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Montag, 7. Zuli 1919

169. Jahrgang

Erster Statt

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Eitel- an den

Bas Strafgericht der Entente.

Haag, 5. Juli. DerTimes" wird keimtet, man glaube, daß die Forderung, den hiser auszuliefe rn, erst dann an die niederländische Regierung werde gerichtet wer- kn, wenn der Gerichtshof gebildet -sei und Wne Tätigkeit begonnen habe; bisher sei rwch Kner der fünf Richter ernannt worden, viel- vchr würden die Ernennungen erst nach der Ratifizierung des Friedensvertrags erfolgen. Ks müsse nochmals betont werden, daß die Al­liierten keinerlei Schwierigkeiten der niederländischen Regierung erwarte- Pn. Sicher sei, daß die dem Kaiser aufzuer- ltzende Strafe nicht die Todesstrafe sein ^rde, da man ihn nicht zum Märtyrer uachen wolle; er werde zu lebensläng­licher Verbannung verurteilt werden. Ms eine schlimmere Strafe sei. Man erkläre P auch für unwahrscheinlich, daß der Kaiser r die Dauer der Untersuchung in den Tower «brcuh1 werde, man werde ihn vielmehr an amn sicheren Platz im Inland unterbringen, «r Kaiser sei übrigens nicht der einzige Ver-

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Neue Reichsfarben.

Die Deutsche Nationalversammlung hat, wir mitgetcilt haben, beschlossen, die

. ,Hn Ausübung selbstverständlicher Soh- und Offizierspflicht stelle ich mich mit ^^uen vier jüngeren Brüdern ^*er Majestät an Stelle meines kaiserlichen toi Katers für den Fall seiner Auslieso-

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Mcher unter den früheren Feinden. Die Ad­miralität habe eine Liste von 71 Ange­huldigten aufgestellt (darunter zahlreiche Boot-Kommandanten), die grausame öenbhingen begangen hätten, für die sie be- »rst werden müßten: Beschießung offener Klischee Küstenplätze, Grausamkeiten bei der ^rsenkung von Schiffen, Minenlegen an un- tobten Stellen u. a. m. Einzelne schuldigten befänden sich bereits Wn Händen.

L Berlin, 5. Juli. Prinz Friedrich von Preußen hat «o üig von England heute folgendes Te- "»ramm gesandt:

Annahme von Anzeigen f. die Tagesnnmmer vis zum 9hicbmiitaß vorder obneicbci'crbinbliditeil Dreis für \ mm höhe für An^eiaenv.34mm BreUr örtlich 15 Pf., au4ioäri8 18 Pf., für Reklame- auzeigen von 70 mm Brette 48 Pf. Bei Platz» oorfchriil20°/^Auffchlaq. Hauptfchriitieiter: Aug. Goetz. Perantwortilch für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenlcil: H. Beck: färnllid) ui Gießen

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l er Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Bonn- und Feiertags.

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Großfeuer auf Bahnhof Bebra.

B e b r a, 6. Fuli. (Wolff.) Seit 4.30 Uhr nachmittags brennt die einige hundert Meter lange Güterhallc des Haupteisenbcchuknv' tzenpunktes Bebra lichterloh und mit chr mehr als 100 Eisenbahnwagen. Fortgesetzt explodieren feuergefährliche Güler, wie Benzin und dergleichen/ Der ungünstige Wind treibt die Funken dem Personen­bahnhof zu und gefährdet auch diesen. Die Entstehungsursache O unbekannt.

Bebra, 6. Juli. (Wolff.) Die näheren Umstände des Bahnhvfsbrandes legen die Ver­mutung nahe, daß es sich um eine Brand- stiftung durch Spartakisten handelt. Heute abend ist eine Truppenabteilung von Kassel zur Sicherung hierher abgegangen.

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s - Eröff nund und Wirtschaft Einwohnerschaft von I lti>W .UErtCj iSft*** Karl Fiedler.

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schwarzweißrvte Flagge zu beseitigen und da- sür schwarzrotgoldene Farben zu his­sen. Wir haben früher schon über die Geschichte her schwarzrotgoldenen Farben ausführlich be­richtet und wissen es wohl, daß viele deutsche Herzen mit gutem Grunde daran hängen. Sie waren ein Symbol der Sehnsucht nach einem großen, geeinten Reiche. Diese Sehnsucht ist natürlich jetzt lebendiger in uns als je zuvor, fflbct der Flaggenwechsel ist doch heute auch eure Frage an den deutschen Charakter. Gilt uns das Bismarcksche neue Reich gar nichts mhr? Wollen wir vor der Wcltz, bekunden, daß nahezu 50 Jahre deutscher Geschichte acht­los und pietätürs von uns als lästig abge- tvorfen erbtn sollen? Machen wir nicht mit km Flaggenwechsel eine neue Verbeugung vor d'nen, die draußen den deutschen Namen mit schimpf und Schande überhäufen? Der Kaiser, Hindenburg und Ludendorff sollen rach den neuesten Meldungen den Gegnern ausgeliefert werden müssen. Werden sich deut­sche Männer finden, die bei der Ausführung eine solche Schande auf sich nehmen wollen? flber wenn wir die Farben Schwarzweißrot 'streichen, so ist das beinahe so, als wenn wir ber Entente sagen wollten: Ja, IHv habt Riecht, wir verdienen all diese Urteile und Züchtigungen. Wer keinen Stolz mehr im Leibe hat, wer heute nicht den freien Mut be­sitzt^ zu Geraten und zu unterscheiden, was Unglück und was Schuld war, der kann, auch wohl nicht gerade mit Begeisterung, der neuen Fahne nachgehen. Für diese stimmten die So- | jialdemokraten, ein erheblicher Teil des Zen­

trums und ein geringen Teil der Demokraten. Warum mußten wir uns auf diese Weise eine

bewaffneten Macht, bemerkt derAvanti", wurde in die Luft geschossen. Tie Kavallerie weigerte sich, die Menge anzureiten. Tas Blatt fügt hinzu, daß die vielen neuentstandenen örtlichen Sowjets zur Regelung der Lebensmittelversorgung der Schwierigkeiten Herr geworden sind und sich über­all durchgesetzt haben. Dem Beiipiel der Romagna werde das übrige Italien folgen. In Pa­lermo suchte die Regierung einer Volksbewegung gegen die Teuerung dadurch zuvorzukommen, daß sie kurzerhand 21 bekannte Lebensmittel­schieber ins Gefängnis werfen lieh.

Koltschak und die Alliierten.

H a a g , 5. Juli. Reuter meldet aus Lon­don: Die Annahme, daß die alliierten Regie­rungen Koltschak offiziell anerkannt haben, beruhe auf einem Irrtum. Die Alliierten ver­sprachen lediglich, Koltschak mit Kriegs­material zu unterstützen.

Die FriedenSbcdigungen für Oesterreich-Nugarn.

Versailles, 5. Juli. TerTemps" be- schästigk sich im Leitartikel mit dem Friedens- schlu.hmitTeutsch-Oe st erreich. Die end­gültige Antwort aus die deutsch-österreichischen Gegenvorschläge werden der Delegation vor dem 14. Juli überreicht werden. Im ganzen solle Oesterreich zehn Milliarden Goldkronen als Ent­schädigung zahlen. Davon hätten die Sukzessions­staaten 1500 Millionen Goldfranken zu überneh­men. Tie Hälfte hiervon falle auf die Tschecho- Slowakei. Deutsch-Oesterreich müsse die den Habs- burgern gehörenden Güter im Werte von 6V2 Milliarden bezahlen. Um die Teckung zu schaffen, soll geplant sein, die natürlichen Kräfte Oesterreichs, namentlich die Wasserfälle, zugunsten der Alliierten auszunutzen.

Zwei Noten der deutschen Frieven»- delegation.

Versailles, 6. Juli. (Wolff.) Ter Vor­sitzende der deutschen Friedensdelegation in Frank­reich, Legationsvat Frhr. v. Lersner, über­mittelte gesternd abend Clemenceau folgende Note:

Tie deutsche Regierung nimmt an, daß der Friedensvertrag selb st, nicht dagegen das Protokoll und die Vereinbarung über die besetzten Gebiete, zu ratifizieren ist. Eure Exzellenz darf ich um Aeußcrung bitten, ob die alliierten und assoziierten Negierungen diese Auffassung teilen.

Tie deutsche Friedensdelcgation lenkte in einer Note an Clemenceau die Ausmerksamkeit der En­tente auf die infolge der lettisch-estnischen Kämpfe bedrohliche Lage der Bevöllerung Lettlands und Rigas. Tie Sorye der bärtigen deutschen Bevölkerung blerbe auch trotz des abge­schlossenen Waffenstillstandes und im Falle der Bildung eines Koalitionskabinetts infolge des Vor­handenseins zurückgebliebener bolschewistischer Ele­mente und der nationalen Gegensätze bestehen. Die deutsche Regierung schlägt daher Maßnahmen zum Schutze der bedrohten reichsdeutschen Bevölkerung vor. Es sollen besttmmte Fristen für die Räu­mung Lettlands von den deutschen Truppen ver­abredet werden. Nach der Räumung sollen die lettische Regierung bzw. die alliierten Kommissio­nen zum Schutze der Bevölkerung verpflichtet sein.

Der Rücktransport der deutschen Gefangenen aus Italien.

Zürich, 7. Juli. TerSecolo" meldet: Der Rücktransport der deutschen Kriegsgefan­genen aus Italien m der Gesamtzahl von 68 000 Mann beginnt am 25. Juli. Tie italieni­schen Eisenbahnen l>aben für die Heimbeförderung 7500 Eisenbahnwaggons zur Verfügung gestellt.

Interpellation über Demobilisierung in der französischen Kammer.

Bern. 5. Juli. (28. B.) Nach Lyoner Blät­tern fand in der französischen Kammer am Freitag die Diskussion der seit langem ein­gereichten Interpellation Durand, Giray, Talbiez und Poncet über die Demobili­sierung und die damit zusammenhäugendeu Fragen statt. Auf der Regierungsbank war Unter* staatssekrctär Deschamps allein anweiend, was sofort einen Protest des sozialistischen Teputr-rten 3t an Bon hervorrief, der sich beklagte, datz bn einer so ernsten Frage der Politik Clemenceau es nicht für nötig hielt, iif der Kämmer anwesend zu sein. Durand entwickelte hierauf seine An- ficht über die Temvbllmachung, ohne die die wirt- schastlichcn und srnanziellen Prob.eme nicht gelöst werden können. Im Mai d. Js. habe Frankreich noch 2 900 000 Mann unter den Waffen gehabt, darunter eine Million Ackerbauer. Mit den Toten und Verstümmelten seien dies 3 Millionen Mcmn, die der französischen Erde fehlten. Tiefes Jahr rverde die französische Ernte nicht 50 Millionen Doppelzentner betragen, was einen Ausfall von 44 Millionen Doppelzentnern bedeute. Um diese aber einzuführen, habe man aber weder den ge­nügenden Frachtraum noch die entsprechenden De­visen. Bis jetzt habe man der Regierung Ver­trauen entaegengebracht. Aber jetzt muß diele der Kammer 2>crtrauen entgegen bringen und ihr die Gründe für ihre Maßnahmen barlegen. Wir wer­den uns nicht damit zpfricden geben, daß die Re­gierung bereit ist zur Temobilisierung,wenn nichts dazwischen fommt". Dollle ein solcher Fall ein treten, so müßte die Regierung vielmehr von der Regierungsbank herab die Unterbrechung den Demobilisierung verlangen.

Tie große Mehrheit bereitete Durand, dessen Rede von Beifall unterbrochen war, eine Ovation. Giray will wissen, nxtrum Frankreich in Ruß­land und auf dem rechten Rheinufer Trupps^ stehen habe. Alle Reservisten müssen entlassen werden. Tie Truppen sind unzufrieden. Unter Pro­test des Kammerpräsidenten und zahlreickzer Tepn- ttertet des Zentrums und der Rechten ruft Giray gegdn die Regierungsbank: Wissen Sic, was am 1. Juli in Chalvns-sur-Marne vor gegangen ist? Wenn diese Fälle anbauern, weFen die -oowatatz sich selbst demobilisieren. Für Frankreich flt bq

Das Ende des Eisenbahn-Ausstandes. Eine Kundgebung der Vertrauensleute de» deutschen Eisenbahnerverbandes.

Frankfurt, 6. Juli. Die Vertrauensleute des Deutschen Eisenbahnerverbandes erlassen eine Kundgebung, in der es heißt:

In Erwägung, daß der Zentralvorstand des D. E^V. die bindende Erklärung abgegeben hat, daß rasch eine Urabstimmung der gesamten Mitglichschvft herbeigeführt werden soll, zur Ent­scheidung über die Ein heitsaktion wegen fZerwrrllichung der bekannten Forderungen, ge- geben-enfalls auch durch bat Streik aller Staats­bahner, in weiterer Erwägung, daß die Frank­furter /Eisenbahner diese Entschließung des Zlest- tralvorstandes alss Erfolg ihres Streiks buchen können, endlich in Erwägung, daß eine durch den Teilstreik herbeigeführte Störung des Wirtschasts- lcbrms nicht zu rechtfertigen ist, wenn die Herbei­führung der Einheitsaktion nahe ist, b e s ch l i e n die Vertrauensleute:

Der Mitgliederversammlung wird der Abbruch des Streiks empfohlen- die Forderungen werden aufiechter- halten, besonders das Verlangen nach dem R ä t e- s Y ft e m als innere Betriebseinrichtung; und die gesamte Kvllegenschaft wird aufgesordert, für die Einheitsaktion sich bereit zu halten.

Der Oeffentlichkeit ertlären die Ver­trauensleute, und die Mttgliebcrversammliung be­kräftigt die Erllärung:

Dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten wurden am Donnerstag, den 3. Juli, die Forde­rungen der Eisenbahner, die wirtschaftlicher, nicht politischer Art sind, durch Vermittlung der Eisen- bahndirektion von der Streikleitung telegraphisch übermittelt. Tie Streilleitung erklärte gleichzeitig ihre Bereitwilligkeit, in Unterhandlungen einzn- treten. Bis heute Sonntag, den 6. Juli, ist eine Antwort nicht erfolgt. Tas Schweigen des Mi­nisters^ das dem Verhalten der Unternehmerschaft alten Schlages gleicht, kennzeichnen wir derOeffent- lichkeit als volksschädlich. Feierlich sprechen die Streikenden ihren Entschluß aus, daß der Streik­abbruch nur ein Waffenstillstand fein wird, falls das Ministerium nicht ehrlich zu einer Verständi­gung die Hand bietet. Ern neuer Streik wird den gesamten Staatseisenbahnbetrieb erfassen. Tie Streikenden erklären zum Schluß: Jeden Versuch und jede Maßnahme der Verwaltung, die am Streik beteiligten Arbeiter, Hilfsbeamten und Be­amten zu maßregeln, das heißt, von ihren Dienst­stellen ohne ihre (finwilliguirg, oder ohne die Einwilligung ber Arbeiter-Ausschüsse zu versetzen, üe zu entlassen ober sonst irgendwie zu schädigen, werden wir mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zurückweisen. Wir warnen auch die öffent­liche Gewalt, aus Anlaß von Streikhandlungen irgendwelche Strasmaßnahmen einzuleiten.

Frankfurt a. M., 5. Juli. (W. B) Tie Streikleitung teilt über den Eisenbahn- vcrkehc während des Streiks mit: Es ist Vor­sorge getroffen, daß den allerdringendsten Reise- bebürfniffen Rechnung getragen wird. Zu Hefem Zweck werden Sammeltransporte zusammen- gestellt, mit denen Reisende, die in Frankfurt ihre Fahrt unterbrechen mutzten, weiterbefördert werden. Zu diesen Transporten sind auch Personen zugelaffen, die wegen Todesfälle, Erkrankungen ober aus sonstigen sehr dringenden Gründen aus Frankfurt abreifen müssen. Um feinen Mißbrauch mit dieser Vergünstigung zu treiben, ist int Haupt­bahn hoi eine Prüfungsstelle eingerichtet, m ber die Reisenden gegen Vorlage sttchhalllger Aus­weis- Fahrtbckchei igungen erhatten. -Liefe Sam­meltransporte roerben in Sonderzügen, biz nach allen Richtungen gehen, wertergeführt. Auch die Fv- rijenfonberiüfle, Lazarett- und LrressgefLflsenLw

Joffre über die Beteiligung Englands am Kriege.

Versailles, 5. Juli. (WTB.) Marschall Joffre erschien nachmittags vor dem parlamen­tarischen Aussckmß, der eine Enquete über die Ver­teidigung des Beckens von Briey veranstal­tet. Ter Marschall verlas ein Schriftstück, in dem er die militärischen Vorbereitungen, die zu Be­ginn und vor Beginn des Krieges getroffen wur­den, auseinandersctzte. Bemerfenstvert ist, daß Joffre erklärte, die Beteiligung Englands an dem Kriege sei .vvvauszusehen gewesen. Es habe eine Militärkonvention mit England bestanden, von der aber nicht gesprochen werden duritc, da sie ge Heimen Charakter hatte. Frankreich habe auf sechs englische Divisionen und auf die Mitwirkung ber Belgier gerechnet. Auf eine Frage des Abg. Violette erklärte Joffre, die französische Armee sei mit 2300000 Gewehren in den Krieg gezogen.

Französische Feier de» amerikanischen Unabhängigkeitstage».

Versailles, 5. Juli. (WTB.) Paris fei­erte gestern den amerivamschen Unabhüngigkettstag durch eine Parade auf ber Place de la Concorde, der außer Clemencean auch Poincare beiwohnte. Benn Festmahl ergriff Marschall Fach das Wort und feierte den Sieg ber amerikanischen Heere.

DieZurückziehung der britischen Truppen.

Haag, 5. Juli. Reuter meldet aus London: Die britischen Truppen werben aus dem Kaukasus zurückge­zogen werben mit Ausnahme der Freiwilli­gen. Während ber Kälteperiobe sollen keine britischen Truppen mehr in Rußland verblei­ben. Mit ber Räumung würbe bereits be­gonnen.

LebenSmittelunruhen in Italien.

Bern, 5. Juli. (WTB.) TerAvantt" mel- bet ans Florenz, daß die ArbetterschastHerrin der Stabt ist. Sämtliche von ber Menge mit Gewalt beschlagnahmten Lebensmittel wer­den zu den von der Arbeitskammer sest- gesetztenPreisenabgegeben. Ein großer Teil wurde der Bevölkerung des Erdbeben-Ge­bietes überwiesen, weil sich die Hilfsaktion der Regierung für die nach Tausenden zählenden ob­dachlosen Familien als vollkommen unzureichend erwiesen hat. Bei den Zusammenstößen mit der

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

ZwillingsnmSdruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Steinbruderei R. Lange. Zchristletturig, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.

rung zur Verfügung, um ihm durch unser Opfer den entehrenden Gang zu erspa­ren. Im Namen der Prinzen Adalbecri August Wilhelm, Oskar und Joachim von Preußen: Eitel - Friedrichs Prinz von Preußen."

Rotterdam, 7. Juli, (p.) Die Pariser Mütter melden, daß die Auslieferung ber Generale Hindenburg und LubendorN wegen ber auf dem Rückmarsch der Deut­schen planmäßig vom beuti'djen (Heneralstab an» geordneten Zerstörungen erfolgt. Für diese Zerstörungen allein habe Deutschland jetzt 17 Mil­liarden Schadenersatz zu leisten. Die Anklage gegen den Kaiser richtet sich nicht gegen die Krieg­führung, sondern gegen die Urheberschaft am Kriege.

Die erste Rate der Zahlung au die Entente.

Genf, 7. Juli.Echo de Paris" meldet, daß die deutschen Zahlungen an die» En­tente bereits am 1. Oktober beginnen sollen und zwar mit ber ersten Rate von 40 Milliarben Franken.

lleschluß. Die Farben sollen nicht allgemein gitttig, (ein, sondern außer dem Hause, also jerf See, wo allerdings der Deittsche feine ckwße Rolle mehr spielt, soll noch Schwarz- weißrvt gezeigt werden. Da war die Rücksicht auf belgische Wünsche mit maß- gcbend. Da war die Entstehung der Flagge : ipoarzweißrot doch rM^licher als die neue fedini>ung. Bismarck Mgte 1867 den preu- Li'chen Farben Schwarz-Weiß die Farben Dchß und Rot der drer Hansestädte Ham­burg, Bremen und Lübeck hinzu, denen er stomit eine Höflichkeit erwies. Preußen war ider Staat, der den Nori)deutschen Bund ourch gerne Waffen geschaffen hatte, wie er früher kn Zollverein gegründet hatte. Jetzt hat, hei der neuen Beschlußfassung, weder histo­rischer, noch irgend ein anderer wackerer Sinn «^geholfen. . .

züge erhalten Passierfrciheit. Ebenso werden auch die zahlreick-cn in Frankfurt eintreh'c.iben Flücht­linge aus Elsaß-Lotlxringen wciterbefördert.

Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Die Regie, rung beabsichtigt, wie dieB. Z." erfährt, gegen den Terror der streikenden Eisenbahn­arbeiter in F r a n k fu r t a. M. Hn i t allen Mitteln einzuschreiten. Wahrschein­lich wird heute der Belagerungszu^ stand verhängt werden. Die Truppen der Reichswehr erhielten den Auftrag, den Bahn­hof von den Streikenden frei zu machen. Soll­ten die dortigen Truppen nicht ausreichen, so werden Verstärkungen nach Frankfurt am Main gesandt werden. Infolge der Aus­dehnung des Streiks wachsen die Verkehrs­störungen zwischen Süd- und Norddeutschland. Nördlich von Heidelberg und Mannheim ver­kehren seit zwei Tagen keine Züge mehr nach Frankfurt a. M. Infolgedessen trifft in Ba­den keine Post mehr aus Norddeutschland ein.

Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Nach den heute im Ministerium der öffentlichen Arbei­ten vorliegenden Meldungen sind die Eisew bahner im Bezirke Hannover nunmehr sämtlich in den Ausstand getreten. Der Be­trieb wird notdürftig unter großen Einschrän­kungen aufrecht erhalten. In Frankfurt a. M. ist die Lage unverändert. Ueber die Forde­rungen der Ausständigen ist man bisher an amtlicher Stelle nicht unterrichtet. In den Be- zirken Magdeburg und Elberfeld ist alles ruhig. In Oberschlesien scheint Man wieder eifrig zu agitieren, doch ist eine Neigung zu einem Streik nicht festzustellen. Aus anderen Bezirken liegen keine neue Nachrichten vor.

Der Groß-Berliner Verkehrsstrcik.

Berlin, 7. Juli. Die Lage im G r 0 fr BerlinerVerkehrsstreikhatsichnorb nicht gebesser t. Die Ausständigen sagen, wie der BerlinerLok.-Anz." schreibt, mar könne von ihnen nach den Verhandlungen nicht verlangen, daß sie nachgeben sollen.

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