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Dienstag, 6. Mai <919

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Zweites Blatt

Ar. <C4

Paris, 5. Mai. lWTB.) Laut Echo

de

vip yvahlait zu veil IKloeTl kl) lUVPVii triiJiwiui giuu! oUiUihv utmi«ir-n vx. getrennt. Wahlberechtigt sind ortsansässige Per-'derTimes" in Brüssel, dast^e^g^en^solgende

zur Verfügung.

acht Stück. Wie ift welchem Pelz besteht

und das Fuller ist

Letzte Nachrichten.

Die Kapitel des Friedensttttwurfes.

das neue wohlschmeckende

Abführmittel überall arhiltliehl

stimmungen: , .. . f

Tic Wahlen zu den beiden Gruppen erfolgen

** Amtliche Persvnalnachrichten. 6m 2 Mai d. I. wurden mit Wirkung vom 1 April d. I. an ernannt: 1. der vortragende Rat und stellvertretende Vorsitzende der Abteilung für Finanzwirtschait und Eisenlahnive'.en des Mi- nislcriumö der Finanzen, Geheimer Obersmaitzrat Dr. Ferdinand Rohde, zum Ministerialrat m dem Ministerium der Finanzen und Voriitzendcn seiner Abteilung für Finanzwirtscktast und Erlen- bahnwesen, 2. der Vortragende Rat in der Abtei -

Amsterdam, 5. Mai. (WTB.) DemTele- graas" zufolge versichert der Sonderkorrespondent

Ratifikationen.

Die Bcdingunaen für Stlgien.

Hastig erbrach Torival den Umschlag.

Ter Brief lautete:

Sehr geehrter Herr! Durch den Irrtum eines Kellners wurde mir gestern abend tm Hotel Kaiserhvs ein Pelzmantel und ein Zylinder ge­bracht, die beide nrcht mir gehören. Mein eigznrr Pelzmantel und mein eigener Hut waren mir von einem Spitzbuben entwendet worden. Ich fand in dem fremden Mantel ein Täschchen, das eme Anzahl Visitenkarten cnrhält, die aus Ihren Namen lauten Ick vermute, daß auch Ihnen der M-lz- mantel von dem erwähnen Spitzbuben geiwhlen worden ist. Sollte dies der Fall sein, w stehen Mantel und Hut in meinem Buroau zur Abholung

Der Doppelgänger.

Roman von Carl Schüler.

Fortsetzung 9fr. 19.

Crusius begleitete Tvrival nach dem Hotel Kaiserhos, wo man erklärte, daß weder em Man­tel noch ein Seidenbut im Hotel zurückgeblieben sei.

Torival nahm den Verlust der Kiettmngsstucke nicht gerade tragisch. Er vermottete, daß Mantel und Hut einem jener Spitzbuben in die Hande gefallen sei, in deren Fach er gestern eme Gast- wlle gegeben l-atte, einem Paletotmarder.

Als er sich auf der Straße von Herrn Cru- stus verabschieden wollte, richtete dieser noch eine Frage an ihn:Bitte, sagen Sie mir, Herr Davon, wie sind Sie eigentlich gestern an5 dem Hotel herausg-^Vommen? Wir hatten alle Au«s- gänge besetzt und haben das Haus von oben bis unten durchsucht."

Waren Sie auch auf dem Dach?"

Aus dem Dach? Rein!"

Sehen Sie, das war ein Fehler," lächelte Dorival den Detektiv an.Ein großer Fehler."

?lber wie konnte ich vermuten?"

O. ein richtiger Detektiv ,nuß auf alles ge­faßt fein. Jch1xr.tr auf dem Dach eine Flugmaschine stehen. Mit der bin ich in Spiralen, verstehen Sic, in Spiralen davon geflogen. Wie in den Märchen der Teufel aus dem Schornstein."

Am Nachmittag wurde von dem Postboten ein Brief für Herrn von Drmbrüster,abgegeben. Ein sonderbarer Brief, mit einem großen, fremd­ländischen Wappen, das die Aufschrift trug: Kcm- sulato t>: Republico de Costalinda.

Hochachtungsvoll

Rosenberg, Konsul.

Aus dem tlmtsDcrfGnöigungsblatf.

** Das Amtsverkündigungsblatt Nr 23 vom 5. Mai enthält: Voranschlag der Pro- vinzialkasse der Provinz Oberhessen für das Rech­nungsjahr 1919 Wahl und Ausgatzn der Baneruräte Bekanntmachung Nr. W. 30/3.19. über Beschlagnahme von Web-, Trikot-, Wtrk- und Strickgarnen, vom 1. März 1919. Bekannt­machung betr. landespolizeilirix Prüfung des ab- geänderten Entwurfes zur Herstellung zwo,er Ueberholungsgleise ans Haltestelle Badenburg. Bekanntmachung betr. Höchstpreise für Verbrauchs- zucker. Dienstnachrichten des Kreisamtes.

Wahl und Ausgaben her Vaucruräte.

Das Kreisamt teilt aus verschiedene Anfragen mit Ein Bauern- und Landarbeiterrat ist in ieder selbständigen Gemeinde zu wählen. Jeder Rat muß aus mindestens 6 Personen bestehen und zu glei­chen Teilen aus den Kreisen der im Hauptberuf selbständigen Landwirte und Arbeiter bzw. der nicht landwirtschaftlichen Bevölkerung gebildet werden Für die Wahlen gelten folgende Be-

vüchertlsch.

' Hochland. Monatsschrift für alle Ge­

biete des Wissens, der Literatur und Kunst Her- ansgegeben von Karl Muth. 7.Httt 1918/19 Ver­lag Josef Köstliche Buchhandlung Müncltz'N- Kempstu

Was wird aus dem ehemaligen Groß Herzogtum Hessen? Diest Frage, die bisher schon lebhaft erörtert worden ist, wird nun- mef)r in einem vom Historischen Verein heraus- gegeoeneu Vortrag des Archivdirekwrs Dr. I. R. Dieterich lGroßhei'sen oder Rheinsranken? Preis 50 Ps j zum erstenmal auch vom stammeskundlichen und geschichtlichen Standpunkt aus betrachtet.

Flegeljahre eines Journa­listen" Kürschners Bücherschatz s,Nr. 1220/21, Preis je 40 Pf Hermann Hülger Verlag, Berlin W 9).

Tie Hände der Thea S i grüner. Roman von Georg Hirschfeld. Berlin. Verlag Ullstein & Co Preis 5 Mk.

Der Völkerbund al s Friedens- frage Bon Staatssekretär Erzberger. Hefti des Sammelwerkes Deutsche Li-»a für den Völ^r- buiid. Verlag von Reimar Hobbing, Berlin SW 61.

Falsch Es waren nur der Mantel gefüttert? Aus der Kragen?"

Ter Kragen ist Otter Nerz."

Reichskanzler zu bekommen, als beim Konsul von Costalinda," dachte er und gab dem wiener den Zettel und seine Besuchskarte.

Nach einiger Zeit kam ein Center Herr, der hinter dem Ohr einen Federhalter stecken halte. Er war in allen seinen Bewegungen und in seiner Sprache sehr hastig, sozusagen der Mensch gewor­bene Eilzug. , ,

Sie sind Herr von Armbrutter? sre kom­men wegen des Pelzmantels?" sprudelte er her vorKönneil Sie sich auswersen, daß Sie bei Besitzer des Mantels sind? Ich meine, können Sie mir ein besonderes Merkmal angeben, woraus ich sehe, daß der Mantel Ihnen bekannt ist daß er Ihnen gehört?"

Ter Herr blinzelte durch feine scharfgeschlis- fenen Brillengläser den Mann, der den Pelzmantel für sich in Anspruch nahm, mißtrauisch an.

Ter Herr Konsul hat doch in dem Mantel meine Visitenkarten gefunden. Genügt das nicht?"

Können Sic mir sagen, wieviel Visitenkarten es waren?"

Tas kann ich nicht. Es mögen etwa zwanzig Stücr gernefen sein."

fönen beiderlei Geschlechts, die das 20. L^>ensiahr vollendet haben Tst Wahlen haben nach dem all­gemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahl- recht zu erfolgen. Ter Wahltermin ist mindestens 48 Stunden vor Beginn der Wahlhandlung be- kanntzugcben. Die Vorbereitung und Leitung der Wahl ist Sache der Gemeindevorstände Bauern­räte die nach anderen Grundsätzen gebildet wor­den sind, sind derartig umzuformen, daß sie diestn Bestimmungen entsprechen

Aufgabe derBauern- und Landarbeiter - räte" ist Unterstützung der zuständigen Behörden durch:

Mitwirkung und Beratung bei Erfassung und Schutz der vorhandenen Lebensmittel, bei der Rege­lung ihrer Ablieferung an die bezugsberechtigten Stellen und bei der Bekämpfung des Schleich­handels.

Erhaltung der landwirtschaftlichen Schriebe. Förderung der Erzeugung, insbesondere durck Sicherung von Saatgut und Steigerung des An­baues, Wiederaufbau der Viehzucht, Förderung des Genosstnschaflswestns.

Mitwirkung bei der Aufnahme der entlasse­nen Kriegsteilnehmer und der Beschaffung von Ar­beit und Wohnung für diese gemäß den Bestim­mungen der Temobilmachungsbehörde.

Gegenseitige Hilfe beim Schutz von Personen und Eigentum.

Der Höchstpreis für Verbrauchs- ;ucker ist für den Landkreis Gießen wie folgt festgesetzt: An den Verbraucher: Für gemahlenen und Kristall-Zucker: Konsumzucker per Pfund 0 55 Mark, raffinierter Zucker per Pfund 0,57 Mk: Hutzucker: ausgewogen ohne Papier per Pfund 0,57 Mk., im ganzen Hut mit Papier per Pfund 0,55 Mk.: Würfelzucker 0,59 Mk., Kandiszucker, braun, 0,65 Mk. schwarz. 0,69 Mk.

Dien st nachrichten des Kreisamtes. Frau Marie Wörner aus Bellersheim wurde als Wieqemeisterin für die Gemeinde Bel­lersheim eidlich verpflichtet. Christian N i k o - lai II. von Nüddingshausen ist zum Poli­zeidiener der Gemeinde Rüddingshausen verpflich­tet worden

Paris wird der Frieden Sven rag folgende ftlahitrf umfassen: 1. Einleitung: 2. Deutsche Grenzen: 3. Bestimmungen über die Grenzverschiebungen: 4. Deutsche Kolonien: 5. Bestimmungen mili iri­scher, sce- imb flugtechnischer Natur: 6. Kriegs­gefangenen: 7. Vorgehen gegen Wilhelm II. imb gegen die schuldigen Deutschen: 8. und 9. Ver­gütungen und finanzielle Entschädigungen: 10. Wirtschaftlich Bestimmungen: 11. Häsen, Wasserstraßen und Eisenbahnen: 12. Inter­nationale Arbeiisgesetzgebimg: 13. Garantien: 14 Allgemeine Bestimmungen und internationale

lang für Finanzwirkschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen, Geheimer Oberirnanz- : rat Heinrich Schäfer, zum Ministerialrat in dem Ministerium der Finanzen unter Ailfrecht- erhaltung seiner Bestellung zum Staatskomnnf ar bet der Landes-Hypothekenbank, 3. der mit Vcr- ehung der Geschälte des Vorsitzenden der Ab­teilung für Forst- und Kamcraloerwaltung deS Ministeriums der Finanzen beauftragte Landforst­meister Dr. Karl Weber, unter Belassung seiner derzeitigen Amtsbezeichnung zum Ministerialrat in dem Ministerium der Finanzen und Voriitzen­dcn seiner Abteilung für Forst- und Kameralver- roaltung, 4. der ständige Hilfarbeiter bei der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahn- wesen des Ministeriums der Finanzen. Finanzrat Theodor Ulrich, zum vor ragen e.i Rat bei bel­eihen Abteilung mit dem AmtstitelÜberiinani» rat", 5. der juristische Hilfsarbeiter bei der Ab­teilung für Forst- unb Kameralverwaltung des Ministeriums bet Finanzen Finanztat Hermann Hesse, zum Vortragenden Rat bei derselben Ab­teilung mit dem AmtstitelDber.inansrat". Am 2. Mai d. Z. wurden zu Hochbauaufsehern mit Wirkung vom 1. April b. I. an ernannt bie Bauaspiranten: Richarb Hofmann aus Dresben, Georg Schmidt aus Wald-Michclbach, Valentin Huibauer aus Reichelsheim» i SD., Jakob Plauz aus Alsfeld, Georg Meher aus Rostdors und Rudolf Tietz aus Alzey: mit Wirkung vom gleichen Tage an zu T a m m e i st e r n die Bauaspiranten: Anton Burkard aus Seligenstadt, Paul Scheid aus Se­ligenstadt, Georg Wörtge aus Hebt rau und Wil­helm Reeg aus König L O. Ernannt wurde am 30 April 1919 der Schreibaehilie Emil Ost ans Darmstadt zum Stenographen (Mlmstenal- kanzleigeh l en) bei dem Ministerium der Justiz. In den Ruhestand versetzt wurde am 29. 'Jlpnl der Amtsgerichtsdirektor bei dem Amtsgericht Gießen Geh. Justizrat Heinrich Gebhardt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung leinet dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 16. Mai 1919. _ _ . . .-

* Besitzwechsel. Tas Haus Friedrich- straße 3 des SchulMariL s W".c>schmLt girg für 50 600 fDlt an Oberm i er Weber ans Marnr über. -- Das Lmus Wall-vrtraße 71 bei ebare und Leihkasse Taubrrigen wurde an Gela. Isen­berg für 45 000 Mk .ccrfauft. Tas Hans .Hammstraße 2 verkaufte Hans S.dlmeycr an Maz Walldorf für 28 090 Trt

*» Schwär.Lichtspiele, tersweg 81, bringt ab hcu^ n s Freitag, 9. Mai das FilmiveikTie Frane-,- des Ionas Graflci'- reutl), ein tragischer Rommt in Ak.en, m der Hauptrolle Ressel Orla, miherbem kas zwei- attige Lustspiel ..Die Smmensinitrmrs m Valkr- laiia" mit Herbert Paulwüller.

Kreis Schotten.

C Schotten, 3. Mai Das altbekonnte Ho­tel zurP o st" wurde von dem bisherigen Eigen­tümer, dem Weinhändler Karl Cellarius, an den Metzgerei- und Gasthausbesitzer Fritz Schlörb ver- kaust, der den Betrieb des Hotels neben dem Gambrinus" am 1. Juli b. Js. üvernehmen wird

e S ch o 11 e n , 4. Mai. Da hier die Errichtung eines Kreiskrankenhauses geplant ist. so hat die Stadt die sogenannteAlteburg ' nebst 5 Morgen anliegendem G.lLnde räu'li* erworben.

Htsstn Nassau.

-- Gelnhausen, 4 Mai. Da sich in ein­zelnen -Gemeinden des Kreises die Landwirte zur Abgabeder Kartoffeln für die Besorgung Frankfurts weigern, ordnete die Kreisbehörde die zwangsweise Einziehung der Kartofteln durch be­sondere Kommandos vom 6. Mai ab an.

Berlin, 5 Mai. lWTB.) Wie wir er- fahren, kam es gestern nackmiittag in München, besonders an der Ma;-Kaserne und in der Dach­auer-Straße zu Slrntzenkämpfen. Es wurden wnehiebene Gliedmaßen ausgefunden, die baraui schließen lassen, daß mehr als 10 Personen um gebracht sind. S l u ck und Döderlein sind nicht als vermißt gemeldet.

München, 5 Mai. (WTB.) Heber btt Ge- somtzahl der bisherigen Opfer liegen noch feine zuverlässigen Nachrichten vor. Nach den bi?- berigen Feststellungen sind rund 900 Soldaten und Zivilpersonen verletzt worden. Im gerichts- rncki.zinischen Institut und in den Kirchhöfen lagen bis zum Montag etwa 250 Tote. Wie dieMün chener 3eitung" meldet, soll Toller be idem Kampf in Dachau gefallen sein Bon Nissen-Levin^ und Dr. Levien fehlt noch iede Spur Du-Mün­chener Zeitung" meldet, soll Toller bei dem daß sowohl die offenen wie die geschlossenen Depvt- bei den Münchener Banken unversehrt ge blieben sind Tie geplanten Enteignungen frisier­ten an dem Widerspruch der Betriebsräte da Banken.

Hollands Hilfsaktion für das schwergeprüfte Pforzheim.

Berkin, 5. Mai. (WTB.) Der Stadtmedi- zinalrat von Pforzheim sandte durch den dar tigen Arbeiter- und Soldatenrat der Deutschen Gesellschaft für staatsbürgerliche Erziehung m Berlin-Halensee cmat erschütternden Be­richt über die trostlosen Verhältnisse, in die Dtzrz- heim durch die Gifranhmg von über 2400 Ein wohnern an Typhus geraten ist. Die Deutfriv Gesellschaft für staatsbürgerliche Erziehung, ver anlaßte, daß dieser Bericht dem hollandisckxn Volke zur Kenntnis kam Gleichzeitig gab sie bie Anregung dazu, eine Hilfsaktion für Pforzheim durch das holländische Rote Kreuz einzuleiten Dieser Anregung schloß siri) namens der mebizim- schen Fakultät von Leyden Professor Ten doloe, der in der Studienkommission neutraler Aerzte. die kürzlich in Deutschland war. bte Unv üeriitäten Amsterdam unb Le Yben vertreten halte Nun kommt ans Holland die Mitteilung, daß auch der Prinz-G»'mahl, als Ehrenvor'itzenv.r des holländischen Roten Kreuzes, emgniL den allernächsten Tagen trifft ein Delegierter des holläiidischen Roten Kreuzes in Pwrzheim ein, um festzustellen. auf welche Weise der unglück­lichen Stadt schnell und wirksam geholien wer­den kann

Gute Ernteansstchtcn in Amerika.

Amsterdam, 5. Mai. (WTB.) Nach einer Meldung aus Washington envariet man dieses Jahr tn den Bereinigten Staaten, wenn kein unvorhergesehenes Ereignis' eintritt, eine W eizenc rn te von 900 Mrllrvnen Bushels ^er ungefähr 33 Pro-ent mehr als im Rek-vrdiahr 1^14

diese fröhlichen Verwicklungen, in die er da hinem- gcraten war?

Tem Emil Schnepfe! __

Schließlick) muß ich mich bei dem Menschen noch bedanken!" dachte er, während er sich vor dem Spiegel den Schlips band.Was sagte doch heute morgen das Mädel? »Das Leben macht den Menscheii gut ober schlecht. Es kommt ganz darauf an, wie es ihn anfaßt.' Kann ich bestätigen! Wäre dieser Crusius wirklich das gewesen, was ich in ihm vermutet hatte, so stände ich unter der Anlage, einem Beamten während der Ausübung seines Be­rufs tätlichen Widerstand «leistet zu haben. Ware ich im Pelzmantel des Konsuls Rosenberg ab­gefaßt worden, konnte noch eme Anklage tu egen versuchten Tiebstahls dazukommen. Brr . .. 3^» mein Lieber, das Leben spielt mit dem Menschen, wie die Katze mit der Maus. Ich bin ber, Katze entwischt, den anderen hat sie gepackt

So versöhnlich gestimmt war Torival noch nie in den letzten Wochen gewesen. Er gab Galtüno den Befehl, ihn zu begleiten. Er wollte_wrt zum Konsul Rosenberg gehen und den Mantel reklamieren. ___ -

Ein großes Gebäude, das von unten bis oben mit den Bureauräumen großer tannen angennu war, enthielt auch die Geschäftsräume des Konsuls ^'Än^älterer Diener, von ^vornehmem Aus­sehen, fragte Torival nach fernem Degebr^ Auf die Erklärung, daß er den He-rrn wolle, führte ihn der Trener m etn Äar^rmmCT unb ersuchte ihn, aus eurem vorgedruLten For­mular kurz die Angelegenheit anzugevOi, m der er den Herrn Konsul zu sprechen wmische.

ES scheint mir teichter, am Auch«) beun

Zugeständnisse gemacht wurden. 1 21/. Mil­liarden Franks in Gold, zahlbar rnnctlxtlb zwei Jahren. 2. Annullierung der »Kriegsschuld Bet- giens an England, Frankreiri, und Amerika 3. Lie­ferung von 3 Millionen Tonnen Steinkohlen per Jabr bis zu einem Geiamtwert von 20 Millionen Pfund Sterling durch Deutiriiland an Belgien 'ür einen Zeitraum von 10 Jahren 4. Sofortige Rück- gnbe des von Deutschland weggenommenen Jn- bnflriemab.,rüld, des Viehs, der weggenommenen Pferde ober sonstigen Zugtiere 5 Vertretung im Obersten Wirtschaftsrat 6 Unterstützung der belgi­schen Anfprüri)' auf Revision des Vertrages von 1839 dnrri' die Alliierten. 7. Die Erlaubnis, mit Luxemburg eine Zollunion zu schließen. 8. Aus­schreibung einer binnen sechs Monaten abiubalten- den Volksabstimmung über bie Einverleibimg der Ureise Malmedy, Eupen mit Moresnri unb Her- logtmmalb 9. Zugesläudniö einer Stimme bei der Verfassung über bie Manbante für die Verwaltung der deutschen Kolonien in Afrika.

Amerikanische StimmunqSmachc!

Berlin, 6. Mai TerGermania" wird auS Vers ril les geschrieben: Bon amerika­nischer Seite wird in bemerkenswerter Weise ver­such, Stimmung dafür zu machen, daß Deutsch­land den Friedensverlrag aroicbmen muß, wenn! er auch noch so schwer und hart fei. Nehme Deutsch land den Frieden an, so werde Wilson ganz sicher und mit ihm das amerikanische Volk alles tun, um Deutschland über die Schwiertgkei ten hinwegzuhelfen Tos beutfdw Aol? werde in Amerika einen gro&en Freund und För derer haben. Nur jetzt müsse der Sri eben abgeschlof fen werden. TieGermania" meint dazu: Tiefe Kombinationen haben zweifellos vieles für sich Für Deutschland aber gilt bie Fraae: Wer diesen Wechsel einlösen wird, wenn Wilson nicht mehi Präsident ist. Tie deutsche Telegation wird deshalb gut tun. diesen amerikanischen Kompensationen gegenüber vorsichtig zu sein.

Die Lane in München.

Ei, Ei?" jubelte Torival.

Er rieb sich vergnügt die Hände. Das war ja famos! Aus diese Weise tarn er zu der Dekannt- schaft des Konsuls Rosenberg auch ohne Vermitt­lung Umbachs. Natürlich wollte er dem Strnful fagen, daß ihm Der Mantel gestohlen worden kt Wozu lange romantische Erklärungen? Er mußte sich bei dem Konsul sehr bedanken erne schönere Anknüpfung konnte es ia gar nicht geben^ Tome tarn noch die Frage nach Dem Wolfram vor kommen in Costalinda. Tas gab Gelegenheit, von fernem Bergwerk in Brasilien -u erzählen ... .

Und so weiter!

Und bann das Wiedersehen mtt Ruth! Auf ihr Gesichtchen freute er sich, wenn sie erfuhr, daß er ein wenig Harun al Raschid gespielt hatte.

Tas mußte ia famos werden. Tas Leben war doch sehr unterhaltsam! Und wem verdauve er

Richtig."

Besondere Merkmales

Torival überlegte.

,Lch bitte, etwas schnell " dränate der new/ MannIch bin sehr in Anspruch genommen Ich habe keme Zeit."

(Fortsetzung folgt)

Kreistag.

Gießen, 28. April 1919.

Am 26 o. M, vormittags IO1/, Uhr, fand tm Sitzungssaal des Regierung5gel äubes bie bie3- .übrige ordentliche Sitzung des Kreistages öei Kreises Gießen unter dem Vorsitz des Cber« regieningSrots Weicker statt Nach Eröfrmmg der Sitzung wurde die Beschlußfähigkkit sestgestcllt. die KroStagsmitglieber Selten und Wetz zu llikui:t-5t"r'on>n bestellt unb brr Protokolftuhrer surrf) Handschlag verpflichtet Sodann wurde m X' Tagesordnung erngetreten. . , . r

Punkt 1 Rechnung der Kreiskasse anb Berwaltungsbericht für 1917. .

Ter Bo r sitzenbe wies barauf hin, day xr den Mitgl:cdern zugcgangene Verwaltungs- encht einen genauen Auszug ber Kreiskafterech- nunfl für 1917 enthalte: bte Abweichungen ber Rechnung gegen den Doranschlay seien darin erläu­ft Die Rechnung schließe mtt einem Rest von 123-^81.56 Mk. ab. Die Rechnung sei vorgeprüft Jarben, wobei sich Anstände nicht ergeben hätten, er fetze bie Rechnung in Umlauf unb ersuche, et­waige Bemerkungen ober Anfragen am Schluß der Ajhung zur Sprache zu bringen. Nachdem einige, P?n Lerwaltungsbericht betreffenbe Anfragen er- (rbtflt waren, wurde zum nächsten Punkt ber Ia- ,x4orbnung flbergegangen.

Punkt 2 Voranschlag der Kreis- raffe für 1919. ,

Der Vorsitzende stellte fest, daß auch der Voranschlag den Mitgliedern zugesandt worden i'ei. Er werde ihn wie in früheren Jahren nibriken- weise vortragen und bitte da, wo gewünscht, sich tarn Wort zu melden. Er wolle nur vorausschickcn, ta&, wie aus Seite 3 des Voranschlags ersichtlich fti, bie Ausgaben gestiegen seien, woburch auch eine Erhöhung ber Umlagen nicht habe vermieden werden können. Tie gesteigerten Aus­laden seien auf die durch den Krieg bedingten Zterhältnisse, insbesondere auf die Verteuerung aller Materialien, Gewährung von Kriegsteue- lungsbeihilsen, Lohnerhöhungen der Kreissttaßen- warte und anderes mehr zurückzuführen. Nähere Erläuterung werde er bei den einzelnen Rubriken üben.

Nachdem der Voranschlag biirniberafcn war, -inige Anfragen und Aussprachen ihre Erledigung irfunbcn hatten, ferner einige Aenderungen be- ihlosfen worden waren, wurde der Voranschlag nnsttmmig in Einnahme und Ausgabe mit 1 167 932.71 Mk. als angenommen bezeichnet.

Sodann stellte der Vorsitzende die Frage, ob ikmand zu der aufliegenben Kreiskasscrechnung ba3 Wort wünsche. Ta bies nicht der Fall war, wurde bie Zustimmung des Kreistags zur Rech­nung, vorbehältlich der Revision durch die Ober- rechnungskammer, sowie dazu unterstellt, daß die 'trebitübersclireitungen unter den einzelnen Rubri- m zu Lasten der lrinnahmc-Uebersritüssc und Aus- labe-Ersparnisse sowie die Ausstände genehmigt fien, t

Ter Vorsitzende gab weiter bekannt, da,: had dem Kreis gehörige OklänbeTie alte Baumschule in Lich" öffentlich meistbietend verkauft und hierbei 3020 Mk. erlöst mocoen üen. Er beantrage die Genehmigung des Kccis- tags zu diesem (Mänbeberfauf. Die Genehmigung niurbe einstimmig erteilt. ,

Nachdem bie Tagesordnung erledigt war, schloß der Vorsitzende die Sitzung und dankte den Herren nlr die treue 9)1 itarbeit und die Anteilnahme an den Geschicken dcS Kreises.

Aus Stadt und Land-

Gießen, 6. Mai 1919.

Tie Kriegsverluste de- 18. Nrmeetorps.

Auf gründ amtlichen Materials zeigt die Ver­lustliste der im Frieden zum Befehlsbereich des 18 A -K. gehörenden Truppenteile folgendes Bild: Im Felde standen aktive Offiziere 1754, hiervon tot 331 --- 13,9 Prozent, vermißt 56 --- 3,1 Prozent, verwunde? 614 35 Proz., Ge­samtverluste 1001 --- 57 Prozent; Offiziere des BeurlaubtenstandeS 3672, hiervon tot 557 = 15,2 Prozent, vermißt 231 = 6,3 Proz., verwundet 1242 --- 33^8 Pro^, Ge- lamtverluste 2030 = 55,3 Proz. Dlann, chas - ten 211042, hiervon tot 22 523 = 10,7 Prozent, vermißt 14 220 = 6,7 Proz., verwundet 65 647 = 71 Proz., Gesamtverluste 102 390 48 Proz.