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Nr. 56

Der fcitttner Nnze<r« erschein! täglich, 0116er EonntaaS. Beilacien: rietzever KamllirnblLtter;

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Freitag, Z. März X9|9

169. Jahrgang

Annahme von rtnzeige« s. die <,iiqe»nummer V»S zum gindiintttaq vorder ohnejcbeVcrbmdiichkett

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Gletzener Anzeiger

,.=ä General-Anzeiger für Gberhessen

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Abbruch der Verhandlungen über die Lebensmittelversorgung.

Berlin, 6. März. Die Boklzugsver-

der Universität Strafeburg, die dort zurückgelassene Papiere wünschen, werden ersucht, dies unter genauer Bezeichnung der gewünschten Papiere und Angabe der Stelle, an die sie gesandt werden sollen, tunlichst bald dem Auswärtigen Amt, Abteilung 3d, mitzuteilen.

Berlin, 6. März. Im Anschluß an den Abbruch der Verhandlungen der drei Unterkommissionen in Spaa wurde seitens Deutschlands in der Vollsitzung der mit den lausenden Verhandlungen betrauten Waffenstillstandskommission flm Vormittag des 6. März in Spaa eine Rote Übergehen, in der der (Be« samtstandpunkt der deutschen Regierung dar- gelegt wird.

Eine Rede Wllfons.

Amffe rda m, 5. Mörz. (WTB) Wilson sagte in einer gestern gel-altetren Rede: Welch' süße Mche, die nrir an der Welt genöltem en. Sie lachten über uns, und sie daästeit, daß wir cs mit unserem Bekenntnis von Grundsatzennicht ernst meiitlen, und sie dad>- ten so bis Ende April 1917. Es erschien ihnen kaum glaublich, b.if* wir mehr tun würden, als ein paar Leute über See zu schicken, und nur so tim, als ob wir Helsen wollten., Tie süße Rache «steht also barin, daß, wir an die Gerechtig­keit glaubten, und datz wir ivissen, das; wir bereit sind, ihr auch die grötV.en Opfer zu bringen. So kehre ich mit neuer Kraft zu meiner Ausgabe auf der anderen Seite des 9)icere3 zurück. Ick glaube, daß wir der Zukunft mit ovoiier Zuver­sicht entgegen; eben Eöimen. Tie Aden schm sahen erlich ein, datz das einzige dauern.de Gut der Welt die Gerechttgkcit ist, und daß, eine schlechte Regelung nur zeitweilig sein tonn, weil sie auch nur zeitweilig sein darf. Es wird der Tag kommen, an dem die Menschen in Amerika S- bcnen Herzens und mit Swlz auf die Tat- tzurückblicken toerben, daß sie das Vorrecht hatten, Opfer zu bringen, die notwendig mären, um ihre Vdacht und ihre moralische Steift mit der Sache der Gerechtigkeit für alle Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden. Gott gebe unS Kraft und Einsicht, unseren Plan weise aus zu führen. Gott gebe uns das Vorrecht, einzu-

Die Verhandlungen des Unterausschus­ses über die Lebensmittelversorgung Deutsch­lands sind abgebrochen worden, nachdem der Vorsitzende der deutschen Abordnung erklärt hat, die deutsche Regierung habe der geforder­ten Ablieferung der Handelsflotte unter der ungenügenden Gegenleistung der Entente nicht zugestimmt. Wir können in dem Beschluß des Weimarer Kabinetts nur eine einfache, unabweisbare Notwen­digkeit finden, auf die man ohne verwickelte Ueberlegungen und Gewissenspeinigungen ge­radeaus hinauskommen müß e. Tenn die deut­sche Geduld ist erschöpft. Wir können nicht deutlich genug zum Ausdruck bringen, daß wir die fremden Zumutungen angesichts der zwei­deutigen und unbestimmtenZusagen" in der Lcbensmiitclfrage rundweg zurückweisen. Das geschieht von der Weimarer Regierung immer­hin noch in einer milden Form. Wir wollen der Entente, wenn sie uns wirklich Lebens­mittel liefert, einen entsprechenden Teil unserer Schiffe übergeben, was sich wie­derholen soll, wenn uns weitere Lieferungen zugesagt werden. Die fremden Unterhändler batten für diese von deutscher Seite vorge­schlagenen Fälle noch keine Instruktionen. Lehnt die Entente die Vorschläge ab, so zeigt sie der Welt noch einmal klipp und klar, daß ihr nicht Recht und Billigkeit vorschweben, sondern Gewalt und Aus­pressung. Was für diesen Fall weiterhin in Aussicht steht, Missen wir nicht. Möglich, daß eine Kündigung des Waffen­stillstandes bevorsteht. Das wäre ein reiner Willkürakt der Gegner, denn Deutschland hat keineswegs die Vertragsbestimmungen bci> letzt. Wir vermuten, daß die Entente über ihr Vorgehen selbst in Zweifel und Bedenklich­keiten hinernkomtnen wird.

solle es das zukünftig tun, wenn es seiner Schiffe be­raubt sei und es den Deutschen verboten werbe, (Eng« land zu betreten. Die gegenseitige Abhängigkeit mache es unmöglich, Deutschland verkrüppeln zu lassen, ohne auch bis zu einem gewissen Grade Eng­lands Handel lahmzulegen. Um den Höchstbettag an Entschädigung zu erlangen, dürfe diese nicht über Deutschlands Steuerkraft hinausgehen. Man müße Bedingungen stellen, die beim Schuldner die Hoffnung, daß er den Bettag in absehbarer Zeit einlösen kann, lebendig erhalten würde.

Eine internationale Vviterbund-tonserenz.

Bern, 6. März. (WTB.) Heute morgen wurde die Internationale Völkerbundskonferenz er»; öffnet. An der Spitze der deutschen Delegation stehen' Geheimrat Brentano, Eduard Bernstein, Pro­fessor Franke, Professor Mendelssohn-Bar­tholdy, Graf Max Mont ge las und Frau Perlen. Die österreichische Delegation wird von den Präses- soren Laun und Uhde geführt. Der Präsident überbrachte der Versammlung die Grüße der Schweiz und führte aus, die Konferenz müsse den wirklichen Völkerbund vorbereiten, sie könne sich nicht mit dem Pariser Projekt begnügen, das die kleinen Staaten als zweitklassig behandle. Die Welt habe nur noch die Wahl zwischen Völkerbund und Dölkeranarchie. Ls wurden verschiedene Kommissionen eingesetzt, die ihre Tätigkeit bis zum 10. März beendigen sollen. Dann wird die allgemeine Besprechung fortgesetzt.

Tie Zustände in Berlin.

Berlin, 6. März. In den gestrigen Abendstunden entwickelten sich wiederum hef­tige Kämpfe um das Polizeipräsi­dium am Alexanderplatz. Hierbei sollen, wie gerüchtweise verlautet, sechzehn Anhänger der Volksmarinedivision gefallen fein. Die Kämpfe sanden in der Hauptsache zwischen An­hängern der Volksmarinedivision, die eine Ab­teilung der republikanischen Soldatenwehr darstellt, und den Reinhardtschen Truppen, die nach wie vor das Polizeipräsidium besetzt halten, statt.

Um Mitternacht verlautet, daß der Kampf gegen das Polizeipräsidium von der Volksmarinedivision als ergebnislos afcge* brachen worden ist. Am Abend wurde ferner bekannt, daß die Buchdrucker-Organi­sation, die sich bisher gegen den General­streik ausgesprochen hatte, morgen ebenfalls in den Ausstand treten werde. Der Grund für den Anschluß an den Generalstreik soll ein nicht freiwilliger se.in. Es verlautet, daß die Streikleitung die Buchdruckerorganisation vor die Alternative gestellt hat, entweder eben­falls in den Generalstreik zu treten, andern­falls die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke sofort Weisung erhalten würden, den Betrieb einzustellen. Unter diesen Umständen sah die Buchdruckerorganisation, um grenzenloses Elend der übrigen Gesamtbevölkerung zu ver­hüten, keinen anderen Ausweg, als sich eben­falls dem Generalstreik anzuschließen.

Berlin, 6. März. (WTB.) Der heu­tige Tag hat nach Meldung eines anderen Berichterstatters den Regierungstrup­pe n in schweren Straßenkämpfen einenr eft- losen Erfolg gebracht. Die Volks-Ma­rine-Division mit Teilen der republikanischen Soldatenwehr hatte sich im Marine-Haus ver­schanzt und das Haus mit Geschützen, Maschi­nengewehren und allen modernen Kampfmit­teln in eine Festung verwandelt. Gleichzeitig versuchten die Spartakisten heute nacht das Polizeipräsidium, das von der Berliner Schutzmannschaft und Teilen der Negierungs­truppen gehalten wurde, zu stürmen. Die wackeren Verteidiger schlugen stundenlang alle erbitterten Angriffe zurück, trotzdem die Gegner auch Artillerie anwendeten, u. a. auch leichte Feldhaubitzen. In den Mittagsstunden setzte der hervorragend geleitete Angriff der Regierungstruppen an allen Stellen gleichzei­tig ein und brachte ihnen vollen Erfolg. Das^ Marinehaus erhielt drei Volltreffer von schwe­ren Feldhaubitzen. Die Verteidiger verließen fluchtartig ihre Testung.

Berlin, 6. März. (WTB.) Das Kom- manLo der republikanischen Schutztruppe tritt der Blättermeldung entgegen, die republika­nische Schutztruppe sei mit der Volksmarine­division gegen die Regierung ausgetreten und erklärt, die republikanische Schutz- truppe stehe nach wie vor hinter der Regierung im Verein mit den anderen Re­gierungstruppen.

Unterbrechung der Verhandlungen von Spaa»

Weimar, 6. März. Die Beratungen der Waffenslillstandskommission sind unter­brochen worden, weil unsere Unterhändler das ©erlangen der Entente abgelehnt Huben, die Ver­fügung über unsere Handelsflotte zu er­halten, ohne daß zuvor das Lebensmittel- Abkommen perfekt geworden ist und wir die Gewähr dafür bekommen haben, datz uns auch wirklich Lebensmittel geliefert werden.

Gemäß feiner Instruktion sollte der Führer der bnitfelfen Delegation, Unterstaatssekretär von Braun, die Zur-Lersügung-Sellung der deut­schen Handelsflotte nur zugestelfen, falls die Lebensmittelversorgung Deutsdfiands sickfergestellt toerbe. In einer Kabinettssitzung hatte die deutsche Negierung in Weimar diese Instruktion wie folgt erneuert:

Aus Grutrd 'Ihrer Depesche beschloß bte beulfrfN Lieichsregierung einstimmig, an den gegebenen Instruktionen festzuhal'LN. Die deutsche Handelsflotte -wird zur Verfügung gestellt, sobald durch bindende Verträge mit den Alliierten die Lebensmittelversorgung Teutsch- lernds bis -zur nächsten Ernte fidjergeftcHt ist. Die von den Alliierten in Aussicht gestellte Ermächtigung, an Teutsck>lcrnd 100 000 Don­nen Getreide aus Argenlinien zu kaufen, ist Mizunehmcn: entsprechend sind dafür 100 000 Domren SclnsfSraum von Deutschland zu reser­vieren. Sollten die Verhandlungen darüber fd>eitern, fo sind Sie ermächtigt, nach Abschluß fämtlid)cr Verträge zur Ablieferung von 270 000 Donnen Lebensmitteln 270 000 Ton­nen Sdnsssraum,zur Verfügung zu stellen. Deutschland braud^ 'bis zur ntkbften Ernte etwa 32 Millionen Tonnen Lebensmittel und stellt dafür 32 Millionen Tonnen Schiffsraum Kur Verfügung. Dih, Stenge der zu liefernden, burdf Vertrag sid^erzustellenden Lebensmittel Mutz parallel geben mit dem Umfang des von uns zur Verfügung zu stellerrden Schisfs- ratnnS." RüdBminister Erzbcrger.

In der nach Einlauf dieser Depesche anbe- exnmi'teii neuen Sitzung der Waffenstillstandskom- tnifl'üni führte Unterstaatssekre är v. Braun aus, daß schon im ersten Waffenstillstmldsvertrag die Belieferung Dm schlands mit Lebensmitteln oor- gesel-en fei. Diese Klausel sei für Deutschland einer der Gründe zur Annahme der überaus harten Wasfcns.illftandsbedingungen gewesen,. Aus späteren Abmachungen gehe hmoor, daß die Al­liierten unter Vorbehalt befriedigender finanzieller' Abmachung eine Gkfamibelieferimg Deutschlands ins Auge faßen sollten und datz and) nach der Mitteilung der Mliierten die drei Wirtsdiaftst- abkommen ein untrennbares Ganzes bil­den sollten Deulsdüand solle durch die Abliefe- rmtg der Handelsflotte eine Dorleiltung über­nehmen, ehe die Einfuhr der Lebensmittel erfolge: eine soldie Leistung könne jebod) nicht ohne die iZusicherung übernommen werden, daß, die Lebens- vrittcleinfubr nun auch tatsächlich erfolge. Bisher habe Deutschland trotz der Vcrfpredmngen keine Tonne Lebensrnittel erhalten: die M.iimten hätten vielmehr die Hungerschraube bmxb die Blockade noch schärfer angezogen. Deutschland wolle gern tm den guten Willen der M liierten glauben, Lebensmittel zu liefern; es müsse aber her Vor­

haben, daß, wenn es sich um die verschärfte Aus­legung dos Waffenstillsbandsabbornmeics gehandelt habe, der Einwand gemacht worden sei, datz der Kriegszustand noch fortdaure. Deutsch» laich dürfe dieses Argument der Gegner nidft über fc feen, wenn es sich entschließen solle,, die Haudttsslotte ohne bmbettbe Zusage auszuliefern, ja, ohne substanziierte Erklärungen über die Weitervcrsorgung zu besitzen. Deshalb sei der deutsche Slandmrnkt der, daß die Handelsflotte zur Verfügung gestellt weiche, sobald bittd) bin­dende Erklärungen die Lcbeusmittelrersorgtuig Deutschlands brs zur nächsten Ernte sicl-crgestellt fei. Um eine weitere Möglichkeit zu ^Verhand­lungen zu geben, werde von deutscher Seite vor­geschlagen, angesichts der von den Alliierten in Aussicht gestellten geringen Lebensmittelliefe- rungen eine nur teilweise Auslieferung der Hanottsflotte vorzunehmen; sobald der deftnitive Versorgungsplan gegenseitig abgenüucht sei, wäre dann der Nest der Flotte zur Vertügnng zu stellen.

Ter Vertreter Englands erwiderte, daß die Vertreter der assoziierten Regierungen zu erklären wünschten, daß vorbehaltlich der sofor- tigen Auslieferung der deutschen Handelsflotte es die Absicht der assoziierten piegierung-en sei, die Lebensmittelbelieferung Deutschland von Mo­na t z u M o n a t M ermöglichen vorausgesetzt, datz der Oberste Kriegs rat hinsichtlich der Menge und der Sfcbrngirngen seine Zustim­mung gebe, und datz die Unterhändler der Alliierten bereits beauftragt seien, die Höbe und die Bedingungen der ersten Lieferung endgültig zri vereinbaren. Sie wollten hier die formelle Erklärung, die im Namen ihrer Regierungen be­reits gemacht worden seien, nneberpolen, daß der Grund der Forderung auf Auslieferung der beut» l'd/en Handelsflotte der Wunsch sei, die Lebens­mittelversorgung Deutschlands und des übrigen Europas fidjer^u fiel len; daß in erster Linie die Einfuhr von Lebensmitteln erlaubt werden solle bis xu einer Menge von 270 000 Tonnen und daß die Frage der weiteren Versorgung dem Ober­sten Kriegsrat zur. Entscheidung vvrzulegen sei. Der Oberste Kriögsrat sei bereit, vorbehaltlich der Genehmigung der assoziierten 9iegtmmgtn, wei­tere Lebensmittellieferungen in der nächsten Zu­kunft in Erw.ägung zu ziehen, vorausge-. setzt, datz zufriedenstellende finan­zielle Vereinbarungen durch die deut­schen Vertreter mit den FinaorzVertretern der alli­ierten Regierungen getroffen würden.

Unterftaatsfekretär o. Braun erwiderte, daß durch diese Erklärung die Versorgung Deutschlands von drei unsicheren Faktoren abhängig gemacht sei: Es blieben in der Schwebe erstens die Quanti­täten, zweitens die Bedingungen, drittens die finan- ziellen Arrangements über die Lieferungen. Außer­dem würden diese drei Punkte noch ausdrücklich der Entscheidung des Obersten Kciegsrats der Alliierten vorbehalten,' Deutschland habe aber keine Möglich­keit, mit diesem in direkte Verbindung zu treten und zu verhandeln. Um jedoch eine Möglichkeit der Ver­ständigung zu schaffen, werde er nunmehr auf den Vorschlag einer teilweisen Ablieferung der deut­schen Handelsflotte zurückkommen, erkläre aber aus­drücklich, datz Deutschland ohne Zusicherung der end­gültigen Versorgung keine Möglichkeit einer sach­gemäßen (Einteilung der ßebensmitteloorräte habe. Durch diese in dem Fehlen jeder Disposition begrün­dete Unsicherheit werde Deutschland gezwungen sein, die Rationen der noch vorhandenen Vorräte auf noch geringere Hungerquote herabzusetzen, und deshalb sei die Zusicherung einer definitiven und sachlichen, die Rationierung gewährleistenden Lebensmittelversorgung für Deutschland eine Frage auf Leben und Tod. Schon jetzt stürben in Deutschland täglich 800 Menschen am Hunger und den Folgen der Unter­ernährung. Keine Regierung werde es verantworten können, in Deutschland diesen Zustand zu verewigen, und ohne die Sicherheit, datz eine Lebensmittelhilfe der Alliierten eintrete, würde Deutschland des letzten Mittels beraubt werden, sich selbst zu helfen.

Der englische Admiral Hope erklärte darauf, die affoziierten Vertreter hätten keine Vollmacht, weiter zu gehen als angekündigt; sie müßten ver­langen, datz Deutschland seine unterschriebenen Ab­machungen ausführe. (Eine Vollmacht zur Ab­änderung der Verträge habe die Kommisiion in Spaa nicht, und wenn die deutschen Vertreter keine weitere Instruktion von ihrer Regierung hätten, um auf die Vorschläge der Alliierten einzugehen, so schlage er vor, datz die Verhandlungen abgebrochen werden und die Vertreter der Alliierten nach Paris zurückkehren sollten.

Daraufhin erklärte Unterstaatssekretär v.Braun, er halte es für wenig wahrscheinlich, datz die deutsche Regierung in dieser Frage nachgeben könne. Hope erwiderte: Rach dieser Erklärung scheine eine (Einigung unmöglich, aber vielleicht empfehle es sich, doch noch eine entscheidende Instruktion in Weimar einzuholen. Daraufhin setzte sich v. Braun noch ein­mal mit Weimar in Verbindung, von hier. wurde ihm durch Erzberger erklärt, datz die deutsche Megie- rung von ihrem Standpunkt nicht abgehe und bindende Zusagen verlange. Rach Mitteilung dieser Antwort wurden die Verhandlungen ab­gebrochen und die Delegierten reifte» ab.

Es fragt sich nun, ob die (Entente sich zu weiterem Entgegenkommen entschließt oder das Scheitern der Verhandlungen zum Anlatz nimmt, den ganzen Waffen­stillstand zu kündigen.

Berlin, 6. März. (WTB.) Der deutschen Waffen­stillstandskommission wurde von französischer Seite mitgeteilt, datz der deutschen Regierung auf Wunsch d e bei der Universität Strafeburg zurückgebliebenen Pap ier e der deutschen 5 tubierenben dieser Universität ausgeliefert mürben. EhemaligeStudierende

d r Freiheit und des Rechtes waren.

Bor der Rede WilfonS fprad) sich der frühere Präsident Taft in seinem und im Romen der .Leogue to en force poace" für den Völkerbund auS.

Haag, 5. März. Reuter meldet aus Washington: Der Kongreß vertagte sich, während die Mitglie­der des Senats Obstruktion trieben, so datz eine lange Liste wichtiger Gesetzentwürfe nicht behandelt wurde. Wilson gab nach der Sitzung eine Erklärung ab, in der es heißt, eine Gruppe von Senatoren versuche der Regierung absichtlich Schwierigkeiten zu machen. Diese Männer seien verantwortlich für die geringe Stärke der Regierung während der notwendigen Abwesen, beit W/llons, der gezwungen sei, das Land zu Der- lassen. Wilson erklärte, das ganze Land werde seinen Entschluß, nach Paris zu gehen, anstatt eine nach­ttägliche Kongretzsitzung einzuberufen, billigen.

England und die SutschädigungSsrage.

London, 5. März. (Einer Reutermeldung zufolge erklärte Bonar Cato, datz über den Betrag, den Deutschland als Entschädigung zu zahlen habe, Mei- nungsoerschiedenheiten bestehen könnten. Locd Mil- ner sagte selbst, daß man einige von verschiedenen Seiten genannte Beträge unmöglich fordern könne. Das wolle aber nicht sagen, datz die Regierung nicht auf dem Standpunkt stehe, daß Deutschland Kriegs- kosten bis zur vollen Grenze seiner Leist- ungsfähigkeit bezahlen müsse. An der Derechti- gung der Forderung könne kein vernünftig denken­der Mensch zweifeln. Wenn Deutschland nicht zu be- zahlen brauche, werde es vor den Ländern, die es ausplünberte, einen Vorsprung besitzen. Bonar Law erklärte, er stimme vollständig mit den Arbeiterabge- ordneten überein, der sagte, das dringendste Ziel sei ein rascher Friede, aber es sei nochwendiger, daß der Handel und die Industrie Englands ihre Arbeit wieder mit voller Kraft aufnehmen.

Haag, 6.März. Wie Reuter aus London meldet, sprach bei Lloyd George eine Abordnung der bri» tischen Handelsma'rosen vor. Ihr Sprecher er­klärte, datz beinahe 7000 Seeleute ermordet worden seien. Die Gesamtzahl der durch deutsche Untersee­boote ums Leben gekommenen Seeleute betrage über 20000. Außerdem sei eine große Anzahl infolge schlechter Behandlung in den deutschen Gefangenen­lagern gestorben. Lloyd George antwortete, daß die britischen Delegierten in Paris £en Auftrag hätten, eine volle Schadenersatzvergütung von Deutschland zu fordern; hierin seien auch die Schadenersatzansprüche für die Hinterbliebenen der Seeleute mit inbegriffen. Deutschland müße h erfür zahlen und diese Forderung solle der allgemeinen Kriegsentschädigung vorangehen. (Eine große Menge von F.agen stt aufgeworfen wor­den, wie Deutschland die riesenhafte Kriegsentschädi­gung bezahlen könne; aber ohne Rücksicht barau werde zweifellos der Schaden ersetzt werden, den die Seeleute erlitten hätten.

London, 5. März. (WTB.) Reuter. In einer in der Gesellschaft der Bankiers gehaltenen Rede

führte der Direktor der B ank von England zur Berlin, 6. März. Die Voilzngsver^ Frage der Kriegsentschädigung aus, daß eine ! sammlung der Arbeiter- und Soldatenräte hat Strafentschädigung ein schlechtes Geschäft fei. Es sei ! nuj Antrag der Unabhängigen den Beschluß ganz klar, daß ein wirtschaftlich zum Krüppel ge- gefaßt, den Generalstreik in Berlin auch machles Deutschland keine Entschädigung zahlen könne. , s f)ik>El<-ktriritäts- Gas- und Die Annahme, datz man eine Gewähr für den Frie- s E 0ie E l e l t r l S l t a t S uns un o

den habe, wenn man eine Ration zum Krüpvel mache, a JJ e rn? eJ e UNd d atz d te

sei ein Hirngespinst. Deutschland habe zweijellos in der Mehrheitsfoztalisten, ^ochdein dieser Vergangenheit England wertvolle Dienste im Schiff- j Beschluß gefaßt Worden war, den Saal Per- fahrts-.Dersicherungs-undBankwesen geleistet, aber wie I lassen haben mit der Erklärung, daß sie die-