kk. 265
Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Montag, (0. November (919
öffneten
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Mark.
^Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 45.
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Magnus — was hast du? Was ist dir?" rief
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Dngen-Frcmchkrt a. 51 der 1919.
Dss Glück der andern
Original-Roman rvn Erich Eben stein. Copyright 1916 by Ordner fr Coerp., Berlin W 30.
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Wo gfibtna Hochzeit lche« Maß« ^gegangenen wünsche sagen wir cas diesem! Wichste, Dank.
Haffner l P. nnig u.Fm 9), den 10. November 1919. «n«*i
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MM erbeten.
* Berlin, 7. Nov. Heute vormittag gerieten im alten Exerzierhause am Kaiser- Franz-Grenadier-Platz 50 Automobile, große Mengen Benzin und anderes Heeres- gut in Brand. Die Feuerwehr löschte den Brand. Es ist noch ungeklärt, ob Brandstiß- tung oder Fahrlässigkeit vorliegt. Das Gebäude mit dem gesamten Inhalt wurde zer- ftikt Der Schaden beträgt mehrere Millionen
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immg-en ihrer Brautzeit gercefen waren — das Ziel. -
das eine, begehrenswerte: reich und mächtig zu ' Evelyn bestürzt.
<Eine$ricbcnsmögl(d)teit im Zähre 1917?
Bern, 7. Nov. (Wolff.) In dec „Neuen Zmncher Zeitung" werden von einem Deutschen neue Beiträge und Tatsachen über die i5 r i e d e n s m ö g l i ch ke i t e n im Jahre 181/ veröffentlicht. Danach fanben im eng- i i n i st e r i u m i m Se p t e m b e r
1 J 1 7 ernste Beratungen statt, ob nicht in unauffälliger und unverbindlicher Weise versucht werden könne, den Gegner zu veranlassen, seine Kriegsziele bestimmter be- lanntzugeben und die Möglichkeit zu ergründen, vielleicht eine feste Grundlage für die Friedensverhandlungen zu finden. Alle Mi- J11 fter, bis auf Lloyd George, waren für einen solchen Schritt, worauf ein früherer hoher Staatsbeamter, der mit leitenden Männern itod) immer freundschaftliche Beziehungen unterhielt und keineswegs als Gegner Deutschlands galt, mit einem langjährigen intimen Freund deutscher Abstammung, der sich früher lange in England aufgehalten hatte und nun in einem neutralen Lande weilte, Fühlung nahm. Im September 1917 diktierte der eng- lrschc Unterhändler seinem deutschen Freunde ein ausführliches Expose über den englischen Standpunkt und die englischen Bedingungen für die Friedensverhandlungen mit Deutschland. Der wesentliche Inhalt des hochwichtigen Aktenstückes, das sofort nach Berlin weitergeleitet wurde, war der folgende:
Im gegenwärtigen Konckitt zwischen Deutschland und England haben die Person der UlZon- a.rcken keine ausschlaggebende Rolle gespielt. T^r eigentliche und t«fste Grund des Zwistes liegt in der tfrage der Seeherrschait und in maritimen Angelegenheiten. Alle englischen. Staatsmänner ohne Ausnahme sind von dem Gedanken durch- vrungen. daß England seine Seeherrschast unter allen Umständen au.rechterl-a ten müsse. Nachdem sich nun das Kräfteverhältnis zur See immer mehr zuungunsten Englands verschoben hat und auch die allgemeine Wehrpflicht hat eingeführt werden müssen, und da ferner die gewaltige eng- lische Flotte witzlos in den Häsen liegt, verlangt die öfsenttichc Meinung energisch die unbedingte maritime Abrüstung des Gegners. Deutschland muß sich bereit erklären, keine größere Flotte zu unterhalten, als zum Schutz seiner Kolonien gegen Seemächte zweiten Ranges nötig ist. Ferner muß Deutschland zusichern, daß in Zukunst deutsche Waren im Ausland nicht billiger verkauft werden als in Deutschland selbst. Belgien ist in jeder Hinsicht zu entschädigen. Nicht nur die diesem Lande selbst und seiner Bevölkerung verursachten Schäden müssen vergütet, sondern auch der ganze KriegN'vstenrufwand muß von Deutschland bestritte'- werden. Luxemburg wird Belgien ange- glicdert Rußland behält seine alten Grenzen vom 1. August 1914. Serbien erhält unter allen Umständen einen Zugang zum Meer. Die Abgrenzung der Balkanländer wird durch die Großmächte vorgenommen. Italien werden die Fordrungen vom
werden durch ihn, war doch immer unverrückbar vor ihr gestanden.
Und das sollte ihr die kleine, alberne Schwester bei Gott nid# entreißen!
Sie trat dicht an Magnus heran.
„Was ich denke? Daß ich dich lieb habe, Magnus, und daß ich mich sehne nach der Zeit, wo nur beide allein sein werden als Mann und Frau und niemand mehr zwischen uns treten tarnt Du hast gesagt. Liebster, wenn du von Glaoersheim zurück kommst, wollten wir dar Hochzeitstag bestimmen . . wollen.wir es hm?"
Ta war er ja, der weiche Liebes ton, den er vorhin herbeigewünscht hatte, der ihm das Herz 'offen und bk Seele wieder leicht machen sollte. Inniger war er da als je zuvor, und die schönen samtbraunen Augen leuchteten geheimnisvoll heiß auf, wie damals rnr Kammelsbergschtzn Wintergarten, wo sie ihn um alle Besinnung gebracht hatte.
Aber sie zündete nicht mehr! In ihm blieb alles stumm und kalt. Dann geschah etwas Seltsames.
Sein Herz begann plötzlich in dumpfien, nrilbcn Schlägen zu hämmern: denn zwischen ihm und ihr tauchte glcnch einer Vision etwas Holdes, Süßes auf, ein leuchtendes Traumbild mit einem Krönlein von Ginster im goldbraunen Haar....
Und rrgendwo in ihm schrie eine Stimme: „Narr, der du bist — meinst du wirklich, mich je wieder vergessen |u können? Und wenn du der andern zehnmal die Treue hältst, dein Herz gehört doch mir! Immer und ewig mir!" Bleich nne der Tod stand er da.
bemerkte fcer Fürst: „Es ist unrecht, uns jetzt sortNälhrend mit den Gefahren von Belfort zu unterlZalten. Däcktke hat mir runuw# erklärt, oa&Tinr es mili arisch entbehren könnten. Uebrigens Iteht es noch dahin, ob wir es uns hätten arteignen können. Als ich darüber in Versailles mit Thiers unterhandelte, war unsere Situaiivn eine Höchsts grfpannte. Mir log vor allem daran, mit Straß,- bürg /und Metz in der Tasche aus Frankreich herauszukommen, ehe sich die Koalition, unsere guten Freunde, gegen uns zu einem Ringe schloß. Es kam mir darauf an, um jeöen Preis zu verhindern, daß der FriedensschLuß vor einen internationalen Areopag, a la Berliner Kvngrcß, gezogen werde. Die Gefahr war größer, als man glaubt, toutn Oesterreich, um für 1806 Reoancl>e M nehmen, eine franzosenfreundliche Schwenkung machte. Die Vereinigten Staaten in Norbamerita hätten mk einem Federzuge die Koalition zustande bringen Tön neu. Als mir daher Thiers sagte, er müsse nx^en Belsvrt noch zum Giße der Regierung reifen, drängte sich mir die Befürchtung aus, sie möchten dvrt die Sache noch mehr in die Länge ziehen, und sv schloß ich denn ohne Belfort ab."
Von den Strapazen während des französischen Feldzuges plauderte er: ,,L« Verpflegung war mitunter so schlecht, daß ich einmal 24 Stunden keinen warmen Bissen über die Lippen brachte. Einmal hat man uns in enter wahrhaft miserablen Spelunke unfevgefrratftt und mir das Leben denkbar sauer tzcmacht: alles aus Aerger, daß ich mit meinem Stabe auch du bei war. Einmal taufte ich fünf Eier um 20 Frs. Ich teilte mein Cluartier mit dem Grvßherzvg von Mecklenburg und dem amerifonifd^n General Sheridan. Als es ans Teilen der Eier kam, tarn ich mit meinem angeborenen Gerechtigkeitssrnn in Verlegenheit, löste aber doch die Schwierigkeit, tnbem ich zwei Eier vorweg autaß."
Bismarck arbeitete d-ama's, tm Oktober 1892, eifrig an seinen „Geda nken und Erinnerungen". „Meiu Memoirenwerk," sagt" er, „das nach meinem Tode erscheinen soll, furbnt meine Kraft. Es ist jetzt ein Band j» gut wie ferttggeftellt, bis auf die notwendigen Strnchun- Zni. Ich bade mich bevckts mit Cotta wehren d>s EttchetnenS aebunden." Ern ander M»l meint er: „Meine Memoiren kann ich letzt nicht herausgeben, ich würde damit zu ucrie Perwn.m verletzten. Nach meinem Tode können Sie dereinst publiziert wenden." lieber sein per sön lrches Zusammentreffen mit Richard Wagner äußerte der Fürst, daß er ibn einmal gesehen habe. „Er tarn einmal w mir $u Tisch, verließ mich aber sicktlich enttäuscht. Ein Vetttum (Geld für Bayreuth) hatte er ntd£ vorgebvacht. Mim setzte uns zusammen lauf ein Sofa, und dn dichte er wohl, daß sich Maschen uns ein Duett enbspümen würde, aber es tarn m-ders. Der Meister der Töne erntete wohl von mir Hcht gmiig ELogen, er kam nicht zur Ewsa'ttmg mtb grng otttäufcht." Heber Len Vach urteilte BiSmorck: „Lattwch ist mir ein ungM-Ä ansvrsÄ-nber Gese lfch.fder und auch tftnfFerijd' stelle ich feine 28erte hoch- dagegen findet Werners Bi b vom Berliner Kongreß, wo td> wrerbend dar gestielt toeitr, meinen Beifall nicht."
1. Mat 1915 zugestanden. Elsaß-Lothringen sott vom Deutschen Reiche völlig losgelöst und als autonomer Staat crflärt werden. Rach einem gewissen Zeitpunkt soll die Beoö.kcrung selbst darüber entscheiden, ob sie im Zustand der Autonomie verbleiben oder sich an Frankreich ober Deutschland anschließen will Falls Elsaß-Loth- rinnen sich für völligen Anschluß an Frankreich cntfdjeib.’t. wird Deutschland aus kolonialem Gebiet entschädigt Abgesehen von Belgien werden keinerlei Kriegsentt'chä.ttgungen gemährt. Die deutschen Kolonien werden an Deutschland zurück- gegeben unter der Verpflichtung, daß auf die weitere Erwerbung von Kohlenstationen und M»- rinestützpuntten verzichtet wirb.
Die kriegführenden Mächte vereinigen sich zu einem Vö.kecbund aus folgender Grundige: Die Friedenspräfenzstärle der betreffenben Armeen darf Va Prozent der Bevölkerung nicht übersteigen. England ist in bezug auf seine Marine an diese Beschränkung nicht gebunden. Es wird ein obligatorisches Schiedsgericlst für alle internationalen Streitigkeiten ohne jede Ausnahme gebildet. Die neutralen Völker werden au rgeiorbert, aber nicht gezwungen, dem Böllerbunde beizutreten. Die Mitglieder des Völkerbundes schließen miteinander Handelsverträge nach dem Modus der Meistbegünstigung ab. Die Staaten mit monarchischer Verfassung innerhalb des Völkerbundes müssen nach streng bemofrarifdjen Grundsätzen regiert werden. In jedem Staat bilden dirett vom Volke gewählte Verttetungen und Körperschaften die höchste und entscheidende Behörde. Der Fahneneid ist nicht ans den Souverän, sondern auf die Verfassung zu leisten.
lieber die Aufnahme dieses Friedensoder Verhandlungsangcbots liegen verbürgte Nachrichten nicht vor. Bon durchaus vertrauenswürdiger Seite wird mitgeteilt, baft Wilhelm II. in alle Bedingungen, wenn auch' widerstrebend, sich gefügt, dagegen die Entscheidung bezüglich Elsaß-Lothringens in der schärfsten und heftigsten Form zurückgewiesen habe. Selbstverständlich hätten sich alle verantwortlichen und unverantwortlichen Ratgeber unter diese so energisch vorgetragene Willensäußerung des Kaisers geduckt. Nach Berliner Muster ist nichts geschehen. Der deutsche Gesandte im neutralen Lande erhielt nicht einmal eine bestimmte Antwort oder Absage. Der englische Unterhändler ver- schwand nach kurzer Zeit.
!>crmiid>tes.
fftW zu Magnus, „ich habe Kopfschmerzen und möchte nnch ntcberlegen" Au Wahrheit wollte sie mir ungestört ihr weiteres Verhalten überlegen.
_ sch, sie betreten an. In feinem Innern fühlte er sich weit schuldiger, als sie ahnte. Hatte er sie doch wissentlich beloaen, als er behauptete, Mvdesta nur zufällig getroffen zu haben.
Und da sein Gerechtigkeitsgefühl ihm sagte, daß sie wrrllich Grund zum Aerger hatte, hätte er sie gern irgendwie versöhnt und beruhigt.
Aber diese Aufwallung wurde erstickt durch ihre kühle, hochmütige Haltung. Darum sagte er m demselben Ton: „Es ist selbstverständlich, daß du dich schonst, wenn dir nicht wohl ist. Gestatte darum nur, daß ich vorher einen Irrtum in bezug auf Modesta richtigstelle. An dem Zusammentreffen mit mir heule im Walde trifft sie nicht die leiseste Schuld. Sie wußte gar nicht, daß ich
Evelyn unterbrach ihn durch eine abweisende HaNdbewegung.
„Tu brauchst wirklich nicht noch weiter mir gegenüber ihren Ritter zu spicken, lieber Magnus. Ich Überlasse es deinem Gewissen, ob dein Vorgehen übereilt war.
Sie bezwang ihre Stimme und gab ihr einen sanften Ton.
Es wäre ja entsetzlich gewesen, wenn jetzt, wo sie alle Brücken hinter sich abgcbrodxm und ihr eigenes Herz unter die Füße getreten hatte, ihr die Schmach angetan würde, daß er sie verließe!
Wie bewegt und wechselnd auch die Stirn»
Heues aus poschmgers Gesprächen mit öismarct
Die Gespräche von .Bismarcks Eckermann", Heinrich von Poschinger, deren Beröffentlichung aus dem Nachlaß im neuefien Heft der „Deutschen Rundschau" fortgesetzt wird, enthalten wieder hoch- kbeutfame Äußerungen des Fürsten, die auch die verworrene Lage der Gegenwart beleuchten. So gab Bismarck seinem Besucher Charakterbilder der drei Kaiser: „An dem alten Kaiser war alles vornehm und korrekt: dabei wollte er nicht unfehlbar sein wie der jetzige. Oft gab er ein gefaßtes Urteil auf, wenn ich ihn von der Aktenlage in Kenntnis gesetzt hatte, ohne mir einen sticken Groll im .Herzen zu bewahren. Auch mit dem Kaiser Friedrich wäre ich ganz gut ausgekommen. Schon als Kronprinz waren meine Beziehungen zu ihm nicht so schlecht, wie man dies gewöhnlich voraussetzt. Den Erlaß an den Reichskanzler, den er bei seinem Regierungsantritt veröfsentlichen wollte und der meinen Freund Geisten zum Verfasser hatte, überreichte er mir versiegelt, von San Remo kommend, auf der Fahrt von Leipzig nach Berlin. Ich brach das Kuvert auf und las den 3nba(t, worauf er mich fragte, ob ich gegen die Veröffentlichung des Erlöstes etwas ernzuwenden habe. Ich verneinte diese Frage und hätte sie — aus Mitleid mit dem Armen — selbst dann verneint, wenn Schlimmeres darin gestanden hätte. Auch mit der Kaiserin Friedrich wäre ich fertig geworden. Kaiser Friedrich zeigte seiner Gemahlin gegenüber selbst in feinen schlimmsten Tagen einen festen Willen. Als es sich darum handelte, ob der Sattenberger nach Berlin eingelahen werden sollte imb die Kaiserin Friedrich diesen Wunsch Bricht ausgab, raffte der Kranke seine letzte Kratt zusammen. Es war das erste und das letzte Mal nach der Tracheotomie, baß er ein lautes Wort von sich gab. Daraus verließ er selbst sogleich auch das Zimmer, um in einem benachbarten seinen Tränen Laus zu lassen." Ueber die Unmöglichkeit, unter Wilhelm II. weiter zu bienen, Jagte Bismarck: „In den letzten Monaten vor meiner Entlassung hat in schlaflosen Nächten die Frage mich unablässig beschäftigt, ob ich unter ihm aushalten könne. Meine Liebe ytm Daterlande sagte mir, du darfst nicht gehen, tm bist der Einzige, der diesem Willen noch das Gleichgewicht zu halten vermag. Aber auf der andern Seite kannte ich die Gerstesver- sassung des Monarchen, die mir die traurigsten Venoicklungeu im Bereiche der Möglichkeit erscheinen sieh. Das Schauspiel, das sich in Bayern mit König Ludwig dem Zweiten verhältnismäßig glatt abgespielt hat, würde in einem Militärstaate wie Preußen einen Verhängnis volleren und schwierigeren Sljarafter annehm en. Der Kaiser hat bamt meinem Seelenkampse selbst ein Ende bereitet, tnöem er mich wissen ließ, daß er mich nicht mehr haben wolle. Ich akzeptterte diesen Standpunkt, wollte das Auseinandergehen aber in einer toürtnaen Weise durchführen. Statt dessen hat mich der Kaiser förmlich hinausgeworfen."
Ueber den Friedensschluß von 18 71
Ber Tische herrschte ernt schwüle Stimmung. Modesta rührte keinen Bissen an, sah blaß und «lend aus und gab verkehrte Antworten, wenn man sie ansprach.
Magnus und Evelyn wechselten kein Wort nnteinander. Beide starrten finster vor sich hin.
Die Mütter beobachteten es mit wachsender Unruhe und tauschten heimlich besorgte Blicta. Lhve Bemühungen, ein leidliches Tischgespräch nt Gang zu galten, blieben klägliche Versuche.
Es war offenbar, daß zwischen dem Brautpaar statt der erhofften Wie^rsehensfreude arge Verstimmung herrschte, und Modesta den Grund davon kannte.
Aber beide Mütter waren der sehr richttgen Ansuht, datz es am besten sei, zu tun, als merke man mchtS.
.Liebesleute müssen auch mal em wenig schmollen," tröstete sich die Gräfin im stillen, „um so sützer ist bann die Versöhnung."
"Und Mama Losenstein dachte: „Wenn es etwas emmiches ist, wird Modesta es mir wohl selber sagen..."
Das Brautpaar pflegte sonst nach Tisch, wäh- vmd die alten Damen sich zu kurzer Siesta zurück- zogen, auf der Terrasse ober tm Park zu lustwandeln.
Heute aber machte Evelyn keine Anstalten dazu. „Du wirst mich entschuldigen", sagte sie
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t Sonntags junge itiommen.
unb Frau (Emilie geb. Fabn.
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Er fuhr sich über die Stirn und schloß fte einen Moment die Augen, wie wenn ihn cnn Helle schmerzhaft blendete.
„Nichts. Ein leichter Schwindel nur," antwortete er bann donlios unb tzch seine Braut afr wesend an. „Wovon sprachen wir doch eben?"
„Bon — von unserem Hochzettstag. Ich M dich, ihn zu bestimmen."
„Ja so. Richttg? Also . . sagen wir dop heute an über drei Wochen . . . paßt dir bad?"
Sie tat, als merke sie gar nicht, wie klanglos sein Ton plötzlich war.
Ein tiefer, befriedigter Atemzlug hob ih« Brust. Gottlob, er ließ sie nicht, er hielt sein Wort ttotz allebem!
In enter Anwandlung stillschweigender Dankbarkeit wollte sie die Arme um ihn legen, aber da wich er beinahe unfreundlich zurück.
.Laß das," fapte er rauh und erschrak selber vor dem Klang seiner Stimme.
Ihr sckvß das Blut ins Gesicht. Welche Demütigung für ihren ©toi}! Alles in ihr bäumt, sich leidenschasilich auf, drängte sie förmlich dazu, ihm den Verlobungsring zornig tior die Fü§ zu fckleudem — dem Manne, dem nie ihr Herz gehört hatte, und ber es nun wagte, rhve Eittt- tett fo tie! in ben Staub zu treten.
Aber auch jetzt bezwana sie sich. Tas Zick, dem sie zuitrebbe, war wohl einer D'.müttgung
Stumm wandte sie sich ab. Magnus sah bii Zucken ihrer Lippen wohl, und wie sie sich zwang, ruhtg zu erfreuten.
(Fortsetzung Polgt.)
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