Nr. 85 Zweites Blatt
Donnerstag, 10. April 1919
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)
Wetter
Datum
- to to
Niederschlag
Ter SchlichtrmgSauSschutz
gnuppe des SB o 1 f 5 hu n b<*<< rum Schutz br I -xiter Bon 16—18 Jahren 1,15 Mk. Stunden- Kriegs- und Zivil-Geiangenen zusammen, bic lo^n fa}afjit werden.
Mitglieder zählt. Tie Arbeiter an den B a hn erw et te.
Ich finde Ihren Wunsch duvckxms begreif-1 ihn, das; noch einige Messungen an chm vorgenom- . ^ erklärte er und ich werde Ihnen eine men tverdcn mutzten, um möglichst alle Unterschiede ntimationskarte ausstellen, die Ihnen inner- fest zu stellen , die zwischen ihm und dem Emil
9. 4.
9. 4.
10. 4.
wechs. bewölkt nachts Negen
12.1
5.9
4.0
Schnepfe!"
In einem
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
w nn ivn ¥r e i 3 ft r a 6 c n b e b e u t e n b e dem gefällten iscvieosiprua) ipuen o« luiaui^ ft Ä i b e fcbc hohe 1,10 Mk. und die ct>l.iu€rtiflcn LrlMrb.tter
L "willig MO 'M Mmdrft-Sttmd-Nloh. ertöten. Utto*
L^itimationskarte ausstellen, die Ihnen rnner- halb Deutschlands Schutz vor Verwechslungen durch Organe der Polizeibehörden bietet. Was für besondere Merkmale können Sie migeben?"
Besondere Vierkmale?" ftagte erstaunt To-
Kreis Friedberg.
= Friedberg, 8. April. Ter Rückzug des veeres im November 1918 durch den Kreis Friedberg hat an den Kreisstr aß en beb e u tcn r ”
Kreis Schotten.
B Burkhards, 9. April. Auf Anregung oes Ortspsarrers schloß man sich zu einer Orts-
nm. abbs. vm.
5
9 I
10 ||
1.5 mm.
der Provinz Oberhessen verhandelte rn seiner Sitzung am Montag über folgende Stre.tiälle:
Die im L o l l a r c r Steinbruck) der Fa. TMister zu Metzen beschäftigten Arbeiter verlangten Stundeulöhne von 1,60 Mk. für Arbeiter über 21 Jahre und 1,39 Mk. füf solche unter 21 Jahren. Ter Arbeitgeber wies die Forderung zurück und sagte, wem dies nicht passe, der solle aufhören. Daran»' legten die Arbeiter die Arbeit nieder, aiistatt sich zuerst an den Schlich ungsausschutz zu wendei». Es kam nunmehr, nachdem die Arbeiter über eine Woche gefeiert hatten, ein Vergleich zustande, wonach 1,33 Mk. bzw. für Ar-
Der Doppelgänger.
Roman von Carl Schü l e r.
Fortsetzung Nr. 4.
Aber die Sache war nicht so einfach Auf dem Polizeipräsidium war man zwar gewohnt, 45alle auszustellen, in dem man dem Antragsteller be- stbeinigt, daß er der und der, der Obrigkeit wobt- bekannte Bürger ist, aber jemandem zu bescheinigen, daß er nicht ein anderer ist, das ging wett über den Nahmen des Alltäglichen Innaus und bedurfte einer ganz besonders sorgfältigen Be- lwnbUing^es^^ T,oriDal5 hatte einen weitläufigen Jnstanzweg durchzumachen. Auch war man^ sich anfänglich nicht k.ar, welcher Abicrlung die end* ;L1r Erledigung übertragen werden tollte, Aic Abteilung rür das Patzwesen gab das Gesuch an hie Abteilung für das Meldewefen und diese gab vKhen"l?ch an die Abteils für Theater und BaiN'.'esen, wahrscheinlich, loetl der Tezernent das Gesuch nur flüchtig gelcfen und m lemm chnzig di-' Nennung des Königlichen Opernhauses falten geblieben ivar. Dann gab es noch einige ^"Wäbreich ^v'ier Wochen hatte Dorival nicht lueniger als neun polizeiliche Vorladungen erhalten. Er hatte dadurch «var einen nicht umn^ essanten Einblick in das Getriebe des gropitadtifchen Sicherheitsdieiistes erhalten, aber das lnnderte wn ificht, sich nachgerade mit Erwägungen M be- schäfligen, ob nun Lvl'ol oder eine Revolver kugel am schmerzlosesten wäre, ihn von diesen nnaus- itehlichen Plackereien zu befreien —
Aber eiidlich kam er an die richtige Lchmiede.
Kttminalkommissar Fehlhauer war ein einsichtsvoller Mann.
** Tie n e u e n B r i e f m a r ke n. Dir neuen Erinnerungsmarken an die N r t ional v erf.i mm- lung Boni men in den 28erteu zu 10, 15 und 25 Pf. Vir Ausgabe. Diese werden jetzt am meisten ge- bvaudit, ohne daß ausreickfende Vorräte zur Ver- »äziing stehen. Tie Marken werden von Kr llieickrSdruckerei unter fDtihrirfung der Künstler in einfarbigem Buckrbruck l)erg.sttllt. Tie Herstellung ves Trucktziockes ist der sckM:eriglte Teil der Aus- aabc und verlangt eine besonders geschickte, jahrelang g.'üble Sxtnb. Tie neuen Rrarken werden et- rtiv größer a s die jetzigen, 23: 31 statt 22: 26 Mikl iwe e . Jü. di.- Fa ben si.rd die Vcrsuckie noch nick»! i'..'geschlossen. Tu- Marke zu 10 Pf. stellt >ine Eiche nach dein Entwurf von Hugo F-rank dar, der be bem Wettbetverb den 3 Preis cvbalten hat. Tie Ainfzechipfennigmarke gibt einen Ettheu- stumpf mit jungen Trieben nach dem Entwurf von Ernst Böhm in Charlotteuburg wieder, der den I Preis bekommen hat. Die Marke zu 25 Pi. stellt einen knienden Baul>andwerker nach dem prei^gekrönten Entwurf von Georg A. Mathep in Berlin dar. Es sind dies die ersten Gelegenheits- marlcii der Reichtpost. Tie Entwürfe werden z. T. im Reichspostmuseum, vielleicht auch an anderen Orten ausgestellt iverden.
Kreis Büdingen.
4t- Selters, 8. April. Hier bildete sich, eine Ortsgrupp, des Bvlksbundes zum Schutze tt'utsck'cr Kriegs- und Zivilg'fangenen, der 80 Mitglieder beitraten. Ähnliche Vereine umrden in Lißberg, Schn ckartsl^ulen, Bellmuth und Bv- bcnhausen I. geg ündet.
mr. Wiesbaden, 8. April. Tie N a s sa u- ische Landesbank Ixittc vor ei.igec Zeit versucht, eine Million Mark in Wertpapieren itad) Frankfurt in das neutrale Gebiet zu bringen, mc Beauftragten wurden aber in Höch t ang-IauciL Dor dem französisck-en Militär-Oberpolin ig-.r-ck>t standen biescrhalb nun die Landesbantbramten Giselbreckit und VLorgenthau, sowie Landesbank- dirrklor Mau und Schröder. Alte v.er Angeilag- ten erhielten je 5000 Franks Geldsttase bzw. 5 Rdonale Ge'ängnis, w nu die Geldstrafen nicht innerhalb 48 Stunden bezahlt sind. — 3'" Hotel Grün-r Wald l)atte sich der Matrose Fritz Lchrv- der eingemictet, wurde aber eines Tages megen Störung der öffertl.chm Ordnung feitg-nvommen Bei einer 5?aussuchung in seinem Zimmer fand das französisch Mili ar BrvsckKren rervlutionaren Inhalts, außerdem eine kleine rote Flagge. Aui Befragen nach der Bedcutmig. dieser Flagge antwortete Schröder: „Tas ist die Fwechrtsflagge von Willutlmsl-aven und sie wird bald weder über Wiesbaden wehen." Nun darf er sechs Monate über seine Unachtsamkeit hinter schwedischen Gardinen nackten ken.
Höchste Temperatur am 9. 4.: 12.9’; 10 4.: 6.3 °.
Nieürigste „ „ 9.4.: 5BF 10.4.: 29°.
Letzte Nachrichten.
Nosle über die Lage im Reich.
Berlin, 10. April. Einem Mitarbeiter des „Berliner Tageblattes" gegenüber, der den Reichs- wehrmiuister Noske interviewte und über die Lage im Reiche befragte, antwortete Noske: Wir hallen Grund zu der Annahme, spartakistisch Umtriebe könnten in Berlin cinsetzen. Daher unsere Vorsichtsmaßregeln, die glücklicherweise sich nachher als überflüssig erwiesen haben. Die militärische Leitung ist für alle Möglichkeiten twrbereitet. In Magdeburg verläuft alles planmäßig. Tie Stadt ist vollkommen in unserer Hank. Heroor- ragende Leistungen vollbrachte eine Abteiulng der aktiven Unteroffiziere unter dem Oberfeuerwerk-r- fclbiuebel Seidcuschnur. Auf meinen Befehl patrouillieren auf der Elbe mit Maschinengewehren, bestückte Motorbiwde, um die Schiffstranspnte, die die amerikanischen Lebensmitteltransporte stromaustvärts bringen, vor spartakistischen Ucber- sälleu zu sichern. In Bayern werden sich, wenn mein Freund Hofsrnann sich nur noch einige Zeit hält, die Verl)ältni|se zu Gunsten der recht- niätzigen Regierung befestigen. Epp, früherer Kommandeur des Münchener Leibregiments, ist ein hervorragender Offizier. Wenn es nicht anders geht, wird München genau so zur Vernunft zurückgefuhrt werden müssen, wie das eben mit Düsseldorf und Bremen geschehen ist. Ehe unser Vaterland in den Abgrund gestürzt wird, muß lieber aufs kräftigste zugeschlagen werden müssen. Tas Blut, wenn es fließen sollte, kommt über die kommunistischen Tollhäusler. Im Ruhrrevier stellen die Verhältnisse tvesentlich günstiger, als die Senfations- presse wahrhaben will. Auf die Frage, wie er sich zu den neuen Anträgen wegen Einrichtung eines Reichssoldatenrates stelle, der dem Reick-swehrminister gleichberechtigt zur Seite gestellt werden soll, antwortete Noske: Ter Rätekongreß kann Wünsch äußern, die der Nationalversammlung zur Deschintzfassung zu unterbreiten sind. Wenn aber der Reick>ssoldatenrat Tatsache
schrank hockte der Oberkobold über alle böten und guten Zufälle und lache furchtbar:
„Armbrüsterchen! Ach, Armbrüsterchen — du hast ia keine Ahnung? Wie die Berliner sigen!"
Tann piepste er mit seinem dünnen Geisdcr- stimmchen vor sich hin:
„Wie unendlich einfach das alles ist? * Es erhält sich das Getriebe.
Turch Hunger und durch Liebe.
„Tu mein Lieber, hast die Liebe, roemt ich mich nicht sehr irre, und Herr Schnepfe bat den Hunger, wenn auch in ziemlich grotzem Stil. Wir wollen das nun ein wenig durcheinanderschütteln, dem guten Schnepfe den Wert der Liebe für das Getriebe zeigen, und dir, Torivalckien, klarmachen, wie der Betrieb vom Standpunkt des Herrn Emil Schnepie aus aussieht."
51vbolde sind so!
Großmutter hat es schon geglaubt, und ihre Großmutter auch, und wir selbst sck)woren darauf, als wir noch um einiges jünger und schöner wo ren, glauben aber selbst jetzt noch ein wenig daran: Taß es sozusagen eine eigentümliche Bewandtnis mit der Liebe hat! Eine sonderbare Bewandtnis — höchst sonderbar . .
Schnepfe beständen.
Er führte den ehemaligen Leutnant in die Abteilung für vergleichende Messungen.
Die Akten Emil Schnepfe wurden herbeige- schofit und die Messungen an Dorival vorgenommen. Es stellte sich zunächst heraus, daß Schnepfe um ein geringes größer als Herr von Armbrüster rrar. Dorival maß einen Meter unh eimmdachtzig Zentimeter; Schnepses Längenmaß zeigte erneu Zentimeter mehr. Sehr ähnlich, ganz verblüffend ähnlich, waren dagegen die Schädelmaße, während wiederum die feinen Aederungen der Abdrücke der Fingerspitzen sehr merkbare Unterschiede aufwiesen.
Eine Wocl>e später erhielt Torival seine Legi- limalionsk-arte, die feine besonderen Merkmale auf- zälstte und dem Inhaber ausdrücklich bestätigte, faß er mit dem steckbrieflich gesuchten Emil Schnepfe nicht identisckf sei.
2.
„Sie sind erledigt, mein lieber Herr Emil Schnepfe!" sagte der Freiherr von Armbrüster. Er stand vor dem großen Spwgel in seinem Wohnzimmer und unterhielt sich mit seinem Spiegelbild. „Sie gehen nach links in die große Kulisse ab, soweit ich in Betracht tomrne! Sie können sich jetzt gefälligst selber verhaften lassen! Addio — Herr Sckpiepfe!"
Er betrachtete liebevoll die ßegitimatümSfirte.
„— und wenn je wieder solch ein Geheimpolizist mich her — verschriepfen will, so zücke ich dieses Stückchen Pappe und zerickunettere ihn! Empfehle mich! Gehen Sie zum Teufel, Herr
stunden werden mit 25 Proz., Sonntagsarverten mit 50 Proz. Zuschlag vergütet.
Tie Metallarbeiter der Firmen B 5 n- ninger, Hepligenstaedt und Schaff- st a e d t zu Gießen haben vor einiger Zeit mit ihren Arbeitgebern einen Tarifvertrag mit Turchschnitls- löhnen vereinbart, jetzt wurden Mindestlöhne gefordert. Im Schiedsspruch wurden die früheren TurckischGttslöhne als Mindestlöhne ausgesprochen. Weiiergehende Forderungen sollen die Arbeilerausschüsse bzw. ihre Vertretung, der Metallarbeiterverband, erst durch direkte Verhandlungen mit ihren Arbeitgebern zu erreichen suchen.
Tie Lohnforderungen der Gießener Buch- binderge Hilfen tvurden durch Schiedsspruch auf 30 Mk. Wochenlohn nach beendeter Lehre, steigend in 5 Jahren auf 50 Mk. und für die in Buchdruckereien und Verlagsbuchhandlungen beschäftigten Buchbinder auf 55 Mk. Mindest- Wockienlohn festgesetzt. Lehrlinge sollen 3, 5 und 7,50 Mk Wochenlohn erhalten.
Tie Bäckergehilsen - Lohnforderungen wurden iuritlg/lteilt. Die pantattsa^ Lohnkommission wird zunächst unter dem Vorsitz des Schlichtungsausschuß-Vorsitzenden eine Einigung zu erzielen suchen.
Em I a u i m. Angestellter verlangte als bisheriger Kriegsteilnehmer Wiedereinstellung bei seinem früheren Arbeitgeber, Er nahm seinen Antrag zurück und ging auf dessen Angebot einer einmaligen Abfindung von 150 Mk. ein, da dem Arbeitgeber wegen Ruhens seines Geschäfts die Wiedereinstellung sicherlich nicht auferlegt worden wäre. 9 ,
Einem 93 r e n it in e t ft e r aut einem landw. Gut wurde sein Teputats-Gartenanteil mit 10 Mk. festgesetzt; er hatte 60 Mk. Wertschätzung beantragt.
rungsarbeiten zu Alsfeld stellten Lohnforderungen an ihre Arbeitgeber Joh. .Utämer» Leusel und Job Ehr. Ruhl-Angersbach Nach — gefällten Schiedsspruch lollen die Maurer ' die vv-1 .wertigen Hilssarb. ster
W e i m a r, 9. April. (WTB.) Der bayrische Zentrumsabgeordnetc Tr. Georg Heim veröfienl licht einen Aufruf an die bayerischeT' Ba u ern, in dem er im Namen von vier Millw neu Bauern gegen die Eingriffe der neuen Räte republik in den Betrieb der landwirtschaftlichen Genossenschaften und Tarlehnskassen Einspruch erhebt. Er habe aus Gründen der Menschlichkeit gegen die Aufforderung an die Bauern zum Er- nährungsstreik Stellung genommen, sei aber überzeugt, daß die Maßnahmen der Räteregieruo» auf die Bauern aufreizend wirken würden.
Verlftindlungen im Ruhrgebiet.
Essen, 9. April. (WTB.) Eine Konferenz von Vertretern der BergarbeiterverbLnde und von Vertretern des Zechenverbandes tagte heute unter dem Vorsitz des ReichsarbeitsministnK Bauer und unter Teilnahme des Reichskom- missars S e v e r i n g, sowie von Vertretern des preußischen Haiidelsmimsteriums im Rathaus zu Essen, um zu der durch den Generalstreik un Ruhrrevier geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Die Konferenz kam nach emgehender Prüfung zu dem Ergebnis, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit für die unter Tage arbeite oben Gruben^ arbeitet auf sechs Stunden im Jirteresse unserer Volkswirtschaft zur Zeit unmöglich ist. Auf dringende Vorstellungen der Vertreter derBergarbeitei> veibände, die dec Meinung Ausdruck gaben, bap ein Entgegenkommen in bezug aus die Arbeitsmt angesichts der schlechten Emährungsverltältmsse unbedingt notwendig sei, haben die Vertreter des Zechenverbandes auf Einwirkung des Reichs- arbeitoministers sich bereit erklärt, die sieben stündige Arbeitszeit auf die unter Tage beschäftigten Arbeiter einschließlich Ein- und Ausfahrt zu bewilligen. Durch diese Verkürzung der Arbeitszeit sind die deutschen Bergarbeiter besser gestellt als die englischen. Arbei.sznt der Arbeiter über Tage bleibt unverändert. Die Frage, ob eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit für die unter Tage beschäftigten Arbeiter sich ermöglichen läßt, soll einer Prüfung durch eine Kommission unterzogen werden.
für diese außerordentlichen Straßenherstellnncpn einschließlich 58 500 Mk. Teuerungszulagen an du Arbeiter 524 500 Mk. und für Walzarbeften 150 000 Mk
= Butzbach, 8. Avril. Der öffentliche Ar- deftsnachweis in Butzbach wurde durch BesMuß des Friedberger Kreistages aufgehoben.
Hcssen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M,, 8. April. Ter Magistrat wird in Verbindung mit der Hankelskammer gleich nach Fricdensschluß eine große Einfuhr- messe veranstalten, die mit Ausstellungen verbunden sein soll. Tie Angehörigen der verschiedenen feindlichen Staa^n sollen hier zusammengeführt und zur Anknüpfung der alten und neuer Verbindungen angeregt werden. Als Ausstellungshalle wird die große Festhalle benutzt und die Regierung, der der Plan augenblicklich zur Begutachtung vorliegt, soll die Messe durch Zvll- erleicbterungen zu heben suchen. Selbiwerständ- lich kommen nur Waren in Frage, die für den beut]dien Markt notwendig sind, aiso kerne Luxusartikel, durch welckie unsere Valuta unnötig angestrengt würde.
Aus dem besetzten Rhi'ingebiet.
— Bad Homburg v. d. H., 9. AprU. In der katholisckun Kirche fand die Trauung der Prinzessin Louise zu Solms "Braunfels mit dem eng- Wchen Maler James Pitraira Crowles durch den katholischen Pfarrer Hubert Kraft Graf von ©tradp witz aus Braunfels a. L. statt.
--Montabaur, 9. April. Im naben D>lischest) trug sich ein fol enschweres Automobil- Unglück zu. Ein mit zivei Sftdaten un) sieben Zivilpersonen besetztes amerikanisdies Lastauto stürzte eine Böschung hinab und begrub die Insassen tunter sich. Drei Zivilpersonen wurden sofort getötet, drei andere erlitten mehr oder minder schwere Berletzilngen. Die anderen Personen kamen mit leidsten Hautabschürfungen davon.
rival. ..
„Merkmale, die nur Ihnen eigen sind, -itc Sie von jeder anderen Person unterteilen. Auch von diesem Schnepfe," erläuterte der Kriminalkommissar. „Haben Sie zmn Beispiel ein wge- nanntes Muttermal, Herr von Armbruster?
Dorival besann sich. Rickstig, unterhalb des rechten Knies hatte er einen braunen Fleck von der Größe einer Mandel. Tas sagte er dem Polizeibcamten. „ „„ .
Sie müssen mir den Fleck zeigen, erklärte dieser Als Dorival den Strumpf herunderae- streist hatte, nalym der Kommissar eine Art photographischer Aufnahme des Muttermales vor Mit Hilfe eines Zentimetermaßes bestimmte er Lange und Breite des Flecks und seine Entfernung von der Kniescheibe. _ „ . , „
„Was l)aben Sie weiter für Merkmale? Haben feie plombierte Zähnet
Auch mit einem plombierten Backenzahn konnte Dorival aufwarten.
Nachdem der gewi'senhafte Beamte fe|tge|Mit fatte, daß der vorletzte Backenzahn im linken Unter» tiefer Torivals durch eine Goldplombe gesichert war, konnte er zu seiner großen Beffiedigung innen Aufzeichnungen nod) hinzufügen, datz Vsrr von Armbrüster am Ballen der rechten Hand eine drei Zentimeter lange Narbe besaß, die von einer Schnittwunde herrührte.
Torival glaubte, es seien nun der befemberen I Merkmale genug, aber Herr Feh Hauer belehrte
weiden sollte, gehe ich. Ohne einheitliche Leitmig, ohne Tisziplin ist nicksts Veriiüns.igcs
Berlin, 10. April. (W^B.) Reichswehr Minister Noske richtet einen Befehl an die Db- tcilung Luettwitz, worin er den Trup^n oie stärkste Garantie gibt, daß sie durch die der Reiche regicrung geleisteten Tienste in keiner Weile tu ihren staatsbürgerlichen Rechnen geschmälert wer dm. Er benutze die Gelegenheit, den Freiwtlligeii Truppen für ihre treuen Tienste erneut den 2Ain' der Reichsregiermig zum Ausdruck zu bringen vleußcrungrn Scheidemanns.
Berlin, 10. April. Ministerpräsiden' Scheide mann äußerte sich, der „Voss Z.tg/ zufolge, gegenüber einer Abordnung bed Stan ein Arbeiter- und Soldatenrates: Er persönlich rooIP feinen Hinderungsgrund bilden für die Wieder Vereinigung der beiden sozialdemokratischm pai teieii, weim die Masse des Volkes es verlangte, daß er von seinem Posten scheide Das Feld aber vor einer handvoll Schreier zu räumen, habe er feine Veranlassung. Die Unabhängigen trüben eine Politik, die die Mehrheitssoziali|ten unter feinen Umständen rnitmachen könnten.
Eichhorns UnttrschlnfliingtU.
Berlin, 9. April. In der Dimstagfitzmig des U n t e r a u s s ch n s s e s der preußisd^en L a n desversammlnng über dieBerliner Unruhen wurde die Entstehung dieser Unruhen ein gctend beraten. Regiemngsrat Dr. Doyö er stattete Bericht über die von ihm gemachten Fest stellungen, insbesondere hinsickstlich der Tätigkeit des früheren Polizeipräsidenten Eichhorn, lieber viele hunderttausend Mark fehlen Belege. Eichhorn selbst hat in einem Falle 5100 Mark und in einem anderen Falle 1625 Rtark für fichpersönlich unterschlagen. Unter den verschwundenen Geldern befinden fid) auch 147 000 Lei rumänischen Geldes, die bei Offizieren beschlagnahmt wurden Tie Sammlung und Verteilung von Waffen hat Eidstwrn bereits am 11. November 1918 begonnen. Allein von der Deutschen Waffen- und Munitions' fabrik sind Waffen im Werte von 400 000 Mark erpreßt worden. Eichhorn /bat ferner unter Be^ liutzung eines Saucrstoffgebläses versucht, dir 5) a u p t k a s s e des V o l i z e i p r ä s id i u m 4 .zu berauben. Der Versuch ist ihm aber nickt geglückt. Vom Magisttat hat Eichhorn viele Aenb^ t ner feinstes Auszugsmehl erpreßt, um davon Torten für seine Leibwachen backen zu lassen. In den von Eichhorn und seinen Tra» bauten besetzt gehaltenen ^Räumen wurde entf Notenpresse gefunden, die zur Benutzmio fertiggestellt war.
Die vaycrischcn Bauern und die RätcrcpuLlik.
Uirchlich« Nachrichten.
ösraelltische Religionsgemeinbe. Gottesdienst in der Shnaooge (Süd-Anlage). Samstag 12. April. Vorabd.:'7.00; morg.: 9.00; abds.: 7.2d u. 8.05. Israelitische Nettgionsgesellschast. Sabbat.eier am 12 April Freitag abb.: 6.50; Samstag vorm. : 8 30 Predigt; nacknn.: 3.30; Sabbatausgang: 8.05. Wodtengottesdienst: morg. 7.00, abds. 6.30, Montag morgen 6.00.
An» Stadt und Land.
Gießen, 10. April 1919.
Schutz den städtischen Anlagen.
Tie S'adtverwaltung läßt die öffentlichen gärt» ^rischen Aulagcn, die durch Abreißen von Zweigen, durch Betreten der Beete und der Rasenflächen usw. in ten letzten Jahren stark besrhädigt und auf jede Weise verunreinigt worden sind, zur Zeit nieder instand setzen. An die B ewohner Gießens ergeht daher die dringende Bitte, den schönen Anlagen ihren besonderen Schutz angc- beifan zu lassen. Tie Polizei- und Sicherheits- nrgane sind aiigew-iesen worden, bei tvotzdem wr» kommenden Beschädigungen und Verunreinigungen gegen die Täter unnachsicht 1 ich Vorzüge h e n.
Auf das Sterbet, Hunde rn ben Anlagen frei Herumlaufen zu lassen, wird besonders aufmerksam gemacht.
♦
** Generalleutnant k 2. F r i edr. Klingelhöffer feierte am 1. April dem Ernste der Zeit entsprechend in aller Stille sein 50. Dienst- Tubiläum. Unter den Glückwünschen, die dem Jubilar zu diesem Tage zugingcn, befand sicki u. a. eine Blmnenspende des Fürsten von Solms-Lick. Exzellenz Klingelhöffer trat 1869 int 2. $rop,tj. ■ten. Ins.-Regt, ein und machte mit diesem Regiment den Feldzug 1870—71 mit. Ani 20. März 1911 unter der Verleihung des Charakters als (Generalleutnant zur Disposition gestellt, wurde Exzellenz Klingelhöffer am 9. Sept. 14 zum Kom- manbciit der stellv. 83. Jpf.-Brigade und iugteid) zum Kommandeur des Abschnitts III der Festung । Mainz ernannt. Im April 1916 wurde er durch Aufhebung der Mvbilmachungsbestimm'ung aus dem Heeresdienst entlassen.
♦* Landgerichtsdirektor i. R. Karl Wieners. In der Nackt zum 6. April verschied im Mter von 91 Jahren Herr Landgerichtsdirektor Karl Wiener, eine in Gießen bekannte und hock)- geschätzte Persönlichlett. Die Leiche wurde gestern in Friedberg eingeäschert. Der Verstorbene machte im Jahre 1851 seine Staatsprüfung und kam 18o6 als Landgerichtsassessor nach Mick;elstadt. Nach vorübergehender Tätigkeit in Waldmickelback^ und Vilbel wurde er 1871 als Landgericlstsamffor nnb Bezirksstrafrichter nach Gießen versetzt :vo vr 1875 zum Hofgerichtsrat und 1879 zum Lano- gerichtsrat ernannt wurde. 1888 als Oberlandes- in-r.chtsrat nach Tarmstadt berufen, kehrte er 1889 als Landgerichtsdirektor abermals nach Gießen zurück und blieb hier bis zu seiner Pensionierung, die am 1. Januar 1900 erfolgte.
Unerklärlich:
Man geht tausendmal in die Oper. Tausendmal beäugeli man idräne Frauen, da man weder blind noch allzu töricht ist. Das tausenvundeinste Mal lächelt zufällig eine schöne Frau, die natürlich durchaus nicht schöner ist als mindestens eirv hundertmidsech-ig des vergangenen Tausenvs, wir bilden uns bescheiden sofort ein, daß dieses Lachela nur uns galt — und wir sind verzaubert! Mit einem Schlag verrückt.' Wir, die wir doch die schönsten Blumen am Weg gepflückt haben und । arg gescheit sind —
WrnLl aber unten bdm Spiegel- l Torival war verr ückt! (Fortsetzung folgt.)


