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Nr. 262

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen)

Samstag, 8. November $19

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Las Glück der andern

Original-No man von Erich Eben stein.

Copyright 1916 by Ordner & Camp., Berlin W 30.

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Ihm »rar plötzlich leicht und frei ums Herz. Nur zwei Tinge tette er ganz erfaßt: Sie wollt? Antzergärtnerm werd.m, und ilyr häufiger Gang nach Schönau galt nur der Spielschule von Ha- valds Tante!

Eine übermütige Stimmung txirft? ihn plötz­lich. Er ftreidyclte die btontem und braunen Köpf­chen der kleinen Mädchen, die ihn immer noch nrif tKiutidr anstorrtcn, und verleitte schiietzlich den Inhalt seiner Börse an sie.

gürdytet euch doch nicht vor mir, ihr Närr­chen! Irl, tue euch ja nichts! Und, ich freue mich so . . da kauft euch beim Berdsteltner Krämer tras Hübsches dafür! Und geht nun heim. Eure M Lid en taute muß. mit mir nach Hause, sonst te-> kommen wir am Ende nichts mehr zu essen!"

Tann schritten sie beide stumm durch d.'n l.ruschifien Wald, dessen moo i~er Grund weich wie ein Teppich war. UcberaH bl uh'en Blumen, summ- fcn Bienen, schwirrten bunte Käfer hin und h.'r, und in de sommerlich« Wärme mischte sich der Trist von Harz und Waldmeister.

Magnus genoß dis' alles wie im Traume... einem holden Märchentraume. Immer wieder flreifte sein B ick das süße Mädchenpvo'il an seiner Leite, das fo rein und Jeusch war, und doch so teslimmt in den Linien.Wie die verkörperte

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flammte plötzlich etwas auf, das sie unsäglich erschreckte.

O Gott was Ivar das? Ein Zittern lief durch ihren Leib . . .

Da fuhren sie beide Plötzlich entsetzt zusammen. Erne scharfe Stimme-'sagte dicht hinter ihnen in beißendem Hohn:Ach, das ist ja eine aller­liebste Ueberraschung! Du bist schon von Glarers- heim zurück, Magnus?"

Es war Evelyn, die, ihr Plerd am Zugel führend, den Waldpfad von Berdste ten her kom­mend, nun bei der Wegeinmündung Mötzlich auf sie gestoßen war.

Wie du siehst," gab er kurz zurück, und c5 war ein Schein in seinen Augen, der Evelyn hätte warnen sollen. Aber sie achtete nicht darauf. Zu tief war die zornige Bestürzung in ikw über das, was sie soeben beobachtet und nur zu gut verstanden hatte.

Warum führst duBcssie", anstatt sie zu reiten?" fragte MagnusEs ist dir doch hoffeitt- lich kein Unfall zugestosten?"

Nein. Sie stolpere nur und latent mm" etwas. Aber das ist ja gleichgülttg angesichts der Tatiache, daß ich dadurch, um das ©eben auf der staubigen Slraße zu vermeiden, d'esen Wald- nreg cinschlug und so euer Tett-a Ttt- störte! Modesta wird es mir nie verzeihen! Sie war so schön im Zuge ihrer Gretchenrvlle!"

Modesta fuhr zusammen und erblaßte bis in die Lippen. Magnus aber richttte sich hoch auf und sagte streng:Ich verb ete dir solch un- pas-ende Sck«rze, die deine Schwester beleidigen müßen. Ich habe Modesta vorhin zufällig ge­troffen"

Ah wirklich? Nun, es ist mindestens recht merkwürdig, daß du, kaum von der Reise zurück, schon Spaziergänge im Walde machst und dabei zufällig" gerade Modesta triffst!"

.... . . - 11 Aber auch Modesta wich bestürzt zurück.

.Also Kindergärtnerin wollen Sie wer- seinen leuchtenden, blauen Augen, deren Beo

Fräulein, Büfett tätig aeroeftn. sucht Tlrllt ht msi. 6al& On. unter B. fl an KmmuIüi S

Ml Mm iklloler Handschrift g als Lchrciber. r sonst. P-M«^ Lchriftl 9ngeh. it. 021491 > an d. Siebener Anrrisn.

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ttreigesängnis herbergt seit Donnerstag -inen sel­tenen Hast, einen russischen Fürsten, dm Rrtt-

5.7", 8. 11. = 3.0°

1.4°, 3. 11. = 0.9°

gen enter möglichen Emähru^gskatastroph.' und weijen.

Hessen-Nassau.

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Zusammank*11 der. Karlsruhe

.Ähre Augen funkel en in gefährlichem Licht, nährend sie die Schvester höhnisch vom Kopf bis zum Fuße maß.

Evelyn!" stammelte Modesta flehend. Aber Evelyn drehte ihr verächtlich den Rücken.

Mit dir habe ich nichts zu schaffen," sagte sie hart,ich will dir nicht einmal die Ehre an- tun, eifersüchtig zu sein. Ein Geschöpf, das die eigene Schwester heimlich bestehlen will, richtet sich selbst!"

Modesta stieß einen dumpfen Laut aus und war dem Umsinken nahe. In ihren Augen standen Tränen, in hilfloser Verzweiflung starrte sie auf Evelyn.

Diese fühlte plötzlich ihren Arm mit eisernem Griff gepackt.

Bitte ihr dies ab!" stieß Magnus rauh heraus,diese unsinnige Anschuldigung auf der Stelle bittest du sie ihr ab!"

Evelyn wandte sich langsam um und starrte ihn an, als habe sie nicht richtig gehört. Ein heftigesNein!" schwebt? ihr auf den Lippen.

Tue es augenb.icklich, oter ich gehe kttneu Schritt weiter!" drängte er drohend. Und Evelyn la? in seinem furchtbar entstellten Gesicht etwas, das sie tief erschreckte.Und bann ist alles aus!" stand noch in seinen Augen.

Da schien es ihr doch geratener, für den An gen b ick wenigstens nad^rge en.

Sie wandte sich also nm ter an Modesta.

Meinetwegen", murmelte sie,wenn ich br wirklich Unrecht getan habe, so entschulbige. Der Schein ließ kaum eine andere Deutung zu."

Damit nahm sie die Schleppe ihres Reit- Neides aus, warf Magnus die Zügel zu und toanbte Nch rum Gehen. Modesta folgte beiden stumm (Fortsetzung folgt.)

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Freiem, "S' fe 'S««»' ,?>Mruur^verfitentns

meister Nikolaus v.on Maklakofs, Fürsten fr in Gobotzm, Rittmeister der ehemattgen kari-rttch- rufsischen Garde und Tr. jur., geb. 1877 in Rom. Der Fürst ist der Kttiminalpott'/.u schon vor einigen Monaten durch seine tefefte rus ich? Uniform und feine merftoü bigen Besannt/chchoen, di- er in Ka- barels und Bars suchte, arngefrllen. Er hält sich nackt feinen eigenen Angaben fit Februar in Deutschland auf. Bei seiner Festnahme halt' er noch' 20 Mk. bei sich, und außer der zerrissenen Uniturm besaß er noch einen g.- iehenen Anzug und nicht die gerr.igfte ck»e. Tvotzb.mt tewihntt er in dem vor.te'.nnslen Hotel von Bad-Homburg eine ganze Zimmers ucht, die täglich 262 Mk. kostete. In feiner Begiftung b.'fand sich die F-ürstin G., die in Wrrk-ichieit eine Artistin aus einem Fronkturter Theater 3. Rana s war. Ter Fürst hat feit Monaten in geschickter 2&t e viele Kausteu e um Hunderltausende b trogen, indem er ihnen die Mitwirkung an glänzenden Geschäften mit Ruß­land in Aussicht stellte und sich daraufhin Vor­schuß geben ließ. In Frankfurt lernte der Fürst einen jungen Kriegsgewinnler kennen, den et als Sekretär anst-llte, der aber nur den Zahlmeister für ihn darstellte, und der sein ganzes Vermögen, mehr als 1OOOOO Mk., bis auf den letzten Pfennig an ihn verlor. Trotzdem der Fürst kein Hemd auf dem Leibt hatte, machte er Tageszechen von 600 bis 3000 Mk., gab den Kellnern Trinkgelder bis zu

Vsesie!" dachte er.

Plötzlich sie hatten eben dir Wegtnlung bett Rettenegger Gvenz: erreicht, blieb er stehen int'b sagte:Also Kmd.'rgörtnerin wollen r' tetn? Sie haben $inteT wohl sehr lieb?"

müßten entdeckt und geweckt roerbm mb ine Ehre des L-ons verlange es, daß die Gemeinde sich enttchiedener an per Pf eg: der geistigen Güter betet.igc. Hatte sckon Bürgerm.isttr Schum der in der Eröißmng der neum Arb.it warme Wmisch: zugcrasen, so zeugte die reg' Aussprache, der auch ältere Männer ins 3/<H Uhr anwohnt-nt, von einem manchen Überraschenden Vrstänte.is für bie Not tes l-eeai.w'^chenden tzstschechts.' Zum T.il wiederholt bettiligten sich d.e Lehrer Töll, B r o u n e w e l l uub We st pha l, die G.meinte- täte Benner, Kümmel, Scherer und V o g e 1 h ö f e r, die Herren Tr. Wöhrmann, Postsekretär Guthter, Euler und Schuldor- stattdsmitg.ied Weller an der Aus,prach:. (in- wähnt sei, daß als Thema auch sexuelle Aut- gärung verlangt wurde. Tie Gvetzener Aolks- hocißchue hat uns frenndnachbarliche Hilfe zuge- f-agt. Mit ihr soll roeüer verhandelt werden.- fjercS wird noch mitgetei t, sobald Redner und Gegenstände festsüel'e.i. Hier bekanntere Lehrkräfte and aujer dem £r.5gei)ti.l,eii Säuglingsschwester Ltta Trümmler und Architekt Senßtel- de r. Begründet wurde ein vorbereitenderA u s- j chu ß i'Ü r B o l ks h«och s ch u le W i e se ck" unter Leitung von Pfr. Sattler, der am Sonntag, 16. d. Mts., in jjifentlidjer Versammlung über Elcschtchle und Weien der Vo.kShochchule spvechett wiro.

Kreis Lauterbach.

bz. Lauterbach, Nov Hier wollte der Sam rnveretn zwei (£ t n f a m i: t n b ä u i e r her- stettcn. Ta sich iür die Ueb.'mabme der Haupr- arbeucn fein Untemelmur f mb, mußte von jeder Bautätigkeit ab^e.chen werden.

Kreis Friedberg.

Hessischer Bauernbund.

bz. H o ch w e i s e l, 6. Nov. Bei einer Ver­sammlung der diesigen Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes wurde folgende Entschließung ge­faßt: 1. Wir fordern eine Erhöhmtg des Viehprei- >es aut 2 Mk. für dos Psund -ohne etne Er­höhung des Fleischpreiies. Auf den Erlös her Haut hat weder das Reich, noch der Kommmral- vrrband ein Recht, sonpern allein der Er-euger. 2. Wir fordern weiter die Befreiung von d-r Haferpslichtlieferung für un.ere Gem ride. Surrt} die Mißernte an Hafer durch Trock<-nbttt ist das cetmlelie Quantum unb dingt t'ivVv.ndig! zur Durch- haltuno innerer Bielchenände unt> zur nächstjähri­gen Aussaat.(3. Wir wrrnen w. erier zu svarbm Inanipruck'nahme un,e er st'vrdoff-e vor, ä:e unb verlangen, bei einer Besckiagnahmb-w. Aut- nabme derselben auch die restlich: Aufnahme aller Kanofelvorräte, die sich im Be,itz der Bersar- gnngsl'erechtigten befinden. 4. Ter Schleich­handel unb brs Sckst benveen in landwlctfchtt> lidten Pvodukten tritt t.i letzber Zeit in erhoht'm Maße aut. Wir verweisen batet iut die Haf'r- öericliebungen an der böhmischen Grenz', aut Kar­toffel- und Gctrech schicbungen im Np inlmtd. Teshalb verlangen wir von der Regierung, daß he mit allen Mitteln gegen dieses Unwesen -an* kämpft, sonst inüssen wir jede Verantwortung we-

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Huiftil».

Ja! Sela lieb!" erwiderte Modesta mit aus- lcuchtcndcm Blick.

Ater warum gerade Kindergärtnerin? Wäre es denn da nickt schöner, zu heirate^ und eigene Kinder zu erziehm?" ,

Gespannt sah er sie an. Wenn sie je an Hrrato gedockt, dann mußte sie sich jetzt verraten.

Ater Modestas Mienen nahmen plötzlich einen abweisenden Ausdruck an.

Ich will einen Beruf, aber keinen Mann! Acki glaube, darüber haben wir schon einmal ge- Iprochen . . /'

Ja. Aber damals lagen die Tinge vielleicht nochi anders. Ein Mädchenherz weiß sehr oft nicht, was es will, und bann kommt jemand und weckt es unb . .

Für mich hat sich nichts geändert," fiel sie ihm, noch schvofser abweiseird, ins Wort,ich merbe niemals heiraten."

In ihm wallte eine zitternde 'Freude auf, die fein ganzes Sein durchdrang. Und er ergriff eine ihrer schlaff herabhänge',iten Hände und suchte ihr unter Die tief gesenkten Wimvern zu seh.m, wäh­rend er fvrtfuhr:Wenn Sie aber nun ehr.-r liebte, so recht von Herzensgrund, unb könnte Ihnen auch sonst alles bieten, was Ihr Harz verlangt, Modesta bann würden Sie doch vrrlleickt"

Er verstummte vor dem wcheu Blick, der sich plötzlick auatovU in den seinen stärkte.

WaNtm quälft bu mich'?" stand darin. Schweige doch! Schsoeige!"

Bettofsen starrte er sie an Was war das? Was solltt dieser Blick? So tiestraurig, so hoff­nungslos?

Anr Stadt und Land.

Gießen, den 8. Nov. 1919.

Wichtig für Kriegsbeschädigte, sowie für

Bersorantttitzbercchtigte in den abzittrelendeu Gebieten!

Den Kriegsbeschädigten, bie in.olge Auflösung ibeS alten Heeres mit dem 31. ö. 1919 enta-fen werden mußten unb die vor diesem Zeit­punkt bei ihren Truppenteilen Bersorgungs- ansprüche gestellt haben, können auf Antrag von den Truppenteilen bzw. Abnncklungsstellen Gebührnisse in Höhe der sontt zuständigen Urlaubs­gebührnisse und im Fa'le bringenden Bedürfnisses von den amtlichen Fürsorgestellen Unterstützungen vorschußweise iür Rechnung der Militärverwaltung gewährt loerben, wenn sie sich verpflichten, sich die gezahlten Beträge auf bie für die rücklieg ende Zeit etwa nachträglich zuständig werdenden Ber- sorgungsgebührnisse anrechnen zu la'fen.

Kriegsbeschädigte, bie nach ihrer Entlassung Ber''orgun/,sanfprüche geltend machen, können, sofern der Anspruch nicht von vornherein als unbegründet abschlägig beschieden wird, auf Antrag von dem zuständigen Bezirks- kommando vorschußweise Unterstützungen er­halten, wenn sie diese auf bie iür die rücfliegr.ibe Zeit etwa nachträglich zuständig werdenden Ber- sorgungsgebührnis e anrechnen lassen. Sollten die Borschüs c und die vorschußweise gezahlten Unter» stützt!ngen (s. imter 1 und 2) gegen bie für dae rüdliegenbe Zeit zuständigen Bersorgungsgebübr- nisse nicht au.gerechnet werden können ober Ber- sorgungsgebührnis e üoerhauvt nichl zuständig sein, so können die nicht gedeckten Beträge in Ausgabe verbleiben.

Die Kriegsgefangenen, hie aus den Turch- yangs.agern oder bei etwaiger Lazaretti>el,andlung von den Lazaretten, unmittelbar in die Heimat entlassen werden, melden ihre Btwsorgungs- ansprüche bet dem für ihren Wohnort zuständigen Bezirksrommando (Bezirks eldwebel) an. Es liegt im Interesse dieser Kriegsgefangenen, wenn die Anmeldung innerhalb eines Monats, von der Entlassung ab gerechnet, erfolgt.

Für die Kriegsgejangenen ge'ten im übrigen bie Ausführungen des -wetten Absatzes.

** Von derLandesuniversität. Durch Enrschlichung des Hess. Landesamtes für das Bildungswesen haben die nachverzeich­neten mt t.^ren Finanzbcamten der Landes- universital nunmehr folgende Amtsbezcich- nuny zu fuhren: der Universitäts-Sekretär: U n t v e r s i t ä t s - O b e r s e k r e l ä r, der Se­kretär des- Berwaltungs-AuSchusses: Ver- waltungs-Obersekcetär der Lan- besuniversilüt. Die Verwalter der Uni- wersitats-Kliniken: S t a a t s k a s s i e r.

** Bundzur Pflege von Musik und Literatur. Tein Eäsar-Flaischlen-Atend läßt "*t Bund zur Pflege von Musik unb Literatur tm Freitag den 14. November im Saal bes Ge- ettschastsvereins einen Alfred-Bock-Abenb «rfgen als Nachfeier zum 60. Geburtstag bes Tich- itcrS. Als Vortragskünstler wurde ber Regisseur *im Stadtchater Herr Karl Volck gewounen. Heber den Alfred-Äock-Abend, den die Freie Lite- »arisch tünstleris-che Gesellschaft in Tarmstabt mit Herrn Dolck zu Ehren des Dichters veranstaltet tat, äußert sich die Tarmstädter Zeitung:Einen ^'izüglichen Interpreten der Tichtungen von Al- ireb Bock hatte man in der Person des Herrn K. Volck, des Spielleiters am Giesteuer Stadttheater, ixironnen. Er las die Tichtungen mit starker schau'r-ielerischer Wirkung, mit bet Geste, mit der Mimik, mit der Formulierung des Wortes unb tob bie Gestatten mit scharfer, lebender Kontur keraus." Tas Programm am 14. November weist nur Ticktungm unieres heimatlichen Dichters auf, bie in Gießen noch nickst zum Bortvag gekommen sind. (Siehe Anzeige.)

Landkreis Gietzen.

Volksbildungsarbeit in Wieseck.

X Wieseck, 7. Nov. Ein von Vertretern ', sämtlicljer Vereine und Kärperschyf^en (übit 40 Männer und Frauen> ge bi'bete Versammlung lernt gestern ab^end im Rath-oussaal überV o l k s- brldungsarbeit in unserem Do r f". Pir. Sattler beleurtittte in 3/< stundlictem Vortvig daS Thema, warnte vor einem mechanischen Mir- vlachen desVolksbi.lmngsrumme's" und entschied i sich im Gegensatz zu andern Dörfern ter Umgebung für die intensive Arbeit ter Bolkshockifchule. Ta- bei solle die extensive einzelner Vorträge für die ganze Gemeinde nicht ausgeschlossen sein, ein Ort von der Bedeutung des unseren müsse viel­mehr jeden Monat einen solchen Vortrag hibm. Tie hier schlummernden geistigen Kräfte and Gaben

Letzte Nachrichten.

Die aus England zurückgekchrten Kriegs- Sksangei^n.

A m st e r d a m, 8. Nov. (WTB) Den englischen Blattcni zufolge gib: das bri.i,< Krieg Samt bekannt, daß ab 1. September bis 2d. Oktober 2 28968 deutsche Kr iegsaesangene he im befördert wor^n sind.

Birkenfeld.

Birkenfeld, 8 Nov. (WTB.) Die gestern in ber Landeöausschuß itzuo'g vorgenoinmene Wahl des Vorsitzenden ber Lanbesver- tretung und seines Stellvertreters er­gab bie Wieterwalil des alten D >rtttzeMen K u l I- m a n n unb des S elloertrtters Engel. Zum Re- gierungspräsibenten wurde eiiftimmig Rechtsanwalt Dörr (Idar- gsvähit.

Verhaftungen in Sofia.

Sofia, 8. Nov. (WTB.) Tie Regierung lieft in Sofia die hervorragendsten Mit­glieder ber Partei Nadoslawow ver­haften. Tie offiziöse Press: erf art di.« e Maß­nahme darrte bie Notwendig.'eit, die VerlMkwort- lichleit derienigen festzus'tt. m, die Bulgarien in den Krieg gezogen haben. Tie Rrgierung will Verl.and.ungen mit ten benachbarten Staa^n :in- leiten, um die Auslieferung des f r ü h ' - ten Zaren Ferdinand, Rabos awows und mehrerer Generale zu erreichen.

Die englische Ein- und Ausfuhr.

London, 8. Nov. (WTB) Im Monat Oktober wurden für 153483 162 Pfund Ster­ling Waren ei n g e führt, nxrs eine Vermehrung von 35 856 353 Plund Setting gegen ten gl.icken Monat des Vorjahres b d utet. Der Wert ber Ausfuhr beträgt 79 060 892 Pfund S.erling, also eine Vermehrung von 33 240 168 Pfund (Ster­ling gegen den Monat Otto ter 1918.

Revolution in Aegypten.

Kairo, 8. Nov. (WTB) ES wurde folgende Kundgebung angeschlagen: Gewisse Schichten ber Bevölkerung planen seit einiger Zeit Manifestationen, bi: zu unangenehmen Zivischen- fällen führen fönn-n. Diese Kundgebungen werden strikte verboten und es sind Maßnahmen vorgeschla- gen, um sie zu verhindern.

Die Lage Judenitschs.

Helsingfors, 8. Nov. (WTB.) Son- derberichte besagen, daß die L a g e d e s Ge- neralsJudenitschs schwierig ist. Ec ist in Flanke und Rücken bedroht. Man er­wartet ein entscheidendes Handeln.

Ein französischer Tag in England und Kanada. *

London, 8. Nov. (WTB.) Havas. Der Lordmayor übergab heute dem französischen Botschafter einen Scheck auf 75 000 Pfund Sterling, ber das Erträgnis des fran­zösischen Tages darstellt, der in Eng^ land und Kanada organi iert worden war. Organisatorin war das englische Komitee des französischen Roten Kreuzes.

Der Kapitän derLusttanta".

Berlin, 7. Nov. Nach einer Meldung des ,Lok.-Anz." erfährt dieNeuyork Times^ aus Londoner parlamentarischen Kreisen, daß der Kapitän derLusitania" zuge­geben habe, daß er entgegen dem vom Ad­miralstab erhaltenen Befehle, im Zickzackkurs zu fahren, mit Volldampf in die U-Bootzone gefahren sei.

Wer sparen will

muß sorgen, daß auch die jetzt so teuere Wäsche dauernd geschont wird. Dies kann nur durch eine entsprechende Behandlung während des Waschen« geschehen, unb nichts ist dazu geeigneter als die Verwendung des Einweichtniktels »Burnu«". Sein großer Vorzug gegenüber anderen Waschmitteln und vor allem gegenüber Soda ist der, daß es kein Gewebe annreift. Man stellt die Burmis- löfung dadurch her, indem inan einen 50-@iamm- Beutel, ausreichend iür etwa 40 Liter, in kaltem, besser noch in lauwarmem Wasser auflött, und in ihr weicht man die Wäsche mehrere Stunden, am zweckmä igsten Über Nacht, ein, dann wird itodtne-1 Milt, die Wäkche mit etwas Sette gerade zum Kochen gebracht, und die Arbeit ist getan. Man hat eine blüienweiße, durchaus unbeschädigte Wäsche.

DaS EtnweichmittelBurnuk", hergestellt von der Cbetnischen ttabrtk Röhm & HaaS in Darmstadt, ht in 50-Gramm-Beitteln überall zu haben. ,0CT

100 Mk. für eine Taste Tee. Ti« Sttaßcnbahn von vomburg nach Frankiurt benutzte ec nie, da sie sticht standesgemäß für ihn war. Ter Fürst fuhr nur Auto, tezahleu konnte ber ScTrotär. Au fier ber bieiigaiFürstin" halte er sich, mit ei..er Ber­liner Dame verlobt, um s.inen llrebit zu he-em Nach fcriTcn Aug^b n ist Mattakosf ter Atep.iv ohn bes Fmsten Golotzm und einer italienischen Pii.t- zessin mts dem Hause Bvrghe.c. Ten Krieg Hai er auf russischer Seite mttge.nackst. Seine Doktor- arbeit belxntxlte das ThemaBetrug". Jetzt ist er selbst nxgjn Betrugs unb Hochstapelei fest­genommen.

Ergebnis der Volkszählung im Dillkreise.

Dillenburg, 6. Nov. Nach ber Volks- vom 8. Oktober 1919 zählt ber Tillkrris 53 319 artsanwescnte- unb 1193 vvrübergehenb ab» wesende P^-rsvnen: in der Voraussetzung, baß etwa die Hälfte ber nicht anwttenben Perwnen an atv teren Orten tes Kreises gezällt wurde, ergäbe sich für den Till kreis eine adg-. rundete Zal,l von 54 COD E.nwohnern. Bon den 53319 ortäinnxfady n Per­sonen sind 25 838 männlich und 27 481 weidlich in 10 938 Haushal^imgen. Unter den Ortsanwcsenden fi^i> 27 Mstiiarpersonen unb noch

17 Kriegsgefangenc (Rusten). An gefügt seien dir Angaben ber ortsanw-scmten ©inmobner ter etäbte, sowie der größeren unb lleiusten Orte des Kreises: Tilttuburg 5202 .H rbom lohne Jrren- onstal ) 4345, Herbvm, Irre, mstatt 499, Haiger 2583, Frohnhausen 1607, _,e.bornseelbach 1568, Nietersch.ld 1549, Sinn 2443, Ober,chld 1318, Eitelshaufen 1262, Sttaßebersbach 1251, Atten- borf 1115, Brei-.scheid 1074, Tonsbach 1022, Langenaubach 10Ö, Wallenfels 73, Heiligen­born 67. ----

Eingesandt.

(Für Form unb Jnhatt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum apaennher fritterlri Pernntmortung.)

Der Dohuungsmangcl

hat in Nr. 260 front 6. November einen Einsender -u längeren Ausführungen v.ranlaßt, bie nicht ohne Widerspruch Meib.it dürfen.

Wenn ber Herr Einsender anfangs betont, daß ^Vorschläge zur B'hebunz ter Wohnungsnot frtclsach von solchen gemacht würden, die nur an ihr eigenes Interesse büchten, so beweist er mit seinen Ausführungen schlagend, daß er selbst zu dieser Kategorie gehört. Wir vert eten fror allem bie Jn:eres>-en ter Studentenschaft: fronEin­dringlingen", für derenEhrlichkeit" keine un- tebingte Gewähr gegeben werden kann, wird selbst ber Herr E nsend.r hier nicht sprechen too(,eit. Es darf mit aller Entschied.nh<it betont werden, daß ter größto Teil d r Stutentenschaft 41/» Jahre im Heeresdienst gestanden hat und nun etwas Ent­gegenkommen erwartet unter Verhältnissen, bie ohnehin gerate für sie brüdenb genug jinb.

Ter Hinweis auf das g lehrte Proletariat, das Rußlands Bolschewismus nähre, und bie Angriffe auf bas Frauenstubcum erscheinen imtegrünbet: alles, was nur irgend zu taugen scheint, wird an ten Haaren her teige zogen, um ten Standpunkt des Herrn Einsenters zurecht fertigen". Datei ist doch gerade bei ber Gießener Studentenschaft am allerwenigsten Anlaß zur Annahme, sie sei bolsche­wistisch m'iziert.

Gewiß besteht feine rechtliche Verpflichtung, allen Studenten eine Wohnung zu besorgen, aber die moralische ist dafür umso stärker. In Marburg, das doch weniger Einwohner hat als Gießen, ist man sich dessen bewußt: 4000 Stu­denten etwa hat man dort untergebracht. Bei uns hantelt es sich um eine viel kleinere Zahl von Studenten, und diese sollten in einer größeren Stadt nicht untergebracht wertem können?! Man zeige doch und Studenten gegenüber, die mit, die besten Jahre ihres Lebens opferten, um Heimat und Vaterland zu schützen, etwas mehr so- zialesGesühl, woran es dem Herrn Einsender allerdings erheblich zu mangeln sch int.

Der Allgemeine Studentenausschuß ber Unibe rfität Gießen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen.

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Datum

Temperatur ber Luft

Absolute Feuchtigkeit

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Wetter

7. 11. nm.

3.9

4.9

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7. 11. abbs.

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