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Erster Blatt

Samstag, 7. Zum |919

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hcbung der Ver- reisblatt Nr. 21 Ixten der Stadt

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Arbeitrlosigkeit in der TabakindnsLrie.

Infolge Mangel an Rohtabaken muhte bereits eine Anzahl von Zigarrenfabriken geschlossen wer-

werden heute nach Paris gebracht, um Polizei zu unterstützen.

vaterländischer Ten?mäler.

Wien, 6. Juni. Tie Prvte st beweg ung gegen den Geivaltfrieden wurde heute in Wien mit einem großen Straßenumzug eingeleilet, der such vom Rathaus aus über die ganze Ringstraße bewegte uub an dem etwa z-oanzigtausend Men­schen tkilnachmen; ibauptsächlich waren es Anhänger der deutschmalvorralen Par.ei, aber auch die So­zialdemokraten stellten 'ein großes Nrntingent. Vor

zu können, sind alle Zigarrenl-erstel. i Uebcreinkommens der deutscher

n des Streifes. tMich bekamil-

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. Das soll aber der neue Pfingstgeist sein, E über uns kommen mag taifel, die vielen ~ hinfahren, in

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^Mten da oeueferung ist ^Mterung in Biederau'dul ellt, leistet dem lcnlt und erfüllt dem Wohle des itet erhöhte Ai- lebenskraftigcn lein der Vermt- ennber emd)!. 1 zu protestieren,

Vuilhiildsfeldcii, Großen-Linden, jn5, l'ollar,M' )aycnborn-2teiu-

mits eine AnB itcrc ummngreM n(h Wechmg oes Ln M dK r Ihnen dringend, »(rbdtWM 1 ten dereitzuNellm- Säg ÄS' sss

von Uujeiijt» f. die Laqesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerblndtichkeit preis für l mm höhe für Antigen v.34mm Breite örtlich 15 Ui. auswärts 18 'Ui., für Rektame- an zeigen von 70 in.'.i »teile 48 Pf. Bei Platz« v o r tchrü20°/A nif chl a y. Hauvtfchriitteiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck: sämtlich in Gießen

Mittags

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fc« »icbtütr Iiptyet «fchrtnt täglich, außer Sonn- und Feiertags. vez«gs-rei,:

msnatl. M k. 1.35, viertel- jährlich Mk. 4.05; durch Zlbhsie- n. Zweigstellen tnonatl. Dck. 1.25; durch tiePast Ml. 4.05 viertel» j.ihrl. ausfchl. Bestellg. ^iemlpted) - Anschlüsse: für die Schriltlcitungl 12 ftzerlag,GefchSiisstelle51 Anschriit für Drahtnach­richten. Lvzeiger Sieße»

psstschcckkoaw:

trauert a. M. $1686

Protestkundgebungen in Oesterreich.

Wien, 6. Juni. (Wolff.) TieReue Freie Presse" veröffentlicht men H il fe r u f r Kla­genfurt, das von der Besetzung durch die Süd­slawen bedroht fei und appelliert an die Friedens­delegation in St. Germain, augeirblicklich zu for­dern, daß der südslawische Vorstoß eingestellt und das strittige Land nicht einseitig duvch feindlickM Besetzung beeinflußt werde.

Die Blätter sündigen eine Reihe Protest- gelungen gegen bat Vernichtungsfrieden an. Sämtliche politischen Parteien in Niederösterrcich veranstalten am Psrngstmonto.g gwße Protestver- sammlungen in Peysdvrf und Gmünd. Am nächsten Sonntag werden in allen Städten und Osemeinden Teutsch Bügroße Prvtestver- sammlungen abgehrrllcn, tveMe d.m Charakter von Massentüudgebungen haben. 125 deutsch-bölTinische Städte und Gemeinden richteten bisher Protest­kundgebungen gegen die .Einverleibung Derutsch- Böhmens an die Landesregierung mit dem Er­suchen, dieselben an Wilson weiter $u leiten.

Nach Meldungen aus Innsbruck wurde in der Tiroler Landesversannnlung beantragt, eine mehrtägige L andes trauer als Protestkund­gebung gegen den Gewaltfrieden xu beschließen mit schwarzer Beflaggung der großen Städte von Tirol, Trauerkundgebungen in den Schulen, Tvauerge- läute aller Krvchenglocken und die Verhüllung

imtvandeln sehen! Als wir ein mächtiges Äch befaßen, wurden wir beneidet und be- -hdet, und an unseren Namen wurden die hnlutzigston Beiworte geheftet. Als leiden- ss, im Staube liegendes Volk empfinden wir ie Hitze des ausländischen Neides uni) Hasses hon um einige Grade gemeldert; ja, die Machtlosen, nicht mehr gefährlichen Deutschen tngen langsam an, sogar wieder ein ge- disies Mitleid und die Sympathie der andern W erlangen! Das Deutschland vor dem Kriege ^öte, als es die Welt mit seinem Schaffens- fflt durchdrang, agressiv und daher un- IMpathisch auftreten; als arm gewordene --ation werden wir seltener in die Lage kom- ^A, jemandem zu nahe zu treten. Die Jplen sind zum Teil vertauscht worden. Der »ilitärdünkel der Franzosen ist in die Höhe sks-chossen, und ihre Nationalisten zeigen die Wigen Untugenden der EmporgeLormnenen. ^2 Geldzähler- und Wechsler Amerika glaubt M vollendetem Geschäft der fteundlichen ^»ischheitsmine wieder entraten zu können. j*ie wenigen Tage des Friedensschlusses sind Mt lehrreicher, als alle Reden, die wäh- der vier Kriegsiahre ausgegossen wor- sind.

Einfuhr zu erteilen, sondern neue Wege zu finden, um das wirtschaftliche Leben nach Möglichkeit wieder auf den Boden der freien Betätigung aller schaffenden Kräfte zu stellen.

Aus Hessen.

Neue Regierungsvorlagen über Besoldung^ Verhältnisse und Steuern.

rm. T a r ni st a d t, 6. Juni. Der Hessischen Volkskammer ist eine Regierungsvorlage betr. die Ruhegehaltsverhältnisse u ud Hinterbliebenenversorgung der Mit­glieder des Gesamtmtnisteriums zu­gegangen, in welcher nach dem Vorgehen des sttmchs, von Preußen, Württemberg, Sachsen und Baden eine Regelung» dieser Frage für notwendig erachtet wird. Es werden folgende Grundsätze oor- geschlagen: Die Bestimmungen, welche hinsichtlich der Fürsorge für die Staatsbeamten gelten, ins­besondere die RuhegehaltsverlKBuisse, die Unfall-« fürsorge und die HiiNerbliebeitenversorgung, solle« auch für die derzeitigen Mitglieder des Gesamt-* mimsieriums maßgebend sein. Dev Ruhegehalt soll mindestens '5 0 P ro z. de s Ge hal tes bt«* tragen. Ter Anspruch tritt beim Ausscheiden auS dem Amte -ein. Er ruht solange und in soweit- als der Ruhegehaltsberechtigte infolge audeTweiter' Llnstellung oder Verwendung im St wt'dienst oder sonstiger Tätigkeit ein ständiges Einkommen be­zieht, das einschließlich des Ruhegehaltes das Tienstcinkommen übersteigt, das er als Mitglied des Gesamtministeriums bezog. Tiefe Bes.immun- gen gelten für den derzeitigen Kanzleidirettor beim Staatsministerium (Bornemann), wenn fein Aus­scheiden mir durch das Ausscheiden des jeweiligen! Ministerpräsidenten bedingt ist.

Eine weitere Regierungsvorlage betrifft die Erhöhung der Tagegelder und Reise­kosten der !Abge ordneten zur Volks­kammer und zwar sollen die Darmstädter Ab­geordneten statt 13 nunmehr 15 Mk. Tagegeld, die auswärts wohnenden statt 18 jetzt 20 und statt 10 Mk. für Uebernachtung jetzt 15 Mk. erhalten. Tie ^Erhöhung soll nur solange bezahlt! werden, als die Gründe dafür fortbestehen.

Eine dritte iRegierungs Vorlage endlich enthält die schon angetünbigte Teuerungszulage für die Staatsbeamten, und zwar sollen die Staatsbeamten, Stnatsdienstcmwärter, Lehrer eilten gleichmäßigen Zuschuß von 800 Mk. er­halten, sowie eine KinderzulaM vvn 480 Mark für jedes Kind; auch die Lehrerinnen und Schreib-, gehülsen sind berücksichtigt. Tie im Ituhe staub befindlichen Beamten erhalten auf Anfordern jäbr- lich die Summe von 1200 Mk., die Witwen 500 Mark und daneben evtl, die Kinderzulage. Dia Gesamtkosten hierfür betragen etwa 20 249 Mil­lionen Mk., von denen schon für das laufende Jahr 10 Millionen vorgesehen sind, so daß noch, etwa über 10 Millionen durch eine ©teuer* erhöhung aufgebracht werden müssen. D i e Regierung schlägt oo r: Dre Einkom­men von über 2600 Mk. von bisher 1 25 jetzt auf 180 Proz. Steuer, also um rund 4 0 Proz. des jetzigen Satzes.- und die Vermögenssteuer von 1 Mk. aus 20 Mk. für je 1000 Mk. zu erhöhen.

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Aus denr Aeiehe.

Die Nationalverfiimmlung.

Berlin, 6. Juni. (Wolff.) Präsident Feh- renbach ersuchte die Mitglieder der NationalpLtz- sammlung, von Donnerstag den 12. Juni ab in Weimar anwesend zu fein.

Das Erscheinen der Derrtfchen Zeitung ver- botzen.

Berlin, 6. Juni. (Wolfs.) Amtlich. Das Weitererscheinen derD e u t s ch e n Z e i- t u n g" ist bis auf weiteres untersagt. Der Grund zu dem Berbot war der in der Frei<- tagsnummer zum Abdruck gebrachte Artikel D^r Worte find genug gewechselt", insbeson­dere der letzte, zu eigenmächtigem bewaffneten Ausstand'anreizende Absatz dieses Artikels.

^Hauptmann v. Beerfelde verhaftet.

$ e t H n, 6. Juni. (WTB.) Wie dieB. Z. am Mittag meldet, ist Hauptmann von Beerfelde gestern abend durch Offiziere in einem Restaurant verhaftet worden.

Zur Hinrichtung Leviu«s.

Berlin, 6. Juni. (Wolff.) LautB. Z. a. M." hat Ministerpräsident Scheide mann gestern unter ausdrücklicher Betonung, daß ein amtlicher Schritt -nickä möglick, und nicht beäbsich- tigt sei, den bai'.erifck-en Dtrnisterpräsidegrten Hoff­mann drahtlich gebeten, die Urtecksoollstreckung gegen L e ö i n 4chis zu einer NckiEickicn Aussprache zwisckien beiden aufzufckstebcn. Das Urteil war aber bereits vollstreckt, ehe die Bitte wirksam wer­den konnte.

Berlin, ß. Juni. (WTB.) Heute nach­mittag begann in Berlin anläßlich des Voll­zuges des Todesurteils gegen Levinö-Nissen ein Proteststreik, der 24 Stunden dauern soll. Um 3 Uhr stellten die Straßenbahnen den Betrieb ein.

Geucraloberft v. Liusiugeu zu den Novembervorgängeu.

Berlin, 6. Jmii. (WTB.) Im Hinblick auf die jüngsten Erörterungen der Blätter über die Vorgänge am 0. November 1918 erllärt der ehe- jmalige Oberbefehlshaber in den Marken, General­oberst v. L i n s i n g e n: Am 9. November, mittags 1 Uhr, gingen bei dem Oberkommando in den Marken Meldungen des stellvertretenden General­kommandos des Gardekorps ein, wonach die Mehr­zahl der Trutwen Soldaten rate gebildet hätten, den Gehorsam öerrocigerten und von ihren Waffen, ins- sbesondere der Schußwaffe keinen Gebrauch rnadjen wollten. Diese Meldungen verdichteten sich bald weiter dahin, daß auch die wenigen bisher als noch zuverlässig gemeldeten Truppen sich der Bewegung anschlossen. Da mit solchen Truppen, deren Hal­tung wesentlick) mit durch die Nachricht von der Ab­dankung des Kaisers beeinflußt worden fei, die Re­volution nicht erfolgreich zu bekämpfen und ein Ersatz durch zuverlässige Truppen in absehbarer Zeit aber nicht erwartbar gewesen sei, habe er Generaloberst von Lmsingen um 1 Uhr 15 mit­tags selbständig aus eigener Verantwortung ohne irgendwelche Bveinfttrssung durch den Reichskanzler oder Kriegsminister den Befehl gegeben, von der Schußwaffe keinen Gebrauch zu ma­ch e n. Lediglich die Mitteilung über das Befohlene erging Um 1.45 Uhr an den Kriegsminister.

Zur Ncugestallimg des deutschen Mrtschasts- lcbens.

Berlin, 6. Juni. (WTB.) Der Kom­missar des durch den Kabinettsbeschluß vom 6. Mat eingesetzten diktatorischen Wirlschaftsausschusses hat seine Tä­tigkeit ausgenommen. Die Geschäftsräume der neuen Behörde befiitben sich im Reichsfinanz­ministerium. Der diktatorische Mrtschaftsaus- schuß ist eingesetzt zur UntersnckMng, Znsam- mcitfaffung und energischen Durchführung aller erforderlichen Maßnahmen zur Aus­fuhr deutscher Waren, zur Beschaffung aus- länbifdjer Zahlungsmittel und Kredite sowie zur Ej^rfuhr von Lebensrnitteln und Roh­stoffen Der Zweck der neuen Behörde ist es nicht, EinzelbewiMgnrrgen für die Aus- mrd

' 169. Jahrgang

Erzberger über die Fro^nleichnauMS- feier im besetzten Gebiet.

Berlin, 6. Juni. (WTB.) Reichsminifter Erzberger drahtete am 6. Juni an General­major ton Hammer stein in Spa: Ter hoch- würdiaste Bischof ton Münsier teilt mit, daß im gefainten belgischen Besatzungsgebiet des Kreises Kempen die FrouleickMamspoozessüon der Kirche verboten ist. Ich erfudje, fäntilidje Besatzuugsbe- hördeu anzuweisen, daß sie die Fronleich- namsprozessivn inder üblicher Weise außer­halb der Kirche gestatten. Tas Frohaleichnaws fest wird in allen katholischen Gemeinden feit Men­schen gedenken als größter Feiertag durch feierliche Prozessivueir bued), Dorf und Stadt begangen. Die Straßen werden gcftlMÜckt, Altäre im Freien er­richtet, an denen vier Evangelien verlesen und Ge­bete verrichtet werden, sowie der sakvamentale Se­gen erteilt tvird. Bei der Erteilung des Segens wird in vielen Gemeinden mit Böllern und Flinten geschossen. Sollte letzteres im besetzten Gebiet weg- fallen müssen, so muß im Interesse der Glaubens- uitb Religionsfreiheit verlangt werden, daß die religiöse Feier des .Frouleichnanrstages sich unge­hindert auch außerhalb der Kirche vollziel)en kann. Tie ungehinderte Abhaltung der Fronleichnams- feier darf aus naheliegenden Gründen gerade von den belgischen Besatzungsbehörden mit vollem Recht gefordert werden.

Die Behandlung unserer Gefangenen.

Berlin, 6. Juni. (WTB.) Die Nachi- richten häufen sich immer mehr, daß ine deuts chen Kriegsgefangenen in englischer Gewalt in Frankreich, die mit dem Wiederaufbau der zerstörten Ge­biete beschäftigt fini), mit der größten Rück­sichtslosigkeit behandelt werden Llbgesehen von den vielen bereits veröffentlichten Klagen über mangelhafte Unterkunft, unzureichende Verpflegung und entwürdigende Behandlung durch die Zivilbevölkerung liegen Aussagen rurückgekehrter Kriegsgefangener vor, die deutlich beweisen, daß jetzt noch, nachdem die Kampfliandlungen beendet sind, das Leben der deutschen Gefangenen bedroht bleibt. Eine ganze Anzahl Todesfälle werden ge­meldet infolge Unfällen, die bei den Auf­räumungsarbeiten durch das Explodieren von Minen, Granaten usw. sich ereignen. Bei Sprengung von Blindgänger:^ wird in der Weise vorgegangen, daß die Sprengung er­folgt, ohne daß die in der Nähe arbeitenden deutschen Kriegsgefangenen in entsprechen­der Weise vorher gewarnt werden. Gegen diese allen Menschlichkeitsbegriffen 5)ohn sprechende Behandlung der deutschen Kriegs­gefangenen ist nachdrücklichst bei der eng­lischen Regierung Einspruch erhoben worden.

Iden. Weitere umfangreiche ©tUlegimgen au5 dem «gleichen Grunde sollen nach Mitteilung des Hess^ Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamtes gegen Enda dieses Monats bevor stellen. Demgemäß empfiehlt das Kreisamt den betreffenden Bürgermeistereien dringend alles zu tun, um den (Eintritt einer drohenden Arbeitslosigkeit zu verhüten. Gegebenen^ falls sind Notstandsarbeiten bereitzustellen. sAuch ist dafür Sorge zu tragen, daß den arbeitslos toerbenben Tabakarbeitem die ihnen etwa >.;ust-ehend<! Erwerbslosenunterstützung rechtzeitig zuteil wird. Ter für alle Gemeinden zuständige städchche Ar^ beitsnachweis in Gießen hat die Gemcinden bei ber Behebung bet Arbeitslosigkeit nach Kräften zui unterstützen. Das Kreisamt ersucht um . Bericht, tbinnen acht Tagen, wieviel Personen bei Stlll^ legung der Zigarrenfabtikatiou am Ende dieses Monats voraussichtlich arbeitslos werden. i

Wir .geben im Anschluß daran aus einem Bericht ü5er die allgemeine wirtschaftlicl>e Lage, bim die Handelskammer Gi ßen bereits am 28 Febr. an das hessische Laudes-Arbrüs- und, Wirtlckwstsamt scmdtc. Es l)eißt darin:

Tic L a g e d e r T a b a f t n b n ft r i e ist in* folge des Mangels an Rvbtabak zur Zeit trostlos/ Wie weit an diesem Mangel die WÄhrmigsvolitik ber Riichsbank Schuld trägt, mtldfc in dein Glau­ben, die deutsche Valuta stützen zu köirnen, Nina lwlländisäien Guldeu-Kttdite bewilligte, muß einer späteren und besonderen Prüfung vorbehaltrn btoi ben. Abgesehen ooir dem gänzlichen Fehlen ürit ausländischen Tabakvorräten, außer dem Wenigen, was sich noch im Besitz bet Fabrikanten befinbeV ist infolge lber Besetzung ber Rhenlpsalz und des, Elsaß mit Einern Ausfall von ungefähr Vt der deut-- scheu 1018er Enrte zu rechnen.

D i e Z i g a r r e n f a b r i k a t i o n ist feit dem 1. November 1918 bereits auf 1 . ? c Friedens-! Produktion eingeschränkt worden, al/nbcb wie bifl Tabakfabrikation. Eine weitere C .niV < mtuiig wickr Und Tann nicht mehr erfolgen, da i'?- -,? >_ rozent aus Nnrtfchastlicheii Rücksichten nicht hernnte- gegiuti gen toerben kann. Um Kriegs le ck

Pfingsten

Md znedensemartung.

Noch sehen wir die Welt im Feuerschein : des zu Ende gehenden Krieges, und unter der Üsche liegt noch die Glut von Haß und Ent- ftemdung derAölker. Wie soll das P f i n g st- sest über dem trürnmerhaften Reiche leuch­tende Hoffnung entzünden, da alles trauert imb grübelt und Feindeshand uns vielleicht morgen das verderbliche Buch der Rache wie­der zuwirft, das wir seit vier Wochen i mit allen Anstrengungen zurückgewiesen und I widerlegt haben! Neber keinem Land und Volk wird uns eine Psingsttanbe auffliegen, die uns daS Heil eines treuen Geistes verkün­det. Wohl erheben sich milde, warnende ftände und Stimmen gegen die Erfinder des Kachekriedens, den viele, auch unter den geg- ueriscyen Völkern, fürchten, weil er ein Quell neuer Feindschaft und Verderbnis wäre. Wenn ein JXeil des englischen Volles seinen | Lloyd George dazu antreibt, die Dornen- | aewächse des Friedensplanes wegzuschneiden, so hat das nichts von der Gnade des Him­mels cm sick. Noch immer deutet man auf uns | lils auf das verworfene Volk der Schuld und i des Verbrechens, und der Geist der Anschwär- ! zung und Verleumdung ist noch rüstig unterwegs.

Wir selbst aber, sind wir in unseren Er­kenntnissen fortgeschrMen, müssen wir Schuld und Reue auf uns nehmen, während die tnibem in den Glorienschein der Tugend sich stellen? Wir haben in den Schlachtenjahren vielleicht mitunter die Möglichkeiten nicht fein genug unterschieden, in der Kriegführung edel unb nobel zu fein. Wir hatten uns nach Äethmann-Hollwegs Wort durchzuschlagen, ttnb es war ein Kineg der Verzweiflung für Ms. Wenn einzelne Verantwortliche gefehlt teben mögen das große Volk trifft dafür ferne Schuld, denn es .fühlte nur, daß oer Ampf sein 9ied)t war. Der Soldat bewahrte 'ne Disziplin, und den in der Heimat Sor­genden konnte es nicht in den Sinn kommen, M suchen, ob da drgußen in den Ländern, Die wir besetzt hielten, der Bogen des Mili­tarismus zu stark angespannt wurde. Deutsch- l(md sollte zu Macht und Geltung gebracht Herber; jedermann fühlte, daß wir auf der Grundlage unseres guten Rechtes fochten. Wäre an eine Menschen- und Völkerverbrüde­rung zu denken, so müßten wir anerkennen, daß unsere milllärischen Führer draußen manches Unrecht getan haben. Aber im Spie­gel der jetzigen Handlungen unserer Feinde eilen neu wir, daß wir keinerlei Ursache Laben, unser Haupt in Scham zu verhüllen, rer Vernichtungssinn im Pariser Viererrat, die brutale Militärpolitik in Ost und West, te por keinen Rechtsverletzungen zurück- a>eut, bringen die deutschen Erkenntnisse einen guten Schritt weiter. Wir haben den Zusammenbruch, die Enttäuschung der deut- hen Pazisisteupolitik erlebt, und deren An- drngor werden jetzt wohl geneigt sein, auf ini solideren Boden der Tatsachen zu treten. Inf der anderen Seite spüren wir in dem Auftreten der Entente, wie einseitige, skrupel- Ibfe Machtpolitik auf "die Dauer unhaltbare Verhältnisse schafft. Im.Feuer geprüft und Jdäutert, lernen wir, politische Phrasen ab- |it)d)ütteln, die Weltfremdheit des deutschen Mteilebens mit einem Fonds von inter- ttitionalen Ersahrungsfätzen zu bereichern, n wie mancher Hinsicht haben wir die Irteile, Sympathien und Antipathien sich

men mag: Streit undi^r Univerffiat hielten die Rektoren der Hvch- Fratzen des Irrtums, schulen Anspcachvn -gegen ben Bcrmchwnssfrreben

nj> bte Einheit unseres I ----=-

Volkes in der Läuterung und Würde seines Anspruchs, in der Besinnung auf seine Mis­sion, möge uns aufrichten! Wir haben bitter gelernt und können mit König Lear sagen, daß die Kunst der Not wundersam sei und selbst Schlechtes köstlich mache. Lieber s o ge­sprochen als die platte Redensart immer zu wiederholen, daß wir ums nackte Leben, um unsere Existenz, bettelten. Sie müssen uns mehr geben, sonst:Du Donner schmetterird, schlag flacb das mächt'ge Rund der Welt". Die .großen Arbeiterbewegungen in Frank­reich und England sind Vorkwten eines sich nähernden Gewitters. . .

Die Streik» in Frankreich.

Versailles, 6. Juni. (WTB.) In der Bauindustrie dehnen sich die Streiks aus. In ber Metallindustrie dauern die Ver- fyanblungen fort, doch ist eine Verständigung noch nicht erzielt worden. Zensurlücken der verschiedenen Blätter geflattert die Ver­mutung, daß einige Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Streikenden stattfanden. Die Fabriken sind seit gestern militärisch bewacht.Eclair" zufolge sicherte die Mmeinde Pavillons sous Bois, welche der 'Mittelpunkt der Propaganda ist, allen Streikenden Arbeitslosenunterstützung zu. Daraufhin zerstteuten sich mehrere Tausend Streikende auf das Pariser Vorortgebiet und verlangten in allen Bürgermeistereien, daß ihnen dasselbe Versprechen gemacht werde. DemJournal" zufolge beschloß der Pariser Polizeiprä.fekt gestern abend in Uebereinstim- mung mit dem Militärgouvernement in Paris strenge Polizeimaßnah m e n. Neue Kavallerie- und Jnfanterieregimenter

Kriegslieferungen ber Tabakfcck^u.«- Tabakgeuierkschaftcm seit Anfang tu r nötigt, bte Höchstarbeitszeit von wöchentlich emzuführen, was ru* Lohwnyvhuns