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Awetter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Montag, P. Zebruar 1919
Hermann M üller antwortete, daß khnr der Wortlaut der Rede Tr. Davr)s nicht vorliegc. Tie deutsche Regierung habe sich aber zweimal »."weigert, früch.re clsaß'lothrüigisdie Abgeordnete n die Nationalversammlung zuzulassen. Müller ■ft Persönlich auch der Meinung, daß dies nicht angängig sei. David habe Fusgefüdrt. das bis zur Stuirde Elsaß-Lotl/ri gm noch zu Deutschland c>Wre. und gefordert, das; Elsaß-Lochringen das Recht der Selbstte,.i nmung gesid/ert werde. Dieses Retttt wird auch von uns verlangt, damit in Deutschland richt wie in Frankreich eine Rcvanche- tiinmung aufliommen kann.
K a u t s k v erklärt gl ichfalls, toft er mit der Auffas.ir g Mü lers üteri:i tfttmme, bdauert aber, baß Tavio überhaupt zum Präsidenten der Nationalversammlung' gewählt worden sei, da gerade er die Staatsmänner der Entente mit am scharf-
e Aus dem Kreis« Schotten, 7. Febr. DenI Oelmüllern Wild zu Sellnrod, Wilhelm Kimpel in Ulrichstein und Konrad Bloßer zu Burkhards ist die Annahme von Oelfrüchten zum Schlagen wieder gestattet worden.
Starkenburg und Rheinhessen.
n Offenbach a. TI, 7. Febr. Die Zahl der Blatternfälle ist hier auf fünf gestiegen. 3n allen Fällen ist nachgewiesen, baß die Erkrankten seit einer langen Reihe von Jahren nicht gegen Pocken geimpft sind.
Udenheim.
** Eine Sitzung der Staotver- vrdneten-Bersamm lung ist Dienstag, 11. Februar, nachmittags 4 Uhr, anberaumt. Auf der öffentlichen Tagesordnung netten zur Beratung: 1. Festsetzung der Gas- prcife. 2. Festsetzung der Preise für elektryche Energie. 3. Baugesnch des Hesekiel Rothschild für Bahnhofstraße 64. 4. Gesuch der Marie kauer Witwe um Erlaubnis zum Schankwrrt- schaftsbetrieb im Hause Neuenweg 36. 5. Des- nlcirtxm des Heinrich Bon-EM für Neuen Baue 5. 6. Desgleichen des Hermann Herr für Kaplaneigasse 7. 7. Gesuch des Hosch um Erlaubnis zum Kaffeewirtschafts- betrieb im Hause dkeuen Baue 9. 8. Desgleichen der Frau Martha Noll für Walltor- straße 19. , . .
♦♦ Postver kehr mit dem besetz- tenGebiet Bon jetzt ab ist die Versendung von Geld- und Wertsendungen jeglicher Art — di. auch von Postanweisungen, Zahlkarten uild Zahlungsanweisungen — von den nicht besetzten Gebieten nach dem besetzten Gebiet von Rheinhessen und Starkenburg zu- aelajsen.
Landkreis Gießen.
? Tllmbach, 6. Febr. Von der Leine entwendet wurden einer Familie die besten Wäschestücke. Einer armen Frau schlachteten Diebe ihre einzige Ziege im eigenen Stalle.
? Ober-Bessingen, 6. Febr. 3n dem Stein brach an der Wetter wurden fünfzehn wollene Decken gestohlen.
Kreis Büdingen.
< Nidda, 7. Februar. H er war in der letzten Zeit der Umiah oon Immobilien sehr rege. Bauunternehmer Friedrich Drott verkaufte sein großes Mietshaus kn der Bahnhofstraße an die Firma I. Himmelsbach für 55 000 Mark und Schreinermetster Friedrich Reuning 2. sein in derselben Straße gelegenes Wohnhaus an Holzhändler Karl Bernhardt in Wallernhauseir für 35 000 Mark. Der gemein- nützige Bauverein verkaufte sämtliche hier vor dem Kriege errichteten Häuser, drei Doppelhäuser und 22 Einfamilienhäuser, meistens an Dahnbeamte. Auch die Genossenschaft „Basaltsteinwerke Reuter u. To." »erkaufte ihr Besitztum in Ober-Widdersheim für 150 000 Mark an I. Nickel in Gießen.
Kreis Alsfeld.
a. Storndorf, 7. Febr. In der vergangenen Nacht wurden hier und in unserem Nachbardorfe Badenrod Einbrüche verübt. Diebe suchten mit einer Leiter in die Speisekammer des am Ausgang des Dorfes nach Windhausen wohnenden Landwirts Konrad Schmidt zu gelangen, um hier Fleisch, und Wurstwaren zu stehlen. Durch das Geräusch erwachten die Hau bewohner, worauf die D'ebe Rech- aus nahmen, nachdem sie vorher noch einige Schüsse abgegeben hatten. Heute wellte die Gendarmerie hier Ein Polizeihund nahm die Spur der Diebe auf, verlor sie aber an einer verkehrsreichen Stelle der Straße wieder. In Vadenrod drangen Diebe durch das Kellerfenster in den Keller des dortigen Gastwirts Friedrich Geiß ein, wo sie "nhe Korbflaschen mit Wein, welche sie wegen ihrer Große nicht durch das Fenster schaffen konnten, m berettstehende feere Flaschen abfüllten und dann den Wem Mitnahmen. Dem Wirt ist so ein Schaden von mehreren Hundert Ma>k erwachsen.
a. Vadenrod, 8. Febr. Don der hiesigen Orts- sammelstelle (Schule) wurden an die Darre Brauerei Wallach in Alsfeld ca. 24 Zentner Bucheckern ab- aeltefert Da die Sammler auch dieselbe Menge für sich zum Schlagen zurückbehielten, auch Bucheckern noch anderweitig abgegeben wurden, so buchen hier im vergangenen Herbst 50 Zentner Bucheckern gesammelt worden fein, was einer Oelmenge von etwa 500 Litern entspricht.
Kreis Schotten.
c Ober-Schmitten, 7. Febr. Da di« hiesigen Bahnhofsanlagen den gesteigerten Ansprüchen, na- mentlich des Güterverkehrs, nicht mehr entsprechen, so ist in aller Kürze eine Erweiterung beabsichtigt, wozu die erforderlichen Pläne bereits vorliegen.
Au» Stadt und Land.
G i e ß e n, 10. Februar 1919.
** Amtliche Per, onal nachrichten Ernannt wurden am 3. Februar 1919 der Ergänzungsrichter an ber Kammer für Handelssachen bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, Herr Jakob Albrecht in Maü;z, zum Handelsrichter an dieser Kammer, und der Handelsrichter bei der vorgenannten Kammer Herr Ernst H e i d e n - H e i - mer in Mainz, nachdem er das ihm unterm G Dezember 1918 übertragene Amt als Handelsrichter nieocrgelegt hat, zum Ergün- üunasrichter an dieser Kammer, beide für die leit bis zum 31. Dezember 1921. — Ge- storben ist am 8. Dezember 1918 der Lehrer- August Niebergall an der Volksschule zu
<ßcrid?t»faaL
)( Marburg, 7. Februar. Der anfangs Juli v. I. in Gießen wegen schwerer Einbruchsdiebstähle in Gießen, Nauheim und anderen hessischen Orten zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilte Arbeiter Konrad Pretssing aus Frankenberg wurde heute unter scharfer Bewachung dem hiesigen Landgericht vorge- fuhrt. Auch hier hatte der berüchtigte Einbrecher im November 1917 eine ganze Reihe Einbruchsdiebstähle begangen, die er zugab. Als Mitangeklagter erschien ein Händler aus Gießen, der ihm Sachen abgekauft haben sollte. Das Verfahr n gegen diesen wurde eingestellt, Preisllng dagegen unter Einbeziehung der in der Derhandl mg in Gießen gegen ihn erkannten Strafe zu 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehr- Verlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt.
Aunft und WiffenfcbafL
** Darmstadt, 10. Februar. Die nächsten Ur- aufführungen des Darmstädter Hoftheaters sind am 23. Februar »Der Ackermann aus Böhmen" von Johannes von Saaz, die älteste Prosadichtung der deutschen Renaissance: am 7. März das fünfaktige Drama „Karl der Fünfte" von Wilhelm Speyer; am 16. März (Engelbert Humperdincks Spieloper „Gaudeamus".
ic Turditubnrrg der Für'ovge aufeufbLen. Deu Hauptfür'orgrslellen find Leir-üe angcgliedert, in nvlchc Vertreter der Kri'-gsbesäLbis.cn, Kriegs' hi itcrblituciteii, Arbcili.ehmer u b ^Irb i grbcr yi berufen find. Tie Vevordmung tritt, ioiveit es sieb um orga..i'atorisch2 Maßnahmen' hand.lt. mit dem Tage ber Berkwrdigung, im ihrigen jur jeden Bundcss.aat mit dem von der Lmüvsbelwrj^ zu bcflimmntben Tage in Kraft.
Weimar, 9. Febr. Zioischen den Fraktions' fül;rern hat auf Veranlassung des Staatssekretärs d.'s Rrici^arb?i'samts, Bauer, eine Beiprochuirg über tie Au.b.s crung der Kriegsbeschädia- ten-Unterstuyung slattgehntdeil mit dem Er- a.-bnis, daß eine wesentliche Erhöhung der bisherigen Unter^ützungssätze äntreten nnxS?. Bremerhaven, Wilhelm-havea und Erfurt besetzt.
Bremen, 9. Febr. jWT2»z Boesmanns Tele^ graphenbureau meldet: Die Blesetzung Bremer. Havens ist bar pflos in der Nacht vom 8. zum P. d. Mts. durch die 2. Landesschühenbrigade (Major Stobbe) durchgeführt worden. Aüderstand ist an keiner Stelle geleistet worden. Von den Angehörigen bei Minensuchbootflottille sind etwa 80 Mann festgesetzt und der Führer des Solbatenrats, Armgart, fest, genommen worden.
Berlin, 9. Febr. (WTB.) Wilhelmshaven ist kampflos besetzt worden. Nuhe und Ordnung wird hergestellt. Aus Thüringen sind keine neuen Nachrichten zu geben. Uederall herrscht Ruhe.
Erfurt, 9. Febr. (WTB.s In der Nacht zum Sonntag sind Regierungstruppen angelancjt, die die Iägerkaserne bezogen. Seit heute früh sind die'äs fentlichen, andere wichttge Gebäude und der Bahn- Hof von den Regierungstruppen beseht. In der Stadt ist nach wie vor alles ruhig.
Das Abkommen Aber die Lieferung von Lebensmitteln.
Berlin, 9. Feb. Das Abkommen mit den Ver« tretern der eiterten Regierungen über bic Lieferung von Lebensmitteln an Deutschland ist gestern in Spaa nach dreitägigen Verhandlungen unterzeichnet worden. An den Verhandlungen, die deutscherseits der Unterstaatssekretär v. Braun vom ReichsernSH rungsamt leitete, haben außerdem Vertreter aller be. teiligten Reichsstellen, Vertrauensmänner des Handels und der Aerzte teilgenommen.
Englische Aivilverwaltmig in den Rhcinlande».
Berlin, 10. Febr. Die Engländer richten laut L.-A.-Meldung aus Esien in dem von ihnen besetzten rheinischen Gebiet Zivtlverwaltungen ein.
Die Streikbewegung in England.
i Amsterdam, 10. Febr. Die Streikwelle von Glasgow und Belfast hat ihrem Ausgange nach mit gewaltiger Woge sich über ganz England e.r» ?ossen und ist nun auch über London hereingerochen. Die „Times" erblicken in der ganzen Be roegung weniger eine wirtschaftliche Strömung, als vielmehr radikal-antisoziale Tendenzen, bic heute die meisten Streiks kennzeichnen Wie groß der Umfang der Bewegung ist und welche Desorgnisic die Regierung erfüllen, beweist übrigens die Tatsache, daß bas Lebensmittelministerium bereits Maßnahmen getroffen , hat, nach denen jeder Haushalt einen Sack Mehl und Speck in großen Mengen erhalten kann. In Glas- i gow find 5 Tanks angekommen, um die militärische Ausrüstung zu verstärken und ernsten Unruhen, bic . in absehbarer Zeit sich ereignen könnten, vorzubeugen.
Ein Pressestreik ie Nom.
Rom, 10. Jan. In Rom hat das Persona aller Zeitungsbruckereien, mtt Ausnahme des ! „Avanti" unb bes „Giornale bes Popolo", die Ar» > beit eingestellt.
föominifiio'ii übenviefen.
We ls ergreift das Wort »irr Frage der Kriegsgefangen cn. Tie Lage der bcutitfvn und sonstig«.'N K^riogsgn'a tgenen ,bte jetzt noch nicht in iljre Heimat zurücktehrcn dürfen^, bewert bad rangt deutsche Volk aufs liefftze. Es ift eine Fr-rgt 'bre Menschlichkeit. Tie Hoffnung dieser 800 000 Teutschen und Oesterreicher, ew^lich heimkehrnl zu tonnen, nun die Kanonen fdx.pci.gen, ist vernichtet. Tie Nachricht, daß man sogrr die Msicht leaste, deutsche Krst'g^gestutgenc zum Wiedevtu'bau des besetze:! Gebietes zu verioeudcn, hat Entsetzen und Furcht cmxxft. Wir als Arbeiter müssen aber and) g-gen eine Berstlavung prv'.efbvcren, die die Lö.'M! unb LchmSl^altung« in den Ententeländern dbft drücken Mrde. An d-em gesunden Sinn der inbernationalen Arbitersdjaft Ivird dieser Plrn zerschellen. Wels bringt im Namen der deutschen Mehchri svartci fol».nrde Resolution ein:
„Die Konferenz erklärt: Die Vertreter der Arbeiterklasse haben dahin zu wirken, daß mit Be- enbigung des Krieges alle Maßregeln, die aus Anlaß des Krieges erlaffen ober die infolge des Krieges entstanden sind, die den Arbeiter in der Auswahl der Arbeit ober des Aufenthaltsorts beschränken, außer Kraft treten. Kein Angehöriger eines andern Staates barf aus bem Grunbe von ber Rückkehr in den Heimatstaat zurückgehalten werden, weil er als Zivilinternierter oder als Kriegsgefangener in die Gewalt eines anderen Staates geriet Die von Miliia risten in Frankreich geforderte gewaltsame Zurückhaltung von Hunderttausenden Kriegsgefangenen wird in Millionen von Familien Trauer und Haß gegen den Ge- walthaber erzeugen und Mißstände Hervorrufen, wie wir sie im grauen Altertum bei barbarischen Staaten gekannt haben. Den Schaden werden neben den Sklaven die freien Arbeiter Frankreichs haben; denn wenn in der Zeit, in der die Arbeiter ihre Löhne notwendig der veränderten Kaufkraft des Geldes anpaffen wollen, die Arbeit von so zahlreichen Sklaven wie ein Bleigewicht auf den Arbeitsmarkt drückt, werden die freien Arbeiter, die mit den Sklaven konkurrieren wollen, in ihrer Lebenshaltung so herabgedrückt, daß sie Parias in der Armee des arbeitenden europäischen Proletariates bleiben."
(Eine zweite Resolution über die Kriegsgefangenen, die gemeinsam von Kurt (Eisner und Pierre Renaudel eingebracht wurde, lautet:
„Die internationale Konferenz ist tief bewegt durch die materiellen uud moralischen Leiden, die die (Befangenen im Laufe dieses Krieges zu erdulden haben, wobei die heimgeschafften Gefangenen der Alliierten lebendiges Zeugnis ablegten. Sie ist überzeugt, daß man die traurige Lage derjenigen, die noch immer leiden, sowie die Leiden ihrer Angehörigen abkürzen kann unb muß. Sie ist der Ansicht, daß die über den Krieg hinaus verlangte Zwangsarbeit, ganz abgesehen vom moralischen Gesichtspunkte, das ökonomische Gleichgewicht der Arbeit in jedem Lande zu gefährden droht. Die Konferenz appelliert an das Mensch- lichkeitsgefühl der alliierten Regierungen unb erwartet: 1. daß bic kranken und verwundeten Kriegsgefangenen sofort heimbefördert werden; 2. daß Maßnahmen getroffen werden, um die möglichst rasche Heimschaffung vorzunehmen, sobald die allgemeine
Letzte Nachrichten.
Die Stellung des Reichspräsidenten.
Berlin, 10. Febr. Der Reichspräsident wird, wie das „D. T." meldet, voraussichtlich im Schloß Bellevue in Berlin Wohnung nehmen. Außer dem Schloß Bellevue soll noch das Reichskanzler- palais in Frage kommen. Außer einer festen Zu- wendung sollen dem Präsidenten mehrere Hunderttausend Mark zu Repräsentationszwecken gewährt werden, doch dürfte die gesamte Summe eine Million nicht erreichen.
Die Berner Konferenz.
Bern, 9. Febr. In der Nachtsitzung« von Samstag cmpfaM Janson unter dem Berfall der Konferenz das von der gleichzettig m Bern tagenden G.'iverkfdzafls vnfere z Misgearbeitete Pwgramm für den Arbeitcrschutz- Huysmans b'l'anddte darauf die Fr^e der Fortsetzung der Arbeiten der Konß-renz. Er hält es für um* lich, daß die Konferenz stündig tage und schlägt im Ansd/luß an die ftüh^e R^olution fcenbcrlo:i6 im Namen des Bureaus vor, daß eine ft ä n - dige Ko m Mission gciväblt lorrb mit Bran- ling, Herü>erson und Hut)smans als ausführenücs Organ, Huysmans erklärt, die Kvmmisiion ift notwendig, w.nl wir eine andere Wcltausfassung als Paris I^ben. (Herr M ilhaud unterbricht und droht, die Konferenz zu verlassen, toeim behauptet würde, daß sic im Gegensatz zu Wilson stände.) Huysmans versichert, daß das nid>t Ixt Fall sei, daß aber selbswewsüudlich die hier tag.nüe Konferenz andere Ziele habe als die nicht sozialistische Friedenskonferenz in Paris. Sie müsse Kritik nach beiden Seiten üben und zum Bnspi.l g gen die Ungerechtigkeiten in Ungarn auftreten. — Tie Delegierten für die Komminion sollen in der Mittag^cit gewal-ilt loerden.
Mistral teilt mit, daß die Kvmnmsion für die Beratung der Gebietsfragen besck)bossen habe, auf die Eftrzelheiten nicht ev.ifrugt'ljen, wenn sie auch die Berechiig.urg der vvrgebrachien Einzel- N'üirfchc fast olM Ausnalnne « .erkenne. Tic ständige Kommission werde diese Frage erledigen. Tie Ui'abhängigkeit der meisten VMer, so auch der Türkei und des jüdischen Bvliies, werde nicht bestritten. Tie Frage müsse gestellt werden, wann eine Betdrängemg der ursprünglich ernl^imisäicn Deoölkermig stattgefunren tobe. Man müße dann aber auch z. B. auf Amerika zurückgelt-en, das einmal den Rothäuten gehört habe. Auch müß c dieser Grutchsatz auf die Kolonien und auf Völker ang wandt ro.-rt>en, wo man absichtlich mit Hilfe fremder Arbeitskräfte getvisse Industrien eingeführt habe. Es genüge nicht, tvenn der Völkerbund die letzte Entsch.ndung in dieser Frage tobe.
Es kommt zu ei tern Zwischenfall wegen der Rede Davids in der toutfdjen Nationalversammlung. GrumbachriclM an die bcutfdye Melrheitsdelegation die Frage, ob sie mit der Aeußerung des neuen Präsidenten der National- versamrnllmg einverstatchen sei, daß das elsaß- lothr ingische Volk *um deitschen Leben gehöre. (Troelftra ruft: Selbitverständlich müssen auch ti: Deutschen das Selbstbestimmungsrecht für Elsaß-Loth.i gen verlangen!)____________
Diskussion über die Friedenspräliminarien cinsetzt; 3. baß die Kriegsgefangenen in Frankreich unb (Englanb durch eine besondere Kommission bes internationalen Roten Kreuzes, an ber auch eine deutsche Delegation teilnimmt, besucht werben; 4. baß eine Hilfskommission, bie sich in Omsk befindet, bk Erlaubnis erhält, sich neuerbings nach Sibirien zu be. geben, um den beutschrn unb österreichisch-ungarischen Gefangenen Hilfe zu bringen."
Die Fürsorge für Kriegsbeschädigte unb Hinterbliebene.
Berlin, 8. Febr. (WBst Tie Reichsregie« einig tot die Verordnung Über die foziale.K r i e g s- beschädtgten- und Hinterbliebenenfürsorge verabsthietot, wonacti diese unter Mit» ivir2u g tor Ei z, lstaatcn u d Lelb,.Lcawrltut gs körper^chasten Vom Reich übentonnnm wird. Beim Rnctoarbeitsamt wird ein Ausschuß für .'^ricgsbe- schä.'igen- und Krie^sl?inkerb.tebcr^cn,ün'orge er rid)'.et. der sich in 2 Abteilungen fltietort. ^n die Abteilung .^riogsbesdi-Ldigicmjür^rm' linrb neben Vertreterm ter i.i jedem Vu7ch>sstaD zu errichten- izt Hauvtsür o gesull-2 für Krstgsbeschädig e mm-- desteus je ein Vertreter svlch?r Vervinigung^m für Kriegsbeschädigte berufen, die ilpre Wirftainieit aut das Reich erstrecken und eine entüprechcnto Mit- gidderzalck toben. Ter Reichsausfchu^ß bat touptjüä/lich die Aufgabe, die Grundbegriffe füi
den angegriffen habe. Kautsky fordert die neue Regi.rimg puf, jede Zweideutigkeit zu Dermeibcit mro nidft mit dem enteil Satz zurückzunehmen, was Jie mit dem anderen gegeben tote- Tie teutfdje Regierung müsse den Frieden ehrlich Ijalten wollen.
B r a n t i n g erklärt den Zwischenfall für erledigt.
Renaudel fragt, ob nur die d eutschen Ko Ionien oxr alte Kvlonien m emalionatifiert werden sollen. Er findet es verhäng risvoll und g.-sährlid, für beit Frieden, wenn alle deutschen Kolonien weggcnommen werdet roitrcxm. Deutschland könnte Dann nicht den Verpflichtungen, die ihm wal-rscheinlich durch, den Friedensschluß auferlegt iverden würden, nachkdmmen.
Tie Resolution üter die Gebietsfra«n wird daraus mit ll.-inen redaktionellen Aendeningcn migntommcn, unb zwar einstimmig. ran» t in g betonte ausorücknch, daß der Schutz der Konferenz auch den Völkern gelte, deren berechtigtes Strebm nach Unabhängigkeit noch nid): mit voller Stlarlf.it anerbmnt lueoen tonnte. — Eine gmize Anzahl Resolutionen wird der ftänbigen
Er traf Horace und den Fbeifcher mit dem Hundefutter, und sie machten sich vorsichtig miteinander auf den Weg nach der Hinterpforte des Gartens des Paradieses. Knn Schutzmann war in Sicht. Die Ueber- wachung durch die Polizei, vor der Herr Beach guwriu hatte, roar augenscheinlich beklagenswert flau. Vielleicht mar das Wetter daran
es nie erfahren.
Als Galahad seinen zukünftigen Schwiegersohn verließ, wußte er nicht recht, wie er Die langen Stunden ausfüllen sollte, bis er Sybil Wiedersehen würde. Aber natürlick> ist kein Zweifel, spas Galahad tat. Mußte er doch all diesen Anzeigen in der Zeitung nach- nxrt fl laufen, um Beschäftigung -u finden; aber schuld..
Galahad ging zum Angeln. Vielleicht war die feuchte Hitze schuld an dieser gefühllosen Gleicl>gültrgkeit gegenüber seiner Zukunft, an dieser entsetzlichen dtickftachtung für Ems und der Kinder Wohlergehen. Aber, um ganz aufrichtig zu sein, muß zugegeben luerden, daß die Hitze nichts damit zu tun hatte. Es war ganz einfach die mangelnde Moral des Mannes, der fischt. Für den Mann, der fischt, gibt es keine zehn Gebote; er steht jenseits des Sittengesetzes.
Und Galahad fing natürlich nichts.
Er kam zur gewöhnlichen Stunde nad) Hause, nach einem, wie er erwähnte, sehr ermüdenden Tage auf der Bank. Und da es nad) dem Abendbrot noch drückend heiß war — obgleich man Hoffnung auf Südwind hatte —, meinte er, es sei kühler unten am Wasser. Daher holte er sich seine Angelschnüre, suck-te etwas Koder zusammen und ging zum Angeln.
„Käthie nicht."
„Sie liebt Sie."
„Gerade deshalb würde sie nicht verzeihen."
„Es ist für Sybil mehr als der Tod."
„Es wäre für Käthie mehr als der Tod!"
Der Jüngere dacyte ein Weilchen nach, dann rief er teilnahmsvoll noch einmal: „Armes Mädel!""
Galahad sah die Bresck)e in der Mauer. „Ich weiß, wie Sie fühlen müssen, mein Sohn, wie schwer es für Sie sein muß. Aber es ist nur für diesen einen Abend. Ich weiß, ich habe das schon früher gesagt; aber jetzt ist es wahr. Sie werden Käthie ihr ganzes Leben lang haben, und Sie haben Sybil einst ae- liebt. Sie meint, daß Sie sie noch lieben.'"
Nach einem langen Rückblick auf jene vergangenen wundervollen Tage sagte Horace: „Armes kleines Madel!""
Nun war alles in Ordnung. Sybll würde
Ds wmiderfamc Menttm 6tä Hcm AIMd AM.
Roman von H. A. Adam«.
Nachdruck verboten. Fortsegung 62
Ofefdyroinb und unbarmherzig nagelte chn Galahad fest. „Wenn es Käthie gewesen wäre, würden Sie ihr noch im letzten Augenblick die Augen öffnen? Würden Sie sie nicht bis Mtm Ende in ihrem törichten Traum erhalten? W handelt sich jetzt nur noch um ein bis zwei Tage; ihre kurze Frist muß sehr, sehr bald vorüber sein. Ich sah es beim letzten Mal. Vielleicht ist sie zu krank, um Sie heute abend sprechen zu können, vielleicht wird sie nie Mieder in die Laube kommen. Aber toenn sie weiß, daß Sie dort sind, wird ihr Glaube an Sie sie stärken und sie tapfer ins Dunkel hineinschreiten lassen. Sie können doch mcht so grausam fein, ihr dies Wahnbild jetzt zu entreißen und sie entblößt, wehrlos dem drohenden Tode ausliesern?""
„Aber Käthie! Sie sind ihr Vater und fordern von mir, daß ich sie weiter betrüge!"' Horace empörte sich ob Galahads Hei^ens- kcllte.
„Sie lömten Käthie später alles erzählen. Sie wird verstehen und verzeihen. Jedes Mädchen wurde das tun.'*
Als sie vor dem Tor standen, schände Galahad argwöhnisch umher. Aber niemand war zu sehen als zwei Frauen, die schwatzend weit hinten in der Straße im Schatten der Mauer standen. Es war alles sicher, wenn nur mit dem Hunde sicher zu verhandeln war/
Ohne Kreischeir öffnete sich die Tür, und' der Fleischer, schmeichelnde Bemerkungen über die moralische Vortrefflichkeit des Hundes^ murmelTid, näherte sich der Hundehütte mit seinem Friedensangebot. Aber nichts rührte sich. Der Fleischer schob das Fleisch vorsichtig in die Hütte hinein. Kein schlafender Hund erwachte, um sein Abendbrot zu sich zu nehmen.
Erstaunt, aber immerhin erleichtert, schlickien die drei um das Haus herunl, dem Garten zu. Und in diesem Garten zioischen den schützenden Mauern brütete die .Hitze wie ein schwerer Dampf.
Die drei gingen durch den Garten des Todes nach der Laube, die finster und drohend! im Sternenlicht dastand, feierlich in bass dunkle Blattwerk der O^lyzinie gehüllt. Gala« hads gespannte^ Sinnen erschien sie wie ein Sarg. Darinnen lag viellercht das kleine Leben schon tot, hingewelkt, wie die Blumei, ohne den kühlenden Hauch, der zu spat kam.
(Fonseyung folgt.)


