Ausgabe 
6.11.1919
 
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SwiMngrrimddru-k u. Der lag: vrühl'schi llaiv.-Such- u. Steinöruderei H. Sange. Sdjnftleilttng, Seschästsftelle u. Druckerei: Schulftr. 7.

nenrposten gekämpft hritlb, scheinen die RcpuLli/ Caner den Sieg davon 8«: tragen.

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Admiral v. Reut r§ Protest an Lloyd Gorge.

Wie bereits gemeldet, plant die englische Regierung, den Admiral v. R e u t e r und eine Anzahl Offiziere, sowie Mannschaften, oie an der Versenkung der Flotte in Scapa Flow be­teiligt waren, in England zurückzuhalten und vor ein Gericht zu stellen. Auch die übrigen 120 Offiziere sollen nicht in die Heimat ent»

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sich in Widerspruch mit dem Votum der mili­tärischen Ratgeber yi setzen. Ein Gehen meiner Person würde an der Sache nichts geändert haben.

Auf den Hinweis des Ministers David, daß toerni der U-Boot krieg nicht verhindert werden konnte, er wenigstens hätte hinausgeschvben werden müssen, betonte Herr von Be t h ma n n-Ho l l- weg, daß eine Zwangslage nicht nur für ihn, son­dern auch für die Oberste Heeresleitung bestand, die der Auffassung war, daß eine siegreiche Beendi­gung des Krieges zu Lande ohne Hinzunahme des rücksichtslosen U-Bootkrieges unmöglich war. Auch sie stand also vor einer schweren Entscheidung.

Auf eine Frage des Abgeordneten Heile er­widerte Herr v. Bethmann Hollweg: Die Chancen des U-Bootkrieges waren anfangs 1917 natürlich viel größer als Mitte 1916. Die Zahl der U-Boote war beträchtlich gestiegen. Die Mit­teilung in der Depesche an Wilson von der tech­nischen Unmöglichkeit, die einmal ausgefahrenen U-Boote zurückzurufen, stammte von Admiral von Holtzendoft'i im Großen Hauptguartier.

"Der Schluß der Sitzung war wieder nicht öffentlich, da Angelegenheiten einer neutralen Macht zur Verhandlung standen. Nächste Sitzung Donnerstag 10 Uhr.

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Die Deutschen auf der Washingtoner Arbeitekonferenz.

Berlin, 5. Nvv. (WTB.) Ter aNa?meine deutichc Gewerkschaftsbund, der Gesamt­verband der christlichen Gewerkschaften und der Verband der deutschen Gewerkver­eine (Hirfch-Duncker) begrüßt in einem Funk­spruch an die Washmg-wner Arbeiterkonferenz die Zulassung der deutschen Vertreter mit gleichen Rechten und Pflichten. Tie deutschen Vertreter nürden an der Konferenz im Interesse der Gesarnt- arberterfefaft gern Mitarbeiten. Tie schweizerische Gesandtschaft tn Waftüngon bittet um umgehende Nachricht, nxinn die deutschen Vertreter in Ncwvorl emtreffen werden.

Republikanische Wahlsiege in Amerika.

Neuyork, 6. Nov. Nach einer Drahtung der Köln Zkg." erhielten die Republikaner bei den gestrigen Wahlen große Siege. Der Repu- blikaner C o o l i d g e , der sich geweigert hatte, die ausständigen Polizisten in Boston wieder in Dienst »u nehmen, ist mit einer Mehrheit von 125 Stim­men zum Gouverneur gewählt worden. In der Stadt Neuvork, die demokratisch war, eroberten die Republikaner die bedeutendsten Posten. In <

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Die Kämpfe in Rußland.

Helsingfvrs, 5. Nvv. lWTB.) Am Pei- pus-See und bei Pleskäu areifen die Bolsche­wisten wieder an. Tie En te n te flöt te be­schießt die Truppen des Obersten Vermont unter lettischer Flagge. Die Fortsetzung der Kon­ferenz der Randstaaten findet in Dor­pat am 9. November statt.

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Nr. 260

Ter Siebener Anzeiger erscheint töglich, außer Sonn- und Feiertags.

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popscheckronto:

Franksurl a. w. 11686

Bethmann-Hollweg führte weiter aus, er hätte selbstverständlich gewünscht, daß unser Friedens­angebot und die Wilsonsche Mion nicht durch andere Vorkommnisse des Krieges durchkreuzt wor­den waren, und fuhr unter starker Bewegung fort: Wollen nnr immer nur von eigenen Sünden imb vökkerrectLlichLN Anormalien sprechm, wo wir der völkerrechtlichen Anvrmalie gegen überfteben wie der Blockade durch England, wodurch unser Volk auf Generationen verelendet wurde. Nachiem schließlich die deutschen und österreichischen Frie­densbedingungen zur Sprache g^JJonnnen waren, wurde die Verhandlung auf Mittwoch, 10 Uhr, vertagt.

Berlin, 5. Nov. (WTB.) Zu Beginn der Sitzung verwies Graf Bernstorfs auf die Tat­sache, daß infolge der Absperrung Deutschlands sehr große technische Schwierigkeiten beftaydeu, um unsere Anschauung der Lage vor das amerika­nische Publikum zu bringen. Präsident Wilson wurde wiedergewählt unter der Parole, daß er das Land vom Kriege serngehalten habe. Unter der Oberfläche war verbreitet worden, daß Wilson den Frieden wiederherzustellen versuchen werde, womit sich fast die gesamte Preise ein­verstanden erklärte. Im Gegensatz mi Zimmer­mann, der erklärt hatte, daß die Ansicht bestand, die Wilsonsche Friedenspolitik stände unter eng­lischem Einfluß, sagte Gras Bernstorfs wei­ter: In Amerika herrschte, als Wilson mit der Aktion hervortrat, durchaus die Anschauung, daß sie unter deutschem Einfluß geschehen sei. Wäh­rend Englands ganze Politik darauf gerichtet war, Amerika in den Krieg hineinzuziehen, war mein Hauptziel, unter allen Umständen Amerika dem Kriege sernzuhalten.

Abgeordneter David fragt, aus welchen Gründen Staatssekretär Zimmermann annehmen zu können glaubte, daß die Friedensaktion Wilsons von England angeregt worden sei, und weiter wußte Hindenburg, daß die Friedensaktion Wilsons von der deutschen politischen Leitung angeregt worden war?

Hierauf bittet Konsul Möller, von der Er­örterung dieser Dinge in öffentlicher Sitzung abzn- sehen, da sie Vorgänge in neutralen Staaten be­rühren und leicht unrichtige Schlüsse möglich seien.

NaA der Wiederherstellung der Oessentlichkcit erklärte Graf Dernstvrff auf die Frage von Professor Dietrich Schäfer: Nach den Treibe­reien, denen Pvofefsvr M ünsterberg durch alle, englischen Elemente in den Bereinigten Staaten ausgesetzt worden war, ist Münster berg einem Schlaganfall erlogen, nadfcbem er gesellschaftlich und politisch boykottiert war.

lieber die Gründe befragt, warum Graf B e r n st o r f f nach seiner Rückkehr aus Amerika vom Kaiser nicht empfangen wurde, er FI arte B et h- mann-Dollweg il a.: Der Kaiser war voll­ständig von dem unterrichtet, was Bernstorfs mir gemeldet hatte, und da Bernstorfs selbst Vorschläge Über unser weiteres Verhalten gegenüber Amerika nicht zu machen hatte, lag keine Veranlassung vor, aus seinen soforttgen Empfang zu drängen.

Es folgte die Erörterung der Frage des r ü ck- sichtslosen U-Bootkrieges und der Gründe, die für die Reichsleitung dafür ausschlag­gebend waren.

Die weiteren Vernehmungen vor demUntersuchungsaurfchutz.

Wenn noch einige Zweifel daran bestan­den, daß uns im Kriege die staatsmännische Leitung fehlte, und unsere politischen Autori­täten den außergewöhnlichen Anforderungen in keiner Weise gewachsen waren, so sind sie durch die weiteren, besonders die gestrigen Aussagen des früheren Reichskanzlers von Bethmann Hollweg beseitigt worden. Er stellte sich und seinem Amte gestern selbst ein offenkundiges Armutszeugnis aus. War schon vorher die Pfuscherpolitik des früheren Staatssekretärs Zimmermann durch dessen Aussagen grell ans Tageslicht getreten, aus Ängst oder Besorgnis vor einem Ver- nnttlungsversuch Wilsons war das deutsche Friedensangebot vom 12. Dezember ganz und gar nicht vertretbar, so wurde danach auch Licht verbreitet über die Schuldumstände, denen wir den scharfen U-Bvotkrieg ver­dankten. Bethmann Hollweg nahm die vrlle Verantwortung auf sich; er erklärte, er hatte auch heute noch seine Handlungsweise für richtig. Seine Logik ist dabei ungefähr die: die Verteidigung zu Lande war in Bedräng- x nis, konnte allein nicht fertig werden, die militärischen Oberbefehlshaber dräng'en auf Unterstützung und waren für den U-Boot- krieg, wir Politiker in der Regierung hatten keine rechte Autorität und wußten keinen politischen Ausweg, es war auch nicht zu erkennen, daß ein Nachfolger im Kanzler­amt die Gefahren zum Guten hätte wenden können: also mußte und durfte ich den U-BovtVrieg vertreten und Kanzler bleiben.

Warum aber waren wir zu einer so harten Entscheidungsstunde überhaupt ge- komneen? Weil die Oberste Heeresleitung immer in ein politisches und staatsmänni­sches Nickis hatte schauen müssen. Wir wissen es ja, wie der leidige Meinungsstreit über den U-Bootkrieg Deutschland lahmge­legt und draußen bloßgestellt hatte. Herr v. Bethmann Hollweg entschied sich, als er mußte. Er hätte al)er rechtzeitig Entschei­dungen finden müssen, die der Klugheit und staatsmännischen Initiative entsprachen.

Berlin, 4. Nov. (WTB.) Im weiteren Verlause seiner Vernehmung führt-' Bethmann Hollweg d'S näheren aus, da r ihm au > der Be­treibung unseres Friedensangebotes und der gleich­zeitig laufenden Betreibung unserer Fricdens- aktion ein Vorwurf des Doppelspiels nicht gemacht werden könne. Es hätte nur geschehen können, wenn er, während er die Wilsonsche Friedensaltion betrieb, gleichzeitig an dem U-Boot- Krieg gearbeitet hätte. Das tat er aber nicht. Er richtete im Gegenteil seine ganze Arbeit daraus, den drohenden U-Boot-Krieg durch Herbeiführung einer rechtzeitigen Friedensaktion unmöglich zu machen. Zur Gegenüberstellung des Grasen Bern­storfs und des früheren Reichskanzlers kam eS bei der Frage des Sachverständigen, Prof. H ö tz s ch, ob Botschafter Gerard über die Absichten seiner Regierung nicht genügend informiert gewesen fei. Hierzu erklärten beide übereinstimmend, daß Ge­rard auf diese Frage mit einem gewissen Ton des Vorwurfs gegen ferne Regierung sagte: Ich habe 'einerlei Information. Die Verhandlung wandte sich dann der Vernehmung des Staatssekretärs a. D. Zimmermann zu.

Vorsitzender W a r m u t h: Nach Mitteilung derVossischen Zeitung" erflärten Sie in einer vertraulichen Besprechung mit der Presse, daß wir unser Friedensangebot vom 12. Dezember erlassen hätten, um der Aktion Wilsons zuvorzukommen.

Zimmermann: Es ist mir sehr wohl er­innerlich, daß ich eine derartige Bemerkung machte. Ich habe mich dabei wesentlich von innerpoli- tischen Erwägungen leiten lassen. Es kam mir daraus an, daß die deutsche Presse und das deutsche Volk möglichst geschlossen hinter die Mion der Regierung treten möchte. Nur zu diesem Zwecke bediente ich mich damals dieser Wendung.

Aus weitere Fragen des Abg. Gothrin und des Reicbsministers Dr. David erklärte Zimmer­mann, daß er dem Friedensschritt Wilsons den Vorzug gegeben hätte, daß Wllson aber so lange zögerte und sich daher nicht wundern konnte, wenn wir uns zu einem eigenen Schritt entschlos­sen. Tie Ausführungen, tne er vor der Presse­konferenz machte, entsprangen lediglich taktischen

Die Regierung gegen politischen Generalstreik.

Berlin, 5. Nvv. (WTB.) Von der Regie» rung sind besondere Maßnahmen beabsichtigt, mn jeden Versuch ei es politischen Ge-- neralstreiks im Keime zu ersticken.

Berlin, 5. Nvv. (WTB.) Eine Versamm­lung der gesamten Funttionäre bet sozialde­mokratischen und demokratisch enFrak- Honen sprach sich heute einstimmiggegen den van den Unabhängigen und Kommunisten prova- mierten Generalstreik alis nno forderte die Arbeiterschaft auf, fick entfetifoffcn hinter die be­rufenen Körperschaften (Genxwkscknstsbund und ParteivorstLnde) zu stellen und lediglich nach deren Pawle zu handeln.

Berlin, 5. Nvv. (WTB^ Die Reichs­regierung und bie preu hi s che Regie­rung erlaben einen Aufruf an das Volk, in dem es ausgofordert wird, dem von den Berliner Radikalen proklamierten politischen Gene­ra l st re i k entschiedensten Widerstund zu leisten. Tas Volk wolle Ruhe, Friede, Ordnung uni) Bwt und werde sich in seiner überwiegenden Mehrheit gegen jene Elemente wtthren, die es noch tiefer ins Unglück Uhren wollen. Negierung werde Leben und Gesundet von0 Millionen Deutschen mit Aufbietung aller Kräfte schützen.

Revolutionsjeier in München.

München, 5. 3ioö. (WTB.) Die Betricks- räte Münchens beschlossen, die Revolutions- feier am Samstag durch Arbeitsruhe zu begehen.

Annahme von Hnjtigen f. bie iagwiuunmer bis zum Nockmiltag vorher ohne jkdeBrrbmdtickkeit Preis für l mm höh« für An teigen u.34mm Breite örtlich 15 tzi.auSivärts 18 'BL, für iNetlame- angeigen von 70 mm Crene 48 Pf. Bei Platz- voi IckrinA)", ..Ackscklag. Hauvtschriirleuer: A»g. Goen. BeranlivortUch für Politik: Ang- Goetz, für ben übrigen teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Aiizeigeulerl: y. Beck; fämtli'h in Gießen

Einschränkung öes Reiseverkehr;.

Köln, 6. Nov. 9Bie dieKöln. Ztg." erfährt, sollen nach dem 15. ucovember im unbes.etzten Gebiete nur solche Personenzüge fahren, tne im Interesse des Wirtschaftslebens unbedingt nöttg sind. Arn besetzten Gebiete verkehren bte inter­nationalen Sstürellzüge in der Werse, daß täglich je ent Zug lauf den Hauptstrecken fährt. Die übrigen Züge werden auf ein Viertel der jetzigen Zahl ver­mindert. Nach dem 1p. November wird auf un­bestimmt lange Zeit eine Rationierung der Fahrkarten ringt führt, das heißt, es werden iebeSmal nur soviel ^Fahrkarten verkauft, bis der betreffende Zug gefüllt ist.

Ans frem Reiche.

Neuordnung der Erwerbslosenfürsorgr.

Berlin, 4. Nov. Der Ncichsarbeits- minister hat eine Verordnung erlassen, durch die die Reichsverordnung für die Erwerbs­losenfürsorge in wesentlichen Punkten abgeändert wücd. Die Verordnung bringt die näheren Beftimmungen über die Winter­beihilfen für besoridecs bedürftige Erwerbs­lose in den großen Städten. Sie enthält weiter die ersten Bestimmungen über die produktive Erwerbslosenfürsoi:ge. Der Reichsarbeits- Minister wird ermächtigt, Maßnahmen der Gemeinden, die eine Entlastung der Ecwerbs- losenfürsorge bezwecken, zu unterstützen. Es wird ferner bestimmt, daß die Erlernung eines neuen Berufs durch Zuschüsse aus den Mitteln der Erwecbslosenfücsocge erleichtert werden kann. Auf der anderen Seite bringt die Verordnung eine Bestimmung, durch die der Reichsminister der Finanzen ermächtigt wird, Gemeinden, die den zulässigen Höckistsatz der Erwerbslosen^'ürsocge überschreiten, die Reichsbeihilfe zu entziehen. Die Verordnung stellt den ersten -Schritt zu der gründlichen Durcharbeitung brtr Neichsverordnung über Erwerbslosenfürso rge dar, die von der Reichs­regierung im Eint«rnehmen mit den Landes­zentralbehörden beabsichtigt wird. Die ein­schlägigen Fragen sind am 23. Oktober in einer Konferenz der Landesregierungen er­örtert worden. $n dieser Konferenz ist zu­gleich eine Einignng über Maßregeln erzielt worden, durch die die einheitliche Durchfüh­rung der Reichswerordnung, insbesondere die Beschränkung dec Fürsorge auf den Personen-^ kreis, für den' sie bestimmt ist, gesichert wer­den soll.

Streik der VErlinrr Straßenbahner.

Berlin, 5. Nov. (WTB.) Die Funktionäre der Straßenbahner beschlossen, morgen früh zur Unterstützung ber Metallarbeiter in den Ausstand zu treten Die Haltung der Straßen­bahner soll jedoch geteilt sein.

Ein Stveik in Mannheim.

Mannheim. 5. Nov. (WTB.) Die An­gestellten der Mannheimer Metalllndustrie lehnten den Schiritsspruch des Schlichtungsaus­schusses ab und stimmten mit großer Mehrhrit für den Streik, der schon morgen beginnen wird.

Hu; dem besetzten Gebiet.

Birkenfeld.

N e u j e r s e y siegten die Republikaner mit einer kleinen Mehrheit. Kentucky war früJ>-*r auch demo­kratisch. In Maryland, wo heftig um den Gouver

LlohdGeorgeproteftiert. DerTägl. Rundschau" zufolge lautet der Bries:

Ich erfahre soeben, daß ich, Kapitänleuttrant Weinick und Oberleutnant zur See Schilling, latoie sechs Mannschaften der deutschen intenurten Flotte in Scapa F^'ow an dem allgemeinen Abtransport C*r Kriegsgefangenen von dem Lag'r Tonmng- ton Hall nach Deutschland ausgesckK)s>en sind. Ich schließe aus d-.eser Tatxtdye, daß ein gleiches Ber­ühren auch mit den übrigen Offizieren und Mann­schaften der mternrerten Flotte geübt werden nrirb, Ties würde bedeuten euren Bruch des von der englischen Regierung gegebenen Bersprschens, die deutschen KriegsgefMigenen schon vor der Rati­fizierung des Friedens durch drei Mächte zu rr- Patrrieren. Ich lege gegen diese Ausnabmebehand- lung, die der Rechtsgrundlage, der Billigkeit und Menschlichkeit entbehren nrü de, Pvüest ein. Ich begründe den P r.est mit nach'zolgeiüem:

1. Wie die Vertreter der Entente laut Prefft- nachrichten selbst zugegeben haben, war die Inter­nierung der deutschen F.ottr ein Fehler. Dieser Fehler kann weder mir noch meinen Offizieren und Mannschaften zum Borwuri gemacht werden, noch ist es billig, für diesen uns büßen zu lassen.

2. Die englische Regierung hat mich in Seapa Flow trotz meines Protestes derartig von der deut­schen Regierung abgeschlossen, daß ich schriftliche Nachrichten erst nach etwa drei Wochen und Tele­gramme erst nach mehrtägiger Verzögerung, sofern die englische Zensur sie überhaupt durchlassen wollte, erhielt. Die englische Regierung hätte wohl loyalerwrise mich' unter diesen Umständen von dem Gang der Friedens- und Wasfmstiklstandsverhand- lungen aus dem laufenden halten müssen. Mir ist durch Bestimmung vorgeschrieben, daß ich als See- bcfehlshaber verpflichtet bin, wenn ich ohne Nach­richt von der Hrimat bin, in Fällen der Not oder des Krieges selbständig zu handeln, wie es der Nutzen des Staates und oie Ehre der Marine ver- langt. Durch die mir offiziell zugestellten englischen Zeitungen, die offizielles Material enthielten, wurde ich bei dem Ausblläben von Nachrichten von der deutschen und englischen Regierung gezwungen, meiner Vorschrift entsprechend, selbständig zu handeln.

3. Aus der m der engltftgett Presse enthal­tenen Ablehnung der deutschen Gegenvorschläge zu dem Friedensvertrage wußte ich den Wiederaus­bruch *be5 Krieges annehmen, da der deutsche Reichskanzler in der Nationalversammlung aus­gesprochen hat, daßihm die Hand verdorren müßte, iveim er den vorliegenden Friedensvertrag unterzeichnete". Nach der allgemein gegebenen Be­stimmung für deutsche Seebefehlshaber, wie sie wohl analog auch für englische Seebefehlshaber gegeben sein dürfte, dürfen eigene Schiffe wahrend des Krie­ges nicht in die Hand des Gegners fallen. Dem­entsprechend war ich v-erpfli«Äet zu dem einzigen Ausweg, der mir blieb, die deutschen Schiffe zu versenken.

4. Wenn auch meine Auffassung, daß der Krieg wieder ausgebrochen ist, sich später als irrtümlich herausstettte, so habe ich doch unter dem Gefühl und der Ueberzeugung, daß wieder Krieg sei, ge­handelt. Ich und ebenso meine Untergebenen können baber nicht außerhalb der allgemeinen Kriegsgebräuche gestellt werden. Da man uns zu Kriegsgefangenen erfiärt und uns die Unbilden der Gefangenschaft auferlegt hat, fo ist es jetzt unbillig, uns nun die Wohltat der Heimsendung der Krugsgesangenen vorzuentha'tn.

5. Die 14 genannten Tatsachen sind ge­eignet, in uns, die wir nur unsere Pflicht getan haben, das Gefühl zu bestärken, daß wir nicht nach Recht und Billigkeit und nach Kriegsgebrauch be­handelt werden, sondern einem grausamen Rache­gefühl zum Opfer gebracht werden sollen.

Ich ersuche daher, die mit uns gemachte Aus­nahme aufzuheben und die Repatriierung von mir und den Offizieren und Mannschaften der deut­schen internierten Flotte in Scapa Flow anzu- ordnen."

Herr von Bethmann-Hollweg erwi­dert hierauf: Zu Anfang 1917 lag die Ueber­zeugung der müitärischen Stellen vor, daß ohne den rücksichtslosen U-Bootkrieg der Krieg nicht zu einem guten Ende geführt werden könne. Für mich lag die Ueberzeugung vor, nichts in Aussicht stellen zu können, daß ich den Krieg in anderer Weise beenden werde. Da mußte so erklärte Herr von Bethmann-Hollweg mit Stimme die Entscheidung gefällt werden. Ich bin auch heute der Ansicht, daß ich recht handelte, wenn ich dem Kaiser nicht raten zu können glaubte.

Erster Blatt 169. Jahrgang Donnerstag, 6. November 1919

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Erwägunaen. lieber diese Frage wurde Verlags- direkwr Georg Bernhard vernommen, der unter Eid aussogte, er habe bei.der Frage der ftaglichen Prefsebesprcchung den Eindruck gewonnen, daß der Staatssekretär der Auffassung war, daß aus irgend einem Deutschland ungünstigen ©runde Wilson eine Friedensaktion vorhabe und daß wir, um diese zu verhindern, das deutsche Friedensangebot machten. Erst später, nach der Rückkehr des Grafen Bernstorfs, erfuhr er, daß auf unsere Veranlassung hin Wilson eine solche Friedensaktion vornehmen wollte. Er war dann auf das höchste erschreckt über den Doppelsinn der Mittrilung des Staats- sriretärs. Die Sprache kam dann auf die Depor­tation der belgischen Arbeiter. Hier etüärte sowohl Zimmermann wie Beth-

-E-N. sondern bis zur Erledigung des ®°> unerwünscht war. Sie wurden aber als mili- rrchlsversahrens m Donnrngton Hall zmam- rärifäe Notwendigkeit begründet, um das Hürden- mengezogen werden. Adnrcical v. Reuter hat Nafl-^togramm aussühren m können. ' gegen dieses Verfahren in einem Briefe an

Birkenfeld, 6. Nov. Wie dieKöln. Volksztg." mettet, hat das Mißtrauens­votum, das d»er Regierung bei den Wa tz- len zur Landesvertretung erteilt wurde, den Präsidenten der Republik veranlaßt, Birkenfeld zu verlassen. .... ______________ I Sicherem Vernehmen nach wird er nicht mehr

deftig um ben Gouver-'in die Residenz zurückkehren.

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