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fen verbrecherischen Streit nicht mitmachen und aus der Streikleitung austreten.

Weimar, 6. Mär;. Tie Abordnung des BerlinerVollzugsrates ist heute nachmittag hier eingetrof'en, um der Reichs­regierung die Forderung der Berliner Strei­kenden vorzutragen. Die Beratung begann so­fort unter dem Vorsitz des Slaatsmintüers Bauer.

Die sächsische Volkskammer un> der Terror in Leipzig.

Tresd? n, 6 März fVTB) Tie säch­sische Volkskammer verha del e heu'«, aber zirer dewokra ische In er'ellationen btre tend bis terroristisch- Treiben und die Wieder- Herstellung t-cr Pressefreiheit m Leipzig. Ter Minister tes Innern, der die Imerpeüa ion b«mM ortete, führte u. a aus, cs herrsche in) IZew-rg ein Zustand, der jeder Beschreibung spotte. Tcads ihm soeben zug-gnnienen Mitteilungen stecke in Leipzig die Lebe ns mr elzufuhr gftrZick, ü das» die Stadt mit dem schlimmsten hunger bedrobt werde. Tabei sei im Arbeiter- und Solbctrnrat oic Meinung zn ngc getreten, im die Nahrungs- mitlelzu'ubr an höre, würden die Arbeiter straft<n- w.nse dic Häuser nach Lebensmitteln durclchlch.m und diele nur an die verteilen, die sich als Aitr- bang'r der Unabhängigen bekennen würden. Auch die Regierung bedauere, das» in Leipzig die Presse schmachvoll geknebelt würde Es gebe nur zwei Möglicbkri e:-, inn eine Gesundung herbeizufüllen. Ter eine Weg sei der der Verhandluucf?n, der andere der der Macht. Die Regierung betrochre es als ihre Aufgabe, alle Möglichkeiten in Betraclü ziehen, um auf gütlichem Wege ihr Ziel zu erreichen. Leider habe sich der Leipziger Arbeiter­und Soldatenrat bis heute iuxf> nicht erklärt, frof-bmi Minister Schwarz heute nach Leipzig tb- gereist sei. Wenn garnichts mehr helfe, daini müsse auch für Leipzig der Weg der Macht beschritten werden, dadurch das; Leipzig militärische Besatzung Mit auswärts erkalte. Er möchte Leipzig aber rtpri vor dem Bürgerkrieg betvahren. Nur des­halb zöger« die Negierung noch mit dem mili­tari schien Eiugrrisen.

Leipzig, 6. Marz. (WTB) Ter Gene­ralstreik dauert fort, doch sollen heute, wie verlautet, zu seiner Beilegung Verhand­lungen zwischen dem Volksbeaustragten Schwarz und dem Arbeiter- und Sokdatenrat in Leipzig beginnen.

Ern Verlassen der S'adt ist unmöglich, da lerne Auswei'e nach auswärts äusgestellt werdm: Auch Au wmabile und andere Deiörderungsmittcl dürfen Leipzig nicht verlassen. Tie Landstraftor werden von der Volkswehr streng bewacht. In her utnirteu dem Volk beauftragten Schwarz, dem Bergbaulichen Verein rmd dem A- und S -Nit in Borna foroi der Verbands ei u Tg^i der Burg­und Meiallarbei er stvttgehabten Verhandlungen wurde eine völlige Emigitng über die Einsetzung von Betriebsräten in dem Bornaer Kohlenrevier erzielt. Tie Arbeit ist deshalb auf sämtlichen ('«Huben des Bornaer Reviers wieder ausgenommen worden. Tic Beteiligung an dem politischen 6k» neralstreik haben die Bergarbeiter durch Abstim­mung abgelehnt.

Meiningen, 6. Marz. (MTB.) In den ostthüringischen Städten hat ftch die Arbeiter- fckaft durchweg gegen den Generalstreik <m4ßeftn?adm. In Westthürmgen flmrt der Streik nach vorliegenden Meldungen ab. In Erfurt hat sich der Generalstreik in Teilausstände aufgelöst. Im Mtenburger .Kreis wurde die Arbeit wieder ausgenommen. In Gotl)a he-rrscht nur nach Teilstrrik. Vorläufig sind die Drahtverbindungen zwischen Erfurt und Südthüringen noch gestört. Tie heute in Weimar angesetzte thüringische 9t»> gierungskonseren; must e verschoben werden.

Weimar, 6. März. In Weimar fanden den ganzen Donnerstag über eingehende Verhand­lungen y vif dien den Mehrheitsparteien und der Regierung und innerhalb der Mehrheitsparteien fefblt statt. Ten Gegenstand der Beratungen bil­dete das Sozialisierungsgesetz. Ein Teil der Mehrhcilssorialisten und auch ein Teil der Temokra'en will das Gesetz ohne Ausschustberr- tung gleich im Plcmrm in allen drei Lesungen verabschieden, ein Bestreben, das von der Regte- wrg lebhaft unterstütz wird Das Zentrum und Minderheiten der bilden genannten Fraktionen aber halten eine Ausschuftberatung für unbedingt iwtwendig.

Au» fjeffem

Aus dcm Finanzausschuß der Volkskammer.

Darmstadt, 6. März. Bei dcm Kapitel Stvatsministerüim erhob der Vertreter der Deut­schen VolkStnrtci enifdneben»«rspruch gegen sieben Mi gli ter des S^aatsministeriums, zu wel­chem fetzt noch eine achte Stelle hinzu gekommen sei, darunter vier Minister. Neben btefm vier Ministern seien noch weiter vier Ministerial­direktoren vorgeselien, gegen die ebenfalls entf fdeeben Widerilaud geleistet wird. Ebenso beaiv staubet« der Vertreter der Deutschen Bolksvartei das Gehalt für den neu eingesetzten Tirektor der Staa ske.nzler «Gehalt 7200 Mk.V Auch die Tienstaustr^Tirdseulsckadignngen mit 15 000 Mark iür die auswär's von Tarnrstadt inohnrnden Mit- lieber deS Staa sminisleriums müssen Ve.instavdet werden Diesem Widerstand schloß sich ter Ver­treter der Hessischen DollÄvartei an. Ter Block her Regierung sprach sich für die Ausgaben aus, dic endgültige B.fchlustsassnng ward ausgeschobcm. Bei Kap. 15: GesandtschaftinBerlin, wurhe von eurer Seite deren nvi ere Notwendig­keit bestritten, von anderer Seite bejaht Ter TitelKabinettsdirektion" soll bt.' unn r'lbsd?luft der Handlungen über die Zioilliste britetett Weiten, dann weg fallen. Bet Kap 23: ein Ministerialrat int Ministerium des Innern fei übcrflüisig und könne in Wegfall kommen. 9kim Schu l m i n i ster i u m fjfie man mit drei Vor­tragenden Räten auskommen. Ebenso soll man bemt Lvi desernährungsanrt statt zwei oorrragen- beit Räten einen Wegfällen lassen. Beanstandel wurde b« Regiernngssorterung bei Stellvertre­tung s kosten mit einer Erhöhuiu, aus 250 000 Mk von feiltet 150 000 Mk, also um 100000 Mk Provinztaldirektion in Mainz: hier könne das Revrä'cn a ions^chilt te-< Prvvinzral- direktors mit 7500 Mk. in Wegfall kommen 9ki bet Gendarmerie, meinte ein Abgeordiwter, sollen dic Torvelstastonen aufgehoben werden: auch soll der militärische Gbarattcr der Cknbarnttrie auf­gehoben werd n. TaS Ärl'-ftlshcuts Tieburg habe bei seinem Bcswnd an Korrigenden zu viel (10) 'Jtufiebcr. Bet Gymnasien wurde oer langt, es solle größeres Okiüid)* aus die körperliche L^dildu ^ gelegt roerben.

Uns Stabt und Land.

Gießen, 7. März 1919.

Gegen den Bolschewismus.

Die antibolschewistische Liga hielt gestern abend im Saale des Fürsten Hoss eine Versammlung ab, in der der mehrheits­sozialistische Parteisekretär R e i tz e l -Berlin über die Gefahr des Bolschewismus sprach. Ter Redner besprach erst, was der Bolsche­wismus in Rußland gewollt und erreicht hat. Das Lenin'che Programm stehe in Gegensatz zu Marx, der die Verwirklichung seiner Ideen von den geschichtlichen Umständen abhängig mache. Ebenso stehe das Rälesnstem im gröft- ten Gegensatz zu Marx, das gleiches Recht für alle verlange. Die Ideen des Kommunismus «eien in Rußland durch die Tat vernichtet wor­den. Lenin habe in Rußland den Kapitalis­mus vollkommen vernichtet, gleichzeitig aber auch die Produktion. Den aufgeteilten Groß­grundbesitz nahmen sich in den Tagen der Re­volution die Kleinbauern weg, die das Land nicht ausreichend bebauen können. Alle Maß­nahmen des Bolschewismus erreichten das Ge­genteil. Mit dem russischen Kapitalismus sank das russische Wirtschaftsleben ins Grab.

Der deutsche Bolschewismus, die S p a r - takusgruppe, versucht dieselben Zu­stande bei uns herbeizusühren. Nach seiner An­sicht enthält das spartakistische Programm Verlockungen, die viele D u n g e r n d e zu Mit­läufer machen. Am schlimmsten unter ihnen sind jedoch die Revolutionsgewinnler, die den Standpunkt vertreten, was dein ist, ist mein, was aber mein ist, geht dich nichts an. Von seinem Programm hat Spartakus noch nichts verwirklicht, als die Forderung: dem Feinde Daumen aufs Auge, Knie auf die Brust. Es gibt kein Recht der Straße und keine Freiheit der Straße. Die Unabhängigen haben zwi­schen sich und Spartakus noch keinen Strich gezogen. Zum Kampf gegen Spartakus und den Bolschewismus müifen sich alle Parteien ^usammeufinden, einschließlich der Mehrheits­sozialisten. Die Arbeiter des Geistes und die der Faust rief der Redner zum Kampf auf, die betörten Volksgenossen wieder auf den rech­ten Weg zu bringen. In der Aussprache wies Prof. Messer insbesondere auf die Ge­fahr hin, die daraus droht, daß gerade viele derbürgerlichenStudierenden mit größtem Idealismus sich dein Bolschewismus in die Arme werfen. Sie sehen im Kommu­nismus ihr Ideal, halten den Weg dazu über die Demokratie für ungangbar und verlangen den Weg der Gewalt. Er hielt dem entgegen, daß es unmöglich ist, einen geistigen Zu­stands die Freiheit, hinzugeben, um eine Sache, den Kommunismus, zu erreichen. Es sei äußerst schwer, die Jugend zu überzeugen. Was sonst die Massen dem Spartakismus in die Arme treibe, sei die Furcht, die Regierung sei bereits zu sehr verbürgerlicht. In dem ständigen Kampf gegen Spartakus könne sie aber nicht zu ihren Reformen konnncn. Die Rechtsparteien trieben Selbstmord, wenn sie ihrerseits der Negierung dauernd bei Reform- ahsichten in die Arme fielen. Stud. jur. Wolf aus München, ein Mitglied der unab­hängigen Partei, behauptete, der Kampf zwi­schen Unabhängigen und Spartakus sei eben­so stark wie zwischen den Unabhängigen und den Bürgerlichen. Rechtsanwalt Aaron führte die vermehrte Spartakus-Anhänger­schaft darauf zurück, daß ein Teil der Bevöl­kerung schlemme und prasse und so den Neid und Laß Besitzloser erwecke. Außerdem müsse die Negierung in ihren Maßnahmen fester und enlfd)[offener vorgehen. Im Schlußwort widerlegte der Hauptredner die Behauptungen des Ltcrrn Wolf und erklärte sodann die Ziele der aikUbollchewistischen Liga, Redner aus Nrbeiterkreisen, die als Arbeiter zum Arbeiter sprechen könnten, hinauszusenden, um irrege­leiteten Volksgenossen die Augen zu öffnen.

Personal-Deränd erungen. Die Oberpoft, affiftenten Menges, Sinning, Dambmann, Heck. Schlie. Rmgcnwald, Dietrich, Loh unb Heinstadt sind zu Post^ sekretären ernannt worden.

"Aus dem Militärwochenblatt. v.Hessert, Lt. i. Feldart.-R. 25, auf sein Besuch zu den Res.. Offizieren d. Regts. übergeführt. Barthels, Fähnr. i. Pion.-B. 21, in d. Nef..B«rhältnis übergeführt. Langheinrich.Lt. d. Ldw..Pion. 2.Aufg. (H Darm- ftabt), d. Absch. mit d. gesehl. Pens, unter (Erteilung d. (Erlaubn. z.Tr. feiner bisher. Unis, bewilligt.

** Städtischer Gemüseverkauf. Morgen und die folgenden Tage kommen unter anderem getrocknete Belberüben, getrocknetes Weißkraut sowie Sauerkraut und Zwiebeln zum Berkaus. Zwiebeln das Pfund zu 50 Pig.

Freibank. Samstag, 8. März, werden von 12-4 Uhr die Nm. 1101-1300 beliefert

von der Feuerwehr. Gestern abend l0'°Uhr wurde die Feuerwache nach der Dleichstratze 8 gerufen, wo im Hinterhause durch eine Explosion einer Lampe ein kleiner Brand entstanden war. Nach AblSschung des Brandes und Beendigung der Aufräurnungs- arbeiten rückte die Wache 11" Uhr wieder ein.

** 3n der Alice-Schule, Steinstraße 10, findet Sonntag, 9. Marz, «on 11-5 Uhr eine ö ff ent ticke Ausstellung der von dem Seminar für Handarbeits- lehrerinnen angefertigten Arbeiten statt. Eine neu be. rufene Gewerbelehrerin wird demnächst außer dem bestehenden Kursus im Kleidermachen auch einen solchen im Pnhmachen halten. Der Anfang beider Kurfe wird noch bekanntgegeben. (S. Anzeige.)

** Der Verein für Frauenstimmrecht hielt am Mittwoch abend im Hotel Schlitz eine außerordent­lich« Hauptversammlung ab, die zahlreich besucht war. 3n Anbetracht der veränderten Verhältnisse wurde eine Namensnmwandlnng beschloffen. Der Verein führt jetzt den Namen: Politischer Frauenverein er bleibt aber dem Deutschen Reichsverbande für Frauenstimmrecht angeschloffen. Jur ersten Vorsitzen, den wurde nach geheimer Htanlabgimmunq Frau Thekla Bogt, Süd-Anlage 10, gewählt. Meldungen zum Eintritt in den Verein werben von ihr entgegen- genommen.

" Eine Frauen-Versammlnng m ter neuen .lala ter Universität wirb am Dienstag, 11. März.

abends 8 Uhr pünktlich das Thema: .Die Kriegsge­fangenen und bie deutsche Frau* behandeln. Die Herren Dr. Göring und Dr. Schneider-Gießen werden dazu sprechen.

An Kriegsbeschädigte Landwirte und Industriearbeiter können gebrauchte Stiefel unb Schuhe abgegeben werden. Anmeldungen bis Sams­tag, 8. L Mts., mittags 12 Uhr, im Gewerbehaus, Kirchstraß« 16 (Fernspr. 535).

Znrn Beitritt als Freiwilliger für Heimatschuh beim Hessischen Freikorps im Feld- aNillerie-Regimeul Nr. 61 (Regiment von Peterp) in Babenhausen (Hessen) fordert ein Aufruf im Anzeigen­teil unseres Blattes auf.

Krris Friedberg.

* Friedberg, 6. März. Unglaubliche Fer­kelpreise wurden auf dem gestrigen Viehmarkt h er erzielt Für Ferkel, bie man in früheren Zeiten für 40-60 TIN. einkaufte, wurden 200 - 250 Mk. bezahlt. Man mache sich einen Begriff, was im Winter em fettes Schwein kosten wird, wenn schon ein winziges Ferkel mehr kostet, wie in Friebenszeiten ein 3 bis 4 Zentner schweres Schwein.

Hessen Nassau.

mr Frankfurt a. DL, 6. März. Das Woh. nungsa mt beabsichtigt mit Zustimmung ter znstän. digen milttäri chen Stellen bi' augenbliddid) leer» stehenden Kasernen in der Gutleutstraße, inBocken- heim unb Bonames in Kleinwohnungen umzu- bauen, wodurch Platz für mindestens 4000 Personen geschaffen würde. 3n den Küchen soll ein gemein- schriftliches Mittag- und Abendessen hergestellt werden.

X Hanau, 6. Marz. Die Freilassung der verhafteten Stadtverordneten verlangt ter Bor- stand der sozialdemokratischen Partei in folgendem Telegramm: .Reichsregierung Weimar. Durch Ge­neral Rumschöttel wurden eine Anzahl Personen in Hast genommen, darunter die Führer und gewählten Stadtverordneten der unabhängigen sozialistischen Par­tei, Dr. Wagner, Schnellbacher und Spinger. Wir verlangen grundsätzlich Freilaffung aller wegen po­litischer Vergehen Inhaftierten."

Aus dcm besetzen Rheingebiet.

Cjfcner Brief an den srauzüsische» .V.ommanbantcit von Mainz.

Schriftleiter Karl Neurath veröffentlicht in der Weser-Iei ung" als geborener Mainzer einen offenen Brief an den französischen Kommandanten von Mainz. Er wendet sich gegen die Willkürherrschaft des Ge­nerals, der den Oberbürgermeister von Mainz wegen 'eines freimütigen Bekennln sie, als Deutscher abge- seht hat, mit Gewalt französischen Sprachunterricht in den Volksschulen einführt und der Bevölkerung durch alle möglichen Verordnungen die Willkür des Siegers zeigL Aus dem offenen Briefe heben wir nachstehende Sähe hervor:

Unsere Ehre ist nicht geringer als die Ihrige. Sie würden als ritterlicher Mann gewiß keinen Gegner im Zweikampf niederstoßen, besten Klinge zersprungen ist: womit wollen Sie Ihre scharfen Maßnahmen einem am Boden liegenden, von se nen Volksgenosten un- nachsichtlich abgeschlostenen Stamme gegenüber recht- fertigen? Sie sind ja wohl in der Meinung nach Deutschland gekommen, daß Sie in Hessen begeisterte Aufnahme finden würden. Aber bas war ein Irrtum, Herr General, benn wenn wir auch keine Preußen sein wollen, so [inb wir boch Deutsche so gut wie andere Stämme. Wenn Sie zurückkommen, dann wirb man Sie fragen, was aus den Sympathien ge­worden ist, die Rheinhesten infolge der klugen Po­litik Napoleons I. ein Jahrhundert lang für Frank­reich gehabt hat. Sehen Sie davon ab, kleinliche Rache zu üben, die Sie Vergeltung nennen mögen. Sehen Sie davon ab, die Preste zu vergewaltigen, indem Sie ihr Loblieder auf Frankreich zumuten. Sehen Sie davon ab, die Schulen mit französischen Wärtern zu füllen. Französisch denken lernen Sie uns nie! Rheinhessen ist deutsch und wird auch deutsch bleiben, und wenn Sie an jeder Dachecke die Trikolore histen lasten."

--- Frankfurt a. TL, 6. März. Auf Anordnung der französi chen Besatzungsbehörden sind die Eisen- bahndienst|tellen des besetzten Gebietes angewiesen worden, sämtliche E'senbahnangestellten namhaft zu machen, die in Landgemeinden wohnen, dort Land­wirtschaft treiben oder sich durch Hausschlachtungen selbst versorgt haben. Diesen Beamten werden Lebens­rnittel von den A iierten nicht gewährt, während allen anderen solche wöchentlich zugeteilt werden sollen. 3n dieser Wache wurde bereits Speck und Gefrierfleisch ausgegeben.

mr. Mainz, 5. März. Das französische Ober- Kommando hat hier eine Agentur derAgence Havas" errichtet, die die neuesten Nachrichten behanntmad)L

mr. Niedernhausen, 5. März. 3n der Um- gebung haben die Franzosen sich zu Fastnacht Iei- tungen herstellen lasten mit dem TitelBoche", die von Unflätigkeiten und Gemeinheiten gegen die deut­sche Bevölkerung und den ehemaligen deutschen Kaiser angefüllt find.

mr. Aus Rheinhessen, 6^März. Hier wurden in den letzten Tagen mehrere französische Regimenter abgelöst, da sich in ihnen revolutionäre Bestrebungen bemerkbar machten. Sie hatten angeblich ihre Offiziere teilweise abgesetzt, Soldatenräte gebildet, Regiments- akten vernichtet und Waffen verschenkt, die bann mit Mühe und Not bei der einheimischen Bevölkerung wieder zusammengesucht wurden. - Die Richtigkett dieser Meldung ist immerhin zweifelhafL

Vermischte».

Etsriidahnullfakl.

Recklinghausen, 6. März. Heute morgen ent­gleiste auf dem Bahnhof Sinsen-Köln der Ham- burger O-Zug. Eine schadhafte Weiche legte sich I während der Fahrt um und trennte den Zug in zwei Teile. Ein auf dem Nebengleis fahrender Güterzug fuhr auf den mittleren D-Zug-Wagen. 10 Personen sind schwer verletzt. Auch der Güterzug rohrte schwer beschädigt. 8-10 Wagen liegen zertrümmert auf dem Bahndamm.

Eetzte Nachrichten. Die bevolftehende Fri-denütovserenz.

Haag, 6. März. DemNieuroe deurant" wird ans Paris gemeldet, daß dort jetzt die Darberei- tungen für bie Unterbringung der deutschen Bevollmächtigten getroffen werden. Clemenceau. Lloyd George und Dräsident Wilson sollen ausersehen werden, den Deutschen die Friedensbedingungen vor­zulesen. Die deutschen Bevollmachtigien werden bann nach Weimar zurückkehren, um der Nationaloersamm- hing Bericht zu erstatten.

Rotterdam. 6 März. (WTD) Rach dcm Vieurtte Roitcrdanckd«, Courant" mcldcn d« Tailo NripS" ans Paris oom Tietis.aa über b« Bedingungen für den Waffenstill­stand. die Foch an ben Obersten Jtrienfcal zu- rückgriduckt bat, folor.te*: ES bestellten im Kat teint McinmtsSveriaAtLQchaM aber kc Beding-

intgar selbst, wohl ater fiter die Frage ihrer Äir- wrndmrg. ES machen sich zwei Strömungen bemerkbar. Tic eine Partei verlangt sasartiqe Garanticn für den Sieg uid> btt andere, daß du Teutfchtand aimutrleimten Bedingungen einen dauernden Charakter haben. Bar allem tvünfcht man die En:waffnung TentidstandS alS sicherste Garanne für den Fneden. Aber eng damit per- bunte« die Ro.'wendigkeit, die Bevölterung mit Ltetendtnirttln zu t-erkngrn Vas ben letzten Punkt betrifit W lind eitrige Bevollmää'itigte der 9br- sicht, daß das Tempa der Ledensmittelversarg» irng van dcr sofor:igen Ännabne der Be­dingungen der Attncr.en abbdnigtn totrt*, Wahreick» die andere Partei der Häücm ist, bub bfort Schritte arten werden müssen, um zu oer In adern, bau die Menidxu in Tcn idriand verhungi-rn. ES ist unns.ig, Nacbteuck darauf zu legen, daß dir Bedingungen für den Porläurigen Frie­de n mit Teutschland, ter, wie man hört, in drei Wochen abgeschlossen werben wirb, von ben Cn sdwidungen abbängrn toerbc, tue der Oberste ÄTieg^rai trifit. In den Kneifen bet ttjnferem ist man der Ansiäü, baft gvgv» Erchv dieser Woche die Derf.bt&x-ncii Äunaf un^en iniieincnber in Uedereinstimmung »tradx fein nx-rben, und baß über bei, Zcia«n5t für den Mininocn Früten DoUfifinbigt llcbewinhmft Ixrridten werde. Taneben nxrbcn die wirtschaft- lidten und finaTTitrllcn Fragen, tw trat dem Frie­den zusmnmenhängen, von dem Ld-.-rften wirt- jkhasilichen Rat, der jetzt gehütet tvitb, geregelt werden.

Die Pariser Prrbnnbfnnqrn.

Paris, 7. März (Havosmelbung.) Amtlich. Der Oberste interallierte Kriegsrat trat am Donnerstag nachmittag zusammen. Er stimmte einem amerikanischen Vorschlag zu, die Kommissionen einzuladen, mit ih en Berichten Schlußanträge einzu­reichen, die in der Form von Urtihdn dem Friedens­vertrag einzuoerleiten find. Die Diskussion trft1 eckte sich hiernach auf die Bedingungen, di« dem H»«r«, der Marine und dem Flugdienst der Feind« auf- zuerlegen find. Nächste Slyung Freitag nachmittag.

England nnb die Znröckdaltllng unserer AricgSgesangtlleu.

Amsterdam, 7. März. Nach allen hier emge- troffenen englischen Blättern vom 4. Mörz erklärte der Staatssekretär für den Krieg, Churchill, in der Uaterhausfitzuvg oom 3. März in Be ntwortung von Fragen, die englische Negierung schicke die beut- schen Kriegsgefangenen so rajch roie möglich nach Frankreich und Belgien, um fie sofort arbei­ten zu lassen.

Holland und die Entente.

Bern, 6. März. (DTD.^ Tie neuerlictett Versuche der \raiT$5).fd>-teIgl,dx*n Pr?p<-ff-nda, die hol ländische Politik in ben zkreis ihrer e g a istische u In t ere s f en p h ä r e ei z ite- zichert. hat nach unseren Iufonwuianen in bollän» teilten MTciK'rt peinliches Aufschc:i tcair a.üt. Zn ben von ter Havas-Agenkur unterstützten B muh uitgeu, $X)lIanb für teuldx?4 Gebiet zu interessie­ren, um c-5 damit den telgischen Forderungen g<« lügig zu machen, wirb mis von nuiüiebeuter bot» lchchsschcr Stelle erklärt, daß tzie boUaiteiidr Po­litik für derartige Machinationen niemals zu hoben sein dürste, ^»'land wirb, so betont man, nie- rnal-i m btt Abtretung auch nur brS klein um ^riles seines Besitzes einwilligen unb wird sich autercrseils niemals dazu verstehe», ein ebenso kleines Stück fremben Gebietes, einerlei ans wel­chen Gründen, sich anyrgliedern. Ter üa us ouo tes teltäntesdren Beiitziluuoe^ it jür Hol.a:ch eine Fvage, bie unter keinen Uimiänben zur lebettt gejleUt werben kann.

Parteitag

der Unabhängigen So.ialistischen Parte».

Berlin, 5. März. 3m weiteren Verlauf der Der. bandlungen wird von der Kommission eine (Eini- gungsrefolution Dorgefd)laqcu, in der es heißt:

Die Unabhängige Sozialistische Partei stellt fich auf den Boden tes Rätesystems, fie unterstützt die Räte in ihren Ansprüchen auf die wirtschaftliche unb politische Macht. Sie erstrebt di« Diktatur des Proletariats als notwendige Vorbedingung für die Verwirklichung tes Sozialismus. Die Unab­hängige sozialdemokratische Partei bedient sich, um Jiefes Ziel zu erreichen, aller polttischen und wirt- chastlichen Kampfmittel. Sie verwirft planlose Ge­walttätigkeiten."

Unter den nächsten Forderungen zählt das Pro­gramm dann auf: Die Einordnung der Räte in die Berfaffung mit entscheidender Mitwirkung in der Gesetzgebung. Staats- und Gemeindeverwaltung, Auf- lösung des alten Heeres, der Freiwilligenkorps, Ent­waffnung des «Bürgertums, Errichtung einer Volks- r»ei)r aus ben Reihen ter klaffenbewußten Arbeite., (baft mit Selbstverwaltung, sofortigerBeginn der Vergesellschaftung der kapitalistischen Unternehmungen, des Großgrundbesitzes usw. Zur Gewerkschaftsftag« wird ebenfalls von Wittmann-Frankfurk eine Ent- chliehung norgelegt, tu der die Parteimitgl eter der 1 & *p. aufgefordert werden, nicht aus den (Bemerk, «haften auszutreten, sondern in ihnen sich zu be- tätigen, damit bie Gewerkschaften auf den Boden bes revolutionären Klassenkampfes zurückgesührt werden. Es wird beantragt, eine Ientralkommission Zur Beobachtung der Gewerkschaften in ihrer (Ent- Wicklung und ihrer Tendenz einzusetzen.

Die Entschließung wurde angenommen, lieber di« Entschließung $um Parteiprogramm trat man in (Ein- 3«lberatunqen ein. Die Unabhängigen haben in den Vorstand Crispin (Stuttgart) und Haase (Berlin, ge- wählt. Es sollten zuerst Haas« und Däumig gewählt werden, doch hatte Haasc erklärt, daß er diesem n cht zusammen arbeiten könne.

Tie Laße in Berlin.

Berlin, 7. März. 3*folge tes Streiks find auch heute früh hier kein« Zeitungen erschieue».

Eine Flugpost Franlsnrt-Berlin.

Frankfurt a. M., 7. März. Auf Berantaffua« ter Abteilung Luftpost des Frankfurter DerKehrm verems unb vieler mitwirken der hiesiger Kreis« aus Handel undIuduftri« wurde ein« Luftpost Frank-

rV «L TL-BtrUn ins Geben gerufen, deren tech. Nische Durchführung di« Osthafrn-Garag« (Oftga) Ütem nahch- Als Flu)olatz wurde «in großerrs (Belänbe te unmittelbarer Nähe Frankfurts, jedoch außerhalb bei neutralen Zone, gepachtet. Die täglich zwischen Frank furt und Berlin verkekrenbe Luftpost ioil di« 3«. fflrberung von Briefen, Wertbriefen usw vom Frankfurt roie überhaupt von Süddeutichland nach Berlin, Hamburg und vor allem auch nach dem sück» jischen Industriegebiet hin und zurück überneQ- men. Auch bi« De»örberu*g von Zeitungen auf dem Cuftroeg« ist ms fluge gefaßt Die Flugzeit be­trägt etwa 4 Stunden Di« Grdührrnsätz« für einen Brief bis 20 Gramm betragen voraussichtlich 1 DlL, wozu noch der übliche reichspostalisch« Zuschlag kommt Mil dem Finge soll in kürzester Zett begonnen werden.