d!c'cm Zu­sammenhang an dte noch in Sibirien befinb» lickten Deutschm, deren Abtransport nicht nur be­sonders dringlich, sondern auch überaus schwierig erscheint. Aus innerpolitischen Gründen muß deutscherseits größter Wert daraus gelegt wer den, daß die deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen in möglichst geordneten Verhältnissen in die Heimat zurückkehren und dort mit größter Beschleunigung dem wirtschaftlichen Leben wieder zugeführt trei­ben. Ties erscheint nur möglich, wenn, abgesel-en bon einer genauen Regelung ber Transporte, alle, geschieht, um bie seelische unb körperliclte Versassung der Heimkehrenden zu heben. Bei ber deutschen Wirtsckwftslage ist eS für Deutschland unmöglich, die erforderlichen Garantien aus eigener Kraft zu schassen. Hierbei kommt namentlich bie Ernäh­rung unb Bekleibung in Betracht. Die deut­sche Delegation hält es für zweckmäßig, wenn sich bie Kommissionsberatungen hiernach auch ans bie Frage erstrecken würden, inwieweit es möglich ist. von feiten ber alliierten unb assoziierten Regie­rungen Deutschlanb in diesen.Fragen zu helfen unb hegen Erstattung ber Kosten beispielsweise bie völ- llige Neueinkleibung mit Unter- unb Zivil- oberfteibung sowie Schuh^eug vor bent Abtrans­porte vorzunehmen.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Aus­druck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.

lgez.) Brockborif-Rantzau.

Herr Präsident! Unter B zugnahrne auf Ar­tikel 55 unb 56 ber überreich.en Vorschläge für bie Errichtung bes Völkerbundes beehren wir uns, den von ber deutschen Regierung ausgestellten EEntwurf eines Abkommens über internatio­nales Arbeiterrecht zu unterbreiten. Die deutsche Regierung ist mit ben alliierten und asso­ziierten Regierungen bann eilig, daß ben Arbeiter­fragen bie größte Aufmerksamkeit zugewendet wer­ben muß. Von ihrer Behandlung hängen innerer Friede und menschlicher Fortschritt in stärkstem Maße ab. Die auf diesem Gebiete von den Ar­beitern aller Lander immer wieder ausgestellten Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit sinden grundsätzliche Billigung nur $um Teil in dem Ab­schnitt XIII des Entwurfs der Friedensbedingun­gen der alliierten und assoziiertem Regierungen über die Organisation ber Arbeit. Diese; hehren Forderungen sind im Deutschen Reich in an­erkannt vorbildlicher Weise mit Hilfe der Arbeiter­schaft zumeist schon durchgeführt worden. Um sie im Interesse der ganzen Menschl-eit überall in bie Praxis umzusetzen, ist minbestens die An­nahme des Vorschlages der deutschen Delegation erforderlich. Wir halten es für erforderlich, daß sämtliche Staaten dem Abkommen beitteten, auch wenn sie dem Völkerbünde nicht angehören. Ilm den Arbeitern, für welche die vorgeschlagenen Verbesserungen bestimmt sind, eine Mitwir­kung an ber Gestaltung dieser Bestimmungen zu sichern, hält die beutfd)C Delegatton es für not­wendig, zur Beratung und Beschlußfassung über das internationale Arbeiterrecht noch während ber Friedensverhanblungen Vertreter der Lanbesorga- nisattonen der Arbeitergewerkschaften aller v er t r a g s ch l ie ße n b e n L ä n d e r zu einer Konferenz nach Versailles zu be­rufen. Die beutfefje Delegation hät es für zweck­dienlich, ben Verhandlungen dieser Konferenz auch die von ben Beschlüssen der internationalen Ge- werkschaftskonserenz in Leeds von 1916 aus­gehenden Beschlüsse der internationalen Gewerk- schastskonferen; in Bern (5. bis 9. Februar 1919): Programm für eine internationale Arbeitsgesetz­gebung an bie Friedenskonferenz in Paris zu­grunde zu legen. Im Auftrage der Gewerk- schaf ten Deutschlands fügen wir einen Abdruck dieser Beschlüsse bei, die angenommen wurden von ben Vertretern der gewerkschaftlichen Organisationen von Böhmen, Bulgarien, Däne­mark, England, Frankreich, Griechenlanb, Hol­land, Italien, Kanada, Norwegen, Oesterreich, Schweden, der Schweiz, Spanien,und Ungarn.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, ben Aus­druck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.

(gez.) Brockdorfs-Rantzau.

Die Anlage zu vorstehender Note hat fol­genden Wortlaut:

Zu dem Inhalt ber Note sei folgendes be­merkt: Ster Gedanke, daß der Friedensverttag, der den Krieg beenden werde, zugleich der Ar­beiterklasse aller Länder , ein Mindestmaß von Schutz gewähren müsse, sand im Verlaufe des Kri-ges mehrfach bei ben internationalen Gewerk­schaftskongressen Ausdrucks so auf ber Konferenz ber britischen, französischen, italienischen unb bel­gischen Gernerlscktaften in Leebs vom Juli 1916. Ihr folgte bie Konferenz in Bern im Oktober 1917, auf der bie Landesrentralen ber Gewerkschaften Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, Böhmens, Bulgariens, Dänemarks, Norwegens, Schwedens, der Niederlande und der Schweiz vertreten waren. Endlich stellte die in der Note erwähnte Konferenz in Bern, die zum ersten Male wieder die Ver- treter ber Gewerkschaften ber bisher seindttchen Staaten zusammenführte, im wesentlichen fol­ge n b e Programmpunkte auf, dte zum größten Teile in Deutschlanb bereits verwirilrcht worben sind. Obligatorische Durchführung ber all­gemeinen Schulpflicht in allen Ländern, Einfüh­rung einer allgemeinen Fachschule, Verbot ber Erwerbstätigkeit für Kinber unter lo Jahren, Be­schränkung bet Arbeitszeit für flrbeitennnen an Sonnabenden auf vier Stunden, -verbot der Be­schäftigung von Frauen in besonders gefundheus- schäblichen Schrieben, Schutzbesttrnmungen für Frauen vor und nach ber Niederkunft ^iufübnmg

Herr (Hemenceau hat namens der Entente geantwortet, und man merkt aus feinen Wor­ten beutlid), daß er wohl weiß, wie empfind- lich Wilson jetzt in bezug auf den allgemeinen stauben an feine Weltmoral fein muß. Die Entgegnung stammt nicht aus dem Wortschatz des tigerbaften VerschlingerS, sondern aus ber Washingtoner Wechselstube. Immerhin, wir können verhältnismäßig zufrieden sein. Die Entente will die Grundsätze des Rechts- friebend in dem erwähnten Sinne trickst preis­geben, das heißt, sie will nicht wahrhaben, daß der vor^gelegte Friedens vertrag ein Machwerk bloßer Gewalt sei. Wir sollen praktische Vorschläge machen. Das heißt also: Kritik ist unangenehm, und dieser aber doch notwendige Teil der Verhandlungen soll und nicht ein geräumt werden. Die deutsche Regierung wird Mr ttel und Wege finben, der Welt dennoch die Krttik des gegnerischen Vor­gehens vorzulegen. Bei der Stellung prak­tischer Vorschläge wird und muß viel kritisch Belehrendes einfließen. Die Entente weiß, daß die Oeffentlichkett und das Weltenrund der Völker fein Geheimspiel, sondern in die­ser großen Zeit der Welterneuerung die Mit­wirkung und Verwendung aller brauchbaren Ideen wünscht. Daher will sie unsere Vor­schläge in der Sache des.kerlntndes prüfen lassen, und dieselbe Prüfung wird sie wohl auch der neuen Note des Grafen Rantzau über internationales Arbeitsrecht einräumen müssen. Es ist eine Propagaitda, die hier un­ser Deutschland macht, aber es ist fein gutes Recht Hat Amerika, die Führerin der De­mokratien, etwa keine Propaganda für Welt­verbesserung gemacht und gewünscht? Jetzt beweisen die Deutschen, daß s i e auf dem Ge­biete des Arbeiterrechtes an der des Fortschrittes stehen. Wilson hat inzwischen

Versailles hi der Geseftschast für interna» lionales Recht eine Rede gehalten, in der er Me Geister, die er selber rief, freundlich er- malmte, nicht so stürmisch vorzugehen. Wir wollen ihm das nicht übel nehmen, denn auch wir wolteit keine Umstürzerei. Aber es muß u. wird sich zeigen, wo jetzt Hindernisse wahren Fortschrittes liegen. Es heißt, Wilson leide un­ter ben Machteinflüssen des amerikanischen Kapitalismus, unb deswegen habe er auch zu den harten Friebensbedingungen schließlich nichts mehr gesagt. Wir müssen ihn unter­stützen. Die öffentliche Meinung ber ganzen Welt muß ihn ebenfalls unterstützen, soweit sie nicht im Banne ber verblendetenMacht­sieger" steht.

Mit Recht führt die amtlicheAllgem. Deutsche Zeitung" der Welt den Unterschied Mischen dem deutschen Friedensvorschlag von 1916 und den jetzigen Forderungen des geg­nerischen Ve- bandes vor.

Kein besseres Mittel ist denkbar, um ben Geist des deutschen Volkes mit dem feiner Feinde tu bcrgleidxn, unb keine bessere Möglichkeit, Rück- Wune auf bie Kriegsschuld zu ziehen, als die Gegen übersteklnng ber Fr iedensl edingu ngen, ti* Deutschland im Falle eines Sieges gefüllt haben würde, mit denen, bie lniserc Feinde dem besiegten Deutschland stellen: denn im Glück zeigt sich der wahre Eharakter eines Volles so gut wie der eines Menschen, und, was die Kriegsschuld angeht: Je mehr einer füt­tert, wenn das Glück des Krieges sich zu seinen Gunsten cn'.fd)eibet, um so mehr Wahrscheinlichkeit bricht dafür, daß er den Krieg um dieser Forde­rungen willen begann: je mehr ein Staat aus einem gewonnenen Krieg Gewinn zu schlagen versucht, um so wahrscheinlicher ist es, daß er ten Krieg selbst um des Gewinnes willen herbei- flefübrt hat."

Warum im übrigen vorher die deutsche Negierung in der Verkündung ihrer Ziele zurückhaltend war und fein mußte, wird von Cem Blatte ganz richtig so erklärt, daß zu erwarten war, die vorzeitige Bekanntgabe werde als Schwäche gedeutet, solange die

Die Antwort demenceous.

Versailles, 11. Mai. (Wolff.) Die $otc der deutschen Friebensdelegation über tie allgemeine Beurteilung bes Friedensent- Iimrfos wurde durch Clemenceau am 10. Mai mit folgen.be r Note beantwortet:

Herr PräsideiU! Tic Vertreter der alliierten 2nd assoziierten Mächte haben vow der Note kennte ®iy genommen, welche Bemerkungen der deutschen -S.-üoHntod) igten zum Text der Fricdensbeiing» rr.gtnt cn hält. Iu Bcanttvortung dieser Mittei­lung mvch.en Sie die deuftche Delegation daran! »erinnenc, daß sie sich bei dcr Festtetzung der Der-

Lnnahme »» Injelgt«

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