Ausgabe 
9.8.1919
 
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Samstag, p, August 1919

Drittes Blatt

Sietzeaer Lszeig« (Seueral-Auzeig« fkr Sderhestrn)

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Höchste Temperatur am 8. 8.

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Ragna Svendburg

Stonran von Anny Wothe.

Fortsetzung 28.

(Nachdruck verboten.)

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einem Ausbruch suchte.

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,Lch beneide S«," sagte Lorenzen wieder mit Blick das ärmliche Stübchen stvetfend,Sie

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Arne hatte sofort Sven Svendburg erkannt. 9hm wußte er, warum es für stiagna fein Zurück mehr gab. Ter Mann, den sie liebte, gehörte ihrer

Ragna!" Arnes Stimme bebte, als er ihr beide Däiche warm entgegen streckte.Bereiter Sie mir, daß ich an die ulten 2B unten rührte, und halten Sie es dem Freunde, der sich um Ihr Glück sorgt, zu gute."

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Neuapostolische Gemeinde

Gottesdienste: Sonntag nachmittag 3'/, Uhr 7905 Mittwoch abend 8»/, Uhr.

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wandten" empfand, wenn ich das Buch, das die ganze gebildete Welt in Aufruhr versetzte, durch» las, aber an Sie hatte ich nie dabei gedacht."

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sind genügsam." _ ,

Nein, das bin ich nicht," sagte Ragna herb und trat zu ihrem Schreibtisch, dem sie ein Buch entnahm, das sie vor Arne Lvverrzen mebrcfcgte.

,Diesen Sie das Buch, und dann Jagen Sie, ob ich bescheiden bin. Es ist mein erstes Werk." Eine heiße Röte der Scham lief wie lodernde Glut über das blasse Gesicht, als sie sah, mit wel­chem sarkastischen Lächeln Arne Lorenzen einen Moment das Buch betrachtete. Langsam schlug er es auf.Pflicht" stand mit großen, mar­kigen Zügen auf dem Titelblatt.

Dieses Buch," stotterte er,dieses Buch, es ist von Ihnen? Bier Wochen lang bin ich alle Tage zu meinem Buchhändler gegangen, um den Autor zu erfahren, weil ich immer das Gefühl des ^.t»

Vermischtes.

ÄnrerHenif(6e Zigaretten Die Süddeutsche Tabakzettung" läßt sich aus Kiel melden: Es mehren sich die Fälle von.Erkrankun­gen infolge des Genuss^ der fop. englischen Ziga­retten, welche allerdings zumeist amerikani­schen Ursprungs sind. Dee englischen Zigaretten gelangen ans dem besetzten Gebiet in großen Massen ins 1: and innere. Der mit einem Opiat ge­tränkte Tabak verursacht bei starkem Konsum UebdTeiten, Maycnbeschrverdeu, Benommenheit. Bei manchen Personen taten auch Bergiftungs- erscheirmngen auf. Auch Fälle von Lmrgenbluten sind in hiesigen Kraulenanstalten als Folge über- mäfjigcn Genusses beobachtet worden. Ob die hier aufgestellten Behauptungen sich ganz unb gar aus amerikanische Zigaretten veoallaemeinem lassen, können wir nicht entscheiden. Tatsache ist aber, daß meistenteils ganz geringfügige Sorten zu Wucherpreisen allenthalben dem Publrkum bot* «fetzt werden, nnd daß diese zum allergrößten Teil gesundheitsschädlich sind. Namentlich kann

nicht viel ru, und dann mußte ja nach dem Ur­teil aller Gebildeten, ein Mwm das Buch geschri^ ben haben. Sie sehen aber, daß die Frauen doch nach andere Begriffe haben können als über Pich und Tand nadföubctttat. Ich glaube hier den Be­weis geliefert zu haben."

TaS haben Sie, Ragna, nun begreife ich, tote Sie das Wort fo stolz sagen können,ich siche auf der Höhe des Lebens." Ich aber meine, für Naturen, wie die Ihrige genügt daS nicht. Sie werden aus dieser geiftigm Höhe stets sehr einsam sein und darum wollte ich Sie gern wieder den Ihren, btt Heimat zuführen."

Nein!" Ragnas Blick flog unwillkürlich nach dem Schreibtische hinüber. Die Sonne ftmkelw aut den rotgoldenen Aaarwellen, die von Sigrids Bilde herüber strahlten. .Arnes Äugen tarnen denen Ragnas gefolgt.

Wer ist das," fragte er, nach dem Bilde greifend.

Meine Schwester Sigrid mit ihrem Satten."

£a#6e$tnt61frmgsamt un» hrwicher Bauernbunö.

' Friedberg, 8. Aug.

®ie bereits gestern kurz mitgeteilt, sand am WB* nachmtttag im Schlosse zu Friedberg statt, in der das Landesernährungsamt tjfc der» tzesftschen Bauernbund die Maßnahmen hat, die zur Beruhigung der in letzter A«t m»crholb der oberhessischen Bauernschaft sich merkbar machenden Betoegung dienen sollten. 6ttor«en waren dazu der Präsident des Landes- ga^cheungSamtes, iöerr Neumann, Herr Ober- Itegterungsrat Emmerling, der Provinzialdirektor $c. Bf taget, Kreisdirektor Frhr. Schenck von tzchmein-derg und die Kreisamtmänner der ober» tzessifche» Kreise. Außerdem die Leiter verschie- Teeer ^kvmmunalverbände und Lebensmittelämter. Seitens des Bauernbundes waren gekommen: der engere Vorstand, die Herren Abgg. Fenchel, Dr. 0 Helmott und Otto Hirschel, die Abgeordneten Aaorer und Dr. Dehlingec, ferner bte Herren Oet*9tcl Breidenbach-Dorheim, Bürgermrifter xtehl-Hochiveiscl, Jägcc-Oberhörgern, Jakob-Ulfa, * .Gound - Schwalheim, Schröder - Elbenrod, Wa-Stumrertenrod, Bctth-Rrichelsl)eim und Dolf-Effvloertech. Die Aussprache war sehr ein» «hend und war auf beiden Setten getragen von dem aufrichtigen Willen, zu ftner V-.-rständigung M gelangen. Der hessische Bauernbund hatte nach» rube Forderungen ausgestellt: 1 Sicherung Selbstversorgung; 2. Freigabe der Eier; 3. Anf­ang der ©trafen «Milch, Eier, Bichkataster); Umgestaltung der Kontrolle «Probcmelker, Re- , Kontrolleure, Wiegemeister usw.) selbst* te Berttauensmänncr aus Erzeugerkreiscn: Bdettigamg des Mühlzwanges an den Grcnz- VCtai, '2Lt-id^ihmg der Schlagscheine, Aufhebung wc Dich Kataster, Freigabe der 5>ausfchlachtungen: 6. Organische Umgestaltung der Kommunalver- **< und aller Krrcgsstellen unter weitgehendster Mitwirkung von Bettretern aus Erzeugerkreisen. L3 wurde folgende Vereinbarung erzrelt:

Zu 1: Sicherstellung der Selbst- »ersvrguug und volle Amnestie für hlerückstLndigen Lieferer. Ten säumtgen Ämdwirten, dir im kommenden Erntejuhr bis zu

suchen wollen, so habe ich natürlich mchts dagegen einzuwenden," sagte Ragna, sich äußerlich zur Ruhe zwingend.Auch tausend herzliche Grüße mögen Sie meinem ßteWta« bringen, aber bitte kein Wort darüber, iso ich weile. Brät Wort, das be­stimmt ist, mich jemals wieder nach Svendburg zu führen, das ich niemals Wiedersehen will."

Sie sind bart, Ragna," fugte Doktor Loren- zen milde.Sie fönten nicht vergessen, daß ein Weib ohne per mal einer Ausgestoßenen gleicht, die nirg^tds eine Stätte hat."

Nein, niemals," sagte Ragna,Lehre ich nach Svenbl-irg zurück. AuSgestoßen ist nur der, her feine Pflicht unb keine Arbeit tarnt Ich aber stehe, auf der Löhe des Lebens«!"

Arne sah staunend aus die blonde Frauen- gestalt, die in der einfachen llmgedunfl so stolz ausgerichtet mit blitzenden Äugen vor ihm stand. Das war Seine Uebcrbebimg, die da so siegesbewußt sprach, das war nur geistige Kraft, bte sich in Ragnas Worten kund gab, geistige Kraft, die nach

Schiedsspruch festgesetzt:

Den Arbeitern der Firma Gg. KrebS, Butz­bach, fort tont 1. August 1919 ab folgender Lohn bezahlt werden: Ansangslohn für 14jährige Ar­beiter 60 Ps. die Stunde, die nächsten 6 Jahre fteigenb um stündlich je 10 Pf., das 7. und 8. Jahr steigend um je 15 Ps. stündlich: als Höchstsatz LTOinbeftlobn") hrirb ein Stundenlohn von 1,50 Mk. festgesetzt er wird mit dem 29. Le­bensjahr erreicht. Heberftunben werden mit 25 Pro- -ent Zuschlag vergütet. Die Löhne verstehen sich für tatsächlich geleistete ArbettSzeit (d. h. kein Lohn­ausgleich bei durchgehender, bis 1 Uhr mittags verkürzter Samstaasarbett). Die Arbettnehmerseite erkannte den Schiedsspruch an.

3. Die Lohnstrettsache im Betrieb des Gla- sermeisters Äar I Euler in Gießen wurde durch Schiedsspruch babm entschieden, daß vom 1. September 1919 gemäß des von den an­deren Glasermeistern in Gießen getroffenen Ab­kommens ei» Sttmdrnlohn ton 1,70 Mark jn be­fahlen ist. Der Arbettgrber erkannte ben Schieds- spruch an.

4. bis 7. Die Dündigungssache eines Schwer­beschädigten mußte zur weiteren Aufklärung ver­tagt werden. ®ine Butzbach« unb zwei Gießener

»elsverband über eine Umgestaltung und über btt künftige Fleischversorgung beraten soll.

Im einzelnen erklärte der Präsident Neu­mann, daß ein Reaierungsvettreter nach Derlut entsandt fei, um die Lieferung von Drusch­kohlen auf das allerdringlichfte zu forbern, und daß er alle Eingaben auf Freigabe der Ausfuhr ton Fohlen genehmigen würde.

Die Führer des hessischen Bauern- bundes geben die Erklärung ab, nachdem die Regierung den Wünschen der Landwirte der- art entgegengekommen sei, ihrerseits alles aufzu­bieten und es als Ehrensache zu betrachten, die Landwirte zur restlosen Abgabe ihrer Erzeugnisse zu veranlassen, da dies im vaterländischen Inter­esse gelegen, das zu fördern unsere gemeinsame Aufgabe sei.

Präsident Reumann gab dit Versicherung ab, daß er den Eindruck gewonnen habe, baß auf beiden Setten der ehrliche Wille zu einer befriedigenden Lösung vorhan­den gewesen sei. Mtt dem Ausdruck der Befrie­digung über den Verlaus der Versammlung, auf die weite Kreise des $>effcnlanbc5 mtt Spannung geschaut hatten und die hoffentlich ben Anbruch einer neuen Zett der Verständigung zwischen sich bisher besehdettden Interessengruppen bedeuten werde zum Wohle unseres gemeinsamen Vater­landes, schloß Oter-Reg. Emmerling die Ver­sammlung.

Der SchlichtnngSansschnß der Provinz Oberhesscn.

Auszug aus dem Bericht über die Verhand­lung am 4. August 1919. 1. Mit 36 Arbeitgebern des Baugewerbes in den Kreisen Als­feld unb Lauterbach waren die Verhand­lungen der Frankfurter Bezirksleitung des ®au» arbeiterverbanbes und des Zentral- vcrbandes der Zimmerer über Regelmtg der Lohnverhältnisfe erfolglos gewesen; die in ben Arbeitgeberkreisen geplante Organisation ist noch in der Entwicklung begriffen, der Arbeitgeberver­band für die Kreise Alsfeld unb Lauterbach um­faßt erst einen Teil der beteiligten Firmen. Auf Arbeitnehmerseite ging das Stteben dahin, auch die nörblidjen Bezirke Ober Hessens in den mit dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverband für das Bau­gewerbe auf Grund des Reichstarifver­trags abgeschlossenenLohn-und Arbeits- tarrs für das Baugewerbe" einzubeziehen. Die Arbeitgeber lehnten den geforderten Stundeit- lohn ton 1,80 Mark für Maurer unb Zimmerer unb 1,70 Mark für Bauhilfsarbeiter (ab 15. Mai 1919) ab, da sie mehr als 1,30 Mark nicht bezahlen könnten; denn sonst gebe das Baugewerbe zu­grunde. Mangels Einigung tumbe Schieds- pruch nötig:

Den in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach im Baugewerbe beschäftigten Maurern, Zimmer- cuten usw. soll unter Einreihung in eine im An- chluß an denLohn- und Arbettstarif für das Baugewerbe" noch zu bildende Lohngruppe IV und unter Staffelung für die Uebergangszeit folgender Lohn bezahlt werden: Ab 1. Juli 1919 ein Stun- denlohn von 1,40 Mark, ab 1. August 1,50 Matt, ab 1. September 1,60 Matt."

Die Arbeitnehmer erkannten ben Schieds­spruch an.

2. Der Fabrikarbeiterverband Deutschlands, Zahlstelle Gießen, hatte für die Ar­beiter der Schmirgelsabttk Gg. Krebs, B u tz b a ch die Vermittlung wegen der geforderten Lohnerhöhung angerufen. Die Firma war jedoch weder erschienen, noch vertreten, hatte auch trotz Aufforderung keine Gegenettläruna eingcreicht. Mit Rücksicht auf die örtlichen Lohnverhältnisse wurde unter Anwendung eines die geforberte Höhr unb Steigerung mäßigenden Rahmens durch

wohl das tat, so Hand in Land mit einem Fveund zu lieben, $u anifeu, daß sie nun >iricht nrbr allein, daß Arne L-vrerrzen ihr nneber tzur Seite stand, daß er teil haben würde an Freud imb Leid

w<5e ist mir schwer genug geworden, Ihnen so lange fern zu bleiben," sagte Dvkbor Lorenz-m, mit fhllem Blick Ragttas Stübchen durchmessend. ,^>st habe ich mir im Geiste ausgemalt, wie Sie hier allein und einstun in dem stillen Dänschen ter Heide sitzen, das mir Gun bild und Dagmar schändlich geschildktt haben, und oft ist es mir gewesen, als mußte ich zu Ihnen eiten, um Sie hier loszureißen, ans dem einsamen trüben Iteben, «ter immer fiel mir zur rechten Zeit noch ein, daß ich ja gar Bein Recht hatte, v> eingreifend mich Ihnen zu nahen, und ich lernte mich be­scheiden."

Er schwieg und sah einige Augenblicke vvr sich nieder.

Frau Brandt brachte den Kaffee, und Ragna lud Lorenzeir ein, ihr Gast zu fehl.

Ta faßen sie nun an dem kleinen Tisch sich gemütlich gegenüber. Ragna füllte den braunen *ranf in die Tassen und strich mit ihren weißen nnnen Händen köstliche frische Butter auf die gold-- Mlben Semmeln. Unb die Saune schien so ivarm durch die Fenster es war, als bringe von draußen der ganze wonnige Frühling herein. Arne ^.hnte sein blonbbättiges Daupt bclyiglid) gegen die Stuhllehne unb sah mit stillem, glücklichem Sätteln auf seine schöne Gastgeberin, die mit so mfcrec Anmut unb so reizend hausfraulich die Wrrtin machte. Etwas wie Wehmut wollte ihn

beschleichen, aber das Glück des Augenblick» war doch größer. Tas mufcte auSgekoftet jtoräen.

'Mir ist wie im Märchen, Gräfin," sagte er leise,mir ist, als müßte ich dieses süße Glück, das ich jetzt hier bei Ihnen empfinde, gemeßen bis zur Neige, und doch, wie bald wird es ent­schwunden sein." t r

Heißt das mit andern Worten, daß Sie nicht tetederkchren ttollen?"

Ragna fragte es schnell unb hastig, e$. war, als klopfe etwas wie heiße Angst in der Stimme.

Ich werde fortgebeii, Gräffn," entgegewte er leise, ,,fottgehen auf lange Zett, ater ich roWe es nicht tim, ohne Abschied, ol/ne noch emmal JUr sonniges Antlitz gesehen, ohne noch einmal Fhve liebe Stimme gebärt zu haben."

Fortgehen, für immer?" fragte sie angst­voll. , y .

Nein, nicht für immer," gab er lachttnd zurück,ich kehre wieder. Wann? kann uh heute noch nicht sagen, aber ich komme, Ragna, und zwar zu Ihnen, nur $u Ihnen. Mein Weg Mtt mich weit nach Norden, nach meiner und ^Zhver Heimat. Snidienhalber könnte ich sagen wenig­stens nahm ich deshalb Urlaub, ater es ist nicht ganz so ich gehe auch aus persänlickrem In­teresse. Jn der Sximat lebt mir noch eine alte Mutter sie ist müde vom Leben und sehnt sich danach, ihren Jüngsten noch einmal zu feten und t<mn--möchte ich auch gern mal Soendb-urg

feten wo Sie gelebt, gelitten haben. Wollen Ste mir einen Gruß an 3Ijre ^dnoefter geben, bars ich ihr von Ihnen, von Ihrem Leben er- zühlen^in " -Qpt h^e es Ragna hervor-

gestoßen. O, dieser Mann mit seinem stellen, ehr­lichen Gemüt, er glaubte ihr einen ^-nst zu leisten, wenn er auszugleichen, zu vermitteln suchte, und ahnte gar nicht einmed, rnte ite jetan Ausgleich abhold war.Wenn Sie Sigrid auf*

Arr» Hessen.

Die staatliche Bcsvrsterung.

Man schreibt uns:

Tie staatlickte Beförsterung, die bemnüchst in den Privatwaldungen des ehemaligen Großl-crzvg- turnst Lessen eingefühtt werden soll und durch die auich» in die Verhölttriffe in den Kommnnalwal- düngen einschneidende Veränderungen bringen wer­den, verlieren bei schärferem Zusehen ein gutes Teil des ihr entgegengebrad;ten Wohlwollens. Ab­gesehen davon, daß den Gemeinden ein Teil ihrer Selbständigkeit geraubt wird in Bezug auf bte Hol-Verwertung, muß auch ber Umstand bedenk­lich stimmen, baß die Kommunen nicht mehr das Recht haben weiden, ihre eigene Forstwcrtte an» zustellen. Die Verminderung der Forstwattstellen infolge der Neuorganisation wird die Folge hüten, daß eine größere Anzahl der jetzigen Kommmul- forftnartc stellenlos wird und, da es sich meist um ältere (Leute) Beamte handett, in freitoerbente StaatSforslwattstellen eingereiht werden muß. Ter reichliche Nachwuc^ an Forstnxrrtastnnmtrn wird infolgedessen mit einer wesentlich längeren Warte­zeit wie seither, rechnen müssen.

Was mm die wittschafllichen folgen ber ge­planten staatlichen Beförsterung anlcm-ch, so wird -weisellos eine Umstellung ber Wirtschaft auf staat­liche Grunbsätze eintreten. Darüber muß sich das holzverbrauchende Publikum klar fein, daß nach Einführung dieser staatlichen Besörstemng die seit­her <cks außevordenttich angenehm empftlndemm gcfchäfllickcu Dotteile für die öoUfäufcr in Weg­fall kommen werden. Diese sind: Vcttmis aus der Lmnd ohne Einhvlmig ministerieller Genehmigung, die befanntiüf,! bei dem fchvcrbillligen G«EftS- aang hter unb da recht fange auf sich warten läßt, ferner weit gelinde Befriedigung durch Landab- gaben, langfristige Zahlun^termucr, HSufig Nach­laß am Kaufgelb unb vieles andere mehr. Im Gegensatz zum Privattoaldöefttzer ist der Staat gleich mit der Wut»«« a*t dem Ufa» n*b tatet Beine Rücksicht

Es tonn auch füglich te-weHttt werde», daß bte bei einer großen Anzahl tiort fbrnbeiterrlitten Verwaltungen in den letzte» Jahren enigesühttr Abgabe ton Brennlvlz an Gemeinden und Private zu Preisen, die etwa ber Hälfte ter auf öffent­licher Versteigerung in bat Staatswildunge« er* zielten Erlöse entsprechen unb deren Einführung eine große Wohltat für das holzverbvauchente» namentlich bedürftigere Publikum darlvcllt, nach Eintreten ter Beförsterung noch weiter bestehen irird. Ter Staat hat, wie er durch feine Verftci- gerungspraris bezeugt, an möglichst hohen Ver- steigerungspreisen das größte Interesse. Er Hal eben Gelb nötig. Ter Privatwaldbefitzcr Bann da­gegen gar feinen Wett darauf legal, möglichst hote Einnahmen aus seinem Bremilwlz, einem Gegen­stand des täglichen Gebrauches, zu erzielen, berat er weiß genau, daß er einen sehr hohen Prozentsatz seiner die normalen Preise überfteigenten Erlöse in Form ton ssriegsgttvimr, den fetzten Endes der Verbraucher zalAen muß, wieder an die Staats­kasse abtzufühven hat.

8 Mk. Verlag von Lllbcrt Langen in München.

«irchttche Nach^ichte».

Evangelische Gemeinde.

Svtlegdienst am Somtw^ den 10. ffng. (8. nach Trinitatis).

Jn der Stadtkirche, o llhr: Mit aus, s. JvHanneskirche. 91/«: Pfarrassistent Schaefer. In ter Johanneskirche. 8 Uhr: jugfeuÖ Christenl. f d. Neu konfirmierten a. b. Lukas- gemeinte: Pft. Bechtolsheimer. 9Vt: (Mglrich Mil.-Gsd.): Mr- Ausseid. Wartburg, evgl. Jünglings- u. Märarer-Berein. Tiezstr. 15. Sonn­tag, 10. Aug.: Sportfest auf ter Öarbt Freunde des Vereins herzlichst ringdaten. Samstag, 16. Aug.: UnterWtung4abenb der älteren Ab- teibtng. Gäste stets willkommen. Sonntag, 10. Aug., 10: Lttchberg; 11: Christenlehre f. b xxiäL Jugend , 1%: Mainzlar.

Kachslische Geurrinde.

Samstag, 9. Aug. Nachm. 5 u. abends 8 Uhr . Gelegenh. ;ur hl. Beichte. Sonntag, 10. Ma, 9. önuttag n. Pfi'-gstar. Gifa: Gel^mhI. k m. Beichte: 7: &L Mejfe: 8: toteträ. b. hl. toa- mtntun; 9: Hochamt m. Pr.: U: Ä Messe M. Pr.: 2: Andacht. Diaspora-GotteÄtenst a» 10. Bug. 3e Grünbergr Integra: 91/*; L«hr iyL

Rothe

Hochst*uer

nicht genug vor tem fögenannten .^nbaleerai' gewarnt werten, eine Angewohnhett, bte Iciter cm Falte arvße Verbreitung gefunben hat. Daß üter- l«upt ter teutsche Zigarettenraucher in so crf)a*- lifbem Maße zu ausländifchen Zigaretten greift jeder Trambahnwagen stinkt nach diesen Opmm- zigaretten daS ist aber wiederum die schuld eines großen Teils ter deutschen 8i garettenfabri- fanten, die zu ganz unverschämten Wucher preisen Mischware ober sonstiges kaum genießbares ffraut einheimischen Konsumenten torzusetzen wagen. Mögen bie an staubigen Firmen ber Tabakbran« 'elbit ten Kamps gegen bitienißen autnehmen, bte der ausländischen Schundloitkurrenz das Eindrin­gen derart erleichtern. Wie die Dinge stehen und wie sie im Volke wirken, zeigt eine Berliner Mel düng in demselben Blatte: Dte Arteitt-gemein, übaft ter Arbetterräte beim Berliner Magistrat vidrtdc abermals an die Bevölkerung atzen Aus- ruf, in tem sie diese zur rücksichtslosen Boulottic. rung von solchen Zigarren- und Zigaretten- geickäftert auffortert, ui baten nach 'wie our Wucher preise gesordett werden. Gleichzeittg richtet sie an die handel- unb Geiverbetrribenden die brüt* genbe Mahnung, keine Ware zurückzuhallen und ich vor jeöer Bewucherung tes Publikums zu tüten, ba sonst bei ter in ten Masfe« bestrheuteu Gärung weitere schwere Erzess« »u briürchtai säen.

rm. Tanzstreik. Ber ben vielen ©träte, bte jetzt Mote geworden ftltd, dürste auch eme Mittrillurg auS Reichelsheim i.O. inter­essieren. Tvtt hatten die Musikanten für den vor- gesehenen Ball außer tem boten Eintrittsgeld tef Wittes auch eine ziemlich bedeutende Summe als Tanzgeld vorgesehen, die aber bfc Jugend $u zahlen sich rocigcrte. Als die Derhandluttgen zu fernem Ergebnis führten, ränaten sich die 32n^er unh traten einfach zu der Mustk nicht mt tae battn vergeblich tafelte unb als die Tänzer test Mteba, abz-og. Balo darauf drehten sich aber die jungpi Pärchen bei einer flott spielenden Ziehharmomkn die trat Stvritbrrcher spielte.

Büchertisch.

Luise, Roman von Walter von Molo.

flög crJ^ogat werden.

Zu 2: Die A u fhedung ber Eierbe- feirtschäftung für die restlichen Monnte des yichres 1919 wird abgrfefmi, dagegen erklärt ter Präsident des LonteScrnährungsamtcs, daß Dessen, Ms wte in diesem Jahr ho auch nächstes Jahr das Strich bte Eierl>,nvittfchaftung aufhcbt, ebenfalls bte Lier frrigebeit würde. Sollte das wider Erwarten «ritt geschehen, so sollen die Landwirte über Preis And 3abl ter abzuliefernden Eier und Att ter Lieferung mitte stimmest.

Zu 3: Die ton ten Strafen Betroffenen er* Beten Einspruch gegen die Strafver- fügung. Dem Gesamtministerium wird ter Bor* hchfag unterbreitet, bie Antts- und Staatscmwalt- Mjaften anzraoeisen, die StrafbefeNe an die zu- fehtbigm Erfassungsstellen zurückzuweisen, wo fie er Zuzttlfling ton Sachverständigen geprüft wer* sollen. Heber das Ergebnis soll mit ten Herren v .Hermolt und virichcl beraten werten. Jn ßufuj^t sollen die Strafen Über das Krersamt 8-ten, wo sie erst nach Anhörung ton Sachver- f,c Taigen verfügt werten sollen.

3m i: Tas LaudcSernLhcunsSaott ist mit ter ! Bef eit t gen g der Wiegemeister fnmb* | rinverifaute«, vachxm vov Seiten ter laute

t. ntfd.aftiid;rtt Orgcanfettionst bruud^xnv Bor* ftt.LLge zur jbontrolle gernacht ttmbcn sind. Auch ter äbfdxtffung ter Probemelker und der übrigen Revisoren striZm grundsätzlich ferne Detemken gegen­über, auch hier soll der Äauernbunb Vorschläge fiter eine brauchbare Kontrolle machm.

Zu 5: Den KvmmunaLverbänten werten zum ' ersten PrmÜ «ttsttrechetche Weisungen gegeben. Die Freia« be der v«u s schla cht u ngen unb Me Abitteffung des BrriMasterS soll ber unter 6. tefchlossenen Kommrssioit zur Beratung unterliegen. Die Vorichrift über die Schtlagschräte ist Reick)s- feche, doch will Ltrifen bestrebt fein, wegen Frei- gebe der kleinen ArtbauflLchett bestrebt zu fein.

6 Die Regierung gab die Erklärung ab, baß der schnell möglichste Abbauder Zwangs­wirtschaft auch ihr Ziel sei. Drei Minuten Nr Zwölf sei es nicht mehr an der Zeit, noch Snmblrgrnte Änderungen in ter Organtsation d-rzunehmen. Jedoch wurde bei der Kartoffel- ersasfung zugestattden, daß die ZerttralgenLsfen- schaft und die freien Vaueriwraanisationen als * sAuskäufer zugelassen seien. Auf Vorschlag des Borsitenden des Oberhessischen Viehhandelsver-

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Berauvoortllch für Pollttk: ß. 8.1 Dr. Reinhold Zen».

Meteorologische BeobachtUnge» der Station Gietzen.

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