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Hr. io Z Swett« Blatt
An» Stadt und Land.
Gießen, 9. Mai 1919.
10 176 Ersatzlebeusmtttel.
Die Zahl her lugehffenen unb abgclehnten Ersatzlebensmn'.el hat iuf> im Deraangencn fixtlb- iahr mehr als verdreifacht Tie .fahl der genehmigten stieg von 2975 auf 10176, die der abgelehnten auf 1712. Tie Erzeugung ift letzt zu einer richtigen unb leittung^fatngen LebenSmittel- ntbuflric geworben Bet Flciichbrütersatzwürfeln, Würzen ufto., für btt das Inland genügend Roh- siofse liefert, ist bereit- eine Sättigung tes Jn- (tmtesmarfld erreicht. Bis zum 1. Avnl genehmigt waren im ganzen an Limonaden 1176, Subbnt 826, öeihgetränfen 652, Eriatzwurlten 607, Kaffee 522, Essenzen 416. Backpulver 408, Likören 347, Ertrakten 313, Biererfay 256, Pub- bmg- unb Srisevulver 265, Strtwen 227, beut- frfrn Tee 200, Aromen, Fruchtaiwmcn. Aramo- essenrcn unb Ocle 191, Würzen unb Basten 170, Audrt 115, Flrischbrü Hersatzwürfeln 107, Aromen 101. Minder häufig ist ber Ersatz für Jett mit 10, Milch 2, Me 1, Ei 21, Bonbon 7, säuren 2 ufto.
Unbestellbare Postsendungen. »Die Veröffentlichungen über die bei der Oter-Pvst- direktion in Darmstadt lagernden unbestellte rar Postsendungen erfolgen nicht mehr durch die Zeitung m. Ue!er fa che Sendungen werden vielmehr vierteljährliche Verzeichnisse ausgestellt, die in dem Tchaltervorranm der Postanstalt am 9hngateort vier Wochen anSgehängl werden. Diejenigen unserer Leser, die über den Verbleib einer Postsen- burtg — sei es eine Wert- oder Einschreibsendung, ein Paket oder ein Vries mit Geldinhalt i— int ungewissen sind, werden deshalb gut tun. diese Verzeichnisse einznselien und festzitstellen, ob etiva der vermißte Ofegenstand bei ber Ober-Postdirektion lagert. Zutreffendenfalls würden sie fick wegen Wiedererlangung ber Sendung an die Ausgabe Postanstalt zu wenden haben.
Kreis Friedberg.
** Friedberg, 7. Mai. Vergangene Nacht wurde in dem Warenhaus der Geschwister Mavcr in ber Hanauer Strafte dahier ein Einbruchs- diebstahl begangen, bei dem dem Dieb namentlich ein großer Posten Seid« und Strickwaren von bedeutendem Wert« in die Hände siel. Der Dieb, ber die gestohlenen Gegenstände in zwei große ftoffer verpackt hatte, wurde von der hiesigen Polizei am Bahnhofe, nachdem er bereits ein Abteil be8 iim 4.05 Uhr nach Frankfurt a. M. fahrenden Personenzuges bestiegen hatte, angehalten imb ihm die Koffer mit den gestohlenen Gegenständen ab- rrenommen. Es gelang ihm aber, aus der Wo gen - türe hinausrusvringen und zu entkommen. Er ist etwa 21—22 Jahre alt, 1,63—1,65 Meter groß, hat dunkelblonde Stoare und ist bartlos. Er trugi teilen Anzug, Hellen tneidfen ^ilzhut und eine dünne gelbe Uhrketbe, die von einer Westentasche zur anderen hing.
Hessen-Nassau.
0 Marburg, 8. Mai. "Das Mieteini- gungsamt gibt bekannt, daß Mietsverträge bis zum 15. Juli rechtswirkcnd nur mit seiner vorherigen Genehmigung abgeschlossen werden können. Auch die Mietssätze werden dort einer Prüfung unterzogen.
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Bellgionigemeinöt. Gottesdienst in d. Svn. (Süb-Anl). Samstag, 10. Mai. Vorabb: 7.30: morn.: 8.30 Predigt: abds.: 8.10 u. 8.50. — Israelitische Religionrgesellschast. Sabbatscicr am 10. Mai. Freitag abd : 7.35; Samstag vorrn : 8.00; nachm. 4.00; Sabbatausg.: 8.50. Wochen- gottcSd.: morg. 6.30, abds. 7.00.
handel.
Die DiSconto-Gesellschast veröfsent- kicht alS erste ber deutschen Riesenbanken ihre Bilanz über daS Jahr 1918; sie erzielte im Jahre 1918 einen Bruttogewinn von 72,11 Millionen hegen 66,44 Millionen in 1917. Dagegen fliegen die Berwaltungskosten von 22,43 Millionen in 1917 auf 33,81 Millionen und die Steuern von 3.61 auf 6,29 Millionen. Der Reingewinn beträgt einschl. Vortrag auS 1917 rund 32 Millionen, aus dem eine Dividend« von 9 Prozent gegen 11 Prozent im Vorjahre zur Ausschüttung gelangen soll. Die Generalversammlung findet am 21. Mai statt.
Kapital und Reserven der Disconto-Gescll-
Der Doppelgänger.
Roman von Carl Schüler.
Fortsetzung Nr. 21.
,,ES tut mir leid, baß Sie Ihren Mantel bei dem Vorfall im Kaiserhof eingebüßt haben."
„Wieso?" fragt« Tvrival wieberum gebanfen- loS. —
„Nun, mein Vater, der doch nicht ohne Mantel unb Hut aus dem Stotel geben formte, brachte die Lochen mit nach Hause. Gestern hat er den Mann ermittelt, dem Sie den Mantel und den Hut — hm — entliehen hatten. Nun, ich biete Ihnen heute ein stfeschäft an, damit können Sie mehr verdienen als einen Pelzmantel —"
„Ein Geschäft? Sic machen mich neugierig!" Dorival griff nutz ihrer öanb.
Sie zog die Hand zu rück.
„DaS dürfen Sie nicht!" sagte sie und blickte ihn strafend an. „Sie haben sich bisher mir gegenüber ritterlich benommen. Tas müssen Sie auch weiter tun, sonst müßte ich annehmen, baß ich mich in Ihnen getäuscht habe. Dann würde ich sofort gehen. Wün'chen Sie bas?"
„Nein!"
„Gut, bann kann ich vernünftig mit Ihnen reden. Ich werde Ihnen zuerst sagen, was im von Ihnen verlange, und dann nennen Sie mir Ihren Preis. Sie versprechen mir, daß alles, was ich Ihnen sage, von Ihnen streng geheim gehalten wird?"
Jetzt streck.e sie ihm selbst ihre Hand entgegen.
Er grifi schleunigst zu.
„Sie wissen, bau mein Vater Konsul ber Nevudlik Costalinda rst," begann Ruth, und sie sprach toicter ganz in ihrer ruhigen, geschäftsmäßigen Art. „Mein Vater hatte früher m Costa-
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberhessen)
Zrettag, 9. Mai 191
schäft, der Norddeutschen Bank unb des A. Schaffhausen schon Bankvcrcms betragen ohne Berücknch- tigung des Mehrwertes der 9ferbteutfCten Baick- Aktien und der Schaff Haufen-Mtien rund 475 Millionen (nämlich 310 Mülwnen DiSkonto, 134 Millionen Reserven der Diskonto; 20 Millionen Reserven der Norddeutschen Bank unb 10 Millionen Reserven von Schaffhausen). Bei 9 Prozent Di- vioende ergäbe bad eine Verzinsung von wenig mehr alS 5 Prozent.
Mus dem Mmtsocrlünöigungsblatt.
*• Das Amtsverkündigungsblatt Nr 25 vom 8. Mai enthält: Nachtragsbckannt- machung des Reichsrnmisteriums für wirt- fdxiitlimc Demobilmachung, Nr. F. R. 380/3. 19. ft'. R. A zu den Bekanntmachungen Nr. F. R. 1/12. 18 K. R 21. (Nr F. R. 1017/11 18. S. N A.) vom 30. November 1918, Nr. F. R. 800/12. 18. K R. A vom 26. Dezember 1918 und Nr. F. R. 630/2. 19. ft. R A vom 28. Februar 1919. — Richtlmien für die Errickstung von Einwoh ertoehren. — Sol- babefuren für skrofulöse und tuterkulosevrrbächlige Kinder — Hantel mit Saatgut. — 36. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). — Bewirtschaftung der Frühkartoffeln ber Emde 1919. — Fleischpreise. — Voranschlag der Kreiskasse des Kreises Gießen. für das Rechnungsjahr 1919. — Feldbereinigung in der Gemarkung Lollar.
Solbabekuren für skrofulöse und tuberkuloseverdächtige Kinder Zur ftiäftigung und Gesunderhiltung der durch die Einwirkung ber Sungcrblodabc stärker denn je von der Tuberkulose bedrohten Juarnd bcabftchrft die Landesversich.rungsanstalt Hessen, auch in diesem Jahre wieder Solbadekuren für skrolulöse und tuberkulosev. rbäch ige Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren in Bad-Nauhcim, Wimpfen und Bad- Orb burchzu'üh.en und mit den Kuren baldmög- lickist zu beginnen. Die Kurdauer ist auf 28 Tage festgesetzt worden. Tie Sch ilvorstände haben in Frage kommende Kinder p.rzusch'.agen.
Zum Handel mit Saatgut (Hafer und Weizens ist die Gutspöcherin August Prösck)«r Wwe. in Rudlos, ftrei3 Lauterbach, für die Pro» vinz Oberhessen zugelassen wordeii. Landwirte, welche von dort noch Saatgut beziehen wollen, haben ihre Saatkarten dort einzureichen.
3 6. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). Für die Zeit vom 1—15. Mai wird gegen die Lieserungsabsckmitte 1 unb 2 ber Sußstosfkarie „H" (blau) unb 4 und 5 der Süßstoffkaric (gelb) von den Süßstosfal»gabestellen in den Land- aemcinben des Krrises Süßstoss abgegeben. Es gelangen auf bic Abschnitte 1 unb 2 ic em Bries- ckten unb auf bic Abschnitte 4 unb 5 je eine Schachtel zur Ausgabe.
Bewirtschaftung ber Frühkarto f - fein ber Ernte 1919. Frühlartoffeln, bte bis zum 30. Juni 1919 geerntet unb geliefert finb, werden von ber öffentlichen Bewirtschaftung frei gelassen unb feinem Höchstpreise unterworfen. Sie dürfen jedoch vor dem 1. Juli 1919 nur mit Zustimmung des Kreis am t s geerntet werden. Vom 1. Juli 1919 ab tritt die öffentliche Bewirtschaftung der Frühkartoffeln rin. lieber die Preis- rcgclung der Frühkartoffeln erfolgt später von der Landeskartoffelstelle besondere Mitteilung.
Tie Fl ei sch preis« sind gemäß Verfügung des Hess. Landesernährungsamtes, mit Wirkung vom 14. d. Mts., wie folgt festgesetzt: Rindfleisch 2,80 Mk., Kalbfleisch 2.20 Mk., Hammelfleisch 2,92 Mk., Flrischwurst 2,60 Mk., Leber- unb Blutwurst, frisch 1,60 Mk., fieber- unb Blutwurst, geräuchert 1,80 Mk.
Letzte Nachrichten.
Lin Ausruf an öas Dolf.
Berlin, 8. Mai. Der Reichspräsident und die Reichsregierung wenden sich mit folgendem
Aufruf an das Volk:
„Der ehrliche Friedenswille unseres schwer bultenben Volkes sand die erste Antwort in den ungemein harten Waffenstillstanbsbedingungen Das deutsche Volk hat die Waffen niebergelegt und alle Verpflichtungen des Waffenstillstandes, so schwer sie waren, ehrlich gehalten. Trotzdem setz- teu unsere Gegner sechs Monate lang den Krieg durch die Aufrechterhaltung der Hungerblockade fort. Das deutsche Volk trug alle Lasten im Vertrauen auf die durch die Note vom 5. November von den Alliierten gegebene Z u - sage, baß ber Friebe ein Friede des Rechts auf der Giundlage der 14 Punkte Wilsons sein würde Was uns statt dessen letzt in den Friebensbedin- gungen geboten wirb, w i b e r s p r i ch t brr ge
gebenen Zusage, ist für das deutsche Volk unerträglich und auch mit Ausbietung aller Kräfte unerfüllbar
Gewalt ohne Maß und Grenzen soll bem deutschen Volke angetan werden. Ans solchem auigezwungenen Frieden müßte neuer H a ß zwischen den Völkern unb im Verlauf der Geschichte neues Morden erwachsen Die Dell müßte jede Loffnuna auf einen die Völker befreienden und heilenden, den Frieden sichernden Völkerbund begraben.
Zerstückelung unb Zerreißung des deutschen Volles, Auslieferung ber bcutidwn Arbeiterschaft an den fremben Kapitalismus zu menschenunwürdiger Lohnsklaverei, dauernde Fesselung ber jungen deutschen Republik bnr.1i den Imperialismus ber Entente ist das Ziel dieses Gewaltfrietens. Die deutsche Regierung hat den Friedensvorschlag ber Vergewaltigung mit dem Vorschlag des Friedens des Rechts aus der Grundlage eines dauernden Völkerfriedens beantwortet Dte tiefe Erregung, die alle deutschen Volkskreise ergriffen hat legt Zeugnis dafür ab, daß die deutsche Regierung den
stcschlosstnen Willen deS deutschen Volkes zum Ausdruck bringt.
Die deutsche Regierung wird alle Kräfte an- spannen, um für bas deutsche Volk dieselbe n n • tionale Einheit unb Unabfoingigleit und dieselbe Freiheit ber Arbeit in Wirtschaft und Kultur zu erringen, welche bic Alliierten allen Völkern Europas geben wollen, nur unserem Volle nicht. Unser Volk muß sich durch eigenes Handeln retten.
Angesichts dieser Gefahr der Vermch'ung muß das deutsche Volk unb seine von ihm selostgewähllc Regierung zusammenstehen. Ohne Unterschied ber Partei mögen die Deutschen zu- sammenstchen in bem einmütigen Willen, bas deutsche Volkstum und die gewonnene Freiheit zu bewahren. Jeder Gedanke,' der ganze Wille der Nation gehören jetzt der Arbeit für die Erhaltung und Wiederaufrichtun' unferes Vaterlandes.
D e Reg ening ruft alle Volksgenossen auf, in dieser scyweren Stunde mir r g r auszuharren in wechselseitigem Vertrauen auf dem Weg ber Pflicht und dem Glauben an den Sieg der Vernunft und des Rechts.
Der Reichspräsident. Die Reichsregierung Reichs- und Landestrauer.
Berlin, 8. Mai. (WTB.) Ter Präsident des Reichsrnintsteriums hat an die Regierungen ber Freistaaten folgendes Telegramm erlassen: In schwerer Not und mit Sorgen belastet, hat das deutsche Volk in den Monaten des Waffenstillstandes den Friedens- bebingungen entgegen geharrt. Mit ihrer Bekannt-t gäbe kam die bitterste Enttäuschung und unsägliche Trauer über .das ganze Volk. Ten Gefühlen aller Deutschen wird öffentlich Aus» druck zu geben fein. Aus Beschluß der Reichsregierung werden die Regierungen ber Freistaaten ersucht, zu veranlassen, daß für die Dauer einer Woche alle ösfentlichen Lustbarkeiten unterbleiben unb in den Theatern nur solche Darstellungen zur Aufführung gelangen, die bem Ernste dieser schwersten Zeit entsprechen.
Die Rückgabe der deutschen Gefangenen.
Berlin, 9. Mai. Wie bet „Lokckanzeiger" hört, ist an die Alliierten eine Nöte abg?gangtn, in der verlangt wird, daß die deutschen Kriegsgefangenen, da nunmehr die Frie- densverhmidlungen begonnen haben, fofort frei- g lassen werben. Der Friedens vertrag sieht vor, daß die Gefangenen erst nach der Ratifizierung freu gelassen toerben.
Vertragswidriger Transport von Kriegsmaterial für Polen.
Danzig, 8. Mai. Den Alliierten in S p a a wurde am 8. Mai folgende Note übermittelt: Nach amtlichen Meldungen will die amerikanische Lebensmittelkommission für Polen in Danzig außer fiebcn6mitteln auch Sanitätsmaterial, Automobile, Gummibereifmlgen, Nähmaschinen, Bekleibungs- stoff«, Werkzeuge, unb anbered für bic polnische Armee bestimmtesKriegsmate- rial in erheblichem Umfange über Danzig nach Polen transportteren. Ohne deutsche Genehmigung gingen einige Transporte bereits nach Polen ab. Dieses Verhalten widerspricht sämtlichen Berab- rebungert. Tie deutsche Regierung erhebt hiergegen nachdrücklichst Protest. Das Deutsche Reich verpflichtete sich, die Beförderung von fiebensmitteln über Danzig nach Polen zuzulassen. Es hält seine Verpflichtungen gewissenhaft em. Die Beförbe' vung von Kriegsmaterial über Danzig ist jedoch nach den bestehenden Vereinbarungen unzulässig.
Die Beförderung der Arm« voller mit Zubch, vollzieh« fick» auf dem fia.ibw.xje durch beuiiibr Gebiet. Im Svaaer Abtomrneu mürbe für kn Nachschub ber Armee Haller ausdrücklich Stet t i n als Au^schiiftingsva-en beftimmt Tie beutfd Regierung lann nicht ziüassen, daß nunmehr, cni gegen allen Abmachungen in Danzig, die Am. Idufiung von Kriegsmaterial enolgt Sie wir tvcilerc Ausschiftungeu demselben ueriun.imt.
Reichsminister irrzbergei
Ta- Nachspiel utr Tötung fiiebknecht- nnb Rosa fiu^cmdurg-
Berlin, 8. Mai. (WTB.i Die „B. Z. an Mittag" mrldet: Vvr dem Kriegsgelub boS l'kn.te Zlarallrrie Sck».ilvuborpS beginn heute die Ver Imutzlung getreu die neun Personen, denen de Mvalifanic Tod £icbtuxl»t6 und Roa fiiqttit burgs zur La st gelegt wird Ter -Jtngrflagti Run g«, von Berus '£rvl>cr. sagte u. a. aus: J<I habe vor dem Edeichotel Pv.^ir gestanden. wurde mir bctaiml, baß Liebknecht emarliefrri würde Ich hatte eine g.oße Wut auf fiicuticdu we.l er mich seinerzeit bei etitem Demonstratious streik in den SiemensnZerklen, wo ich den Streif nicht mümad.en wollte, mit dem Revolver bedrohte Er unb Frau Luxemburg auch. Ich tun6 nicht, ob ich einen ober ztvri ftolbcnfdiUiqc gegen Liebknecht gftan habe: ich weiß auch ntcht, wohin fic ihn ^.troffen haben. Ich slrrnd bann weiter Posten. Inzwischen kam Fvan Luxemburg heraus. Ich geriet in solche Wut, als ich Frau Luxemburg sau, wegen des Streiks! von damals. Ich weiß nidu, ob ich einen oder zwei ftulbcufdyl.igc aussührte
Ter Ang.cklag:« H o r st v P s l u g k - H a r - tung sagte u. a. aus: Ich erhielt die Weuuug, fitcbfiiediit nach Moabit zu transportieren. ?lls ich mit ihm im Auto saß, erhielt er von hinten cinrit Schlag, der ihn aber nickst besckiiLdigt haben kann, denn wir sprachen nachdem noch mvteinauber. Im Tiergarten am neuen (Set erlitt das Auto eine Panne unb tonnte nicht wefteriahren. Lieblnecht erck.ärte, er fühle sich kräftig gtnua zu Fuß zu gehen. Ich entfernte mich einen ^Gigenblttf, um mich über den ffikp zu oriciUtcren. Als ich zurück- kehrie, s ah ich fi re bkn ech t vo r m i r l o u f e n. Ich rief: Halt! Ta ber Anaerufene nicht stand, sckpoß ich. Liebknecht lief noch ein paar Schritte unb brach bann zusammen. Wir lieferten bann die Leickse in die Unfallstation fturiürftertbanuu ab. Auf die Frage des Borsitzenden, ob er nickst gv- wartet habe, ob Liebknecht auf feinen Anruf ballen würbe, antwortete ber Tlng kl.rg.e, dazu habe er feine Veranlassung gehabt, da er ihm gesagt hrbe, daß er bei einem Fluchtversuch sofort schießen mürbe. Er" habe damit rechnen muffen, daß er entfern men könne.
Die Leiche Neurings.
Dresden, 8. Mai. (WTB.) Die Leiche des ermordeten Ministers für Militärwesen, Neu- ring, wurde beute nachmittag unweit von Koetitz bei Meißen aus der Elbe gezogen. Die JdentiE ist einwandfrei Jeftgeftellt. Tic Leich« wurde aus den Koetitzer Frtedhos geschafft.
Die österreichischen Delegierten.
Wien, 8. Mai. (WTB.) Tie Nationalversammlung nahm einstimmig unter lebhaftem Beifall einen Antrag des Hauptausschuss<»S an, der als den bevollmächtigten Vertreter teu deutfch^österreichischen Republik bei den Friedensverhandlungen bett Staatskanzler Renner bestimmt, dem als politischer Berater der christlick- soziale Abgeordnete Guertler unb der Großteutsche Schoen bauer bei gegeben werten.
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linda rin Import Haus. Er hat in diesem Land lange Jahre gelebt. Später nahm er ritten Teilhaber an, ter dem G?schäft in Costalinda Vorstand, während sich mein Vater nach Teu.schänd zurückzog. Dor etwa fünf Jahren brach in Costalinda eine Revolution aus. An ter Spitze ber rcoot (utionären Partei stand ein Mann, der sich Gene- neral Alvarez de Almeida nairnte. Ten Ti el rines Generals hat!« er sich selbst jug:legt Er unb seine Leute begingen in jener Zeit viele Grausamkcften, plünderten, zerstörten fremdes Eigentum.
Tamals schrieb mein Vater an seinen Teilhaber nach Costalinda einen Brief, in bem er feiner An hängt ich feit an den Präsidenten offenen Ausdruck gab und aus seiner Verachtung für den General Alvarez fein Hehl machte. Dieser Brief ist nie in die Hand« des Mannes gelangt, für den er bestimmt war. Ter Teilhaber meines Vaters tourte von te nRcvolutionäreit ermordet, als er sich auf einer ftaffeeplantage befand, btc er durch seine Gegenwart vor der Zerstörungswut ter Horden tes Alvarez zu retten hoffte. So kam es, daß ter Brief meines Vaters in den Besitz eines Angestellten ter Firma gelangte. Dieser Mensch hat den Bries sorgfältig aufgehoben. In seinen Händen wird biefer Brief für meinen Vater zum Verderben."
„Wieso?"
„Tie Partei des Generals Alvarez ist an die Regierung gekommen. Alvarez ist tzum Präsidenten gewählt worden. Würde ihm jetzt ter Brief, den mein Vater damals geschri.ben hat unb in bem er über ihn ein sehr adsprechentes Urteil fällte, bekannt werten, so wären die Folgen für meinen Vater sehr schlimm. Mein Baler hat gerate jetzt große Interessen in Eostalinda. Es hantelt sich um Eisenbahn-Unternehmungen. Er bedarf dazu.ter Unterstützung ber Regierung. Ich kann Ihnen dos
nickst so erklären. Tic Trassen ter Eisenbahnen hat die Regierung zu genehmigen. Tie kostspieligeni Vorarbeiten sind bereits beendet, unb die Plane liegen ter Regierung vor. Will nun die Regierung meinen Vater schikanieren, verwirft sie bie Pläne ber von meinem Vater vertretenen Gesellschaft, so ist die Ausführung ter Eisenbahnen überhaupt tn Frage gestellt. Damit wäre mein Vater ruiniert. Nicht nur, daß die großen von ihm an getauften Waldregionen, bic durch irie Eisenbahnen erschlossen werten sollten, nicht nutzbar gemacht werten könnten, sondern auch bie großen Summen für bic Vorarbeiten wären verloren, unb mein BatcÄ würde für ten ganzen Betrag aufkommen mü.fcn. Er hat nämlich, da er tes Einverständnisses ter alten Regierung sicher war, die Bürafchaft dafür übernommen, daß die Trassen ter Eisenbahnen so genehmigt werten, wie sie ausgeführt worden finb."
„Wo ist ter Brief jetzt?" fragte Dorival.
„Er ist noch immer in ten Händen jenes Mannes, ter ihn sich damals an geeignet hat. Er heißt Erich fiabroein unb wohnt jetzt hier in Berlin. Er hat hier ein kleines Bankgeschäft eröffnet. Er ist so eilte Art Winkelbankier."
„Kann Ihr Vater ihm den Brief nicht ablaufen?"
„Mein Vater hat bereits eine hohe Summe für die Auslieferung tes Briefes geboten, abefl dieser fiabroein hat das Angebot ausgeschlagen Er hofft von anberer Seite mehr zu bekommen."
„Kennen Sie diese andere Seite?" fragte Dorival. • . >
„Gewiß, es sind englische ftätritaliften. An ihrer Spitze steht ter Baumwottkönig Sir Howard Freterik Byford. Ter möchte das deutsche Kapital und den deutschen Einfluß ganz aus Costalinda verdrängen."
Als Torival' ten Namen seines Onkels nennm
hörte, pfiff er leise durch die Zähne. Sßieterum gedankenlos.
„Tas ficht ihm Wilich" bestätigte er.
„Sie kennen Sir Byford," fragte Ruth erstaunt.
„Ich habe seinen Namen schon gehört," stotterte Dorival. „Er ist ein rücksichtölosch: (tegner. Aber kann denn Ihr Vater diesen fiabroein nicht durch einen Prozeß zwingen, ihm ten Brief zurück- zugeten?"
„Tas würde ein sehr langer und darum vergeblicher Weg fein, fiabroein würde ten Bricks längst an Sir Bvford verkauft haben, ehe auch nur ber erste Termin ftattgefunben hätte Nein es gibt nur einen Weg, um den Brief meinem «a,cr zu verschaffen. Sie sagten mir doch, Sie könnten auch rin brechen?"
„Tonnertoetter!" tagte Dorival
„Nicht wahr?"
. ”3“ — n°'ür,ich - s-lbstverstindlich farni U entbrechen!"
„Sic Würben einer outen Sache dienen'"
- mal eine Abwechslung"
stotterte Torlval Er kam sich vor wie ein Idiot
ste neigte sich zu ihm und sah ihn erroar tungsvvll an. B. tend! Tas gab ihm den Rest Wenn man das Köpfchen dicht vor sich sieht, da- elnern als das krönende Wmiterwerk einer son: taglub gelaunten Natur erscheint, und toenn Dir «ugen, die man anbetet, trauern und flehen bann — bann macht man Tummheiten! All« Dummheiten ’ Wie hieß es im Faust —
So ein verliebter Tor verpufft
Euch Sonne, Mond und alle Sterne
Zum Zeitvertreib dem Liebchen in bic finit (Fortsetzung folgt)


