fetten -wissen 10'/$ und 11 Uhr morgens ging die englische Kavallerie in weUicher Richtung surück und räumte die Teile von Nazareth, welche sie vorher in Besitz genommen hatte.
r* Der M^ig dos grössten Teiles des Oberkom- tnarites hatte sich während dieses Kampfes auf ter Straße nach Tiber ms vollzogen, welche merkwürdigerweise vvin Feinde sreigelasfen worden war. während alle anderen AuSgänge von ihm besetzt waven ober unter dem Feuer seiner Maschineu- öeroebre lagen.
I ch persönlich, mit dem Chef des General st abes und meinen deutschen Adjutanten, binbei unserenschwachen Tru ppen in Nazareth verblieben.
Wir baten Nazareth erst gegen 1 Uhr nachmittags verlassen, nachdem die Engländer bereits vor mehr als zwei Stunden abgezogen waren, und nachdem der Abmarsch der allerletzten Teile des Oberkommandos und seiner Bedeckung, auf Tiberias begonnen hatte. Keinerlei Truppen verblieben nach uns in Nazareth.
Tas Oberkommando wurde nach Damaskus verlegt, ich mit den vorher^enannten Offizieren ging Mod) vorn, zuerst nach darnach, dann nach Dcraa.
Dies ist der tatsächlich: Hergang!
Die englische Darstellung beruht, soweit wir urteilen können, auf der Aussage einer deut- schoir Krankens chwe ste r, welche die Engländer im Hotel Germania in Nazareth gelangen hielten, bis sic ihren Rückzug antraten.
Sie wurde befragt, wo ich sei, und antwortete, um die Engländer zu täuschen, ich sei bereits am Tage vorher nach Damaskus gefahren.
Der Geistesgegenwart der Krankenschwester macht die Antwort alle Ehre, aber als kriegsgeschichtliche Unterlage dürste sie sich kaum empfehlen.
3. September 1919.
Liman von Sanders, General der Kavallerie.
Der rumänische Einspruch.
Varis, 5. Sept. (Wolff.) Die Verfügungen des Obersten Rates der Alliierten bezüglich Rumäniens wurden auf die Mitteilungen öer rumänischen Unterhändler in Paris, die ter Konferenz mitteilten, daß die rumänisch Regierung die Noten des Obersten Rates nur aus ten Zeitungen kenne, gründlich abgeäntert. In ter Zusammenkunft am Donnerstag morgen nahmen die Vertreter ter Großmächte Kenntnis von einer Note des Vorsitzenden ter rumänischen Delegation, mit der er den Obersten Rat benachrichtigt, daß er am Mtttnwch nachmittag ein Telegramm von Mratianu erhalten habe, in dem dieser erklärt, daß er bis zum 31. August keine ter vom Obersten Rat an Rumänien gerichteten Noten »rhalten habe und deren Inhalt nur ans den radiotelegraphischen Zeitungsauszügen kenne. Bra- tianu fügte in seinem Telegramm hinzu, daß er die Depesche tes Vorsitzenden ter Delegation er» 'halten habe, die ihm anzeigte, daß ter Oberste Rat beschlossen habe, den Transport von Waffen und Kriegsmaterial nach Rumänien zu verbieten. Der runüinische Ministerpräsident bat Mischu, den Obersten Rat auf den gefährlichen und verterb- lidteit Charakter der gegen Rumänien angewandten Politik aufmerksam zu machen. Vratianu erklärte: Die rumänische Regierung ist davon überzeugt, baß sie ter Sorte ter Alliierten einen außer- orbcutnclwn Dienst leistete, intern sie den Bolschewismus in Ungarn niedertämpste. Die ^Rumänien auf erlegten Bedingungen, die keine Rücksicht auf die Opfer an Menschen und Material nehmen, haben zur Folge, daß die rumä- inische Regierung die Vorteile in Betracht ziehen muß, die sie hätte, wenn sie ihre Truppen hinter den Dnjesterzurückziehen würde und j<g- litte Veranttvortung ablehnen würde für den Zustand der Verwirrung, in beit dieser Teil Europas durch die Mißhclligleiten zwisck)en den 9ieaTtio= naren, ben Bolschewisten und den Royalisten ge- raten ist.
Aus dem Reiche.
Vorbereitung neuer Reichsgesetze.
Berlin, 5. Sept. (WTB.) Tie Abend- blal ter melden: Tas Reichsmini st erium tes Innern ist zur Zeit mit ter Vorbereitung einer gwßen Anzahl neuer Reichs gesetze beschäftigt, die durch, das Inkrafttreten ter neuen Reicks- persassung nahoenbtg geworden sind. Tie wichtigste ist das Neichswahlgesetz, das nach den Artikeln 22 und 125 der Verfassung vorbereitet werden muß. EH wird Besttmmungen fiter die Wahl tes RKchsprasitenten, ferner Bestimmimgen fiter die Volksabstimmungen bei ter Neuordnung von Staatsgebieten, ferner Bestimmungen über.Volksbegehren und Volksentscheid umfassen. Ferner wird ein (tesetzentwurs fiter den Staatsgerichtshof vorbereitet. Ein weiteres Reichsgesetz dient zum Boll-' Aug des Artikels 12 Llbfatz 3 ter Verfassung, wonach tn Zweifels fällen darüber, ob die lantesrecht- Liche Vorschrift mit ter Reichsgese tzlich-.'rt vereinbar -ist, die Reichstehörten die Entscheidung tes obersten Gerichtshofes tes Reiches anrusen dürfen. Auf Grurcd tes Artikels 31 ter Verfassung wird ein Gesetz über das Reichsverwaltungsgericht für das Deutsch« Reich nottvendig, ebenso ein besonderes Gesetz fiter die Entschädigung ter Reichttagsmit- glieter und ihr Freifahrts reckst. Tas Reickrsteam- tengesetz ist ter neuen Versassung tmzupassen, ebenso sind die Reck)te ter öffentlichen Beamten zu regeln, die nicht Reichckteamte sind. Ein Gesetz über das Einschreiten der bewaffneten Macht im Falle von Tumulten und Unruhen nach Artikel 48 der Verfassung ist in Verbindung mit dem Reid-sw-hnninisterium und dem Reickismsri,Ministerium gleichfalls in Vorbereitung. Weitere Gesetzentwürfe behandeln die Reichs- und Staatsange- börigkeit, die Freizügigkeit und die dazu gehörigen Staatsverträge sowie endlich das Auswanderungs- Wesen. Bei Artikel 118 Absatz 2 ter Verfassung ist die Frage zu Müsen, ob das Lichtspielwefen und die Lichtspielzensur vorerst ter Lantesgeseygebung überlassen oder gleich durch die Reichsgesetzgebung geregelt werten soll. Ferner »verten Gesetze vorbereitet über die Schund- und Schmutzliteratur, ten Jugendsckmtz bei öffentlichen Schaustellungen und über ZIvan gsmaßnahmen gegen die Verwahrlosung ter Jugend, schließlich Grundsätze für die Regelung tes Berhäitnisses zwischen Volksschule und Aisligionsunterrickst. Im Reichsministerium tes Innern ist unter Leitung des Unterstaatssekretärs Sclmlz eine besondere Abteilung errichtet, die sich aus'clstießlich mit den kulturpolitischen Ausgaben des Miniswriums zu bcsafsen haben wird.
Die Vereidigungen auf die Verfassung.
Berlin, 5. Aug. (WTB.) Wie die Abendblätter melden, ist die V e r e i d i g u n g der Beamten in den ReichSzentralbehör- de:> bereits zum größten Teile erfolgt. Auch 'n den Nachgeordneten Dienststellen leistete be
reits eine große Anzahl von Beamten den Eid auf die neue Verfassung. Tie Vereidigung der Truppen steht unmittelbar bevor.
Ein polnischer 9lmib.
Berlin, 5. Sept. (WTB.) DK polnischen Behörden beschlagnahmten aus Beständen ter Neichsbanknebenst. He in Hohen salza Reichs- banfnoten zu 50 Mk. vom 20. Oktober 1918 wkcr- rechtlich. Dis Noten waren von ter Nebenstelle durch Aufdruck tes Dicnstsbempels besonders kenntlich gemacht. Mit Rücksicht hieraus wurden sämtliche Nrichsbanlanst alten angewiesen, bei Vorkommen solck)er Noten die Einlieserer fcstzu stellen und ben Be trag einstweilen nicht auszuzahlen, sondern die Noten zur weiteren Ent- scherdmrg an bas Rrickisbankdirekiorium Berlin cin- zusenten. Dem Publikum Eaim teshalo nur emp oh- len werden, die Armahme terarnger mit dem Dienststempri versehener Noten zu verweigern.
Ausstand des Postanshtlfsperfonal» in Bochum.
Bochum, 6. Sept. Nach dem „Berl. Lok.- Anz." ist das Po st aushilfspersonal wegen Genöhrung einer Beihilfe nur an die festangestellten Beamten in den A u s sta u d getreten.
Aus Hessen.
O Friedberg, 5. Sevt. Eine Kreis- organisativn der Deutschnationalen Volkspartei wurde hier gegründet, die sich Kreisverein ter Hessischen Volkspartei (Lantes- Dcrbanb d^r Deutschnationalen VolPspartei) für den Kreis Friedberg nennt. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Geh. Rat Jäger , Butzbach) und zwei früheren Führern ter Demokratischen Partei des Kreises, Seminarlehrer Leuchtgens (Friedberg) und Rechtsanwatt Dr. Büchner (Bod- Nauheim).
Aus dem besetzt!« Gebiet.
Der Ludwigshafener Fall.
Berlin, 5. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung der „Vossischen Zeitung ist die letzte der im Zusammenhang mit den Vorgängen in Ludwigshafen verhafteten Personen, der Postbote Fuhrmann, aus der Haft entlassen worden. Damit ist die Gefahr des drohenden Generalstreiks beseitigt. Die Vorgänge auf dem Hauptpostamt forderten nun auch ein zweites Opfer. In der letzten Nacht ist im Krankenhaus in Ludwigshafen der Postschaffner Funk seinen Verletzungen erlegen.
Politische Versammlungen in der Pfalz.
M annheim, 5. Sept. (Wolff.) Die Pfalz-Zentrale meldet: Am 4. September fand in F r a n k e n t h a l die erste große öffentliche politische Versammlung statt, zu der sämtliche Parteien eiageladen hatten und die einen gewaltigen Besuch zu verzeichnen hatte. Der mchrheitssozialistifche Abgeordnete Profit hielt das große politische Referat über die pfälzische Frage und sprach in diesem oas Todesurteil über die Loslösungsbestrebungen der Haas und Genossen aus, die er zum erstenmal öffentlich als Hoch- und Landesverräter bezeichnete. Wenn der Redner auch die französischen Besatzungsbehöcden nicht nannte und sich in dieseut Punkte strengste Zurückhaltung auferlegte, so fühlte doch jedermann heraus, daß die Hochverräter in der Pfalz niemals eine Rolle hätten spielen können, wenn nicht höhere Kräfte hinter ihnen gestanden hätten. Möglicherweise bedeutet diese erste genehmigte politische Versammlung eine Abkehr der Franzosen von ihrer bisherigen Politik. Die Vertreter sämtlicher anderer politischen Parteien sprachen sich in gleichem Sinne aus. Alle Redner endeten damit: Gebt- den Pfälzern Rede- und Versammlungsfreiheit, laßt sie ihre politischen Angelegenheiten selbst erledigen, dann wird auch wieder Ruhe im Lande em- treten!
Eine Resolution in diesem Sinne wurde von den Tausenden von Versammlungsteilnehmern einstimmig angenommen. Am nächsten Sonntag finden ebensolche Versammlungen in Speyer und Neustadt a. d. H. statt, denen sich solche in Zweibrücken, Kaiserslautern, Pirmasenz und Landau anschließen werden.
Englische Humanität.
Berlin, 6. Sept. Ans Büren im Rheinland wird der „Voss. Ztg." gemeldet, daß das englische Militärkommando an einem Tage fünf führendeMürger zu drei bis fünf Monaten Gefängnis verurteilt hat, weil sie eine englischeNegiments- sahne nicht gegrüßt hätten.
lürcbe rrnd Schule.
** Gründungeiner Arbeitsgemeinschaft der höheren Lehranstalten Hessens. Am letzten Samstag wurde in Frankfurt a. M. eine Arbeitsgemeinsckfaft der Direktoren ter höheren Lehranstalten Hessens gegründet. Der Eiilberuser ter Versammlung, Oberrealschuldirektor Hensing (Offenbach) tegrüntete in seiner Begrüßungsansprache die Notwendigkeit tes Zusammen,"chlusst^s ter Direktoren, legte dar, daß ein Zusammenarbeiten mit dem hessischen Oter- lehrerverein erstrebt werten solle und führte eine Reihe von Fragen auf, die bet Bearbeitung in ter Ineuen Dircktorenveveiuigrmg würdig seien. Die Satzungen geben als Zweck ter Arbeitsgemeinschaft an: 1. Wahrung der bienftlid>en Stellung und ter wirtschaftlichen Verhältnisse der Direktoren ter hötreten Schulen Hessens; 2. Erörterung und Be- schlußsassung fiter Vetsassungsfragen tes höheren Schulwesens; 3. Etörlerung und Stellungnahme zu Erziehlmgs- und Unterrichtsfragen. Aus Vorschlag ter Ofsonbackicr Direktoren wurde ter Vorstand gebildet ans Geh. Schulrat Dt. Dorsekd zu Darmstadt (Vorsitzenter), Tirektor Dr. Schnell zu Gießen (stellverlr. Vorfitzenten und Direltor Dt. Keller zu Michelstadt (Sdnstft- und Kassen- führet). Nach einer Anregung des Direktors Dt. Seitenberger zu Bingen über Gleichstellung ter Realsckmldirektotcn mit ten Direktoren ter Vollanstalten erstattete Direktor Hensing einen Bericht über „Das Verhältnis von Direktor und Lehrkörper'". Es folgte eine sehr anregende Aussptackie, nach ter folgende Lettsätze angenommen wurden:
1. nt in» «wanicher Aussichtsteamker
in erster Linie Vertrauensmann ter Regierung und trägt ihr gegenüber im Rahmen der Tienst- anweisung die Verantwortung für ten artmtuig^ bemäßen Zustand der von ihm geleiteten Schule und die Durchführung ter geseylüchen Berord- imntgen und Verfügungen. 2. Sollte ein Mit- bestimniungsrecht bei Ernennung der Tircftoren hi trgenbroeldier Form verfugt werden, so betradjten wir es als sellcktverständlich, daß die zurzeit im Amte befmbluben Direktoren hiervon nicht betroffen wetten. 3. Die Dienstanweisung vom 15. Juni 1911 regelt Rechte und Pflichten tes Direktors und des Lehrkörpers und gesteht dem Lehrkörper in allen wichtigen Fragen bet Schulverivattung einen Einfluß zu, ter zeitgemäß erweitert wetten kann, so- loeit es ohne Schaden für die Schule im ganzen möglich ist. 4. Tie Atbeilsgemcinschast ter Direktoren ter höheren Lehranstalten Hessens hüll an dem Vorschläge der Regierung fest, den Direktoren eine selbständige Vertretung im Landes,'chrrlteirat zu fidjern, und erhebt Einspruch gegen jeten Versuch, von nxlchet Seite er auch komme, diese Vertretung zu beschränken durch eine Bestimmung, nach ter die Vertreter ter Lehrerschaft durch die Beruss- vereine, und zwar Leiter, Lehret und Amoärtcr ungetreiiHt, gewählt wetten sollen.
prooinzialtagswaht.
Vorläufiges Ergebnis.
Ta besonders aus den Kreisen Büdingen und Friedberg verschiedene Einzelergebnisse ausstehen, können nachstehende Zahlen noch eine Verschiebung erfaßen:
U. 5. P. 5945 Stimmen
Deutsche Volkspartei 5850 ,
Demokraten 4622
Sozialdemokraten
Verbundene WahlvorschlLge der Deutsch-nationalen und des Bauernbundes:
Liste Brauer
„ Mogk
„ Helmolt
„ Schneider
, Lellarius
19869
3258
3536
7643
7751
4217 26407
62693 Stimmen
Hiernach werden sich die 35 Sitze zum Prooinzial- tag wie folgt verteilen:
Vereinigten Listen 15
war, bäufte ifltb schloß mit einem Hoch auf Me Stadt Gicßcn. Tas Schlußwort sprach Pros. Dr. Henneberg, und man tomtte wahrnehmen, daß der Abend den Heimkehrern einige schöne Stunden gebracht hatte.
** Der Landesverband Hessen bet ehemaligenKriegsgefangenen hielt am Sonntag in Tarrnstaöt einen Bcrttetertag ab. Etwa 35 Gemeinten des Freistaates Hessen hatte»' Delegierte geschickt. Nachdem Herr B öl kn et (Offenbach) Zweck und Ziel ter Vereinigung dar- gelegt batte, hielt Herr Jockel (Gießen) cinctr Vortrag über die finanzielle Abfindung ter Kriegsgefangenen bei ihrer Rückkehr in die Heimat.
,** B e s i tz w e ch s e l. Tas Haus, 2amm* straße 31, bisher dem Kliniksverwal'.et Emil Kin- k i l zu Gießen gelwrig, ging für ten Kaufpreis von 28 000 Mk. an Postboten Heinrich Seipp hier, über.
** I m Schwarz-We i ß-Lichtspielv wird ab heute bis einschließlich Montag ten 8. Sevtemder das Sensations- Filmwcrk „Das Gru- bengeheimnis" nach einem in Ungarn spielenden- Roman von Mar Bemperton in achc Kapiteln und zwei Abteilungen gegeben. Ter gewaltige Aufwaick- an Lollsmewie uw) die Tatbiekung sck-öner ungarischer Laidschaftsb.lder stellen ten oilm hi Eünü» le tischet Beziehung in die erste Reihe. Außerdem wird noch das Lmtspiel „Ter Zauberer von Gtmt- bclfing" aufgefübrt.
Kreis «ksfew.
Up. Ruppertenrod, 5. Sept. Vorgestern tourte ter hier geborene Scheck verwaltet Adam R e i l e r zu Grabe getragen. Ter Tod erlöste ihn von einem schweren Gchimlcitem, das ihn schon vor zehn Jahren befallen hatte.
Kreis Schotten^
uv. Ulrichstein, 5. Sevt. Tas Postauto hat seine Fahrten nach Mücke und zurück dem Zugverkehr angepaßt. Vom 9-Uhc-Zug von Gießen holt ter Wagen führet die Briefe und Zeitungen und bringt sie mit tem Falnrad über Ruppertenrod liierter. Nachmittags fährt er mit tem Rade wieder nach Mücke zurück, um von hier mit tem Pvstcucko an den, letzten von Gießen, tommrnten Zug anzuschließen. Tas Postaulo mach, jey s ine Fahrt zwi,'ck>'n Allicke und Ulrichstein wegen Mangel von Betriebsstoff nur einmal, während das anfangs zweimal gesck-ah.
Kreis Friedberg.
Sozialdemokraten 12
U. S. P. 3
Deutsche Volkspartei 3
Demokraten 2
Xus Stadt und Land.
Gießen, ten 6. Sept. 1919.
Nnser neuer Roman
beginnt in der heutigen Nummer rmseres Blattes. Alle unsere Leser und Leserinnen, die an öem letzten Roman Ragna Svendburg von Anny Wothe Wohlgefallen fanden, werten auch den neuen Roman von Erid) Eben stein „Das Glück der Andern" mit tem gleichen Eifer und tem gleichen Interesse lesen. Denn es werden hier in /pannentet Form die Faden verfolgt, die fick) zwischen zivei verschiedenen Gesellschaftsschichten schlingeri und die reine Herzensgute als wahren Atel crioetfen. Vier schönen, aber seelisch Ungleichen Schwestern aus armer aber ehrsamer Bürgersamilie folgt der Roman auf ihren verschlungenen Schicksalswegeu.
** Aus dem Militär-Wochenblatt. Auf sein Gesuch wurde zu ten Sanitätsoffizieren ter Oberarzt Maul beim J.-R. 116 ütergefüfjrt. — Der Abschied mit bet gesetzlidren Pension wurde Hauptm. v. H e r tz b e r g, im J.-R. 87, und 2t. t>. Res. W eber, im J.-R. 87 (Wiesbaden), mit bet Erlaubnis zum Tragen ter bisherigen Uniform be- tvilligt.
** . Aus dem Stadttheaterbureau. Auch dieses Jahr wird für die Vorstellungen tes Staotheat.'rS, die am 11. Oktober beginnen, ein auf 20 Abende lautendes Abonnement aus- gegeben. Ta wegen ter Kohlenknappheit die Vorstellungen von Anfang an zusammengelegt werten müssen, toirc es dieses Iaht ein Montag- und ein Samstag- Abonnement geben, da die Tiens- tage und Freitage als regelmäßige Spieltage zur Zeit nicht in Betracht kommen können. Wer zu abonnieren wünscht, wird ersucht, Platzbestellungen an den Herrn Oberbürgermeister zu richten. Besondere Einladungskarten an die alten Abonnenten merDert nicht verschickt, doch werten Pen vorjährigen Abonnenten die zuletzt inne» gehabten Plätze bis einschl. 22. September Vorbehalten. Tie Preise werten eine mäßige Erholung erfahren müssen, doch steht diese in keinem Bct- häitnis zu ter Preissteigerung auf anderen Gebieten. Näheres darüber wird noch bekannt gegeben.
** Tie Anlagenmusik der Regiments- musik des Reichswehr-Jnf.-Regts. Nr. 3o (Ober- Musikmeister Löbcr) fällt morgen aus.
** Das Backverbvt von Brötchen ist cufgehoben worden. Von Montag den 8. d. Mts. ist den Bäckern das Brötcktenbacken wieder gestattet. — Ter Kleinverkaufspreis für Kar- t o f f e ht wird ab Montag 20. Sept, jauf 12 Pf. für das Pfund herabgesetzt.
** Ein Schaufensteteinbruch Warte vergangene Nacht in einem Schuhgeschäft der Schmlstraße verübt. Es wurden folgende Schuhwaren entwendet: 1 Paar Rindledet-Hetrenstief.'l, 1 Paar Rindleder-Tamenschuhe und ebensolche Knatenschul-e, 1 Paar Voxcalf-Damenhalbjchuhe, 1 Paar Tamenpantoffel, 1 P^at Kinderipangen- schnhe und 1 einzelner Mädchen stiefel. Sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalpolizei erbeten.
*♦ Der Empsangsaus schuß für heimkehrende Kriegs- und Zivilgefangene vemnstaltete am Donnerstag einen Un- ter'lfalttlngsabcnd für Heimkehrer auf ter Liebigs- HSHe. Prof. Tr. Ebel hielt eine Ansprache, in ter er die Kameraden ermahnte, treu zum Batct- lande zu stehen und an dem inneren Aufbau kräftig mitzuwirken. Frau Schotte-Frey aus Wiesbaden brachte einen seht schönen Gesangsvotttag zu Gehör. Auch ter hiesige Otchestervevein hatte lick, gütigst zur Verfügung gestellt und trug sehr viel an ter Unterhaltung des Abends bei, was ihm arrch durch reichen Beifall ter Anwesendem gezeigt wurde. Herr Dirigent Gernhardt hatte auf jeten Fall seine Kapelle seht gut eingespielt. Damen des Roten Kreuzes verteilten Liebesgaben, die ten so lange von der Heimat ferngewesenen Kame- raten viel Freude machten. Tarauf hell einer ter Heimkehrer eine Ansprache, in der er in warmen Worten im Nanpm feinet Kameraden für ben Empfang, ter ihnen in .Gießen iu teil geworden«
ONiedet-Weisel,5. Sept. Tie alljährliche Johanniter-Zusammenkunft mit anschließendem Johamiitet-Nitter-Liebesmayl im „Kaisethos" zu Bad-Nau heim fand bieje Woche statt. Tie Beteiligung der Johannttet wat sehr zahlteick». U. a. nxrrcn anwefend ter Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich, der Landgraf von Hessen, Graf Stolberg-Roßla, Graf Pfenducg, Graf Goertz- Schlitz, Badedirekror v. Boehniet-Baü 9i au heim.
G A us der Wetterau^ 5. Sept. In Asse n h e i m schlossen sich die K r r e g s b e s ch ä d i g- ten und Kriegshinterbliebene n zu einer Ortsgruppe tes „Einheitsverbantes" zusammen. Tie Kriegsbesck-ädigten ter Orte Reiche ls- heim, Meckesheim, Beienheim unb Heuchelheim, die bisl-er ter Ortsgruppe Frirtberg tes „Reichsbuntes" angchörten, schlossen sich zu einer selbständigen Ortsgruppe zusammen und treten ebenfalls zum Einhettsbund über.
Hessen-Nassau.
Die Marburger Alttrtüulcrsammlungrn.
)( Marburg im Sept. In 'inet Anzahl Räume tes hiesigen LandgrafenschLo^e» ist bekanntlich seit Jahrrn die Sammlung des Hess. G rschicht sver eins untergebtacht, bia durch zahlreiche Zutoendungen im Laufe ter Zrit sich sehr zu ihrem Vorteil entwickelt hat. Tiefs Sammlung, die anfangs im Rathaufe in einem Zimmer untergebtacht loar, befindet sich zur Zeit in einem besonders dazu frei gemachten Raum in,ter Nordfchule. Weil nun die Sch osträume in ab ehbarer Zeit sämtlich für das tert tekindliche Staatsarchiv benörigt weiten uns auch ter Raum m ter Nordfchule schon in aller Kürze antemxiug in Anfptuck» genommen wird, ist man dem Plan, beite Sammlungen in einem besonderen bunte zu vereinigen, wieder näher getreten. In b't Erwartung, daß vielleicht auf irgend eine Weise weitete Mittel flüssig gemacht inerten dürsten, stifteten die slädt. Kötperick>asten im Iahte 1913 als Kaiser-Jubiläumsgate 30 000 Mk. als Grundkapital schon damals zu tem Zweck, ein würdiges Altertumsmuseum zu erriditvn. Ta die Frage durch die geschi terten Berhältmsse wieder dringend geworden ist, hat die Siadt auf Borfchlag tes Marburger Altertums- und Kunstvereins das am Marktplatz befind» lidje Eckl-aus tes verstorbenen Kaufmanns und .Stadtrats Bücking, ein altes Marburger Patriziet- haus, für 50 000 Mk. erworben. Das Gebäude, das ten frühen Renaissancestil zeigt und durch seinen von Säulen umrahmten Riindbogeneiniang sowie durch seinen eigenartigen Erkerturm auf fällt, ist im Jahre 1675 verändert Worten. Dem Gebäude gegenüber, durch die schmale nach der Rittersttaße und ter lutherischen Kirche führende Stringasse getrennt steht das gleichfalls durch seine zwei hoben Staffelgiebel sich aus^ichncnte aus dem 14. Jahrhtintert stammende sog. „steinerne Hans", mit dessen Besitzern ter Altertums-Verein einen Vorvetkaufsverttag abgeschlossen hat. Es dürste ebenfalls noch für die Unterbringung ter Altet- tumssammlimgen in Aussicht genommen sein. In ter Oeftentlichkeit machen sich zwar in letzter Zeit Stimmen geltend, die aus mannig ad-en Gründen Kasernen.entSgebäude, die alte „Ptopstei" usw., als passende Gebäude für die Älturtümetsamm- lung Vorschlägen, aber jedenfalls dürften diese alten Bürgerhäuser wegen ihrer Eigenart unb besonders wegen ihrer Sage mitten in ter Altstadt ben Vorrang behaupten.
Die Arbeitsleistungen in den Eisenbahn« Werkstätten.
— Frankfurt a.M , 5. Sept. Die bauern* den TransPortsdMi-erigkritcn im Eisenbahnbetriebe batten in jüngster Zeit ausgiebige Erörteruns-n in der Oeffentlichklrit veranlaßt. Zur Feststellung der Ursachen sand heute in Den grof^n ■ Frankfurter EisenbaltMverkstätten, die taufende von Arbeitern beschäftigen, eine Koitferenz statt, ter Ber- -treter ter .Direktion, Arbeiter aller Betriebe^ Presstwertreter, Arteiterräte und alS weitere Sorte verstäirdige eine Anzahl neutraler Ingenieure und Techniker beiwohnten. Nach eingehender 'Besichti- gung der umfangreichen Betriebe und ausgiebiger Aussprache aller Parteien kam man zu folgenbcn Ergebnissen: Infolge ter Vermehrung ter Ar« beiterübaft von 1400 Köpfen tm Jahre 1917 auf 3200 im Jahre 1919 könnten die 23erffiätten technisch nidx mehr ten genwltigen Anforderungen folgen. Das Werk^ugmaterial iit infolge der hohen Leistungen im Kriege nicht mehr voll gebrauchs-


